LVMH Aktie aktuell LVMH: Das wirkt wie ein Geschenk, das man annehmen könnte

News: Aktuelle Analyse der LVMH Aktie

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Zur LVMH Aktie

Der Kurssprung des Montags hat die Aktie des französischen Luxusgüterkonzerns Louis Vuitton Moe Hennessy, kurz LVMH, um 7,66 Prozent auf 468,85 Euro nach oben getrieben: Schlussrekord. Und zugleich wurde mit 475,60 Euro ein neuer Verlaufsrekord erzielt. Wenn man sich überlegt, dass an diesem Tag vor allem das stieg, was im Vorfeld durch die pandemiebedingten Einschränkungen unter Druck geraten war, wirken Käufe in dieser Aktie zwar logisch. Immerhin hatten die Bilanzen von LVMH bestätigt, dass diese Situation auf Umsatz und Gewinn drückt. Aber dieser Kurssprung wirkt schon weit weniger logisch, wenn man im Chart sieht, dass die Aktie schon am Freitag an das bisherige Rekordhoch des Januars herangelaufen war, an welches die Aktie bereits im Oktober einmal angeklopft hatte.

Chart vom 09.11.2020, Kurs 468,85 Euro, Kürzel MC | Online Broker LYNX

So erzielt die LVMH neue Rekordhochs in der Erwartung, dass Umsatz und Gewinn bald wieder an die Levels des Jahres 2019 herankommen könnten. Das heißt übersetzt: Die Aktie ist deutlich teurer als noch vor einem Jahr. Aber 2019 lief das Geschäft rund, aktuell wird auf eine Hoffnung hin gekauft, die eigentlich vorher schon im Markt war. Denn wer daraufsetzte, dass im Frühjahr ein Impfstoff zur Verfügung steht – und das dürften viele gewesen sein – musste letztlich darauf wetten, dass noch vor Jahresende erste Zulassungen erfolgen. Was in Sachen BioNTech klappen kann, aber noch nicht einmal muss. Deutlich wird die Diskrepanz zwischen Kurs und Lage auch, wenn man sich die letzten Bilanzen ansieht:

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Expertenmeinung: LVMH veröffentlicht außerhalb der Halbjahreszahlen nur den Umsatz. Daher kamen Mitte Oktober allein die Umsätze für das dritte Quartal. Zwar lagen die mit 12 Milliarden Euro über der durchschnittlichen Prognose der Analysten (11,2 Milliarden), aber klar unter dem Umsatz des Sommerquartals 2019 von 13,3 Milliarden. Und das erste Halbjahr, zu dem im Juli auch die bis dahin aufgelaufene Gewinne ausgewiesen wurden, war deutlich schlechter als im Vorfeld vermutet, der Gewinn lag mit 1,67 Milliarden Euro meilenweit unter der Konsens-Prognose der Analysten von 2,3 Milliarden.

Derzeit liegt die Gewinnschätzung der Experten für 2020 bei 8,30 Euro pro Aktie nach 14,60 Euro im Vorjahr. Vor einem Jahr notierte die Aktie um 400 Euro, die Erwartung des Gewinns um die dann erzielten 14,60 Euro gab es da bereits. Damit errechnete sich damals ein Kurs/Gewinn-Verhältnis (KGV) von 27. Auf Basis der 8,30 Euro für 2020 und des aktuellen Kurses liegt dieses KGV derzeit bei sagenhaften 56. Ein Niveau, das weit höher ist als alles, was diese Aktie in den letzten Jahren als KGV auswies.

Und es gibt derzeit keinen Grund zu erwarten, dass Umsatz und Gewinn im vierten Quartal so stark zulegen, dass sie das bislang so schwache Jahr ausgleichen könnten, immerhin tritt dieses Quartal gegen das sehr starke Weihnachtsquartal 2019 an. Und die Einigung, für Tiffany, wo man einen mehrheitlich als zu hoch angesehenen Kaufpreis vereinbart hatte, jetzt statt 135 USD pro Aktie „nur“ 131,50 zu bezahlen, ändert an dieser Gesamtsituation nichts. LVMH ist so hoch gelaufen, dass die Bewertung nicht nur ein, sondern eher zwei starke Jahre bereits eskomptiert. Die immens aufgehellte Stimmung am Markt könnte den Kurs zwar kurzfristig noch höher treiben … muss es aber nicht. Die Chance, dass LVMH in den kommenden Monaten noch einmal billiger wird, ist daher m.E. gut genug, um dieses Geschenk in Form neuer Rekorde anzunehmen und es für ein paar Gewinnmitnahmen zu nutzen.

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Ronald Gehrt, Chart- & Fundamentalanalyst | LYNX Börsenexperten
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Vorherige Analysen der LVMH Aktie

Der französische Luxusgüterkonzern Louis Vuitton Moet Hennessy (LVMH) gibt außerhalb der Halbjahres- und Jahresbilanzen nur die Umsatzentwicklung eines Quartals weiter. Daher wurden am Donnerstagabend nach Handelsende nur die Umsätze des dritten Quartals präsentiert, nicht aber, was dabei an Gewinn hängengeblieben ist und wie sich die Margen entwickelt haben. Das wären wichtige Informationen, denn sollte es zu Margendruck gekommen sein, sind die Umsätze am Ende eben weniger wert als bei einer soliden, womöglich sogar gestiegenen Gewinnspanne. Aber die Umsätze alleine motivierten die Anleger schon genug, um die Aktie unmittelbar an das bisherige Rekordhoch zu tagen:

LVMH meldete für das dritte Quartal einen Umsatz von 11,96 Milliarden Euro. Gar nicht mal so gut, wenn man bedenkt, dass der Konzern im Vorjahresquartal 13,32 Milliarden Euro umsetzen konnte. Aber die Anleger stuften dieses Ergebnis als eine für die derzeitige Gesamtsituation starke Leistung ein, was sie grundsätzlich auch ist. Das sahen auch die Analysten so. Die hatten im Vorfeld im Schnitt einen Umsatz von 11,3 Milliarden geschätzt, die Erwartung wurde also übertroffen. Das führte zu unmittelbaren Reaktionen. Fünf Analysten erhöhten sofort am Freitag ihre Kursziele. Alle fünf stuften die Aktie mit „Outperform“ oder „Kaufen“ ein … und Morgan Stanley und Goldman Sachs schoben die Obergrenze der Analysten-Kursziele mit Zielen von jeweils 500 Euro nach oben.

Expertenmeinung: Vom bisherigen, am Freitag in Schlagdistanz gelangten Verlaufsrekord, den die Aktie am 20. Januar bei 439 Euro markierte, bis zu diesen höchsten Kurszielen von 500 Euro ist es noch ein ansehnliches Stück des Weges. Und dass die Akteure derart beherzt zugriffen und die Aktie gegenüber dem Schlusskurs des Donnerstags um 7,34 Prozent nach oben katapultierten, macht deutlich, dass jetzt eine ernstzunehmende Attacke der Bullen läuft.

Die Vorteile für die Bullen: Die Aktie hatte zuvor genau da aufgesetzt, wo man aufsetzen und drehen muss, um einen Ausbruch zu starten: auf Höhe der derzeit entscheidenden Mai-Aufwärtstrendlinie. Dass der Kurs im Vorfeld der Umsatzzahlen nachgab, zeigt zugleich, dass da im Vorfeld keine überzogenen Erwartungen herrschten. Und der Seitenblick auf den Stochastik-Oszillator zeigt, dass der gerade erst dabei ist, unterhalb der überkauften Zone ein neues Kaufsignal zu generieren.

Die Chance, dass LVMH nach oben ausbricht, ist daher nicht schlecht. Aber wer da mitzieht, sollte zumindest im Hinterkopf behalten, dass die Aktie damit neue Hochs als Reaktion auf Umsätze anstrebt, die unter denen des Vorjahres liegen. Das mag respektabel sein, so wird aber dennoch ein Vorgriff auf eine Fortsetzung der konjunkturellen Erholung daraus, zumal man eben nicht weiß, ob sich die Gewinne ebenso positiv darstellen. Der Vorteil des bullischen Lagers: Das wird man erst im Januar mit den Ergebnissen des gesamten Geschäftsjahres erfahren, bis dahin hätten die Bullen den Vorteil nicht widerlegbarer Hoffnungen auf ihrer Seite!

Chart vom 16.10.2020, Kurs 432,60 Euro, Kürzel MC | Online Broker LYNX

Reagieren die Marktteilnehmer auf die ignorierten, negativen Fakten? Wird sich die Aktie von LVMH nun doch in Kürze auf einem deutlich tieferen Kursniveau wiederfinden? Aktuell wirkt es zumindest so, als hätten sich die Käufer jetzt doch einmal zu viel in die heiße Zone, den Widerstandsbereich der Zwischenhochs vor dem Corona-Crash, hineingewagt. Solange der Optimismus am gesamten Aktienmarkt stark war, fiel es leicht, auch bei der LVMH-Aktie einfach zuzugreifen. Das Motto ist da immer dasselbe: LVMH ist stark aufgestellt und Luxus verkauft sich auch in der Krise gut. Zumal diese Krise ja, genau das hat die Aktienmärkte ja so weit nach oben getrieben, von vielen als längst überwunden angesehen wird. Was sie zwar nicht ist. Aber was zählt ist, was die Anleger sehen wollen und nicht, was zwar real ist, aber nicht zur Kenntnis genommen wird.

Aber eine solche Sichtweise abseits der Fakten ist fragil. Ideal ist, wenn sich diese stur optimistische Haltung ebenso aus einem stark zulegenden Gesamtmarkt speist wie aus einem intakten Aufwärtstrend der betreffenden Aktie. Und wenn Unternehmensdaten ebenso wie Analystenmeinungen die eigene Erwartung unterstützen. Bei LVMH brach das erste Bein der Optimisten weg, als Ende Juli eine äußerst unerfreuliche Halbjahresbilanz vorgelegt wurde: Ein Umsatzminus von 27 Prozent (organisch sogar 38 Prozent) und ein Gewinneinbruch um 68 Prozent zum Vorjahr. Das machte sehr deutlich, dass die Bullen mit ihrer Überzeugung, dass sich Luxus auch in der Krise gut verkauft, daneben lagen, zumal der zum Umsatz überproportionale Einbruch des Gewinns unterstreicht, dass auch die Gewinnmarge markant unter Druck geraten war. Und das Statement des Vorstands, dass man auf eine „schrittweise Verbesserung im zweiten Halbjahr“ hoffe, war alles, nur kein Indiz dafür, dass die Erwartung der Analysten, die mehrheitlich unterstellen, dass LVMH 2021 bereits wieder an die Rekordgewinne des Jahres 2019 anknüpfen werde, allzu solide untermauert ist.

Expertenmeinung: Trotzdem stieg die Aktie, nachdem sie Ende Juli klar negativ auf das Zahlenwerk reagiert hatte, einfach wieder auf den Level, der vor der Bilanz erreicht wurde. Wieso? Weil der Gesamtmarkt weiter stieg und damit diese so ansteckende Zuversicht aufrechterhielt. Wenn alle kaufen, fühlt sich das Risiko geringer an. Und wenn man dabei durch tatsächlich wieder anziehende Kurse innerlich bestätigt wird, erst recht. Aber jetzt wankt eben auch der Gesamtmarkt, so dass es fraglich ist, ob der jüngste, jetzt ins Stocken geratene Vorstoß in die von 405 bis zum Rekordhoch bei 439 Euro reichende Widerstandszone, der diese schwache, zudem unter den Analystenprognosen gelegene Halbjahresbilanz einfach vom Tisch wischte, von Erfolg gekrönt sein wird.

Man müsste diesen mittlerweile dritten Anlauf in den Bereich 405/439 Euro als abgewiesen ansehen, wenn die Aktie nach der 20-Tage-Linie und der März-Aufwärtstrendlinie auch die zuletzt vor drei Wochen getestete und gehaltene 200-Tage-Linie (aktuell bei 383 Euro, im Chart dick schwarz hervorgehoben) durchbrechen würde. Aber das wäre noch keine Situation, in der die Bullen zwingend aufgeben müssten, in der sie es nicht noch ein viertes Mal versuchen könnten. Erst, wenn die seit Mitte März von beiden Seiten mehrfach angesteuerte Wendezone 362/370 Euro gefallen wäre, wäre das ein Signal, dass die Bären wirklich das Ruder übernommen hätten. Bis dahin sollte man mit dem Gedanken an einen Short-Trade noch vorsichtig sein.

LVMH Aktie: Chart vom 08.09.2020, Kurs 404,70 Euro, Kürzel MC | Online Broker LYNX

Den letzten Blick auf die Aktie des französischen Luxusgüterkonzerns Louis Vuitton Moet Hennessy (LVMH) vor zwei Wochen hatte ich mit „ist das Optimismus … oder doch Leichtsinn?“ übertitelt. Denn es wirkte gewagt, angesichts der weltweit keineswegs überzeugenden Zahlen zum Einzelhandel einfach davon auszugehen, dass der Spruch „Luxus verkauft sich immer“ auch diesmal zu positiven Überraschungen in der Ende Juli anstehenden Halbjahresbilanz führen würde. Der Kursanstieg der Aktie wirkte auch deswegen leichtsinnig, weil LVMH nur zu Halbjahreswenden eine vollständige Bilanz mit Umsatz, Gewinn und Margen vorlegt. Was hieß: Über wenige Eckdaten zum ersten Quartal hinaus konnte man gar nicht wissen, wie sich die Lage hier eigentlich darstellt. Jetzt weiß man es indes, denn am Montagabend nach Handelsende kam sie jetzt, die Bilanz der ersten sechs Monate 2020. Und der Chart zeigt, wie man das Ergebnis quittierte. LVMH erzielte im ersten Halbjahr mit 1,67 Milliarden einen Gewinn, der sehr weit unter der durchschnittlichen Analystenprognose von 2,32 Milliarden lag. Im ersten Halbjahr 2019 hatte der Konzern noch 5,3 Milliarden Euro verdient. Ein Gewinneinbruch um 68 Prozent zum Vorjahr, der einem Umsatzminus von 27 Prozent (organisch sogar 38 Prozent) gegenüberstand. Was auch deutlich machte, dass die Gewinnmarge deutlich unter Druck geraten ist. Dass die Chefetage hofft, im zweiten Quartal eine schrittweise Verbesserung zu sehen, konnte die Enttäuschung der zuvor zu optimistischen Akteure nicht dämpfen. Denn diese „schrittweise Verbesserung“ muss von einem unerwartet tiefen Niveau aus starten. Expertenmeinung: Die Aktie geriet dadurch am Dienstag unter Druck. Aber es war gut zu erkennen, dass man aktiv versuchte, den charttechnischen Flurschaden zu begrenzen. Zur Mittagszeit versuchte man sich an einer Bodenbildung, um die mittelfristig entscheidende Kreuzunterstützung aus der März-Aufwärtstrendlinie und der 200-Tage-Linie im Bereich 383/385 Euro zu halten. Darunter könnte zwar eine Auffangzone zwischen 362/370 Euro als Sprungtuch für fallende Kurse wirken. Aber diejenigen, die im Bereich 383/385 Euro verbissen Verkäufe auffingen, dürften sich zu Recht gesagt haben, dass ein im Fall eines Bruchs der Zone markantes Short-Signal angesichts derart schwacher Zahlen dazu führen würde, dass sich die Leerverkäufer über die LVMH-Aktie hermachen und effektiv drücken. So effektiv, dass der Bereich 362/370 Euro dann zu dünn wäre, um einen Baisseschub der Aktie zu stoppen. Zum Handelsende ist es gelungen, diese im Tagesverlauf bereits deutlich unterbotene Kreuzunterstützung zu verteidigen. Die sollte man aber besser in den kommenden Tagen nicht aus den Augen lassen. Denn die Bilanzdaten waren schlecht genug um klar zu machen, dass die gestrigen Rückkäufe eine reine Defensiv-Aktien waren um zu verhindern, dass sich ein größeres, charttechnisches Abwärtspotenzial auftut. Und Defensiv-Käufe basieren nicht auf Überzeugung, sondern auf der Angst vor Schlimmerem. Wer da gestern versuchte, diese Unterstützungen zu halten, ist demnach eher nervös. Und das könnten die Leerverkäufer, die „Bären“, natürlich in den kommenden Tagen ausnutzen, indem sie erneut und entschlossen Druck auf den LVMH-Kurs ausüben. LVMH Chart vom 28.07.2020, Kurs 387,20 Euro, Kürzel MC | Online Broker LYNX Sie möchten täglich vor Börsenstart unsere Chartanalysen per E-Mail erhalten? Dann abonnieren Sie hier unseren Börsennewsletter mit aktuellen Börsennews.    

Seit fast einem halben Jahr basiert das Auf und Ab der Aktie des Luxusgüterkonzerns LVMH vor allem auf Annahmen und Vermutungen. Für die Investoren entscheidend sind, auch am Aktienmarkt insgesamt, die Ergebnisse des zweiten Quartals und die dann von den Unternehmen mitgelieferten Perspektiven, weil das erste Quartal nur das „Abwärts“, nicht aber den Grad der Erholung dokumentieren konnte. Aber bei LVMH gab es ja nicht einmal das. Sicher, die Umsatzentwicklung wurde im April für das erste Vierteljahr vorgelegt. Aber ein taugliches Bild ergibt sich nur, wenn offenbar wird, was auf Basis der Umsätze hängenblieb, wie die Marge, wie der Gewinn aussieht. Und Louis Vuitton Moet Hennessy pflegt zu Gewinn und Marge nur am Ende eines Halbjahres Stellung zu nehmen. Man weiß also wenig bis nichts. In anderthalb bis zwei Wochen ist mit diesen Zahlen zu rechnen. Dann kommt es zum Schwur. Alles, was bis dahingelaufen ist, kann damit auf den Kopf gestellt oder aber intensiviert werden. Derzeit, das macht der Chart sehr deutlich, setzen die Bullen darauf, dass das Zahlenwerk des ersten Halbjahrs grandios ausfallen und belegen wird: Luxus läuft auch in der Krise gut. Der Kurs hat sich zum Wochenstart an das Juni-Zwischenhoch herangeschoben. Dort hatte die Aktie zunächst nach unten abgedreht, nachdem das letzte „Gap“, die Kurslücke vom 24. Februar, geschlossen wurde. Jetzt soll sie genommen und die Aktie idealerweise im Vorfeld der Bilanz an das bisherige Rekordhoch von 439 Euro gezogen werden, um gleich die ideale Basis für den Ausbruch nach oben zu schaffen, wenn LVMH eine Bilanz vorlegt, die Skeptiker verblüfft. Der Haken dabei: Das hoffen die Bullen zwar. Aber es muss nicht so kommen. Expertenmeinung: Man könnte dieses Verhalten optimistisch, aber auch purer Leichtsinn nennen. Denn eigentlich weist gar nicht so viel darauf hin, dass die Luxusmarken des Konzerns nicht nur laufen wie vor der Pandemie nebst Rezession, sondern Umsatz und Gewinn (denn nur dann wären neue Rekorde in der Aktie ja nachvollziehbar) noch zugelegt haben. Immerhin hatte LVMH im ersten Quartal ein Umsatzminus von 15 Prozent gemeldet und mit Blick auf die anstehenden Monate die Dividende gekürzt. So agiert kein Unternehmen, das sicher ist, die Krise ohne Beeinträchtigung seines Wachstums zu durchschreiten. Das denken bislang also nur diejenigen, die den Kurs seit Monaten in einem Aufwärtstrend halten. Davon abgesehen wird stur ausgeblendet, dass die Übernahme von Tiffany den Konzern äußert teuer kam. Ob hier also Milch und Honig fließen oder man bei LVMH derzeit den Gürtel enger schnallt, wird entscheidend dafür, ob es zu einem markanten Rücksetzer im Kurs kommen wird. Da die Bullen bereits ein positives Szenario eingepreist haben, wäre eine negative Reaktion leicht passiert. Sich bei Long-Positionen knapp unter der breiten, unter anderem aus dem mittelfristigen Aufwärtstrend sowie der 20-Tage- und der 200-Tage-Linie bestehenden Supportzone zwischen 362 und 391 Euro abzusichern, wäre daher unbedingt zu überlegen. LVMH Aktie Chart vom 13.07.2020, Kurs 408,35 Euro, Kürzel MC | Online Broker LYNX Sie möchten täglich vor Börsenstart unsere Chartanalysen per E-Mail erhalten? Dann abonnieren Sie hier unseren Börsennewsletter mit aktuellen Börsennews.

Vereinbart war die Übernahme des US-Luxusgüterunternehmens Tiffany & Co. durch den französischen Luxusgüter-Konzern LVMH zwar, aber noch nicht endgültig abgewickelt. Was im Prinzip die Möglichkeit bietet, die Sache noch nachzuverhandeln. Genau das hat Louis Vuitton Moet Hennessy, kurz LVMH vor, weil man die Perspektive von Tiffany im Zuge der Folgen der Corona-Krise und der Unruhen in US-Großstädten anders bewertet. Doch die Sache hat einen Haken: LVMH hat einen Kaufpreis von 135 US-Dollar pro Tiffany-Aktie vereinbart, das ist eine Menge Holz. Die Aktie schoss zwar, als dieser Deal im Herbst ruchbar wurde, genau dorthin, aber der Kurs hatte zuvor lange in einer Range zwischen 80 und 100 US-Dollar gelegen. Diese 135 US-Dollar pro Aktie dürfte LVMH jetzt verständlicherweise wie ein Kloß im Hans sitzen, aber einfach aus dem Deal auszusteigen wird nicht gehen. Denn nur Tiffany hätte diese Option, gegen eine Zahlung von 575 Millionen US-Dollar. Die Tendenz geht somit dahin, dass LVMH diese Kröte schlucken muss. Doch die Anleger scheinen das anders zu sehen, denn: Expertenmeinung: Dass man mit Analysten klar unterstrichen, dass Tiffany in einem solchen Fall vor Gericht ziehen und mit hoher Wahrscheinlichkeit Recht bekommen würde. Und es war nicht die Erkenntnis, dass der derzeitige Stand der Dinge kein Grund ist, LVMH auf diesem Level noch zu kaufen, der diese Rallye beendete. Es war zum einen der Umstand, dass die Aktie durch die Käufe Anfang letzter Woche bei überkaufter Markttechnik an der oberen Begrenzung der letzten, noch im Weg stehenden Kurslücke im Chartverlauf angestoßen war, der den Anstieg ausbremste. Zum anderen war es der massive Druck am Gesamtmarkt, der dann am Donnerstag für einen kräftigen Rücksetzer sorgte. Jetzt muss sich herausstellen, ob die Devise „Luxus läuft auch in der Krise“ zusammen mit dieser noch positiven Interpretation der Wirren um Tiffany imstande ist, die Aktie aus der jetzt erreichten, kurzfristig wichtigen Schlüsselzone wieder nach oben heraus zu tragen. Um bullisch zu bleiben, müsste LVMH dieses Vorwochen-Hoch bei 405,30 Euro überbieten. So würde diese Kurslücke geschlossen und nach oben verlassen. Aber sollte die jetzt erreichte, wichtige Auffangzone, bestehend aus der oberen Begrenzung der Handelsspanne von Ende März bis Ende Mai, der 200-Tage- ebenso wie der 20-Tage-Linie im Bereich 362/378 Euro brechen, wäre es wohl schnell vorbei mit dem Optimismus. Das nächste Kursziel läge dann bei 325 Euro. LVMH Aktie Chart vom 12.06.2020, Kurs 377,45 Euro, Kürzel MC | Online Broker LYNX Sie möchten täglich vor Börsenstart unsere Chartanalysen per E-Mail erhalten? Dann abonnieren Sie hier unseren Börsennewsletter mit aktuellen Börsennews.