Die besten Blue Chip ETFs | Online Broker LYNX

Das Börsenjahr 2020 stellt für den Investor eine Herausforderung dar, wie man sie nur alle zehn bis zwanzig Jahre erlebt. Dabei wurde nach dem „Corona-Crash“ im Februar und März deutlich, dass massiv unter Druck stehende Aktienmärkte kurzfristig ein großes Problem, mittel- und langfristig allerdings eine nicht minder große Chance bedeuten. Aber:

Es ist wichtig, wenn nicht sogar entscheidend, beim Einstieg in einem riskanten Umfeld noch genauer hinzusehen, wo man sein Geld einsetzt. Kleine Unternehmen sind in einer kritischen Phase weitaus mehr gefährdet. Das zeigte sich auch diesmal, denn es waren vor allem die Aktien der großen, robusten Unternehmen … vor allem aus dem Technologiesektor … die den Kurseinbruch zügig wieder aufgeholt haben. Doch es ist nie die Größe allein, die darüber entscheidet, wer sich in einer Krise am besten schlagen wird. Welche Unternehmen am Ende heil, womöglich sogar gestärkt aus der Situation hervorgehen, ist nie im Voraus klar einzugrenzen. Was tun?

Es bietet sich an das zu tun, was man hinsichtlich des langfristigen Fundaments eines Depots ohnehin immer erwägen sollte: Man sollte sich auf die stärksten Unternehmen weltweit konzentrieren und diese Investments so breit wie möglich diversifizieren, sprich„streuen“. Konkret hieße das, sich auf die sogenannten „Blue Chips“ zu stützen und das auf einer Ebene, die sicherstellt, dass man dabei auf breiten Füßen steht, was sich mit ETFs auf diese Gruppe von Aktien ideal bewerkstelligen lässt.

Lohnt es sich in Bluechips mit ETFs zu investieren?

Manche Anleger sehen Blue Chips als nicht lohnenswert an und meiden sie. Ihr Argument: Diese Unternehmen sind zu groß, um spannend zu sein. Sie seien zu statisch, würden zu langsam wachsen. Das ist zwar nicht falsch, aber das ist nur die eine Seite der Medaille.

Es ist schon wahr, dass Blue Chip Unternehmen nicht mit 30 oder 40 Prozent pro Jahr wachsen. Und so sieht man selten Blue Chips, deren Aktien in einem Jahr um 100 oder mehr Prozent steigen. Aber Blue Chips sind auch nicht das bevorzugte Zielobjekt für Spekulanten, sondern für langfristig orientierte Investoren. Für Anleger also, die nicht zocken, sondern ihr Kapital besonnen anlegen und vermehren wollen. Und für diese letztlich weit größere Gruppe unter den Anlegern haben Blue Chips entscheidende Vorteile, die gezielt mit ETFs genutzt werden können.

Vorteile von Blue Chips:

Dass Starinvestoren wie Warren Buffett sich vor allem auf Blue Chips verlassen und über die Jahrzehnte regelmäßige Gewinne erwirtschaftet haben, die die meisten Anleger blass vor Neid werden lassen, ist kein Zufall. Blue Chips sind eher ein Marathon als ein Sprint, aber Sie laufen solide und stetig – und darauf kommt es an, wenn man sich ein robustes Fundament für sein Depot schaffen will. Der folgende Chart über einen Zeitraum von 20 Jahren zeigt, dass sich die Leitindizes der großen Aktienmärkte deutlich weniger schwankungsintensiv zeigen als die hier zu DAX und Dow Jones zum Vergleich abgebildeten Technologieindizes TecDAX und Nasdaq 100.

Wie kann man in Blue Chips investieren?

Wie könnte man sich ein solches Fundament aus Blue Chips ins Depot legen, welche Vorgehensweise bietet sich da an? Natürlich könnte man den Weg wählen, sich selbst eine Auswahl aus den größten, stärksten Unternehmen der Welt ins Depot zu legen. Aber das erfordert viel Aufwand, immerhin geht es hier nicht nur um die größten Unternehmen im DAX und Dow Jones. China, Japan, die gesamte Eurozone, die Schweiz, Südkorea … überall finden sich hochinteressante Blue Chips. Was wäre eine Alternative?

Wie so oft sind ETFs da eine sehr gute Option. Für die großen Märkte dieser Welt sind speziell auf die Blue Chips ausgerichtete ETFs entwickelt worden. Dort werden Portfolios aufgebaut, die aufgrund der Größe der ETFs auch hinreichend breit gestreut und flexibel sind. Für Sie als Anleger bedeutet das: Die ETFs machen die Arbeit, Sie müssten nur noch die Ihnen genehme Zusammenstellung an den Börsen erwerben und sich so ohne größeren Aufwand ein Blue Chip-Depot schaffen, das Ihnen als solide Basis der Aktienanlage dient.

Die 5 besten Blue Chip-ETFs 2020

Wir stellen Ihnen in der folgenden Tabelle fünf aus unserer Sicht sehr interessante ETFs vor, die gezielt in Blue Chips investieren. Dabei haben wir ganz bewusst fünf ETFs ausgewählt, die unterschiedliche Regionen dieser Welt abdecken: Ein ETF für die größten unter den Blue Chips weltweit, dazu je einen für Europa, die USA, China und Japan.

Name des ETFFondsvolumenAusschüttung?Performance 1 Jahr
inkl. Ausschüttung
Performance 3 Jahre
inkl. Ausschüttung
jährl. KostenReproduktions-
Methode
WährungISIN
iShares Dow Jones Global Titans 50 UCITS ETF (DE)670 Mio.ja/jährlich11.36%47.19%0.51%physischEURDE0006289382
Deka MSCI USA Large Cap UCITS ETF57 Mio.ja/vierteljährlich7.92%44.55%0.30%physischUSDDE000ETFL094
UBS ETF (LU) EURO STOXX 50 UCITS ETF (EUR) A337 Mio.ja/halbjährlich-7.84%-1.97%0.15%physischEURLU0136234068
iShares China Large Cap UCITS ETF440 Mio.ja/vierteljährlich0.09%4.08%0.74%physischUSDIE00B02KXK85
Deka MSCI Japan Large Cap UCITS ETF6 Mio.ja/vierteljährlich-0.05%17.16%0.50%physischJPYDE000ETFL102
* "thesaurierend" bedeutet, dass Dividendenerträge der im jeweils abgebildeten Index enthaltenen Aktien wieder investiert und nicht ausgeschüttet werden

Die Tabelle zeigt, wie gezielt es sich auf diesem Weg agieren lässt. Speziell zu den Bereichen USA und Europa ist die Auswahl verschiedenster Blue Chip ETFs groß. Diese Beispiele sind daher nur die im Herbst 2020 aus unserer Sicht besonders interessanten Möglichkeiten. Sehen Sie sich um und wählen Sie unter der gesamten Palette an ETFs aus.

Unsere Top 5 ETFs auf Blue Chip Indizes im Detail

Die Zeit, das Angebot zu sichten, sollte man sich ruhig nehmen, denn das erspart es Ihnen, sich danach, wenn eine gute Wahl getroffen wurde, noch allzu intensiv um dieses Fundament Ihres Depots kümmern zu müssen. Hier stellen wir Ihnen die von uns aktuell in die Top 5-Liste aufgenommenen ETFs ein wenig genauer vor. Zuvor noch zu einem Aspekt, auf den man grundsätzlich bei der Auswahl eines ETF achten sollte:

Physisch oder synthetisch: Wie werden die Blue Chips vom ETF nachgebildet?

Grundsätzlich haben Sie die Wahl zwischen synthetisch und physisch replizierenden ETFs. Synthetisch replizierende ETFs bilden die Basis, also hier den jeweiligen Korb aus Blue Chip-Aktien, über Derivate nach. Das ist immer mit einem höheren Risiko behaftet. Ein physisch replizierender ETF hingegen kauft die im ETF enthaltenen Aktien tatsächlich, das ist die sicherere Variante.

iShares Dow Jones Global Titans 50 ETF

Der iShares Dow Jones Global Titans 50 ETF (ISIN: DE0006289382 – Symbol: EXI2 – Währung: EUR) bildet den von Dow Jones gebildeten Titans-Index mit den 50 nach Marktkapitalisierung größten Aktien der Welt nach. Diese Aktien sind zwar grundsätzlich über die gesamte Welt verteilt, aber insgesamt stellen US-Unternehmen die mit Abstand größte Gruppe, was letztlich auch die unverändert dominante Rolle der USA als Wirtschaftsmacht widerspiegelt.

Deka MSCI USA Large Cap UCITS ETF

Der Deka MSCI USA Large Cap UCITS ETF (ISIN: DE000ETFL094 – Symbol: EL4I – Währung: USD) ist ein ETF, der in US-Aktien mit besonders hoher Marktkapitalisierung investiert. Das heißt, dass sich dieser ETF nicht auf den „typischen“ Blue Chip-Index Dow Jones beschränkt, sondern auch in große Unternehmen z.B. aus dem Technologiesektor investieren kann, die an der US-Börse Nasdaq gehandelt werden. Der Vergleichschart zum DAX über fünf Jahre unterstreicht, dass diese Ausrichtung in den letzten Jahren äußerst erfolgreich war.

Die Basiswährung des ETF ist, da dieser in den USA investiert, zwar der US-Dollar, das Papier ist aber an den deutschen Börsen problemlos in Euro handelbar, was auch für alle anderen hier vorgestellten Blue Chip ETFs gilt.

UBS ETF Euro Stoxx 50 UCITS ETF (EUR) A

Der UBS ETF Euro Stoxx 50 (ISIN: LU0136234068 – Symbol: E50EUAEU – Währung: EUR) investiert in den Euro Stoxx 50 und damit in die 50 wichtigsten Blue Chips der Eurozone. In den letzten fünf Jahren konnte der ETF nicht mit dem DAX mithalten, was unterstreicht, dass man auch Investments in die ganz Großen des Aktienmarkts überlegt angehen und sein Kapital streuen, d.h. auf mehrere Märkte verteilen sollte. Grundsätzlich sollte man aber auf den Bereich Europa im Depot keinesfalls ganz verzichten, zumal man hier im Gegensatz zu Investments in Asien oder den USA kein Währungsrisiko hat.

iShares China Large Cap UCITS ETF

Der iShares China Large Cap UCITS ETF (ISIN: IE00B02KXK85 – Symbol: FXC – Währung: USD) investiert in chinesische Blue Chips, speziell in die Aktien der größten chinesischen Unternehmen, die an der frei zugänglichen und sehr liquiden Börse in Hongkong notiert sind. Chinesische Blue Chips werden sinnigerweise von den Tradern auch „Red Chips“ genannt.

2019 drückte der Handelskrieg mit den USA den chinesischen Aktienmarkt, 2020 sind es die Virus-Pandemie und die daraus entstandene, weltweite Rezession. Aber Sie sehen an diesem ebenso wie alle Beispielcharts über fünf Jahre währenden Vergleichschart zum DAX, dass die „Red Chips“ zwar nicht so stark wieder nach oben gelaufen sind wie der DAX, sich Anfang des Jahres aber besser gehalten haben, was von einer gewissen Robustheit zeugt. Einen moderaten Anteil des Kapitals über einen ETF in China zu investieren, ist also etwas, das man in jedem Fall überlegen sollte.

Deka MSCI Japan Large Cap UCITS ETF

Der japanische Aktienmarkt war über viele Jahrzehnte einer der spannendsten Investmentziele der Investoren. Doch seit China seinen Markt geöffnet hat, wirken die „Red Chips“ für viele noch exotischer und damit spannender. Aber es geht in erster Linie darum, Gewinne zu erzielen; das Element der Spannung sollte, wenn es um mittel- und langfristige Investments geht, keine Rolle spielen. Und der Chart, der den Deka MSCI Japan Large Cap UCITS ETF (ISIN: DE000ETFL102 – Symbol: EL4J – Währung: JPY) mit dem DAX vergleicht, macht deutlich, dass die japanischen Blue Chips allemal einen Blick wert sind, auch, wenn sie kurzfristig nicht ganz mit dem DAX mithalten können.

Fazit: Blue Chips und Blue Chips ETFs sind ein solides Fundament jedes Investoren-Depots

In die „Blue Chips“, die Titanen der Weltwirtschaft zu investieren, ist für jeden Anleger sinnvoll, der das Thema Vermögensbildung ernsthaft angehen will. Diese größten aller Unternehmen sind nicht umsonst so groß geworden: Hier verbindet sich Solidität mit Marktmacht. Dadurch ist das Risiko, sehr starke Verluste zu erleiden, bei diesen Säulen der Wirtschaft geringer. Hinzu kommt, dass diese Unternehmen in der Regel überdurchschnittliche Dividenden zahlen.

Natürlich finden sich bei diesen Blue Chips nicht die spannenden Wachstumswerte aus dem Hightech- oder Biotechbereich mit der Chance auf prozentual zwei- oder sogar dreistellige Gewinne. Aber solche Aktien bergen eben auch hohe Verlustrisiken. Die Blue Chips hingegen sind wie das Wurzelwerk der Weltwirtschaft … und genau so sollte man sie auch in Bezug auf das eigene Investment in Blue Chip ETFs nutzen: Als Fundament für das Depot, als mittel- oder sogar langfristige Investition, die sich am einfachsten in Form mehrerer ETFs gestaltet, die die Perlen der ganz großen Märkte dieser Welt abdecken.

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Ronald Gehrt, Chart- & Fundamentalanalyst | LYNX Börsenexperten
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