Die Aktie des Energieversorgers E.ON bietet aktuell ein perfekt bullisches Bild, was die Charttechnik angeht. Die Frage ist, ob das alleine ausreicht, um den Kurs an und über das bisherige Jahreshoch zu tragen, denn es gibt auch Aspekte, die die Käufer bremsen könnten.
Der Aufwärtsschwenk, den die E.ON-Aktie zum Ende der Vorwoche aufs Parkett gelegt hatte, würde sich in jedem Charttechnik-Lehrbuch verewigen lassen: Die Aktie hatte schon Ende Juni auf den doppelten, mittelfristigen Leitstrahl der Hausse in Form der im Januar 2025 etablierten Aufwärtstrendlinie und der 200-Tage-Linie aufgesetzt und diesen erst einmal gehalten. Die Aufwärtsbewegung danach war jedoch schwach, so dass der Kurs in der vergangenen Woche erneut auf diesen beiden Linien landete. Das sah in diesem Moment kritisch aus, aber:

Diesmal zog die Aktie dynamisch an. Das führte zu einem kleinen Doppeltief mit einem etwas höheren, zweiten Tief an einer absolut entscheidenden Unterstützung und zum Ausbruch über die Widerstandslinie bei 18,45 Euro. Damit wäre der Weg aus charttechnischer Sicht an das April-Verlaufshoch bei 20,00 Euro und das Jahres-Verlaufshoch aus dem März bei 20,40 Euro frei. Und, im Idealfall, sogar darüber hinaus. Was, wenn man sich die Dynamik dieser beiden letzten Handelstage ansieht, durchaus möglich zu sein scheint.
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Expertenmeinung: Aber meist kann die Charttechnik alleine einen Kurs nicht dauerhaft führen, die Rahmenbedingungen müssen ebenfalls passen, wenn sich ein Trend dauerhaft halten soll. Und da finden sich in Bezug auf die E.ON-Aktie durchaus einige Fragezeichen, wenn man darüber nachdenken wollte, ob da kurzfristig noch höhere Kurse als die des bisherigen 2026er-Hochs möglich wären.
Denn die Aktie ist bereits eher hoch bewertet. Auf Basis der derzeitigen, durchschnittlichen Gewinnprognose der Analysten käme man hier auf ein Kurs-/Gewinn-Verhältnis um 14, das ist im Vergleich zu früheren Jahren mit vergleichbaren Wachstumsraten eher teuer. Und das spiegelt sich auch in den Ansichten der Experten wider: Nur gut die Hälfte der momentan 17 Analysten wertet E.ON als Kauf, acht schätzen sie nur als Halteposition ein. Und das durchschnittliche Kursziel liegt bei 19,90 Euro und wäre schon ziemlich nahe.
So, wie sich diese Rahmendaten derzeit darstellen, wäre ein Weg an und über das bisherige Jahreshoch also eher steinig. Allerdings müsste das ja nicht zwingend so bleiben. Sollte E.ON im Zuge der Ergebnisse des zweiten Quartals bzw. des ersten Halbjahres überzeugen, idealerweise die Prognose anheben, hätten die Akteure frische, positive Argumente, die einen möglichen Deckel allemal sprengen könnten. Nur muss man auf diese Bilanzdaten noch eine Zeitlang warten, die stehen erst für den 12. August im Terminkalender.
Ein „Selbstläufer“ dürfte aus diesem so überzeugend bullischen Signal, das die Aktie jetzt abgeliefert hat, also nicht werden. Aber egal, wie groß das verbleibende Aufwärtspotenzial am Ende sein wird: Für den Moment ist die Aktie bullisch … und solange dieser doppelte Leitstrahl aus Aufwärtstrendlinie und 200-Tage-Linie hält, gäbe es für die Bären hier definitiv nichts zu holen.
Quellenangaben: Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/EOAN.DE/analyst-insights/

