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ELMOS Aktie Prognose Elmos Semiconductor: Die Bullen grausen sich (noch?) vor nichts

News: Aktuelle Analyse der ELMOS Aktie

In diesem Artikel
ELMOS
ISIN: DE0005677108
|
Ticker: ELG --- %

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Gültigkeit der Analyse
1 Woche
Erwartung: Neutral
Zur ELMOS Aktie

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Hören Sie sich die Audioversion dieses Artikels an (KI-generiert).

Elmos Semiconductor agiert im derzeit heiß begehrten Bereich der Halbleiter. Zugleich hat sich das Unternehmen in der jüngsten, schwierigen Phase hoch respektabel geschlagen. Bis hier würde ich mit den Bullen mitgehen. Aber was den aktuellen Kurslevel angeht, eher nicht.

Das Börsenjahr 2025 beendete die Elmos Semiconductor-Aktie mit 97,00 Euro. Am 8. Mai wurde mit 206,00 Euro ein neues Rekordhoch erzielt. Sie ging schnell und führte weit, diese Hausse. Und bei derart drastischen Kaufwellen tut man immer gut daran, die Sache vorsichtig abzuklopfen, statt immer weiter zu kaufen in der trügerischen Gewissheit, die anderen Käufer werden schon wissen, was sie tun. Denn aus meiner Sicht finden sich hier drei Aspekte, die zur Vorsicht mahnen.

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur ELMOS Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Eigentlich gehört Elmos ja nicht zu denjenigen Halbleiterunternehmen, denen man im Sog der gewaltigen Investitionen in KI dramatisch steigende Umsätze und Gewinne zubilligt. Denn Elmos Semiconductor fertigt integrierte Schaltungen, sogenannte ASICS, die spezifische Funktionen vor allem in Automobilen erfüllen. Das sind zwar auch Halbleiter, aber eben keine, die direkt mit KI zusammenhängen würden.

Also müsste diese Hausse der Aktie darauf basieren, dass die Automobilindustrie in nächster Zeit boomt und dadurch die Nachfrage nach ASICS explodiert … oder darauf, dass die Aktie im Vergleich zum Umsatz- und Gewinnwachstum noch günstig bewertet wäre. Aber Ersteres zeichnet sich momentan nicht ab und Letzteres ist nicht der Fall. Denn ja, die Analysten rechnen für Elmos im laufenden Jahr mit einem um 20 Prozent höheren Gewinn pro Aktie im Vergleich zum Vorjahr. Aber der Kurs ist um ein Vielfaches gestiegen. Was auf Basis dieser 2026er-Gewinnschätzung zu einem Kurs-/Gewinn-Verhältnis (KGV) von 26 führt. Für den Halbleitersektor teuer. Und per Ende 2026 hatte dieses KGV noch bei 16,5 gelegen, Ende 2024 sogar nur bei 9,1, Ende 2023 bei 12,8.

Und was ich höchst bemerkenswert fand, ist der Umstand, dass zwei Großaktionäre von Elmos am 11. Mai im „beschleunigten Bookbuilding-Verfahren“ (anders formuliert: Im Hauruck-Tempo) etwa zehn Prozent der Elmos-Aktien, die bis dahin nicht frei handelbar, weil in festen Händen, waren, an Großinvestoren verkauften. Und das mit einem ordentlichen „Großhandels-Rabatt“: Die Aktie hatte an diesem Abend mit 192,60 Euro geschlossen, verkauft wurden sie zu 176 Euro, also mit einem Abschlag von 8,6 Prozent. Das führte zwar zu dem im Chart zu sehenden, kräftigen Abwärtsimpuls am 12. Mai. Aber der Kurs stabilisierte sich umgehend … jetzt zieht die Aktie schon wieder an.

Elmos Semiconductor Aktie: Chart vom 25.05.2026, Kurs 189,00 Euro, Kürzel: ELG | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Elmos Semiconductor Aktie: Chart vom 25.05.2026, Kurs 189,00 Euro, Kürzel: ELG | Quelle: TWS

Der Vorstandschef von Elmos erklärte sinngemäß, das sei eine gute Sache, weil damit der Streubesitz erhöht würde und das die Aktie attraktiver machen und bessere Chancen für den Aufstieg in den MDAX bedeuten könne. Erste Frage: Warum muss man so dringend in den MDAX, wenn man schon im TecDAX ist? Zweite Frage: Ist es ein reiner Zufall, dass hier nur einen Tag nach einem Rekordhoch und bei untypisch teurer Bewertung der Aktie „Kasse gemacht“ wurde?

Angenommen, ich wäre in der Lage, über eine große Position an Aktien eines Unternehmens zu verfügen: Würde ich nicht genau dann verkaufen, wenn ich zu der Ansicht gelange, dass man jetzt so viel Gewinn damit machen kann wie möglich, weil die Luft nach oben dünn ist?

Diese drei Aspekte zu ignorieren und einfach weiter zuzugreifen, halte ich für bemerkenswert ambitioniert. Zumindest knapp unter der 50-Tage-Linie bei aktuell 166 Euro oder, wenn man nicht besonders aggressiv investiert ist, unter der Supportzone 153,00/154,60 Euro, wäre ein Stoppkurs auf jeden Fall einen Gedanken wert. Nicht zuletzt, wenn man sich ansieht, wo die mittelfristige Aufwärtstrendlinie gerade verläuft: bei 109 Euro!

Quellenangaben: Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/ELG.DE/analyst-insights/

Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 25.05.2026 um 21:32 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.


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Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

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Vorherige Analysen der ELMOS Aktie

05.05.2026

Elmos Semiconductor: Die Zahlen kamen vorzeitig – jetzt wird es spannend! — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 04.05.2026 um 22:13 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Elmos Semiconductor legte Stunden vor dem eigentlichen Termin via Ad-hoc-Meldung vorab die Ergebnisse des 1. Quartals vor und hob die 2026er-Prognose an. Mitten in der Handelszeit sorgte das für massive Bewegung … und wirft die Frage auf: War es das jetzt für die Bullen?

Aus meiner Sicht sind solche Aktionen ja eher unglücklich. Es ist ja richtig, dass ein Unternehmen, wenn es marktrelevante Informationen hat, diese umgehend allgemein zugänglich machen muss, wenn das Risiko besteht, dass ansonsten Insiderwissen entsteht und genutzt wird. Aber in jedem Unternehmen wissen viele nicht erst in der Minute, in der eine Bilanz vorgelegt wird, was drinsteht. Ob da wirklich am Montag um 16:13 Uhr vorab die Zahlen veröffentlicht werden müssen, die am Folgetag morgens (also heute) ohnehin anstehen? Aber hier war es eben so – und das sorgte für kräftige Kursbewegungen.

Die Handelsspanne der Aktie des Herstellers von vor allem für die Automobilindustrie gefertigten ASICS (anwendungsspezifische, integrierte Schaltungen) betrug dadurch satte 7,5 Prozent … und mit 196,20 Euro im Hoch wurde ein neuer Verlaufsrekord erzielt. Aber wir sehen es im Chart:

Elmos Semiconductor Aktie: Chart vom 04.05.2026, Kurs 184,20 Euro, Kürzel: ELG | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Elmos Semiconductor Aktie: Chart vom 04.05.2026, Kurs 184,20 Euro, Kürzel: ELG | Quelle: TWS

Am Ende schloss die Aktie deutlich unter dem Eröffnungskurs, was zeigt, dass die Rallye auf Gewinnmitnahmen traf. Unter dem Strich stand dadurch nur ein relativ überschaubares Plus von 0,33 Prozent. Überschaubar, nicht zuletzt deshalb, weil immerhin die Gesamtjahresprognose angehoben wurde – was meist zu stärkeren Kursgewinnen führt. Was ließe sich daraus ableiten?

Expertenmeinung: Zum einen, dass man mit guten Nachrichten bereits gerechnet hatte – nicht umsonst ist diese Aktie seit Jahresbeginn wie auf Schienen gestiegen. Zum anderen, dass diese Anhebung der 2026er-Guidance womöglich nicht so beeindruckend ausfiel, dass sie nach dem vorangegangenen Anstieg noch viele Käufe generieren konnte. Und ja, das war in der Tat so.

Denn Elmos Semiconductor korrigierte die Umsatzprognose von bisher +11 Prozent +/- 3 Prozent nur auf 12 Prozent +/- 2 Prozent. Das heißt: Das untere Ende der Spanne wurde eingegrenzt, das obere aber nicht erhöht. Darüber hinaus adjustierte Elmos die Prognose für die Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern (EBIT-Marge) von zuvor 24 Prozent +/- 2 Prozent auf 23 bis 26 Prozent (2025: 21,8 Prozent). Viel war das also nicht.

Das 1. Quartal kam auf ein Umsatzplus von 20,2 Prozent, das EBIT lag mit 36,2 Millionen Euro um 41,4 Prozent über dem des 1. Quartals 2025, die EBIT-Marge stieg von 20,2 auf 23,8 Prozent. Das war gut. Aber es war so durchaus erwartet worden. Das Resultat:

Der große Kurssprung blieb aus. Und da die Spanne der Analysten-Kursziele, die von 135 bis 180 Euro reicht, mit dem gestrigen, neuen Verlaufsrekord bereits überboten wurde, ist der Gedanke nicht abwegig, dass man jetzt, nachdem die „Good News“ auf dem Tisch liegen und womöglich auf Monate hinaus keine frischen Kaufargumente kommen, gerade das vorläufige Ende dieser beeindruckenden Hausse gesehen haben könnte.

Der heutige Tag könnte da bereits Entscheidungen bringen. Sollte es nicht gelingen, an das gestrige Verlaufshoch anzuknüpfen, sollte man den Blick sicherheitshalber nach unten richten und eine konsequente Absicherung der Gewinne vornehmen. Für aggressive Trades würde sich als Anhalt für einen Stop Loss die heute auf etwa 170/171 Euro laufende 20-Tage-Linie anbieten, für weniger spekulative Positionen die durch die 50-Tage-Linie verstärkte Supportzone im Bereich 153,00 zu 154,60 Euro. Das ist eher eng, aber wenn man sich ansieht, dass die mittelfristige Aufwärtstrendlinie bei derzeit 105 Euro und damit meilenweit unter dem Aktienkurs verläuft, wird klar: Bis da hinunter will man nicht mit seinen Long-Trades durchgereicht werden.

Quellenangaben: adhoc-Meldung über das Ergebnis des 1. Quartals nebst Prognoseanhebung, 04.05.2026: https://www.elmos.com/ueber-elmos/newsroom/pressemitteilungen/aktuelles/ad-hoc-elmos-prognose-fuer-das-geschaeftsjahr-2026-angehoben.html
Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/ELG.DE/analyst-insights/

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

16.04.2026

Elmos Semiconductor: Vorsicht, heiß! — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 15.04.2026 um 20:50 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Ende letzter Woche erreichte Elmos Semiconductor mit 179,20 Euro einen Verlaufsrekord. Mit einem Anstieg von derzeit 73 Prozent gehört diese Aktie zu den bisherigen Top-Performern im laufenden Jahr. Aber die Sprossen dieser Hausse-Leiter sind nicht unbedingt robust.

Viele Unternehmen im Halbleitersektor haben es momentan nicht leicht. Dass da ausgerechnet eines, das sich auf die wehklagende Automobilbranche spezialisiert hat, solide wächst, ist beeindruckend und ein Argument für Elmos Semiconductor. Das Unternehmen fokussiert sich auf spezielle, relativ einfache integrierte Schaltungen im Fahrzeugsektor, sogenannte ASICS. Die sukzessiv mehr nachgefragt werden: Der Umsatz von Elmos Semiconductor legt, nur kurz in der Corona-Phase unterbrochen, seit vielen Jahren kontinuierlich zu. Das soll auch 2026 so bleiben:

Elmos avisierte Ende Februar einen Umsatzanstieg um die elf Prozent im laufenden Jahr, zugleich peilt man einen Anstieg der EBIT-Gewinnmarge von 21,8 auf etwa 24 Prozent an. Im Saldo würde das erneut einen soliden Anstieg beim Gewinn pro Aktie ermöglichen. Die Analysten trauen Elmos da im Schnitt 6,75 Euro nach 5,88 Euro im Vorjahr zu. Das Wachstum ist also grundsätzlich ein stabiles Fundament für den Aufwärtstrend der Aktie. Aber der, für sich genommen, ist auch nicht das Problem. Es ist seine Intensität.

Expertenmeinung: Dieser beeindruckende Kursanstieg ist deutlich weitreichender als der erwartete Anstieg des Gewinns pro Aktie, sprich die Bewertung über das Kurs-/Gewinn-Verhältnis (KGV) wurde zuletzt höher/teurer. Das kann unter bestimmten Umständen gerechtfertigt sein, so zum Beispiel, wenn die Aktie zuvor unterbewertet war oder man fest davon ausgehen darf, dass sich die Dynamik des Anstiegs beim Gewinn pro Aktie intensivieren wird. Ist das so?

Teuer war Elmos zu Beginn der Rallye in der Tat nicht. Aber aktuell kommt das KGV auf Basis der durchschnittlichen 2026er-Gewinnschätzung der Analysten auf 25. Das ist für einen Halbleiterhersteller eher teuer, zumal Elmos mit seinen ASICS kein Teil des KI-Hypes ist, sondern im Schwerpunkt für eine Branche fertigt, die derzeit zu kämpfen hat: die Autobauer.

Als Argument für den jüngsten, Ende März begonnenen Abschnitt der Hausse, die den Kurs aus seiner Konsolidierungszone zwischen 128 und 154,60 Euro nach oben hinaustrug, dienen zwei Aspekte. Zum einen das Gerücht, dass Elmos Semiconductor über Vermittlung der US-Investmentbank Morgan Stanley nach einem Käufer suchen würde. Zum anderen die Ankündigung eines umfassenden, gut drei Prozent des Grundkapitals ausmachenden Aktienrückkaufs. Doch Ersteres ist unbestätigt, Zweites soll erst Ende Mai beginnen. Und beides wäre bereits in den Kurs „eingearbeitet“.

Für noch höhere Kurse bräuchte es neue Argumente. Aber selbst ein starkes, erstes Quartal (die Zahlen dazu stehen offiziell am 5. Mai an) müsste wirklich überzeugen, um angesichts dieser bereits eher stattlichen Bewertung imstande zu sein, erneute Rekorde beim Aktienkurs zu befeuern. Zumal Elmos die Kurszielspanne der Analysten, die derzeit zwischen 135 und 180 Euro liegt, schon fast ausgekostet hat.

Elmos Semiconductor Aktie: Chart vom 15.04.2026, Kurs 168,20 Euro, Kürzel: ELG | Online Broker LYNX
Elmos Semiconductor Aktie: Chart vom 15.04.2026, Kurs 168,20 Euro, Kürzel: ELG | Quelle: TWS

Der Kurs hat sich sehr weit von seiner mittelfristigen Aufwärtstrendlinie und der 200-Tage-Linie, beide momentan bei etwa 103 Euro, entfernt. Und wir haben hier angesichts der Vorwegnahme möglicher, positiver Aspekte wie dem einer Übernahme und des Aktienrückkaufs keinen „Risikopuffer“ eingepreist. Daher wäre das Halten der Aktie sicherlich „drin“, aber nur, wenn man sich konsequent gegen immer mögliche, böse Überraschungen absichert, wofür sich als Anhalt für einen Stop Loss ein Level leicht unterhalb der nächstgelegenen, die 20-Tage-Linie einschließenden Supportzone 151/155 Euro anbieten würde.

Quellen:
Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/ELG.DE/analyst-insights/

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

25.02.2026

Elmos Semiconductor: Überzeugende Zahlen – was tut man jetzt mit der Aktie? — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 24.02.2026 um 22:02 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Elmos Semiconductor legte am Dienstag vorläufige Ergebnisse für das Jahr 2025 vor und gab zugleich bereits einen Ausblick auf 2026. Die Anleger quittierten das Zahlenwerk mit einem neuen Verlaufsrekord. Wodurch die Frage aufkommt, was man jetzt mit der Aktie tun könnte.

Eines steht außer Zweifel: Das, was Elmos Semiconductor im Jahr 2025 zuwege gebracht hat, ist aller Ehren wert. Zwar wirkt der Anstieg der Umsätze mit +0,3 Prozent (bereinigt um Wechselkurseffekte wären es +2,5 Prozent gewesen) winzig. Aber im Vorfeld hatten die Analysten damit gerechnet, dass der Umsatz gegenüber dem Vorjahr sinken würde. Schließlich ist Elmos ein Spezialist für ASICs, d. h. für integrierte Chips mit speziellen Funktionen, die man vornehmlich an die Automobilindustrie liefert. An eine Branche also, die 2025 rückläufige Verkaufszahlen sah. Da ist ein Umsatzplus allemal beeindruckend.

Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) fiel zum Vorjahr trotzdem, konkret um 12,8 Prozent auf 127 Millionen Euro, die EBIT-Gewinnmarge sank von 25,1 auf 21,8 Prozent. Beides nicht erfreulich, aber beide Kennzahlen lagen im Rahmen der unternehmenseigenen Prognose und leicht über der durchschnittlichen Schätzung der Analysten. Auch der Gewinn pro Aktie lag mit 5,88 Euro leicht unter den 5,95 Euro des Vorjahres, aber höher als vermutet. Nicht gut, aber besser als befürchtet – das ergibt in der Lesart der Börse einen Pluspunkt.

Der wurde vom Markt auch in Bezug auf den Ausblick vergeben. Der Umsatz soll laut aktueller Faktenlage um elf Prozent zulegen, die EBIT-Marge von den jetzt erreichten 21,8 wieder auf 24 Prozent, plus/minus zwei Prozentpunkte, zulegen. Was wiederum mehr wäre, als man seitens der Experten bislang erwartet hatte. Aber nicht viel mehr. Und da setzt die Frage an:

Expertenmeinung: Ist das neue Rekordhoch denn von diesen Zahlen wirklich unterfüttert? Und auch, wenn es so ist: Wie viel Luft nach oben bleibt jetzt noch auf Basis dieses Ausblicks?

Eine Fragestellung, deren Antwort letztlich dafür entscheidend ist, ob man dabeibleibt, weil noch einiges nach oben gehen könnte oder doch lieber „Kasse macht“, weil das Hoch auf Sicht einiger Monate womöglich sehr nahe ist. Und dieser Aspekt entscheidet zugleich darüber, ob man noch zugreifen möchte oder nicht. Denn wer jetzt kauft, will ja eine realistische Chance haben, dass die Aktie in nächster Zeit weiter zulegt und damit Gewinn einbringt.

Die Antwort in Bezug auf die Frage nach dem verbleibenden Spielraum nach oben ist keine, die man in Stein meißeln könnte. Denn auch, wenn Elmos jetzt auf diesem Kursniveau eher hoch bewertet ist: Sollte es gelingen, das Wachstum in einer überzeugenden Größenordnung zu verstetigen, kann die Frage nach der Bewertung lange genug in den Hintergrund treten, um trotz einer „eigentlich“ teuren Aktie noch Kurspotenzial zu ermöglichen. Wichtig ist nur, dass man sich darüber im Klaren ist, dass die Sprossen der Leiter nach einem Anstieg wie diesem automatisch dünner werden.

Die eher wenigen Analysten, die Elmos regelmäßig einschätzen, hatten im Vorfeld dieser Vorab-Bilanz Kursziele zwischen 90 und 145 Euro vergeben. Spannend wird sein zu sehen, ob da jetzt einer von ihnen im Licht dieser Zahlen deutlich höher geht, aber dass die Aktie gestern drei Euro unter dem höchsten aller aktuellen Kursziele schloss, deutet schon an: Hier jetzt einzusteigen, wäre nicht ganz ungefährlich. Und wie steht es mit Gewinnmitnahmen?

Bis zur mittelfristigen Aufwärtstrendlinie wäre der Weg derzeit weit, die verläuft momentan bei 96 Euro. Die nächstgelegene, potenzielle Linie, an der das bullische Lager im Fall eines Rücksetzers dagegenhalten könnte, wäre die bei derzeit 121 Euro verlaufende 20-Tage-Linie. Da einen Stoppkurs darunter zu legen, erscheint sinnvoll. Eine Möglichkeit, die sich bei diesem Chartbild anbieten würde, wäre daher:

Bei bestehenden Positionen einen kleinen Teil verkaufen, einen weiteren Teil mit einem Stop-Loss zwei, drei Euro unter der 20-Tage-Linie absichern (und diesen mit dem Anstieg der Linie regelmäßig nach oben anpassen) und das Gros der Position einem mittelfristigen Zeithorizont entsprechend unter dieser bei 96 Euro laufenden Trendlinie absichern. Zukäufe oder ein Neueinstieg wären beide aus heutiger Sicht im Fall einer Korrektur interessant, den neuen Hochs hinterherzulaufen, erscheint hingegen gewagt.

Quellenangaben: Vorläufiges Ergebnis des Geschäftsjahres 2025, 24.02.2026:
Elmos (Pressemitteilung): Elmos – erneuter Umsatzrekord in 2025 … starker Ausblick für 2026.
Analysten-Einschätzungen: finance.yahoo.com/quote/ELG.DE/analyst-insights/

Aussicht: neutral

Elmos Semiconductor Aktie: Chart vom 24.02.2026, Kurs 142,00 Euro, Kürzel: ELG | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Elmos Semiconductor Aktie: Chart vom 24.02.2026, Kurs 142,00 Euro, Kürzel: ELG | Quelle: TWS
Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

16.01.2026

Elmos Semiconductor: Letzte Rallye vor den Zahlen? — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 15.01.2026 um 22:03 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Der Donnerstag endete für Elmos Semiconductor mit einem neuen Schlussrekord … nur einen Tag nach kräftigen Gewinnmitnahmen, die wirkten, als könnten sie das Ende der Hausse einläuten. Warum hat man sich umentschieden? Und sind die Bullen zurück, um zu bleiben?

Am Mittwoch hatte die Elmos-Aktie am Tagestief über sechs Prozent hinten gelegen, schloss aber immerhin über dem Tagestief und verteidigte die nächstgelegene Supportlinie in Form des Dezember-Hochs. Dass der Kurs umgehend am Folgetag das Tageshoch des Vortags erreichte, sprich jeden Cent an Abgaben komplett egalisierte und damit auf Rekordhoch schloss, ist fraglos bullisch und kann grundsätzlich die Basis für noch höhere Notierungen sein. Aber endlos weit dürfte diese ohnehin schon beeindruckende Hausse wohl nicht mehr führen, denn:

Elmos Semiconductor Aktie: Chart vom 15.01.2026, Kurs 109,60 Euro, Kürzel: ELG | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Elmos Semiconductor Aktie: Chart vom 15.01.2026, Kurs 109,60 Euro, Kürzel: ELG | Quelle: TWS

Der Auslöser der gestrigen Käufe, der sehr viele Chiphersteller nach oben zog, waren starke Ergebnisse nebst einem sehr ermutigenden Ausblick des taiwanesischen Auftrags-Chipherstellers TSMC. Man sagte sich: Wenn TSMC steigendes Auftragsvolumen bei starken Margen sieht, müsste die gesamte Chipbranche boomen. Was indes zum einen nicht zwingend wäre. Solche Verallgemeinerungen sind ebenso üblich wie gewagt. Und was zum anderen nicht automatisch für Elmos Semiconductor gelten müsste, denn die agieren in einer ganz besonderen Nische.

Expertenmeinung: Elmos stellt sogenannte ASICs her (application-specific integrated circuits). Das sind Chips, die speziell für eine ganz bestimmte Anwendung konstruiert werden und nur für diese einsetzbar sind. Hierbei hat sich Elmos Semiconductor vor allem auf die Automobilindustrie fokussiert … auf eine Branche also, die zuletzt sinkende Verkaufszahlen und Margendruck sah, der gerne auf Zulieferer abgewälzt wird. Wie also kann eine solche Aktie gerade ein Rekordhoch markieren?

Das liegt nicht nur an der allgemeinen Chip-Euphorie, bei der auch eine Aktie, die eigentlich nicht zum Kern des Booms gehört, mitgezogen werden kann, sondern auch daran, dass sich Elmos beeindruckend gut gegen die Flaute-Phase der Kundschaft stemmte. Der 2023 erreichte, bis dahin höchste Umsatz der Firmengeschichte konnte 2024 und voraussichtlich 2025 gehalten werden. Für 2025 sehen die Analysten zwar einen gedrückten Gewinn, der soll aber, wenn die Experten Recht behalten, im neuen Jahr schon wieder dynamisch anziehen. Woraus die Anleger folgern: Wenn die Automobilkonzerne erst einmal wieder mehr verkaufen, wird der Gewinn bei Elmos so richtig Fahrt aufnehmen. Womit sie richtig liegen könnten … aber nicht müssen.

Entscheidend ist nicht, was Analysten vermuten, sondern was das Unternehmen selbst zu berichten hat, was die Perspektive angeht. Aber das könnte sich bis zum März, wenn die 2025er-Gesamtjahresbilanz erwartet wird, hinziehen. Könnte die Aktie bis dahin nicht einfach immer weiter steigen? Das könnte sie, aber da jetzt bereits das durchschnittliche Analysten-Kursziel erreicht ist und die Bewertung der Aktie nur dann eher günstig wäre, wenn man wirklich mit einem Anstieg von 20 Prozent beim Gewinn pro Aktie in diesem Jahr kalkulieren könnte, ist das keineswegs zwingend.

Genau das könnte auch der Anlass für die Gewinnmitnahmen des Mittwochs gewesen sein. Dass die so erfolgreich gekontert wurden, mag die Bullen erst einmal zurückbringen, aber ob sie auch mittelfristig weiter den Trend kontrollieren, ist nach diesem immensen Anstieg seit dem vergangenen Frühjahr und der zumindest jetzt nicht mehr billig wirkenden Bewertung offen. Offen genug, um hier für einen Einstieg oder Zukauf eher auf eine Korrektur zu warten und bestehende Positionen mit Stoppkursen abzusichern.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

11.11.2025

Elmos Semiconductor: Auf diesem Level wird der Boden schwerer — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 10.11.2025 um 22:49 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Die Quartalszahlen von Elmos Semiconductor waren tadellos. Die Reaktion löste die Aktie aus einer entscheidenden Supportzone, gab den Weg an und idealerweise über das bisherige Rekordhoch frei … falls die Trader jetzt nicht nachlassen, denn der Boden wird schwerer.

Eigentlich sollte man denken, dass ein Halbleiterunternehmen, dessen Schwerpunkt die Herstellung von speziellen Chips für die wackelnde Automobilindustrie ist, derzeit in schwerer See unterwegs wäre. Aber dass Elmos für das dritte Quartal schwächere Umsätze vorlegte, basierte nicht auf fehlenden Aufträgen, sondern auf der Verschiebung einiger Projekte, ausgelöst durch eine Software-Umstellung. Solange ein niedrigerer Umsatz und Gewinn mit temporären Faktoren erklärbar sind, pflegen die Anleger, das abzuhaken – vorausgesetzt, der Blick nach vorne hat Besseres zu bieten. Und das ist bei Elmos scheinbar der Fall:

Das Unternehmen hob die Free-Cashflow-Prognose für 2025 an und schrieb von einer erfreulichen Auftragsentwicklung. Was die Aufträge anging, wurde man da aber über das Wort „erfreulich“ hinaus nicht konkreter – das hätte womöglich geholfen, nach der ersten positiven Reaktion Anschlusskäufe zu generieren, die jetzt mit Blick auf den Chart dringend nötig wären.

Elmos Semiconductor Aktie: Chart vom 10.11.2025, Kurs 91,20 Euro, Kürzel: ELG | Online Broker LYNX
Elmos Semiconductor Aktie: Chart vom 10.11.2025, Kurs 91,20 Euro, Kürzel: ELG | Quelle: TWS

Expertenmeinung: Denn es ist zwar grundsätzlich bullisch, dass die Aktie am Tag der Quartalsmeldung (4. November) stark zulegte und dadurch aus der seit September bremsenden Schiebezone 76 bis 86 Euro herauskam. Aber seit dieser ersten Reaktion wird die Sache zäh, wirklich voran geht es nicht, obgleich das bisherige, im Sommer bei 98,50 Euro markierte Verlaufshoch nahe ist. Ein Argument dafür, dass die Käufer jetzt seit Tagen auf Widerstand durch Verkaufsorders treffen, ist die Bewertung der Aktie.

Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 16 bis 17 ist die Aktie für eine Branche, die derzeit außerhalb des KI-Booms zu kämpfen hat und sich unsicheren Perspektiven gegenübersieht, nicht mehr billig. Das wäre sie, wüsste man sicher, dass sich das Wachstum 2026 dynamisch zurückmelden würde. Aber eben das ist völlig offen – und das Umfeld unberechenbar.

Zwar liegt das durchschnittliche Analysten-Kursziel momentan mit 99 Euro auf Höhe des bisherigen Rekordhochs. Aber es sind wenige Analysten, die Elmos ständig auf dem Schirm haben, sodass das mit Abstand höchste Kursziel von 120 Euro den Schnitt deutlich nach oben zieht; das zweithöchste liegt bei 102 Euro.

Das macht das Terrain für die Käuferseite schwerer. Zwar ist es möglich, dass die Bullen die momentan aufkommenden Verkaufsorders abarbeiten, aber es ist eben nur möglich. „Billig“ ist Elmos auf diesem Level nicht mehr, daher wäre der Gedanke, jetzt neu einzusteigen, schon etwas gewagt. Wer dabei ist, könnte investiert bleiben – aber nur, wenn man zu akzeptieren bereit ist, dass man erst im Fall von Schlusskursen unter 75 Euro ein Ausstiegssignal der Charttechnik bekäme und daher mit einem eher weiten Stoppkurs arbeiten müsste.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

10.06.2025

Elmos Semiconductor: Im D-Zug-Tempo an die große Hürde — Ronald Gehrt