Bechtle: Der Aktiensplit-Trick – auch hier hat er funktioniert

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Bechtle
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Zur Bechtle Aktie

Mitte August führte der IT-Dienstleister Bechtle einen Aktiensplit durch: Statt vorher einer hatten die Aktionäre danach drei Bechtle-Aktien im Depot. Das Ziel solcher Aktionen: Die Aktie optisch billiger und damit für Anleger attraktiver zu machen. Der Effekt ist nicht zu übersehen:

Bechtle war bereits im Vorfeld gestiegen, weil Trader auf diesen „Split-Effekt“ setzten und stieg im Anschluss an diesen am 12.8. umgesetzten Split weiter, überwand dabei das vorherige Rekordhoch und setzt derzeit neue Bestmarken. Am Dienstag auch dadurch befeuert, dass die UBS Bechtle erstmal bewertete und hier ein „Kaufen“ mit Kursziel 71 Euro vergab.

Aber wer hier investiert ist oder über einen Einstieg nachdenkt, sollte nicht vergessen, dass das Unternehmen ob eines solchen Splits ja keinen Cent mehr verdient als vorher. Steigt die Aktie davor und danach auf Basis dieses Tricks, die Aktie preiswert erschienen zu lassen, wird sie auf Basis des Kurs/Gewinn-Verhältnisses dennoch teurer. Und irgendwann eben auch zu teuer. Und wenn der Effekt eines Aktiensplits nachlässt, kann eine solche Aktie genauso kippen wie jede andere. Die Frage ist, wann das bei Bechtle soweit sein könnte.

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Bechtle Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Grundsätzlich jederzeit. Hier sollte man, so dynamisch dieser Aufwärtstrend auch wirkt, besser immer mit einem Auge nach unten schauen und sich konsequent absichern. Denn das Kurs/Gewinn-Verhältnis (KGV) liegt mit derzeit etwa 36 schon recht hoch in Relation zum Wachstumstempo. Wobei Bechtle zwar wie viele Unternehmen der IT-Branche 2020 keinen Rückgang der Gewinne hinnehmen musste, sondern weiter zulegte, die Größenordnung des Gewinnwachstum momentan aber nur um die 15 Prozent liegt. Was grundsätzlich zwar aller Ehren wert ist, für dieses KGV ist das aber doch eher wenig. Und was sagen die Analysten?

Mit diesen gestern ausgerufenen 71 Euro liegt die UBS an der Spitze der Kursziele. Der Schnitt liegt etwas über 60 Euro, die Einstufungen liegen in etwa gleich verteilt bei „Kaufen“ und „Halten“. Das zusammen mit der Bewertung betrachtet, deutet an, dass die Luft dünn geworden und eine Korrektur jederzeit möglich ist. Also, aussteigen? Wer nicht explizit kurzfristig und mit Hebel tradet, müsste das grundsätzlich nicht erwägen, es sei denn, die Umsatz- und Gewinnperspektive, bei der Bechtle selbst eher vage bleibt, würde sich verschlechtern und zugleich die mittelfristig entscheidende, breite Unterstützungszone brechen. Sie sehen diese Zone im Chart: Neben dem doppelten Leitstrahl der Rallye in Form der 20-Tage-Linie und der Juni-Aufwärtstrendlinie bei derzeit 63 Euro sind es zum einen das vorherige Rekordhoch von Ende November 2020 bei 63,58 Euro sowie die Supportzone 60,50/61,50 Euro, auf die es da ankäme. Erst, wenn diese Zone gebrochen würde, gäbe es Grund, hier über den Ausstieg nachzudenken. Sollte eine Korrektur in diese Zone führen und sich der Kurs dort stabilisieren und nach oben drehen, wäre das im Gegenzug eine Möglichkeit, sich hier ein- oder zuzukaufen … aber „billig“ wäre Bechtle auch dann noch nicht, schnelle und riesige Gewinne sollte man hier daher eher nicht erwarten

Chart vom 21.09.2021, Kurs 67,16 Euro, Kürzel BC8 | Online Broker LYNX
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Morgen stehen beim IT-Systemhaus Bechtle die Quartalsergebnisse an. Aber die werden nicht darüber entscheiden, ob die Bechtle-Aktie das bisherige Rekordhoch angehen und überwinden wird. Es ist der Aktiensplit, der danach vorgenommen wird, auf den es ankommt.

Die Quartalsbilanz ist alleine deswegen kein entscheidendes Element, weil Bechtle bereits am 26. Juli mit vorläufigen Ergebnissen aufwartete. Die Ergebnisse lagen in etwa im Rahmen der Erwartungen. Und auch, wenn die Margen- und Gewinnprognose dabei leicht angehoben wurde, wirklich nennenswert war die Reaktion am Markt nicht. Kein Wunder, denn:

Man weiß, Bechtle wächst solide. Man weiß auch, dass das Wachstum in den letzten Jahren zwischen zehn und zwanzig Prozent pro Jahr lag und nach Ansicht der Analysten auch weiterhin nicht größer ausfallen wird. Und man weiß, dass Bechtle mit einem Kurs/Gewinn-Verhältnis von 35 auf Basis des letzten Kurses und der durchschnittlichen 2021er-Gewinnprognose nicht mehr günstig, aber auch noch nicht dramatisch teuer bewertet ist.

Eigentlich also eine Aktie, die zum einen zu Recht in einer Seitwärtsrange hin und her pendelt und zum anderen auch vorerst darin bleiben könnte. Wäre da nicht diese Kapitalerhöhung, die man in der letzten Hauptversammlung beschlossen hatte.

Expertenmeinung: Über das kommende Wochenende wird diese Kapitalerhöhung umgesetzt, die dazu führt, dass sich das Grundkapital des Unternehmens verdreifacht. Das wiederum führt dazu, dass Bechtle Gratisaktien an die bestehenden Aktionäre ausgibt. Für eine bestehende Aktie bekommt man dann zwei weitere, „neue“ Aktien hinzu. Das nennt sich „Aktiensplit“, d.h. aus einer Aktie werden mehrere. Am kommenden Montag, den 16. August, wird das dann in den Kursen sichtbar, indem die Aktie dann nur noch ein Drittel des Kurses haben wird wie bei der letzten Notiz am Freitag, den 13. August. Grundsätzlich.

Denn solche Aktiensplits haben nicht selten einen kurstreibenden Effekt. Der Grund ist nicht im Bereich der Logik zu finden, sondern ist rein emotional: Der Aktienkurs wirkt dadurch „billiger“. Auf diese Weise haben schon viele Unternehmen wieder Schwung in ihre Aktien gebracht. Ein Beispiel wäre für den deutschen Markt die Kursrakete Eckert & Ziegler, wo man ebenso 2020 einen Aktiensplit vollzogen hatte wie bei den weit bekannteren und größeren Beispielen Apple und Tesla. Kann das auch bei Bechtle klappen?

Das kann es, aber es ist immer riskant, alleine deswegen eine Aktie zu kaufen. Vor allem, wenn man wie in diesem Fall den Eindruck hat, dass andere, auf genau diesen Effekt wettend, längst vorkaufen. Denn nach Vorlage der vorläufigen Bilanz am 26. Juli wurde ein kurzzeitiges Plus abverkauft, die Aktie landete im Minus. Seither aber steigt sie, ohne neue Nachrichten, wie auf Schienen. Daher:

Dieser Aktiensplit, der dazu führen wird, dass die Bechtle-Aktie am Montag nur noch etwa ein Drittel kosten wird, kann zum Kurstreiber werden und mithelfen, das bisherige Rekordhoch von 190,70 Euro zu überbieten, muss es aber nicht; daher würde ich jetzt lieber nicht gezielt deswegen in eine schon im Vorfeld auf diese Hochs zusteuernde Aktie einsteigen.

Chart vom 10.08.2021, Kurs 182,00 Euro, Kürzel BC8 | Online Broker LYNX

Da staunten die Investoren nicht schlecht: Die Aktie des IT-Dienstleisters Bechtle schoss am Mittwoch um 12,63 Prozent in die Höhe. Nun war die an diesem Morgen veröffentlichte Quartalsbilanz auch gut gewesen. Umsatz und Gewinn hatten im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahr zugelegt, zugleich hob Bechtle die Gesamtjahresprognose an. Der Umsatz soll zwischen fünf und zehn Prozent, der Vorsteuergewinn um über zehn Prozent zulegen (da hatte man im Vorfeld fünf bis zehn Prozent angepeilt). Gut, ja. Aber so grandios?

Noch überraschender wurde der Kurssprung, wenn man weiß, dass Bechtle am 26. Oktober bereits eine vorläufige Bilanz präsentiert hatte und die Anleger da keinen Finger rührten, der Kurs gab an diesem Tag sogar nach. Nun wurde das vorläufige Ergebnis zwar leicht übertroffen, aber nur minimal. Das ändert nichts daran, dass Bechtle wächst, aber in einer relativ „gemütlichen“ Geschwindigkeit. Was also könnte hinter diesem Satz nach oben stecken?

Expertenmeinung: Es könnten Wetten auf einen Aufstieg sein. Bechtle wird, das wurde ebenfalls gestern gemeldet, am 30. November in den MSCI Deutschland aufgenommen. Und da gab es noch ein verbreitetes Statement des Bechtle-Chefs: Er hätte kein Problem damit, wenn Bechtle ein heißer Kandidat für den DAX-Aufstieg wäre. Das wäre natürlich etwas … und der Blick zurück auf andere DAX-Aufsteiger aus jüngerer Zeit zeigt, dass die im Vorfeld, wenn die Chancen immer konkreter wurden, auch immer weiter stiegen. Immer mehr Akteure kauften vor, was dann auch dazu führte, dass solche Kandidaten immer bessere Chancen bekamen, dass die Wette auch aufgeht, weil Umsatz und Marktkapitalisierung für den Aufstieg entscheidend sind. Aber:

Bechtle liegt zwar von der Marktkapitalisierung her nicht allzu weit hinter den beiden derzeit kleinsten DAX-Unternehmen MTU Aero Engines und Covestro zurück. Aber eigentlich stehen im MDAX noch zahlreiche Unternehmen vor Bechtle auf der Liste, die eine deutlich höhere Marktkapitalisierung aufweisen als die beiden genannten Dax-Schlusslichter. Da darauf zu wetten, dass Bechtle an denen vorbeizieht und das auch noch zeitnah, wäre derzeit eher verwegen. Und was das Chartbild angeht, ist die Aktie immer noch wacklig, denn:

Dieser immense Kurssprung von 12,63 Prozent hatte zur Folge, dass Bechtle sich von der wichtigen 200-Tage-Linie lösen und aus der derzeit entscheidenden Unterstützungszone 139,80 zu 151,40 Euro nach oben hinauslaufen konnte. Aber damit wurde nur ein zuvor unmittelbar drohendes, markant bärisches Signal verhindert. Das grundsätzliche Bild einer in ihrer Entwicklung befindlichen Toppbildung bleibt erhalten. Dass die Aktie diese Zone 139,80/151,40 Euro nicht doch noch erneut angeht und dann bricht, ist damit nicht vom Tisch!

Chart vom 11.11.2020, Kurs 169,40 Euro, Kürzel BC8 | Online Broker LYNX

Die Bechtle AG, ein großer IT-Dienstleister für Unternehmen, legte am Montag im Handelsverlauf Vorab-Ergebnisse für das dritte Quartal vor. Die lasen sich erfreulich: Der Umsatz lag im Sommerquartal solide sieben Prozent über dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum, der Gewinn stieg deutlich überproportional um knapp 23 Prozent. Doch die Aktie, die in den vorangegangenen Handelstagen bereits unter Druck geraten war, setzte ihren Abstieg einfach fort und ringt jetzt, nachdem sie erst Mitte Oktober einen neuen Verlaufsrekord markiert hatte, um mittelfristig relevante Unterstützungen.

Das ist nicht das erste Beispiel für zu hoch gesteckte Erwartungen. Aktien wie die dieses IT-Dienstleisters, die man in Sachen Pandemie und Rezession als „unbeteiligt“ erkannte, wurden ungewöhnlich massiv gekauft, weil viele, stark betroffene Branchen als Ziel der Käufer ausfielen und sich in den Markt strömendes Kapital auf relativ wenige Branchen und Aktien konzentrierte. Dadurch wurde eine Erwartungshaltung aufgebaut, in der „gut“ bei den Ergebnissen solcher Unternehmen leicht nicht gut genug ist. Und jetzt?

Expertenmeinung: Was die Bewertung angeht, wäre die Bechtle-Aktie zwar derzeit mit einem 2020er-Kurs/Gewinn-Verhältnis (KGV) von ca. 30 in Relation zur Wachstumsdynamik der Gewinne nicht untypisch teuer bewertet, lag aber mit dem KGV außer per Ende 2019 in den vergangenen Jahren niedriger, im Bereich 20 bis 25. Ob das aber ein Argument wäre, die Aktie jetzt weiter zu verkaufen bzw. ob das die Trader motivieren würde, Bechtle leer zu verkaufen und damit gezielt unter Druck zu setzen, muss man erst einmal abwarten. Erfolgreich wären die Bären damit erst, wenn die jetzt umkämpfte Unterstützungszone eindeutig brechen würde. 

Der Chart zeigt, um welche Zone es hier derzeit geht: Die Abgaben als Reaktion auf die vorläufige Bilanz haben den Kurs in die Kreuzunterstützung 148,10/149,30 Euro gedrückt, die sich aus dem „Prä Corona“-Hoch vom Februar und der 200-Tage-Linie zusammensetzt. Würde diese Zone auf Schlusskursbasis fallen, wäre das normalerweise eine klare Entscheidung zu Gunsten der Bären. Aber da in diesem Fall bereits bei 139,00/141,50 Euro eine weitere Supportzone wartet, darf man diese als letzte Chance für die Käuferseite ansehen, das Ruder noch herumzureißen, bevor der Bruch der mittelfristig wichtigeren Auffangzone 148,10/149,30 Euro signifikant wird und Anschlusskäufe auslöst. Sollte Bechtle aber unter 139 Euro schließen, wäre somit auch diese letzte Verteidigungslinie gefallen, dann allerdings könnte die Aktie zumindest auf kurzfristiger Ebene zügig weiter an Boden verlieren.

Chart vom 26.10.2020, Kurs 149,20 Euro, Kürzel BC8 | Online Broker LYNX


Die IT-Branche läuft gut und ist bislang von der Rezession kaum bis gar nicht betroffen. Das belegte die Quartalsbilanz des vor allem für Unternehmen tätigen IT-Dienstleisters Bechtle, die am Mittwoch vor Handelsbeginn auf den Tisch der Investoren kam. Der Umsatz legte in dieser schwierigen Phase um vier Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal zu, der Gewinn vor Steuern (EBT) stieg um 4,3 Prozent. Das ist natürlich alles andere als eine Gewinnexplosion. Aber immerhin ist der Kundenkreis, die Unternehmen, großenteils sehr wohl von der Rezession betroffen. Dass es da gelang, ohne Blessuren durch die Monate April bis Juni zu kommen, ist allemal beachtenswert.

Doch die Anleger schienen anderer Meinung zu sein, die Aktie quittierte das Zahlenwerk am Mittwoch mit Abschlägen. Ist das ein Warnsignal? Könnte diese beeindruckende, im März begonnene Rallye damit zu Ende gehen, nachdem sie in den letzten Wochen ohnehin schon spürbar an Schwung verloren hatte? Möglich wäre es, aber noch ist das letzte Wort dahingehend nicht gesprochen, denn in erster Linie war das gestern „selling on good news“.

Expertenmeinung: Im Großen und Ganzen entsprachen die Ergebnisse den Prognosen der Analysten, waren also keine Überraschung. Und vorerst war es das hier eben mit neuen Daten. Warum also sollte man nach einer Rallye, die die Aktie vom Verlaufstief des März bis Mitte Juli um 116 Prozent auf in der Spitze 171,70 Euro nach oben trieb und dabei das vorherige rekordhoch überbot, nicht auch einmal Gewinne mitnehmen. Zumal man Mitte Februar, als man von dieser Rezession noch nichts ahnte, bereits bei 150 Euro begann, Gewinne mitzunehmen und damals noch vor einer höheren Wachstumsrate ausging.

Kritisch würde es erst, wenn diese Abgaben über diese erste Reaktion hinaus weitergehen würden. Die unmittelbar relevante Unterstützung ist derzeit die im Chart dick markierte 50-Tage-Linie, die der Aktie seit zwei Monaten als Leitstrahl dient. Würde diese am Mittwoch bereits getestete Linie eindeutig gebrochen, würde Bechtle dadurch aber nur auf ganz kurzfristiger ebene bärisch, nicht auf mittelfristiger Basis. Da müsste der Kurs erst durch die auf der Unterseite durch die 200-Tage-Linie definierte Auffangzone zwischen 135 und 150 Euro hindurch. Das wäre erst realistisch, wenn sich die Rezession doch noch auf die IT-Branche ausdehnen würde … vorher wäre ein Short-Trade bei Bechtle alles andere als erste Wahl.

Chart vom 12.08.2020, Kurs 163,70 Euro, Kürzel BC8 | Online Broker LYNX

Bechtle ist ein Anbieter von IT-Konzepten und –Lösungen für mittlere und große Unternehmen. Damit ist das Unternehmen in einem Bereich tätig, mit dem Privatanleger eher nichts zu tun haben. Aber die Karriere, welche die Aktie in den letzten Jahren hingelegt hat, dürfte dazu geführt haben, dass Bechtle mittlerweile nahezu jedem Investor bekannt ist, zumal die Aktie mit MDAX und TecDAX gleich in zwei Indizes notiert ist. In kaum mehr als sieben Jahren hat sich der Kurs verzehnfacht und damit die Benchmark-Indizes meilenweit geschlagen. Basis dieser Entwicklung ist eine über die Jahre hinweg konstant durchgehaltene Steigerung von Umsatz und Gewinn, die auf Basis der vorläufigen Ergebnisse, die das Unternehmen am Montag vorgelegt hatte, auch im Jahr 2019 fortgeführt wurde. Laut dieser Meldung gelang Bechtle im vergangenen Jahr ein Umsatzplus von 24,3 Prozent auf 5,37 Milliarden Euro, was die eigene Zielsetzung übertraf. Der Gewinn stieg, vor Steuern gerechnet (EBT), um 22 Prozent auf 236 Millionen Euro. Das war etwas mehr als seitens der Analysten im Durchschnitt erwartet, aber auch kein wirklich gewaltiges Überbieten der Prognosen. Auffällig war, dass der Gewinn etwas weniger deutlich zulegte als der Umsatz. Basis dessen war eine in 2019 mit 4,4 Prozent etwas unter Vorjahr (4,5 Prozent) ausgefallene Netto-Gewinnmarge. Das ist noch kein nennenswerter Rückgang, der eine negative Reaktion auf diese Zahlen hin hätte auslösen können. Die Frage ist indes: Könnte der Kurssprung, den die Aktie auf dieses Zahlenwerk hin von Montag bis Mittwoch vollzog, nicht ein wenig überzogen sein und dazu führen, dass Gewinnmitnahmen einsetzen, die den Sturmlauf der Aktie vorerst beenden? In der Spitze legte der Kurs vom Tagestief des Montags zum Tageshoch des Mittwochs gut zwölf Prozent zu und notierte da gut 45 Prozent über der mittelfristigen Aufwärtstrendlinie. Als eine solche Distanz zum letzten Mal Ende Mai erreicht wurde, startete eine Korrekturphase. Kommt es diesmal auch so? Es wäre zumindest denkbar, dass die Luft nach oben jetzt dünn geworden ist. Bechtle Aktie Chart auf Wochenbasis vom 05.02.2020, Kurs 144,20 Euro, Kürzel BC8 | Online Broker LYNX Immerhin wäre das Kurs/Gewinn-Verhältnis jetzt auf Basis der 2019er-Gewinne mit 35 nicht mehr im günstigen Bereich. Und die Aktie ist den Kurszielen der Analysten längst davongelaufen. Der Schnitt liegt da knapp über 100 Euro. Zwar sind viele dieser Kursziele schon älter und könnten in nächster Zeit angehoben werden. Aber die beiden Analysten (Bankhaus Metzler und DZ Bank), die nach der Vorlage der vorläufigen Zahlen ihre Kursziele angehoben hatten, markieren mit 154 und 130 Euro die höchsten Ziele von allen, wobei die 130 Euro der DZ Bank von der Aktie bereits überboten sind, weshalb man dort auch nur die Einstufung „Halten“ vergab. Jetzt Teilgewinnmitnahmen ins Auge zu fassen wäre daher zumindest eine Überlegung wert, denn nur für kurzfristig orientierte Trader wäre mit dem Tagestief des Montags (129,30 Euro) eine nahe gelegene, taugliche Marke gegeben, unter welcher man einen Stop Loss für aggressive Long-Trades ansiedeln könnte. Mittel- und langfristig orientierte Investoren würden sich am mittelfristigen Aufwärtstrend (aktuell bei 100 Euro) und/oder an der 200-Tage-Linie (aktuell bei 104,75 Euro) orientieren. Und das sind Levels, die derart weit entfernt liegen, dass es allemal denkbar scheint, dass jetzt, nachdem die „good news“ auf dem Tisch liegen, auch einmal eine Korrektur ansteht, in welche hinein sich näher an diesen mittelfristigen Leitlinien wieder zurückkaufen ließe, was man jetzt erst einmal in Bares verwandelt. Bechtle Aktie Chart auf Tagesbasis vom 05.02.2020, Kurs 144,20 Euro, Kürzel BC8 | Online Broker LYNX