PUMA: Eine gewagte Wette auf 2022

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Zur PUMA Aktie

Das am Mittwoch vorgelegte Ergebnis des 3. Quartals lag zwar über den Analystenprognosen, zugleich hob der Sportartikelhersteller PUMA die Gesamtjahresprognose an. Aber wer sich die Bewertung der Puma Aktie ansieht, erkennt, dass die Bullen da eine gewagte Wette eingehen.

Ein Plus von 3,56 Prozent als Antwort auf die Quartalsbilanz lässt keinen Zweifel daran, dass das Ergebnis die Anleger zu überzeugen vermochte. Und in der Tat lag der Umsatz ebenso wie der Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) und der Nettogewinn deutlich über den Werten des Vorjahresquartals und der Konsens-Schätzung der Analysten. Außerdem hob PUMA die Prognose für das Umsatzwachstum 2021 von 20 auf jetzt 25 Prozent an und engte die Spanne des erwarteten Vorsteuergewinns von zuvor 400-500 Millionen Euro auf 450-500 Millionen ein.

Gut war das zweifellos, aber wenn es um die Frage geht, ob man bei der PUMA-Aktie jetzt einsteigen oder besser aufgelaufene Gewinne mitnehmen sollte, ist das nicht der Punkt. Entscheidend ist zu diesem Zeitpunkt des Jahres nicht mehr, was 2021 noch gelingt, sondern wie 2022 aussehen wird. Und da findet sich die Achillesferse der Bullen.

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur PUMA Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Denn die Bewertung der Aktie ist derzeit äußerst hoch. Ein Kurs/Gewinn-Verhältnis von 53 auf Basis der momentan geltenden, durchschnittlichen Gewinnschätzung der Analysten für 2021 ist zu viel … es sei denn, die Gewinne würden in den kommenden ein, zwei Jahren deutlich zulegen. Werden sie das?

Gerade in einem so sehr vom Konsumverhalten abhängigen Bereich ist das nicht vorhersehbar. PUMA hat sich zu 2022 noch nicht konkret geäußert. Und die Analysten können nicht wissen, was die Betreffenden selbst noch nicht wissen: Ob sie, die Verbraucher weltweit, 2022 mehr oder weniger für hochwertige Sportartikel ausgeben werden oder nicht. Aber das aktuelle Kursniveau der PUMA-Aktie wäre nur dann gerechtfertigt, wenn der Gewinn des Unternehmens 2022 um etwa 45 Prozent steigt. Denn das erwarten die Analysten derzeit im Schnitt, aber wie gesagt: Sie können es nicht wissen.

Chart vom 27.10.2021, Kurs 106,15 Euro, Kürzel PUM | Online Broker LYNX

PUMA erwähnte im Rahmen der Bilanzvorlage, dass der Umsatz in China im dritten Quartal um 16 Prozent gefallen sei. Man sei mittelfristig für China weiter optimistisch – aber das alleine wird nicht reichen. Und die Marktteilnehmer dürften sich auch nicht weiter daran gestört haben, dass PUMA darauf hinwies, dass die Lieferprobleme im laufenden ebenso wie im ersten Quartal 2022 anhalten dürften. Und so gut die Bilanz sich auch las: Wenn die Experten Recht behalten, würde PUMAs Gewinn pro Aktie 2021 nur zehn Prozent über dem des Jahres 2019 liegen. Und Ende 2019 notierte die Aktie um die 70 Euro, gestern schloss sie gut 50 Prozent höher, ist also von der Bewertung her viel teurer als vor der Corona-Phase.

Solange sich die Marktteilnehmer nicht genauer um diese Aspekte kümmern, kann es zwar gut sein, dass der PUMA-Kurs nach dem Ausbruch über die kurzfristige Abwärtstrendlinie an oder sogar über das bisherige, im August bei 109,70 Euro markierte Rekordhoch läuft. Aber damit ist die Aktie äußerst anfällig im Fall auch kleinerer Enttäuschungen, daher sollte man, wenn man hier auf der Long-Seite agiert, keinesfalls ohne „Fallschirm“ in Form eines Stoppkurses unter der Ende September/Anfang Oktober verteidigten, mittelfristigen Schlüsselzone 93,48/94,90 Euro unterwegs sein.

 

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In den letzten fünf Jahren hat sich der Kurs der PUMA-Aktie in der Spitze verfünffacht. Aber jede Hausse geht einmal zu Ende. Die Frage, die jetzt im Raum steht, lautet: Ist das jetzt der Fall … oder starten die Bullen über entscheidenden Unterstützungen noch einmal durch?

Dass PUMA zu den Top-Kandidaten für den DAX-Aufstieg gehörte, dürfte der Aktie in den vergangenen Monaten geholfen haben, immerhin war seit März bekannt, dass der DAX auf 40 Titel aufgestockt würde. Aber mit dem gestrigen Montag ist der Aufstieg vollzogen, das „Zugpferd Aufstieg“ ausgespannt, zugleich ging, diesmal wegen dieser DAX-Aufnahme unter besonders hohen Umsätzen, die Abrechnung an der Terminbörse über die Bühne.

Schon in der Woche vor dem Aufstieg hatte PUMA spürbar an Boden verloren. Aber auch, wenn dadurch das Bild einer Toppbildung an Kontur gewann, spielten sich diese Abgaben noch oberhalb entscheidender Chartmarken ab. Die erste dieser entscheidenden Unterstützungen wurde allerdings am Montag erreicht. Können die Käufer die Vollendung einer Toppbildung und dann drohende, mittelfristig relevante Short-Signale verhindern?

Expertenmeinung: Momentan könnte dazu viel von der Entwicklung in China abhängen. Noch ist nicht klar, ob die chinesische Regierung den wankenden Immobilienriesen Evergrande auffangen oder fallen lassen wird. Da China ein immens wichtiger Markt mit globaler Strahlkraft ist, kann ein Fallenlassen dieses Unternehmens und ein dadurch beeinträchtigtes Wachstum in China durchaus dazu führen, dass das Konsumwachstum im Bereich höherpreisiger Artikel wie denen des Sportartikelherstellers PUMA spürbar gebremst wird. Und wenn man sich die Bewertung der Aktie ansieht, sollte das besser nicht passieren, denn im Kurs sind eine Menge Vorschusslorbeeren enthalten.

Das erkennt man, wenn man die Ende Juli vorgelegten Halbjahreszahlen nicht mit dem verzerrten Jahr 2020, sondern mit dem ersten Halbjahr 2019 vergleicht. Vor zwei Jahren notierte die PUMA-Aktie bei ca. 70 Euro, derzeit zahlt man über 50 Prozent mehr. Doch weder der Umsatz noch der Gewinn konnten mit diesem Kursanstieg mithalten. Im Vergleich zu den ersten sechs Monaten 2019 lag der Umsatz 23 Prozent, der Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) 18 Prozent höher. Die Aktie ist also teurer bewertet als damals. Das derzeitige Kurs/Gewinn-Verhältnis von „sportlichen“ 51 auf Basis der durchschnittlichen 2021er-Analysten-Schätzung wäre daher nur dann gerechtfertigt, wenn PUMA auch 2022 und 2023 zügig weiter wachsen würde.

Dabei ist die unsicherer werdende Lage in China nur ein Damoklesschwert von mehreren, denn hinzu kommt das eher instabile Wachstum in Europa und die Inflationsproblematik. Dass die Anleger langsam vorsichtig werden, ist also nicht überraschend. Aber erst, wenn auch auf Höhe der nächsten, entscheidenden Auffangzone unterhalb der aktuell umkämpften Nackenlinien-Zone der Toppbildung um 99 Euro niemand die Hand aufhält, wird es ernst. Diese Zone findet sich im Bereich 93,42/94,36 Euro und wird zusätzlich durch die wichtige 200-Tage-Linie verstärkt. Weit entfernt ist dieser Bereich nicht mehr, auf den sollte man jetzt genau achten. Wird dieser Bereich getestet und hält, wäre das eine interessante Einstiegsbasis. Hält er indes nicht, würde PUMA zum „fallenden Messer“, in das man besser nicht hinein greift.

PUMA-Aktie: Chart vom 20.09.2021, Kurs 99,20 Euro, Kürzel PUM | Online Broker LYNX

Die Aktie des Sportartikelherstellers PUMA markierte am Freitag mit 97,36 Euro einen neuen Verlaufsrekord. Doch so absurd es wirken mag, wenn man sich den Chart ansieht, erkennt man sofort: Das bullische Lager muss dennoch permanent auf der Unterseite verteidigen.

Das erste Quartal 2021 war sehr stark ausgefallen. Das bestärkte diejenigen in ihrer Meinung, die erwarten, dass der Konsum längst wieder so stabil ist und zudem noch stärker wird, dass PUMA das starke Ergebnis des Jahres 2019 im laufenden Jahr bereits wieder erreichen und 2022 deutlich übertreffen wird. Auch die Analysten sehen mehrheitlich ein starkes Wachstum für die kommenden Jahre. Aber ob es so kommt, ist letztlich nicht vorhersagbar. Dazu ist der Konsum, und das auch noch weltweit, einfach nicht klar genug zu prognostizieren.

Solange die Analysten mehrheitlich optimistisch sind, mag man diesen Unsicherheitsfaktor vom Tisch wischen, aber die Experten sind nicht gerade „überschwänglich“. Das durchschnittliche Kursziel für PUMA liegt bei 100 Euro und wäre damit zum Wochenschluss fast erreicht worden. Und dass die Aktie den Tag, an dem neue Bestmarken gesetzt wurden, im Minus beendete, sollte vorsichtig stimmen, zumal es an einem fehlt: an Schwung.

Expertenmeinung: Noch am Mittwoch hatte die Aktie auf einem Niveau notiert, mit dem sie bereits in das Jahr 2021 gestartet war. So stark PUMA nach dem Corona-Crash gelaufen ist, in diesem Jahr tat sich bislang eben herzlich wenig. Und das mündet in ein charttechnisches Problem:

Der Ausbruch über die vorherigen Hochs, im Januar und April im Bereich 93,48/94,36 Euro markiert, ist noch nicht signifikant. Dadurch, dass PUMA am Freitag am Ende ins Minus abdrehte, ohnehin nicht. Und die derzeit relevante, im März etablierte Aufwärtstrendlinie liegt mit 92,50 Euro nur knapp darunter.

PUMA-Aktie: Chart vom 18.06.2021, Kurs 94,88 Euro, Kürzel PUM | Online Broker LYNX

Würde sich die Besorgnis verstetigen, dass die zuvor so optimistische Erwartung an den Konsum durch ein verflachendes Wachstum im Verein mit Inflation deutlich überzogen war, wäre diese Supportzone 92,50 zu 94,36 Euro massiv gefährdet. Ein zeitnaher Test der aktuell um 85 Euro verlaufenden 200-Tage-Linie würde dann nicht überraschen, daher: Dieser Ausbruch ist noch nicht gelungen und kann allemal noch zu einer Bullenfalle werden.

Wenn es darum geht, eine Aktie zu kaufen, hat zwar die grundsätzliche Situation des betreffenden Unternehmens und dessen Perspektive ein hohes Gewicht bei der Frage, ob man zugreift oder nicht. Aber die Stimmung am Gesamtmarkt spielt in solchen Situationen immer mit hinein. Vor allem jetzt und vor allem bei Aktien, die vom Konsum abhängen wie die des Sportartikelherstellers PUMA.

Entsprechend den jetzt beschlossenen Maßnahmen zur Corona-Eindämmung soll der Einzelhandel geöffnet bleiben. Und sollten die Maßnahmen funktionieren, wäre das Weihnachtsgeschäft nicht nennenswert beeinträchtigt. Das wäre für PUMA natürlich gut. Aber werden die Konsumenten ihr Geld wirklich so ausgeben wie in früheren Jahren oder bringt diese besondere Situation sie dazu, da auf die Bremse zu treten?

Dieser Unsicherheitsfaktor könnte die Marktteilnehmer davon abhalten, die Chance zu nutzen, die sich aus den Käufen in fallende Kurse hinein am Mittwoch ergeben. Wobei „könnte“ eben nicht „muss“ bedeutet. Denn mit Blick auf die am Mittwochmorgen vorgelegte Bilanz darf man vermuten, dass die anfänglich deutlich größeren Verluste weniger auf das Zahlenwerk als auf die Bilanz zurückzuführen sind, während diejenigen, die da nach dem ersten Abverkauf ins fallende Messer gegriffen haben, auf die Ergebnisse fixiert waren. Denn die waren gar nicht so schlecht … die Frage ist nur, ob das reicht.

Expertenmeinung: PUMA legte beim Umsatz im dritten Quartal um 6,7 Prozent gegenüber dem dritten Quartal 2019 zu, der Gewinn vor Steuern und Zinsen stieg überproportional um 17,3 Prozent. Zwar hatte der Sportartikelhersteller im zweiten Quartal einen Verlust eingefahren, aber operativ geht PUMA davon aus, das Jahr 2020 mit einem, wenngleich natürlich unter dem des Vorjahres liegenden, Gewinn abzuschließen. Das klingt optimistisch. Und auch die Analysten sind hier grundsätzlich weiter positiv gestimmt, denn man erwartet dort, dass diese „Delle“ in den Zahlen bereits 2021 nicht nur ausgebeult, sondern überkompensiert wird, indem im kommenden Jahr Rekordgewinne eingefahren werden. Die Sache hat allerdings einen Haken: Ob es wirklich so kommt, weiß niemand. Diese positiven Prognosen basieren nicht auf einer kalkulierbaren Entwicklung des Konsums, sondern auf Hoffnungen. Die sich darüber hinaus auch in den Einstufungen der Analysten widerspiegeln, indem sich dort zu drei Viertel „Kaufen“-Empfehlungen finden.

Der Vorteil des bullischen Lagers ist, dass die Aktie nach unten durch gleich mehrere Unterstützungen gut unterfüttert wirkt. Am bedeutsamsten wäre die Zone um 72/72,50 Euro, doch selbst wenn die durchbrochen werden sollte, fänden sich bei 67,30 Euro in Form der 200-Tage-Linie und bei 63,30/63,50 Euro in Form der Zwischentiefs der Monate Juni und August weitere potenzielle Auffanglinien, bevor der Weg der Aktie nach unten frei wäre. Angesichts der Tatsache, dass PUMA selbst nicht einmal jetzt eine Prognose für das Gesamtjahr riskiert, sollte man einen erneuten und erfolgreichen Anlauf an das bisherige Rekordhoch aber besser nicht als ausgemachte Sache ansehen. Erst, wenn die am Mittwoch gebrochene, mittelfristige Aufwärtstrendlinie und die 20-Tage-Linie mit Schlusskursen über 80 Euro zurückerobert wurden, wäre der Weg nach oben aus charttechnischer Sicht wieder mit einem guten Chance/Risiko-Verhältnis versehen.

Chart vom 28.10.2020, Kurs 76,56 Euro, Kürzel PUM | Online Broker LYNX

Am Dienstagabend nach US-Handelsende meldete der US-Sportartikelhersteller NIKE scheinbar starke Zahlen für das bei NIKE von 1. Juni bis zum 31. August laufende, erste Geschäftsquartal 2020/2021. Die NIKE-Aktie stieg daraufhin im nachbörslichen US-Handel deutlich an. Und das motivierte hiesige Akteure, auch bei PUMA beherzt zuzugreifen. Denn wenn es bei NIKE läuft, muss es ja auch bei PUMA laufen. Doch davon abgesehen, dass das mitnichten so sein muss, waren die NIKE-Zahlen nur grandios, wenn man sie nicht im Kontext betrachtet. Tut man das, wirken die Käufe bei PUMA erst recht gewagt.

Richtig ist zwar, dass die NIKE-Zahlen weit über den Analysten-Prognosen lagen. Aber da wurde eine Fata Morgana erzeugt, denn die Prognosen lagen so niedrig, dass sie übertroffen werden mussten. Diese Masche, gezielt viel zu tief zu schätzen, um dann ob immens übertroffener Prognosen ein Bild vorzugaukeln, in dem die Wirtschaft viel besser läuft als gedacht, war in den letzten Monaten dies- und jenseits des Atlantiks Usus. Wer genauer hinsieht, erkennt jedoch: Zwar verdiente NIKE im abgelaufenen Quartal mit 95 Cent pro Aktie mehr als doppelt so viel wie von den Analysten angeblich erwartet (im Schnitt 46 Cent). Doch im vorherigen Quartal (1. März bis 31. Mai) wurde die Prognose von 7 Cent mit -51 Cent pro Aktie gnadenlos unterboten. Nimmt man die beiden Quartale zusammen, käme man dann eben doch nur auf dem Niveau der Prognosen heraus. Zwar könnte man argumentieren, dass PUMA trotzdem mitlaufen könnte, wenn sie bei den vorherigen NIKE-Zahlen Ende Juni mit abgerutscht wäre. Stimmt. Aber Sie sehen im Chart, dass das nicht der Fall war.

Expertenmeinung: Bei schwachen Ergebnissen des Konkurrenten stabil bleiben, bei starken Ergebnissen hingegen mit steigen … das ergibt in der Summe eine ziemliche Hypothek für das jetzt zu Ende gehende dritte Quartal. Und die Zahlen des zweiten Quartals waren, wie zu erwarten war, unschön. PUMA hatte 30 Prozent weniger umgesetzt als im Vorjahresquartal und pro Aktie einen Verlust von 64 Cent ausgewiesen. Zwar hatte das Unternehmen mitgeteilt, dass sich die Lage im Juni wieder aufzuhellen begann. Da müsste im dritten Quartal einiges vorangegangen sein, um nicht den Eindruck einer markanten Überbewertung entstehen zu lassen. Doch gerade der Konsum klemmte in den letzten Monaten, wie das ifo-Institut bei dessen letztem Geschäftsklimaindex für August mitteilte. Und derweil steuert die PUMA-Aktie auf ihr bisheriges Allzeithoch zu.

Dieses bisherige Rekord-Verlaufshoch bei 84,30 Euro wurde am 20. Februar im Rahmen der Reaktion auf Rekord-Umsätze im vierten Quartal 2020 erzielt, als von einem Lockdown und einer Rezession noch keine Rede war. Jetzt ist die Lage eine andere, der Kurs aber fast wieder auf Rekordniveau. Per Mittwoch würde sich dadurch, bezogen auf die Gewinnschätzungen der Analysten für das laufende Jahr 2020, ein verblüffendes Kurs/Gewinn-Verhältnis von 180 (!) errechnen. Zwar blicken die Anleger deshalb einfach auf das kommende Jahr. Aber die Annahme, dass dann alles wieder so laufen wird wie 2019, ist eben nicht mehr als das: eine Annahme, für die es bislang keinerlei Belege gibt. Wer hier auf der Long-Seite agiert, sollte daher nicht ohne Fallschirm unterwegs sein. Sobald die Aktie die derzeit entscheidende Kreuzunterstützung im Bereich 72/73 Euro durchbrechen sollte, wäre das Ziehen der Reißleine dringend zu erwägen, denn dann könnte die Schwerkraft schnell und heftig auf diese ambitionierte Rallye einwirken.

PUMA Aktie: Chart vom 23.09.2020, Kurs 77,94 Euro, Kürzel PUM | Online Broker LYNX

Die Sport-Markenartikel-Hersteller hatten viele Jahre eine grandiose Zeit. Umsatz und Gewinn stiegen fast automatisch, schien es. Sogar, als das weltweite Wachstum 2018 und 2019 nachließ, stiegen die Gewinne weiter, das galt auch für PUMA. Aber jetzt haben sich viele Parameter verändert. Und realistisch betrachtet ist völlig offen, ob es PUMA zeitnah gelingen wird, in die Schiene stetigen Wachstums zurückzukehren. Das Problem für die Anleger ist, dass die Aktie wieder auf ein Level zurückgelaufen ist, das genau das bereits einpreist. Und da hängt der Kurs jetzt seit Anfang Juni fest. Man wartet auf Informationen. Auf Daten, die es ermöglichen, sich ein klareres Bild zu machen darüber, ob die Rallye der Aktie zwischen Mitte März und Anfang Juni überzogen war oder im Gegenteil noch einiges an Luft nach oben ist und das Rekordhoch bei 84,30 Euro, markiert als Reaktion auf die Bilanz des vierten Quartals 2019, erreichbar wäre. Diese Daten werden morgen geliefert und dürften dazu führen, dass PUMA diese wochenlange Seitwärtsspanne verlässt. In welche Richtung das passiert, ist indes offen. Expertenmeinung: Da helfen im Vorfeld auch die für die Aktie mehrheitlich optimistischen Einschätzungen der Analysten nicht weiter. Die haben zwar für PUMA mehrheitlich eine „Kaufen“-Einschätzung ausgerufen. Und das durchschnittliche Kursziel liegt derzeit mit 71 Euro etwas über dem momentanen Kurs. Aber diese Analysten kennen die morgen vorgelegten Zahlen zum zweiten Quartal auch noch nicht. Was wird erwartet? Nicht viel. Im Schnitt rechnet man mit einem Verlust von 0,62 Euro pro Aktie nach einem Gewinn von 0,33 Euro im Vorjahresquartal. Der Umsatz soll auf 804 Millionen Euro nach 1,227 Milliarden im zweiten Quartal 2019 gefallen sein. Das klingt, als wäre es leicht zu überbieten. Nur ist man sich am Markt durchaus gewärtig, dass die Prognosen derzeit meist deutlich zu tief angesetzt werden. Und letzten Endes ist auch weniger wichtig was war, sondern das, was kommt. Wie sieht PUMA selbst die Entwicklung im laufenden Quartal und bis zum Jahresende? Dass es da zügig wieder tief in die Gewinnzone geht, das unterstellen die Analysten ebenso wie diejenigen, die in den letzten Monaten eingestiegen sind. Im laufenden Quartal soll, so die durchschnittliche Schätzung, schon wieder ein Gewinn von 0,54 Euro pro Aktie drin sein nach 0,67 Euro im Vorjahr. So schleppend, wie der Einzelhandel derzeit weltweit anläuft, wird das womöglich eng. Und dann kommt es darauf an, ob die Marktteilnehmer der Aktie die Treue halten, sollte PUMA beim – morgen wohl mitgelieferten – Ausblick weniger optimistisch sein. Die charttechnischen Ankerpunkte im Vorfeld des Zahlenwerks sind klar zu umreißen. Nach oben sehen wir einen Widerstand bei 72,32 Euro, der Anfang Juli bereits angegangen wurde, da misslang der Ausbruch jedoch. Geht PUMA da drüber, wäre die Aktie nach oben erst einmal frei. Sollte die Reaktion aber negativ ausfallen, würde die auch noch durch die 200-Tage-Linie verstärkte und damit in ihrer Bedeutung intensivierte Supportzone 64,85/65,50 Euro eindeutig fallen, wäre damit eine Toppbildung vollendet und PUMA erst einmal bärisch. Das wird morgen Früh also spannend … denn wie momentan bei allen Unternehmen sind auch die Bilanzdaten nebst Ausblick bei PUMA eine „Wundertüte“! Chart vom 27.07.2020, Kurs 67,26 Euro, Kürzel PUM