Skip to main content
Bitte wählen Sie:

BMW Aktie Prognose BMW: Solange der Druck bleibt, ist der Weg nach oben steinig

News: Aktuelle Analyse der BMW Aktie

In diesem Artikel
BMW
ISIN: DE0005190003
|
Ticker: BMW --- %
|
Börse: --

--- EUR
---% (1D)
1 W ---
1 M ---
1 J ---
Gültigkeit der Analyse
1 Woche
Erwartung: Neutral
Zur BMW Aktie

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Hören Sie sich die Audioversion dieses Artikels an (KI-generiert).

2025 hatte sich die BMW-Aktie im Kreis der deutschen Automobil-Aktien zeitweise noch am besten geschlagen, aber betrachtet man die Performance von Mercedes, Porsche, VW und BMW seit Anfang 2026, stellen die Bayern das Schlusslicht dar. Heißt das, dass sie „billig“ ist?

Gerechnet vom letzten Kurs des Jahres 2025 (93,14 Euro) schloss die BMW-Aktie zum Wochenstart satte 37,36 Prozent niedriger. Von den großen Erwartungen, die deutschen Autobauer und allen voran BMW könnten den widrigen Rahmenbedingungen trotzen, ist nichts geblieben. Und genau das ist ein Problem, weswegen man sich hüten sollte, einen stark gefallenen Kurs mit einem „billigen Einstiegskurs“ gleichzusetzen. Wobei das nicht allein mit Blick auf die Gesamtsituation gilt, sondern auch in Bezug auf die charttechnische Lage der Aktie.

Solange ein Trend klar abwärts weist, zieht der Spruch „Was billig wirkt, kann leicht noch viel billiger werden“. Erst wenn eine charttechnische Aufwärtswende gelungen wäre und sich das mit einer günstigen Bewertung und einer tauglichen Wachstumsperspektive vereint, wäre die Bezeichnung „billig“ denkbar. Doch nichts davon ist derzeit in Bezug auf die BMW-Aktie der Fall. Gehen wir die Faktoren durch:

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur BMW Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Die Mitte Juni veröffentlichte massive Senkung der Margenprognose auf EBIT-Basis von vier bis sechs auf ein bis drei Prozent hat dazu geführt, dass die Analysten ihre Gewinnschätzungen deutlich nach unten korrigierten. Im Schnitt sieht man da für 2026 noch einen Gewinn pro Aktie in der Range von 6,20 bis 6,60 Euro. Dadurch liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis derzeit trotz des so deutlich gedrückten Aktienkurses im Bereich von 8,8 bis 9,4. Für eine Aktie aus dem Automobilsektor ist das eher teuer. Zwar liegt das durchschnittliche Kursziel der Analysten für die BMW-Aktie mit fast 74 Euro noch ein gutes Stück über dem letzten Kurs. Aber dass momentan von 22 hier aktiv bewertenden Experten nur 10 eine „Kaufen“-Einstufung haben, spricht für sich.

Die Gründe, die zu dieser Prognosesenkung im Juni führten, sind allesamt noch da. Im Gegenteil: Der Gegenwind wird eher stärker. Die Kunden mögen keine „Abo-Modelle“ für bereits eingebaute, aber nicht freigeschaltete Optionen an den Fahrzeugen. Sie scheuen die hohen, in den letzten Jahren massiv gestiegenen Preise. Und die asiatische Konkurrenz ist stark und wird stärker. Dass China jetzt die Schwelle, ab der man bei Automobilen eine zusätzliche Luxussteuer zu zahlen hat, von bislang 1,3 Millionen auf 0,9 Millionen Yuan gesenkt hat (umgerechnet ca. 116.400 Euro), macht es BMW im wichtigen chinesischen Markt nicht leichter. Und leicht hatte es der Konzern in China zuletzt ohnehin nicht: Der Absatz sank im ersten Halbjahr 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 20 Prozent.

Und zu der keineswegs „billigen“ Bewertung und dem Gegenwind seitens der Rahmenbedingungen kommt noch das charttechnische Bild: Als Reaktion auf die Prognosesenkung war es im Juni zu einem bärischen Doppelschlag gekommen. Die Aktie war unter das „Zoll-Schock-Tief“ vom April 2025 gerutscht und zugleich aus dem zu Jahresbeginn etablierten Abwärtstrendkanal nach unten herausgerutscht. Sie sehen im Chart: Bislang macht der Kurs keine Anstalten, eine der beiden oder gar beide Charthürden zurückzuerobern.

BMW Aktie: Chart vom 20.07.2026, Kurs 58,34 Euro, Kürzel: BMW | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
BMW Aktie: Chart vom 20.07.2026, Kurs 58,34 Euro, Kürzel: BMW | Quelle: TWS

Fazit: Die Aktie wirkt zwar auf den ersten Blick „billig“, aber bislang finden sich keine Argumente dafür, dass dieser Anschein ausreichen könnte, um die BMW-Aktie in eine glaubwürdige Aufwärtswende zu führen. Und solange die ausbleibt, bleibt der Weg nach oben zu steinig, um den Gedanken, die Aktie jetzt „abzufischen“, in die Tat umzusetzen.

Quellenangaben: Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/BMW.DE/analyst-insights/

Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 20.07.2026 um 21:44 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.


Nachricht schicken an Ronald Gehrt
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Margin Konto – Handeln mit höchster Flexibilität

Mit einem Margin Konto können Sie zum Beispiel mit Hebel handeln und Ihre Trading-Strategien durch Leerverkäufe oder den Einsatz von Optionen und Futures diversifizieren.

Entdecken Sie jetzt die umfangreichen Handelsmöglichkeiten, die Ihnen dieser Kontotyp bietet: Margin Konto

Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.
Wie hilfreich fanden Sie den Artikel?(erforderlich)
Wenig hilfreichSehr hilfreich
Ab jetzt täglich die neuesten Börsenblick-Analysen per E-Mail erhalten
Loading ...
Alle Börsenblick Artikel

Vorherige Analysen der BMW Aktie

22.06.2026
08:24 Uhr

BMW gerät weiter unter Druck – was könnte nun folgen? — Achim Mautz

Chart-Betrachtungszeitraum: 6 Monate
Charttrend: Bärisch
Gültigkeit der Analyse: 2 Wochen
Erwartung: Bärisch
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 22.06.2026 um 7:51 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Mit dem erneuten Abverkauf der vorigen Woche kam es zu weiteren deutlichen Kursverlusten beim deutschen Automobilhersteller. Die gesamte Branche zeigt sich derzeit angeschlagen, und der Rückgang der BMW-Aktie scheint noch nicht abgeschlossen zu sein. Per Schlusskurs der vorigen Woche notierte das Papier auf einem frischen 5-Jahres-Tief.

Die Bären dominieren nach wie vor das Geschehen. Das letzte technische Signal auf der Unterseite lieferte der Bruch des Bodens bei 72/73 EUR. Ein zumindest konstruktiver Aspekt im aktuellen Chartbild ist die deutlich überverkaufte Lage. Diese könnte zwar jederzeit eine technische Gegenbewegung begünstigen, doch ein belastbarer Stabilisierungsversuch ist bislang nicht zu erkennen. Ansonsten scheinen sich die Bären bereits in Richtung des Corona-Tiefs aus dem Jahr 2020 zu orientieren.

Expertenmeinung: Eine kurzfristige Erholung wäre nach den deutlichen Kursverlusten zwar keine Überraschung, doch diese müsste erst zeigen, dass mehr dahintersteckt als nur eine technische Gegenbewegung aus einer überverkauften Lage. Entscheidend wäre, ob es BMW gelingt, wieder in den Bereich oberhalb der zuletzt gebrochenen Unterstützungszone zurückzukehren und dort Anschlusskäufe zu erzeugen. Zumindest die Rückeroberung der 20-Tage-Linie wäre ein erstes vorsichtig positives Signal. Bleibt diese Rückeroberung aus, könnte der Druck auf der Unterseite erhöht bleiben. Der Trend ist deutlich angeschlagen, und die Bullen müssten erst mehrere Signale liefern, bevor sich das Chartbild wieder verbessern könnte.

Aussicht: Bärisch

BMW Aktie: Chart vom 18.06.2026, Kurs: 60.06 EUR, Kürzel: BMW | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
BMW Aktie: Chart vom 18.06.2026, Kurs: 60.06 EUR, Kürzel: BMW | Quelle: TWS
Über den Autor

Der renommierte Börsenjournalist Achim Mautz ist professioneller Day- und Swingtrader mit besonderem Fokus auf die US Märkte. Außerdem ist er Vorstand des Börsenclubs ratgebergeld.at und gerichtlich beeidigter Sachverständiger für den Bereich Wertpapierdienstleistungen in Österreich. Seit über 10 Jahren ist er für den Online-Broker LYNX als Börsenexperte tätig und wird unter anderem für seine täglichen Wertpapieranalysen in unserem Börsenblick geschätzt.

Analysemethode

Die Analysen von Achim Mautz basieren überwiegend auf der Technischen Analyse. Dabei nutzt der Autor, gestützt auf seine langjährige Handelserfahrung, bewährte Methoden der Chartanalyse. Er untersucht Wertpapiere unter anderem anhand von Chartmustern, Trendsignalen Unterstützungen, Widerständen und gleitenden Durchschnitten.

17.06.2026
08:24 Uhr

BMW: Das könnte jetzt ein bisschen wehtun — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 16.06.2026 um 20:50 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Am Dienstagabend nach Handelsende flatterte eine heftige Gewinnwarnung des BMW-Konzerns ins Haus. Allzu optimistisch war man für den Gewinn zuvor schon nicht gewesen, aber diese Prognose-Anpassung war nicht „ohne“ … und sorgte nachbörslich für Druck.

Das war keine Kleinigkeit, die da am Dienstagabend aus München gemeldet wurde. Diese Senkung der Prognose war erheblich. BMW rechnet jetzt mit einem leichten Rückgang der Auslieferungen gegenüber 2025, bislang war man von einer in etwa gehaltenen Zahl ausgegangen. Besonders schwer wog die Abwärtskorrektur der Gewinnmarge von Zinsen und Steuern (EBIT-Marge): Bislang hatte man da vier bis sechs Prozent angepeilt, jetzt sieht man für das Gesamtjahr nur noch ein bis drei Prozent (2025: 5,3 Prozent). Dies in Kombination mit niedrigeren Verkaufszahlen wirkt sich natürlich auf den Gewinn massiv aus. Den erwartet der Konzern jetzt auf EBIT-Basis deutlich unter dem Vorjahr, bislang wurde ein moderater Rückgang kommuniziert.

Was am Ende „deutlich“ in Sachen EBIT-Rückgang sein wird, ist zwar offen, so präzise konnte BMW da natürlich nicht werden. Aber die Begründung für diese herbe Gewinnwarnung ist in jedem Fall eine, die andeutet, dass sich die Probleme nicht in Kürze in Wohlgefallen auflösen werden:

Expertenmeinung: Die Lage am chinesischen Automobilmarkt bleibt für BMW weiter problematisch. Die Auswirkungen des Iran-Krieges halten entgegen den bisherigen Annahmen weiter an, einerseits durch höhere Produktionskosten, andererseits durch eine verunsicherte Kundschaft. Und diese Aussage kam gestern, also nach der möglichen Beruhigung durch das sogenannte „Friedensabkommen“. Zugleich will der Konzern zwar weiter die Kosten senken und die Effizienz steigern, das werde aber Kosten verursachen, die sich im zweiten Halbjahr einmalig niederschlagen werden. Alles in allem also eine deutlich eingetrübte Lage.

Aber hatte man das nicht womöglich nicht nur längst erwartet, sondern auch schon eingepreist? Immerhin war die BMW-Aktie seit Jahresanfang auf dem absteigenden Ast unterwegs und hatte dabei in der Spitze fast ein Drittel ihres Kurswerts verloren. Könnte es nicht sein, dass das bärische Lager auf Basis dieser Gewinnwarnung seine Erwartungen erfüllt sieht und die Short-Trades eindeckt, so dass mit den jetzt kommunizierten „bad news“ auch der Abstieg der Kurse vorbei ist?

Das könnte es. Aber das muss es nicht. Es wird heute darauf ankommen, für wie schwerwiegend man diese gestrige Ad-hoc-Meldung einstuft. Sollten Käufe ausbleiben und dadurch der Eindruck entstehen, dass man zwar Negatives erwartet hat, aber nicht in dieser Dimension, werden sich die Short-Seller hüten, ihre Positionen zurückzukaufen, und eher noch weiter Druck machen. Es wird auf die Kreuzunterstützung ankommen, auf die die Aktie am Dienstagabend nachbörslich aufgesetzt hat:

Da geht es um die untere Begrenzung des im Januar etablierten Abwärtstrendkanals bei 64,20 Euro und das „Zoll-Schock-Tief“ vom April 2025 bei 62,96 Euro. Am Dienstagabend notierte der Kurs gegen 20:30 Uhr bei 64 Euro (Xetra-Schlusskurs 67,90 Euro) … und damit mittendrin in dieser Zone. Fällt sie auf Schlusskursbasis, sollte man sich eher hüten zu glauben, dass man in dieses fallende Messer getrost hineingreifen könnte.

BMW Aktie: Chart vom 16.06.2026, Kurs 67,90 Euro, Kürzel: BMW | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
BMW Aktie: Chart vom 16.06.2026, Kurs 67,90 Euro, Kürzel: BMW | Quelle: TWS

Quellenangaben: Anpassung der 2026er-Prognose, 16.06.2026:
https://www.bmwgroup.com/content/dam/grpw/websites/bmwgroup_com/ir/downloads/de/2026/adhoc/BMW%20Group%20Prognose%C3%A4nderung%202026.pdf

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

06.11.2025
08:24 Uhr

BMW: Einerseits war das bullisch. Andererseits noch nicht. — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 05.11.2025 um 23:05 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Mit +6,85 Prozent war BMW am Mittwoch der Top-Performer im DAX. Basis der kräftigen Käufe war das am Morgen vorgelegte Quartalsergebnis … bzw. Teile davon. Denn Umsatz- und Gewinnerwartungen wurden verfehlt. Was also löste die Käufe aus und was sind die wert?

Das war mal wieder eine Marktreaktion nach dem „einerseits, andererseits“-Prinzip. Einerseits lagen Umsatz und Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) im dritten Quartal leicht unter der durchschnittlichen Analystenprognose. Andererseits lag die operative Marge, bezogen auf das reine Kfz-Geschäft, leicht darüber. Zugleich bestätigte der Automobilkonzern einerseits seine Gesamtjahresprognose, die er andererseits gerade erst am 8. Oktober gesenkt hatte. Was zu einem Kurseinbruch führte, den auszugleichen die Aktie durch das gestrige Plus auf dem Weg ist. Aber das sind ja keine Argumente, jetzt auf einmal wie wild zuzugreifen.

Die meinte man darin zu entdecken, dass die Marge einen Tick besser ausfiel und BMW in Bezug auf den chinesischen Markt eine Stabilisierung zu zeigen scheint. Das führte mit dazu, dass einige Analysten umgehend den Daumen hoben. Die direkt nach den Zahlen neu vergebenen oder bestätigten Kursziele lagen zwischen 85 (Jefferies) und 103 Euro (LBBW).

Expertenmeinung: China ist der grundsätzlich wichtigste Markt, weil da theoretisch das größte Wachstumspotenzial existiert. Aber eine Stabilisierung so auszulegen, dass sie der Startschuss zu neuen, goldenen Zeiten in Sachen Verkaufszahlen und Marge ist, wirkt aus meiner Sicht ein wenig voreilig. Aber auch, wenn man sich dieser recht optimistisch wirkenden Interpretation anschließen möchte, müsste man im Chartbild feststellen:

BMW Aktie: Chart vom 05.11.2025, Kurs 85,80 Euro, Kürzel: BMW | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
BMW Aktie: Chart vom 05.11.2025, Kurs 85,80 Euro, Kürzel: BMW | Quelle: TWS

Das war zwar einerseits ein massiver Wirkungstreffer gegen das bärische Lager. Aber wirklich bullisch ist die Aktie dadurch andererseits noch nicht.

Einerseits gelang es mit dem gestrigen Kurssprung, die durch die Prognosesenkung Anfang Oktober vollendete, bärische Schulter-Kopf-Schulter-Formation zu neutralisieren. Gut war auch, dass diese Kaufwelle von der 200-Tage-Linie ausging. Andererseits ist der Kurs dadurch erst einmal nur von unten an die durch den Kursrutsch des Oktobers gebrochene April-Aufwärtstrendlinie gelaufen. Und, wichtiger noch, die im Zuge der Verkäufe als Reaktion auf die Prognosesenkung Anfang Oktober aufgerissene Abwärts-Kurslücke wurde damit zwar angegangen, aber noch nicht geschlossen.

Erst, wenn der BMW-Kurs dieses „Gap“ mit Schlusskursen über 88 Euro eindeutig geschlossen hat und danach weiter zulegt, wäre ein sauberes, bullisches Signal gegeben. Und da die gestrigen Käufe doch eher auf Hoffnungen denn auf harten Fakten basierten, sollte man einem solchen Signal wohl besser nicht vorgreifen.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

24.10.2025
08:34 Uhr

BMW: Setzt sich die Talfahrt fort? — Achim Mautz

Chart-Betrachtungszeitraum: 6 Monate
Charttrend: Bärisch
Gültigkeit der Analyse: 2 Wochen
Erwartung: Bärisch
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 24.10.2025 um 7:56 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Nach einer starken Sommerphase mit deutlichen Kursgewinnen zwischen Juli und August hat sich die Stimmung rund um die BMW-Aktie zuletzt eingetrübt. Das zuvor stabile Momentum kippte, und mit dem Bruch des letzten Zwischentiefs im September ging die Aktie in eine bärische Phase über.

Zwar konnte sich der Kurs in den letzten Tagen etwas stabilisieren, doch das technische Bild bleibt angeschlagen. Die Aktie konsolidiert aktuell auf einem tieferen Niveau – ein oft typischer Verlauf innerhalb einer laufenden Korrektur. Sollte die aktuelle Seitwärtsrange nach unten verlassen werden, könnte ein weiterer Rückgang in Richtung der Sommer-Tiefs folgen.

Expertenmeinung: Für eine Aufhellung des technischen Bildes müssten die Käufer die 50-Tage-Linie zurückerobern und ein höheres Hoch etablieren. Solange dies nicht geschieht, bleibt die kurzfristige Struktur anfällig für weitere Abgaben. Im Falle eines erneuten Abverkaufs rückt das Tief von Juni als mögliches Kursziel in den Fokus – ein Rückgang von über 10 % wäre dann nicht auszuschließen.

Aussicht: BÄRISCH

BMW Aktie: Chart vom 23.10.2025, Kurs: 80.60 EUR, Kürzel: BMW | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
BMW Aktie: Chart vom 23.10.2025, Kurs: 80.60 EUR, Kürzel: BMW | Quelle: TWS
Über den Autor

Der renommierte Börsenjournalist Achim Mautz ist professioneller Day- und Swingtrader mit besonderem Fokus auf die US Märkte. Außerdem ist er Vorstand des Börsenclubs ratgebergeld.at und gerichtlich beeidigter Sachverständiger für den Bereich Wertpapierdienstleistungen in Österreich. Seit über 10 Jahren ist er für den Online-Broker LYNX als Börsenexperte tätig und wird unter anderem für seine täglichen Wertpapieranalysen in unserem Börsenblick geschätzt.

Analysemethode

Die Analysen von Achim Mautz basieren überwiegend auf der Technischen Analyse. Dabei nutzt der Autor, gestützt auf seine langjährige Handelserfahrung, bewährte Methoden der Chartanalyse. Er untersucht Wertpapiere unter anderem anhand von Chartmustern, Trendsignalen Unterstützungen, Widerständen und gleitenden Durchschnitten.

09.10.2025
08:24 Uhr

BMW: Prognose kassiert, SKS-Formation vollendet! — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Am Dienstagabend meldete BMW via Ad-hoc-Meldung, dass man den bisherigen Ausblick auf das Gesamtjahr 2025 nach unten korrigiert habe. Die Reaktion der Marktteilnehmer fiel deutlich aus … und jetzt wird das Standing der Bullen auch aus charttechnischer Sicht wacklig.

BMW beklagte ein hinter den Erwartungen zurückgebliebenes Geschäft in China und ausstehende Zoll-Rückzahlungen. Problematisch ist auch, dass in China agierende BMW-Händler weniger Provision von den chinesischen Banken erhalten, wenn sie die Finanzierung von Neuwagenkäufen über diese laufen lassen, sodass sich der BMW-Konzern genötigt sieht, die dortigen Händler finanziell zu stützen.

Bemerkenswert ist, dass BMW bislang keine negativen Auswirkungen der US-Zölle vermelden musste. Die Zahl der im dritten Quartal ausgelieferten Fahrzeuge insgesamt stieg um 8,8 Prozent, wie am Dienstagmorgen gemeldet wurde, wobei der Zuwachs in den USA mit +24,9 Prozent mit Abstand der größte war. Zwar war die statistische Basis hier von Vorteil, weil das dritte Quartal 2024 ein besonders schlechtes war. Aber auch, wenn man die ersten neun Monate insgesamt mit denen des Vorjahres vergleicht, sind die USA nicht das entscheidende Problem des Konzerns. In den ersten drei Quartalen betrug der Anstieg der Verkäufe weltweit 2,4 Prozent, in den USA waren es 9,5 Prozent.

Trotzdem setzte BMW alleine wegen der vorstehenden negativen Faktoren niedrigere Zahlen an: Den RoCE (Return on Capital Employed, d. h. die Gewinnmarge ausschließlich bezogen auf zur Gewinnerzielung eingesetztes Kapital) sieht man jetzt nach einer bisher avisierten Range von 9 -13 Prozent im Bereich von 8 -10 Prozent. Für das Vorsteuerergebnis erwartet BMW jetzt einen leichten Rückgang. Bislang hatte man ein Ergebnis auf Vorjahresniveau angepeilt.

[stu alias=”lynx_unlock”]

Expertenmeinung: Das ist unerfreulich, keine Frage. Aber warum fiel die Reaktion so deutlich negativ aus, wenn man doch noch am Morgen des Dienstags sehen konnte, dass immerhin das Zollproblem keine nennenswerte Bremse ist? Probleme mit dem Absatz in China haben doch ohnehin alle europäischen Autobauer. Und ja, das ist richtig, aber:

BMW Aktie: Chart vom 08.10.2025, Kurs 80,26 Euro, Kürzel: BMW | Online Broker LYNX
BMW Aktie: Chart vom 08.10.2025, Kurs 80,26 Euro, Kürzel: BMW | Quelle: TWS

Dass sich BMW in Bezug auf die USA besser hält, war eben bereits eingepreist, das China-Problem aber offenbar nicht. Während die Aktien von VW und der Mercedes-Benz Group seit Jahresbeginn nur Zugewinne im niedrigen einstelligen Prozentbereich erreicht hatten und Porsche sogar dick im Minus liegt, hatte die BMW-Aktie vor Vorlage der Verkaufszahlen und der Prognoseanpassung ein Plus von etwa 14 Prozent erreicht. Und das, so scheint es, sehen einige Akteure im Licht der gesenkten Prognose nicht mehr als haltbar an. Die Folge:

Die Aktie verlor am Mittwoch als Reaktion auf die Prognosesenkung 8,25 Prozent. Wobei auffiel, dass sie bereits am Dienstag im Licht der Verkaufszahlen nachgegeben hatte. Das Ergebnis: Jetzt wird auch die Charttechnik für die Bullen zum Problem. Denn dieser Kursrutsch führte nicht nur dazu, dass die Aktie die seit April geltende Aufwärtstrendlinie durchbrach, sie rutschte auch unter die Zwischentiefs vom Juli und September. Und diese beiden Zwischentiefs stellen die Nackenlinie einer Schulter-Kopf-Schulter-Formation dar, die damit jetzt vollendet ist und grundsätzlich weiteren Spielraum nach unten offerieren würde. Aber:

Diese Formation ist mit einer Art „Sprungtuch“ ausgestattet, in das die Bullen weich fallen könnten: Die 200-Tage-Linie verläuft derzeit bei 80,35 Euro und wurde am Mittwoch nur ganz knapp unterboten. Sollte es gelingen, die BMW-Aktie dort zu stabilisieren und danach zurück über die Nackenlinie der Schulter-Kopf-Schulter-Formation und die April-Aufwärtstrendlinie zu ziehen – dazu sollte die Aktie klar über 83 Euro schließen – wäre hier die Chance gegeben, diese Prognosesenkung erst einmal dem Vergessen anheimfallen zu lassen. Aber das ist nichts anderes als eine Chance, keine Gewissheit. Für den Moment hat das Pendel in Richtung der Bären ausgeschlagen … und dass das erst einmal so bleibt, hätte derzeit wohl die höhere Wahrscheinlichkeit.

Quellen:
Anpassung der 2025er-Prognosen, 07.10.2025:
https://www.bmwgroup.com/content/dam/grpw/websites/bmwgroup_com/ir/downloads/de/2025/adhoc/Ad%20hoc%20Meldung_Anpassung%20Prognose_10072025_UntReg_DE.pdf

[/stu]
Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

24.07.2025
08:19 Uhr

BMW: Ist das nicht etwas gewagt? — Ronald Gehrt