Nemetschek Aktie aktuell Nemetschek: Das reicht noch nicht – die Bullen müssen dranbleiben

Aktuelle Analyse der Nemetschek Aktie

In diesem Artikel

Nemetschek
ISIN: DE0006452907
Ticker: NEM
Währung: EUR

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Zur Nemetschek Aktie

Das Plus von 4,35 Prozent, welches die Nemetschek-Aktie am Freitag als Reaktion auf die am Morgen vorgelegte Bilanz des zweiten Quartals erzielte, wirkt rein nominal, als hätten die Ergebnisse die Marktteilnehmer vollauf überzeugt. Sieht man sich indes den Chart an, relativiert sich dieser Eindruck. Denn damit gelang es nur, ein drohendes Verkaufssignal zu verhindern. Und der Chart macht sehr deutlich, dass man besser hinzufügen sollte: vorerst. Denn noch ist ein bärisches Signal damit nicht aus der Welt geschafft.

Die Aktie war im Zuge der starken Abgaben am Gesamtmarkt am Donnerstag an das untere Ende einer seit Mitte Juni geltenden Seitwärtsrange gerutscht. Diese Unterstützung liegt im Bereich 57,75/58,75 Euro und wird derzeit durch die ebenfalls dort verlaufende 200-Tage-Linie in ihrer Bedeutung intensiviert. Die Quartalszahlen führten zwar dazu, dass die Aktie sich von dieser Zone wieder ein Stück entfernte. Aber der Chart zeigt auch, dass zeitweise deutlich größere, im Handelsverlauf erreichte Gewinne zum Handelsende wieder abverkauft wurden. Das Plus von 4,35 Prozent wiegt schon nicht mehr so schwer, wenn man sieht, dass Nemetschek am Freitag im Hoch drei Prozent mehr zugelegt hatte.

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Expertenmeinung: Das bullische Lager müsste idealerweise zügig nachlegen, um zu verhindern, dass das Verkaufssignal doch noch kommt. Denn die Analysten prognostizierte Gewinnanstieg auch eintritt, das ist hoch in Relation zum Wachstum.

Nemetschek ist zwar seit Jahren recht teuer bewertet, aber die Kurs/Gewinn-Verhältnisse lagen zwischen 2015 und 2019 im Bereich 40 bis 55, nicht derart hoch wie jetzt. Und dass die Aktie derzeit nicht allzu weit unter dem Level vom Januar und Februar notiert, ist insofern ein „Aufschlag“, als man damals noch mit einem soliden Wachstum im laufenden Jahr rechnete. Nemetschek genießt derzeit einen „nicht betroffen“-Bonus hinsichtlich Pandemie und Rezession. Aber dass das Management die Bilanz unter anderem mit dem Hinweis ergänzte, dass weitere Auswirkungen der Pandemie im laufenden Quartal erwartet werden, sollte dazu anhalten, vorsichtig zu bleiben. Long-Positionen unterhalb dieser jetzt entscheidenden Unterstützungszone 57,75/58,75 Euro konsequent abzusichern, dürfte da kein Fehler sein.

Nemetschek Aktie Chart vom 31.07.2020, Kurs 62,40 Euro, Kürzel NEM | Online Broker LYNX

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Vorherige Analysen der Nemetschek Aktie

Das, was die Aktie des Software-Spezialisten Nemetschek da seit Ende Mai zeigt, war eine Bullenfalle. Zuerst ging es mit großem Schwung über das vorherige, im Januar erreichte Rekordhoch, dann aber kam es gleich am nächsten Handelstag zu Gewinnmitnahmen. Und statt auf den Hochs vom Januar und Februar im Bereich 68,20/69,05 Euro umgehend wieder nach oben zu drehen, fiel der Kurs durch diese normalerweise als Unterstützung „funktionierende“ Zone einfach hindurch. Ein klar negatives Signal, das nicht ohne Folgen blieb. Die Aktie fiel weiter, durchschlug auch die 20-Tage-Linie (im Chart dick blau markiert), die der Aufwärtsbewegung zuletzt als Leitstrahl gedient hat. War es das? Ist die Wende damit zementiert?

Wollte man rein chart- und markttechnisch argumentieren, müsste man das bejahen. Der Leitstrahl der Rallye ist gebrochen, Gegenwehr blieb aus. Und der Trendfolgeindikator MACD hat ein Verkaufssignal generiert. Die nächsten Auffanglinien lägen bei 58,80, 54,85 (200-Tage-Linie) und 52,45 Euro. Die Aktie könnte diese Punkte nach und nach abarbeiten, bis ein überverkaufter Level erreicht würde und/oder eine markante Unterstützung hält und sich daraus eine Bodenbildung ergibt. Aber ist wirklich damit zu rechnen, dass sich die Aktie nach Plan verhält?

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Expertenmeinung: Es ist möglich, im aktuellen Umfeld sollte man sich aber hüten, zu fest darauf zu bauen, dass sich die Kurse bzw. die Marktteilnehmer so verhalten, wie man es vor der Extremphase im Februar, März und April gewohnt war. Denn seither sehen wir eine deutlich höhere Volatilität, das gilt für Blue Chips wie für Nebenwerte gleichermaßen. Und auch die Trends an sich sind unsteter, man erkennt, dass die Akteure offenbar öfter ihre Meinung wechseln als sonst. Was heute verkauft wird wie sauer Bier, kann übermorgen heiß begehrt sein. Und das sehen wir vor allem bei Aktien, die auf dem Höhepunkt der Krise stark gelaufen sind, was andeutet, dass dort ein hoher Anteil an „Laufkundschaft“ unter den Akteuren existiert. Und Nemetschek gehört zu dieser Gruppe von Aktien.

Dass die Handelsspannen vor und direkt nach dem jüngsten Hoch noch größer wurden, deutet zwar ein eher nachhaltiges Topp an, aber auch das gehört zu Einschätzungen, die noch vor einiger Zeit „richtiger“ waren als heute. Das „new normal“ ist, zumindest vorerst, eine immense Unberechenbarkeit, so dass man zumindest nicht überrascht sein sollte, würde die Aktie plötzlich auf dem Absatz kehrt machen und zurück über die alten, jetzt wieder als Widerstand fungierenden Januar/Februar-Hochs bei 68,20/69,05 Euro springen und damit die jetzt geltende, bärische Konstellation eliminieren. Wer hier Short agiert, sollte daher mit gezielt engen Stop Loss und überschaubaren Hebeln arbeiten, um dieser latenten Sprunghaftigkeit Rechnung zu tragen.

Nemetschek Aktie Chart vom 09.06.2020, Kurs 61,60 Euro, Kürzel NEM | Online Broker LYNX

 

Die Software-Branche wurde von vielen Anlegern in den letzten Monaten als eine Art „sicherer Hafen“ gesehen. Während Aktien von Unternehmen aus stark konjunkturabhängigen Branchen sich nur geringfügig von ihren März-Tiefs lösten, wurden Aktien wie Nemetschek massiv gekauft. Das Ergebnis: Während permanent fatale Konjunkturdaten einlaufen, verfehlte die Nemetschek-Aktie ihren bisherigen Verlaufsrekord, am 20. Januar bei 69,05 Euro erreicht, am Tageshoch des Dienstags nur um 15 Cent. Dann setzten am Mittwoch Gewinnmitnahmen ein. Nicht nur hier, sondern bei den meisten zuvor durch die Decke gekauften Aktien. Denn das größer als erwartet ausgefallene Konjunkturprogramm, das die EU auflegen will, erzeugte den Eindruck, die Wende zurück zum Wachstum werde früher einsetzen und schneller ablaufen als noch vor einigen Wochen vermutet. Also raus aus den sicheren Häfen, hinein in die immer noch billig wirkenden konjunktursensiblen Aktien.

Es schien, als würde Nemetschek dadurch ausgerechnet an dieser letzten Hürde scheitern. Und wäre am Donnerstag die nächstgelegene Unterstützung in Form der 20-Tage-Linie gefallen, auf der die Aktie zur Wochenmitte aufgesetzt hatte, hätte man damit rechnen müssen, dass die Gewinnmitnahmen sich deutlich ausweiten. Aber diese 20-Tage-Linie fiel nicht, sie hielt. Und damit nicht genug: Nemetschek beendete den Tag mit einem neuen Rekordhoch.

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Expertenmeinung: Aus charttechnischer Sicht ist das ein klares Signal, dass die Bullen sich nicht bange machen lassen. Aber auch, wenn die Aktie jetzt weiter zulegt und dieses nur ganz knapp erreichte Hoch zu einem signifikanten Ausbruch nach oben wird, wie viel Luft kann da noch sein? Eine Frage, die man sich stellen sollte, auch und gerade, wenn man bereits Long investiert ist. Denn was die Bewertung angeht, müsste Nemetschek einiges an Gewinn zulegen, um wieder auf ein Kurs/Gewinn-Verhältnis zu gelangen, das man als angemessen ansehen könnte. Der Grund: Die Aktie war schon im Januar, als das vorherige Rekordhoch markiert wurde, ungewöhnlich „teuer“.

Zwar hat der Hersteller von Software-Lösungen für den Bau- und Architekturbereich im Zuge der sehr gut ausgefallenen Bilanz des ersten Quartals, die am 30. April vorgelegt wurde, an seiner Ende März abgegeben Gesamtjahresprognose festgehalten. Aber die zielt nur auf einen gehaltenen bis leicht höheren Gewinn ab. Im Januar hatte man noch mit solide steigenden Gewinnen gerechnet. Neue Rekorde bei niedriger als zu Jahresbeginn vermuteten Gewinnen bedeutet, dass die Hypothek, die die Bullen auf die Zukunft aufnehmen, höher wird. Damit wird der Kurs immer anfälliger für selbst kleine Enttäuschungen. Deswegen sofort Kasse zu machen, wäre aber wohl nicht nötig, denn der Kursverlauf zeigt, dass man diese Rechnung bislang mehrheitlich nicht aufmacht. Und das momentane Chartbild bietet eine gute Basis für eng platzierte Stoppkurse. So wäre derzeit ein Stoppkurs knapp unterhalb des Verlaufstiefs des Mittwochs (63,45 Euro) und damit auch knapp unter der aktuell bei 63,40 Euro verlaufenden 20-Tage-Linie sinnvoll. Da würde man sich also nicht viel vergeben, wenn man am Ball bleibt, bis sich herausstellt, ob Nemetschek das noch knappe, neue Rekordhoch auszubauen vermag oder nicht.

Nemetschek Aktie Chart vom 28.05.2020, Kurs 69,20 Euro, Kürzel NEM | Online Broker LYNX

Ein Plus von 2,5 Prozent als Reaktion auf die Bilanz des ersten Quartals und die Bestätigung der bisherigen Jahresprognose wirkt nicht gerade wie ein umwerfend positives Feedback. Aber bedenkt man, dass die Aktie des Software-Spezialisten für den Bau- und Architekturbereich im Vorfeld bereits wochenlang massiv zugelegt hatte und der Gesamtmarkt am Donnerstag unter Druck stand, sollte man diesen Kursgewinn nicht zu gering schätzen. Die entscheidende Frage ist jedoch, ob die Rallye jetzt weitergehen wird, denn die Aktie stünde aus charttechnischer Sicht auf dem Sprung zu einem markant bullischen Signal, was aber, würde er misslingen, schnell zu einem Schuss würde, der nach hinten losgeht.

Das Zahlenwerk war in der Tat überzeugend, das da auf den Tisch kam. So stieg der Umsatz von 129,9 Millionen Euro im Vorjahresquartal auf 146,6 Millionen. Der Gewinn, gerechnet als EBITDA, stieg von 36,7 auf 41,8 Millionen Euro. Die Gewinnmarge vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen wurde von 28,2 auf 28,5 Prozent gesteigert. All das lag leicht über den Erwartungen der Analysten und macht deutlich, dass die Folgen der Pandemie Nemetschek zumindest im ersten Quartal noch nicht erreicht hatten. Dazu erklärte die Unternehmensführung, dass sich Umfeld und Nachfrage im laufenden Quartal deutlich schlechter darstellen würden, man aber damit rechne, dass sich die Lage im zweiten Halbjahr wieder Stück um Stück verbessern wird. Kommt es so?

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Expertenmeinung: Wenn die Einschränkungen, die durch die Pandemie vorgenommen wurden, sukzessiv zurückgenommen werden, so dass Nemetscheks potenzielle Kunden wieder annähernd normal arbeiten können und auch deren Auftragslage wieder positiv aussieht, dann sicherlich. Aber das wird sich eben erst noch zeigen müssen. Grundsätzlich hat Nemetschek als Software-Unternehmen aber eine deutlich bessere Ausgangslage als andere Branchen. Die Frage bleibt, ob dieser Aspekt ausreicht, um die Aktie über die angelaufene Hürde zu tragen, die immerhin die letzte charttechnische Barriere von Belang vor dem im Januar erzielten Rekordhoch bei 69,05 Euro wäre.

Dazu müsste die Aktie die Widerstandszone 56,70/57,95 Euro überwinden, an der sie Anfang April schon einmal abgewiesen wurde. Gelingt das, wäre der Weg nach oben aus charttechnischer Sicht frei. Aber immer dann, wenn Hoffnungen für die Motivation der Marktteilnehmer eine große Rolle spielen, kann ein Scheitern an solchen wichtigen Hürden schnell im umfassenderen Verkaufsdruck münden. Womit dann zu rechnen wäre, wenn Nemetschek mit Schlusskursen unter 52 Euro das letzte Zwischentief und damit zugleich die Kreuzunterstützung aus 20-Tage- und 200-Tage-Linie durchbrechen würde. Knapp darunter einen Stoppkurs zu platzieren, wäre für laufende Long-Positionen daher unbedingt zu überlegen.

Nemetschek Aktie Chart vom 30.04.2020, Kurs 57,50 Euro, Kürzel NEM | Online Broker LYNX

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Als Nemetschek am 31. Oktober die bislang jüngste Quartalsbilanz vorlegte, waren die Marktteilnehmer alles andere als begeistert: Die Aktie sprang zunähst zwar deutlich ins Plus, schloss dann aber im Minus, konkret bei 45,64 Euro. Zweieinhalb Monate später, ohne neue Zahlen, erreicht das Papier am Montag mit 67,10 Euro ein neuen Rekordhoch. Ein Plus von über 45 Prozent, ohne, dass es seitens der Bilanzen neue Fakten gegeben hätte. Und das Ergebnis des vierten Quartals wird, wie so oft bei deutschen Unternehmen, auf sich warten lassen, derzeit ist da Ende März geplant. Was also rechtfertigt diese Super-Rallye?

Sicherlich ist positiv, dass sich Nemetschek, deren Schwerpunkt eigentlich Bau- und Architektursoftware ist, durch die Fusion der Tochter Maxon Computer mit dem US-Unternehmen Red Giant im Bereich von Media und Entertainment-Software verstärkt und da zu einem weltweit führenden Anbieter für Software zur Erstellung digitaler Inhalte wird. Aber wann sich das in der Bilanz niederschlägt und wie stark dieser Effekt sein wird, ist noch nicht absehbar. Die Anleger scheint es nicht zu stören: Die Aktie läuft von einem Hoch zum nächsten. Wie lange noch?

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Expertenmeinung: Der Chart ließe vermuten, dass diese Rallye jetzt an eine Grenze stößt: an die obere Begrenzung des breiten, im Dezember 2018 etablierten Aufwärtstrendkanals bei aktuell 68 Euro. Aber davon abgesehen, dass dieser Trendkanal nicht bestätigt ist, weil er auf der Unterseite nur durch zwei, oben sogar nur durch einen Punkt definiert ist, würde diese Marke nur dann effektiv bremsen, wenn sie von hinreichend vielen Anlegern auch tatsächlich wahr- und ernstgenommen wird. Richtig ist zwar, dass Nemetschek von der Bewertung her schon wieder sehr „teuer“ geworden ist, das Kurs/Gewinn-Verhältnis läge auf Basis der ja bislang nur als reine Schätzung vorliegenden, durchschnittlichen Analysten-Gewinnerwartung für 2020 bei über 65. Aber:

„Billig“ war Nemetschek auch vorher nicht. Und es hat die Anleger nicht davon abgehalten, diese nach der negativen Reaktion auf die Bilanz des dritten Quartals losgetretene Super-Rallye vom Zaun zu brechen. Daher wäre es zwar einen Gedanken wert, jetzt, im Bereich der oberen Begrenzung des Trendkanals bei einem Teil bestehender Long-Positionen den Gewinn mitzunehmen. Aber noch spräche nichts dagegen, dass die Aktie diesen Trendkanal einfach nach oben durchbricht, so dass ein kompletter Ausstieg oder gar ein Switch auf die Short-Seite ein größeres Risiko wäre, als konsequent den Stoppkurs nachzuziehen und dem Trend zu folgen, denn der ist definitiv noch intakt und dynamisch.

Chart vom 13.01.2020, Kurs 66,95 Euro, Kürzel NEM | Online Broker LYNX Aktienempfehlungen

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Mit einem Plus von 5,24 Prozent war die Aktie des Bau- und Architektursoftware-Entwicklers Nemetschek in einem ohnehin steigenden Markt der Tagessieger im MDAX. Welche positive Nachricht mag die Marktteilnehmer bewogen haben, so beherzt zuzugreifen? Es gab gar keine positiven Nachrichten, auch keine schlechten.

Es war ausschließlich die Kombination aus zwei Elementen: Der abrupten und für viele völlig überraschenden Aufwärtswende zuvor haltlos abrutschender US-Aktienmärkte am Donnerstag, an dem man bei uns feiertagsbedingt nicht reagieren konnte und einer charttechnisch brenzligen Situation, die die Bullen mit dem Rückenwind allgemeiner Käufe auf Basis der US-Vorlagen heilen wollten. Und heilen konnten?

Sehen wir uns den Chart an. Da springt einem die Antwort unmittelbar ins Auge. Die da lautet: noch nicht. Diese Käufe waren nicht nur aufgrund der US-Rallye und der in deren Kielwasser mitlaufenden deutschen Indizes keine Überraschung. Sie reichten auch nicht aus, um ein bullisches Signal zu generieren. Was gelang, ist ein klar bärisches Signal im allerletzten Moment abzuwenden. Aber man darf vermuten, dass die Leerverkäufer, die Bären, sich keineswegs als geschlagen betrachten und bereitstehen, eine zweite Chance zu nutzen, sofern sie die bekommen.

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Expertenmeinung: Der Chart zeigt das Problem, das momentan noch die Bullen haben und nicht das bärische Lager. Nemetschek war am Dienstag mit dem Versuch gescheitert, sich aus dem Anfang Juli etablierten Abwärtstrend zu befreien. Am Mittwoch brach die Aktie daraufhin weg und rutschte ziemlich deutlich unter die im Chart dick schwarz hervorgehobene 200-Tage-Linie, die im September noch verteidigt werden konnte.

Eigentlich wäre die Messe damit schon gelesen gewesen, aber die ausharrenden Bullen hatten das Glück, dass sie von der Schlussglocke des Handels gerettet wurden, weil die Aktie fast genau auf Höhe des September-Verlaufstiefs zum Stehen kam und damit noch eine allerletzte Chance bekam. Und dann kam der Feiertag mit der abrupten Aufwärtswende der US-Börsen, die den Käufern den Mut gab, diese 5,24 Prozent weit führende „Rettungsaktion“ zu starten. Aber der Haken ist eben:

Die Aktie lief dadurch zwar an die zuvor gebrochene 200-Tage-Linie heran, aber nicht darüber. Die wird derzeit noch durch die 20-Tage-Linie als Widerstand verstärkt. Und selbst wenn der Kurs heute über diese gleitenden Durchschnitte geht, er müsste auch noch die Juli-Abwärtstrendlinie bezwingen, an welcher er in der Vorwoche gescheitert war.

Es bedarf eines Schlusskurses klar über dem Verlaufshoch des vergangenen Dienstags (48,96 Euro), um die Kuh wirklich vom Eis zu bekommen. Dann dürften die Bären aufgeben, den Anstieg durch Eindeckungen von Leerverkäufen womöglich noch intensivieren. Aber das muss eben erst einmal gelingen!

Chart vom 04.10.2019, Kurs 45,74 Euro, Kürzel NEM | Online Broker LYNX Aktienempfehlungen