HelloFresh: Wer einsteigen will, muss jetzt nach oben schauen!

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HelloFresh
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Zur HelloFresh Aktie

Mit im Hoch 97,50 Euro war die HelloFresh-Aktie im November überbewertet. Heute, zwei Monate später, wäre sie vom Kurs/Gewinn-Verhältnis zwar schon fast als „billig“ einzustufen, aber bislang hält das den Selloff nicht auf. Könnte die Charttechnik die Wende bewirken?

Wenn Kurse immer schneller steigen, verlieren immer mehr Trader die üblichen Ankerpunkte aus dem Blick, an denen sie sich in normalen Phasen orientieren. Dann interessiert keine Überbewertung, keine überkaufte Markttechnik, einige haben nicht einmal Hemmungen, in eine charttechnische „Fahnenstange“ hinein noch Long zu gehen, weil die Angst, etwas zu verpassen, die Vernunft in den Hintergrund drängt. Warum sollte das bei einem Selloff, der immer dynamischer wird, anders sein?

Es fehlt nicht mehr viel, dann hätte sich der Kurs der HelloFresh-Aktie vom Hoch des Herbstes halbiert. Wer auf die Bewertung schaut, sieht jetzt auf Basis der 2022er-Gewinschätzung, bei der die Analysten derzeit davon ausgehen, dass der Gewinn etwas unter dem von 2021 liegen wird, ein Kurs/Gewinn-Verhältnis von 40. Da man für 2023 und 2024 mit Gewinnzuwächsen von je 40 Prozent pro Jahr rechnet, ist diese Bewertung sogar günstig. Aber diejenigen, die jetzt immer weiter verkaufen, haben andere Sorgen … oder Interessen.

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur HelloFresh Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Zum einen hätten wir da diejenigen, die die Sache aussitzen wollten, bereits den ganzen Weg der Aktie nach unten im sukzessiv volllaufenden Boot sitzen und jetzt die Nerven verlieren. Und wir haben diejenigen, die dafür sorgen, dass genau das passiert, weil sie an fallenden Kursen verdienen. Die Leerverkäufer drücken die Kurse gezielt, in der Erwartung, dass der Bruch der jetzt angelaufenen Unterstützung 52,35/53,15 Euro einen finalen Selloff auslöst, in den hinein sie ihre leer verkauften Aktien billig eindecken können. Was in einer panisch werdenden Marktstimmung funktionieren kann … aber nicht muss.

Wie geht man mit einer solchen Situation um, wenn man eigentlich genau darauf gewartet hat, um einzusteigen: dass HelloFresh zu einem rational betrachtet günstigen Kurs zu haben ist? Jetzt einsteigen und tun, was diejenigen, die „oben“ gekauft haben, nicht mehr durchhalten, nämlich Verluste aussitzen? Das könnten äußerst erfahrene Trader mit Nerven wie Stahlseile erwägen. Aber nicht ein Investor. Denn wie bei Übertreibungen nach oben ist auch bei denen nichts unmöglich – absolut nichts. Also?

Also sollte man seine eigenen Emotionen konsequent vor die Tür setzen … zumal man gerade sieht, was denen widerfährt, die das nicht vermochten … und tun, was man in einem normalen Umfeld auch täte: Warten, bis nicht nur Unterstützungen halten, sondern auch Widerstände überwunden werden. Denn erst, wenn Schlüssel-Widerstände überboten werden, die ansonsten von den Leerverkäufern aktiv verteidigt werden, ist die Luft tendenziell rein genug, um sich ans vorsichtige Einsammeln zu machen.

Und bei HelloFresh ist dieser Schlüssel-Widerstand gut definiert: Es geht um die Hürde, an der die Aktie letzte Woche nach unten abgewiesen wurde, den Kreuzwiderstand aus den Tiefs vom März/Mai 2021 und der 20-Tage-Linie im Bereich 60,40/61,00 Euro. Besonnene Trader schauen in einer Hausse grundsätzlich zunächst nach unten. In einer Baisse muss man eben nach oben schauen, denn da spielt letztlich, wenn man kaufen will, die Musik.

HelloFresh-Aktie: Chart vom 24.01.2022, Kurs 53,00 Euro, Kürzel HFG | Online Broker LYNX
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Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Der Anbieter von Essensboxen hat während der Pandemie sämtliche Trümpfe ausgespielt. So war die HelloFresh-Aktie einer der großen Profiteure von Home-Office und zahlreichen Lockdowns, die wie eine nicht enden wollende Welle über den Globus schwappten.

Nun scheint aber bereits all das Wachstum in den Kursen eingepreist zu sein und das Wertpapier setzte Ende des vorigen Jahres zum Sinkflug an. Sowohl der mittel- als auch der langfristige Aufwärtstrend sind mittlerweile beendet worden und die Frage bleibt, wo der nächste Boden zu finden sein könnte. Derzeit haben die Bären das Zepter fest in der Hand und die Käufer haben die Flucht ergriffen.  

Expertenmeinung: Einen möglichen Boden könnte uns das Tief von März des vorigen Jahres liefern. Dieses bildete sich knapp über der Marke von 53 USD und könnte wieder einige Bullen anlocken. Die Kurse nähern sich diesem Niveau recht steil und so sollte zumindest eine stärkere technische Gegenreaktion nach oben möglich sein.

Was wir durchaus sehen könnten, wäre ein kurzer Undercut dieses Bereichs. Hierbei gehen die Kurse kurz unter die Unterstützung, um diese nachher wieder zurückzuerobern. Dies wäre ein klassisches Kaufsignal, wie wir es bereits Anfang November gegenüber dem August Tief zu sehen bekommen haben. Langsam können sich Anleger daher wieder auf einen möglichen Einstieg vorbereiten.

Aussicht: NEUTRAL

Chart vom 13.01.2022 Kurs: 58.08 Kürzel: HFG | Online Broker LYNX

Zuletzt sind vor allem Wachstumsaktien und Krisengewinner unter Druck gekommen. Kein Wunder also, dass es auch HelloFresh erwischt, denn auf HelloFresh trifft gleich beides zu.

Es stellt sich nur die Frage, ob der Markt damit richtig liegt, oder ob wir es mit einer Gelegenheit zu tun haben.

Wir schlagen zu

Das Unternehmen selbst scheint die Situation jedenfalls als Chance zu begreifen und hat kurzerhand 250 Mio. Euro für den Rückkauf eigener Aktien bereitgestellt.

Das entspricht etwas mehr als 2,5% des Börsenwerts von HelloFresh und dementsprechend wurde die Meldung mit dem heutigen Anstieg um 3% bereits eingepreist.

Nachhaltige Auswirkungen auf das Kursgeschehen haben Buybacks in dieser Größenordnung nicht.
Viel wichtiger ist die Signalwirkung und an welchem Punkt die Meldung erfolgte.

Es scheint fast so, als hätte man bei HelloFresh den Chart der eigenen Aktie im Blick. Die Mittelung über die Buybacks erfolgte nämlich unmittelbar am Aufwärtstrend.

Chart vom 11.01.2022 Kurs: 57,54 Kürzel: HFG - Tageskerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 11.01.2022 Kurs: 57,54 Kürzel: HFG – Tageskerzen

Die Chancen, dass der Aufwärtstrend jetzt halten wird, wurden dadurch deutlich gesteigert. HelloFresh ist ohnehin oversold, eine Gegenbewegung wäre fällig.

Gelingt jetzt ein Anstieg über 60,50 Euro, kommt es zu einem Kaufsignal mit möglichen Kurszielen bei 67,50 und 70,00 Euro.

Fällt die Aktie hingegen unter den Aufwärtstrend und die zentrale Unterstützung bei 56,00 Euro, muss mit einer Ausdehnung der Korrektur in Richtung 53,00 oder 50,00 Euro gerechnet werden.

Signalwirkung

Was mir an den Buybacks aber am besten gefällt, ist die Tatsache, dass man sich bei HelloFresh aktiv Gedanken über Kapitalallokation zu machen scheint.

Das sollte eigentlich selbstverständlich sein, ist es aber nicht. Die meisten börsennotierten Unternehmen kaufen einfach ständig eigene Aktien zurück, die anderen machen gar nichts.
In den USA herrscht größtenteils das erste vor, bei uns das Zweite. Beides ist nicht optimal. Selbstverständlich wäre es sinnvoll, wenn das Kapital vor allem dann eingesetzt wird, wenn man möglichst viel Mehrwert damit schafft und möglichst viel Wirkung erzielt.

Das ist in Crashs und nach größeren Korrekturen der Fall. Es sendet auch ein Signal der Zuversicht, gerade dann, wenn es am meisten gebraucht wird.

Falsche Wahrnehmung

Bei HelloFresh spielen aber noch zwei weitere Faktoren eine Rolle, die mich zu einem positiven Fazit kommen lassen.

Das Unternehmen ist zwar ein Wachstumswert, allerdings profitabel. Man wird also keine Probleme bekommen, sollten die Zinsen tatsächlich steigen.
HelloFresh ist an einem Punkt angekommen, an dem man kaum/kein Fremdkapital mehr benötigt, um die Expansion zu finanzieren.

Ferner ist die Wahrnehmung als reiner Krisengewinner nicht richtig. Es stimmt zwar, dass das Wachstum durch Corona stark befeuert wurde, aber auch zuvor ging es schon steil bergauf.

Außerdem muss man ganz klar konstatieren, dass die Wiedereröffnung von Kantinen und Restaurants dem Erfolg kaum einen Abbruch getan hat.
Ich habe mich in der Vergangenheit bereits mehrfach positiv zu HelloFresh geäußert, auch schon zu Kursen von 18 Euro, aber diese starke Entwicklung hätte ich trotzdem für kaum möglich gehalten.

HelloFresh scheint es zu gelingen, einen Großteil der durch die Krise gewonnen Kunden halten zu können.
Dass es zuletzt zu einem Rückgang gekommen ist, sollte niemanden überraschen. Vielmehr ist es erstaunlich, dass keine sehr viel größere Abwanderung stattgefunden hat und dass es nicht schon viel früher passiert ist.

Gleichzeitig sollte man nicht vergessen, dass die Zahl der aktiven Kunden im letzten Quartal trotzdem 38,8% über dem Vorjahresniveau lag.
Darüber hinaus konnte die Zahl der Bestellungen pro Kunden sowie der durchschnittliche Bestellwert gesteigert werden.

Ausblick und Bewertung

In Summe führte das im dritten Quartal zu einem Umsatzsprung um 45,9% auf 1,42 Mrd. USD, wenngleich das Plus in den vorherigen Quartalen auch höher war.

Im Verhältnis dazu ist ein KUV von 1,79 nicht hoch gegriffen, das gilt vor allem mit Blick auf die ordentliche Bruttomarge, den großen adressierbaren Markt und den geringen Kapitalbedarf.

HelloFresh sieht sich auch weiter auf Wachstumskurs. Für 2022 stellt man ein Umsatzplus von 20-26% in Aussicht.
Am unteren Ende würde das einem Umsatz von rund 7,0 Mrd. Euro entsprechen und somit einem KUV von 1,4.
Damit HelloFresh die Aktie günstiger als in der zuvor verlinkten Analyse, als die Aktie noch bei 18,60 Euro stand.

Seit dem Börsengang lag das KUV durchschnittlich bei 2,1. Wird die Prognose erfüllt und die Aktie kehrt zu dieser Bewertung zurück, entspricht das auf Sicht von 12 Monaten einem Potenzial von 50%.

Momentan rechnen die Analysten mehrheitlich damit, dass der Gewinn bei HelloFresh 2022 nicht zulegen wird. Aber in den Folgejahren soll der Gewinn deutlich Fahrt aufnehmen. Doch diese Perspektive scheinen die meisten Anleger nicht sehen zu wollen … wer liegt da falsch?

Entweder blicken die Anleger nicht nach vorne – oder sie bezweifeln, dass eintritt, was die Experten erwarten. Die prognostizieren, dass sich der Gewinn des Kochboxen-Lieferanten in den nächsten drei Jahren verdoppeln wird. Dann würde HelloFresh auf dem aktuellen Kursniveau ein Kurs/Gewinn-Verhältnis von 22 ausweisen. Und das wäre bei solchen Wachstumsraten nicht „okay“, sondern schlichtweg billig. Aber Sie sehen es im Chart:

Die Anleger folgen den Erwartungen der Experten nicht, die die Aktie momentan mehrheitlich als „Kauf“ einstufen und im Schnitt ein Kursziel von 92 Euro ausloben. Vor fünf Wochen hatte die Aktie sogar über diesem Kursziel notiert … jetzt aber wird sie immer weiter verkauft, mit dem gestrigen, satten Minus ist auch noch der Versuch einer Bodenbildung gescheitert. Woran könnte diese auffällige Divergenz zwischen den Erwartungen der Analysten und dem, was die Anleger tun, liegen? Und wer irrt sich hier?

Expertenmeinung: En Argument, das man gegen die bullische Analystenperspektive vorbringen könnte, ist das wacklige Wirtschaftswachstum und die untypisch hohe Inflation, die bislang nicht auf vergleichbar steigende Löhne trifft. Das drückt kräftig auf die Kaufkraft. Und so etwas trifft dann in der Regel diejenigen Unternehmen zuerst, die „nice to have“-Dienstleistungen anbieten, die man problemlos auch bleiben lassen kann. In diese Kategorie fiele HelloFresh allemal, aber:

Davon abgesehen, dass es hier um eine angebotsinduzierte Inflation geht, die normalerweise nicht von Dauer ist (solange es nicht zu einer intensiven Lohn/Preis-Spirale kommt), könnte man die Aktie ja einfach links liegen lassen, würde man fürchten, dass der Gewinn auch längere Zeit nicht durchstartet, womöglich sogar fällt. So, wie sich das Chartbild darstellt, sieht es aber eher aus, als würden Trader die Aktie gezielt leer verkaufen. Und das ist etwas, das weit weniger „nachhaltig“ ist als negative Nachrichten und schwache Bilanzen. Gut möglich also, dass dieser markante Druck nicht mehr allzu lange anhält.

Ein denkbares Ziel der Bären könnte der Bereich um 60 Euro sein. Da hätten wir zum einen die Monatstiefs vom März und Mai 2021, zum anderen knapp darunter die untere Begrenzung der großen Trompeten-Formation (ein nach rechts offenes Dreieck, im Chart dick schwarz markiert). In diesem Bereich könnten sich risikofreudige Akteure sogar einen spekulativen Einstieg mit eher engen Stoppkursen überlegen. Wer vorsichtiger vorgehen will, wartet aber besser Signale für eine solide Bodenbildung ab. Was jetzt aber besonders gewagt wäre, wäre in dieser derart „verprügelten“ Aktie noch Short gehen zu wollen.

HelloFresh-Aktie: Chart vom 04.01.2022, Kurs 62,92 Euro, Kürzel HFG | Online Broker LYNX

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Kaufen, wenn die Kanonen donnern, heißt eine alte Börsenweisheit. Gerade diese könnte in der aktuellen Situation der HelloFresh-Aktie treffender nicht sein. Doch was macht den Titel derzeit so interessant?

Die Kurse verloren nach dem missglückten Versuch ein neues Allzeithoch zu erreichen den Boden unter den Füßen und kamen die letzten Wochen heftig unter Beschuss. Es steht ein Abschlag von mehr als 25% zu Buche und der Kursverlauf spiegelt die extreme Unsicherheit der Anleger eindeutig wider. Dennoch sind die Kurse nun an einem wichtigen Pivot-Tief angelangt, welches Anfang November gebildet wurde. In diesem Zeitraum wurde ebenfalls ein altes Pivot-Tief getestet, welches sich im August dieses Jahres auftat. Damals war die Situation ähnlich. Die Kurse näherten sich der Unterstützung überaus steil, um kurz darauf den sogenannten Turbo zu zünden.

Expertenmeinung: Es ist durchaus möglich, dass dieser Bereich sogar kurzfristig unterschritten werden könnte. Doch sollte sich in den kommenden Tagen eine Umkehr nach oben bilden, könnte ein Anstieg in den Bereich von 80 bis 85 EUR die mögliche Folge sein.

Für kurzfristig orientierte Trader eine hervorragende Kaufmöglichkeit sofern es, wie bereits erwähnt, zu einer Umkehr nach oben kommt. Diese gilt es also noch abzuwarten, um nicht einfach ins fallende Messer zu greifen. Danach könnte sich eine nette Endjahresrallye ausgehen.

Aussicht: NEUTRAL

Chart vom 15.12.2021 Kurs: 69.00 Kürzel: HFG | Online Broker LYNX

Der Kochboxen-Lieferant HelloFresh legte am Dienstag nach Handelsende seine Prognose für das Jahr 2022 vor. Der Umsatz soll stärker wachsen als die Analysten das bislang erwarten, aber der Gewinn weniger. Als Reaktion stand die 200-Tage-Linie im Feuer – schon wieder.

Hier müssen die Bullen gerade Sisyphos-Arbeit leisten. Kaum war es im Zuge der Rallye des Dienstags gelungen, die zuvor zum zweiten Mal in kurzer Zeit am bisherigen Rekordhoch vom August abgeprallte HelloFresh-Aktie oberhalb der 200-Tage-Linie nach oben zu drehen, war schon wieder alles dahin. Ganze 10,92 Prozent sackte die Aktie am Mittwoch durch. Als sie die wichtige Unterstützungszone 77/78 Euro nebst die knapp darüber, bei aktuell 78,85 Euro, verlaufende 200-Tage-Linie erreichte, setzten zwar Versuche von Gegenwehr ein, aber erfolgreich waren die, wie der Chart zeigt, nicht. Die Frage ist:

War die erste, negative Reaktion überzogen … oder sehen wir gerade nur reine Rettungskäufe, um diese charttechnische Schlüsselzone zu verteidigen, die aber angesichts einer nennenswerten Eintrübung der Perspektive womöglich keinen Bestand haben werden? Dazu ein Blick auf diese unternehmenseigene 2022er-Perspektive:

Expertenmeinung: Was den Umsatz angeht, erwartet HelloFresh für 2022 ein Wachstum in einer Spanne von 20 bis 26 Prozent. Das ist stark, immerhin hatten die Analysten bislang im Schnitt „nur“ 17,7 Prozent erwartet. Das Problemkind der Prognose ist der erwartete Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA). Denn da sieht HelloFresh im kommenden Jahr zwischen 500 und 580 Millionen Euro, das ist sehr deutlich weniger als die durchschnittliche Expertenprognose von 647 Millionen Euro.

Und es wäre gegenüber 2021 kein Wachstum, was den Gewinn auf EBITDA-Ebene angeht. Denn auch auf Basis der wegen vorgezogener Investitionen im Jahresverlauf auf 8,25 bis 10,25 Prozent gesenkten 2021er-EBITDA-Gewinnmarge würde HelloFresh im laufenden Jahr mit dem EBITDA-Gewinn in einer Range zwischen 500 und 600 Millionen Euro über die Ziellinie gehen. Was impliziert, was sich aus dieser 2022er-Perspektive auch so schon ableiten ließe: Die Gewinnmarge würde, wenn es so kommt wie avisiert, 2022 noch weiter sinken, würde sich im schlechtesten Fall um 6,6, im besten Fall um 8,1 Prozent bewegen.

Dass man darauf negativ reagiert, ist kein Wunder, schließlich ist die Gewinnmarge der Hebel zwischen Umsatz und dem letztendlichen Gewinn. Wenn dieser Hebel, der 2020 noch bei satten 12,4 Prozent lag, jetzt in die Region 6,6 bis 8,1 Prozent zurückkommt und damit das Gewinnwachstum spürbar ausgebremst wird … warum sollte man dann noch einen Anlauf an das Rekordhoch nehmen, wenn man da im November ohnehin zweimal abgewiesen wurde? Auch die erste Reaktion der Analysten am Mittwochmorgen spiegelt das wider: Morgan Stanley senkte das Kursziel für die HelloFresh-Aktie von 85 auf nur noch 78 Euro.

Angesichts dieser Perspektive erscheint es zumindest fraglich, ob es gelingt, die HelloFresh-Aktie wieder auf bullischen Kurs zu bekommen. Dazu müsste zumindest ein Schlusskurs von 90 Euro erreicht werden, durch den die Nackenlinie des November-Doppeltopps zurückerobert wird. Die Unterseite erscheint fragiler, zumal man da jetzt bereits dran ist. Sollte die Aktie deutlicher unter der Supportzone 77/78 Euro schließen und diese dadurch eindeutig brechen, könnte es leicht bis zur nächsten, nennenswerten Auffanglinie bei 68 Euro abwärts gehen.

HelloFresh-Aktie: Chart vom 08.12.2021, Kurs 76,36 Euro, Kürzel HFG | Online Broker LYNX