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Angesichts der ungewöhnlich dynamischen und weitreichenden Aufwärtsbewegung der Nordex-Aktie dürften viele Akteure hier gezögert haben, noch auf diesen Zug aufzuspringen, und sich entschieden haben, eine Korrektur abzuwarten. Die hat begonnen – und was nun?
In Korrekturphasen hinein einzusteigen, ist eine grundsätzlich sinnvolle Vorgehensweise. So verringert man das Risiko, ausgerechnet nahe an einem Hoch zu kaufen und lange warten zu müssen, um wenigstens den Einstandskurs wiederzusehen. Hinzu kommt, dass man in einer Korrektur näher an den trendführenden, gleitenden Durchschnitten und Aufwärtstrendlinien zugreift, so dass man seine an diesen Schlüssel-Unterstützungen orientierten Stoppkurse enger setzen kann als bei einem Kauf nach neuen Hochs. Die Frage, die indes immer offen bleibt, lautet:
Wann ist eine Korrektur denn wirklich vorüber? Grundsätzlich kann aus einer Korrektur ja auch eine Abwärtswende werden, die genau die Unterstützungen bricht, die eigentlich halten sollten. Erst „ganz unten“, nah an den entscheidenden Linien einzusteigen, wäre also besser … eigentlich. Nur was tun, wenn diese entscheidenden Marken gar nicht erreicht werden und die Aktie schon auf höherem Niveau nach oben dreht? Sollte man es einfach irgendwo mal versuchen … oder warten, bis zuvor unterbotene Unterstützungen zurückerobert werden und man daraus schließen kann, dass die Korrektur überstanden ist? Aber täte man das, müsste man viel teurer einsteigen, als würde man in fallende Kurse kaufen. Gibt es da keine Patentlösung?
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Expertenmeinung: Nein, die gibt es nicht. Nicht einmal mit einem zusätzlichen Seitenblick auf Bewertungen oder Experten-Kursziele ist sicher, wo „unten“ sein wird. Denn eine Aktie kann, das ist nicht einmal selten, durchschnittliche Analysten-Kursziele weit überbieten, dann aber so drastisch korrigieren, dass diese Ziele weit unterschritten werden und der Kurs trotzdem nicht dreht. Daher muss man von Fall zu Fall entscheiden und überlegen, wie man vorgehen könnte. Das gilt auch für die Aktie des Windkraftanlagenherstellers Nordex.

Der Chart zeigt, dass die Korrektur bislang unter die die Aktie seit letztem Herbst nach oben führende 50-Tage-Linie (violette Linie) und die Supportlinie bei 42,24 Euro geführt hat. Aktuell testet der Kurs die in Schwarz gehaltene, bei derzeit 40,65 Euro verlaufende 100-Tage-Linie. Wenn man bedenkt, dass das Jahreshoch bei 51,70 Euro lag und das durchschnittliche Analysten-Kursziel von momentan 45,70 Euro wieder ein gutes Stück über dem letzten Kurs liegt, wirkt das verlockend. Zumal die Bewertung mit einem Kurs-/Gewinn-Verhältnis von gut 22 auf Basis der durchschnittlichen 2026er-Gewinnschätzung mit Blick auf das solide gefüllte Auftragsbuch nicht teuer wäre.
Andererseits hat man eben nie eine Garantie, dass eine Korrektur nicht trotzdem deutlich weiter reicht, als sie von solchen Aspekten her führen müsste. Und bis zu einer richtig massiven Unterstützung in Form des Kreuzsupports aus September-Aufwärtstrendlinie und der unteren Begrenzung des im Februar entstandenen Aufwärts-Gaps wäre es noch ein gutes Stück nach unten, die wartet erst um 35 Euro.
Eine denkbare Option wäre, einfach einen Fuß in die Tür zu stellen – grundsätzlich ein recht häufiges Vorgehen in einer solchen Situation. Man ordert eine kleine Position dort, wo eine Korrektur ihren Boden finden könnte, aber nicht muss … und schaut, was weiter passiert. Dreht die Aktie umgehend nach oben, wäre man immerhin mit einer kleineren Position dabei. Fällt sie an den nächsten Auffangbereich, kauft man in der gleichen Größenordnung wie beim ersten Kauf zu, setzt dann aber unter diese tiefergelegene Unterstützung konsequent einen Stoppkurs.
Kommt man nicht zum Zuge, weil die Aktie schon weiter oben aufwärtsdreht, geht der Stopp unter das letzte Tief und man hätte die Option, dann zuzukaufen, wenn die Aktie erste Widerstände überbietet, die von Belang sind. Im Fall Nordex könnte man da die 20-Tage- und 50-Tage-Linien bei derzeit 45,05/45,30 Euro als Anhalt nehmen … und zieht den Stopp dann zügig nach.
Möglichkeiten, die Ungewissheit über die Dimension einer Korrektur „auszutarieren“, gibt es also grundsätzlich durchaus. Wie man da letzten Endes vorgeht, ist immer eine Frage der persönlichen Risikobereitschaft.
Quellenangaben: Analysten-Kursziele: https://finance.yahoo.com/quote/NDX1.DE/analyst-insights/
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 29.05.2026 um 23:44 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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