Börse aktuell

Hier erfahren Sie, was an der Börse aktuell geschieht. Unser Börsenexperte Ronald Gehrt beobachtet täglich das aktuelle Börsengeschehen und fasst die neuesten Börsendaten und Börsenberichte wöchentlich für Sie zusammen. Mit Börse aktuell bringen wir die wichtigsten Börsennachrichten auf den Punkt und kommentieren, was momentan an der Börse los ist.

Börse: Aktuelle Nachrichten der Woche

Neues von der Börse: Unsere aktuellen Börsennachrichten informieren Sie jede Woche über die derzeitige Börsenentwicklung. Was beschäftigt die Börse? Was steht diese Woche an? Diktieren Bullen oder Bären die Märkte? Sollten Sie Ihre Investitionen erhöhen oder lieber Gewinne mitnehmen? Wir geben Ihnen die Antworten auf diese Fragen, wagen einen Ausblick auf die kommende Börsenwoche und bewerten anstehende Ereignisse, die Auswirkungen auf den Börsenverlauf haben könnten.

Börse aktuell vom 11.-17.11.2019

Die „ewige Möhre“ oder: Die Angst, anzukommen

Die Schwächen der Politik werden zum Treibstoff der Börsen. Das klingt seltsam, ist aber nicht das erste Mal so. Dadurch, dass man, ob nun in Bezug auf den BrExit oder den Handelsstreit, keine Entscheidungen zuwege bringt, haben die Anleger immer etwas, auf das sie perspektivisch setzen können: Auf die irgendwann ja dann doch anstehende Einigung. Die zwar in beiden Fällen nicht kommen muss. Aber solange es nicht zu einem endgültigen Scheitern oder zu unübersehbar schlechten Deals kommt, bleibt die Hoffnung erhalten. Und so wirkt es wie beim Bild des Esels, dem man eine Möhre vor die Nüstern gehängt hat: Er läuft und läuft und läuft auf ein Ziel zu, das er doch nie erreichen wird. Und so lange das der Fall ist, läuft er eben weiter. Und die Anleger kaufen und kaufen.

Daher stört es nicht einmal, dass sich der Zeitpunkt der Einigung bei BrExit und Handelskrieg immer weiter hinauszögert und man mit Terminverschiebungen und leeren Worten so tut, als sei man immer ganz nahe vor dem Ziel. Im Gegenteil: Jede Verschiebung wird honoriert, jedes dünne Statement aus den USA oder China gefeiert, weil das bedeutet, dass die Kurse weiter steigen können. Bis zum Tag X, dem Tag, an dem beide Krisen beigelegt wären.

Keine Alternative zu blindem Optimismus?

Das ist natürlich eine äußerst naive Denkweise. Schließlich müsste man sich darüber im Klaren sein, dass da am Ende womöglich nur faule Kompromisse stehen, die nichts besser machen. Dass Probleme, die man derzeit in der Erwartung ignoriert, alles werde schon gutgehen, weiterbestehen. Oder gar, dass es in beiden Fällen zur Bauchlandung kommt, der BrExit doch ein „harter“ wird, die USA und China zumindest so lange, wie Donald Trump im Weißen Haus sitzt, keine Einigung zuwege bringen. Ja, eigentlich müsste man da eher vorsichtig statt optimistisch sein, aber:

Es funktioniert ja bisher. Auch, weil das Gros der Akteure an der Börse aktuell zur Hausse verdammt ist. Die großen Adressen am Aktienmarkt, die milliardenschwere Portfolios verwalten, könnten sich einer Abwärtswende nicht entziehen, sind schlicht zu groß, um wegzulaufen und treten die Flucht nach vorne an. Die vielen Sparer, die dort ihr Geld arbeiten lassen, wissen meist gar nicht, wie hoch die Risiken sind. Weil es ihnen an Einblick, Erfahrung und letztlich auch an Interesse mangelt. Schließlich steigen die Kurse ja, warum also hinter irgendwelche Vorhänge blicken? Und diejenigen, die ihr Geld selbst verwalten, mögen seit Monaten und Jahren die Stirn runzeln, wissen aber letzten Endes: Nur, wer dem Trend folgt, hat eine Chance. Völlig egal, ob der berechtigt ist oder nicht. Denn genau das tun auch die rein charttechnisch agierenden Daytrader und, vor allem, die computergesteuerten Handelsprogramme, die immer mehr Anteil am Umsatz an den großen Aktienmärkten haben. Also?

Also haben wir aktuell an der Börse eine Situation, in der man zwar sehr negativ denken könnte, aber besser nicht negativ handeln sollte. Das fällt erfahrenen und denkenden Akteuren schwer, da schließe ich mich nicht aus. Aber ein Satz ist da nun einmal nicht zu widerlegen: Irgendwann, an irgendeinem Tag, bricht dieses Kartenhaus zusammen. Aber an all den Tagen, die davor kommen, eben nicht!

Und immer wieder kommen weitere „Möhren“ …

Das heißt aber nicht, dass es keine Risiken gäbe. Im Gegenteil: Gerade weil dieser „Trick“ so lange schon funktioniert, weil die kleinen Häppchen, die die Politik den Anlegern zuwirft, schwerer wiegen als die negativen Auswirkungen, die diese Hinhaltetaktik in der Wirtschaft hinterlässt, ist das Loch, in das die Kurse fallen könnten, gewaltig. Und die Distanz bis dorthin auf der Zeitachse nicht absehbar. Wenn z.B. das Ergebnis der anstehenden Wahl in Großbritannien das Risiko erhöht, dass es doch noch zu einem harten BrExit kommt oder Donald Trump mal wieder alles umwirft, wäre die oben genannte „Möhre“ auf einmal verschwunden.

Aber könnte es nicht einfach auch in dem Moment vorbei sein, in dem alle gekauft haben, die bereit oder genötigt sind, der „Möhre“ hinterherzulaufen? Dieses Argument wird oft in den Raum gestellt. Und richtig ist schon, dass das Momentum der Aufwärtsbewegung an sich abnimmt. Aber es gibt immer etwas, das die Käufer neu mobilisiert. Denken wir da nur an die Staffel der erreichten und wieder überwundenen Rekordhochs. Wir sehen hierzu im Chart beispielhaft den Dow Jones:

Erst gelang es, das alte Rekordhoch bei 27.400 Punkten zu bezwingen, zum Wochenschluss überbot er auch noch die über die vorherigen, markanten Umkehrpunkte konstruierbare Hausse-Begrenzungslinie. Zuerst gelang das bei den beiden anderen großen US-Indizes Nasdaq 100 und S&P 500, jetzt zog der Dow als letzter nach. Oft kommt es dann dazu, dass neue Rekorde erreicht werden, dann aber die Anschlusskäufe fehlen und dies wiederum dazu führt, dass so viele umgehend lieber den Gewinn mitnehmen wollen, dass statt einer Rallye eine scharfe Korrektur beginnt. Aber an der Börse kamen diese Rekordhochs aktuell eben gestaffelt. Und damit ist es noch nicht unbedingt vorbei.

Denn jetzt haben die Akteure hierzulande ihr eigenes Ziel: Der DAX „muss“ jetzt auch noch über seine Rekordhochs. Sie sehen im Chart, dass dazu nicht mehr allzu viel fehlt. Und wenn erst einmal in den Medien der alte, wenngleich sinnfreie Spruch umgeht, dass die Anleger das alte Hoch „sehen wollen“ (sinnfrei, weil man nicht fragt was sie tun werden, wenn sie es gesehen haben), dann wird ein solcher Run auch versucht. Zumal wir diese Woche auch noch den Abrechnungstermin an der Terminbörse haben, der in Aufwärtstrends tendenziell die Kurse noch höher zieht.

Und danach? Dann kommt vielleicht einfach wieder ein Häppchen aus Washington oder London bzw. Brüssel. So weit denken die meisten nicht, sie reagieren an der Börse aktuell einfach auf diese praktische Staffel an Nachrichten, die man, wenn man bereit ist, sich von den Kursen die Stimmung und die Sichtweise auf die Realität diktieren zu lassen, immer irgendwo findet. Jeden Tag kann man da eine neue Möhre finden. Und solange das der Fall ist, wird der Strom an Käufen nicht versiegen.

Da könnte noch sehr viel Geld aus dem Anleihemarkt und aus Gold wieder in Aktien zurückfließen. Und man könnte noch monatelang bei den Branchen rotieren. Derzeit werden ja allen Ernstes Aktien aus Branchen wie wild gekauft, die bei Wachstumsschwund und Rezession besonders hart getroffen würden, so die Autobauer und deren Zulieferer, die Chipwerte, Airlines, klassische Industrieaktien. Alles eine Frage des Glaubens, denn ja, Deutschland ist jetzt zwar wohl in der Rezession gelandet, aber man will sich einreden, dass das ganz, ganz schnell ausgestanden sein wird und nur der noch billig einsteigt, der jetzt kauft. Sie sehen hier, dass Aktien der Autobauer wie Daimler ausgerechnet in einem solchen Umfeld auf einmal weit besser laufen als der DAX und defensive Aktien wie Beiersdorf, die den DAX zuvor klar outperformt hatten, an der Börse aktuell verkauft werden wie sauer Bier. Das wirkt absurd, ist aber die Realität. Nicht die vor den Börsentoren. Aber die Kurse werden eben nicht von Fakten, sondern von Menschen und deren Emotionen gemacht.

Aber das könnte dann ja ewig weitergehen, oder? Ewig nicht, aber so lange, bis die Möhren weg sind. Was aber heißt: Ausgerechnet das Erreichen der Ziele, auf deren Erreichen hin man seit Monaten vorkauft, müssen die Marktteilnehmer fürchten!

Buy the rumour, sell the fact: Wehe, wenn das Ziel erreicht ist!

Dass ausgerechnet das große Ziel, ein Deal USA/China nebst einem für beide Seiten annehmbaren BrExit, der Grabstein dieser Hausse sein soll, mag im ersten Moment närrisch klingen. Aber:

Wenn man überlegt, wie lange und wie massiv auf eben diese Momente hin vorgekauft wurde, muss man sich natürlich fragen, wie viele Akteure an der Börse aktuell noch nicht der Sogwirkung dieser Hausse und ihrem schönen Schein der Unzerstörbarkeit erlegen sind. Wie viele also Monate, ggf. Jahre warten, um dann 20, 30 oder mehr Prozent höher einzusteigen, wenn erledigt ist, was längst hätte erledigt sein sollen. Zumal ja eines bis dahin noch völlig offen bleibt und erst dann sichtbar wird:

Welche positiven Auswirkungen diese Deals wirklich haben werden! Und die Überlegung, dass das Erreichen des Ziels zum Grabstein einer Hausse werden kann, ist durchaus nicht einfach eine theoretische Überlegung, das hatten wir schon öfter. Zuletzt vor wenigen Jahren am europäischen Aktienmarkt. Sehen wir uns dazu den folgenden Chart an:

Im Herbst 2014 sah man, dass die Versuche der EZB, die Eurokrise in den Griff zu bekommen, nicht so funktionierten, wie man sich das am Aktienmarkt erhofft hatte. Doch dann begann die EZB offen zu überlegen, ob sie ihre Anleihe-Stützungskäufe nicht auch auf Staatsanleihen ausweiten könnte. Ein kontroverses Thema, das aber am Aktienmarkt wie eine Initialzündung wirkte. Man sagte sich, dass das der große Wurf sein würde und begann zu kaufen. Immer höher. Immer weiter. Wobei der DAX in der Spitze fast 50 Prozent (!) in nur sechs Monaten zulegte, vor allem, weil das „Möhren-Prinzip“ auch damals galt. Denn die EZB agierte schön langsam. Erst wurde überlegt, dann diskutiert, dann beschlossen und terminiert, bevor im März 2015 wirklich diese Staatsanleihekäufe begannen.

Aber kaum hatten sie begonnen, begann für die Hausse das Totengeläut. Es gab noch einen letzten, bis in den April reichenden Schub … und dann begann der DAX zu fallen. Um zehn Monate später, Anfang 2016, so ziemlich genau da wieder aufzuschlagen, wo er hergekommen war. Weil? Weil sich herausstellte, dass a) dem Markt durch die monatelangen Vorkäufe die Käufer ausgegangen waren und b) dieser erhoffte „große Wurf“ der EZB keiner wurde.

Ein Kartenhaus aus spekulativen Vorkäufen und überzogenen Erwartungen brach zusammen. Nichts anderes sehen wir an der Börse aktuell. Was deutlich machen sollte: DAX, Dow & Co. können so lange weiter zulegen, wie dieser „Möhren-Trick“ funktioniert. Das kann lange gutgehen, kann aber auch jeden Moment vorbei sein, daher:

Agieren Sie niemals und zu keiner Zeit ohne Stoppkurse und idealerweise mit Stop Loss, die automatisch greifen, wenn Ihre Stoppmarken touchiert werden. Denn gerade, wenn etwas aus scheinbar heiterem Himmel schiefgeht, neigt man dazu, spät, zögerlich oder im schlimmsten Fall gar nicht zu reagieren, daher wären Stop Loss-Verkaufsorders ein guter Weg, die Gefahr „menschlichen Versagens“ zu verhindern.

Mit den besten Wünschen für eine erfolgreiche Börsenwoche

Ihr

Ronald Gehrt

* Chartquelle marketmaker pp4

Ronald Gehrt

Ronald Gehrt

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnnist in zahlreichen Funktionen aktiv, aktuell ist er u.a. Chefanalyst des Börsendienstes Stock Selection Europe bei Finanzen100. Dabei versteht sich Gehrt als Allrounder, der in der fundamentalen, volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie im Bereich der verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse.

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Börse: Aktuelle Tipps zum Marktgeschehen

Neben Börsennews bekommen Sie auch hilfreiche Tipps, um das gegenwärtige Marktgeschehen besser zu interpretieren. Der Börsenmarkt setzt sich aus vielen verschiedenen Märkten zusammen. Jedes Land, jede Branche und jedes Finanzprodukt wird von individuellen Faktoren beeinflusst, sodass es schwierig ist, alle Märkte mit ihren jetzigen Chancen und Risiken zu verfolgen und zu analysieren. Mit Börse aktuell liefert Ihnen unser Börsenprofi die Börseninformationen, die wirklich wichtig sind, und zugleich eine kompakte Börsenvorschau der Woche.

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