RWE: Sieh mal an, das ist jetzt interessant!

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Zur RWE Aktie

Am Montag war ausgerechnet die Aktie des Energieversorgers RWE Spitzenreiter im DAX. Trauen etwa viele Anleger dieser Rallye nicht und greifen doch besser zu einer defensiven Aktie, einem „sicheren Hafen“ … oder steckt etwas anderes dahinter?

Vermutlich spielen hier zwei Überlegungen gleichzeitig hinein. Erstens dürften hier Akteure zugreifen, die der Gegenbewegung des Montags nach dem „Omikron-Schock“ nicht über den Weg trauen und sich sagen, dass ein Energieversorger eher noch ein „sicherer Hafen“ wäre als Lieferdienste oder Onlinehändler.

Zudem könnten Käufer durch die Erwartung motiviert sein, dass eine Verschärfung der „Corona-Lage“ zu wieder fallenden Energiepreisen führen wird und das den Kostendruck von Versorgern wie RWE nehmen wird, die Probleme haben dürften, die zuletzt so immens gestiegenen Kosten vollumfänglich an die Verbraucher weiterzugeben.

Ob die Käufer, die auf diese Weise dafür sorgten, dass die RWE-Aktie eine saubere Aufwärtstrendwende abgeschlossen hat, Recht behalten, bleibt offen, solange man nicht weiß, ob und wie die Entdeckung dieser neuen Virus-Mutation die Lage beeinflussen wird. Aber muss man das denn wissen, wenn man sich jetzt entscheiden will, ob man bei RWE die Gelegenheit nutzt, um Gewinne mitzunehmen oder im Gegenteil einsteigt bzw. zukauft?

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur RWE Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Hilfreich wäre es ja schon, in die Zukunft blicken zu können, aber wenn das nun einmal nicht drin ist, sollte man sich einfach mit der Charttechnik behelfen. Denn eine Aktie, die gerade wichtige charttechnische Hürden bezwungen hat, hat den Vorteil, dass diese vorherigen Hürden jetzt als Unterstützungen fungieren. Brechen diese, wäre der Ausbruch eine Bullenfalle und man wäre gut beraten, wieder in Deckung zu gehen. Halten sie, hätte man mit Käufen bzw. dem Halten bestehender Positionen alles richtig gemacht. Sehen wir uns den Chart an:

RWE hatte nach einem erneuten, erfolgreichen Test der Auffangzone 30/31 Euro eine Rallye aufs Parkett gelegt, die zunächst auf Höhe des Zwischenhochs vom August ausgebremst wurde. Doch nach zwei erfolgreichen Tests der im Chart dick schwarz hervorgehobenen 200-Tage-Linie starteten die Käufer durch. Dadurch gelang der Sprung über die Zwischenhochs der Monate August und Oktober und über die Nackenlinien einer breit angelegten Bodenbildungs-Formation. Dieser Ausbruch schien durch die Verkäufe des Freitags gefährdet, aber …

… durch den erneuten, kräftigen Kursanstieg des Montags wurde der Test dieser beiden aktuell bei 33,40 und 33,75 Euro liegenden Linien zur Bestätigung des Ausbruchs. Damit wäre der Weg aus rein charttechnischer Sicht frei bis an das Anfang des Jahres erzielte, bisherige Jahreshoch bei 38,63 Euro. Wenn diese beiden Linien bei 33,40 und 33,75 Euro auf Schlusskursbasis brechen sollten, wäre dieser Ausbruch doch noch eine Bullenfalle geworden und der Ausstieg unbedingt zu überlegen. Aber solange diese Supportzone hält, ist die RWE-Aktie bullisch. Damit hätte man auch in Unkenntnis darüber, wie es mit Omikron weitergeht, die nötigen Ankerpunkte, um je nach eigener Risikobereitschaft entscheiden zu können: rein … oder raus?

RWE Aktie: Chart vom 29.11.2021, Kurs 35,02 Euro, Kürzel RWE | Online Broker LYNX
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Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Bislang lief das Gesamtjahr für die Aktie des deutschen Energieriesen alles andere als zufriedenstellend. Zwar startete die RWE-Aktie im Januar noch gut durch, doch die Monate darauf schlitterte der Kurs immer weiter Richtung Süden und konnte sich erst im Bereich von 29 bis 34 EUR stabilisieren. Genau in diesem Bereich zeigt sich auch die Kursbewegung der letzten Monate.

Langsam und stetig scheint sich jedoch immer mehr positive Energie aufzubauen, was an der Folge von höheren Tiefs im Chart erkennbar ist. Auch das zuletzt gebildete höhere Tief bei 31.63 EUR deutet auf verstärktes Kaufinteresse hin. Nun bräuchte es noch den Ausbruch über den Widerstand bei 34 EUR, um den Turbo zu zünden.

Expertenmeinung: Es fehlt eigentlich nicht mehr viel, um das Wertpapier wieder ordentlich in Schwung zu bringen. Die Frage ist nur, ob genügend Anleger sich an der zu erwartenden Rallye beteiligen werden, denn noch liegt das Kaufsignal nicht auf dem Tisch.

Schlusskurse über dem Bereich von 34 EUR würden wohl zahlreiche Bullen anlocken und das nächste Kursziel nach oben wäre ebenfalls schon klar. Es ist das Hoch von Januar dieses Jahres, welches bei 38.63 EUR gebildet wurde. Dies wäre auch unser vorläufiges Kursziel, wenn der Breakout nach oben gelingen sollte.

Aussicht: BULLISCH

Chart vom 19.11.2021 Kurs: 32.75 Kürzel: RWE | Online Broker LYNX

Es war keine kleine Anhebung der Gewinnprognose, die der Energieversorger RWE da am Freitagmorgen meldete. Doch die Aktie reagierte nur anfänglich mit einem Kurssprung. Die Gewinne schwanden schnell, am Ende blieb nur ein marginales Plus. Wo ist das Problem?

Der Geschäftsbereich Energiehandel lief im ersten Halbjahr nicht etwas, sondern immens besser als seitens des Energiekonzerns im Vorfeld vermutet. Was dort in den ersten sechs Monaten verdient wurde, reichte auch ohne eine nennenswerte Veränderung der Prognose in den anderen Segmenten, um die Gewinnerwartung für 2021 deutlich nach oben zu korrigieren:

Auf Basis des EBITDA, d.h. des Gewinns vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen, sieht RWE jetzt 3,0 bis 3,4 Milliarden Gewinn, bislang hatte die Perspektive bei 2,65 bis 3,05 Milliarden Euro gelegen. Das sind, vom unteren Ende der Prognosespanne gerechnet, gut 13 Prozent. Und das steigert sich natürlich, je weiter man das in Richtung Nettogewinn herunterbricht. Das um Sonderfaktoren bereinigte Nettoergebnis soll jetzt zwischen 1,05 und 1,4 Milliarden Euro hereinkommen, zuvor lag die Guidance in der Spanne 0,75 bis 1,1 Milliarden. Da beträgt der Anstieg der Prognose von unterem Ende der Spanne gerechnet also schon satte 40 Prozent.

Und dann reagiert die Aktie zum Handelsstart mit einem ohnehin schon ziemlich mageren Plus von in der Spitze 2,77 Prozent, um diesen Gewinn bis zum Handelsende auf +0,2 Prozent einzudampfen? Haben die Anleger womöglich einen Haken entdeckt?

Expertenmeinung: Diese Prognoseanhebung hatte keinen solchen Haken. Es gab auch keine Analysten, die daraufhin negativ reagiert hätten. Im Gegenteil, es wäre keine große Überraschung, wenn einige Experten ihr Kursziel auf diese Nachricht hin nach oben anpassen würden. Wobei die schon jetzt durchweg positiv für die Aktie gestimmt sind. Von den 20 Analysten, die RWE regelmäßig im Fokus haben, hat kein einziger eine „Verkaufen“- oder auch nur eine „Untergewichten“-Empfehlung ausgesprochen. Und selbst das durchschnittliche Kursziel liegt aktuell mit 41 Euro meilenweit über dem tatsächlichen Kurs.

Der „Haken“ bei RWE ist offenbar nur das Chartbild. Das, zugegeben, erbärmlich aussieht. Seit Jahresanfang sehen wir hier sukzessiv tiefere Zwischenhochs. Und gerade erst wurde die Vollendung des Topps, das sich seit gut einem Jahr im Chart etabliert hat, in höchster Not noch abgefangen. Aber mit dieser enttäuschenden Reaktion auf die Prognose-Anhebung muss man befürchten, dass die Leerverkäufer damit noch nicht am Ende ihrer Bemühungen sind. 

RWE-Aktie: Chart vom 30.07.2021, Kurs 30,01 Euro, Kürzel RWE | Online Broker LYNX

Dass die Aktie am Freitag bei positiven Nachrichten abverkauft und so die Chance vertan wurde, sich aus der nur knapp zurückeroberten Unterstützungszone 30/31 Euro und über die Januar-Abwärtstrendlinie (aktuell bei 31,35 Euro) hinaus nach oben abzusetzen, ist ein Indiz dafür, dass die bullischen Fundamentals derzeit die bärische Charttechnik nicht überlagern können.

RWE wäre allemal für einen Einstieg interessant, denn mit diesen avisierten Gewinnen erreicht der Konzern wieder die Region starker Profite früherer Jahre. Aber erst, wenn auch seitens der Charttechnik durch Schlusskurse über 31,50 Euro ein Kaufsignal entstanden ist, wäre das Chance/Risiko-Verhältnis gut genug, um sich an die Aktie heranzuwagen.

Tiefere Zwischenhochs, eine entscheidende Unterstützungszone, aus der die Aktie einfach nicht mehr herauszukommen scheint, darunter freie Bahn für die Bären: Der Absturz der RWE-Aktie wirkt wie vorprogrammiert. Aber man sollte die Augen in beide Richtungen offen halten.

RWE hat zwar den „Corona-Crash“ ebenso mehr als aufgeholt wie das Gros der anderen DAX-Aktien. Aber seit Januar ist die Aktie des Energieversorgers zum Ladenhüter geworden. Andere Branchen wirkten eben weitaus spannender, weil dort mit markanten Umsatz- und Gewinnsteigerungen gerechnet wurde, während bei RWE in Sachen Unternehmensgewinne derzeit Wassertreten angesagt ist.

Wirklich überraschend ist es somit nicht, dass die Aktie mit einem Bein über dem Abgrund hängt. Seit Januar liegt jedes Zwischenhoch tiefer als das vorherige. Und der daraus resultierende Abwärtstrend, der die RWE-Aktie im Vergleich zum DAX zu einem auffälligen Underperformer stempelt, drückt den Kurs immer öfter in die markante Auffangzone 30/31 Euro. Ein gefundenes Fressen für bärische Trader, denn sollte es gelingen, die Aktie unter diesen Support zu drücken, würden knapp darunter liegende Stop Loss-Verkaufsorders den Druck noch intensivieren. Und abgesehen von einer nicht gerade vertrauenerweckend wirkenden, potenziellen Mini-Unterstützung bei 28,58 Euro wäre der Weg nach unten dann erst einmal frei. Aber einem solchen, bärischen Szenario einfach vorzugreifen, könnte schiefgehen, denn es gäbe durchaus ein alternatives Szenario.

Chart vom 17.06.2021, Kurs 31,00 Euro, Kürzel RWE | Online Broker LYNX

Expertenmeinung: Denn derzeit wird ja Woche um Woche deutlicher, dass sich die bullischen Trader mit ihrem Best Case-Szenario, welches sie mit den massiven Käufen in vermutet wachstumsstarke Aktien eingepreist haben, verhoben haben könnten. Die Konjunkturdaten weisen weiterhin kein beeindruckendes Wachstum aus. Vergleichbaren Anschub wie in den USA erfährt die Eurozone-Wirtschaft nicht. Und man darf befürchten, dass die starke, weiterhin nicht bekämpfte Inflation in den USA auch hierzulande Fahrt aufnehmen wird, was die angeschlagene Kaufkraft noch zusätzlich unter Druck setzen wird.

Was würde passieren, wenn der Wind auch in den Köpfen der meisten Marktteilnehmer dreht? Wenn man beschließt, sich aus den konjunktursensiblen, bereits extrem stark gelaufenen Aktien zurückzuziehen, um in defensivere Aktien umzuschichten, die eben noch nicht stark gelaufen und daher von der Bewertung her günstiger sind? Dann wäre eine Aktie wie RWE auf einmal interessant, könnte von Mauerblümchen zum Top-Pick mutieren.

Ein bullisches Szenario ist daher, auch, wenn die Chancen für die Bären derzeit eindeutig besser sind, nicht aus der Welt. Sollte die RWE-Aktie mit Schlusskursen über 33,50 Euro die mittelfristige Abwärtstrendlinie, das Mai-Zwischenhoch und die 200-Tage-Linie überwinden, wäre der Deckel, der derzeit auf dem Kurs lastet, weggesprengt und der Weg nach oben wieder frei!

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Der Start ins neue Jahr verlief beim deutschen Energieriesen noch überaus positiv. Danach konnten sich die Bullen jedoch kaum noch in Szene setzen. Zusammen mit dem Branchenkollegen E.On ging es über Wochen hinweg auch mit der RWE-Aktie nach unten. Nun sehen wir erstmals so etwas wie eine mögliche Bodenbildung. Erkennbar ist diese durch das höhere Tief, welches sich gegenüber dem Monatstief gebildet hat. Der Kaufdruck beginnt langsam und stetig wieder zu steigen. Um die bärischen Tendenzen endgültig wieder über Bord zu werfen, wäre eigentlich nur noch eines zu tun. Der Widerstand rund um die Marke von 33 EUR muss gebrochen werden. So bleibt der Trend aber in einer bärischen Gesamtlage.

Expertenmeinung: Noch ist es zu früh, gleich die Bullenhörner aufzusetzen. Zuerst muss uns der Chart davon überzeugen, dass die Bullen den Kaufdruck derart stark erhöhen, dass auch der erwähnte Bruch nach oben gelingt. Alles unter der Marke von 33 EUR bleibt zwar vielversprechend, doch es braucht ein klares Kaufsignal, um die Aktie wieder auf die Schiene zu bringen. Danach halten wir eine Rückkehr bis zum Hoch von Januar für wahrscheinlich. Solange das Tief bei 30.93 EUR nicht gebrochen wird, bleibt die Hoffnung auf eine baldige Wende. Mal sehen, ob diese im Monat April auf uns zukommen wird.


Aussicht: NEUTRAL

Chart vom 30.03.2021 Kurs: 32.40 Kürzel: RWE | Online Broker LYNX

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Während sich viele Aktien an der deutschen Börse nach wie vor schwertun Fuß zu fassen, bewegt sich die RWE Aktie geradewegs in Richtung des bisherigen Jahreshochs. Die Aufholjagd der Aktie des Energiekonzerns von April bis August war überaus beeindruckend. Ganz nach dem Motto: „Energie wird immer benötigt“, ging es mit dieser deutlich nach oben und die Kursverluste von März konnten rasch wieder negiert werden. Danach wurde der weitere Verlauf ein wenig holprig, zumal sich die Kurse überaus volatil zeigten. Der mögliche Beginn einer größeren Korrektur konnte im September gerade noch abgefangen werden. Das höhere Tief von Oktober signalisierte, dass das Interesse der Anleger nach wie vor intakt ist. Ein guter Nährboden für weitere mögliche Anstiege.

Expertenmeinung: Derzeit haben die Bullen alle Chancen auf ihrer Seite. Es muss lediglich die Widerstandszone im Bereich bei 34/35 EUR gebrochen werden, um der Aktie die Möglichkeit auf weitere Kursgewinne zu geben. Danach könnte es schnell in Richtung der Marke von 40 EUR gehen, wo das nächste technische Kursziel zu sehen wäre. Der langfristige Aufwärtstrend, welcher 2017 erst begann, läuft weiterhin auf Hochtouren und noch scheint die Rallye in RWE nicht vorbei zu sein. Wir sehen durchaus noch Potential auf mehr und bleiben vorerst bullisch auf die Aktie. Da geht noch mehr.

Aussicht: BULLISCH

Chart vom 06.11.2020 Kurs: 70.38 Kürzel: RWE | Online Broker LYNX