Zoom: Kein Boden in Sicht. Es ist hoffnungslo

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Zoom Video Communications
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An der Börse passiert immer wieder dasselbe, nur die Namen ändern sich. Das ist einerseits erschreckend, denn daraus muss man schlussfolgern, dass es keinerlei Lernkurve gibt.

An der Börse passiert immer wieder dasselbe, nur die Namen ändern sich. Das ist einerseits erschreckend, denn daraus muss man schlussfolgern, dass es keinerlei Lernkurve gibt.

Andererseits ist das die Basis für eine Outperformance am Aktienmarkt. Wenn man erkennt, dass der Markt kurzfristig ausschließlich von Emotionen getrieben und langfristig von Zahlen getrieben wird, ergeben sich daraus entsprechende Möglichkeiten.

Diese Erkenntnis ist einer der Eckpfeiler für antizyklisches Investieren. Wenn die Aktienmärkte bereits stark gestiegen sind, geht es vor allem darum, Risiken zu identifizieren.
Sind Aktien, oder bestenfalls der ganze Markt, bereits eingebrochen, liegt die Hauptarbeit vielmehr darin, Potenzial zu identifizieren.

Wenn man allerdings lange genug dabei ist, und schon einige Höhenflüge und Abstürze mitgemacht hat, fällt das zunehmend leichter.
Mein persönlicher Optimismus erreicht immer dann Spitzenwerte, wenn in Panik verkauft und der Weltuntergang prognostiziert wird.

Was hat das mit Zoom zu tun?

Zoom ist nur eines von unzähligen Beispielen, welches man für die Wankelmütigkeit und Emotionalität der Börse anführen könnte.

Wie könnte man es sonst erklären, dass eine Aktie in kürzester Zeit von 60 auf nahezu 600 USD schießt, wodurch der Börsenwert gerundet von 15 auf 150 Mrd. USD explodierte.

Menschen, die nicht an der Börse aktiv sind, kann man das nicht erklären, weil es rational betrachtet auch keinen Sinn ergibt.
Ein Großteil davon ist auf Angst und Gier zurückzuführen.

Während der Kurs von Zoom gestiegen ist, kannte die Begeisterung kein Ende. Jeder wollte dabei sein und von dem großartigen Erfolg profitieren.
So zumindest das vordergründige Argument.

In Wirklichkeit wird nur gekauft, weil man hofft, dass der Kurs noch ein bisschen mehr steigt, damit man einen schnellen Gewinn eintüten kann.

Angst und Gier

Das Problem ist nur, dass es irgendwann keine neuen Käufer mehr gibt, die den Kurs noch ein wenig in die Höhe treiben könnten.
Plötzlich fliegt einem die Sache um die Ohren und wer dann beim Traden nicht diszipliniert ist und seine Verluste nicht realisiert, für den hat das Leiden begonnen.

Was meist folgt, ist eine lange Phase der „Ausblutung“. All die Trader, die irgendwo bei 300, 400 oder 500 USD gekauft haben, hoffen darauf, dass ihr Einstandskurs wieder erreicht wird, damit sie wenigstens plus minus null aus der Geschichte herauskommen.

Doch leider geschieht das nicht, die Kurse purzeln immer weiter und jeden Tag geben einige Anleger auf und realisieren ihre inzwischen üppigen Verluste.
Mitunter kann sich das über etliche Monate ziehen, so wie es auch bei Zoom der Fall ist. (Zoom hat das Rekordniveau im Oktober 2020 erreicht, also vor 15 Monaten).

Aktuell haben wir es mit einer Situation zu tun, der der Rallyephase in gewissem Sinne gleicht.
Damals haben sich die Käufe selbst befeuert, heute befeuern sich die Verkäufe selbst.

Es ist hoffnungslos

Gleichzeitig gibt es kaum einen Grund, um einzusteigen. Trader haben ohnehin kein Interesse und es ist auch kein Boden in Sicht, der Investoren anlocken würde.

Dabei stehen die Chancen recht gut, dass man ausgehend von diesem Niveau langfristig gut mit der Aktie fahren würde.

Das Wachstum von Zoom ist zwar rückläufig, aber ungebrochen. Im letzten Quartal lag das Umsatzplus immerhin bei 35%.
Darüber hinaus ist man hochprofitabel, die operative Marge lag zuletzt bei 27,7%.

Hinzu kommt, dass Zoom inzwischen „nur“ noch auf eine forward P/E von 35,6 kommt. Das ist zwar kein klassisches Schnäppchen, aber es gibt durchaus auch Slow-Grower, die nicht viel günstiger sind.

Für einen Branchenführer mit einem hochprofitablen, gut skalierbaren Geschäftsmodell und den vorliegenden Wachstumsraten, ist die Bewertung also vollkommen vertretbar.

Chart vom 21.01.2022 Kurs: 154,40 Kürzel: ZM - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 21.01.2022 Kurs: 154,40 Kürzel: ZM – Wochenkerzen

Man kann wirklich gespannt sein, ob die gesamten Corona-Kursgewinne vernichtet werden, bevor die Aktie dreht.
Uns soll es recht sein. Je tiefer es geht, desto besser fällt die zukünftige Rendite aus und desto besser ist das Chance-Risiko-Verhältnis. Bereits heute ist das langfristige CRV positiv.

Fällt die Aktie jetzt unter 150 USD, könnte es zu einer Ausdehnung der Korrektur in Richtung 130-133 USD kommen. Darunter wäre der Weg in Richtung 105 USD frei. Fällt die Aktie auf dieses Niveau, wären alle Corona-Kursgewinne dahin, obwohl sich der Konzernumsatz seitdem mehr als versechsfacht und der Gewinn vervierzigfacht hat.

Erstaunlich, nicht wahr? Umso mehr, da auch zukünftig weiteres Wachstum erwartet wird. Bis 2025 soll sich der Konzernumsatz verdoppeln.

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In den letzten Monaten wurde alles blind gekauft, jetzt scheint nichts mehr gut genug zu sein. Wie sieht die Prognose für Zoom jetzt aus?

Es ändert sich etwas

Es gibt Marktphasen, in denen steigt einfach alles und selbst mittelprächtige Quartalszahlen werden geschluckt.
So war es in den letzten anderthalb Jahren.

Das scheint sich allerdings geändert zu haben. Möglicherweise dreht gerade das Sentiment.
So wie viele Aktien in den Himmel gekauft wurden, werden sie jetzt auch wieder in den Boden gestampft. Darunter auch Zoom.

Inzwischen muss man die Verluste als dramatisch bezeichnen. Es fehlt nicht mehr viel und Zoom hat zwei Drittel an Wert verloren.
Die jüngsten Zahlen haben den nächsten Kurssturz ausgelöst.

Daraus können wir glücklicherweise etwas lernen. An der Börse zahlt es sich nie aus, sich blind gegen den Markt zu stellen.
Auch wenn die Bewertung von Zoom bei 400 oder 500 USD womöglich viel zu hoch war, es hat die Aktie nicht davon abgehalten, trotzdem bis 588 USD zu steigen.

Wir müssen lernen, damit umzugehen

Umgekehrt gilt dasselbe. Zoom mag bei 222 USD womöglich attraktiv bewertet sein, das wird die Aktie aber nicht automatisch davor bewahren beispielsweise auch noch auf 160 USD zu fallen.
Das ist das eigentliche Problem an der Börse. Wir arbeiten mit einer ungewissen Zukunft und der Markt neigt zu extremen Übertreibungen – in beide Richtungen.

Wer das nicht glaubt, muss sich nur den Kursverlauf seit dem Corona-Crash anschauen.

Am Ende müssen wir lernen, mit diesen Boom- und Bust-Zyklen umzugehen. Kurzfristig siegen eben Emotionen.
Manch ein Anleger, der bei 500 USD noch vollkommen überzeugt von Zoom war, wird heute bei 222 USD das Handtuch werfen.

Wer sich von diesen Emotionen frei machen kann, hat an der Börse deutlich bessere Karten.
Denn kurzfristig bewegen zwar Emotionen die Kurse, langfristig aber nur Zahlen.

Daher hatte ich auch bei 408 USD vor der Aktie gewarnt (Link) und bin bei 222 USD deutlich optimistischer.

Blind in das fallende Messer sollte man dennoch nicht greifen. Lassen wir der Panik etwas Raum. Früher oder später wird sich ein Boden abzeichnen. Kommt es dann zu ersten positiven Signalen, könnte sich das als Gelegenheit herausstellen, denn operativ läuft es bei Zoom nicht schlecht.

Chart vom 23.11.2021 Kurs: 222,90 Kürzel: ZM - Tageskerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 23.11.2021 Kurs: 222,90 Kürzel: ZM – Tageskerzen

Kurzfristig wiegt der Umstand, dass Zoom die Aufwärtstrends durchbrochen hat, schwerer. Mit Unterschreiten von 238 USD ist es jetzt zu einem prozyklischen Verkaufssignal gekommen.
Die nächste relevante Unterstützung liegt bei 225 USD, welche bereits erreicht wurde.

Darunter wäre der Weg in Richtung 200 oder sogar 177 USD frei.

Übertreibung und Gelegenheit?

Als Investor sollte man sich über einen Abverkauf freuen. Je schlechter die Stimmung, desto größer die Gelegenheit.
In den letzten Monaten wurde alles blind gekauft, jetzt scheint nichts mehr gut genug zu sein. Anders lässt sich die Kursreaktion auf die Zahlen von Zoom nicht erklären.

Der Gewinn lag in Q3 mit 1,11 je Aktie über den Erwartungen von 1,08 USD. Der Umsatz übertraf mit 1,05 Mrd. die Analystenschätzungen von 1,02 Mrd. USD ebenfalls.

Darüber hinaus hat man die Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr von 4,75 – 4,79 auf 4,84 – 4,85 USD je Aktie leicht erhöht.
Beim Umsatz stellt man 4,08 statt 4,02 Mrd. USD in Aussicht.

Das entspricht einem Umsatzplus von 54% und mehr als einer Verdopplung des Gewinns.
Es ist vollkommen klar, dass es in dieser Geschwindigkeit nicht mehr weitergehen kann. Aber die Richtung stimmt definitiv.

Der Trend setzt sich fort

Zoom gelingt es aber nach wie vor, immer mehr Kunden zu gewinnen und sich somit breiter aufzustellen.
Die Zahl der Großkunden mit einem Jahresumsatz von mehr als 100.000 USD hat sich auf Jahressicht nahezu verdoppelt.
Die Zahl der Auftraggeber mit mehr als 10 Mitarbeitern kletterte um 18% auf über eine halbe Million.

Der Trend in Richtung Homeoffice und dezentralem Arbeiten ist nicht erst durch Corona entstanden und dürfte sich fortsetzen.
Zoom selbst erwartet in den kommenden drei Geschäftsjahren eine Umsatzverdopplung.

Gleichzeitig sollten die Margen durch entsprechende Skaleneffekte weiter steigen, wie es auch in der Vergangenheit der Fall war.
Es wäre also eine konservative Annahme, dass der Gewinn in dieser Zeit auf über 10 USD je Aktie steigen wird.

Nehmen wir ferner an, dass die P/E bis dahin von 50 auf 30 sinken wird. Dann hätte Zoom ausgehend vom heutigen Niveau rund 50% Potenzial.

Der Vollständigkeit halber sollte man aber auch erwähnen, dass es Schätzungen gibt, wonach das Ergebnis in diesem Zeitraum nur auf ca. 5,90 USD je Aktie steigen könnte. Trifft das zu, sieht es natürlich anders aus. Das zeigt, wie schwierig Extrapolationen sind. Wir arbeiten eben mit einer ungewissen Zukunft. Wer Ihnen etwas anderes erzählt…

Zoom ist wohl der Krisengewinner schlechthin. Zwischenzeitlich kam es zu einem regelrechten Hype um die Aktie.
Das hatte durchaus eine rationale Basis, denn der Konzernumsatz explodierte regelrecht.

Die Sache hat nur zwei, drei kleine Haken:
Die Bewertung war zwischenzeitlich so hoch, als könne man ewig in diesem Tempo weiterwachsen, was natürlich nicht der Fall ist.
Und es stellt sich auch die ganz grundsätzliche Frage, was nach der Pandemie kommt.

Daher hatte ich im Dezember auch vor der Aktie gewarnt (Krisengewinner Zoom: Ist es jetzt vorbei?).
Seitdem ist der Kurs von 408 auf aktuell 279 USD gefallen. Seit dem Hoch hat die Aktie mehr als die Hälfte an Wert verloren und es könnte durchaus sein, dass es noch eine Etage tiefer geht.

Chart vom 16.09.2021 Kurs: 279 Kürzel: ZM - Tageskerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 16.09.2021 Kurs: 279 Kürzel: ZM – Tageskerzen

Die Bullen stehen unter Zugzwang. Kann die Unterstützung bei 277 USD nicht verteidigt werden, geht es wahrscheinlich in Richtung 258 oder 238 USD abwärts.

Entspannen würde sich das Chartbild hingegen erst bei einem Anstieg über 300 USD. Dann wäre ein Gap-Close möglich.

Mit leeren Händen

Die Charttechnik ist allerdings nur eine Seite der Medaille. Nachdem die Aktie inzwischen von 580 auf 280 USD abgestützt ist, hat sich das Chance-Risiko-Verhältnis maßgeblich verbessert.

Denn in den Monaten, in denen es mit dem Kurs stetig bergab ging, ist das Geschäft nicht stehengeblieben.
Hier finden Sie eine ausführliche Analyse: Und es hat Zoom gemacht

Der Abverkauf könnte sich langfristig noch als Gelegenheit herausstellen. Die Wachstumsraten werden natürlich nicht mehr das Pandemie-Niveau erreichen, man konnte aber auch davor schon stark wachsen und wird es wohl auch danach.

Darüber hinaus ist Zoom im Gegensatz zu vielen Wachstumsaktien nachhaltig profitabel. In den letzten zwölf Monaten hatte man eine operative Marge von 26,6% und hat 1,0 Mrd. USD verdient.

Für das laufende Geschäftsjahr stellt man einen Gewinn von mehr als 1,4 Mrd. USD in Aussicht.
Zoom kommt somit auf eine forward P/E von 58 und ein P/S von 20. Das ist sicherlich grenzwertig.

Es gibt aber eine Vielzahl anderer Wachstumsaktien, die nicht profitabel sind, nicht so schnell wachsen und eine deutlich höhere P/S haben.

Was ist möglich?

Man kann die Sache auch perspektivisch angehen. Zoom dürfte den Umsatz bis 2025 mehr als verdoppeln.
Es ist anzunehmen, dass gleichzeitig die Margen steigen werden. Zoom könnte dann einen Jahresgewinn von rund 3,5 Mrd. USD einfahren.

Die P/E könnte in diesem Zeitraum also deutlich fallen und die Aktie hätte trotzdem Potenzial.
Es wäre ebenso gut möglich, dass das Allzeithoch angesteuert wird.

Auf der anderen Seite besteht natürlich immer die Gefahr, dass die Prognosen nicht erfüllt werden und die Konkurrenz dem Unternehmen zunehmende Probleme bereitet. Wir werden es sehen.
Das Chance-Risiko-Verhältnis ist heute jedenfalls ungleich besser, als bei Kursen von 580 USD.

Zoom ist wohl der Krisengewinner schlechthin. Doch was kommt nach der Pandemie? Hält das Wachstum an, oder haben die Menschen die Nase voll von Video-Calls?

Was kommt danach?

Vielleicht ist es noch zu früh, um diese Frage abschließend zu beantworten. Ein gewisser Trend zeichnet sich aber ab.

Nach der Umsatzexplosion aufgrund von Corona sind die Wachstumsraten wie erwartet deutlich zurückgegangen.
Daher hatte ich mich im Dezember auch negativ zur Aktie geäußert, denn die damalige Bewertung war so hoch, als könne man auf ewig in diesem Tempo weiter wachsen:
Krisengewinner Zoom: Ist es jetzt vorbei?

Danach schlitterte der Kurs von 408 auf 274 USD. Die Warnung war also berechtigt.

Zoom hat die Zeit allerdings wirklich gut für sich genutzt. Das Unternehmen hat es in kürzester Zeit geschafft, sich als einer der Standards für Video-Meetings zu etablieren.

Für den Kampf gerüstet

Diesen Status dürfte man wohl auch weit über die Pandemie-Zeit hinaus verteidigen können, auch wenn zahlreiche ernstzunehmende Konkurrenten ebenfalls Produkte auf den Markt gebracht haben oder es planen.
Darunter Google, Facebook, Adobe und viele mehr.

Das dürfte die Preise mittelfristig unter Druck bringen.

Zoom ist allerdings dazu in der Lage, auch gegen einen härteren Wettbewerb zu bestehen.
Denn im Gegensatz zu vielen anderen Wachstumswerten, ist man nachhaltig profitabel. Eine operative Marge von über 25% kann sich wirklich sehen lassen.

Aktuelle Lage und Ausblick

Im ersten Quartal hat man bereits die Erwartungen übertroffen und die Prognose erhöht.

Gestern konnte man nach Börsenschluss unmittelbar daran anknüpfen.

Der Gewinn lag mit 1,36 je Aktie weit über den Erwartungen von 1,15 USD. Der Umsatz übertraf mit 1,02 Mrd. die Analystenschätzungen von 1,0 Mrd. USD ebenfalls.

Die Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr wurde von 3,99 auf 4,02 Mrd. USD leicht erhöht.
Beim Ergebnis stellt man jetzt 4,75 – 4,79 USD je Aktie in Aussicht, bisher waren es 4,56 – 4,61 USD je Aktie.

Das ergibt doch keinen Sinn

Da gibt es nicht viel zu meckern, doch Zoom notiert vorbörslich trotzdem 12% im Minus. Auf den ersten Blick will das nicht so recht zusammenpassen.

Aber Zoom kämpft aktuell mit genau dem Problem, welches ich in der ersten Analyse antizipiert hatte.

Im Vergleich zum Vorjahr hat man den Umsatz zwar erheblich gesteigert, die Wachstumsdynamik hat aber massiv an Fahrt verloren.
Zoom hat in den letzten beiden Quartalen fast zwei Milliarden an Umsatz generiert und stellt für die nächsten beiden auch knapp zwei Milliarden in Aussicht.

Für ein Unternehmen, welches bisher als Wachstumswert wahrgenommen wurde und auf ein KUV von über 30 und ein KGVe von 73 kommt, ist das natürlich ein Problem.

Wo könnte man zuschlagen?

Gibt die Aktie jetzt weit genug nach, könnte sich daraus eine Gelegenheit für antizyklische Anleger ergeben, die über die kurzfristige Entwicklung hinausblicken.

Denn durch die zunehmenden weltweiten Lockerungen, steht das Geschäft zwar derzeit unter Druck, das ändert an den zugrundeliegenden Trends aber nichts.

Homeoffice und dezentralem Arbeiten wird in Zukunft eine größere Bedeutung zukommen.

Der Trend in diese Richtung eindeutig, wurde durch Corona zwar beschleunigt und befeuert, war aber zuvor intakt.
Daher konnte Zoom auch zuvor stark wachsen.

In den vier Geschäftsjahren vor Corona hat Zoom den Umsatz jedes Jahr nahezu verdoppelt und in Summe verzehnfacht.
Mittelfristig sollte das Unternehmen auf den Wachstumspfad zurückkehren.

Chart vom 31.08.2021 Kurs: 305 Kürzel: ZM - Tageskerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 31.08.2021 Kurs: 305 Kürzel: ZM – Tageskerzen

Zoom hat bereits eine umfassende Korrektur vollzogen. Ausgehend vom Hoch hat die Aktie fast die Hälfte an Wert verloren.

Vorbörslich notiert die Aktie bei 305 USD und ist somit an der ersten antizyklischen Unterstützung angekommen.
Weitere Möglichkeiten würden sich bei 280 sowie 240 USD ergeben.

Es wäre jedoch ratsam, das Kursgeschehen an den jeweiligen Marken zunächst zu beobachten, um zu sehen, ob sich ernstzunehmendes Kaufinteresse abzeichnet.

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Was steil nach oben geht, kommt langfristig durch die natürliche Erdanziehungskraft auch wieder auf den Boden der Realität zurück. So auch der Kurs der Zoom-Video-Aktie. Der Titel kannte nach dem Ausbruch der Pandemie im vorigen Jahr so gut wie kein Halten mehr.  Bis zur Spitze im Oktober konnte die Aktie seit dem Start 2020 sage und schreibe mehr als 700 Prozent an Wert zulegen. Dass eine solche Rallye über kurz oder lang nicht ewig anhalten kann, ist völlig klar.

Der Bruch der Aufwärtsbewegung war technisch gut erkennbar. Das im November gebildete tiefere Tief als auch das tiefere Hoch zeigten die Wende an. Danach konnten die Bullen nicht mehr Fuß fassen. Erst im Januar war wieder ein Lebenszeichen der Aktie zu erkennen und es bildete sich das erste höhere Tief im Chart. Könnte dies nun der Beginn einer neuen Rallye sein?

Expertenmeinung: Noch ist die Aktie nicht über dem Berg. Dennoch zeigt sich, dass das Interesse der Anleger auf aktuellem Niveau wieder beginnt anzusteigen. Dies ist auch dadurch erkennbar, dass der letzte Anstieg im Januar nicht sofort wieder abverkauft wurde. Wir sehen derzeit eine konstruktive Konsolidierung knapp unter der Marke von 400 USD. Hierauf ist in den kommenden Tagen zu achten, denn bei einem Breakout könnten die Bullen die Kurse zeitnah wieder nach oben katapultieren. Auch die Tatsache, dass sich die Kurse schon seit geraumer Zeit über dem 20-Tage-Durchschnitt halten können, zeigt, dass die Talfahrt scheinbar beendet ist und hier gerade Energie für einen möglichen Impuls nach oben gesammelt wird. Bei Schlusskursen oberhalb der Marke von 400 USD wäre es wieder an der Zeit bullisch zu werden.

Aussicht: NEUTRAL

Chart vom 03.02.2021 Kurs: 380.47 Kürzel: ZM | Online Broker LYNX

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Der US-amerikanische Softwarekonzern war 2020 einer der ganz großen Newcomer an der Wall Street. Das Börsendebut feierte man im vorigen Jahr, doch erst die Corona-Pandemie weckte das nachhaltige Interesse der Anleger an dem Unternehmen.

Die positiven Nachrichten der Zoom Video-Aktie überschlugen sich förmlich und so auch die Kurse. Zwischenzeitlich konnten diese sogar mehr als 700 Prozent an Wert zulegen – was für eine Performance. Doch die Bäume wachsen nun mal auch an der Börse nicht in den Himmel und so haben sich seit Oktober stetig immer mehr Anleger vom Vorzeigekandidaten getrennt. Jetzt steht die Aktie sogar an der Kippe, womöglich bärisches Terrain zu betreten.  

Expertenmeinung: In den letzten Monaten bildete sich eine klare Unterstützungslinie, welche derzeit bei rund 375 USD verläuft. Im November hielten sich noch zahlreiche Trader dazu bereit, eine neuerliche Rallye zu initiieren, doch es konnte lediglich die Kurslücke, welche kurz zuvor aufgerissen wurde, geschlossen werden – eine klare Widerstandsebene. Danach stellten sich neuerlich Gewinnmitnahmen ein und mittlerweile sind die Kurse bereits nachhaltig unter die gleitenden Durchschnitte der Perioden 20 und 50 gefallen. Ein Bruch nach unten könnte nun auf der Tagesordnung stehen. Hier ist höchste Vorsicht geboten.    

Aussicht: NEUTRAL

Chart vom 16.12.2020 Kurs: 404.00 Kürzel: ZM | Online Broker LYNX