PUMA Aktie aktuell PUMA: Gewagte Rallye im Kielwasser einer Fata Morgana

News: Aktuelle Analyse der PUMA Aktie

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Zur PUMA Aktie

Am Dienstagabend nach US-Handelsende meldete der US-Sportartikelhersteller NIKE scheinbar starke Zahlen für das bei NIKE von 1. Juni bis zum 31. August laufende, erste Geschäftsquartal 2020/2021. Die NIKE-Aktie stieg daraufhin im nachbörslichen US-Handel deutlich an. Und das motivierte hiesige Akteure, auch bei PUMA beherzt zuzugreifen. Denn wenn es bei NIKE läuft, muss es ja auch bei PUMA laufen. Doch davon abgesehen, dass das mitnichten so sein muss, waren die NIKE-Zahlen nur grandios, wenn man sie nicht im Kontext betrachtet. Tut man das, wirken die Käufe bei PUMA erst recht gewagt.

Richtig ist zwar, dass die NIKE-Zahlen weit über den Analysten-Prognosen lagen. Aber da wurde eine Fata Morgana erzeugt, denn die Prognosen lagen so niedrig, dass sie übertroffen werden mussten. Diese Masche, gezielt viel zu tief zu schätzen, um dann ob immens übertroffener Prognosen ein Bild vorzugaukeln, in dem die Wirtschaft viel besser läuft als gedacht, war in den letzten Monaten dies- und jenseits des Atlantiks Usus. Wer genauer hinsieht, erkennt jedoch: Zwar verdiente NIKE im abgelaufenen Quartal mit 95 Cent pro Aktie mehr als doppelt so viel wie von den Analysten angeblich erwartet (im Schnitt 46 Cent). Doch im vorherigen Quartal (1. März bis 31. Mai) wurde die Prognose von 7 Cent mit -51 Cent pro Aktie gnadenlos unterboten. Nimmt man die beiden Quartale zusammen, käme man dann eben doch nur auf dem Niveau der Prognosen heraus. Zwar könnte man argumentieren, dass PUMA trotzdem mitlaufen könnte, wenn sie bei den vorherigen NIKE-Zahlen Ende Juni mit abgerutscht wäre. Stimmt. Aber Sie sehen im Chart, dass das nicht der Fall war.

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Expertenmeinung: Bei schwachen Ergebnissen des Konkurrenten stabil bleiben, bei starken Ergebnissen hingegen mit steigen … das ergibt in der Summe eine ziemliche Hypothek für das jetzt zu Ende gehende dritte Quartal. Und die Zahlen des zweiten Quartals waren, wie zu erwarten war, unschön. PUMA hatte 30 Prozent weniger umgesetzt als im Vorjahresquartal und pro Aktie einen Verlust von 64 Cent ausgewiesen. Zwar hatte das Unternehmen mitgeteilt, dass sich die Lage im Juni wieder aufzuhellen begann. Da müsste im dritten Quartal einiges vorangegangen sein, um nicht den Eindruck einer markanten Überbewertung entstehen zu lassen. Doch gerade der Konsum klemmte in den letzten Monaten, wie das ifo-Institut bei dessen letztem Geschäftsklimaindex für August mitteilte. Und derweil steuert die PUMA-Aktie auf ihr bisheriges Allzeithoch zu.

Dieses bisherige Rekord-Verlaufshoch bei 84,30 Euro wurde am 20. Februar im Rahmen der Reaktion auf Rekord-Umsätze im vierten Quartal 2020 erzielt, als von einem Lockdown und einer Rezession noch keine Rede war. Jetzt ist die Lage eine andere, der Kurs aber fast wieder auf Rekordniveau. Per Mittwoch würde sich dadurch, bezogen auf die Gewinnschätzungen der Analysten für das laufende Jahr 2020, ein verblüffendes Kurs/Gewinn-Verhältnis von 180 (!) errechnen. Zwar blicken die Anleger deshalb einfach auf das kommende Jahr. Aber die Annahme, dass dann alles wieder so laufen wird wie 2019, ist eben nicht mehr als das: eine Annahme, für die es bislang keinerlei Belege gibt. Wer hier auf der Long-Seite agiert, sollte daher nicht ohne Fallschirm unterwegs sein. Sobald die Aktie die derzeit entscheidende Kreuzunterstützung im Bereich 72/73 Euro durchbrechen sollte, wäre das Ziehen der Reißleine dringend zu erwägen, denn dann könnte die Schwerkraft schnell und heftig auf diese ambitionierte Rallye einwirken.

PUMA Aktie: Chart vom 23.09.2020, Kurs 77,94 Euro, Kürzel PUM | Online Broker LYNX

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Ronald Gehrt, Chart- & Fundamentalanalyst | LYNX Börsenexperten
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Vorherige Analysen der PUMA Aktie

Die Sport-Markenartikel-Hersteller hatten viele Jahre eine grandiose Zeit. Umsatz und Gewinn stiegen fast automatisch, schien es. Sogar, als das weltweite Wachstum 2018 und 2019 nachließ, stiegen die Gewinne weiter, das galt auch für PUMA. Aber jetzt haben sich viele Parameter verändert. Und realistisch betrachtet ist völlig offen, ob es PUMA zeitnah gelingen wird, in die Schiene stetigen Wachstums zurückzukehren. Das Problem für die Anleger ist, dass die Aktie wieder auf ein Level zurückgelaufen ist, das genau das bereits einpreist. Und da hängt der Kurs jetzt seit Anfang Juni fest. Man wartet auf Informationen. Auf Daten, die es ermöglichen, sich ein klareres Bild zu machen darüber, ob die Rallye der Aktie zwischen Mitte März und Anfang Juni überzogen war oder im Gegenteil noch einiges an Luft nach oben ist und das Rekordhoch bei 84,30 Euro, markiert als Reaktion auf die Bilanz des vierten Quartals 2019, erreichbar wäre. Diese Daten werden morgen geliefert und dürften dazu führen, dass PUMA diese wochenlange Seitwärtsspanne verlässt. In welche Richtung das passiert, ist indes offen. Expertenmeinung: Da helfen im Vorfeld auch die für die Aktie mehrheitlich optimistischen Einschätzungen der Analysten nicht weiter. Die haben zwar für PUMA mehrheitlich eine „Kaufen“-Einschätzung ausgerufen. Und das durchschnittliche Kursziel liegt derzeit mit 71 Euro etwas über dem momentanen Kurs. Aber diese Analysten kennen die morgen vorgelegten Zahlen zum zweiten Quartal auch noch nicht. Was wird erwartet? Nicht viel. Im Schnitt rechnet man mit einem Verlust von 0,62 Euro pro Aktie nach einem Gewinn von 0,33 Euro im Vorjahresquartal. Der Umsatz soll auf 804 Millionen Euro nach 1,227 Milliarden im zweiten Quartal 2019 gefallen sein. Das klingt, als wäre es leicht zu überbieten. Nur ist man sich am Markt durchaus gewärtig, dass die Prognosen derzeit meist deutlich zu tief angesetzt werden. Und letzten Endes ist auch weniger wichtig was war, sondern das, was kommt. Wie sieht PUMA selbst die Entwicklung im laufenden Quartal und bis zum Jahresende? Dass es da zügig wieder tief in die Gewinnzone geht, das unterstellen die Analysten ebenso wie diejenigen, die in den letzten Monaten eingestiegen sind. Im laufenden Quartal soll, so die durchschnittliche Schätzung, schon wieder ein Gewinn von 0,54 Euro pro Aktie drin sein nach 0,67 Euro im Vorjahr. So schleppend, wie der Einzelhandel derzeit weltweit anläuft, wird das womöglich eng. Und dann kommt es darauf an, ob die Marktteilnehmer der Aktie die Treue halten, sollte PUMA beim – morgen wohl mitgelieferten – Ausblick weniger optimistisch sein. Die charttechnischen Ankerpunkte im Vorfeld des Zahlenwerks sind klar zu umreißen. Nach oben sehen wir einen Widerstand bei 72,32 Euro, der Anfang Juli bereits angegangen wurde, da misslang der Ausbruch jedoch. Geht PUMA da drüber, wäre die Aktie nach oben erst einmal frei. Sollte die Reaktion aber negativ ausfallen, würde die auch noch durch die 200-Tage-Linie verstärkte und damit in ihrer Bedeutung intensivierte Supportzone 64,85/65,50 Euro eindeutig fallen, wäre damit eine Toppbildung vollendet und PUMA erst einmal bärisch. Das wird morgen Früh also spannend … denn wie momentan bei allen Unternehmen sind auch die Bilanzdaten nebst Ausblick bei PUMA eine „Wundertüte“! Chart vom 27.07.2020, Kurs 67,26 Euro, Kürzel PUM

+11,33 Prozent als Reaktion auf die Bilanz des vierten Quartals: Die Zahlen, die der Sportartikelhersteller PUMA vorgelegt hatte, mussten herausragend gewesen sein. Und in der Tat waren sie tadellos und schlugen durchweg die durchschnittliche Analystenerwartung. Der Umsatz lag mit 1,5 Milliarden Euro satte 25 Prozent über dem Vorjahresquartal und über der Konsens-Erwartung von 1,4 Milliarden. Und der Gewinn lag als EBIT (vor Steuern und Zinsen) gerechnet fast 37, netto knapp 55 Prozent höher als im vierten Quartal 2018.Und auch beim Gewinn wurde die Prognose überboten: Da kann man beileibe nicht meckern. Dass die Aktie anfänglich kurz ins Minus gerutscht war, dürfte an der Guidance für das angelaufene Jahr gelegen haben, denn die wirkte mit einem Ziel von zehn Prozent Umsatz-Steigerung und einem Gewinnziel-Korridor zwischen 500 und 520 Millionen Euro ein wenig defensiv. Letzteres lag am unteren Ende der Analystenerwartungen. Aber im Rahmen der Analystenkonferenz unterstrich PUMA, dass es für das Unternehmen üblich sei, zu Beginn eines Jahres, wenn die Rahmenbedingungen kaum kalkulierbar sind, eher moderate Ziele auszugeben. Die Aussage, dass das Umsatzziel wegen dieser (zu begrüßenden) kaufmännischen Vorsicht und nicht wegen der Virus-Epidemie in China bei zehn Prozent liege, dürfte die Marktteilnehmer beruhigt haben: Die Aktie zog steil davon und beendete den Tag mit einem neuen Rekordhoch. Expertenmeinung: Nach einem solchen Kurssprung stellt sich natürlich die Frage, ob man noch auf den Zug aufspringen sollte oder im Gegenteil an Gewinnmitnahmen denken sollte. Was die Bewertung angeht, wäre die PUMA-Aktie mit einem 2020er Kurs/Gewinn-Verhältnis um 37 nicht unbedingt zu teuer, vorausgesetzt, es gelingt, den Gewinn auch 2020 deutlich, um etwa 25 Prozent zu steigern. Das würde zwar der Erfolgsstory der vergangenen Jahre entsprechen, als sicher voraussetzen sollte man das aber besser nicht. Momentan stuft nur etwa die Hälfte der die Aktie beobachtenden Analysten PUMA als Kauf ein, zudem ist das Papier mit dem gestrigen Kurssprung mit Schwung am durchschnittlichen Analysten-Kursziel von derzeit 75 Euro vorbei gezogen. Wobei man da wiederum berücksichtigen muss, dass die Analysten diese starke Bilanz des vierten Quartals bei der Festlegung ihrer Kursziele noch nicht kannten. Und die Charttechnik? Die wäre ohne Wenn und Aber bullisch. Dass die kurze negative Reaktion am Mittwoch genau auf Höhe der Juni-Aufwärtstrendlinie in Käufe überging zeigt, dass die Bullen auf dem Posten sind. Und der Anstieg über das vorherige, im Januar erreichte Rekordhoch spricht für sich. Aber: Es ist zwar gut möglich, dass die Aktie noch ein Stück weiter zulegen kann. Doch ob das Potenzial noch so groß ist, dass der Einstieg jetzt, direkt nach einer solchen Ein-Tages-Rallye von gut elf Prozent, noch lohnt, ist zumindest fraglich. Dafür ist die Aktie doch recht teuer bewertet, höher als beispielsweise adidas. Halten, bei einem Teil der Position auch mal den Gewinn mitnehmen und für den Rest der Aktien den Stoppkurs unter das gestrige Tagestief (69,75 Euro) legen, das wäre wohl eine Vorgehensweise, bei der man nicht allzu viel verkehrt machen würde. PUMA Aktie: Chart vom 19.02.2020, Kurs 80,10 Euro, Kürzel PUM | LYNX Online Broker