Hören Sie sich die Audioversion dieses Artikels an (KI-generiert).
Sieht man sich die Verliererliste des TecDAX seit Jahresbeginn an, stellt man fest: Sie setzt sich fast durchweg aus Aktien des Software-Sektors zusammen … Nemetschek liegt auf Platz 4 der „Biggest Loser“. Aber gestern ging ein Ruck durch den Kurs: Könnte das die Wende sein?
Um es gleich vorwegzunehmen: Es könnte die Wende werden, noch ist es definitiv keine. Denn der Blick auf den Chart macht deutlich, dass sich die Aktie des Entwicklers von Bau- und Architektursoftware durch das unstrittig beeindruckende Plus von 8,74 Prozent zwar aus einer kleinen Dreiecksformation nach oben hinausbegeben hat.

Aber um die dadurch fortgeführte Bodenbildung abzuschließen, müsste der Kurs ganz aus seiner Handelsspanne der vergangenen vier Monate hinaus – und dazu braucht es Schlusskurse über 73,10 Euro. Aber man könnte immerhin sagen: Man ist auf dem Weg dorthin. Die Frage ist:
Kann daraus wirklich eine Aufwärtswende werden? Wurden die Software-Aktien nicht seit Ende Januar massiv gedrückt, weil man sich sagte, dass die KI dieser Branche erheblich zusetzen werde? Und sind Aussagen, die das als überzogen oder sogar als falsch einstuften, nicht bislang ignoriert worden? Warum sollte das jetzt auf einmal anders werden?
Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Nemetschek Aktie finden Sie hier.
Expertenmeinung: Das muss nicht anders werden – und wenn diese „KI-Angst“ erhalten bliebe, hätten nachhaltige Aufwärtswenden vorerst keine guten Chancen. Aber es könnte anders werden. Denn Szenarien wie diese „KI-Angst“, die auf Annahmen basieren, sind sehr davon abhängig, ob das Chartbild sie unterstützt. Wenn die Kurse fallen, ist die Akzeptanz automatisch höher, weil die Kurse diese Sichtweise ja scheinbar beweisen. Dreht der Trend jedoch, kann sich Berichterstattung und allgemeine Meinung sehr schnell wandeln. Die Kurse formen ganz und gar nicht selten die Art der Berichterstattung, statt umgekehrt.
Dass diese Käufe bei Nemetschek und vielen anderen Software-Aktien am ersten Tag eines neuen Börsenmonats erfolgten und zugleich kräftige Gewinnmitnahmen bei den im April und Mai favorisierten Halbleiter-Aktien zu beobachten waren kann darauf hindeuten, dass hier große Adressen umschichten. Das ist keine Garantie dafür, dass die Käufe bei Nemetschek weitergehen und die charttechnische Aufwärtswende dadurch gelingt. Die Chance wäre aber groß genug, um die Aktie im Auge zu behalten, denn Argumente hätte man ja mittlerweile durchaus.
So ist die Bewertung über das Kurs-/Gewinn-Verhältnis, die bei Nemetschek jahrelang viel zu hoch lag (Ende 2024 kam man da noch auf 62), mittlerweile auf 27 für die durchschnittliche 2026er-Gewinnschätzung der Analysten heruntergekommen. Und eben diese Analysten stufen die Aktie mehrheitlich als kaufenswert ein. Zugleich hatte der Kurs Mitte April das niedrigste aller Analysten-Kursziele von 55 Euro erreicht. Das durchschnittliche Kursziel liegt derweil bei aktuell 94 Euro und damit weit über dem derzeitigen Kurs.
Falls es gelingt, Nemetschek aus dieser Handelsspanne nach oben hinaus zu tragen und die Bodenbildung dadurch zu vollenden, ist also ein Deckel wegen der „KI-Angst“ nicht zwingend zu erwarten. Dieses Argument kann wiederkommen, muss es aber nicht. Aber einer Aufwärtswende vorzugreifen, wäre riskant – abzuwarten, ob diese Wende wirklich gelingt, wäre da der klar vernünftigere Weg.
Quellenangaben: Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/NEM.DE/analyst-insights/
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 01.06.2026 um 22:20 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Mit einem Margin Konto können Sie zum Beispiel mit Hebel handeln und Ihre Trading-Strategien durch Leerverkäufe oder den Einsatz von Optionen und Futures diversifizieren.
Entdecken Sie jetzt die umfangreichen Handelsmöglichkeiten, die Ihnen dieser Kontotyp bietet: Margin Konto





