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Elmos Semiconductor agiert im derzeit heiß begehrten Bereich der Halbleiter. Zugleich hat sich das Unternehmen in der jüngsten, schwierigen Phase hoch respektabel geschlagen. Bis hier würde ich mit den Bullen mitgehen. Aber was den aktuellen Kurslevel angeht, eher nicht.
Das Börsenjahr 2025 beendete die Elmos Semiconductor-Aktie mit 97,00 Euro. Am 8. Mai wurde mit 206,00 Euro ein neues Rekordhoch erzielt. Sie ging schnell und führte weit, diese Hausse. Und bei derart drastischen Kaufwellen tut man immer gut daran, die Sache vorsichtig abzuklopfen, statt immer weiter zu kaufen in der trügerischen Gewissheit, die anderen Käufer werden schon wissen, was sie tun. Denn aus meiner Sicht finden sich hier drei Aspekte, die zur Vorsicht mahnen.
Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur ELMOS Aktie finden Sie hier.
Expertenmeinung: Eigentlich gehört Elmos ja nicht zu denjenigen Halbleiterunternehmen, denen man im Sog der gewaltigen Investitionen in KI dramatisch steigende Umsätze und Gewinne zubilligt. Denn Elmos Semiconductor fertigt integrierte Schaltungen, sogenannte ASICS, die spezifische Funktionen vor allem in Automobilen erfüllen. Das sind zwar auch Halbleiter, aber eben keine, die direkt mit KI zusammenhängen würden.
Also müsste diese Hausse der Aktie darauf basieren, dass die Automobilindustrie in nächster Zeit boomt und dadurch die Nachfrage nach ASICS explodiert … oder darauf, dass die Aktie im Vergleich zum Umsatz- und Gewinnwachstum noch günstig bewertet wäre. Aber Ersteres zeichnet sich momentan nicht ab und Letzteres ist nicht der Fall. Denn ja, die Analysten rechnen für Elmos im laufenden Jahr mit einem um 20 Prozent höheren Gewinn pro Aktie im Vergleich zum Vorjahr. Aber der Kurs ist um ein Vielfaches gestiegen. Was auf Basis dieser 2026er-Gewinnschätzung zu einem Kurs-/Gewinn-Verhältnis (KGV) von 26 führt. Für den Halbleitersektor teuer. Und per Ende 2026 hatte dieses KGV noch bei 16,5 gelegen, Ende 2024 sogar nur bei 9,1, Ende 2023 bei 12,8.
Und was ich höchst bemerkenswert fand, ist der Umstand, dass zwei Großaktionäre von Elmos am 11. Mai im „beschleunigten Bookbuilding-Verfahren“ (anders formuliert: Im Hauruck-Tempo) etwa zehn Prozent der Elmos-Aktien, die bis dahin nicht frei handelbar, weil in festen Händen, waren, an Großinvestoren verkauften. Und das mit einem ordentlichen „Großhandels-Rabatt“: Die Aktie hatte an diesem Abend mit 192,60 Euro geschlossen, verkauft wurden sie zu 176 Euro, also mit einem Abschlag von 8,6 Prozent. Das führte zwar zu dem im Chart zu sehenden, kräftigen Abwärtsimpuls am 12. Mai. Aber der Kurs stabilisierte sich umgehend … jetzt zieht die Aktie schon wieder an.

Der Vorstandschef von Elmos erklärte sinngemäß, das sei eine gute Sache, weil damit der Streubesitz erhöht würde und das die Aktie attraktiver machen und bessere Chancen für den Aufstieg in den MDAX bedeuten könne. Erste Frage: Warum muss man so dringend in den MDAX, wenn man schon im TecDAX ist? Zweite Frage: Ist es ein reiner Zufall, dass hier nur einen Tag nach einem Rekordhoch und bei untypisch teurer Bewertung der Aktie „Kasse gemacht“ wurde?
Angenommen, ich wäre in der Lage, über eine große Position an Aktien eines Unternehmens zu verfügen: Würde ich nicht genau dann verkaufen, wenn ich zu der Ansicht gelange, dass man jetzt so viel Gewinn damit machen kann wie möglich, weil die Luft nach oben dünn ist?
Diese drei Aspekte zu ignorieren und einfach weiter zuzugreifen, halte ich für bemerkenswert ambitioniert. Zumindest knapp unter der 50-Tage-Linie bei aktuell 166 Euro oder, wenn man nicht besonders aggressiv investiert ist, unter der Supportzone 153,00/154,60 Euro, wäre ein Stoppkurs auf jeden Fall einen Gedanken wert. Nicht zuletzt, wenn man sich ansieht, wo die mittelfristige Aufwärtstrendlinie gerade verläuft: bei 109 Euro!
Quellenangaben: Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/ELG.DE/analyst-insights/
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 25.05.2026 um 21:32 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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