DAX-Prognose 2019: Wie entwickelt sich der deutsche Aktienmarkt im zweiten Halbjahr?

DAX Ausblick: Wie entwickelt sich der DAX im zweiten Halbjahr 2019?

Am deutschen Aktienmarkt geht es nach einem schwachen Jahr 2018 nach einer ausgiebigen Korrekturbewegung unter ordentlichen Schwankungen tendenziell wieder aufwärts. Und das obwohl z.B. der Konjunkturindikator Ifo-Geschäftsklimaindex kürzlich den vierten Rückgang in Folge verzeichnete. Im Juli fiel der Index auf den tiefsten Stand seit April 2013. Auch der ZEW-Index der europäischen Konjunkturerwartungen befindet sich seit April 2018 fast durchgehend im Negativbereich und notierte zuletzt bei -24,5 Punkten. Und weil sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht verbessern, steigt der Druck auf die EZB, der jedoch gleichzeitig die Mittel auszugehen scheinen.

DAX Entwicklung im Jahr 2019: Unterm Strich positiv

Doch trotz der spürbar eingetrübten Konjunkturlage und noch anderer Negativthemen wie dem zuletzt weiter eskalierten Handelskonflikt zwischen den USA und China oder dem britischen Brexit-Chaos ist die DAX-Entwicklung im Jahr 2019 unterm Strich weiterhin positiv. Die DAX-Performance beträgt bei aktuell 11.650 Punkten noch immer +13%. Im Jahr 2018 hatte der DAX 30 Index vom Jahreshoch bis zu -24% an Wert verloren. Sollte sich im Handelskrieg mit China eine Lösung anbahnen, so wäre wahrscheinlich zu erwarten, dass der US-Präsident als nächstes die EU und insbesondere Deutschland ins Visier nimmt. Die Deutsche Exportindustrie scheint jedenfalls weiterhin ordentlich zu zittern, denn Trump geht es vor allem darum die bestehenden Handelsungleichgewichte zwischen den USA und den großen Exportnationen abzubauen. In dieser DAX Prognose analysieren wir, ob deutsche Aktien trotz allem weiterhin attraktiv für neue Investments sind und mit welcher Kursentwicklung Sie beim DAX-Index in den kommenden Monaten rechnen können. Wir schauen uns mögliche DAX Kursziele an und wagen einen DAX Ausblick.

Mit welchen Finanzprodukten (z.B. DAX-ETFs, DAX-CFDs, DAX-Futures, DAX-Optionen oder DAX-Zertifikate) Sie von Kursbewegungen des DAX-Index optimal profitieren, lesen Sie in unserem Artikel „Wie Sie den DAX-Index am besten handeln können“.

DAX Prognose: Ist der Bärenmarkt beendet?

Die große Frage ist, ob es sich bei der aktuellen Aufwärtsbewegung zum Jahresbeginn 2019 um eine zwischenzeitliche Gegenreaktion innerhalb eines neuen Bärenmarktes handelt, oder ob es zu einer nachhaltigen neuen Aufwärtsbewegung kommen kann. Aus einer übergeordneten Perspektive betrachtet, können die Zusammenhänge oft besser beobachtet werden. Sehen wir uns für unseren DAX Ausblick also das „große Bild“ an. Da Privatanleger „nur“ 16% der DAX Anteile halten, wird der Handel von institutionellen Großanlegern dominiert, die die DAX Entwicklung beeinflussen. Diese stehen unter dem Druck, gewaltige Summen möglichst rentabel anzulegen, denn ansonsten ziehen die jeweiligen Geldgeber rasch ihre Mittel ab. Anlagealternativen zu Aktien wie Bankeinlagen, (Staats)Anleihen, Immobilien oder Gold scheinen derzeit für Großanleger entweder unattraktiv oder nicht liquide genug. Obwohl sich der DAX – natürlich mit einigen Unterbrechungen – bis Anfang 2018 rund neun Jahre in einem fast durchgängigen Bullenmarkt befand – und möglicherweise noch befindet – sind Aktien weiterhin die einzige liquide Anlageklasse, der zugetraut werden kann, in großem Stil Kapital anzuziehen.

DAX Bewertung: DAX-KGV mit 12 im historischen Vergleich günstig

Ist die DAX-Bewertung aufgrund der jahrelangen Kursanstiege nicht trotzdem schon zu hoch? Nein, eher das Gegenteil ist der Fall, denn mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von rund 12 sind die deutschen Blue-Chips im historischen Vergleich sogar eher günstig. Ein noch niedrigeres KGV von 10 bis 11 gab es allenfalls in Depressionsphasen, durchschnittlich liegt das DAX-KGV bei ca. 15. Das DAX-KGV von 12 besagt, dass die 30 Werte im Durchschnitt 12-mal mehr kosten, als die erwarteten Nettogewinne der DAX-Konzerne im Jahr 2018. Im Jahr 2000 wurde beim DAX kurzzeitig ein Rekord-KGV von 33,7 erreicht, mehr als der doppelte Wert des langjährigen Durchschnitts. Da 10jährige Bundesanleihen gleichzeitig rund 5% Rendite abwarfen, setzte ein massives Umschichten in Staatsanleihen ein, der Rest der Geschichte dürfte Ihnen bekannt sein. Eine Diskrepanz im Rendite-Vergleich der Anlagealternativen wie im Jahr 2000 liegt heute nicht vor. Auch die Dividendenrendite von aktuell rund 3,0% spricht angesichts des niedrigen Zinsniveaus für eine attraktive Bewertung des Deutschen Aktienmarktes und für eine positive DAX Entwicklung.

Geldanlage ist immer „relativ“: Aktienmarkt noch immer alternativlos

Der Rendite-Ausblick der alternativen Investments ist weitaus weniger attraktiv als für Aktien. Pro Jahr „ein bisschen Geld“ mit Staatsanleihen zu verlieren war und ist für viele Großanleger paradoxerweise attraktiver, als ihr Geld in vergleichsweise renditestarken Dividendenpapieren mit langfristigem Gewinnsteigerungspotenzial anzulegen. Doch dies könnte sich nun ändern. Und an der Börse geht es schließlich nicht darum, wie lange oder wie hoch die Kurse in den vergangenen Jahren bereits gestiegen sind. Geldanlage ist immer relativ zu betrachten: Es kommt stets darauf an, welcher Anlageklasse bezüglich Werterhalt, Wertentwicklung und Risiko im Vergleich die beste und stabilste Entwicklung zugetraut wird. In diese Richtung fließt das Kapital wie eine Flüssigkeit in einem Gefälle. Auch wenn deutsche Aktien derzeit relativ billig sind: Für einen DAX Ausblick reicht es nicht aus, sich (eindimensional) das historische Bewertungsniveau von Aktien zu betrachten, sondern es müssen (multidimensional) immer auch die zur Verfügung stehenden Alternativ-Optionen in Relation gesetzt werden. Und dabei spricht zumindest für die Fondsmanager offenbar weiterhin vieles für den Aktienmarkt.

Negativzinsen & Politik-Unsicherheit: Staatsanleihen unattraktiv

Ein plausibler Grund ist sicherlich, dass Staatsanleihen – als einzige wirkliche Anlagealternative für Großanleger – derzeit zur Geldanlage absolut unattraktiv sind. Und das ist nicht nur dem unverantwortlichen, rekordhohen Verschuldungsgrad der westlichen Industrienationen geschuldet. Auch die teilweise chaotisch anmutenden und zunehmend unberechenbaren politischen Verhältnisse und Handelsstreitigkeiten der USA tun ihr Übriges, um das Vertrauen in die Politik und damit auch in staatliche Investments zu schmälern. Doch es gibt weitere Gründe, die Staatspapiere unter Druck setzen: Da die massiven Kaufprogramme der Zentralbanken früher oder später auslaufen, fallen zukünftig die mit Abstand größten Anleihen-Käufer weg. Auch oder gerade weil Anleihen lange Zeit als „Safe Haven“ (sicherer Hafen) galten: Es ist durchaus fraglich, ob auch nach der erwarteten Beendigung der Zentralbank-Eingriffe überhaupt noch genügend Anleihenkäufer zur Stelle sein werden, um das enorme Angebot auf dem aktuellen Renditeniveau aufzunehmen. Als sicheren Hafen würden wir Staatsanleihen derzeit keinesfalls mehr betrachten.

Die Nachfrage nach den aktuell negativverzinsten Staatspapieren wird erheblich zurückgehen, sobald sich steigende Zinsen ankündigen. Denn um ein steigendes Zinsniveau abzubilden, müssen die Kurse von Staatsanleihen fallen, da die Anpassung an das steigende Renditeniveau nur über sinkende Kursnotierungen erfolgen kann. Auf absehbare Kursverluste haben natürlich die wenigsten Großanleger Lust, die bei der kommenden Zinswende massiv Anleihen verkaufen werden. Da der Anleihenmarkt den Aktienmarkt vom Volumen her bei Weitem übertrifft geht es um immense Summen. Dieses aus dem Anleihenmarkt fließende Kapital muss dann natürlich trotzdem weiterhin Rendite erzielen und angelegt werden. Die einzige ausreichend liquide Alternative ist die Börse, denn auch Immobilien und Gold können sich als verbleibende Anlageklassen nicht als ernstzunehmende Konkurrenten qualifizieren.

Immobilien: Illiquide und im Umfeld steigender Zinsen zunehmend unattraktiv

Immobilien haben nach den Preissteigerungen der vergangenen Jahre, sowie durch die steigenden Zinsen zuletzt erheblich an Attraktivität eingebüßt. Da diese überwiegend fremdfinanziert werden, lasten steigende Zinsen sehr schnell auf der für viele Finanzinvestoren ohnehin zu illiquiden Anlageform. Mit jedem Basispunkt den die Kreditzinsen für Immobiliendarlehen mehr kosten, verringert sich auch das potenzielle Investitionsvolumen d.h. die Finanzkraft der Käufer. Spätestens in einem Umfeld steigender Zinsen werden Investments in Immobilien dann also immer unattraktiver. Dazu kommt, dass sich die Käufersuche im Fall eines geplanten Ausstiegs nicht nur bei Großprojekten oft jahrelang hinzieht. Bei Aktien, Anleihen oder Gold gibt es hingegen stets einen Marktpreis zu dem gekauft und verkauft werden kann.

Goldmarkt für eine echte Anlagealternative viel zu klein

Der Goldmarkt hingegen ist im Vergleich zu Aktien- und Anleihenmärkten vor allem zu klein. Schätzungen zufolge wurden weltweit bislang nur etwas über 165.000 Tonnen Gold gefördert. Auch wenn Sie dieses Beispiel vielleicht schon kennen: Zu einem Würfel gegossen, hätte dieser mit allem jemals produzierten Gold der Welt einer Kantenlänge von gerade einmal ca. 20 Metern. Die Hälfte des produzierten Goldes ist bereits zu Schmuck verarbeitet oder kommt in der Industrieproduktion zum Einsatz. Zehntausende weitere Tonnen lagern in den Tresoren der Zentralbanken, so dass folglich der Großteil des Goldes vom Markt ist. Um beispielsweise nur 1% der weltweiten Marktkapitalisierung von Aktien- und Staatsanleihen in Gold anzulegen, müssten beim aktuellen Goldpreis über 40.000 Tonnen oder rund ein Viertel der bislang geförderten Goldmenge erworben werden. Daher kommt auch dieser Markt – im Gegensatz zu Früher – für die allermeisten Großanleger und Fonds mit Milliardenvermögen nicht für Investments in Frage.

Goldpreis steigt bei negativen Realzinsen und bei extremer politischer Unsicherheit

Das bedeutet natürlich nicht, dass Gold als Investment nicht wieder an Attraktivität gewinnen könnte. Da das Metall per se keine Rendite generiert und zudem nicht unerhebliche Lager- und Sicherungskosten produziert, steigt der Goldpreis deshalb vor allem dann, wenn die Realzinsen negativ sind d.h wenn die Zinsen durch die Inflationsrate quasi „aufgefressen“ werden. Denn dann macht es durchaus Sinn, die Lagerkosten in Kauf zu nehmen und auf Wertsteigerungen beim gelben Edelmetall zu setzen. Daneben fungiert Gold in Extremsituationen auch immer wieder als „Hedge gegen Regierungspolitik“. Zuletzt zog der Goldpreis stark an, eine Preisentwicklung, die vor allem durch den Handelsstreit USA-China begründet sein dürfte.

Eine Aktien-Euphorie ist noch ein Stück weit entfernt

Doch nicht nur Großanleger werden weiterhin an die Börse drängen. Auch viele Privatanleger, denn viele waren am Börsenaufschwung der letzten Jahre nicht oder nur geringfügig beteiligt. Grund waren neben der Flut von Negativnachrichten oft Bedenken, ob sich der Bullenmarkt nicht langsam dem Ende entgegen neigt. In der Regel endet ein langjähriger Aufwärtstrend jedoch nicht sang- und klanglos, sondern erst dann, wenn zu viele unerfahrene Anleger an die Börse drängen. Diese werden schließlich von steigenden Kursen und entsprechender Berichterstattung in den Medien angelockt, werfen alle Vorsicht über Bord und wollen zuletzt auch noch ihr Stück vom Kuchen haben. Wenn es soweit ist, kommt es meist zu einer finalen, relativ steilen Anstiegsbewegung und dann wird es gefährlich. Auch wenn im Sommer 2018 bereits ein kleiner Hauch Euphorie zu spüren war, wird wohl noch einige Zeit ins Land gehen, bis die Stimmung an der Börse wieder einmal überkocht und „Hinz und Kunz“ Aktien kaufen. Denn aktuell ist die Stimmung durch die Eskalation des Handelskriegs USA-China fürs Erste eher wieder ausreichend gedämpft. Daher stehen die Chancen für weiterhin steigende Aktienkurse zumindest aus Sentiment-Sicht immer noch sehr gut. Und weiter steigende Aktienkurse sind für die DAX Entwicklung positiv.

Paradox: Aktienkurse und Zinsen steigen oft parallel

Auch die anziehenden Zinsen stehen einem Börsenanstieg übrigens (zunächst) nicht im Wege, eher im Gegenteil: In der Geschichte der Börse sind die Zinsen sogar in den allermeisten Fällen parallel zu den Aktienkursen geklettert. Denn ein steigendes Zinsniveau spiegelt in der Regel eine steigende Kapitalnachfrage und damit eine brummende Wirtschaft wider. Erst ab einem Zinsniveau von 4,5% bis 5% hatten Zinssteigerungen historisch gesehen meist einen erkennbar negativen Einfluss auf die Börse. Wenn die Börse bei Zinsanhebungen kurzfristig verschnupft reagiert, so ist dies natürlich nachvollziehbar. Dennoch ist es ein Irrglaube, dass steigende Zinsen generell Gift für die Börse sind.

Aktienkurse können auch in Rezessionen steigen

Viele Anleger sind zudem überzeugt, dass Aktienmärkte in Rezessionen stets fallen müssen. Auch das ist ein Irrtum, denn historisch betrachtet ist dies zwar meistens, aber keineswegs immer der Fall. Aktienkurse steigen vor allem dann, wenn die Mehrheit der Anleger fallende Kurse erwartet oder sich aufgrund der unsicheren wirtschaftlichen oder politischen Nachrichtenlage mit Aktien-Investments unwohl fühlt. Da viele Anleger glauben, dass sich der langjährige Bullenmarkt bereits im Endstadium befindet oder beendet ist, erwarten sie beim kleinsten Rücksetzer den Beginn eines neuen Bärenmarktes und steigen aus.

Doch an der Börse passiert bekanntlich meist das Gegenteil von dem was die Mehrheit der Marktteilnehmer erwartet. Natürlich wird ein langjähriger Aufwärtstrend immer wieder durch überschaubare Zwischenkorrekturen wie 2018 oder Seitwärtsbewegungen unterbrochen. Trotzdem stehen die Chancen gut, dass Aktien auch in den kommenden Jahren weiter steigen werden. Unternehmensanteile sind vor allem in politisch unsicheren Zeiten die bessere Alternative zu Gold. Möglicherweise könnte sich sogar eine Geldflucht in privatwirtschaftliche Anlageformen entwickeln. DAX-Aktien als Hedge gegen ein Euro-Aus.

DAX-Aktien als „Hedge“ für ein mögliches Euro-Aus

Angesichts der nach wie vor chaotischen politischen Verhältnisse rund um den Brexit, wesentlichen Unstimmigkeiten bei den EU-Partnern und Euro-kritischen Tendenzen in Italien ist sogar ein Euro-Aus auf einmal wieder vorstellbar. Für den (dennoch unwahrscheinlichen) Fall, dass die europäische Währungsunion tatsächlich auseinanderfällt, sind Besitzer von Immobilien, Gold und natürlich auch Aktien exzellent geschützt. Denn Investoren werden für diese Vermögensformen immer einen fairen Marktwert bekommen – unabhängig von der Währung. Bei Anleihen und Spar- und Bankguthaben hingegen sind Sie bei möglichen Währungsreformen auf die von Politikern festgelegten Wechselkurs- und Umrechnungsverhältnisse angewiesen – und diese können, wie die Geschichte lehrt, durchaus auch ungünstig für Anleger ausfallen. DAX-Aktien sind somit ein perfekter und gleichzeitig liquider Schutz vor einem Euro-Aus und Währungsturbulenzen.

Verschuldung, Protektionismus, Abgrenzung und Populismus in der Politik: Sondersituation für Aktien

Das politische Klima der wichtigsten Wirtschaftsnationen war im letzten Jahrzehnt auf internationaler Ebene meist relativ harmonisch und von verbesserten Handelsbeziehungen, Marktöffnungen (Stichwort Freihandel) und Zusammenhalt geprägt. Spätestens seit der Brexit-Entscheidung und der Trump-Wahl wird offensichtlich, dass der Wind gedreht hat und nun in Richtung Protektionismus, Abgrenzung und Populismus weht. Politikern und Regierungen zu vertrauen fällt deshalb zunehmend schwerer als es ohnehin der Fall ist. Auch Investoren sind deshalb immer weniger gewillt, Ihr Kapital freiwillig in die ohnehin schon niedrig verzinsten Papiere hoch verschuldeter Staaten anzulegen. In negativ verzinste Staatsanleihen wie zehnjährige Bundesanleihen mit knapp -0,6% Verzinsung investiert nur, wer keine andere Möglichkeit hat und beispielsweise gesetzlich dazu gezwungen ist.

Dies führt für Aktien zu einer Sondersituation, da es schlichtweg an echten liquiden Investmentalternativen fehlt. Die Entscheidungsgründe in Aktien zu investieren sind daher nicht unbedingt nur fundamentaler Natur. Von einer Flucht von staatlichen in private Assets zu sprechen ist möglicherweise noch etwas früh, aber dazu könnte es durchaus kommen. Die immer wieder aufflammende Skepsis der Anleger, die ständig das bevorstehende Ende des Bullenmarktes erwarten, trägt neben den günstigen Bewertungen dazu bei, dass sich die Stimmung längst noch nicht in einer kritische Euphoriephase befindet. Von diesen Tendenzen wird auch der DAX Index, dessen 30 enthaltene Werte mehr als drei Viertel der Marktkapitalisierung des nationalen Aktienmarkts abbilden, auch im zweiten Halbjahr 2019 wieder profitieren. Sehen wir uns zu guter Letzt für unseren DAX Ausblick aber auch noch das längerfristige Chartbild an.

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DAX Prognose heute: Langfristiger Aufwärtstrend intakt

Um ein übergeordnetes Bild der technischen Verfassung einer Aktie oder eines Indizes zu bekommen, sollte man immer erst einen Blick auf längerfristige Charts werfen und sich dann die untergeordneten Zeitebenen ansehen, die fürs Trading oder die Aktienanlage meist relevanter sind. Im 10-Jahreschart ist der langfristige Aufwärtstrend seit Frühjahr 2009 klar erkennbar. Von ca. 3.700 Punkten im Tief, ging es bis Anfang 2018 auf 13.600 Zähler, ein Zuwachs von stolzen +267%. Da der DAX als Performance-Index im Gegensatz zu den allermeisten Leitindizes auch Dividenden berücksichtigt, müssen die hohen Zuwächse im internationalen Vergleich zwar in Relation gesetzt werden, aber auch ohne Gewinnausschüttungen bleibt (beim weniger beachteten DAX-Kursindex) ein stattliches Plus von +178%. Hier sehen Sie beide Indizes im Vergleich:

DAX Entwicklung – 10-Jahres-Chart DAX Performance-Index (mit Dividenden)

DAX Entwicklung – 10-Jahres-Chart DAX Kurs-Index (ohne Dividenden)

Entwicklung DAX Performance-Index vs. Entwicklung Dax-Kursindex – der feine Dividenden-Unterschied

DAX in einer Zwischenkorrektur

Bei der Betrachtung des 4-Jahres-Charts fällt auf, dass sich der DAX aktuell unterhalb des Zwischenhochs von Anfang 2015 aufhält. Vor allem im Vergleich zu den US-Indizes hinken die DAX 30 Werte weit hinterher. Derzeit befindet sich der DAX nach wie vor in einer Korrekturbewegung, denn das neue Allzeithoch von Anfang 2018 liegt noch in weiter Ferne. Aktuell hat der DAX seine Jahreshochs 2019 bei ca. 12.600 Punkten wieder deutlich hinter sich gelassen und pendelt zwischen 11.600 und 11.700 Punkten. Trotzdem bleibt das technische Gesamtbild weiterhin freundlich. Vor allem dann, wenn es gelingen sollte die Jahreshochs zurückzuerobern, sollte der Weg bis zum Allzeithoch frei sein.  Ungemütlich würde es aus charttechnischer Sicht hingegen, wenn die Tiefs aus dem Jahr 2018 bei knapp 10.300 Punkten nachhaltig unterschritten würden. Das ist jedoch aus unserer Sicht ein eher unwahrscheinliches Szenario für die DAX Entwicklung.

4-Jahres-Chart DAX Performance-Index

DAX-Prognose 2019: 13.600 Punkte als mögliches DAX-Kursziel

Gelingt dem DAX der nachhaltige Ausbruch auf ein neues Jahreshoch, so wäre aus charttechnischer und fundamentaler Sicht das im Vorjahr erzielte Allzeithoch bei 13.600 Punkten innerhalb von 12 bis 18 Monaten ein erstes realistisches DAX Kursziel. Dies würde einem Zuwachs von immerhin +17% und einem 2019er DAX-KGV von ca. 14,5 entsprechen. Dies wäre selbst im Fall leichter Gewinnrückgänge der DAX-Unternehmen gerechtfertigt, denn Aktien sind auch relativ betrachtet noch immer eindeutig die attraktivste Anlageklasse. Die DAX 30 Aktien versprechen daher auch in den kommenden ein bis zwei Jahren attraktive Renditen. Anleger sollten die aktuelle Korrektur für Einstiege nutzen.

Mit welchen Finanzprodukten (z.B. DAX-ETFs, DAX-CFDs, DAX-Futures, DAX-Optionen oder DAX-Zertifikate) Sie von Kursbewegungen des DAX-Index optimal profitieren, lesen Sie in unserem Artikel „Wie Sie den DAX-Index am besten handeln können“.

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„Silberpreis-Prognose 2019“

„Euro/US-Dollar-Prognose 2019“

„Goldpreis-Prognose 2019“

„Ölpreis-Prognose 2019“

Interview mit Börsenexperte Robert Halver 

Erfahren Sie vom Börsenexperten Robert Halver, ob sich der DAX trotz anhaltendem Handelskonflikt, der Schwellenländerkrise und den derzeitigen Schuldverhältnissen in Europa wieder erholen und womöglich neue Rekordstände aufbauen kann oder ob es zu einer nachhaltig gedrückten Stimmung bei den Anlegern kommt. 

Die Trailing Stop-Order: Gewinne sichern, Verluste begrenzen.

Die Trailing-Stop Verkaufsorder ist eine abgewandelte Stop-Order. Hierbei wird der Stop-Preis in einem festgelegten Folgeabstand (Trailing-Wert) an den Kurs gekoppelt. Wenn dieser Wert steigt und somit der Abstand größer als der Trailing-Wert ist, wird der Stop-Preis nach oben angepasst.

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