Klöckner Aktie aktuell Klöckner: Übernahme vom Tisch, Rallye vorbei?

News: Aktuelle Analyse der Klöckner Aktie

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Klöckner
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Zur Klöckner Aktie

Die Klöckner-Aktie stand in den letzten Tagen ganz oben auf den Kurszetteln der Anleger. Seit Anfang November ist der Kurs um sagenhafte 60% gestiegen. Nimmt die Aktie jetzt erst richtig an Fahrt auf?

Aufgabe eines Zyklikers / aktuelle Lage

Dass das Stahlgeschäft konjunkturanfällig ist, muss man niemandem erklären. Unternehmen in solchen Branchen leiden in Krisen ganz besonders stark.

Das zeigt sich auch aktuell wieder. In den ersten drei Quartalen des Jahres ist der Umsatz um 16% auf 3,68 Mrd. Euro eingebrochen. Der Verlust explodierte von -0,05 auf -1,38 Euro je Aktie.

Um das auszugleichen, müssen Zykliker in guten Zeiten überproportional wachsen und sich ein Polster „anfuttern“.

Bei Klöckner ist das aber nicht der Fall. Man sieht es schon an den Vorjahreszahlen, auch damals war man nicht profitabel.
Die Probleme besten aber schon viel länger. Unter dem Strich stagniert der Umsatz seit einer gefühlten Ewigkeit. Im Vorjahr erzielte man einen niedrigeren Umsatz als in 6 der letzten 9 Jahre.

Darüber hinaus war man in dieser Phase der wirtschaftlichen Expansion immer wieder unprofitabel. Selbst in guten Jahren tendiert die operative Marge gegen null.

Ersparen Sie sich das

Von starkem Wachstum oder einem Polster kann also keine Rede sein. Wir haben es eher mit Siechtum zu tun und genau aus diesem Grund ist die Aktie auch ein ewiger Underperformer.
Erst kürzlich hat Klöckner ein neues Allzeittief markiert.

Heute ist die Aktie die Hälfte Wert, wie beim Börsengang im Jahr 2006. Als Anleger sollte man sich so etwas wirklich ersparen.

Wenn ein Unternehmen keine Werte schafft, kann die Aktie nicht nachhaltig steigen.
Die Hoffnung der Anleger auf eine Trendwende ist eine Fata-Morgana.

Solange die grundlegenden Probleme nicht behoben werden, wird jede Rallye am Ende wieder im Keller enden.

Wir haben es bei Unternehmen wie Thyssen oder der Deutschen Bank immer wieder erlebt.
Ersparen Sie sich das.

Machen Sie es sich einfach

Von Zeit zu Zeit haben derartige Unternehmen einige gute Quartale. Anleger hoffen und zeitweise steigen dann auch die Kurse, nur um am Ende wieder zu kollabieren.

Sie sollten es sich einfacher machen. Selbst wenn Sie nur traden möchten, machen sie es doch einfach mit guten Unternehmen.

Nehmen wir als Beispiel Google und Klöckner. Bei Klöckner müssen Sie schon sehr viel Glück und Timing beweisen und dann auch noch im richtigen Moment aussteigen, um einen Gewinn zu erzielen.

Wenn es aber schiefgeht, kommen Sie vielleicht nie mehr aus der Aktie raus. Die nächste Depotleiche ist geboren.

Bei guten Unternehmen wie Google gilt das Gegenteil. Selbst wenn Sie zu einem sehr unglücklichen Zeitpunkt einsteigen kann langfristig nicht viel passieren.

Wenn Sie mir nicht glauben, hören Sie auf Charlie Munger, er bringt es wie immer auf den Punkt:
„Time is the friend of a good business and the enemy of a poor business.“

Das ist der große Unterschied

Trotzdem hatten die Finanzinvestoren Apollo und Swoctem wohl Interesse an Klöckner bekundet.

Mit Blick auf meine vorherigen Worte, werden sich einige Leser wundern, warum ich so eindringlich warne, andere Investoren aber Interesse an Klöckner haben.

Das hat einfache Gründe: Wenn Apollo oder sonst jemand das komplette Unternehmen kauft, hat er ganz andere Möglichkeiten als Sie als Kleinanleger.

Die Macht zur Einflussnahme von Kleinanlegern ist faktisch nicht existent. Sie können nur hoffen, dass der Vorstand gute Entscheidungen trifft.

Ein Finanzinvestor, der das gesamte Unternehmen kauft, kann aber beispielsweise Unternehmensteile verkaufen, sich an den Cash-Reserven bedienen, Investitionen zusammenstreichen und sich selbst eine Dividende oder Beratungsgehälter zahlen.

Am Ende, nachdem man das Unternehmen „gestrafft“ hat und hinnehmbare Zahlen erzielt, bringt man es wieder an die Börse.
Dadurch kann sich der Kauf von maroden Unternehmen durchaus lohnen.

Übernahme vom Tisch

Genau das ist bei Klöckner übrigens schon mal geschehen. Der Stahlkonzern wurde 2005 von der Private-Equity-Firma Lindsay Goldberg & Bessemer (LGB) gekauft und 2006 an die Börse gebracht.
Für LGB war das ein guter Deal, für Anleger nicht.

Am Dienstag wurde bekannt, dass die aktuelle Übernahme durch Apollo und Swoctem aber ohnehin vom Tisch ist.
Klöckner bleibt an der Börse und für Anleger ist dieser Kaufgrund – eine Spekulation auf eine Übernahme – verschwunden.

Chart

Kurzfristige Trader dürften all die Probleme aber nicht abhalten. Für sie zählen vor allem der Chart und ein positiver Newsflow.
Bricht Klöckner über 7,50 Euro aus, käme es zu einem prozyklischen Kaufsignal mit Kurszielen bei bis zu 9,00 Euro.

Chart vom 11.12.2020 Kurs: 7,65 Kürzel: KCO - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 11.12.2020 Kurs: 7,65 Kürzel: KCO – Wochenkerzen

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Tobias Krieg, Technischer Analyst | LYNX Börsenexperten
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Vorherige Analysen der Klöckner Aktie

Klöckner ist einer der größten produzentenunabhängigen Stahl- und Metallhändler in Europa und Nordamerika. Der Konzern agiert hierbei als Bindeglied zwischen der Stahlerzeugung und den Verbrauchern und ist mit 170 Standorten in 12 Ländern tätig.

Das wird sich nicht ändern

Die Stahlindustrie ist notorisch konjunkturanfällig. Unternehmen ist solchen Branchen müssen also in guten Zeiten überdurchschnittlich wachsen und sich ein Polster zulegen. Bei Klöckner ist aber keine nachhaltig positive Umsatzentwicklung zu erkennen. Im abgeschlossenen Geschäftsjahr war der Umsatz niedriger als 2011 und 2012. Darüber hinaus hat man Probleme mit der Profitabilität. Die operative Marge tendiert gegen Null, in vielen Jahren ist man gar nicht profitabel. Hinzukommt, dass das Geschäft kapitalintensiv ist. Alles was man erwirtschaftet, muss umgehend wieder reinvestiert werden. Das Geld versickert einfach. Daher musste man in der Vergangenheit auch mehrfach auf Kapitalerhöhungen zurückgreifen. All das wird sich nicht ändern. Daher habe ich in der Vergangenheit auch immer wieder vom Kauf abgeraten. Zuletzt zu Kursen bei 9,35 und 6,44 Euro. Danach sackte die Aktie bis auf 4,19 Euro ab. Eine ausführliche Analyse finden Sie hier.

Aktuelle Lage

Das laufende Geschäftsjahr passt gut in das übergeordnete Bild. In den ersten neun Monaten lag der Stahlabsatz 6,6% unter dem Vorjahr. Der Umsatz ist von 5,2 auf 4,9 Mrd. Euro gesunken. Die Margen waren rückläufig, das EBITDA ist von 197 auf 136 Mio. Euro eingebrochen. Unter dem Strich war man nicht mehr profitabel. Das Ergebnis sank von 0,75 auf -0,05 Euro je Aktie. Dennoch hat sich die Aktie wieder spürbar erholt. Anleger hoffen auf bessere Zeiten, doch wie realistisch ist das? Klöckner hat schließlich nicht nur ein schwieriges Jahr. Sondern ein paar schwierige Dekaden. Die Dividende wurde bereits gekürzt, eigentlich kann man sich gar keine leisten. Selbst wenn die Erwartungen in den kommenden beiden Jahren erfüllt werden können, läge das KGV für 2020 und 2021 bei 60 und 32. Warum sollte man das zahlen? Die Bullen argumentieren mit den Vermögenswerten. Doch was sind sie in Wirklichkeit Wert? Schließlich kosten sie Geld und erwirtschaften keins. Realistischerweise wird auch das den Anlegern nicht weiterhelfen.

Chart

Durch die Erholung hat sich die Aktie dem Abwärtstrend und den zentralen Widerständen bei 7-7,50 Euro angenähert. Die Kursrisiken sind dadurch wieder deutlich gestiegen. Diese Hürde dürfte schwer zu überwinden sein. Tatsächlich scheinen die Bullen bereits eine Etage tiefer aufzugeben. Seit Wochen kommt die Aktie nicht mehr weiter. Unter 6,00 Euro droht ein neuerlicher Rückfall in Richtung 5,50 und 4,50 Euro. Mehr als 7.300 Trader & Investoren folgen mir und meinen täglichen Ausführungen auf Guidants. Ihre Ordergebühren sind zu hoch? Mein Broker ist LYNX. Chart vom 07.01.2020 Kurs: 6,09 Kürzel: KCO - Wochenkerzen | LYNX Online Broker