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Die Aktie des Wafer-Herstellers Siltronic ist im Kielwasser des „Halbleiter-Hypes“ in kurzer Zeit massiv gestiegen. Jetzt ist, nicht zuletzt wegen des Kursanstiegs, auch die Aufnahme in den MDAX gelungen. Damit könnten sich die Bullen eigentlich nichts mehr wünschen – oder doch?
Hat man eine Aktie in einem dynamischen Aufwärtstrend im Depot, ist klar: Man hat immer Wünsche, konkret den, dass die Aktie weiter steigt. Doch dazu müssten mehr Marktteilnehmer kaufen als verkaufen wollen bzw. mehr frisches Geld in die Aktie strömen, als zeitgleich hinausfließt. Und da wird es dann mit der Umsetzung eines unaufhörlichen Kursanstiegs immer ein wenig haarig, denn diejenigen, die das erhoffen, sind ja normalerweise längst mit dabei. Man bräuchte also neue, frische Käufer, die auf Argumente „aufspringen“, die weitere Kursgewinne unterfüttern würden.

Da stellt sich die Frage, was das in Bezug auf die seit dem Ende des ersten Quartals in der Spitze um 108 Prozent gestiegene Siltronic-Aktie sein könnte. Bedeutet die Aufnahme in den MDAX neues Potenzial? Oder wäre zu erwarten, dass die Gewinnprognosen der Analysten durch eine erneute Intensivierung des Halbleiter-Bedarfs noch deutlich höhergeschraubt werden?
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Expertenmeinung: In Bezug auf die Nachfrage nach Chips und in deren Folge nach den von Siltronic produzierten Wafern müsste eine weitere Anhebung der Gewinnprognosen nicht zwingend hilfreich sein. Denn damit würden die Erwartungen und Einschätzungen der Analysten nicht den Weg weisen, sondern dem Kursgeschehen hinterherlaufen bzw. zu ihm aufschließen. Grund: Derzeit liegt das durchschnittliche Kursziel für diese Aktie bei 79 Euro, also sehr weit unter dem aktuellen Kursniveau. Da wundert es nicht, dass nur noch zwei der zehn Siltronic aktuell einstufenden Experten eine Kaufempfehlung haben, drei raten sogar zu Untergewichten oder gar zum Verkauf.
Es bliebe der Aspekt der MDAX-Aufnahme. In dieser Hinsicht ist erwähnenswert, dass Wacker Chemie, die „Mutter“ des Unternehmens, erst kürzlich, am 26. Mai, Aktien im Volumen von sieben Prozent des Siltronic-Grundkapitals an Großinvestoren abgegeben hatte. Das erhöhte den sogenannten „Streubesitz“, der relevant für die Messung der Marktkapitalisierung als Basis für eine mögliche MDAX-Aufnahme ist. Als Argument wurde von Wacker die Stärkung der eigenen Finanzlage genannt … aber man dürfte sich durchaus bewusst gewesen sein, dass man Siltronic dadurch auch entscheidend in eine gute Position für die MDAX-Aufnahme gebracht hat. Doch was könnte das für die Anleger bringen?
In diesem Fall muss das zwar nicht, kann aber für das bullische Lager hilfreich sein. Denn hier ist es ja so, dass Siltronic nicht den TecDAX verlässt, sondern ab dem 22. Juni, wenn diese Neuordnung umgesetzt wird, im TecDAX und im MDAX notiert ist. Hier kann also durchaus eine zusätzliche Nachfrage durch den MDAX abbildende institutionelle Investoren entstehen. Zwar wird die Aktie dafür aus dem SDAX gestrichen, aber der findet bei den Institutionellen und dem internationalen Publikum eher wenig Beachtung. Der potenzielle Haken dabei ist aber:
Auch das war ja so erwartet worden, auch mit Blick auf diesen Aspekt wurde hier also vorgekauft. Daher bleibt es letztlich dabei, dass die Nachfrage bei der Erstnotiz im MDAX am 22. Juni und in den Tagen danach nicht zwingend das Volumen auffangen müsste, das entsteht, wenn bullische Trader ihre Ziele erreicht sehen und deswegen Gewinne einfahren wollen.
Die zunehmende Volatilität der vergangenen Tage könnte bereits andeuten, dass man beginnt, sich neu zu sortieren. Achten Sie daher auf wichtige Unterstützungen, vor allem die zuletzt die Hausse führende 20-Tage-Linie sowie das letzte Zwischentief vom Mai wären es wert, im Auge behalten zu werden.
Quellenangaben: Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/WAF.DE/analyst-insights/
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 04.06.2026 um 17:57 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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