Hornbach Holding Aktie Prognose Hornbach Holding: Da wäre immer noch Luft nach unten

News: Aktuelle Analyse der Hornbach Holding Aktie

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Hornbach Holding
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Zur Hornbach Holding Aktie
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Da die Hornbach Holding Mitte Juni bereits vorläufige Zahlen zum am 31.5. beendeten, ersten Geschäftsjahresquartal vorgelegt hatte, wusste man, was da gestern auf den Tisch kommen würde: Zahlen, die andeuten, dass die Aktie auch jetzt noch nicht „unten“ sein muss.

Die Aktivitäten der Hornbach Holding umfassen zwar nicht nur, aber hauptsächlich die der Hornbach Baumärkte. Und dort wird die Lage kniffliger, das zeigen die gestern vorgelegten Ergebnisse des ersten Quartals des am 28.2.2023 endenden Geschäftsjahres 2022/2023. Interessant sind diese Ergebnisse vor allem deshalb, weil man ansonsten noch keine Bilanzdaten vorliegen hat, die den Mai mit einschließen. Die Bilanzen der US-Einzelhändler erfassten mehrheitlich den April, aber wie es im Mai weiterging, ahnt man erst mit den Hornbach-Zahlen: nicht gut.

Zwar legte der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 8,4 Prozent zu. Aber bedenkt man die Inflation und den Umstand, dass typische Baumarktartikel die Teuerung anführen, kann man nicht vor einem Fortschritt sprechen. Und dass der Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) zugleich um 12,3 Prozent fiel, netto sogar ein Gewinnrückgang um 43,1 Prozent hingenommen werden musste, macht klar: Der Margendruck ist immens. Und das deutet an: Obwohl viele Anleger bei der Vorlage der vorläufigen, jetzt bestätigten Zahlen am 14. Juni aus allen Wolken fielen und die Aktie seither in der Spitze um über 30 Prozent nachgab, muss das noch keineswegs das Ende des Abstiegs sein.

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Hornbach Holding Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Denn die Zurückhaltung der Verbraucher hat ja nach dem, was man bislang an Daten sieht, im Mai erst Fahrt aufgenommen. Die Teuerung ist seither nicht im Griff, dafür steigen die Kosten für Kredite rasant. Da dürfte so manches Projekt, das im Sommer mit einem kleinen Kredit umgesetzt werden sollte, verschoben oder gestrichen werden. Und wenn zu dem Margendruck noch ein deutlich nachgebender Umsatz kommt, kann der Gewinn der Hornbach Holding, die mit den anderen Standbeinen Baustoff-Großhandel und Einzelhandels-Immobilien ebenfalls in konjunktursensiblen Bereichen agiert, noch deutlich weiter fallen.

Wenn wir uns diesen gezielt längerfristigen Chart ansehen, stellen wir fest, dass der Kurs derzeit etwa auf dem Level vom Herbst 2017 notiert. Das war eine Phase moderaten Wachstums, noch vor dem konjunkturell schwachen Jahr 2018, vor dem Corona-Boom und vor allem vor der Phase, in der die Aktie haussierte, weil man die massiv gestiegenen Umsätze und Gewinne der Geschäftsjahre 2020/2021 und 2021/2022 einfach in die Zukunft verlängerte. Jetzt aber besteht eine steigende Wahrscheinlichkeit, dass das Pendel nicht nur zurückschwingt, sondern weit in die Gegenrichtung ausschlägt. Rezessives Umfeld, Lieferprobleme, horrende Transportkosten und hohe Materialpreise sind für Baumärkte letztlich ein „Worst Case“-Szenario. Und da man momentan nicht hoffen kann, dass die Ergebnisse des laufenden und der kommenden ein, zwei Quartale besser ausfallen als die des letzten, im Gegenteil aber einkalkulieren muss, dass sie noch schlechter ausfallen, gilt:

Die Chance, dass man hier auf der Short-Seite noch nicht „durch“ ist, dass die Hornbach Holding die mittelfristig relevante Supportzone bei 66,10/69,50 Euro nicht nur erreicht, sondern auch unterbietet, ist relativ hoch. Und ein Test des dann aus charttechnischer Sicht nächsten Auffangbereichs zwischen 32,60 und 40,10 Euro wäre dann zumindest nicht auszuschließen.

Chart vom 29.06.2022, Kurs 77,35 Euro, Kürzel HBH | Online Broker LYNX
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Vorherige Analysen der Hornbach Holding Aktie

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Die Hornbach -Aktie gehörte vor Corona nicht gerade zu den Überfliegern. Im Endeffekt war der Kurs Ende 2019 oder Anfang 2020 noch auf dem Niveau wie ein halbes Jahrzehnt zuvor.

Wirklich zufrieden damit dürften die wenigsten Anleger gewesen sein.

Seitdem hat sich das aber grundlegend geändert. Der Kurs ist regelrecht durch die Decke gegangen.
Die Vermutung liegt allerdings nahe, dass der Spaß ein Ende haben könnte.

Das Gegenteil

Es gibt einige Basis-Schemata, wie erfolgreiche Investoren agieren. Darunter beispielsweise, dass man Unternehmen externen, also nicht hausgemachten Problemen kauft, die im Grunde kerngesund sind.

Das Gegenteil davon wäre wohl, wenn man in ein Unternehmen investiert, bei dem das Geschäft durch eine vorübergehende Änderung der Rahmenbedingungen beflügelt wurde.
Ich denke, dass wir es bei Hornbach genau damit zu tun haben.

Im Zuge von Corona und der Beschränkungen wurden Baumärkte geradezu zu einem Ausflugsziel.
Das wird aber sicher nicht so bleiben, beziehungsweise ist nicht so geblieben. Denn inzwischen kann man auch wieder echte Ausflugsziele ansteuern.

Vielmehr ist es erstaunlich, dass man nur die Prognose für den Gewinn und nicht auch für den Umsatz senken musste. Vielleicht kommt es dazu aber im Jahresverlauf noch.

Enttäuscht und gekappt

Nach den vorläufigen Zahlen zum ersten Quartal des Geschäftsjahres, konnte der Umsatz um 8,1% auf 1,81 Mrd. Euro gesteigert werden, das bereinigte EBIT sank jedoch um 12,3% auf 148,3 Mio. Euro.

Der Mitteilung von Hornbach zufolge, haben sich die makroökonomischen Aussichten und die Herausforderungen in Bezug auf Inflation, Lieferketten und Produktpreise im zweiten Quartal weiter ausgeprägt und verfestigt, was die Prognose für den Rest des Jahres weiter erschwert.

Daher musste die Prognose für das bereinigte EBIT gesenkt werden. Bisher war man ohnehin schon davon ausgegangen, dass das bereinigte EBIT einen leichten Rückgang verzeichnen würde.
Doch jetzt stellt man einen Einbruch im „niedrigen zweistelligen Prozentbereich“ in Aussicht.

Im Klartext bedeutet das, dass der Gewinn um mehr als 10% sinken wird.

Als Anleger kann man wohl nur hoffen, dass ich mit meiner These falsch liege und nicht noch mehr schlechte Nachrichten folgen.
Der vorgelegte Ausblick lässt jedenfalls die Vermutung zu, dass Hornbach nicht sonderlich gut mit dem inflationären Umfeld zurechtkommt.

Es ist zwar richtig, dass die Bewertung mit einem KGV von 7,4 außerordentlich niedrig bewertet ist.
Sollte der Gewinn aber nachhaltig sinken und die Profitabilität auf das Prä-Corona-Niveau fallen, hilft das wenig.

Chart vom 14.06.2022 - Kurs: 92,25 Kürzel: HBH - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 14.06.2022 – Kurs: 92,25 Kürzel: HBH – Wochenkerzen

Kurzfristig ist die Aktie nach dem massiven Sell-Off überverkauft, eine kurzfristige Erholung in Richtung 100 Euro ist also jederzeit möglich.
Für die Bullen wäre die Kuh allerdings erst dann vom Eis, wenn die Aktie wieder nachhaltig über 100 Euro steigt.

Übergeordnet sollte aber eher mit einer Ausdehnung der Korrektur in Richtung 80 Euro gerechnet werden.

Am Donnerstag präsentierte die Mutter der Baumarktkette Hornbach die Halbjahresergebnisse des laufenden, immer Ende Februar endenden Geschäftsjahres. Die Zahlen fielen klar besser aus als erwartet, die Aktie machte einen immensen Sprung. Sollte man da mitziehen?

Beeindruckend ist es schon, dass der Baumarkt-Boom auch im ersten Halbjahr 2021 weiterging. Allerdings hatte man vor einem Jahr auch noch mehrheitlich vermutet, dass sich die Phase der Lockdowns nicht so lange hinziehen würde. Das dürfte ein entscheidender Grund gewesen sein, weshalb der Umsatz der Holding in den bis Ende August laufenden ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2021/2022 um 5,1 Prozent zulegte und der um Sondereffekte bereinigte Vorsteuergewinn mit 337,2 Millionen Euro den bisherigen Rekord des ersten Halbjahres 2020/2021 noch übertraf.

Aber kann dieses Wachstum sich fortsetzen? Nachdem die Aktie am Donnerstag als Reaktion auf dieses Zahlenwerk einen immensen Satz auf ein neues Rekordhoch gemacht hat, ist diese positive Überraschung ja eingepreist. Wenn man jetzt erwägt, auf diesen fahrenden Zug aufzuspringen, müsste man darauf setzen können, dass es auch in den kommenden Monaten und Jahren weitergeht mit den „good news“. Und da wird es doch langsam eng, denn:

Expertenmeinung: Selbst, wenn es zu erneuten Lockdown-Phasen käme, womit man derzeit aber nicht rechnen muss, würde sich die Frage stellen, ob sich der Heimwerker-Boom dann immer noch fortsetzen könnte. Denn nach zwei langen Phasen, in denen viele Menschen aufgrund ihrer zwangsweisen Fixierung auf Zuhause zum Werkzeug griffen, dürfte sehr vieles an Verschönerungen, Umbauten oder Reparaturen erledigt sein, was man sonst über Jahre hinaus gestreckt hätte. Das heißt, dass man zumindest einkalkulieren sollte, dass nach diesem durch Corona hervorgerufenen Boom ein Loch kommt, in dem der Bedarf sinkt.

Zwar läge die Bewertung der Aktie mit einem Kurs/Gewinn-Verhältnis (KGV) um zehn derzeit sogar niedriger als in den Jahren vor der Corona-Krise. Aber wenn man damit rechnen muss, dass sich diese Rekord-Umsätze und -Gewinne nicht auf Dauer halten lassen, würde das KGV ja bei gleichbleibendem Kursniveau in den kommenden Jahren wieder steigen … es sei denn, die Aktie käme wieder zurück. Aber das ist ja kein taugliches Argument, um jetzt einzusteigen. Eher gälte es, sich jetzt enger abzusichern, sofern man hier investiert ist.

Sie sehen in unserem längerfristigen Chart auf Wochenbasis, dass die Aktie bereits im Vorfeld der gestrigen Zahlen über das Ende September 2020 bei 101,40 Euro markierte, damalige Rekordhoch gelaufen war. In der vergangenen Woche setzte sie zurück und verteidigte dieses zur Unterstützung gewordene, alte Hoch durch die gestrige Rallye perfekt.

Diese Linie bei 101,40 sowie die aktuell bei 93 Euro verlaufende, mittelfristige Aufwärtstrendlinie sind die Unterstützungen, auf die es ankommt. Knapp darunter einen Stoppkurs zu setzen, wäre in jedem Fall ratsam. Und da die Aktie aktuell sehr weit über diesen beiden Schlüsselmarken notiert und eingestiegen sein dürfte, wer auf die gestrige Bilanz hat reagieren wollen, wäre jetzt unabhängig von der Absicherung bestehender Positionen eher zu überlegen, einen Teil der Aktien zu Geld zu machen, statt zuzukaufen oder neu einzusteigen.

Chart vom 30.09.2021, Kurs 112,20 Euro, Kürzel HBH | Online Broker LYNX