Hapag Lloyd: Vorsicht, heiß!

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Hapag-Lloyd
ISIN: DE000HLAG475
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Zur Hapag-Lloyd Aktie

Jahrelang war die Aktie der Reederei Hapag Lloyd ein Nebenwert, den viele Anleger nicht kannten oder wahrnahmen. Doch dann kam der „Flaschenhals“, die Kosten für Schiffsfracht schossen in die Höhe. Die Gewinne des Reeders explodierten – und die Aktie ebenso.

Ebenso wie die großen japanischen Reedereien, die in Tokio seit Monaten Top-Performer sind, ist die Hamburger Reederei Hapag Lloyd mit ihrer großen Frachtschiff-Flotte einer der großen Profiteure des „Flaschenhalses“. Nach den Lockdowns hatte das Schiffsfrachtvolumen ohnehin zugenommen, 2020 legte der Umsatz trotz der in der ersten Jahreshälfte teilweise lahmgelegten Logistik leicht zu. Aber das war noch gar nichts gegenüber 2021.

Für 2021 rechnen die Analysten momentan mit einem gewaltigen Umsatzplus von etwa 65 Prozent. Für den Gewinn liegt die durchschnittliche Schätzung bei 39 Euro pro Aktie … nach 5,27 Euro im Vorjahr und 2,06 Euro im Jahr 2019. Der Grund findet sich nicht in einem blitzartigen Ausbau der Transportkapazitäten, denn das ist bei Frachtschiffen so schnell ja nicht umsetzbar. Es liegt an den immens gestiegenen Preisen für Frachtraum, ausgelöst durch die Notwendigkeit der Unternehmen weltweit, an Rohstoffe und Vorprodukte für die Produktion in einer Größenordnung zu gelangen, mit der man zuvor nicht ansatzweise gerechnet hatte.

Kein Wunder, dass die Aktie angesichts dieser Gewinnexplosion extrem zulegte. Der jüngste Anstieg basierte dabei auf den am vergangenen Freitag vorgelegten, vorläufigen Ergebnissen für die ersten neun Monate, auf deren Basis Hapag Lloyd sich imstande sah, die Prognose für das Geschäftsjahr 2021 noch einmal massiv anzuheben. Für das EBITDA, den Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abgaben, sieht man jetzt eine Spanne zwischen 10,1 und 10,9 Milliarden Euro, zuvor hatte der Ausblick bei 7,6 bis 9,3 Milliarden gelegen. Die o.a. Gewinnschätzung der Analysten dürfte also noch zu tief gegriffen sein. Aber die Grundlage für die so extrem gestiegenen Gewinne ist zugleich auch die Achillesferse der Aktien-Hausse.

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Hapag-Lloyd Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Denn allen ist klar, dass die Extremsituation bei den Frachtkosten nicht ewig vorhält. Und es ist nicht abschätzbar, wie sich die Gewinnmargen darstellen, wenn diese Phase vorbei ist. Dass die Aktie derzeit auf Basis der erwarteten 2021er-Gewinne ein nur winziges Kurs/Gewinn-Verhältnis unter fünf ausweist, macht sie daher nicht „billig“. Denn jetzt beginnen die Anleger nach vorne zu blicken … und sehen bislang eine unklare Perspektive.

Daher ist die Aktie, auch, wenn sie weit weniger extrem gestiegen ist als die jetzt eingefahrenen Gewinne, ein heißes Eisen. Man muss sich nur überlegen, dass es in der momentanen Gemengelage nicht auszuschließen wäre, dass Materialknappheit, Inflation und verunsicherte Verbraucher weltweit das Wachstum abwürgen. Dann würden die Frachtraten in sich zusammenfallen und die Gewinne bei Hapag Lloyd wieder auf die alten Levels zurückfallen. Die Trader spielen somit auf Zeit … und das schlägt sich im Chartbild nieder.

Hier zeigt sich eine potenzielle Toppbildung, die, sollte der Kurs an der vor einem Monat gebrochenen Aufwärtstrendlinie abdrehen, zu einer Schulter-Kopf-Schulter-Formation mit zwei Köpfen würde … vorausgesetzt, die Nackenlinie der Formation bricht. Die verläuft im Bereich 166,50/170 Euro und gewinnt zusätzlich an Bedeutung, weil knapp darunter, bei aktuell 165,30 Euro, die 200-Tage-Linie verläuft. Sollte diese Zone fallen, wäre nach unten nichts unmöglich, daher: Vorsicht, heiß!

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