S&T: Kann man sich schon wieder aus der Deckung wagen?

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Zur S&T Aktie

So gruselig die vergangene Woche für den Gesamtmarkt auch war, für die Aktie des IT-Dienstleisters S&T war es eine gute. Der Kurs legte gegen den Markttrend um satte 14 Prozent zu. Ist der „Leerverkäufer-Spuk“ bereits überstanden, kann man hier schon wieder zugreifen?

Vor einer Woche legte S&T vorläufige Zahlen zum Geschäftsjahr 2021 vor. Die fielen im Rahmen der Erwartungen aus. Und eigentlich lag die Guidance, die der österreichische, im TecDAX gelistete IT-Dienstleister für 2022 vorlegte, ein bisschen unter der durchschnittlichen Erwartung der Analysten.

Normalerweise hätte man damit rechnen können, dass die Marktteilnehmer das „abstrafen“ und aussteigen, vor allem in einem derart schwachen Gesamtmarkt, in dem leicht aus einer Mücke ein Elefant gemacht wird, weil die Grundstimmung negativer ist als üblich. Aber S&T stieg und das, wie Sie im Chart sehen, nicht zu knapp. Und das gegen den allgemeinen Trend, das will schon etwas heißen. Aber kann man dem Braten trauen?

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur S&T Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Was die Reaktionen der Akteure hier stark beeinflusst, sind die Mitte Dezember aufgetauchten Vorwürfe von „Viceroy Research“, einem Unternehmen, das man mit einem großen US-Short-Seller in Verbindung bringt. „Viceroy Research“ hatte bereits bei Grenke Anfang 2021 einen Crash ausgelöst. Wirklich erholen konnte sich die Grenke-Aktie davon bislang nicht. Will man hier einsteigen, muss man davon überzeugt sein, dass S&T diese Vorwürfe schneller und nachhaltiger abschütteln kann als Grenke. Und wirklich wissen kann man das nicht.

Was die Marktteilnehmer erfreute und einige eben auch zum Kauf motivierte ist, dass S&T bereits knapp zwei Wochen nach den „Viceroy“-Vorwürfen eine ausführliche Stellungnahe vorlegte, eine Wirtschaftsprüfungs-Gesellschaft beauftragt hat und einen unabhängigen Experten als Chief Compliance Officer bestellt hat. Dies in Kombination mit einem 2022er-Ausblick, der nicht den Eindruck erweckt, als würde S&T am Rande eines Abgrunds balancieren, erzeugte eine vom Gesamtmarkt abgekoppelte, positive Stimmung bei der Aktie.

Aber man muss sich gewärtig sein, dass „Viceroy“ jederzeit unverhofft mit weiteren oder konkretisierten Attacken nachlegen könnte. Und auch, wenn die Kaufwelle der Vorwoche dazu führte, dass ein deutlich über dem des Dezembers liegendes Zwischentief die Chance auf eine Trendwendeformation in Form eines Doppeltiefs birgt:

Dessen Nackenlinie liegt erst bei 16,80 Euro. Und die entstand, als die Aktie nach der Kommunikation der vorstehend erwähnten Gegenmaßnahmen zunächst kräftig stieg, dann aber abverkauft wurde. Das macht klar, dass man sich hier vorerst weiterhin auf dünnem Eis bewegt. In einer solchen Gemengelage einzusteigen, wäre daher nur etwas für erfahrene Trader mit sehr guten Nerven!

S&T Aktie: Chart vom 21.01.2022, Kurs 15,41 Euro, Kürzel SANT | Online Broker LYNX
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Bis zu 5,8 Prozent war die S&T-Aktie zu Handelsbeginn gestiegen, nachdem man am Morgen Stellung zu den Vorwürfen des mit einem großen Leerverkäufer verbundenen „Viceroy Research“ genommen hatte. Doch am Ende schloss S&T 4,6 Prozent tiefer. Wieso?

„Viceroy Research“ hatte dem IT-Systemhaus S&T vorgeworfen, mit Zukäufen minderwertiger Beteiligungen den Umsatz künstlich aufzublähen und Tochterfirmen außerhalb der Bilanz zu „verstecken“. Auch, wenn man weiß, dass „Viceroy Research“ mit dem berühmt-berüchtigten Leerverkäufer Fraser Perring verbunden ist und sich an den Fall der Grenke-Aktie erinnerte, die nach Vorwürfen von „Viceroy Research“ in Grund und Boden verkauft wurde: Solche Aussagen wiegen schwer und bleiben im Hinterkopf. Und auch nach einem glaubwürdigen Dementi bleibt immer etwas hängen.

Als S&T am Dienstagmorgen seine Stellungnahme vorlegte, waren nicht wenige Akteure beruhigt, denn dort wurde betont, dass „Viceroy Research“ zahlreiche weitreichende Fehleinschätzungen getroffen habe, die einer objektiven Prüfung nicht standhalten und es keinerlei Kontakt im Vorfeld dieser Vorwürfe gegeben habe. Darüber hinaus hat man die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte mit der Prüfung beauftragt und einen unabhängigen Experten als Chief Compliance Officer bestellt.

Man wehrt sich … wenngleich das, wie bei Grenke im letzten Jahr, eine Heidenarbeit macht und viel Geld kosten wird. Dennoch, die Aktie reagierte positiv und das war auch verständlich. Aber das Plus ließ sich eben nicht halten.

Expertenmeinung: Man kann nicht sicher sein, ob der Leerverkäufer Perring wirklich bei S&T massiv aktiv wurde und ob das im Vorfeld der Anschuldigungen von „Viceroy Research“ geschah. Aber unübersehbar ist anhand des Chartbilds, dass die Bären hier massiv aktiv wurden. Und normalerweise sind das erfahrene Trader, die genau wissen, wie sie die Butter auf dem Brot behalten. Und genau solche Reaktionen wie die gestrige sind perfekt, um denen, die darauf hofften, dass sich die Aktie einfach wieder auf den vorherigen Level erholt, den Angstschweiß ins Gesicht zu treiben, indem sie solche Erholungen gnadenlos abverkaufen.

Zumal die Aktie vom Tief des 16. Dezember in der Spitze um 35 Prozent nach oben gelaufen war, so dass die Leerverkäufer darauf bauen konnten, dass viele, die „unten“ gekauft hatten, mit Gewinnmitnahmen schnell bei der Hand sein würden, sollten die Käufe als Reaktion auf S&T’s Gegendarstellung versickern. Immerhin hatte sich die Aktie dadurch auch der Widerstandszone 17,60/18,55 Euro genähert. Und bevor S&T diese Vorwürfe nicht wird ausräumen können, dürften viele sowieso bezweifelt haben, dass der Kurs an dieser massiven Charthürde vorbeikommen würde, weil die „Bären“ die zweifellos aktiv verteidigen würden.

Dass es so ist, sah man heute, daher kann es gut sein, dass man jetzt auf der Käuferseite noch deutlich vorsichtiger und zögerlicher agieren wird und die Aktie erst einmal nicht mehr direkt einsammeln wird. Ob der Absturz berechtigt ist oder nicht, ist eben weiterhin nicht klar einzuschätzen und wie gesagt: Da bleibt immer etwas im Hinterkopf. Die Leerverkäufer wissen das und agieren entsprechend. Dass es sehr riskant ist, in dieses fallende Messer zu greifen, hat der gestrige Intraday-Turnaround nach unten bewiesen. 

Chart vom 27.12.2021, Kurs 15,15 Euro, Kürzel SANT | Online Broker LYNX

Das nächste Opfer einer Short-Attacke ist also S&T. Die Vorwürfe sind mannigfaltig, ich möchte gar nicht großartig darauf eingehen.

Von Betrug, bis Off-Balance-Geschichten bis hin zu überteuerten Übernahmen ist alles dabei. Die meisten Vorwürfe sind inzwischen „verjährt“, teilweise geht es um Vorgänge vor zehn und mehr Jahren.
Sie können es gerne hier nachlesen (Link).

In anderthalb Dekaden an der Börse habe ich viele Short-Angriffe auf Aktien erlebt, in den allermeisten Fällen verläuft es sich im Sand.
Am Ende geht es den Leerverkäufern auch gar nicht darum, etwas aufzudecken, sondern um Geld.
Wie soll man sich sonst einen Lamborghini SUV leisten?

Was die „Researchhäuser“ mit den Angriffen verdienen, kann man nur erahnen. Dass es in den letzten Monaten immer wieder Deutschland oder den deutschsprachigen Raum trifft, hat seine Gründe.

Den Anlegern hier steckt der Absturz von Wirecard tief in den Knochen. Werden Vorwürfe geäußert, stößt das hierzulande auf besonders fruchtbaren Boden.

Ist es nicht ein „lustiger“ Zufall, dass die Hälfte aller Short-Reports der letzten beiden Jahre ein deutsches Unternehmen zum Ziel hatte?
Entweder wird unser Aktienmarkt ganz gezielt attackiert, oder die Hälfte aller korrupten Unternehmen stammt aus Deutschland.

Zusammenfassend kann man eine Sache sagen: In den meisten Fällen sind die Vorwürfe haltlos, in der Dimension übertrieben, längst verjährt oder ähnliches.

Chance / Risiko

Am Ende muss die Frage jeder selbst beantworten, ob er S&T oder einem Leerverkäufer seinen Glauben schenkt.
Viele der Vorwürfe sind von außen weder beweisbar noch widerlegbar.

Wie geht man damit um? Entweder man stellt sich schlichtweg an die Seitenlinie, oder man fällt eine Abwägung von Chance und Risiko.

Für mich sieht die wie folgt aus: Selbst wenn ein Teil der Vorwürfe wahr sein sollte, wäre S&T sicherlich nicht wertlos.
Sollte die Sache im Sand verlaufen, könnte die Aktie aber auch das doppelt wert sein.
Wenn man gleichzeitig eher davon ausgeht, das zweiteres der Fall ist, ist das CRV nicht schlecht.

Diese Herangehensweise ist sicherlich nicht für alle Anleger geeignet, man muss schon etwas Risikobereitschaft mitbringen.

Darüber hinaus besteht die Gefahr, dass die Aktie sich trotzdem nicht mehr erholt. Über Grenke hat man beispielsweise schon lange nichts mehr gehört. Weitere und neue Vorwürfe wären mir nicht bekannt.
Trotzdem kommt die Aktie seit Monaten nicht vom Fleck.

Bei Grenke kann man dieselbe Rechnung aufmachen. Im schlimmsten Fall ist die Aktie wertlos. Das ist allerdings eher unwahrscheinlich.
Es wäre aber auch gut möglich, dass das Unternehmen das zwei- oder dreifache Wert ist.

Fällt das ins Gewicht?

Einige der Vorwürfe wären stichhaltig, sind aber nicht verfizierbar, andere wiederum sind grundlegen nicht sonderlich stichhaltig.

Nehmen wir als Beispiel, die Kritik an einigen Zukäufen. Demnach kauft S&T vor allem Schrottunternehmen zu Ramschpreisen.
Teilweise mag das stimmen, es ist aber nicht so, als wäre das keine valide Strategie. Ist der Preis eines Assets niedrig genug und gelingt der Turnaround, kann man seine Investition vervielfachen.

Die Kehrseite der Medaille ist, dass das oft nicht funktioniert. Am Ende bricht das Geschäft ein. Genau das scheint bei S&T der Fall zu sein.
Eine ganze Reihe von Töchtern, meist mit Umsätzen von einigen hunderttausend oder wenigen Millionen Euro sind gegen die Wand gefahren.

Aber spielt das für einen Konzern mit 1,26 Mrd. Euro Jahresumsatz eine Rolle?

Am Ende wird man bei S&T nicht nur Schrott eingekauft haben, sonst wäre der Umsatz in der letzten Dekade nicht von 153 Mio. auf 1,26 Mrd. Euro gestiegen.
Der Gewinn legte im selben Zeitraum von 0,29 auf 0,84 Euro je Aktie zu. Die Bilanz ist auch sauber.

Daher scheint sich die Aktie nach dem ersten Schock wieder zu berappeln. Der Leerverkäufer und möglicherweise all seine Freunde mit Offshore-Konten müssen ihre Positionen jetzt ja schließen.
Sie haben ihr Ziel vorerst erreicht. Der nächste Lambo ist bezahlt.

Chart vom 22.12.2021 Kurs: 14,70 Kürzel: SANT - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 22.12.2021 Kurs: 14,70 Kürzel: SANT – Wochenkerzen

Solange S&T jetzt nicht unter 13,80 Euro fällt, stehen die Zeichen auf Bodenbildung. Gelingt ein Ausbruch über 15,50 Euro, hellt sich das Chartbild zunehmend auf. In diesem Szenario

Aus Sicht der Bullen sollte die Aktie allerdings nicht unter 13,80 Euro fallen.

„Viceroy Research“ erhebt gegen das IT-Unternehmen S&T schwere Vorwürfe, die Aktie brach daraufhin gestern ein. Doch „Viceroy Research“ gehört zu Fraser Perring, einem weltweit bekannten Leerverkäufer. Daher stellt sich die Frage: Stimmt das denn alles überhaupt?

 „Viceroy Research“ behauptet, dass das österreichische, im TecDAX notierte IT-Unternehmen S&T mit Zukäufen minderwertiger Beteiligungen den Umsatz künstlich aufblähen und Tochterfirmen außerhalb der Bilanz „verstecken“ würde. Das kam natürlich überraschend. S&T teilte nur am späten Nachmittag mit, dass man die Vorwürfe analysiere, dies aber noch ein wenig Zeit benötige. Das war noch keine Basis für die Anleger, um einzuschätzen, ob, und wenn ja was, an dieser Sache dran sein könnte.

Diejenigen, die die Aktie daraufhin fallen ließen wie eine heiße Kartoffel, trafen daher zunächst nicht auf Käufer, so dass die Aktie ungebremst durchsackte. Am Ende stand da ein dramatisches Minus von 29 Prozent zu Buche, was nur berechtigt wäre, wenn diese Vorwürfe zutreffen. Was aber im Gegenteil eine grandiose Einstiegschance wäre, wenn diese Aussagen nur getroffen worden wären, um genau diesen Kurseinbruch auszulösen. Aber noch ist das eben nicht einzuschätzen. Was tun?

Expertenmeinung: Wenn ein Research-Unternehmen, das zu einem bekannten „Bären“, sprich Leerverkäufer, gehört, solche Statements vom Stapel lässt, ist es schon naheliegend, dass eben dieser Leerverkäufer erst die Aktie leer verkauft hat, sprich Short ging, und die Vorwürfe danach veröffentlicht wurden. Denn so müsste der Leerverkäufer nach der zu erwartenden Reaktion nur noch die leer verkauften Aktien eindecken und mit dem Gewinn davonziehen. Wäre es so, würde das von der Börsenaufsicht untersucht. Aber das hilft für den Moment nicht weiter, wenn es um die Frage geht: kaufen oder nicht? Und, wenn man ohne Stoppkurs agiert hätte: aussteigen oder nicht?

Die Sache ähnelt dem Crash der Grenke-Aktie im vergangenen Jahr. Und auch da war es „Viceroy Research“, das schwere Vorwürfe erhob. Die hat Grenke zwar großenteils zeit- und kostenaufwändig widerlegt, aber wirklich erholt hat sich die Aktie nicht mehr. Was deutlich macht: Solche Anschuldigungen stehen lange im Raum, denn wenn die Anleger erst einmal verunsichert sind, reicht ein Dementi des Unternehmens oft nicht mehr aus. Und bis eine Wirtschaftsprüfungs-Gesellschaft dann ein Gutachten erstellen könnte, ist der Weg nach oben für die Aktien der betroffenen Unternehmen steinig.

Solange offen ist, ob und wenn ja was an diesen Vorwürfen dran ist, wäre es womöglich nicht mehr sinnvoll, noch auszusteigen, wenn man hier wegen eines fehlenden Stop Loss mit in die Tiefe gerissen wurde. Aber darauf zu setzen, dass der S&T-Kurs schnell und weit wieder nach oben laufen wird, ist nicht mehr als eine riskante Wette, daher würde ich hier denselben Rat geben wie damals bei Grenke: Besser erst einmal völlig raushalten und abwarten, was an Informationen auf den Tisch kommt. 

S&T-Aktie: Chart vom 16.12.2021, Kurs 13,24 Euro, Kürzel SANT | Online Broker LYNX

S&T hat die Erwartungen übertroffen, die Prognose erhöht und einen weiteren Gewinnsprung in Aussicht gestellt. Zeit für die nächste Rallye.

Worte

Der österreichische Technologiekonzern S&T AG ist mit rund 6.000 Mitarbeitern in mehr als 30 Ländern niedergelassen.

Das Unternehmen sieht sich selbst als IT-Systemhaus mit Eigentechnologie und als einen der führenden Anbieter von IT-Dienstleistungen und Lösungen in Zentral- und Osteuropa.

Zu den Kerngeschäftsfeldern zählen Leistungen in den Bereichen Consulting, Integration und Outsourcing, SAP-Betrieb bzw. Implementierung und Softwareentwicklung mit den Schwerpunkten mobile Prozessabbildung, IoT und Individualentwicklungen.

Taten

Das hört sich natürlich alles sehr interessant an. Bei S&T lässt man auf die Worte allerdings auch Taten folgen.

In der zurückliegenden Dekade ist es durch eine expansive Strategie gelungen, den Umsatz von 0,08 auf 1,12 Mrd. Euro mehr als zu verzehnfachen.

Ein bedeutender Teil des enormen Wachstums wurde allerdings durch Übernahmen und Kapitalerhöhungen erkauft.

S&T ist es aber gelungen, echten Mehrwert für die Anleger zu schaffen. Das zeigen schon die Relationen.
Die Zahl der ausstehenden Aktien stieg um den Faktor 3, der Umsatz allerdings um den Faktor 14.

Das Ergebnis legte im selben Zeitraum von 0,19 auf 0,73 Euro je Aktie zu.

Heute

Das wäre nicht möglich gewesen, wenn man bei S&T keinen langfristigen und stringenten Plan gehabt hätte. Das hat sich bis heute nicht geändert (Link).

Doch vor den langfristigen Plänen steht die Pandemie, das Heute und die nähere Zukunft.

Glücklicherweise ist das Unternehmen auch gut durch die Krise gekommen. In den letzten neun Monaten legte der Umsatz um 11% auf 836,4 Mio. und das Bruttoergebnis um 13% auf 317,7 Mio. zu.

Der Gewinn legte von 0,44 auf 0,48 Euro je Aktie zu. In dem schwierigen Umfeld kann sich das wirklich sehen lassen und das dürfte sich auch in ähnlicher Weise fortsetzen.

Der Auftragsbestand summiert sich auf 891 Mio. Euro, die absehbare Projekt-Pipeline hat ein Volumen von mehr als 2,5 Mrd. Euro.

Morgen

Vorläufigen Zahlen zufolge hat sich das Geschäft auch im vierten Quartal gut entwickelt.
Daher geht S&T auch davon aus, dass man die bisherige Prognose für 2020 – einen Umsatz von 1,15 Mrd. und ein EBITDA von 115 Mio. Euro – übertreffen wird.

Für das neue Jahr hat man einen Umsatz von 1,4 Mrd. und ein EBITDA von 140 Mio. Euro in Aussicht gestellt (Link).
Das Ergebnis soll auf 1,00 Euro je Aktie steigen.

Auf dieser Basis kommt S&T auf ein KGVe von 21,3. Bei den gegebenen Charakteristiken und dem anhaltend hohen Wachstum ist das eine attraktive Bewertung.
In den letzten Jahren lag das KGV meist zwischen 25 und 30.

Technik

Trotz der langwierigen Seitwärtsphase ist der übergeordnete Aufwärtstrend intakt. In den letzten Monaten wurde er zweimal erneut bestätigt und gehalten.

Für antizyklische Anleger ist der Bereich zwischen 15,50 und 18,50 Euro interessant. Es wäre aber auch gut möglich, dass die Aktie nicht mehr auf dieses Niveau zurückkommt.

Über 20,50 Euro ist es zu einem Kaufsignal mit Kurszielen bei 21,50 sowie 22,50 Euro gekommen.
Über 22,50 Euro wäre der Weg in Richtung 25 Euro frei.

Chart vom 22.01.2022 Kurs: 21,32 Kürzel: SANT1 - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 22.01.2022 Kurs: 21,32 Kürzel: SANT1 – Wochenkerzen

Die Investoren reagierten mit eine kräftigen Kursanstieg von gut neun Prozent auf die gestern präsentierte Halbjahresbilanz des österreichischen, im TecDAX gelisteten IT-Dienstleisters S&T. Die Frage ist, ob dieser Anstieg in der S&T Aktie die Basis wird, um den Ende April unterbrochenen Aufwärtstrend wieder aufzunehmen oder aber nur eine kurze Gegenreaktion bleibt, bevor eine durch diese gestrigen Käufe erst einmal verteidigte Unterstützungszone doch noch bricht. Am Zahlenwerk selbst gab es nichts auszusetzen: Der Umsatz stieg gegenüber dem ersten Halbjahr 2018 um 12, der Gewinn als EBITDA um 21 Prozent. Die bestehenden Wachstumsziele wurden bestätigt, man liegt also derzeit absolut im Plan. Damit setzt sich eine seit Jahren konstante „Wachstumsstory“ fort, so dass man sich natürlich fragen muss, wieso die S&T-Aktie überhaupt Ende April in eine kräftige Korrektur überging und seit Juni in einer Seitwärtsrange gefangen ist, aus der die Aktie sogar nach unten hätte ausbrechen können, wenn die positive Reaktion auf die Bilanzzahlen nicht gewesen wäre. Denn aktuell würde das Kurs/Gewinn-Verhältnis auf Basis der für 2019 im Analystenkonsens geschätzten und mit dieser Bilanz realistisch bleibenden Gewinne bei 25 liegen, das wäre keineswegs zu teuer. Was also stimmt die Investoren auf einmal weniger positiv als zu Jahresanfang? Expertenmeinung: Möglich ist, dass man deswegen vorsichtiger geworden ist, weil S&T als IT-Dienstleister mit Schwerpunkt in Zentral- und Osteuropa womöglich nicht ungeschoren bliebe, wenn sich das derzeit eintrübende Wachstumsklima weiter verdüstert. Denn S&T bedient die unterschiedlichsten Unternehmen. Und konjunktursensible Firmen, die Druck durch das schwindende Wachstum verspüren, könnten natürlich auch im IT-Sektor sparen bzw. neue Projekte aufschieben. Aber solange S&T selbst seine Perspektive aufrechterhält, ist das eine reine Möglichkeit, kein greifbares Szenario. Diese Käufe als kurze Episode vor einem erneuten Abwärtsimpuls zu „beerdigen“ wäre daher gewagt. Erst, wenn die Aktie die vorgenannte, mit dem gestrigen Anstieg verteidigte Unterstützungszone 18,60/19,10 Euro auf Schlusskursbasis gebrochen hätte, wäre die Bestätigung des noch bärischen Szenarios vollzogen. Bis dahin bleibt die Chance greifbar, dem Abwärtstrend den Deckel weg zu sprengen, indem der Kurs den Kreuzwiderstand aus der oberen Begrenzung der seit Mai laufenden Seitwärtsbewegung und der im April etablierten Abwärtstrendlinie im Bereich 21,45/21,80 Euro bezwingt. Chart vom 08.08.2019, Kurs 20,50 Euro, Kürzel SANT1 | Online Broker LYNX Aktienempfehlungen