VERBIO: Senkrecht runter und dann doch wieder rauf – was war das denn?

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Zur VERBIO Aktie

Bis zu 17,8 Prozent brach die Aktie des Biokraftstoff-Produzenten VERBIO als Reaktion auf die Quartalsbilanz ein. Am Ende betrug das Minus nur noch 5,73 Prozent und entscheidende Unterstützungen hielten. Bleibt das so? Waren diese Verkäufe nur ein „Ausrutscher“?

In der letzten Analyse zu VERBIO Ende Oktober hatte ich auf die negative Reaktion der Anleger auf die Ende September vorgelegte Bilanz des am 30. Juni beendeten Geschäftsjahres 2020/2021 und die danach begonnene, erneute Kaufwelle hingewiesen. Der Grund, warum die Anleger die da mitgelieferte Perspektive 2021/2022, die einen niedrigeren Gewinn avisierte, so schnell abschüttelten, lag darin, dass viele sicher waren, dass die rasant steigenden Energiepreise dazu führen werden, dass VERBIO die eigenen Prognosen nach oben korrigieren wird. Doch dabei hatten sie etwas übersehen, was gestern offenbar wurde:

Zwar lagen die Ergebnisse im Rahmen der unternehmenseigenen Perspektiven, d.h. der Umsatz stieg im ersten Geschäftsjahresquartal 2021/2022 (01.07. – 30.09.) deutlich um 34 Prozent zum Vorjahresquartal, während der Gewinn, gerechnet als EBITDA, mit 40,2 Millionen Euro niedriger lag als die 53,3 Millionen, die ein Jahr zuvor erzielt wurden. Aber viele Anleger hatten ja erwartet, dass da viel mehr herausspringen müsse. Was sie übersehen hatten:

VERBIO konnte zwar gute Preise erzielen, aber auch die Kosten waren gestiegen, denn auch die Preise der für die Biokraftstoffe benötigten Rohstoffe lagen höher. Und da sich VERBIO diese Rohstoffe mittelfristig sichern muss, um die Produktion sicherzustellen, kam es zu entsprechend hohen Kosten bei der Absicherung der Preise. Wer damit nicht gerechnet hatte, ließ die Aktie fallen wie eine heiße Kartoffel. Aber das war nur der erste Akt des Handelstages.

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur VERBIO Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Dieser massive Abgabedruck hielt etwa anderthalb Stunden an, dann traten die Käufer auf den Plan. Diejenigen also, denen klar war, dass VERBIO wegen der massiv gestiegenen Rohstoffpreise nicht nur Vorteile haben kann, dass das Umsatzwachstum aber schwerer wiegt als das Preischaos bei den Commodities, wenn man über den Tellerrand blickt. Die Notwendigkeit, sich zu hedgen, wird vorübergehen, das Wachstum nicht.

Und da wirkte der Kurseinbruch natürlich höchst verlockend, um zuzugreifen. Zumal es durch diese Aufholjagd gelang, den Bereich 56,65/57,40 Euro, wo mehrere Zwischenhochs vom Sommer und die Mai-Aufwärtstrendlinie eine Kreuzunterstützung bilden, zu verteidigen und am Ende auch noch über der oberen Begrenzung des im Sommer 2020 etablierten, mittelfristigen Aufwärtstrendkanals zu schließen. Ist ein bärisches Szenario damit vom Tisch?

Zunächst ja, aber man sollte nicht fest damit rechnen, dass der abgewehrte Selloff automatisch in einen Anlauf an und über das Anfang der Woche bei 74,90 Euro markierte Rekordhoch übergeht. Eine Konsolidierung auf hohem Niveau ist momentan wahrscheinlicher. Damit wäre die Aktie zumindest kurzfristig als neutral einzustufen. Erst, wenn die gestern verteidigte Kreuzunterstützung mit Schlusskursen unter 56 Euro fallen würde, wäre zu fürchten, dass das dann freiwerdende Abwärtspotenzial bis an die untere, von der 200-Tage-Linie verstärkte Begrenzung des mittelfristigen Trendkanals bei aktuell 45,80/46,70 Euro ausgelotet wird. Oberhalb 56 Euro wäre das Halten der Aktie sinnvoll, ein Zukauf aber würde sich auf dem jetzt wieder erreichten, hohen Niveau nicht aufdrängen.

VERBIO-Aktie: Chart vom 11.11.2021, Kurs 66,60 Euro, Kürzel VBK | Online Broker LYNX
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Binnen eines Jahres hat sich der Kurs der VERBIO-Aktie mehr als verdreifacht. Und der Chart wirkt, als würde es nach oben keine Grenzen geben. Aber davon abgesehen, dass die Aktie jetzt doch an einem Widerstand notiert, muss man hier auch den Ölpreis im Auge behalten.

VERBIO ist ein großer Hersteller von Biokraftstoffen. Dass ist natürlich ein Wachstumsmarkt. Und folgerichtig meldete das Unternehmen für das am 30. Juni zu Ende gegangene Geschäftsjahr 2020/2021 einen Rekordumsatz von einer Milliarde Euro (Vorjahr 872,4 Millionen) und ein Rekord-EBITDA (Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen) von 166,3 Millionen (Vorjahr 122,1 Millionen). Doch für das angelaufene Geschäftsjahr 2021/2022 sah man seitens des Unternehmens ein EBITDA von 150 Millionen – also weniger als zuletzt.

Wie kommt es also, dass die Aktie aktuell neue Rekorde erreicht und damit weit höher notiert als am 22. September, als die Bilanz 2020/2021 nebst Ausblick vorgelegt wurde? Immerhin war das der Tag mit der letzten, größeren roten Kerze im Chart, denn man mochte diesen verhaltenen Ausblick natürlich ganz und gar nicht, die Aktie kam da zum Tagestief auf 46,08 Euro zurück. Gestern notierte sie in der Spitze um über 45 Prozent höher. Haben die Anleger wirklich ein so kurzes Gedächtnis?

Expertenmeinung: Nein. Es geht denen, die jetzt zulangen, darum, dass VERBIOs Biokraftstoffe deutlich mehr nachgefragt werden, je extremer die Benzin- und Dieselpreise steigen. Man hofft, dass die verhaltene Prognose für 2021/2022 durch die aktuelle Rohöl-Hausse nicht mehr zutrifft, VERBIO weit mehr erreichen wird als noch im Sommer gedacht. Mit Blick auf die Versuche einiger Eurozone-Länder, den Druck steigender Energiepreise von den Bürgern zu nehmen, mag der eine oder andere auch daraufsetzen, dass die Biokraftstoffe noch zusätzlich gefördert werden könnten. Doch das ist jetzt, angesichts neuer Rekorde der Aktie, ein gar nicht so ungefährliches Spiel.

Denn was, wenn der Ölpreis in den kommenden Wochen wieder deutlich fallen sollte, weil sich der Nachfrageüberhang moderiert, weil das Angebot hochgefahren wird oder auch nur die Zocker-Blase beim Ölpreis platzt? Dann wäre die Grundlage für diese Hausse der VERBIO-Aktie nicht mehr gegeben. Und ohne diese „Nebenwette“ auf steigende Ölpreise wäre die Aktie derzeit auf Basis der bislang vom Unternehmen ausgegebenen 2021/2022er-Perspektive mit einem Kurs/Gewinn-Verhältnis von 50 deutlich zu teuer.

Da jetzt erst über den Einstieg nachzudenken, erscheint deshalb höchst verwegen. Zumal die Aktie zwar über die obere Begrenzung ihres mittelfristigen Aufwärtstrendkanals hinaus geschossen ist, jetzt aber bei zugleich überkauften markttechnischen Indikatoren die obere Begrenzungslinie des im Mai etablierten Trendkanals erreicht hat. Hier über Gewinnmitnahmen nachzudenken und zumindest knapp unter der untern Begrenzung des kürzerfristigen Aufwärtstrendkanals bei 55 Euro einen Stoppkurs zu platzieren, dürfte kein Fehler sein.

VERBIO-Aktie: Chart vom 25.10.2021, Kurs 67,45 Euro, Kürzel VBK | Online Broker LYNX

Am Mittwoch legte der Biokraftstoff-Hersteller VERBIO das Ergebnis des am 30.6. beendeten Geschäftsjahres 2020/2021 vor. Die Aktie fiel massiv, obwohl längst vorläufige Ergebnisse auf dem Tisch lagen … denn jetzt kam auch die Perspektive für das Geschäftsjahr 2021/2022.

An den Zahlen zum am 30. Juni beendeten Geschäftsjahr 2020/2021 gab es nichts zu mäkeln. Der Umsatz war zwar mit +17,6 Prozent nicht gerade rasant gestiegen, reiht sich aber in die Folge der zuvor seit drei Jahren sehr konstant steigenden Umsätze ein. Und entscheidend war, dass es gelang, den Gewinn durch anziehende Margen überproportional um 36,2 Prozent auf EBITDA-Basis zu steigern.

Doch die beeindruckende Hausse der letzten zwölf Monate hat eine Achillesferse. Die Aktie ist deutlich schneller gestiegen als der Unternehmensgewinn, dadurch wurde mit dem jetzt erzielten Jahresergebnis ein Kurs/Gewinn-Verhältnis von 38 erreicht. Das wäre nur dann gerechtfertigt, wenn VERBIOs Gewinnwachstum in vergleichbarem Tempo weitergeht. Und was der Biokraftstoff-Produzent da am Mittwoch für das angelaufene Geschäftsjahr 2021/2022 prognostizierte, passte definitiv nicht in dieses Bild:

Expertenmeinung: Denn nach den 166,3 Millionen Euro, die VERBIO im abgelaufenen Geschäftsjahr vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) erreicht hatte, avisiert man für 2021/2022 nur ein EBITDA von 150 Millionen … also weniger. Kein Wunder also, dass die Anleger einigermaßen entsetzt reagierten und die Aktie fiel. Aber sollte man jetzt noch aussteigen, könnte der Abstieg nennenswert weitergehen?

Dass sollte man sich lieber in den kommenden Tagen genauer anschauen. Im Zuge der 2021/2022er-Perspektive wies VERBUIO auch darauf hin, dass die Nachfrage nach Biokraftstoffen weiter zunimmt. Man investiert kräftig, will die Produktionskapazität bis 2023 verdoppeln. Mittelfristig würde das Wachstum also durchaus weitergehen, ein 2021/2022 niedrigeres EBITDA eher ein investitionsbedingtes Atemholen sein.

Sehr viele Akteure, die im Vorfeld zu viel erwartet und die riskant hohe Bewertung ignoriert hatten, könnten im Zuge des Abverkaufs am Mittwoch bereits ausgestiegen sein. Und wer hier mittel- und langfristig dabei ist, könnte eine solche Situation allemal aussitzen und ggf. sogar an wichtigen Unterstützungen zukaufen. Daher sollte man, unabhängig davon, ob der am Mittwoch noch umkämpfte Support um 47 Euro hält, als mittelfristig agierender Anleger vor allem auf die auf dieser Zeitebene wichtige Auffangzone 40,60/42,50 Euro achten, bestehend aus der 200-Tage-Linie und dem mittelfristigen Aufwärtstrend. Sollte diese Zone getestet werden und halten, könnte man, mit einem etwas längerem Atem ausgestattet, da sogar darüber nachdenken, eine bestehende Position zu verstärken, sofern man solche Zukäufe dann mit einem Stoppkurs knapp unterhalb der 200-Tage-Linie versieht.

VERBIO-Aktie: Chart vom 22.09.2021, Kurs 48,56 Euro, Kürzel VBK | Online Broker LYNX

VERBIO ist Europas größter Biokraftstoff-Produzent. Das ist ein Wachstumsmarkt, Umsatz und Gewinn steigen kräftig. Doch trotz charttechnisch perfektem Aufwärtstrend gibt es bei der VERBIO-Aktie einen Haken: sie ist mittlerweile immens hoch bewertet.

Die Geschäftsentwicklung des Biokraftstoff-Herstellers lässt keine Wünsche offen. Ende April hatte VERBIO seine eigene Gewinnprognose für das Geschäftsjahr 2020/2021 (Geschäftsjahresende ist hier immer der 30. Juni) von zuvor 130 auf 150 Millionen Euro auf EBITDA-Basis (vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen) angehoben. Auf Basis der Ende Juli vorgelegten, vorläufigen Ergebnisse wurde diese Prognose noch einmal übertroffen: 167 Millionen blieben auf EBITDA-Basis in der Kasse des im SDAX gelisteten Unternehmens, dazu stieg der Umsatz um 15 Prozent auf etwa eine Milliarde Euro.

Dass eine solche Aktie in einem Aufwärtstrend läuft, ist damit folgerichtig. Der Haken ist aber, wie schnell und weit die Aktie gestiegen ist. Denn diese Hausse hat die Gewinnentwicklung weit hinter sich gelassen. Die Folge: VERBIO ist für einen Kraftstoff-Produzenten hoch bewertet, um nicht zu sagen: überbewertet.

Expertenmeinung: Zwar sehen wir bei VERBIO Wachstumsraten und ein entsprechend starkes Potenzial, das man bei klassischen Kraftstoffproduzenten wie BP, Exxon Mobil oder Total nicht ansatzweise findet. Aber wenn man sich ansieht, dass letztgenannte Unternehmen Kurs/Gewinn-Verhältnisse zwischen 10 und 15, nicht selten noch darunter, aufweisen, stellt sich schon die Frage, ob und wie lange sich das derzeitige Kurs/Gewinn-Verhältnis von VERBIO aufrechterhalten lässt. Denn das liegt, basierend auf diesem 2020/2021er-Gewinn, bei etwa 40.

Vor genau einem Jahr schloss VERBIO bei 14,22 Euro. Derzeit liegt das Kursniveau viermal so hoch, der Gewinn ist aber „nur“ um 37 Prozent gestiegen, von 122 Millionen im Geschäftsjahr 2019/2020 auf 167 Millionen im Geschäftsjahr 2020/2021. Das allein macht deutlich, wie teuer die Aktie geworden ist und wie stark das Wachstum in den kommenden ein, zwei Jahren sein müsste, um einen derart hohen Kurslevel zu rechtfertigen, geschweige denn weitere Kursgewinne fundamental zu unterfüttern. Steht diese Hausse also vor ihrem Ende?

Damit sollte man immer rechnen, wenn man hier engagiert ist, aber ob es deswegen sinnvoll wäre, umgehend auszusteigen, ist die Frage. Denn „teuer“ ist die Aktie ja seit Monaten und steigt trotzdem sukzessiv weiter. Solange nicht zu viele Trader kalte Füße bekommen, muss die Wende also nicht eintreten.

Derzeit sehen wir einen intakten Aufwärtstrendkanal. Dessen obere Begrenzung verläuft bei ca. 61 Euro, es wäre nicht ausgeschlossen, dass die Aktie noch bis dahin läuft. Würde der Trendkanals indes brechen, wäre das ein guter Grund, um erst einmal das Weite zu suchen. Der Haken: Die untere Begrenzung des Kanals ist gerade einmal bei 40 Euro angekommen. So weit möchte wohl niemand mit nach unten mitlaufen müssen, daher wäre momentan die Kreuzunterstützung aus dem Juni-Hoch und der Mai-Aufwärtstrendlinie um 47 Euro eine sinnvolle Basis, um einen Stoppkurs zu platzieren. Denn ohne Stopp dabei zu sein, das wäre bei einer derart teuer bewerteten Aktie definitiv riskant.

Chart vom 25.08.2021, Kurs 52,80 Euro, Kürzel VBK | Online Broker LYNX

Die Bilanz des Biokraftstoff-Produzenten VERBIO, die am Donnerstag veröffentlicht wurde, zeigt zwar ein solides Wachstum und Gewinne auf Rekordniveau. Aber die Anleger hatten in die VERBIO-Aktie noch mehr eingepreist. Das rächt sich jetzt.

Im immer am 30. Juni endenden Geschäftsjahr 2019/2020 hatte VERBIO ein deutlich höheres Wachstum erreicht, als man das noch Anfang 2020 erwartet hatte. Ein Anstieg des EBITDA (Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen) von 28,4 Prozent elektrisierte die Anleger. Die Aktie erlebte einen gewaltigen Höhenflug, der Kurs vervierfachte sich zwischen August und Februar, weil die Marktteilnehmer unterstellten, dass dieses Wachstumstempo beibehalten, womöglich sogar gesteigert werde. Doch das ist eben nicht der Fall.

Gestern legte VERBIO das Neun-Monats-Ergebnis des Geschäftsjahres 2020/2021 vor. Das EBITDA stieg um 16,2 Prozent, der Umsatz um 6,8 Prozent. Das ist grundsätzlich tadellos und zeigt, dass der Biokraftstoff-Hersteller auf soliden Pfaden wächst. Aber für die Anleger und damit für die Aktie war das eben zu wenig, weil die Erwartungen zu hoch gehängt wurden.

Expertenmeinung: Dabei ist die Erkenntnis, dass VERBIO weniger schnell wachsen wird als im außergewöhnlichen Jahr 2020, durchaus nicht neu. Erst Ende April hatte das Unternehmen seine Gesamtjahresprognose angehoben, lag da aber mit einer EBITDA-Prognose von 150 Millionen Euro für 2020/2021 unter der durchschnittlichen Analystenerwartung, die im Schnitt einen Gewinnanstieg um die 25 bis 30 Prozent sehen. Gegenüber den 2019/2020 erreichten 122 Millionen Euro wären diese 150 Millionen „nur“ ein Zuwachs um 23 Prozent. Was an sich stark genug wäre, um einen Aufwärtstrend der Aktie zu halten … nur war die Aktie eben weit schneller gestiegen als die Gewinne.

Die Vervierfachung des Kurses zwischen Sommer 2020 und Anfang 2021 hat die Bewertung immens erhöht. Aktuell würde sich ein Kurs/Gewinn-Verhältnis (KGV) von 28 auf Basis der aktuellen Gewinnprognose ergeben. Am Rekordhoch der Aktie, am 2. Februar bei 43,80 Euro erreicht, hatte das KGV sogar bei 35 gelegen. Das ist nicht zu viel für einen Hightech-Wert, aber VERBIO produziert Kraftstoffe, da liegen die Bewertungen gemeinhin weit niedriger. In den letzten Jahren lag das KGV bei VERBIO meist in der Region zwischen 10 und 20.

Das dürfte viele Akteure am Donnerstag bewogen haben, starke Gewinne mitzunehmen, solange sie noch da sind. Zumal das Chartbild solchen Verkäufen Vorschub leistet, nachdem gerade erst in den vergangenen Tagen der Versuch fehlschlug, das bisherige Rekordhoch zu bezwingen. Aber auch, wenn sich das Pendel durch das gestrige Minus weiter in Richtung Trendwende neigt, ist diese noch nicht vollzogen.

VERBIO-Aktie: Chart vom 06.05.2021, Kurs 34,90 Euro, Kürzel VBK | Online Broker LYNX

Noch könnte die aktuell bei 31,50 euro verlaufende, mittelfristige Aufwärtstrendlinie halten. Erst, wenn die fällt, wäre der Weg nach unten kurzfristig frei. Wobei dann bereits das Zwischentief vom März bei 27,90 Euro und bei 26,35 Euro die 200-Tage-Linie potenzielle Wendepunkte wären. Hier ggf. kurzfristig den Gewinn mitzunehmen, wenn der mittelfristige Aufwärtstrend fällt, wäre somit zu erwägen, Short zu gehen aber eher nicht. Denn auch, wenn zu viele Anleger mit mehr gerechnet haben, das Wachstum von VERBIO ist solide und nicht das Problem, sondern nur eine kurzfristig zu heiß gelaufene Aktie.

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Der Weg raus aus den fossilen Brennstoffen ist besonders in Europa ein Thema, welches gerade auf uns zukommt. Zur Erreichung der Klimaziele müssen die Staaten Alternativen finden, um die selbstgesteckten CO2 Ziele zu erreichen. Hier punktet beispielsweise die Verbio Vereinigte Bioenergie-Aktie und seit geraumer Zeit haben die Bullen diesen Titel auf dem Schirm. Schon enorm, was sich hier in den letzten 12 Monaten abspielte. Während des Ausbruchs der Corona-Pandemie befand sich der Kurs der Aktie zwischenzeitlich bei rund 6 EUR, um danach, wie von der Tarantel gestochen, einen atemberaubenden Aufwärtstrend hinzulegen. Dieser hielt bis Mitte Januar dieses Jahres Stand. Als die Bewegung dann aber doch zu parabolisch wurde, beendeten zwei Ermüdungskerzen die Übertreibungsphase. Seither ist wieder etwas Ruhe ins Kursgeschehen der Aktie zurückgekehrt.

Expertenmeinung: Die erste größere Zwischenkorrektur der Verbio Vereinigte Bioenergie Aktie folgte im Februar und erst vor wenigen Wochen gelang der Sprung zurück über die wichtigen gleitenden Durchschnitte der Perioden 20 und 50. Sofort zog die Aktie wieder deutlich an und legte in den letzten Wochen einen ordentlichen Zwischensprint hin. Aktuell korrigieren die Kurse gerade in Richtung des gebrochenen Widerstands bei rund 34 EUR, welcher zu einer nicht unwichtigen Unterstützung im Chart wurde. Wenn die Kurse von hier aus wieder nach oben drehen, wäre dies wohl eine weitere überaus attraktive Kaufchance.

Aussicht: BULLISCH

Chart vom 13.04.2021 Kurs: 34.96 Kürzel: VBK | Online Broker LYNX