Evotec: Das war gestern ein starkes Signal der Bullen!

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Evotec
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Zur Evotec Aktie

Im Minus gestartet, im Plus geschlossen: Die positive Reaktion der Investoren auf die gestrige Bilanz eröffnet der Evotec-Aktie die Chance, den Ende Januar bei 43 Euro markierten Peak, der vorerst unerreichbar schien, doch anzusteuern. Aber eine Hürde steht noch im Weg.

Die erste Reaktion auf die Halbjahresbilanz war eine Abwärts-Kurslücke. Aber nachdem die Evotec-Aktie zunächst bis zu drei Prozent hinten lag, zog sie relativ zügig wieder an und beendete den Tag mit einem Zugewinn von 2,11 Prozent. Da durch die daraus entstandene grüne Kerze auch noch der Kerzenkörper des Vortages komplett umhüllt wurde, war das zudem ein „bullish engulfing pattern“ auf Basis der Candlestick-Lehre.

Grundsätzlich also eine gute Basis, um nach Höherem zu streben. Vor allem, weil es im Vorfeld gelang, einen Mitte Juli aufgetretenen, scharfen Rücksetzer genau auf Höhe der mittelfristigen Aufwärtstrendlinie abzufangen und nach Ausbildung eines kleinen Doppeltiefs wieder Fahrt aufzunehmen. Eine gute Grundlage für weitere Kursgewinne, vorausgesetzt, es gelingt, den jetzt unmittelbar anstehenden Widerstand bei 39,22 Euro herauszunehmen. Dann wäre es in der Tat denkbar, dass Evotec das Hoch vom Januar bei 43 Euro ansteuert.

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Evotec Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Dieses Hoch vom 27. Januar ist eigentlich keine sinnvolle Orientierung für die Investoren, aber es ist nun einmal da und wird dementsprechend als charttechnischer Ankerpunkt gesehen. Es entstand durch eine Überreaktion auf eine gute Nachricht. Damals wurde gemeldet, dass eine US-amerikanische Evotec-Tochterfirma einen Auftrag des US-Verteidigungsministeriums ergattert habe. Das ist natürlich eine sehr gute Nachricht und kann mittelfristig die Umsätze spürbar stärken, aber die Größenordnung dieses Auftrags stellte die Ertragsperspektive des Biotechunternehmens nicht einfach auf den Kopf. Kein Wunder, dass besonnene Akteure diesen Kurssprung zum Anlass nahmen, Gewinne zu kassieren und die Aktie erst einmal wieder zurückfiel.

Das Bemerkenswerte an der gestrigen Reaktion auf die Halbjahreszahlen war, dass Evotec da keine umwerfenden Überraschungen vorlegte. Man sieht weiterhin einen Umsatzzuwachs in der Region 10 bis 15 Prozent und einen Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA), der im Bereich des Vorjahres bis zu, am oberen Ende der Prognosespanne, zwölf Prozent höher liegen wird. Das ist alles, nur nicht dynamisch. Aber die Anleger haben offenbar realisiert, dass Evotec nur deswegen relativ langsam vorankommt, weil viel Geld in den Bereich Forschung und Entwicklung investiert wird. Und angesichts der klugen, seit Jahren sehr erfolgreichen Strategie des Unternehmens geht man davon aus, dass sich das in den kommenden Jahren deutlich positiv niederschlagen wird.

Das gestrige Plus unterstrich also einen gesunden Optimismus unter den Akteuren und zugleich das (momentane) Fehlen kurzfristiger, hochspekulativer Trader, die bei nicht so umsatzstarken Titeln wie Evotec leicht für unkontrollierbare Ausschläge sorgen können. Man sollte nicht erwarten, dass diese Aktie auf einmal zur Kursrakete wird. Aber die Chance, dass diese jetzt anstehende Charthürde in Richtung 43 Euro bezwungen wird, liegt auf dem Tisch. Und solange Evotec nicht diese mittelfristige Aufwärtstrendlinie bei derzeit 34,50 Euro brechen sollte, bleibt der Trend auch dann bullisch, wenn der Sprung über diesen aktuell anvisierten Widerstand bei 39,22 Euro nicht im ersten Anlauf gelingen sollte.

Evotec-Aktie: Chart vom 11.08.2021, Kurs 38,74 Euro, Kürzel EVT | Online Broker LYNX
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Ein Minus von 6,3 Prozent als Reaktion auf die Herabstufung durch nur einen Analysten, das erscheint überzogen. Zumal der nicht zum Verkauf von Evotec riet, sondern von „Kaufen“ auf „Halten“ wechselte und das Kursziel sogar anhob. Könnte das eine Einstiegschance sein?

Das könnte es. Aber die Evotec-Aktie jetzt einfach als „billig“ einzustufen und einzusteigen, wäre nicht ganz ungefährlich. Denn auch, wenn die Aktie des deutschen Biotech-Unternehmens mittlerweile neben dem TecDAX auch im MDAX notiert ist, ist diese Aktie bisweilen eher markteng, so dass größere Orders in beide Richtungen starke Bewegungen auslösen könnten. Vor allem, wenn durch Verkäufe Stop Loss-Orders ausgelöst werden und die Bullen nicht umgehend mit ausreichend großem Kaufinteresse zur Stelle sind. Was vermutlich der Grund war, warum dieses Minus des Freitags so relativ groß ausfiel.

Denn diese Neubewertung der Aktie durch einen einzelnen Analysten war kein Beinbruch. Dieser reduzierte die Einschätzung ja nur von „Kaufen“ auf „Halten“, weil dessen Kursziel zwischenzeitig erreicht wurde. Und eben dieses Kursziel wurde auch noch nach oben genommen, von 36 auf 38,50 Euro. Aber in diesem Fall kamen zwei ungünstige Faktoren zusammen:

Expertenmeinung: Am Freitag war Abrechnungstermin an der Terminbörse. Wenn an einem solchen Tag größere Kursbewegungen entstehen, kann das dazu führen, dass einigen Stillhaltern ihre Positionen unmittelbar vor der Abrechnung aus dem Ruder laufen. Die hedgen sich dann gegen Verluste, was bei einem fallenden Aktienkurs bedeutet, dass sie eine Short-Gegenposition zu ihrer vorbestehenden Position aufbauen – was den Kurs umso mehr drückt.

Und das wiederum traf im Fall Evotec auf den Bruch der zuvor mehrere Tage lang verteidigten März-Aufwärtstrendlinie. Deren Bruch dürfte Stop Loss-Verkaufsorders ausgelöst haben, was den Abstieg zusätzlich intensivierte. Da die Terminmarkt-Abrechnung jetzt vorüber ist, könnte das bedeuten, dass der Kurs nicht weiter fallen müsste – zumal jetzt die mittelfristige, Ende Oktober 2020 etablierte Aufwärtstrendlinie als eine recht „mächtige“ Supportlinie (aktuell bei 33,50 Euro nahe ist und das Verlaufstief vom Juni (34,11 Euro) den Abgaben am Freitag standhielt. Aber:

Evotec-Aktie: Chart vom 16.07.2021, Kurs 34,86 Euro, Kürzel EVT | Online Broker LYNX

Die relative Marktenge bedingt, dass Evotec leicht schnell und weit abrutschen kann, wenn die Short-Seller, die „Bären“ sich auf die Aktie stürzen sollten. Da das durchschnittliche Analysten-Kursziel mit derzeit 37 Euro zuvor erreicht wurde und die Bilanz des zweiten Quartals erst Anfang August erwartet wird (die Bären hätten also Zeit, bevor sie durch eventuelle „good news“ ausgebremst werden könnten), ist das ein Risiko, das man im Hinterkopf haben sollte.

Wer gezielt risikofreudig und spekulativ agiert, könnte es wagen, mit einem Stop Loss knapp unterhalb dieser mittelfristigen Aufwärtstrendlinie einen Versuch zu starten. Aber für weniger spekulative Trader wäre es der sicherere Weg abzuwarten, ob Evotec oberhalb dieser Trendlinie eine Bodenbildung gelingt, statt womöglich in ein fallendes Messer zu greifen.

Biotech-Aktien sind heutzutage nichts Elektrisierendes mehr. Wo früher massiv spekuliert wurde, wird heute investiert. Aber man sollte die Evotec-Aktie, so gemütlich sie auch daherzukommen scheint, nicht unterschätzen.

Es mag auch daran liegen, dass sich die Aktie nach der extrem volatilen Phase zwischen Ende Januar und Anfang März wieder in weit ruhigeres Fahrwasser begeben hat, dass gar nicht auffällt, dass Evotec bislang zu den Outperformern des TecDAX bzw. des MDAX gehört (notiert ist die Aktie ja in beiden Indizes). Während beide Indizes per 21. Mai ein Plus im Bereich vier bis fünf Prozent zum letzten Kurs 2020 ausweisen, liegt Evotec 18 Prozent vorne. Und die Aktie könnte diesen Vorsprung durchaus noch ausbauen, denn gerade zum Wochenschluss gelang ein erneutes, bullisches Signal:

Die Aktie schloss über dem bisherigen Monats-Verlaufshoch, Anfang Mai bei 35,34 Euro markiert. Damit wurde eine kurze Korrektur abgeschlossen, in deren Verlauf sich die nach dem kräftigen Anstieg im April überkaufte Markttechnik konsolidieren konnte. Und Argumente, diesen derzeit sehr ruhigen, zugleich aber eben auch soliden Aufwärtstrend weiterzuführen, gäbe es durchaus.

Evotec-Aktie: Chart vom 21.05.2021, Kurs 35,75 Euro, Kürzel EVT | Online Broker LYNX

Expertenmeinung: Von der reinen Charttechnik abgesehen, die jetzt als nächstes Kursziel das Februar-Verlaufshoch bei 37,65 Euro ausweist, präsentierte sich die Bilanz des ersten Quartals positiv, der dabei mitgelieferte bzw. präzisierte Ausblick auf das Gesamtjahr ermutigend. Da gab es keine Sensationen, aber genau das für ein Biotech-Unternehmen beeindruckend stabile Wachstum, das ein taugliches Fundament eines ruhigen, aber auch stetigen Aufwärtstrends der Aktie wäre.

So meldete Evotec für die ersten drei Monate einen umsatz- Und Gewinnzuwachs auf bereinigter EBITDA-Basis um jeweils 16 Prozent, zugleich avisiert das Unternehmen für 2021 insgesamt einen Umsatzanstieg von 501 Millionen Euro im Jahr 2020 auf 565 bis 585 Millionen bei konstanten Wechselkursen. Ebenfalls unter dieser Prämisse sieht man einen bereinigten Jahresgewinn auf EBITDA-Basis zwischen 115 und 130 Millionen Euro (Vorjahr 106,6 Millionen).

Natürlich finden sich Unternehmen, die 2021 höheres Umsatz- und Gewinnwachstum zu bieten haben. Aber Evotec überzeugt mit einer jahrelangen Konstanz beim Wachstum, so dass dieses bullische Signal, der Break über das bisherige Monatshoch mit erstem Kursziel 37,65 Euro, für mittel- und langfristige Anleger, die es gerne etwas weniger hektisch hätten, durchaus eine interessante Basis wäre, um hier eine kleine Position zu erwägen. Ein sinnvoller Level für die Absicherung nach unten wäre derzeit ein Kursniveau knapp unterhalb von 31 Euro, wo das Dezember-Hoch und die November-Aufwärtstrendlinie aktuell eine markante Kreuzunterstützung bilden.

Nach einer extrem volatilen Phase zu Jahresbeginn bewegt sich die Evotec-Aktie zwar seit Anfang März wieder aufwärts, liegt aber noch weit unter dem bisherigen Jahreshoch. Warum tut sich die Aktie auf einmal so schwer?

Wer sich die Kursentwicklung seit vergangenem Herbst genauer ansieht, erkennt, dass der Kurs sich derzeit in dem gleichen Tempo sukzessiv höher bewegt, wie das bis Ende letzten Jahres der Fall war. Das heißt: Eigentlich ist die Anomalie nicht das aktuell, zäh wirkende Tempo, sondern die Phase zwischen Ende Januar und Anfang März, in der die Aktie ungewöhnlich starke Schwankungen zeigte. Dass sich diese mittlerweile wieder zu Gunsten der Normalität verabschiedet haben, liegt daran, dass eine kurzzeitige, emotionale Spekulationswelle aus der Aktie heraus ist.

Basis des extremen Kurssprungs Ende Januar war die Meldung, dass eine US-Tochter von Evotec einen Auftrag vom US-Verteidigungsministerium erhalten hatte. Das wertete man zu Recht als wichtig, denn oft folgen solchen Aufträgen, die nur handverlesene Unternehmen erhalten, weitere. Doch die Kursexplosion der Evotec-Aktie war komplett überzogen, weil das Volumen dieses Auftrags im Verhältnis zu den ohnehin erwarteten Umsätzen des Biotech-Unternehmens kein „Gamechanger“ ist. Also kam man zeitnah zur vorherigen Normalität zurück – was aber den grundsätzlichen Aufwärtsperspektiven des Kurses keinen Abbruch tut.

Expertenmeinung: Dass die Aktie nicht rasant davonzieht, wie man das bei manchen Hightech-Aktien erlebt, liegt daran, dass die Biotech-Branche in den vergangenen Jahren eine Ebene erreicht hat, in der viele Unternehmen sich bereits etabliert haben und es daher weniger um ein „was wäre wenn“ geht als um die tatsächliche Umsatz- und Gewinnentwicklung. Und die geht oft, so auch bei Evotec, schwankend vonstatten.

Evotec ist ein Wirkstoff-Forschungsunternehmen, das anderen Unternehmen, vornehmlich aus der Pharmabranche, eine wachsende Palette von Entwicklungsdiensten anbietet. Diese Partnerschaften ebenso stetig auszubauen wie die Breite möglicher Dienste, gelingt Evotec seit Jahren hervorragend. Doch während der Umsatz stetig, wenngleich nicht rasant zulegt, schwankt der Gewinn über die Jahre deutlich. Zum einen, weil die Zahlungen der Geschäftspartner von entsprechenden Entwicklungserfolgen abhängen (sogenannte Meilenstein-Zahlungen), zum anderen, weil sich Evotec stetig vergrößert. Das stützt die mittelfristige Gewinnperspektive, kurzfristig aber bleibt der Gewinn überschaubar. Das erinnert an den langen Weg von Amazon zu hohen Gewinnen – die Anleger brauchen da Geduld.

Auch für 2021 avisiert Evotec bislang kein rasantes Wachstum. Der Umsatz soll entsprechend der bislang vorliegenden Unternehmensprognose zwischen 10 und 14 Prozent zulegen, der Gewinn auf EBITDA-Basis nach 107 Millionen im Jahr 2020 und 123 Millionen im Jahr 2019 zwischen 105 und 120 Millionen liegen. Was auch daran liegt, dass Evotec 2021 mit 50 bis 60 Millionen einen beträchtlichen Teil der Einnahmen in Forschung und Entwicklung investieren will. Das sind gute Perspektiven, aber nichts, das hochspekulative Trader anlocken würde. Die hatten in früheren Jahren aus dieser Aktie eine Achterbahn gemacht und sich im Zuge des oben genannten US-Auftrags noch einmal gezeigt. Aber solange es so ruhig zugeht, wie derzeit und der Aufwärtstrend insgesamt hält, ist Evotec jetzt eine Aktie, mit der man seine Nerven schont.

Solange der Kurs die am Montag erfolgreich getestete 20-Tage-Linie bei aktuell 32,65 Euro nicht unterbietet, kann der Anfang März wieder aufgenommene Aufwärtstrend durchaus bis an den nächsten, markanteren Widerstand bei 37,62 Euro führen, nur sollte man nicht erwarten, dass die Aktie das im D-Zug-Tempo schafft. Ein wichtiger Termin, der den geruhsamen Trend beschleunigen, im ungünstigen Fall aber auch beenden kann, ist die Bilanz des ersten Quartals, die, sofern keine Vorab-Informationen lanciert werden, am 11. Mai ansteht.

Evotec Aktie: Chart vom 27.04.2021, Kurs 34,18 Euro, Kürzel EVT | Online Broker LYNX

Die Nachricht über einen lukrativen Auftrag des US-Verteidigungsministeriums führte bei der Evotec-Aktie zu einer kurzfristigen, extremen Übertreibung nach oben. Diese brach in sich zusammen und mittlerweile haben die Marktteilnehmer wiederum mit den Verkäufen überzogen. Die Aktie ist überverkauft und nah an einer massiven Unterstützungszone. Ist das eine Einstiegschance?

Zumindest verbessern sich die Chancen für das bullische Lager. Sie sehen im Chart, dass der zweite Korrekturimpuls nach dieser Ende Januar aufgelaufenen Nachricht, dass eine US-Tochter einen großen Auftrag vom US-Verteidigungsministerium erhalten habe, bereits deutlich unter den Level geführt hat, von dem aus die kurze, aber heftige Kaufwelle ausging, mit der die Trader auf diese Nachricht reagiert hatten. Das alleine macht die Sache interessant. Denn andere Nachrichten, die diese „good news“ hätten relativieren können, gab es nicht.

Es bleibt bei der Perspektive sukzessiv wachsender Gewinne als Ergebnis einer konsequenten Expansionspolitik und erfolgreicher Kooperationen. Und es bleibt dabei, dass die Gewinne sich schwankend darstellen, weil die Meilensteinzahlungen der Kooperationspartner unregelmäßig einlaufen und unterschiedlich groß ausfallen. Doch das weiß man seitens der Analysten und der Investoren. Und immerhin geht es bei Evotec um ein Biotech-Unternehmen, das anders als viele Branchenkollegen seit Jahren solide in den schwarzen Zahlen ist. Unter dem Strich bleibt: Evotec wächst. Grund genug, um sich die Aktie genauer anzusehen …

Expertenmeinung: … und das insbesondere jetzt. Denn nachdem die Aktie das potenzielle Ziel einer Korrektur in Form der Unterstützungszone 31/32 Euro mit Schwung durchschlagen hat, nähert sie sich der mittelfristig entscheidenden Auffangzone, die sich aus dem Hoch der Aktie vor dem „Corona-Crash“ im Februar 2020, dem Monatshoch vom Juli sowie aus der mittelfristigen Aufwärtstrendlinie und der 200-Tage-Linie zusammensetzt.

Chart vom 08.03.2021, Kurs 28,88 Euro, Kürzel EVT | Online Broker LYNX

Dabei bildet das Hoch vom Februar 2020 bei 26,77 Euro die obere, die mittelfristige Trendlinie bei 25 Euro die untere Grenze dieses wichtigen Unterstützungsbereichs. Das untere Ende dieser Zone würde sich im Wochenverlauf zudem mit einer Parallelen zur steilen, kurzfristigen Abwärtstrendlinie kreuzen. Hinzu kommen markttechnische Indikatoren, die bereits nahe der überverkauften Zone rangieren wie der hier mit abgebildete Stochastik-Oszillator.

Die Chance, dass diese Zone 25/26,77 Euro standhält, steht also nicht schlecht. Wer gezielt risikofreudig und aggressiv agiert, würde sich hier bereits bei einem Eintauchen des Kurses in diese Zone an den Einstieg heranwagen und einen konsequent engen Stop Loss um die 24 Euro platzieren, um ein kurzzeitiges Unterschreiten der Zone zu erlauben. Wer die Sache mit mehr Behutsamkeit angehen wollte, würde dann aktiv, wenn diese gerade erst durchbrochene Supportzone 31/32 Euro, die jetzt als Widerstand wirkt, zurückerobert und damit dann zugleich die steile, kurzfristige Abwärtstrendlinie überboten ist.

Der Test charttechnisch relevanter Unterstützungen ist immer eine ideale Gelegenheit, einen erneuten Aufwärtsimpuls zu starten, der über die vorherigen Hochs hinausführt und damit deutlich macht, dass man bei einer solchen Aktie mit Short-Trades schief gewickelt wäre, wenn ein solcher Test erfolgreich abläuft. Was sich bei der Evotec-Aktie aber erst herausstellen muss. 

Als Ende Januar bekannt wurde, dass eine US-Tochter des deutschen Biotechunternehmens Evotec einen lukrativen Auftrag des US-Verteidigungsministeriums erhalten hatte, explodierte die Aktie förmlich. Doch diese extremen Gewinne innerhalb kürzester Zeit riefen Gewinnmitnahmen auf den Plan. Nach kurzem, hektischem Auf und Ab fing sich die Aktie im Bereich von 32 Euro. Das war positiv, denn damit wurde noch über dem vorherigen 20-Jahres-Hoch vom Dezember bei 31 Euro wieder gekauft. Und dass es diesmal langsamer aufwärts ging zeigte nur, dass jetzt mit Bedacht und nicht aus dem Affekt heraus gekauft wurde.

Doch binnen drei Handelstagen wurde der zweite, behutsamere Anstieg jetzt fast vollkommen abverkauft. Das ist weniger gut, wenngleich bislang alle entscheidenden Unterstützungen halten. Eine tadellose Chance für das bullische Lager, dieses höhere Kursniveau durch effektive Käufe auf Höhe dieser Unterstützungen zu zementieren. Nur ist die Frage, ob die Käufer zahlreich und willens genug sind, diese Supportlinien auch zu verteidigen, falls die Abgaben weitergehen. Denn noch ist das offen, da diese Linien bislang nicht getestet wurden.

Expertenmeinung: Dass die Aktie so schnell zurückkam und das vorherige Hoch genau dort lag, wo der erste Versuch, den Abverkauf nach der o.g. Nachricht zu drehen, gestoppt wurde (37,72 Euro), dämpft zwar allzu großen Optimismus. Aber das bedeutet erst einmal nur, dass Akteure an diesem Punkt einen sinnvollen Level sahen, ihren Gewinn zu sichern. Es kann sein, dass diese drei schwachen Tage zusätzlich durch gezielte Short-Trades hervorgerufen wurden, aber das wissen wir erst, wenn es jetzt um die nahe gekommene, erste potenzielle Verteidigungslinie der Bullen geht: die Kreuzunterstützung aus Dezember-Hoch, dem Zwischentief von Anfang Februar und der November-Aufwärtstrendlinie im Bereich zwischen 31 und 32 Euro.

Chart vom 22.02.2021, Kurs 33,24 Euro, Kürzel EVT | Online Broker LYNX

Hält diese Zone, wäre das ein ideales Sprungbrett für einen erneuten, größeren Aufwärtsschub. Und es wäre allemal möglich, dass bei 31/32 Euro zugreift, wer knapp unter 37,72 Euro den Gewinn kassiert hat. Käme es so, wäre das der Ritterschlag für diesen Aufwärtstrend.

Rutscht Evotec allerdings da durch, wäre bis zur nächsten, dann mittelfristig relevanten Supportzone einiges an Spielraum nach unten. Wenn hier aktiv Short gegangen wird, wird man genau deswegen versuchen, durch die 31/32 Euro-Zone durchzugehen. Denn diese mittelfristige Auffangzone wartet dann erst zwischen 24,50 und 26,77 Euro, zusammengesetzt aus der März 2020-Aufwärtstrendlinie und dem Hoch vom Februar 2020. Die Bullen täten also gut daran, jetzt Flagge zu zeigen.

22. Januar 2020

Evotec steigt und steigt