Ceconomy Aktie Prognose Ceconomy: Ein Schuss ins Knie

News: Aktuelle Analyse der Ceconomy Aktie

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Ceconomy
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Ceconomy hat die Prognose kassiert. Kein Wachstum, kein steigender Gewinn. Ganz im Gegenteil, die Probleme fangen gerade erst an.

Ein Gigant

Ceconomy betreibt mehr als 1.000 Elektronikmärkte in zwölf Ländern, inzwischen entfallen allerdings rund ein Drittel der Umsätze auf das Online-Geschäft.

Sind Media Markt und Saturn auf dem besten Weg ein dominanter Online-Händler zu werden?

Man sollte meinen, dass ein Gigant wie Coconomy mit seinen Töchtern Media Markt und Saturn stark positioniert ist.
Was soll schon schiefgehen?

Zu diesem Schluss scheint jeden Tag jemand zu kommen. Oder es wird einfach auf eine Erholung spekuliert, weil die Aktie „ja jetzt schon so weit gefallen ist, dass sie bald mal wieder steigen muss.“

Schließlich findet jeden Tag Handel mit der Aktie statt, irgendwer kauft also.

Um es ganz kurz zu machen: Ich finde dafür keine wirklich gute Begründung. Das Geschäftsmodell von Ceconomy ist faktisch obsolet.
Vor allem jüngere Generationen kaufen ihre Elektronikprodukte im Internet.

Es findet also eine zunehmende Verschiebung des Handels statt und Media Markt und Saturn sind sicherlich nicht am effizientesten aufgestellt.

Die gigantischen Filialen in Innenstädten kosten Unsummen an Geld und man muss mit Online-Händlern konkurrieren, die irgendwo auf dem Land in einer Halle sitzen und eine deutlich niedrigere Kostenbasis haben.

Daher schließt Ceconomy auch jedes Jahr wieder Filialen.

Ceconomy ist nicht mehr konkurrenzfähig. Und glauben Sie mir, es macht mir keinen Spaß, der Überbringer schlechter Nachrichten zu sein.
Aber meine Aussagen ändern an der Realität und der Zukunftsperspektive von Ceconomy nichts, womöglich kann aber wenigstens noch Schaden von Anlegern abgewendet werden.

Niedergang

Eigentlich muss man nur einen Blick in den Chart werfen. Mit Ceconomy geht es seit bald einem viertel Jahrhundert sukzessive abwärts.
Auf jede Rallye folgt ein neues Allzeittief. Jedes relevante Hoch ist niedriger als das vorherige.

Chart vom 22.07.2022 - Kurs: 1,97 Kürzel: CEC1 - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 22.07.2022 – Kurs: 1,97 Kürzel: CEC1 – Wochenkerzen

Das gilt ebenso für die Zeit vor der Restrukturierung 2016 als auch danach. Aber wir wollen uns fortan auf die Zeit ab 2016 konzentrieren.

Der Umsatz ist in diesem Zeitraum von 21,87 auf 21,36 Mrd. Euro leicht gesunken. Das hört sich im ersten Moment nicht so schlimm an, bedeutet aber, dass man inflationsbereinigt an Boden verliert.

Über einen längeren Zeitraum bringt das die Margen immer stärker unter Druck. Daher hat sich der Gewinn in diesem Zeitraum auch von 599 auf 232 Mio. Euro mehr als halbiert.
Zwischenzeitlich war man auch in zwei Jahren unprofitabel.

Bei einer operativen Marge von knapp über 1% steht man eben immer kurz davor, in die roten Zahlen zu rutschen.

Daran hat erstaunlicherweise nicht mal der enorm gestiegene Anteil des Online-Handels am Gesamtumsatz etwas geändert.

Auch das lässt sich erklären:
Wenn Media Markt und Saturn einen unveränderten Umsatz erzielen und eine unveränderte Kostenbasis haben, spielt es keine Rolle ob der Umsatz online oder in der Filiale erzielt wird.

Es wird besser…

Natürlich stellt Ceconomy für die Zukunft eine Verbesserung der Lage in Aussicht, aber das war auch schon vor drei oder vier Jahren der Fall.
Was bleibt dem Vorstand auch anderes übrig?

Von den Bullen wird gerne auf die hohe Dividende und die Vermögenswerte verwiesen.
In der Realität bringen aber selbst 6% an Dividende nicht viel, wenn im Gegenzug der Aktienkurs immer weiter sinkt. Das gilt umso mehr, wenn die Dividende zukünftig gesenkt werden muss und genau davon wird bei Ceconomy ausgegangen.

Und Vermögenswerte sind sehr relativ. Wer sich in manchen Innenstädten umschaut, der weiß, wovon ich spreche. Viele Läden stehen leer und für riesige Filialen, wie die von Media Markt und Saturn gibt es ohnehin nicht viele Interessenten.

…oder eben nicht

Dass es schwierig ist, in dieser Gesamtkonstellation, die gesteckten Ziele zu erreichen, haben wir am Donnerstagabend nach Handelsschluss erlebt.

Ceconomy hat vorläufige Zahlen vorgelegt und die Prognose gekappt (Link).

Demnach hätten sich die Hoffnungen, dass sich das Konsumklima im Jahresverlauf bessert und sich die Inflationsraten wieder normalisieren, zerschlagen.
Stattdessen hätte sich „das Konsumklima in den vergangenen Wochen in hohem Tempo weiter eingetrübt.“

Daher wurden die Erwartungen für den Umsatz von einem „leichten Wachstum“ auf Stagnation gesenkt.
Beim bereinigten EBIT musste man von „einer sehr deutlichen Steigerung gegenüber dem Vorjahr“ auf 150 Mio. Euro zurückrudern.
Im Vorjahr lag das bereinigte EBIT bei 237 Mio. Euro.

Nochmal im Klartext:
Bisher war man davon ausgegangen, dass das EBIT in diesem Jahr weit über 237 Mio. Euro liegen wird.
Jetzt erwartet man nur noch 150 Mio. Euro.

Jetzt kann man natürlich mutmaßen, was eine „sehr deutliche Steigerung“ ist. Entspräche das einem Anstieg des EBIT auf 250 oder vielleicht 300 Mio. Euro?
In jedem Fall hat man gerade die Prognose für den Gewinn um 40% oder mehr gesenkt.

Außerdem hat man auch gleich noch bekannt gegeben, dass man davon ausgeht, „dass das eingetrübte Gesamtbild über das laufende Geschäftsjahr 2021/22 hinaus Bestand haben wird.“

Ich wünsche Ihnen allen viel Erfolg an der Börse.

 

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Vorherige Analysen der Ceconomy Aktie

Am Gesamtmarkt sieht man nicht, dass fast alle großen Erwartungen, die man Anfang 2021 hatte, enttäuscht wurden. Bei Ceconomy als typischem Vertreter des Einzelhandels sieht das schon anders aus: über 30 Prozent Minus ist die Bilanz 2021. Wird 2022 besser?

Die Letzten werden am Ende die Ersten sein … so sagt man bisweilen. Allerdings würde das am Aktienmarkt nicht ohne Grund passieren. Und bevor man konstatieren wollte, dass die Ceconomy-Aktie, die die Elektronikfachmarkt-Ketten Media Markt und Saturn vereint, „billig“ ist, müsste man Argumente beibringen, die andere Investoren im neuen Jahr ebenso überzeugen könnten. Nur dann ließe sich hoffen, dass der Spruch „neues Jahr, neues Glück“ auch für Ceconomy gelten könnte.

Es klingt immerhin positiv, dass Ceconomy zum Angriff übergehen will, indem in den kommenden Jahren europaweit 35 neue „Flagship-Stores“ eröffnet werden sollen. Aber wird man noch eine Chance haben, sich gegen Online-Riesen wie amazon.com in den kommenden Jahren zu behaupten, geschweige denn verlorenen Boden wettzumachen? Es ist zumindest fraglich.

Große Sprünge beim Gewinn trauen die meisten Analysten Ceconomy nicht zu. Was vor allem daran liegt, dass der Markt verteilt ist, sich die einzelnen Player nur noch minimal Marktanteile abnehmen können. Der Umsatz soll sich, wie schon in den Jahren zuvor, im neuen, am 1.10. begonnen Geschäftsjahr 2021/2022 kaum bewegen. Das durchschnittliche Analysten-Kursziel für Ceconomy liegt derzeit bei 4,66 Euro. Und obgleich das deutlich mehr wäre als der aktuelle Aktienkurs, sehen die meisten Experten Ceconomy nur als Halteposition. Was könnte diese Aktie 2022 zum Gewinner machen?

Expertenmeinung: Ein deutlich anziehender Konsum hierzulande und europaweit. Und zwar nicht nur nominal, sondern real, sprich inflationsbereinigt. Und darüber hinaus ein Ende der Einschränkungen für den Einzelhandel, d.h. das Thema Corona muss vom Tisch. Gelingt beides, wäre für Ceconomy mehr drin als ein prozentual schwach einstelliger Umsatzzuwachs und eine nur marginal ausgebaute Umsatzrendite. Und dann wäre für diese Aktie auch mehr möglich als das durchschnittliche Analysten-Kursziel von 4,66 Euro. Aber eben nur dann.

Und momentan wäre ein Szenario, in dem die Inflation flugs verschwindet, in dem sich der Druck auf die Hersteller durch explodierte Material- und Energiekosten in Luft auflöst und in dem Impfnachweise und Masken nur noch eine unangenehme Erinnerung sind, schlichtweg nicht realistisch. Was bedeutet: So billig die Aktie auch wirkt, so weit sie 2021 schon gefallen ist: „Billig“ ist Ceconomy auch jetzt nicht.

Zumindest nicht billig genug, um einfach auf Verdacht die Hand aufzuhalten. Wenn man schon etwas riskieren und auf Schnäppchenjagd gehen will, müsste zuvor wenigstens der markante, doppelte Leitstrahl dieser Baisse bezwungen sein. Will heißen, die Aktie müsste zumindest die bei aktuell 4,05 Euro verlaufende, übergeordnete Abwärtstrendlinie und die den Abwärtstrend bei 4,16 Euro verstärkende 200-Tage-Linie überwunden haben, dann hätte man immerhin ein bullisches, charttechnisches Signal im Rücken!

Chart vom 29.12.2021, Kurs 3,846 Euro, Kürzel CEC2 | Online Broker LYNX