Volkswagen Vz. Aktie aktuell Volkswagen Vz.: Hat die Aktie als Zugpferd ausgedient?

News: Aktuelle Analyse der Volkswagen Vz. Aktie

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Volkswagen Vz.
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Zur Volkswagen Vz. Aktie

Anfang der Vorwoche hatten die Bullen eine perfekte Vorlage, um die VW-Aktie in einen erneuten Aufwärtsimpuls zu tragen. Aber man ließ diese Chance liegen. Ist eine Abwärtswende die zwingende Konsequenz?

In der Tat konkretisiert sich ein Szenario, in dem die Aktie als DAX-Zugpferd ausgedient hätte. Der Chart zeigt, dass die VW-Aktie bereits zwei Chancen liegen ließ, über das Rallye-Hoch vom 18. März hinauszukommen, das bei 253,30 Euro liegt. Schon dessen Zustandekommen ließ erfahrene Trader eine Augenbraue heben. Denn nachdem die Intensität des Kursanstiegs immer mehr zunahm, startete die Vorzugsaktie an diesem 18. März mit einer großen Aufwärts-Kurslücke, um dann aber massive Gewinnmitnahmen zu sehen, die aus diesem Tag mit dem bisherigen Verlaufshoch 2021 einen Tag machte, an dem der Kurs zum Vortag im Minus aus dem Handel ging. Das machte zwei Dinge deutlich:

Die Wirkung der Flut optimistischer Aussagen seitens des VW-Konzerns in der ersten März-Hälfte, die die Reaktion auf die ebenso optimistische, aber zugleich recht vage Perspektive für 2021, die Ende Februar ausgegeben wurde, intensivierte, war vorüber. Wer kaufen wollte, war offenbar mittlerweile an Bord. Zweitens bekam man den Eindruck, dass die Akteure sehr wohl wahrgenommen hatten, dass nur wenig über dem Verlaufshoch dieses 18. März eine weitere, wohl nicht einfach zu bezwingende Charthürde liegt: Das Jahreshoch 2015 bei 262,45 Euro, das zugleich das Rekordhoch für diese Aktie darstellt. War es das also mit der Rallye?

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Volkswagen Vz. Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Das kommt darauf an, ob die potenziellen Käufer neue Argumente bekämen, um doch wieder unmittelbar einzusteigen, statt darauf zu warten, dass eine Korrektur die Aktie auf ein deutlich günstigeres Einstiegsniveau zurückführt. Da sollte der Blick auf den 6. Mai, den Donnerstag der kommenden Woche, gerichtet werden. Da stehen die Ergebnisse des VW-Konzerns zum ersten Quartal auf dem Terminplan. Und sollten diese Ergebnisse überzeugen, sollten VW womöglich die 2021er-Prognose in die richtige Richtung konkretisieren und dadurch eine Rechtfertigung für das aktuell historisch hohe Kursniveau liefern, könnte die Aktie diesen bei 253,30 Euro liegenden Deckel allemal wegsprengen. Aber wenn diese Zahlen nicht überzeugen, was dann?

Dann kommt es darauf an, ob der Volkswagen-Konzern imstande ist, mit optimistischen Statements hinsichtlich mittelfristiger Ziele den Blick von einer kurzfristig zähen oder gar enttäuschenden Entwicklung auf eine mittel- und langfristig grandiose Perspektive zu lenken. Was denkbar wäre, aber jetzt nicht mehr so einfach ist wie in den Vormonaten, als die Aktie auf einem weit tieferen Niveau notierte.

Denn erfahrungsgemäß steigen mit dem Aktienkurs auch die Erwartungen der meisten Investoren. Und bei einer Aktie, die in der Spitze 65 Prozent seit dem Jahresende 2020 zugelegt hatte und damit die Liste der DAX-Gewinner mit großem Vorsprung anführt, dürfte die Erwartung entsprechend hoch sein. Daher sollte man sich besser nicht darauf verlassen, dass die Bullen in Kürze einen dritten Anlauf nehmen, den Deckel der Handelsspanne zu sprengen und dabei dann auch erfolgreich wären. Und sollte die VW-Vorzugsaktie mit Schlusskursen unter 214 Euro aus der derzeitigen, potenziellen Toppbildung nach unten herausrutschen, wäre das erste potenzielle Kursziel mit um die 180 Euro relativ weit entfernt!

Chart vom 26.04.2021, Kurs 227,45 Euro, Kürzel VOW3 | Online Broker LYNX

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Vorherige Analysen der Volkswagen Vz. Aktie

Auf kurzfristiger Ebene hat sich bei der VW-Aktie ein ansteigendes Dreieck gebildet, das die Basis sein könnte, das bisherige Hoch zu überbieten. Aber knapp darüber wartet ein markanter Widerstand. Können die Bullen auch den noch bezwingen?

Die VW-Aktie hat bislang in diesem Jahr alle anderen DAX-Aktien weit unter sich gelassen. Die gewaltige Kaufwelle, die Mitte Februar begann, hatte ihren Ursprung in den optimistischen Aussagen des Volkswagen-Konzerns hinsichtlich der zukünftigen Rolle in Sachen E-Mobilität. Viele Anleger sehen in VW jetzt eine Art neue Tesla … und einige Analysten stoßen ins gleiche Horn. Man erwartet, dass VW im laufenden Jahr bereits an die Rekordgewinne des Jahres 2021 anknüpfen und das Wachstum in den Folgejahren konstant weiterführen wird.

Interessant ist indes, dass VW selbst sich bislang eher vage äußert. Man spricht in Wolfsburg von „deutlichen“ Steigerungen des Gewinns. Wie viel das konkret sein wird, bleibt der Phantasie der Käufer überlassen. Wobei klar ist, dass die umso mehr angeregt wird, wie die Aktie steigt. Ein Perpetuum Mobile ohne Beteiligung konkreter Prognosen bzw. Fakten in Form von Bilanzdaten. Bislang zumindest.

VW hat zwar zuletzt starke Umsatzsteigerungen für das beendete erste Quartal gegenüber dem Vorjahresquartal gemeldet, aber da China für die deutschen Autobauer ein entscheidender Markt ist und dort im ersten Quartal alles stillstand, ist das keine Indikation für die kommenden Quartale bzw. das Gesamtjahr. Davon abgesehen:

Würde es gelingen, die 2019er-Gewinne 2021 wieder zu erreichen, wäre die Aktie auch dann von der Bewertung her ungewöhnlich teuer, aktuell weist sie ein Kurs/Gewinn-Verhältnis 9,2 auf. Was für andere Branchen lächerlich billig wäre, nicht aber für eine Automobilaktie. Und dieses Kurs/Gewinn-Verhältnis würde immer weiter steigen, wenn die Aktie, wovon bullische Anleger natürlich ausgehen, bis zum Jahresende weiter zulegt. Man hat also schon eine recht große Hypothek auf das Wachstum der kommenden Jahre aufgenommen. Diese Wette kann aufgehen, kann aber auch schiefgehen. Ein Grund, um besser auszusteigen?

Alleine deshalb den Gewinn mitzunehmen, weil die Hausse an sich gewagt ist, wäre eher nicht sinnvoll, denn gewagt ist sie von Anfang an gewesen. Und es hat die Trader nicht abgehalten, trotzdem einzusteigen. Besser wäre es, sich konsequent am Chartbild zu orientieren. Und das indiziert, dass das Hoch noch nicht erreicht sein müsste.

Der Chart auf Tagesbasis zeigt ein ansteigendes Dreieck, eine Formation, die in der Mehrzahl der Fälle nach oben verlassen wird. Was hieße, die VW Vorzugsaktie würde den Widerstand des bisherigen Jahres-Verlaufshochs bei 253,30 Euro herausnehmen. Das langfristige Chartbild zeigt indes, dass knapp darüber, bei 262,49 Euro, ein außerordentlich markanter Widerstand wartet: Das Jahreshoch 2015, das erreicht wurde, bevor die Diesel-Affäre die Aktie zu Boden schickte.

Volkswagen Vz.-Aktie: Tages-Chart vom 19.04.2021, Kurs 240,15 Euro, Kürzel VOW3 | Online Broker LYNX

Zugleich sehen wir, dass die Aktie auf Wochenbasis seitens des RSI-Indikators klar überkauft ist. Das ist in den vergangenen Jahren nur zweimal der Fall gewesen – und in beiden Fällen begann danach eine nennenswerte Abwärtsbewegung. Aber:

Volkswagen Vz.-Aktie: Wochen-Chart vom 19.04.2021, Kurs 240,15 Euro, Kürzel VOW3 | Online Broker LYNX

Das muss die Käufer nicht automatisch dazu bringen, bei 262,49 Euro auszusteigen. Auch diese Hürde könnte überboten werden. Wie die Chance dafür steht und ob ein solcher Ausbruch dann nachhaltig wäre, ist nicht vorab zu ermessen, das wird sehr auf die Bilanz des ersten Quartals und auf einen dann womöglich präzisierten Ausblick ankommen. Daher würde es sich anbieten, hier absolut emotionslos entlang des kurzfristigen Trends zu agieren.

Der Chart auf Tagesbasis zeigt, dass die Aktie derzeit mit der unteren Begrenzung des ansteigenden Dreiecks, der 20-Tage-Linie und dem Verlaufstief der Vorwoche zwischen 230,90 und 235,25 Euro eine Kreuzunterstützung aufweist. Sollte die brechen, steigt die Wahrscheinlichkeit einer Korrektur deutlich. Hier mit großer Vorsicht dem Trend zu folgen, aber eben auch dabei zu bleiben, solange dieser hält, dürfte derzeit die beste Lösung sein.

Offenbar haben die US-Trader die VW-Aktie „entdeckt“. Dort gehen Kommentare um, die in VW eine neue Tesla sehen … und die Aktie zieht davon. Aber ist es wirklich realistisch, dass der Kurs so explodiert wie Tesla?

Eigentlich ist der Kurs ja bereits „explodiert“. Die US-Trader hatten sich vor allem auf die VW-Stammaktie gestürzt. Da die viel marktenger ist, weil 90 Prozent der Stämme in festen Händen ist, stieg die Stammaktie seit dem 1. März nicht „nur“ in der Spitze 43 Prozent wie die im DAX notierte Vorzugsaktie, sondern sagenhafte 83 Prozent … in weniger als vier Wochen.

Und wenn man sich diesen längerfristigen Chart auf Wochenbasis ansieht (nur so kann man die Dimension dieses Kurssprungs einfangen), sieht man: Diese Aktie macht keine halben Sachen, die Trends sind meist dynamisch und weitreichend. Aber mit diesem Satz nach oben wurde schon fast das Hoch vor „Dieselgate“ aus dem Jahr 2015 erreicht (262,49 Euro). Und selbst wenn man die durchschnittliche Gewinnschätzung der Analysten für 2022 zugrunde legen wollte, die mit 30,50 Euro einen neuen Rekordgewinn voraussagt, lag das Kurs/Gewinn-Verhältnis am bisherigen Hoch der Rallye (252,20 Euro) bei knapp 8,3. Für eine Aktie aus der Autobranche ist das eine faire Bewertung und nicht „billig“. Und was sagen die Analysten?

Expertenmeinung: Dort ist man angesichts dieses Ausblicks auf die kommenden Jahre natürlich positiv gestimmt, nahezu alle Experten stufen die Aktie derzeit als Kauf ein. Nur sind nicht alle Einschätzungen nach der Bilanz entstanden. Und obwohl gut die Hälfte der Analysten ihre Targets nach der Vorlage der Zahlen aktualisiert haben, liegt das durchschnittliche Kursziel bei 245 Euro … und das wurde schon erreicht. Also, was tun?

Der Ausblick, den der Volkswagen-Konzern gab, war sehr gut und weckte die E-Mobilitäts-Phantasie. Aber der VW-Konzern ist im Vergleich zu Tesla wie ein Ozeanriese in Relation zu einem Schnellboot. Und bis VW in Sachen Elektrofahrzeuge unangefochtener Marktführer werden könnte, wird es dauern. Wenn diese Ziele erreicht werden.

Im Moment wird diese Kursexplosion gerade konsolidiert und Gewinne mitgenommen. Dass die Vorzugsaktie am Donnerstag wieder um vier Prozent zulegte, muss dabei kein Signal sein, dass die Korrektur bereits vorbei wäre, denn jetzt ist die VW-Aktie ein Schwergewicht. Wer den DAX bullisch halten will, setzt den Hebel am besten hier an. Auch, wenn das Standing, das der Konzern durch diesen Hype um seine Elektromobilitäts-Ziele hat, verhindern könnte, dass die Aktie bis in die nächstgelegene, mittelfristig relevante Supportzone im Bereich 190/192 Euro zurücksetzt: Das Papier ist sogar auf Wochenbasis massiv überkauft, wie der weit in die Überhitzungszone gelaufene RSI-Indikator zeigt. Und eine Aktie, die im Visier der Spekulanten ist, ist kaum noch berechenbar.

Ohne da mit einer Patenlösung aufwarten zu können: Short zu gehen erscheint hier mehr als verwegen. Aber jetzt noch neu einzusteigen, wäre womöglich nur unwesentlich weniger gewagt. Wer investiert ist, könnte angesichts der überhitzten Markttechnik und des großen Abstands zu wichtigen Unterstützungen überlegen, zumindest bei einem Teil der Position den Gewinn mitzunehmen und für den Rest unter eben diese Zone 190/192 Euro für den Fall der Fälle einen Stoppkurs zu legen.

Chart vom 25.03.2021, Kurs 227,70 Euro, Kürzel VOW3 | Online Broker LYNX

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: In meiner letzten Analyse im Februar hatte ich das Kursziel der Volkswagen-Aktie auf 190 EUR angehoben. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich die Kurse noch bei knapp 170 EUR. Kurz danach folgte ein Breakout aus der Konsolidierung und leitete in dem Wertpapier die wohl größte Rallye seit Jahren ein. Wie von der Tarantel gestochen setzte es eine massive Kaufwelle. Die Ankündigung, dass der Konzern bis 2025 als Marktführer im Elektrofahrzeugsegment auftreten will, hat den Anlegern gefallen.

Die Euphorie trieb die Aktie des Automobilkonzerns auf neue Zwischenhochs und der Kursverlauf glich dem einer kleinen spekulativen Aktie. Gerade dieser könnte nun aber zum Bruch des Trends führen. Der Kursverlauf gleicht einer Silvesterrakete und die Kurse haben sich zu weit von der 50-Tage-Linie entfernt. Die nächste Korrektur ist quasi schon vorprogrammiert.  

Expertenmeinung: Natürlich können wir nicht exakt definieren, ob der Kurs noch einen Deut höher geht, oder sofort nach unten abdreht. Der parabolische Kursverlauf zeigt jedoch an, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, wann sich das positive Momentum beginnt, umzukehren. Dies muss nicht notgedrungen das Ende der langfristigen Aufwärtsbewegung bedeuten, doch Anleger sollten sich auf einen heftigeren kurzfristigen Pullback einstellen. Hierbei könnten der 20- als auch der 50-Tage-Durchschnitt als nächste Zielmarken angesteuert werden. Ein Rücklauf auf bis zu 190 EUR wäre keinen allzu große Überraschung und könnte gleichzeitig im Nachgang wieder gute Kaufgelegenheiten bringen.

Aussicht: NEUTRAL

Chart vom 23.03.2021 Kurs: 226.40 Kürzel: VOW3 | Online Broker LYNX

Die VW-Aktie legte am Dienstag mit +6,71 Prozent mal wieder ein beeindruckendes Plus aufs Parkett. Dadurch wurde das mittelfristige, charttechnische Kursziel erreicht. Aber ob man jetzt aussteigen sollte? Dazu sollte man sich die Sache vorher genauer ansehen.

Anderthalb Wochen hatte die VW Vorzugsaktie knapp unter der runden Marke von 200 Euro konsolidiert, am Dienstag brach sie aus dieser kleinen Konsolidierungsspanne nach oben aus. Der Hintergrund waren die Perspektiven, die der VW-Konzern zusammen mit den endgültigen Ergebnissen des abgelaufenen Jahres ausgab.

Dass 2020 für VW ein übles Jahr war, wusste man, daher vermochte das 2020er-Umsatzminus von knapp 16 Prozent und der Einbruch des EBIT (Gewinn vor Steuern und Zinsen) um 88 Prozent niemanden mehr zu erschrecken. Der Blick der Trader ist nach vorne gerichtet, nachdem VW schon in den vergangenen Wochen immer wieder darauf hinwies, dass der Bereich E-Mobilität hervorragend laufe. Und das, was Volkswagen da avisierte, gefiel den Marktteilnehmern:

Der Umsatz, der 2020 ja eher moderat gelitten hatte (immerhin war 2019 bei VW im Gegensatz zu BMW und Daimler ein Rekordjahr gewesen), soll signifikant zulegen. Die operative Marge soll 2021 schon wieder im Bereich zwischen 5,0 und 6,5 Prozent liegen, die vor der Corona-Krise ausgelobte Margen-Zielzone zwischen sieben und acht Prozent soll in den Folgejahren schnellstmöglich erreicht werden. Um schnell wieder an alte Erfolge anknüpfen zu können, sollen die Fixkosten bis 2023 um fünf, die Materialkosten um sieben Prozent sinken.

Expertenmeinung: Das kräftige Plus von gut 13 Euro unterstrich: Genau das wollten die Anleger hören. Aber war es damit nicht jetzt? Die Zahlen und die Perspektive sind auf dem Tisch, wer kaufen wollte, ist damit womöglich bereits eingestiegen. Und es dürfte kein Zufall sein, dass die Aktie genau an der oberen Begrenzung des mittelfristigen Aufwärtstrendkanals schloss und das, was die Aktie intraday darüber hinaus gelaufen war, Gewinnmitnahmen zum Opfer fiel. Das macht deutlich, dass die Akteure sehr wohl erkennen, dass die Aktie jetzt ein Kursziel erreicht hat. Also, aussteigen?

Man sollte vielleicht noch die kommenden Tage beobachten, denn wären die Marktteilnehmer sich in Sachen Kursziel einig, wäre von dem kräftigen Anstieg des Dienstags noch weniger oder gar nichts übrig geblieben. Die Perspektive ist nun einmal überzeugend. Und sollte es gelingen, die Aktie aus diesem Aufwärtstrendkanal nach oben hinaus zu tragen, wäre das nächste Kursziel das Jahreshoch 2015 bei 254,50 Euro. Das wirkt verlockend.

Daher wäre es zumindest möglich, dass man diesen Ausbruch versuchen wird. Und sollte es anders kommen, in den kommenden Tagen mehr Akteure ihr Geld vom Tisch nehmen, wäre die Unterstützungszone 187/192 Euro eine nahe gelegene und zugleich für einen Stoppkurs geeignete Unterstützung. Denn die eingangs erwähnte, gestern beendete Konsolidierung spielte sich oberhalb dieser Linie ab und unterstreicht damit ihre Bedeutung als Unterstützung, deren Bruch dann in der Tat ein Grund wäre, den Gewinn mitzunehmen.

Chart vom 16.03.2021, Kurs 207,85 Euro, Kürzel VOW3 | Online Broker LYNX

Dass der DAX in einem wackligen Gesamtmarkt eisern nahe seiner Rekordhochs bleibt, ist derzeit den Aktien der Autobauer zu verdanken … und da vor allem VW. Wieso ist diese Aktie so stark? Und könnte sie womöglich noch stärker werden, die „big figure“ 200 Euro überwinden und weiter laufen?

Das könnte sie. Denn die Akteure setzen jetzt darauf, dass der VW-Konzern in Sachen Umsatz und Gewinn durchstarten wird, mit gehörigem Rückenwind seitens der E-Mobilität. Basis dieses Optimismus war die am 26. Februar vorgelegte 2020er-Bilanz und dabei vor allem der von mitgelieferte Ausblick auf das laufende Jahr.

Dass der VW-Konzern 2020 bei Umsatz und Gewinn deutliche Einbußen verzeichnet hatte, wusste man. Was man indes nicht wusste war, wie das Unternehmen das Jahr 2021 sieht. Und was man da zu hören bekam, elektrisierte die Akteure. Der Umsatz solle „signifikant“ über dem des Vorjahres liegen, hieß es aus Wolfsburg. Die operative Marge soll am oberen Ende einer Range zwischen 5,0 und 6,5 Prozent liegen (2020: 4,8 Prozent). Nach einem Umsatzrückgang 2020 von 11,7 Prozent, einem Abstieg des Gewinns vor Steuern und Zinsen um 45 Prozent und einem Rückgang der operativen Marge von 7,6 Prozent 2019 auf 4,8 Prozent im Jahr 2020 lässt diese Perspektive zwar nicht erwarten, dass VW den Rekordgewinn des Jahres 2019 in diesem Jahr schon wieder erreicht. Aber der Blick der Investoren ging über das laufende Jahr hinaus, Stichwort E-Mobilität.

Expertenmeinung: Der VW-Konzern sieht sich bei den Elektrofahrzeugen mit Blick auf die kommenden Jahre in einer führenden Position. Bis 2030 sollen 70 Prozent der VW-Verkäufe in Europa reine E-Fahrzeuge sein. Man sieht sich bereits auf einer Höhe mit Tesla und will die Anstrengungen zum Ausbau des Marktanteils noch intensivieren. Das ist es, was bei den Anlegern zündet … und bei den Analysten.

Einige Experten blieben nach den Bilanzzahlen zwar verhalten, aber wenn eine Aktie dynamisch zulegt, richtet sich das Augenmerk der Marktteilnehmer vor allem auf die Kursziel-Anhebungen. Warburg hob das Kursziel von 205 auf 220 Euro an. Das Bankhaus Metzler nahm das Ziel von 220 auf 225 Euro nach oben. Und den Vogel schoss am Freitag die UBS ab, die ihr Kursziel für die VW-Vorzugsaktie von 200 gleich auf 300 Euro nach oben schraubte … das aktuell mit Abstand höchste Kursziel. Das dürfte zwar erst einmal nicht in Reichweite eines verlängerten Aufwärtsschubes sein, aber:

Die aufgezeigte Perspektive einer Marktführerschaft bei Elektrofahrzeugen zeichnet das Bild eines VW-Konzerns, der in wenigen Jahren einen deutlich größeren Abstand zur Konkurrenz haben wird. Und solange das Momentum der Aufwärtsbewegung stark bleibt und sich die Aktie über der gerade knapp überbotenen, langfristigen Handelsspanne hält, deren obere Begrenzung das 2018er-Jahreshoch bei 192,46 Euro ist, kann die „big figure“ 200 Euro durchaus in Richtung der oberen Begrenzung des steilen, mittelfristigen Aufwärtstrendkanals überwunden werden. Die liegt in dieser Woche bei 207 Euro, steigt aber pro Woche etwa einen Euro höher. Vorsicht wäre dann geboten, wenn der Kurs mit Schlusskursen unter 185 Euro wieder deutlicher in die alte Handelsspanne zurückfällt, das würde den Bullen den Wind aus den Segeln nehmen und könnte schnell größere Gewinnmitnahmen auslösen!

Volkswagen Vz-Aktie: Chart vom 05.03.2021, Kurs 193,48 Euro, Kürzel VOW3 | Online Broker LYNX