Sollte man die Varta Aktie jetzt kaufen, halten oder doch shorten?

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In diesem Artikel

Varta
ISIN: DE000A0TGJ55
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Ticker: VAR1 --- %

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Chartanalyse
Basis 6 Monate bearish
Zur Varta Aktie

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Wieder einmal waren es negative Nachrichten vom Batteriehersteller selbst, welche die Kurse der Varta-Aktie in den letzten Tagen belasteten. So wurde nicht nur der Ausblick für das laufende Geschäftsjahr gesenkt, auch die Prognosen für die kommenden Jahre wurden nach unten revidiert. Die Kurse reagierten darauf mit einer heftigen Kurslücke Richtung Süden.

Dieses Szenario sahen wir bereits im August dieses Jahres und bislang konnte sich die Aktie davon nicht erholen. Bereits im September hatten wir unsere Aussichten von neutral auf bärisch gesenkt. Alles in allem stellt sich die Frage, was die Kurse nach oben treiben soll. An der Börse gibt es nichts wichtigeres als Wachstum und Anleger sehen lieber gute als nach unten korrigierte Zahlen. Wenn die Fundamentaldaten nicht stimmen, wird es schwierig, wieder in den Rallye-Modus zurückzuwechseln.  

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Varta Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Aus technischer Sicht gibt es zumindest leicht positive Nachrichten. Der Boden bei 110 EUR wurde zwar kurzfristig heftig nach unten durchbrochen, doch anschließend wieder zurückerobert. Dies ist ein technisches Kaufsignal. Zahlreiche Anleger haben zunächst das Handtuch geworfen, doch umso mehr Anleger haben hier erneut kräftig zugegriffen. Eine technische Erholung könnte die Aktie zumindest wieder in die Nähe der fallenden gleitenden Durchschnitte bringen. Danach wird die Lage jedoch umso schwerer. Wir gehen davon aus, dass die Kurse auf 120 bis 125 EUR steigen könnten, um danach jedoch wieder zu fallen. Vorerst sehen wir also nur Gründe für eher kurzfristige Trades auf der Long-Seite.

Aussicht: NEUTRAL

Chart vom 09.11.2021 Kurs: 116.15 Kürzel: VAR1 | Online Broker LYNX
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Varta gehörte im vergangenen Jahr zu den absoluten Hype-Aktien. Anleger und Autoren überschlugen sich geradezu vor Freude.
Sie hatten auch Grund dazu, denn das Geschäft lief blendend. Mögliche Risiken und der Umstand, dass die Kurse der Realität weit vorausgelaufen war wurden ignoriert oder verschwiegen.

Solange die Kurse steigen und steigen, sind mahnende Worte nicht willkommen und daher sind die meisten Autoren einfach still, selbst wenn sie es besser wissen.

Leider bin ich nicht klug genug, mich auch so zu verhalten, um mich bei den Lesern beliebt zu machen.
Es folgt ein Auszug aus der Analyse vom 23.06.2021 zu Varta. Damals notierte die Aktie noch bei 144,80 Euro:

Ist das alles gerechtfertigt?

Darüber hinaus stellt sich natürlich die Frage, ob die Entwicklung von Kurs und Geschäft noch zusammen passen. Immerhin hat sich der Kurs in knapp 3 Jahren versiebenfacht.

Die flammenden Bullen haben diese Frage bereits für sich beantwortet. Aber man muss ganz klar konstatieren, dass der Kurs der Realität definitiv vorausgelaufen ist.

Die Geschäftsentwicklung ist außerordentlich gut, das erklärt die Euphorie. Der Umsatz hat sich seit 2018 von 272 auf 870 Mio. Euro mehr als verdreifacht.
Der Gewinn ist von 0,66 auf 2,36 Euro je Aktie gestiegen.

Das ist beeindruckend, der Kurs ist aber noch weitaus stärker gestiegen. Darüber hinaus wurde ein Teil des Wachstums auf Pump finanziert. Man hat Schulden gemacht und mehrfach neue Aktien ausgegeben.

Das ist stattlich

Derzeit kommt Varta auf ein KGV von 61,9 und ein KGVe von 42,2. Das KUV ist mit 6,8 ebenfalls ambitioniert.

Eine derartige Bewertung ist nur zu rechtfertigen, wenn das Unternehmen auf Jahre hinweg enorme Umsatz- und Gewinnsteigerungen verzeichnen wird.

Wir werden sehen, ob das der Fall sein wird. Wenn die Erwartungen sehr hoch sind, reichen oft schon kleine Probleme, um die Stimmung kippen zu lassen.

Das Kind ist in den Brunnen gefallen

Ich möchte mich nicht wiederholen, aber die letzten Sätze sind sehr wichtig. Das gilt nicht nur für Varta, sondern auch ganz grundsätzlich.

Eine derartige Bewertung ist nur zu rechtfertigen, wenn das Unternehmen auf Jahre hinweg enorme Umsatz- und Gewinnsteigerungen verzeichnen wird.

Wir werden sehen, ob das der Fall sein wird. Wenn die Erwartungen sehr hoch sind, reichen oft schon kleine Probleme, um die Stimmung kippen zu lassen.

Genau dazu ist es jetzt gekommen. Für das laufende Geschäftsjahr hat man die Umsatzprognose von 940 auf 900 Mio. Euro gesenkt. Das entspricht nur noch einem mageren Wachstum von 3,5%.
Außerdem ist es ein Schlag in das Gesicht der Anleger. Vor wenigen Wochen hatte man die Prognose noch erhöht. Jetzt muss man zurückrudern.

Aus dem für dieses Jahr erwarteten Gewinnsprung um 40% auf 3,30 Euro dürfte nichts mehr werden. Im kommenden Jahr sollte das Plus bei weiteren 30% liegen und das Ergebnis sollte 4,30 Euro je Aktie erreichen.

Wie geht es jetzt weiter?

Davon sind wir jetzt meilenweit entfernt. Stand heute dürfte das Ergebnis selbst im kommenden Jahr noch unter 3,00 Euro je Aktie liegen.

Denn die in Aussicht gestellten Umsatzsteigerungen für 2022 von 2023 wurden kurzerhand von 200 Mio. Euro per annum auf 100 Mio. Euro halbiert.
Das EBITDA soll sogar noch langsamer steigen als der Umsatz.

Plötzlich sprechen wir von einstelligen Wachstumsraten und das bei einem KGV von 46.
Mit dem Kurssturz von 15% ist die gesenkte Prognose noch nicht ausgeglichen. Es könnte also durchaus noch tiefer gehen.

Chart vom 05.11.2021 Kurs: 109 Kürzel: VAR1 - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 05.11.2021 Kurs: 109 Kürzel: VAR1 – Wochenkerzen

Aus technischer Sicht ist die Lage auch nicht unproblematisch. Der obere Aufwärtstrend wurde durchbrochen und es droht ein Rückfall auf den unteren Aufwärtstrend, der aktuell bei 87 USD verläuft.

Für die Bullen ist aber auch nicht aller Tage Abend. Die zentralen Schaltstellen liegen bei 108 sowie 100 Euro. Darunter käme es jeweils zu prozyklischen Verkaufssignalen.

Stabilisiert sich Varta nach dem derzeitigen Kurssturz über 108 Euro, entspannt sich die Lage vorerst. In diesem Szenario könnte es sogar zu einer Erholung kommen. Die wäre aber rein technisch begründet.

Die VARTA-Aktie hat oberhalb mittelfristig entscheidender Unterstützungen ein kleines Doppeltief vollendet, der Trendfolge-Indikator MACD hat ein Kaufsignal generiert. Das sieht nach Aufwärtswende aus. Aber ein genauer Blick zeigt: Noch sind die Bullen nicht „durch“!

VARTA wächst seit 2018 in einem beeindruckenden Tempo. Der Gewinn pro Aktie stieg 2018 um 83 Prozent zum Vorjahr. 2019 waren es sogar 94 Prozent, 2020 schaffte VARTA 84 Prozent Gewinnwachstum. Dieses ungewöhnliche Wachstumstempo zeichneten viele Anleger, aber auch so mancher Analyst, Anfang 2021 mit dem Lineal in die Zukunft. Und das wurde den Bullen zum Verhängnis.

Denn ja, VARTA wird auch 2021 beeindruckend wachsen. Wenn die aktuelle, durchschnittliche Gewinnschätzung richtig liegt, werden erneut 40 Prozent mehr verdient als im Vorjahr. Aber das ist eben deutlich weniger, als viele eingangs des Jahres dachten. Die Aktie wurde daraufhin bei jeder Rallye scharf abverkauft, im Januar, im Februar, im August. Aber die Käufer kamen unverdrossen immer wieder, warum nicht auch jetzt, nachdem der Kurs in den vergangenen Wochen ein kleines Doppeltief gebildet und mit dem gestrigen Kursanstieg vollendet hat?

Expertenmeinung: Möglich wäre eine solche Rallye allemal. Aber noch ist die entscheidende Widerstandszone nicht überboten. Der Blick auf den Chart zeigt, dass zwar das Zwischenhoch zwischen den beiden Tiefs der letzten Wochen, das bei 120,95 Euro liegt, am Dienstag überwunden wurde. Aber die auffällige Kurslücke, das „Gap Down“, das Mitte September entstand, wurde durch den gestrigen Anstieg nur geschlossen. Es muss auf Schlusskursbasis überwunden werden. Und dann wäre da noch die wichtige 200-Tage-Linie. Die wartet bei knapp 130 Euro. Erst, wenn VARTA auch diese Linie bezwungen hätte, wäre der Weg nach oben erst einmal frei.

Was indes möglich wäre, zumal die Bullen ein neues Motiv hätten. Denn VARTA meldete in der vergangenen Woche, dass man in den Bau von Batterien für Elektrofahrzeuge einsteigen will. Die „Pilotproduktion“ soll bereits Ende dieses Jahres beginnen, größere Mengen sollen in zwei Jahren hergestellt werden. Das würde das Wachstum neu beleben, würde eine starke mittelfristige Perspektive liefern. Aber bevor sich das in Heller und Pfennig in der Bilanz niederschlagen könnte, würde es eben 2024 werden. Ob das hilft, die Aktie hier und jetzt wieder in Fahrt zu bringen, müssen die Bullen erst einmal beweisen, indem sie den Kurs über 130 Euro in „offenes Wasser“ bekommen.

Chart vom 12.10.2021, Kurs 123,40 Euro, Kürzel VAR1 | Online Broker LYNX

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Die Kurse des baden-württembergischen Batteriekonzerns hat es in den letzten Wochen ordentlich erwischt. Seit Mitte August kennt die Varta-Aktie nur noch eine Richtung und diese zeigt deutlich Richtung Süden.

Bereits in meiner letzten Analyse hatte ich den angeschlagenen Chart näher besprochen. Die Kurse begannen sich zwar nach der ersten Schockwelle zu stabilisieren, doch das bärische Momentum, welches vor allem von den fallenden gleitenden Durchschnitten bestimmt wurde, drückte auf die Stimmung. Zuletzt wurde auch das Pivot-Tief bei 122.85 EUR gebrochen und die Bären haben mittlerweile vollends das Ruder in die Hand genommen. Doch gibt es auch einen Grund zur Hoffnung?

Expertenmeinung: Aktuell überwiegen nach wie vor die negativen Signale, doch die nächste wichtige Unterstützung ist nicht mehr allzu weit entfernt. Wir betrachten hierbei das Pivot-Tief des Monats März, welches bei 107.65 EUR gebildet wurde. Je rascher und steiler wir uns diesem Niveau nähern, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Kurse hier vorübergehend einen Boden bilden dürften. Hier könnte zumindest eine vorübergehende Zwischenrallye gestartet werden. Ob es in Folge auch zu einer nachhaltigen Trendwende reichen wird, bleibt natürlich abzuwarten.

Aussicht: BÄRISCH

Chart vom 24.09.2021 Kurs: 117.15 Kürzel: VAR1 | Online Broker LYNX

Mehrere massive Kaufwellen brachten der VARTA-Aktie in diesem Jahr zwar neue Rekorde. Aber heute steht die Aktie in etwa dort, wo sie das Jahr 2020 beendet hatte. Doch VARTA selbst wächst weiter, was bedeutet: Die Aktie ist heute billiger als zu Jahresbeginn. Kaufen?

Ende 2019 hatte die VARTA-Aktie ein Kurs/Gewinn-Verhältnis (KGV) von knapp 100 erreicht, aktuell liegt es auf Basis der durchschnittlichen Analystenprognose des 2021er-Gewinns um 37. Wenn man sich ansieht, dass VARTA auch 2021 weiter wächst und wie immens das Umsatz- und Margenwachstum seit 2018 ausgefallen war, scheint es zu der Entscheidung, hier unbesehen zuzugreifen, eigentlich keine Alternative zu geben. Aber so einfach ist es dann eben doch nicht.

Das Problem ist, dass Anleger und Analysten ursprünglich davon ausgingen, dass das Wachstum im selben, atemberaubenden Tempo weitergeht wie in den Jahren zuvor. Diesen Zahn zog VARTA den Akteuren im Zuge der unternehmenseigenen Perspektive für das laufende Jahr. Dadurch kam es zu den beiden heftigen Selloffs zu Jahresbeginn. Und kaum hatte die Aktie im August wieder Kurs auf das bisherige Rekordhoch genommen, verfehlte VARTA mit seinen Halbjahreszahlen die Prognosen der Analysten und sackte erneut sang- und klanglos in die Tiefe. So etwas setzt sich im Hinterkopf vieler Akteure fest, man empfindet eine solche Aktie als riskant, bekommt den Eindruck, hier wie auf Treibsand unterwegs zu sein. Einfach zuzugreifen könnte hier also gefährlich sein. Wie könnte man also vorgehen?

Expertenmeinung: Dass die aus dem Juni 2020 stammende, mittelfristige Aufwärtstrendlinie am Montag signifikant gebrochen wurde und VARTA zu den schwächsten Aktien im Rahmen eines wankenden Gesamtmarkts gehörte, deutet an, dass Short-Seller hier aktiv darauf hinwirken könnten, einen Test der wichtigen, potenziellen Unterstützungszone im Bereich 99/108 Euro zu provozieren. Dass diese Zone nachhaltig unterboten würde, ist zwar aus aktueller Sicht nicht allzu wahrscheinlich, ausschließen darf man das aber nicht. Denn ob VARTA auch von den weltweit steigenden Rohstoffkosten und/oder Lieferengpässen betroffen ist, geht aus dem Halbjahresbericht vom 13. August nicht hervor … was aber nicht sicherstellt, dass es da nicht noch zu bremsenden Effekten kommen könnte.

Daher würde es sich anbieten, erst dann über den Einstieg nachzudenken, wenn es gelingt, Widerstandslinien, die normalerweise von den Short-Sellern aktiv verteidigt würden, zu überwinden. Dann hätte man einen höheren Grad an Sicherheit, dass man nicht ausgerechnet kurz vor einem erneuten Selloff einsteigt – und zugleich die Möglichkeit, einen charttechnisch fundierten und engen, knapp unter gerade bezwungene Chartmarken zu platzierenden Stoppkurs anzusetzen. Derzeit läge die Zone, welche die VARTA-Aktie dazu überbieten müsste, zwischen 121 und 130 Euro, auf der Oberseite definiert durch die aktuell nah beieinander liegenden 20-Tage- und 200-Tage-Linien. Solange dieser Befreiungsschlag nicht gelungen ist, wiegen aktive Short-Seller schwerer als das in der Tat jetzt relativ günstige KGV der Aktie.

Chart vom 21.09.2021, Kurs 115,25 Euro, Kürzel VAR1 | Online Broker LYNX

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Die leicht unter den Erwartungen liegenden Halbjahreszahlen haben im August einen massiven Kursrutsch beim deutschen Batteriehersteller ausgelöst. Die Varta-Aktie ging von einem Aufwärtstrend in eine neutrale Verkaufsphase über und nach wie vor hat das Papier mit stetigem Verkaufsdruck zu kämpfen.

Dabei sah es bis Anfang August noch so gut aus. Aktuell sehen wir eine Mischung von Anlegern, welche kalte Füße bekommen und jenen, welche versuchen, ein vermeintliches Schnäppchen zu ergattern. Tatsache ist, dass der Chart schwerstens angeschlagen aussieht und die Karten rund um das Niveau von 122/123 EUR neu gemischt werden.

Expertenmeinung: Derzeit können wir dem Titel bestenfalls neutrale Aussichten mit auf den Weg geben, denn positive Signale sind aktuell absolut keine auszumachen. Die gleitenden Durchschnitte der Perioden 20 und 50 signalisieren Verkaufsdruck und agieren aktuell als Widerstände im Chart.

Bleibt nur noch die Hoffnung, dass das im August gebildete Tief bei 122.85 EUR hält. Sollte dieses gebrochen werden, könnten die Kurse sogar unter 110 EUR fallen, wo sich der nächste wichtige Support im Chart befindet. Schnäppchenjäger sollten sich daher noch etwas gedulden und lieber einmal abwarten, ob die erste Unterstützung im Chart überhaupt gehalten werden kann. Dann sehen wir weiter.  

Aussicht: NEUTRAL

Varta Aktie: Chart vom 13.09.2021 Kurs: 126.40 Kürzel: VAR | Online Broker LYNX