DAX-Prognose 2020: Wie entwickelt sich der deutsche Aktienmarkt?

DAX Ausblick: Wie entwickelt sich der DAX 2020?

In dieser DAX Prognose analysieren wir, ob deutsche Aktien trotz allem auch im Jahr 2020 attraktiv für neue Investments sind und mit welcher Kursentwicklung Sie beim DAX-Index in den kommenden zwölf Monaten rechnen können. Wir schauen uns mögliche DAX Kursziele an und wagen einen DAX Ausblick.

Mit welchen Finanzprodukten (z.B. DAX-ETFs, DAX-CFDs, DAX-Futures, DAX-Optionen oder DAX-Zertifikate) Sie von Kursbewegungen des DAX-Index optimal profitieren, lesen Sie in unserem Artikel „Wie Sie den DAX-Index am besten handeln können“.

Rückblick: DAX Entwicklung im Jahr 2019 bei +25,5 Prozent

In unserem letzten DAX-Ausblick hatten wir Ihnen zu Beginn des Jahres 2019 die Marke von 13.600 Punkten als mögliches Kursziel auf Sicht von 12 bis 18 Monaten genannt. Dieses Kursziel wurde bereits punktgenau erreicht, der DAX stieg bis Anfang 2020 auf 13.640 Zähler und erzielte damit sogar knapp ein neues Allzeithoch.

Weder Eintrübungen bei der Konjunkturlage noch andere Negativthemen wie der im Jahresverlauf eskalierte Handelskonflikt zwischen den USA und China, das britische Brexit-Chaos oder ein sich verschärfender Iran-Konflikt konnten den DAX im Jahr 2019 stoppen. Die DAX-Performance des vergangenen Jahres lag bei starken +25,5%, der Deutsche Aktien Index beendete das Jahr 2019 bei 13.249 Punkten. Stellt man dem jedoch die schwache Entwicklung des Vorjahrs gegenüber, so relativiert sich der Anstieg wieder etwas. Im Jahr 2018 hatte der DAX 30 Index vom Jahreshoch bis zu -24% an Wert verloren. Nichtsdestotrotz verlief die DAX Entwicklung im Jahr 2019 natürlich aus Anlegersicht sehr erfreulich. Nach dem starken Anstieg fragen sich viele Investoren, ob es nun nicht langsam wieder an der Zeit für eine langanhaltende Korrektur oder vielleicht sogar für einen neuen Bärenmarkt ist? Oder ob die Bullen erneut triumphieren und der langfristige Aufwärtstrend auch im Jahr 2020 erhalten bleibt?

Jährliche DAX Entwicklung von 2016 bis 2019

JahrPerformance
2016+6,9 %
2017+12,5 %
2018-18,3 %
2019+25,5 %

Welche globalen Themen bestimmen die DAX-Richtung im Jahr 2020?

Zum Jahreswechsel zeichnete sich auf mehreren Ebenen eine Entspannung ab, sowohl im Nahen Osten, als auch im Handelskrieg der USA mit China. Diesbezüglich wurde zumindest eine Zwischenlösung – eine sogenannte „Phase 1 Lösung“ beschlossen, wobei wichtige Themen jedoch vorerst auf die lange Bank geschoben wurden. Trotz oder gerade wegen des bevorstehenden US-Präsidentschaftswahlkampfes wäre es möglich, dass US-Präsident Trump als nächstes die EU und insbesondere Deutschland ins Visier nimmt. Die Deutsche Exportindustrie scheint jedenfalls weiterhin ordentlich zu zittern, denn Trump geht es vor allem darum die bestehenden Handelsungleichgewichte zwischen den USA und den großen Exportnationen abzubauen. Doch auch andere Themen, wie das seit Jahresbeginn 2020 grassierende neuartige Corona-Virus aus China oder erneut aufflammende Spannungen im Nahen Osten, insbesondere im Iran könnten die DAX-Richtung im Jahr 2020 möglicherweise beeinflussen. Es ist jedoch auch gut möglich, dass solche Negativthemen, die es bereits in den vergangenen Jahren zu Hauf gab, den DAX auch im Jahr 2020 völlig unbeeindruckt lassen.

DAX Prognose: Aktien weiterhin die einzige attraktive Anlageklasse

Sehen wir uns für unsere DAX Prognose zunächst das „große Bild“ an. Da Privatanleger „nur“ ca. 16% der DAX Anteile halten, wird der Handel von institutionellen Großanlegern dominiert, die die DAX Entwicklung beeinflussen. Diese stehen stets unter dem Druck, gewaltige Summen möglichst rentabel anzulegen, denn ansonsten ziehen die jeweiligen Geldgeber schnell ihre Mittel ab. Anlagealternativen zu Aktien wie Bankeinlagen oder (Staats)Anleihen sind negativ verzinst und daher weiterhin völlig unattraktiv. Außerdem schwebt über den festverzinslichen Anlageformen das Damoklesschwert einer anziehenden Inflationsrate, denn auch der Geldwertverlust spielt bei der Rendite neben der Verzinsung natürlich ebenfalls eine große Rolle. Andere Alternativen gibt es kaum, denn Immobilien sind für die allermeisten Anleger zu illiquide und der Goldmarkt ist gemessen an den gewaltigen Anlagesummen, die am Kapitalmarkt bewegt werden, geradezu mikroskopisch klein.

Obwohl sich der DAX innerhalb der letzten elf Jahre vom Tief bei 3.589 Punkten Anfang 2009 bis Anfang 2020 auf 13.640 Punkte mit einem Kursanstieg um +280% fast verdreifacht hat, sind Aktien also weiterhin die einzige attraktive und ausreichend liquide Anlageklasse, der aktuell zugetraut werden kann, in großem Stil Kapital anzuziehen.

DAX Bewertung noch nicht zu teuer: DAX-KGV 14 und 2,8% DAX-Dividendenrendite

Ist die DAX Bewertung aufgrund der jahrelangen Kursanstiege nicht trotzdem schon zu hoch? Nein, denn mit einem aktuellen DAX Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von rund 14 sind die deutschen Blue-Chips im historischen Vergleich weiterhin moderat bewertet. Durchschnittlich liegt das DAX-KGV bei ca. 15, allenfalls in Depressionsphasen gab es bei den deutschen Standard Aktien ein noch niedrigeres KGV von 10 bis 12. Das DAX-KGV von 14 besagt, dass die 30 Werte im Durchschnitt 14-mal mehr kosten, als die erwarteten Nettogewinne der DAX-Konzerne im Jahr 2019. Im Jahr 2000 wurde beim DAX kurzzeitig ein Rekord-KGV von 33,7 erreicht, mehr als der doppelte Wert des langjährigen Durchschnitts. Da 10jährige Bundesanleihen gleichzeitig rund 5% Rendite abwarfen, setzte damals ein massives Umschichten in Staatsanleihen ein, der Rest der Geschichte dürfte Ihnen bekannt sein. Eine Diskrepanz im Rendite-Vergleich der Anlagealternativen wie im Jahr 2000 liegt heute nicht vor. Auch die DAX Dividendenrendite von aktuell rund 2,8% spricht angesichts des niedrigen Zinsniveaus für eine nicht unattraktive DAX Bewertung. Einer positiven DAX Entwicklung im Jahr 2020 steht das aktuelle Bewertungsniveau jedenfalls nicht im Wege.

Geldanlage ist immer „relativ“: Aktienmarkt noch immer alternativlos

Der Rendite-Ausblick der alternativen Investments ist weitaus weniger attraktiv als für Aktien. Pro Jahr „ein bisschen Geld“ mit Staatsanleihen zu verlieren war und ist für viele Großanleger paradoxerweise attraktiver, als ihr Geld in vergleichsweise renditestarken Dividendenpapieren mit langfristigem Gewinnsteigerungspotenzial anzulegen. Doch dies könnte sich nun ändern. Und an der Börse geht es schließlich nicht darum, wie lange oder wie hoch die Kurse in den vergangenen Jahren bereits gestiegen sind. Geldanlage ist immer relativ zu betrachten: Es kommt stets darauf an, welcher Anlageklasse bezüglich Werterhalt, Wertentwicklung und Risiko im Vergleich die beste und stabilste Entwicklung zugetraut wird. In diese Richtung fließt das Kapital wie eine Flüssigkeit in einem Gefälle. Doch auch wenn deutsche Aktien derzeit moderat bewertet sind: Für einen DAX Ausblick reicht es nicht aus, sich (eindimensional) das historische Bewertungsniveau von Aktien zu betrachten, sondern es müssen (multidimensional) immer auch die zur Verfügung stehenden Alternativ-Optionen in Relation gesetzt und betrachtet werden. Und dabei spricht zumindest für das „große Geld“ weiterhin vieles für den Aktienmarkt.

Negativzinsen & Politik-Unsicherheit: Mit Staatsanleihen drohen Verluste

Werfen wir also einen Blick auf den im Vergleich zum Aktienmarkt rund dreimal größeren Staatsanleihenmarkt – der einzigen wirklichen Anlagealternative für Großanleger. Um es gleich vorweg zu nehmen, der Anleihenmarkt ist zur Geldanlage weiterhin absolut unattraktiv.

Staatsanleihen kein sicherer Hafen mehr

Und das ist nicht nur dem unverantwortlichen, rekordhohen Verschuldungsgrad der westlichen Industrienationen geschuldet. Auch die teilweise chaotisch anmutenden und zunehmend unberechenbaren politischen Verhältnisse und Handelsstreitigkeiten der USA tun ihr Übriges, um das Vertrauen in die Politik und damit auch in staatliche Investments zu schmälern. Doch es gibt weitere Gründe, die Staatspapiere unter Druck setzen: Da die massiven Kaufprogramme der Zentralbanken früher oder später auslaufen, fallen zukünftig die mit Abstand größten Anleihen-Käufer weg. Auch oder gerade weil Anleihen lange Zeit als „Safe Haven“ (sicherer Hafen) galten: Es ist durchaus fraglich, ob auch nach der erwarteten Beendigung der Zentralbank-Eingriffe überhaupt noch genügend Anleihenkäufer zur Stelle sein werden, um das enorme Angebot auf dem aktuellen Renditeniveau aufzunehmen. Als sicheren Hafen würden wir Staatsanleihen also keinesfalls mehr betrachten.

Wehe die Inflationsrate zieht an…

Die Nachfrage nach den aktuell negativverzinsten Staatspapieren wird erheblich zurückgehen, sobald sich beispielsweise – getrieben von steigenden Inflationserwartungen – höhere Zinsen ankündigen. Denn um ein steigendes Zinsniveau abzubilden, müssen die Kurse von Staatsanleihen fallen, da die Anpassung an das steigende Renditeniveau nur über sinkende Kursnotierungen erfolgen kann. Anfang 2020 sind weltweit bereits Anleihen im Volumen von 13 Billionen US-Dollar negativ verzinst, in Europa werfen drei Viertel aller Staatsanleihen negative Renditen ab. Nur Großanleger wie Versicherungen oder Pensionskassen, die gesetzlich dazu gezwungen sind, kaufen die negativ verzinsten Papiere. Hohe Verluste drohen dann, wenn steigende Inflationsraten auch noch die letzten Käufer vertreiben. Wenn zudem der Druck auf die Zinsen steigt, dann dürfte es für Anlegergläubiger extrem ungemütlich werden. Ausgehend von den Negativzinsen drohen dann möglicherweise prozentual zweistellige Verluste.

Auf solche Kursverluste haben natürlich die wenigsten Großanleger Lust, die bei der kommenden Zinswende massiv Anleihen verkaufen werden. Da der Anleihenmarkt den Aktienmarkt vom Volumen her bei Weitem übertrifft geht es um immense Summen. Dieses aus dem Anleihenmarkt fließende Kapital muss dann natürlich trotzdem weiterhin Rendite erzielen und angelegt werden. Die einzige ausreichend liquide Alternative ist die Börse, denn auch Immobilien und Gold können sich als verbleibende Anlageklassen nicht als ernstzunehmende Konkurrenten qualifizieren.

Immobilien: Illiquide und im Umfeld steigender Zinsen zunehmend unattraktiv

Immobilien haben nach den Preissteigerungen der vergangenen Jahre, sowie durch die steigenden Zinsen zuletzt erheblich an Attraktivität eingebüßt. Da diese überwiegend fremdfinanziert werden, lasten steigende Zinsen sehr schnell auf der für viele Finanzinvestoren ohnehin zu illiquiden Anlageform. Mit jedem Basispunkt den die Kreditzinsen für Immobiliendarlehen mehr kosten, verringert sich auch das potenzielle Investitionsvolumen d.h. die Finanzkraft der Käufer. Spätestens in einem Umfeld steigender Zinsen werden Investments in Immobilien dann also immer unattraktiver. Dazu kommt, dass sich die Käufersuche im Fall eines geplanten Ausstiegs nicht nur bei Großprojekten oft jahrelang hinzieht. Bei Aktien, Anleihen oder Gold gibt es hingegen stets einen Marktpreis zu dem gekauft und verkauft werden kann.

Goldmarkt für eine echte Anlagealternative viel zu klein

Der Goldmarkt hingegen ist im Vergleich zu Aktien- und Anleihenmärkten vor allem zu klein. Schätzungen zufolge wurden weltweit bislang nur etwas über 165.000 Tonnen Gold gefördert. Auch wenn Sie dieses Beispiel vielleicht schon kennen: Zu einem Würfel gegossen, hätte dieser mit allem jemals produzierten Gold der Welt einer Kantenlänge von gerade einmal ca. 20 Metern. Die Hälfte des produzierten Goldes ist bereits zu Schmuck verarbeitet oder kommt in der Industrieproduktion zum Einsatz. Zehntausende weitere Tonnen lagern in den Tresoren der Zentralbanken, so dass folglich der Großteil des Goldes vom Markt ist. Um beispielsweise nur 1% der weltweiten Marktkapitalisierung von Aktien- und Staatsanleihen in Gold anzulegen, müssten beim aktuellen Goldpreis über 40.000 Tonnen oder rund ein Viertel der bislang geförderten Goldmenge erworben werden. Daher kommt auch dieser Markt – im Gegensatz zu Früher – für die allermeisten Großanleger und Fonds mit Milliardenvermögen nicht für nennenswerte Investments in Frage.

Goldpreis steigt bei negativen Realzinsen und bei extremer politischer Unsicherheit

Das bedeutet natürlich nicht, dass Gold als Investment für Sie unattraktiv ist. Da das Metall per se keine Rendite generiert und zudem nicht unerhebliche Lager- und Sicherungskosten produziert, steigt der Goldpreis deshalb vor allem dann, wenn die Realzinsen negativ sind d.h. wenn die Zinsen durch die Inflationsrate quasi „aufgefressen“ werden. Denn dann macht es durchaus Sinn, die Lagerkosten in Kauf zu nehmen und auf Wertsteigerungen beim gelben Edelmetall zu setzen. Daneben fungiert Gold in Extremsituationen auch immer wieder als „Hedge gegen Regierungspolitik“ oder gegen geopolitische Krisen. Zuletzt zog der Goldpreis stark an, eine Preisentwicklung, die vor allem durch die Iran-Krise sowie die durch den Corona-Virus hervorgerufene neuartige Lungenkrankheit begründet sein dürfte. Die Aussichten für das gelbe Edelmetall sind deshalb auch im Jahr 2020 wieder gut. Wer sich speziell dafür interessiert, dem empfehlen wir unseren Artikel „Die besten Gold Aktien 2020“.

Eine große Aktien-Euphorie ist noch ein Stück weit entfernt

Doch nicht nur Großanleger werden weiterhin Aktien kaufen. Auch viele Privatanleger könnten neu einsteigen, denn viele von ihnen waren am Börsenaufschwung der letzten Jahre nicht oder nur geringfügig beteiligt. Grund waren neben der Flut von Negativnachrichten oft Bedenken, ob sich der Bullenmarkt nicht langsam dem Ende entgegen neigt. In der Regel endet ein langjähriger Aufwärtstrend jedoch nicht sang- und klanglos, sondern erst dann, wenn zu viele unerfahrene Anleger an die Börse drängen und Aktien das Gesprächsthema Nummer eins sind. Diese werden schließlich von steigenden Kursen und entsprechender Berichterstattung in den Medien angelockt, werfen alle Vorsicht über Bord und wollen zuletzt auch noch ihr Stück vom Kuchen haben. Wenn es soweit ist, kommt es meist zu einer finalen, relativ steilen Anstiegsbewegung und dann wird es gefährlich. Auch wenn im Januar 2020 bereits ein kleiner Hauch Euphorie zu spüren war, wird wohl noch einige Zeit ins Land gehen, bis die Stimmung an der Börse überkocht und „Hinz und Kunz“ Aktien kaufen.

Per Ende Januar ist die Stimmung nach einem kleinen Rücksetzer (Stichwort: Corona-Virus) bereits wieder ein klein wenig gedämpfter als noch zu Jahresbeginn. Es ist durchaus möglich, dass die Märkte in den kommenden Wochen noch etwas konsolidieren und abwärts oder seitwärts tendieren. Insgesamt betrachtet stehen die Chancen für mittel- bis langfristig weiter steigende Aktienkurse auch aus Sentiment-Sicht immer noch sehr gut. Und weiter steigende Aktienkurse sind natürlich auch für die DAX Entwicklung positiv.

Paradox: Aktienkurse und Zinsen steigen oft parallel

Auch die anziehenden Zinsen stehen einem Börsenanstieg übrigens (zunächst) nicht im Wege, eher im Gegenteil: In der Geschichte der Börse sind die Zinsen sogar in den allermeisten Fällen parallel zu den Aktienkursen geklettert. Denn ein steigendes Zinsniveau spiegelt in der Regel eine steigende Kapitalnachfrage und damit eine brummende Wirtschaft wider. Erst ab einem Zinsniveau von 4,5% bis 5% hatten Zinssteigerungen historisch gesehen meist einen erkennbar negativen Einfluss auf die Börse. Wenn die Börse bei Zinsanhebungen kurzfristig verschnupft reagiert, so ist dies natürlich nachvollziehbar. Dennoch ist es ein Irrglaube, dass steigende Zinsen generell Gift für die Börse sind.

Aktienkurse können auch in Rezessionen steigen

Viele Anleger sind zudem überzeugt, dass Aktienmärkte in Rezessionen stets fallen müssen. Auch das ist ein Irrtum, denn historisch betrachtet ist dies zwar meistens, aber keineswegs immer der Fall. Aktienkurse steigen vor allem dann, wenn die Mehrheit der Anleger fallende Kurse erwartet oder sich aufgrund der unsicheren wirtschaftlichen oder politischen Nachrichtenlage mit Aktien-Investments unwohl fühlt. Da viele Anleger glauben, dass sich der langjährige Bullenmarkt bereits im Endstadium befindet oder beendet ist, erwarten sie beim kleinsten Rücksetzer den Beginn eines neuen Bärenmarktes und steigen aus.

Doch an der Börse passiert bekanntlich meist das Gegenteil von dem was die Mehrheit der Marktteilnehmer erwartet. Natürlich wird ein langjähriger Aufwärtstrend immer wieder durch überschaubare Zwischenkorrekturen wie 2018 oder Seitwärtsbewegungen wie im Sommer 2019 unterbrochen. Trotzdem stehen die Chancen gut, dass Aktien auch im Jahr 2020 weiter steigen werden. Unternehmensanteile sind vor allem in politisch unsicheren Zeiten die bessere Alternative zu Gold. Möglicherweise könnte sich sogar eine Geldflucht in privatwirtschaftliche Anlageformen entwickeln.

DAX-Aktien als „Hedge“ für ein mögliches Euro-Aus

Angesichts der nach wie vor chaotischen politischen Verhältnisse rund um den Brexit, wesentlichen Unstimmigkeiten bei den EU-Partnern und Euro-kritischen Tendenzen in Italien ist sogar ein Euro-Aus auf einmal wieder vorstellbar. Für den (dennoch sehr unwahrscheinlichen) Fall, dass die europäische Währungsunion tatsächlich auseinanderfällt, sind Besitzer von Immobilien, Gold und natürlich auch Aktien exzellent geschützt. Denn Investoren werden für diese Vermögensformen immer einen fairen Marktwert bekommen – unabhängig von der Währung. Bei Anleihen und Spar- und Bankguthaben hingegen sind Sie bei möglichen Währungsreformen auf die von Politikern festgelegten Wechselkurs- und Umrechnungsverhältnisse angewiesen – und diese können, wie die Geschichte lehrt, durchaus auch ungünstig für Anleger ausfallen. DAX-Aktien sind somit ein perfekter und gleichzeitig liquider Schutz vor einem Euro-Aus und Währungsturbulenzen.

Verschuldung, Protektionismus, Abgrenzung und Populismus in der Politik: Sondersituation für Aktien

Das politische Klima der wichtigsten Wirtschaftsnationen war im letzten Jahrzehnt auf internationaler Ebene meist relativ harmonisch und von verbesserten Handelsbeziehungen, Marktöffnungen (Stichwort Freihandel) und Zusammenhalt geprägt. Spätestens seit der Brexit-Entscheidung und der Trump-Wahl wird offensichtlich, dass der Wind gedreht hat und nun in Richtung Protektionismus, Abgrenzung und Populismus weht. Politikern und Regierungen zu vertrauen fällt deshalb zunehmend schwerer als es ohnehin der Fall ist. Auch Investoren sind deshalb immer weniger gewillt, Ihr Kapital freiwillig in die ohnehin schon niedrig verzinsten Papiere hoch verschuldeter Staaten anzulegen. In negativ verzinste Staatsanleihen wie zehnjährige Bundesanleihen mit knapp -0,4% Verzinsung investiert nur, wer keine andere Möglichkeit hat und beispielsweise gesetzlich dazu gezwungen ist.

Dies führt für Aktien zu einer Sondersituation, da es schlichtweg an echten liquiden Investmentalternativen fehlt. Die Entscheidungsgründe in Aktien zu investieren sind daher nicht unbedingt nur fundamentaler Natur. Von einer Flucht von staatlichen in private Assets zu sprechen ist möglicherweise noch etwas früh, aber dazu könnte es durchaus kommen. Die immer wieder aufflammende Skepsis der Anleger, die ständig das bevorstehende Ende des Bullenmarktes erwarten, trägt neben den günstigen Bewertungen dazu bei, dass sich die Stimmung längst noch nicht in einer kritische Euphoriephase befindet. Von diesen Tendenzen wird auch der DAX Index, dessen 30 enthaltene Werte mehr als drei Viertel der Marktkapitalisierung des nationalen Aktienmarkts abbilden, auch im Jahr 2020 wieder profitieren. Sehen wir uns zu guter Letzt für unseren DAX Ausblick aber auch noch das längerfristige Chartbild an.

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DAX Prognose heute: Langfristiger Aufwärtstrend intakt

Um ein übergeordnetes Bild der technischen Verfassung einer Aktie oder eines Index zu bekommen, sollte man immer erst einen Blick auf längerfristige Charts werfen und sich dann die untergeordneten Zeitebenen ansehen, die fürs Trading oder die Aktienanlage meist relevanter sind. Im 10-Jahreschart ist der langfristige Aufwärtstrend klar erkennbar. Von 5.687 Punkten im Tief, ging es bis Ende Januar 2020 auf 13.313 Zähler, ein stattlicher Zuwachs von +134%. Da der DAX als Performance-Index im Gegensatz zu fast allen Leitindizes auch Dividenden berücksichtigt, müssen die hohen Zuwächse im internationalen Vergleich zwar in Relation gesetzt werden, aber auch ohne Gewinnausschüttungen bleibt (beim weniger beachteten DAX-Kursindex) ein ordentliches Plus von +76%.

Übrigens: Während der DAX-Performance-Index Anfang 2020 knapp ein neues Allzeithoch über der bisherigen Bestmarke von Januar 2018 erzielte, fehlten dem DAX-Kursindex zum selben Zeitpunkt zu einem neuen Kursrekord noch rund 5%. Das entspricht folglich in etwa den DAX-Dividenden 2018 & 2019.

Hier sehen Sie beide Indizes im Vergleich:

DAX Entwicklung – 10-Jahres-Chart DAX Performance-Index (mit Dividenden)

DAX Entwicklung – 10-Jahres-Chart DAX Kurs-Index (ohne Dividenden)

Entwicklung DAX Performance-Index vs. Entwicklung Dax-Kursindex – der feine Dividenden-Unterschied

DAX Aufwärtstrend sollte weiterhin intakt bleiben

Bei der Betrachtung des 4-Jahres-Charts fällt auf, dass sich der DAX Performance-Index nach einem kurzen Abstecher auf ein neues Allzeithoch aktuell unterhalb des Zwischenhochs von Anfang 2018 aufhält. Vor allem im Vergleich zu den US-Indizes hinken die DAX 30 Werte weit hinterher. Nun kommt es darauf an, dass die Marke von ca. 13.600 Punkten nachhaltig überschritten wird, denn ansonsten könnte ein sogenanntes Doppeltop drohen. In diesem Falle würden Kursverluste bis deutlich unter das Zwischentief von Ende 2018 bei 10.300 Punkten drohen. Dies halten wir jedoch aufgrund des Gesamtbilds für eher unwahrscheinlich.

Charttechnisch wichtige Marken werden ohnehin in aller Regel nicht im ersten Anlauf überwunden. Lehrbuchmäßig wäre es, wenn der DAX das offensichtliche charttechnische Widerstandsniveau von 13.600 Zählern nach einer mehrwöchigen Verschnaufpause schließlich überwindet. Anleger, die von fallenden Kursen ausgehen, wären dann auf dem falschen Bein erwischt worden. Mittel bis langfristig betrachtet erscheint das charttechnische Gesamtbild weiterhin freundlich. Vor allem dann, wenn es in den kommenden Wochen oder Monaten gelingen sollte die Jahreshochs zurückzuerobern. Unter 12.000 Punkte sollte es im Falle einer ausgeprägteren Korrekturbewegung möglichst nicht gehen. In dem Falle könnte es nämlich tatsächlich ungemütlich werden. Ein neuer Bärenmarkt ist jedoch aus unserer Sicht ein eher unwahrscheinliches Szenario für die DAX Entwicklung 2020.

4-Jahres-Chart DAX Performance-Index

DAX-Prognose 2020: 15.000 Punkte als mögliches DAX-Kursziel

Gelingt dem DAX der nachhaltige Ausbruch auf ein neues Allzeithoch, so wäre aus charttechnischer und fundamentaler Sicht ein Kursniveau von 15.000 Punkten innerhalb von 12 Monaten ein erstes realistisches DAX Kursziel. Dies würde einem Zuwachs von immerhin +13% und einem 2020er DAX-KGV von knapp 16 entsprechen. Dies wäre zwar kein Schnäppchenniveau mehr, aber durchaus fundamental gerechtfertigt. Denn Aktien sind relativ zu allen anderen Alternativen betrachtet noch immer eindeutig die attraktivste Anlageklasse. Die DAX 30 Aktien versprechen daher auch im kommenden Jahr 2020 attraktive Renditen. Eine stärkere Abwärtsbewegung von mehr als 10% halten wir für unwahrscheinlich. Anleger könnten daher kleinere und mittlere Korrekturen von 5% bis 10% für Einstiege nutzen.

Auch interessant und aktuell sind in dieser Kategorie folgende Beiträge mit Prognosen:

„Silberpreis-Prognose 2019“

„Euro/US-Dollar-Prognose 2019“

„Goldpreis-Prognose 2019“

„Ölpreis-Prognose 2019“

Interview mit Börsenexperte Robert Halver 

Erfahren Sie vom Börsenexperten Robert Halver, ob sich der DAX trotz anhaltendem Handelskonflikt, der Schwellenländerkrise und den derzeitigen Schuldverhältnissen in Europa wieder erholen und womöglich neue Rekordstände aufbauen kann oder ob es zu einer nachhaltig gedrückten Stimmung bei den Anlegern kommt. 

Die Trailing Stop-Order: Gewinne sichern, Verluste begrenzen.

Die Trailing-Stop Verkaufsorder ist eine abgewandelte Stop-Order. Hierbei wird der Stop-Preis in einem festgelegten Folgeabstand (Trailing-Wert) an den Kurs gekoppelt. Wenn dieser Wert steigt und somit der Abstand größer als der Trailing-Wert ist, wird der Stop-Preis nach oben angepasst.

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