Hapag-Lloyd Aktie Prognose Hapag Lloyd: Trader kontra Analysten – wer gewinnt hier?

News: Aktuelle Analyse der Hapag-Lloyd Aktie

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Hapag-Lloyd
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Zur Hapag-Lloyd Aktie
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Während die meisten Analysten ihr Kursziel für die Aktie der Reederei Hapag Lloyd in den letzten Monaten deutlich senkten, versuchen sich die Anleger an einer Aufwärtstrendwende. Dabei notiert die Aktie schon über den meisten aktuellen Kurszielen. Kann das gutgehen?

Als die Reederei Hapag Lloyd am 10. November ihre Neun-Monats-Ergebnisse vorlegte, testete die Aktie daraufhin zunächst das Anfang November bei 157,60 Euro markierte Jahrestief. Doch das anfängliche Minus wurde aufgeholt und am selben Tag in ein Plus verwandelt. Und seither klopft der Kurs an die Nackenlinie eines damit unmittelbar vor der Vollendung stehenden Doppeltiefs bei 200 Euro. Wie stehen die Chancen für die Bullen?

Würde man sich alleine diese Neun-Monats-Ergebnisse ansehen, müsste die Aktie in der Tat viel höher notieren. Momentan schätzen die Analysten, dass Hapag Lloyd 2022 97 Euro Gewinn pro Aktie erzielen wird. Das Kurs/Gewinn-Verhältnis läge also gerade einmal knapp über 2. Dabei gelang es, in den ersten drei Quartalen 2022 aus einem Umsatz von 26,7 Milliarden Euro einen Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) von 14,2 Milliarden Euro heraus zu holen. Schon 2021 war unglaublich, aber 2022 toppt das noch. Zum Vergleich: 2019 lag der Gewinn pro Aktie noch bei 2,06 Euro, 2020 dann bei 5,27 Euro. 2021 wurden 51,63 Euro erreicht … und in diesem Jahr sollen es also gut 97 Euro werden. Das wirkt auf den ersten Blick, als wäre der niedrige, seit Mai massiv eingebrochene Kurs der Aktie ein Irrtum, ein Schnäppchen, bei dem man nichts falsch machen kann. Aber nur auf den ersten Blick.

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Hapag-Lloyd Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Diese so ungewöhnlich hohe Gewinnspanne basiert nicht auf explodierten Transportmengen. Die ist nämlich gegenüber den ersten neun Monaten 2021 gar nicht gestiegen. Es waren die extrem gestiegenen Frachtraten, die die Gewinne befeuerten. Die Materialengpässe, der „Flaschenhals“ nach den Lockdowns, verlängert durch die weiterhin andauernd verhängten Lockdowns in China, das sorgte dafür, dass die Preise für Schiffsfracht immens stiegen. Und wegen der überbordenden Nachfrage, die durch die Staus der Containerschiffe vor vielen Häfen noch schlimmer wurde, konnten die Reedereien verlangen, was sie wollten, es wurde bezahlt. Aber jetzt sind diese Frachtraten eingebrochen. Auch, weil ein Auflösen der Staus, die Stabilisierung der Lieferketten und eine wegen der Inflation sinkende Nachfrage zusammenkommen. Das sieht auch Hapag Lloyd, wo man die Verringerung der Nachfrage bereits zum Ende des dritten Quartals ausmachen konnte.

Daher gehen die Analysten davon aus, dass sich die Ertragslage ab 2023 normalisieren wird. Für 2023 liegt die durchschnittliche Gewinnschätzung nur noch bei 18,30 Euro pro Aktie, für 2024 bei 11,40 Euro. Und kommt es so, wäre Hapag Lloyd jetzt keineswegs ein Schnäppchen. Die drei Analysten, die ihre Kursziele seit der Vorlage der Neun-Monats-Zahlen angepasst haben, senkten diese, zweimal auf 167, einmal auf 177 Euro. Die Aktie notiert bereits darüber. Das mittlere Kursziel aller Analysten liegt aktuell bei 172 Euro. Und kein Analyst sieht die Aktie derzeit als Kauf an. Haben die Bullen hier also keine Chance?

Kurzfristig kann sich eine Aktie durchaus gegen Expertenmeinungen und konjunkturelle Perspektiven stemmen. Aber nicht auf Dauer. Es wäre also denkbar, dass Hapag Lloyd dann noch weiter zulegt, wenn es gelingt, das bereits fast vollendete Doppeltief mit Schlusskursen über dem gestrigen Tageshoch von 209 Euro „einzutüten“. Aber dass die Aktie dann an der massiven Widerstandszone 225/240 Euro vorbeikommt, ist nicht wahrscheinlich genug, um auf diesen auf schmaler Spur laufenden Zug aufzuspringen.

Hapag Lloyd-Aktie: Chart vom 01.12.2022, Kurs 198,40 Euro, Kürzel HLAG | Online Broker LYNX
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Vorherige Analysen der Hapag-Lloyd Aktie

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Seit dem Rekordhoch Mitte Mai hat die Aktie der Reederei Hapag Lloyd 65 Prozent verloren. Dadurch liegt das Kurs/Gewinn-Verhältnis bei 2. Das wirkt, als bekäme man die Aktie geschenkt. Aber das täuscht, im Gegenteil ist hier weiterhin Luft nach unten. Was ist da los?

Es ist gerade einmal vier Wochen her, dass ich an dieser Stelle letztmalig Hapag Lloyd vorgestellt hatte. Damals lautete ein Kernsatz: „Für ein mittelfristig relevantes Short-Signal müsste der Kurs nicht nur die Aufwärtstrendlinie bei 256 Euro brechen, sondern auch die bis in den Sommer 2021 zurückreichende Unterstützungszone 225/236 Euro.“ Der Blick auf den Chart zeigt: Da kann man einen Haken dahinter machen. Und mit zuletzt nur noch 165,50 Euro hätte die Aktie auch schon so viel Boden preisgegeben, wie das bei einem mittelfristigen Short-Signal zu erwarten wäre. Sogar das markante Hoch des Jahres 2020 ist bereits gefallen.

Und eine Aktie, die ein Kurs/Gewinn-Verhältnis von 2 hat, ist doch schon fast zwingend ein Kauf, zumal Hapag Lloyd für 2021 sagenhafte 35 Euro Dividende bezahlt hatte. Gäbe es das für 2022 auch, könnte man doch leichter kein Geld verdienen … oder?

Expertenmeinung: Da man davon ausgehen darf, dass eine Aktie, die so niedrig bewertet ist und eine unglaubliche Dividendenrendite hätte, falls die Vorjahresdividende erneut gezahlt würde, nicht aus Versehen fällt, sollte man gar nicht erst über „billig“ nachdenken, sondern nach den Gründen suchen, warum sie wie ein defekter Fahrstuhl abwärts rauscht. Und wenn man sich die zu Gemüte führt, kommt man zu dem Schluss: Ob die das niedrige Kurs/Gewinn-Verhältnis begründenden Gewinnschätzungen der Analysten für 2022 wirklich Realität werden, ist nicht nur offen, sondern zweifelhaft. Und das gilt für die Traum-Dividende ebenso.

Denn genau die beiden Faktoren, die zu dieser Ende 2020 begonnenen Super-Hausse geführt hatten, beginnen sich umzukehren: die Nachfrage nach Schiffs-Frachtraum und mit ihr die Schifffrachtraten selbst. Die beiden wichtigsten Indikationen für die Schifffracht-Preise, der Baltic Dry Index und der Harpex, sind beide derzeit im freien Fall. Und dabei hat die weltweite Rezession noch nicht einmal begonnen, immer noch herrscht die Notwendigkeit, überfällige Fracht endlich zu verschiffen, weiterhin stauen sich Containerschiffe vor Häfen.

Das macht klar: Die Frachtraten dürften weiter fallen … und mit ihnen die Gewinnspanne von Hapag Lloyd. Und da diese konjunkturellen Aspekte den Takt angeben, wäre es daher auch keine verlässliche Basis für einen spekulativen Einstieg, wenn der Kurs die Kreuzunterstützung aus dem Zwischentief vom Mai 2021 und der in diesem Wochenchart schwarz gehaltenen 1.000-Tage-Linie im Bereich 130/132 Euro ansteuert. Würden entsprechend bärische Konjunkturdaten auf einen weiteren Rückgang der Nachfrage nach Schifffracht deuten, würde auch eine solche Unterstützung problemlos durchbrochen, daher:

Hier jetzt erst Short zu gehen, nachdem das mittelfristige Short-Signal nach dem Bruch der Zone 225/236 Euro längst erfolgt ist und die Reaktion darauf ebenso, wäre nicht ratsam, auch, wenn die Aktie grundsätzlich noch Luft nach unten haben dürfte. Denn je tiefer der Kurs fällt, desto plötzlicher und weitreichender werden Eindeckungs-Rallyes der Bären. Wer Short ist, kann am Ball bleiben und regelmäßig den Stopp nachziehen. Und einsteigen? Das würde ich angesichts dieser Perspektive für Umsatz und Gewinn von Hapag Lloyd besser nicht.

Hapag Lloyd-Aktie: Chart vom 23.09.2022, Kurs 165,50 Euro, Kürzel HLAG | Online Broker LYNX
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Als die deutsche Reederei Hapag Lloyd Ende Juli die Gewinnprognose für 2022 ein weiteres Mal anhob, zog die Aktie rasant davon. Es wirkte, als seien die Bullen zurück und das bisherige Rekordhoch greifbar. Aber jetzt ist diese Rallye komplett abverkauft. Zu Recht?

Wenn man sich ansieht, was die Analysten von der Hapag Lloyd-Aktie halten, kann man das allerdings nur bestätigen. „Halten“- und „Verkaufen”-Einschätzungen halten sich die Waage, zum Kauf rät derzeit keiner. Und das durchschnittliche Kursziel liegt mit 214 Euro deutlich unterhalb des Schlusskurses von Freitag. Wie geht das zusammen: Massiv gestiegene Umsätze, extrem gestiegene Gewinne, eine unglaublich niedrigere Bewertung und gesenkte Daumen seitens der Analysten?

Für die Analysten ist heute hinsichtlich der Reederei-Aktie eben schon gestern. Durch die Materialengpässe und die Staus vor großen Containerhäfen waren die Frachtraten, sehr zur Freude der großen Fracht-Reedereien wie Hapag Lloyd, immer höher gestiegen. Weit höher als die eigenen Kosten zulegten, so dass sich die Gewinne immer höher schraubten. Aber diese Sondersituation ist nicht für die Ewigkeit gemacht. Auch, wenn man nicht sicher sein kann, dass die Frachtraten 2023 wieder purzeln, durch die massive Rezessionsgefahr ist es zumindest wahrscheinlich. Und das führt dazu, dass die Analysten Hapag Lloyd im laufenden Jahr zwar einen Rekordgewinn um die 90 bis 95 Euro pro Aktie zutrauen, für 2023 dann aber nur noch im Schnitt ca. 35, für 2024 sogar nur noch ca. 15 Euro sehen. Und für diese 15 Euro wäre die Aktie jetzt immer noch viel zu teuer. Wird sie also weiter fallen?

Expertenmeinung: Es ist selten, dass Analysten so einheitlich pessimistisch für eine Aktie sind. Und es ist noch seltener, dass die Anleger ihnen dabei partout nicht folgen wollen. Dieser Widerstand, diese Aktie, die mit ihrer Super-Hausse zwischen Herbst 2020 und Frühjahr 2022 vielen eine Menge Gewinn eingebracht hatte, jetzt aufzugeben, wirkt hartnäckig, daher sollte man sich nicht zu sicher sein, dass die Bullen hier nicht doch noch für eine Überraschung gut wären. Aber auch dem hartnäckigsten Bullen dürfte klar sein, dass den Aufwärtstrend zu verteidigen ein Spiel auf Zeit ist. Und dass diese Rallye nach der Prognose-Anhebung mittlerweile komplett eliminiert wurde, unterstreicht das.

Die besseren Chancen lägen hier also auf der Unterseite. Aber aus charttechnischer Sicht wäre der Weg nach unten noch nicht frei, bislang wäre für ein mittelfristiges Signal nur die Vorarbeit geleistet. Der erneute Rutsch unter die Supportzone 288/295 Euro ist ein markant negatives Signal, zumal diese Zone momentan noch durch die 200-Tage-Linie verstärkt wurde. Aber damit ist die Hapag Lloyd-Aktie nur auf kurzfristiger Ebene bärisch. Für ein mittelfristig relevantes Short-Signal müsste der Kurs nicht nur die Aufwärtstrendlinie bei 256 Euro brechen, sondern auch die bis in den Sommer 2021 zurückreichende Unterstützungszone 225/236 Euro.

Aber wenn das passieren sollte, könnten sich Analysten-Einschätzungen und Kurs schnell annähern … wobei das derzeit niedrigste dieser im Schnitt bei 214 Euro liegenden Kursziele bei 135 Euro liegt. Aber wie gesagt: Noch sind die Bullen nicht geschlagen … und wer mit dem Rücken zur Wand steht, pflegt oft verbissen zu kämpfen.

Hapag Lloyd-Aktie: Chart vom 29.08.2022, Kurs 272,00 Euro, Kürzel HLAG | Online Broker LYNX
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Chart vom 09.06.2022, Kurs 314,20 Euro, Kürzel HLAG | Online Broker LYNX

Irgendwann endet jede überzogene Kaufwelle. Und dann meist abrupt, wie wir das jetzt auch bei Hapag Lloyd sehen. Dadurch ist die Reederei-Aktie bereits nahe an einen Bereich gefallen, den man als Korrekturziel ansehen könnte. Könnte man womöglich wieder einsteigen?

Am 17. Mai erreichte die Aktie der deutschen Reederei Hapag Lloyd mit 474,60 Euro ein Rekordhoch. Gestern, nur gut drei Wochen später, schloss sie ganze 33,8 Prozent tiefer. Davon könnte man zwar noch den Abschlag der beeindruckenden Dividende von 35 Euro abziehen, die Ende Mai ausgeschüttet wurde. Aber was bleibt, ist dennoch eine Hausse, die abrupt und heftig zu Ende ging. Warum?

Weil jedem klar ist, dass die extrem gestiegenen Gewinne, die Hapag Lloyd 2021 einfahren konnte und bislang auch 2022 einfährt, nicht von Dauer sein werden. Sie basieren auf dieser Sondersituation massiver Materialengpässe, die dazu führen, dass Unternehmen so ziemlich jeden Preis zu zahlen bereit sind, um an die benötigten Rohstoffe, Bauteile etc. heranzukommen. Das führt zu Staus vor den Häfen, zu Volllast bei den Frachtkapazitäten und damit zu Frachtpreisen, die die gestiegenen Energiekosten der Reeder weit übersteigen. Daher sprudeln die Gewinne derzeit. Aber sobald dieser Nachfrageüberhang endet, fallen die Frachtpreise zurück. Und wenn es dumm läuft, bleiben die Energiekosten für den Schiffsverkehr trotzdem hoch. Das bedeutet:

Expertenmeinung: Jeder wusste, dass die Hausse bei der Hapag Lloyd-Aktie ein Spiel auf Zeit war. Es ging nur um die Frage, wann die ersten bullischen Trader anfangen, ihr Geld vom Tisch zu nehmen. Das ist jetzt passiert … und man sieht, welche Dynamik das entwickelt.

Chart vom 09.06.2022, Kurs 314,20 Euro, Kürzel HLAG | Online Broker LYNX

Und das Thema Dynamik macht die Sache weiterhin riskant. Denn niemand könnte absehen, wie schnell und wie dynamisch sich der Nachfrageüberhang bei den Unternehmen abbaut und damit auch nicht, wann und wie stark die Frachtraten unter Druck kommen werden. Man müsste hier also „auf Sicht“ navigieren. Daran ändert der Umstand nichts, dass die Hapag Lloyd-Aktie jetzt bereits nahe an das mittelfristige Korrekturziel gerutscht ist, das sich aus dem Anfang Januar erreichten Zwischenhoch bei 295 Euro und dem doppelten Hausse-Leitstrahl aus 200-Tage-Linie und Oktober 2021-Aufwärtstrendlinie bei aktuell 269 Euro zusammensetzt. Was also sollte man tun?

Jetzt mit Käufen zu beginnen, in der Hoffnung, dass diese Supportzone 269/295 Euro halten wird, wäre ein Trade „auf gut Glück“ … an der Börse ist so etwas nie ratsam. Erst einmal sollte man abwarten, wie sich die Aktie im Bereich dieser Zone verhält, wenn sie bis dorthin weiter fällt und erst den Einstieg erwägen, wenn ein klarer Aufwärtsschwenk sichtbar wird, der dann auch einen engen Stop Loss ermöglicht. Ansonsten wäre nur eines zu raten:

Wer hier auf der Short-Seite auf genau das gesetzt hatte, was gerade eingetreten ist, könnte langsam anfangen, ein paar Gewinne zu realisieren, für die verbleibende Position den Stop Loss knapp über das März-Hoch (366,60 Euro) nachziehen und mit dieser Restposition an Bord bleiben!

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Das Minus von 11,6 Prozent, das die Aktie der Reederei Hapag Lloyd gestern zu verbuchen hatte, basierte zwar auch auf der Dividenden-Ausschüttung … aber nicht nur. Könnte das das Ende der Hausse sein? Möglich wäre es – wir schauen, auf welche Chartmarken es ankommt.

Diese Dividendenrendite war traumhaft. Weil die Kombination aus Materialengpässen und Inflation Preise für Frachtraum ermöglichten, die die ebenso deutlich gestiegenen Kosten für den Kraftstoff der Frachtschiffe deutlich überkompensierten, hat die deutsche Reederei Hapag Lloyd 2021 einen unglaublichen Gewinn von 51,63 Euro pro Aktie eingefahren, fast das Zehnfache dessen, was 2020 hängen geblieben war. Und schon der 2020er-Gewinn war ein Rekord gewesen.

Da ließ es sich mit der Dividende großzügig sein. 35 Euro gab es pro Anteilsschein, ausgeschüttet am Donnerstag. Eine Dividendenrendite von sagenhaften 7,8 Prozent. Und es ist normal, dass dieser Dividendenbetrag dann erst einmal vom Aktienkurs abgeschlagen wird. Aber Hapag Lloyd fiel eben nicht um 35 Euro, sondern um 52 Euro, das Minus betrug 11,6 Prozent. Und das sollte man im Auge behalten.

Expertenmeinung: Denn eines wissen ja alle Marktteilnehmer: Auch, wenn man davon ausgeht, dass Hapag Lloyd im laufenden Jahr noch einmal mehr verdienen wird, im Schnitt prognostizieren die Analysten da 75 Euro pro Aktie: Diese phantastischen Gewinne sind nicht für die Ewigkeit gemacht. Und sie könnten sogar, wenn es dumm läuft, viel schneller in sich zusammenfallen als manche denken. Würde die Rosskur, die die Notenbanken zur Inflationsbekämpfung begonnen haben, die Wirtschaft schnell ausbremsen, weil das vorherige Wachstum instabil war und viel zu sehr auf Kredit basierte, würde der Nachfrageüberhang schnell ins Gegenteil umschlagen. Frachtraum wäre weit weniger begehrt … dann könnte man sogar schnell vor Überkapazitäten stehen.

Chart vom 25.05.2022, Kurs 396,40 Euro, Kürzel HLAG | Online Broker LYNX

So gesehen wäre es ja nicht überraschend, wenn mancher Anleger nur gewartet hat, um die Dividende mitnehmen zu können, um dann nahe am bisherigen Rekordhoch der Aktie auszusteigen. Und auch wenn der letzte gestern dann 17 Euro tiefer ausstieg als die Dividende im Gegenzug einbrachte: Was ist das schon angesichts dieser vorherigen Hausse, bei der sich der Kurs, gerechnet vom Herbst 2020, glatt Verzehnfacht hatte?

Und im Gegenzug stellt sich die Frage: Wer kauft jetzt, da man schließlich weiß, dass man auf der Long-Seite ein Spiel auf Zeit betreibt und die nächste Dividende erstens knapp ein Jahr entfernt ist und zweitens keineswegs so hoch ausfallen muss wie die aktuelle? Ausschließen kann man nicht, dass da genug Trader noch zuversichtlich genug sind, um die Aktie vor einem bärischen Signal zu bewahren. Aber sollte der Kurs die Unterstützungslinie bei 389 Euro brechen, sollte man vorsichtig werden und Gedanken an den Einstieg besser auf Eis legen. Und würde dann auch noch die wichtigere Unterstützung in Form des März-Hochs bei 366,60 Euro fallen, sollte man … spätestens … besser die Beine in die Hand nehmen.

Die Aktie der Reederei Hapag-Lloyd hatte 2021 ca. 200 Prozent zugelegt. Im Januar begann eine Konsolidierung, doch seit vergangener Woche zieht sie erneut davon. Grund: Der Ausblick 2022. Sollte man da noch dabei bleiben oder nicht besser den Gewinn mitnehmen?

Rechnet man die Performance der Hapag Lloyd-Aktie ab dem Herbst 2020, ist der Kurs sogar bereits um etwa 600 Prozent gestiegen. Doch da ist man in guter Gesellschaft: Die Aktien der großen japanischen Fracht-Reeder sind genauso stark gelaufen. Und das ist im Verhältnis dazu, wie sich die Gewinne entwickelt haben, je eigentlich noch harmlos. Denn Hapag-Lloyd verdiente 2019 noch 2,06 Euro pro Aktie, 2020 dann 5,27 Euro, 2021 waren es sagenhafte 51,53 Euro. Aber das heißt nicht, dass die Aktie deshalb wirklich immer noch „billig“ wäre.

Denn die Investoren wissen: Diese Hausse ist, ebenso wie diese exorbitanten Gewinne, nicht für die Ewigkeit gemacht. Basis dieser Gewinnexplosion ist nämlich nicht ein organisches Wachstum. Obwohl Hapag-Lloyd 2021 fast das Zehnfache pro Aktie verdiente wie 2020, ist das Frachtvolumen 2021 gegenüber dem Vorjahr nur um ein Prozent gestiegen. Es waren die dramatisch gestiegenen Kosten für Frachtraum, die den Gewinn nach oben katapultierten. Die basierten auf dem massiven Nachfrageüberhang, als Spätfolge der Lockdown-Phasen. Und das wird sich über kurz oder lang wieder einpendeln, die Frachtraten zurückkommen und die Gewinne der Reederei mit ihnen. Wie kommt es also, dass die Aktie nach einer monatelangen Konsolidierung auf einmal doch wieder durchstartete?  

Expertenmeinung: Das basierte auf dem am 10. März vorgelegten Ausblick für das Geschäftsjahr 2022. Die 2021er-Ergebnisse waren bereits am 1. Februar geliefert worden, aber erst letzte Woche wurde klar, wie Hapag-Lloyd das laufende Jahr sieht. Und da war zu lesen, dass man mit einem Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) rechnet, der mit 12 bis 14 Milliarden US-Dollar in der Bandbreite des Vorjahres (12,8 Milliarden US-Dollar) bleiben wird. Man geht bei Hapag-Lloyd davon aus, dass das erste Halbjahr 2022 weiter von der Materialknappheit und damit verbundenen, ungewöhnlich hohen Frachtkosten dominiert wird und sich die Lage erst im Verlauf des zweiten Halbjahres langsam normalisieren wird. Das war es, was die Anleger dazu brachte, erneut zuzugreifen, denn viele rechneten nicht damit, dass sich die für die Reeder so profitable Situation so lange hinziehen wird. Aber:

Ein Spiel auf Zeit ist es dennoch. Den meisten Akteuren ist klar, dass sich der Kurs der Hapag-Lloyd-Aktie nicht auf Dauer auf diesen Rekordlevels halten wird. Daher wäre es äußerst riskant, auf diesen dahin rasenden Zug jetzt noch mit dem Ziel eines mittel- oder langfristigen Investments aufzuspringen. Zumal sich diese hohe Profitabilität auch dann schnell reduzieren könnte, wenn zwar das Angebot knapp bleibt, dafür aber durch eine rezessive Entwicklung der Weltwirtschaft die Nachfrage nachließe.

Was spekulative, eher kurzfristig ausgelegte Long-Trades anginge, hat dieser Ausbruch auf neue Rekordlevels den Vorteil, dass sich die Gewinnsicherung dadurch deutlich anheben ließe. Jetzt wäre zu überlegen, den Stoppkurs auf einen Level knapp unter die jetzt als Unterstützung fungierende Zone zwischen 270 und 292 Euro anzuheben, die zuvor den Widerstand am oberen Ende der jetzt überbotenen Handelsspanne der Aktie darstellte.

Hapag-Lloyd-Aktie: Chart vom 16.03.2022, Kurs 324,40 Euro, Kürzel HLAG | Online Broker LYNX