Börse aktuell

Hier erfahren Sie, was an der Börse aktuell geschieht. Unser Börsenexperte Ronald Gehrt beobachtet täglich das aktuelle Börsengeschehen und fasst die neuesten Börsendaten und Börsenberichte wöchentlich für Sie zusammen. Mit Börse aktuell bringen wir die wichtigsten Börsennachrichten auf den Punkt und kommentieren, was momentan an der Börse los ist.

Börse: Aktuelle Nachrichten der Woche

Neues von der Börse: Unsere aktuellen Börsennachrichten informieren Sie jede Woche über die derzeitige Börsenentwicklung. Was beschäftigt die Börse? Was steht diese Woche an? Diktieren Bullen oder Bären die Märkte? Sollten Sie Ihre Investitionen erhöhen oder lieber Gewinne mitnehmen? Wir geben Ihnen die Antworten auf diese Fragen, wagen einen Ausblick auf die kommende Börsenwoche und bewerten anstehende Ereignisse, die Auswirkungen auf den Börsenverlauf haben könnten.

Börse aktuell vom 30.-05.04.2020

Chaotische Börsen: Kann man sich da noch auf die Charttechnik verlassen?

Die außergewöhnlich schnellen und weitreichenden Kursausschläge der vergangenen Wochen waren nicht nur für Anleger, die in ihren Aktien ausharrten, problematisch. Daytrader klagten, dass man das alles gar nicht mehr handeln könne, weil die üblichen Indikatoren und charttechnischen Orientierungsmarken nicht mehr funktionieren. Ist das wirklich so? Das ist es nicht. Wir sehen uns das einmal genauer an und warten mit ein paar Tipps auf, wie man die Super-Volatilität an der Börse aktuell besser in den Griff bekommen könnte.

Es stimmt schon: Kursbewegungen, wie wir sie derzeit erleben, sprengen den Rahmen des Normalen bei weitem. Gewaltige Kurslücken und blitzschnelle Schübe in beide Richtungen, die sich meist ansatzlos bilden und in Minuten Größenordnungen erreichen, die in einem normalen Umfeld einer Wochen-Handelsspanne entsprechen würden, sind der Beleg dafür, dass an der Börse aktuell nichts ist wie immer. Alle sind angespannt und viele tun nicht, was man dann tun sollte (nämlich lieber weniger als mehr), sondern lassen sich von dieser Volatilität in den Bann ziehen und traden mit noch mehr Kapitaleinsatz und Risiko als sonst. Dass das meist schief geht, kann eigentlich nicht überraschen.

Die Nachrichtenlage ist nicht nur kritisch, sie ist auch unberechenbar. Nachrichten über die Pandemie, Meinungen aller Art dazu, Maßnahmen von Regierungen und Notenbanken, all diese News geben sich die Klinke in die Hand. Und mittendrin Meldungen, dass Index X gerade so stark gefallen sei wie seit zig Jahren nicht mehr oder Index Y soeben eine Rallye hinlegte wie seit 1933 nicht. Wenn man sich solche Kursbewegungen ansieht und erkennt, dass nicht wenige Aktien sogar noch weitaus extremere Kursveränderungen ausweisen, kommt manchen natürlich der Gedanke, dass man da leicht großes Geld machen könnte. Wenn nicht jetzt, wann dann?

Die großen Gewinne entstehen nicht im Chaos

Erfahrene Investoren, die die Nerven haben, sich im Zweifel herauszuhalten (und wer Trader ist weiß, dass das keine leichte Sache ist), würden antworten: in ruhigen Phasen mit soliden Trends. Da macht man die entscheidenden Gewinne. In Phasen wie jetzt, in denen so vielen Nerven und Augenmaß abhandenkommen, kann man im Gegenteil viel verlieren. Und das auch noch im Handumdrehen. Der folgende Chart zeigt einen der Gründe:

Seit Ende Februar sind große Gaps, d.h. Kurslücken, keine Ausnahme mehr, sondern die Regel. Und wer sich das in diesem DAX-Chart genauer ansieht, stellt fest: Meist entsteht viel der gewaltigen Veränderungen zum Vortag nicht während des regulären Handels, sondern durch diese Kurslücken. Natürlich können Trader über Derviate auch außerhalb dieser Handelszeiten aktiv bleiben. Aber viele starke Impulse entstehen aus europäischer Sicht mitten in der Nacht oder ganz früh am Morgen. Da immer mit dabei sein zu wollen, stößt auch bei hartgesottenen Tradern bald an körperliche Grenzen. Denn auch, wenn es mal ruhigere Phasen gibt: Man weiß nie, wann das sein wird. Sollte man das Trading also besser komplett einstellen, zumal die chart- und markttechnischen Orientierungen nicht mehr vorhanden sind? Nein!

Wenn man sich die Werteskala wegdenkt, ist alles wie immer

Was wenig erfahrene Akteure angeht, wäre Zurückhaltung in solchen Phasen zwar der beste Rat. Aber erfahrene Akteure können auch bei derart schwerem Seegang an der Börse aktuell agieren … und erfolgreich sein. Denn wenn man sich nicht vor den irrwitzigen Kurssprüngen an der Börse aktuell in den Bann ziehen lässt, was dazu führt, dass man den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht, stellt man fest: Die Grundstruktur der Kursbewegungen ist keine andere als zuvor. Schauen wir uns dazu mal den DAX im Fünf-Minuten-Zeitraster an, und zwar nur für einen einzigen Handelstag (Mittwoch, der 25. März). Wir stellen fest:

Eigentlich wirkt das Chartbild ganz normal. Das könnte das Bild auf Tagesbasis über einige Monate sein. Oder auch ein Intraday-Chart zu jedem anderen beliebigen Zeitpunkt … wenn man sich die Werteskala wegdenkt! Denn natürlich sind die knapp 700 Punkte, die an diesem Tag nur in dieser hier abgebildeten, regulären Handelszeit zwischen Hoch und Tief liegen, nicht normal. Aber:

Wenn die Chartstruktur normal bleibt, wieso sollte man solche größeren Bewegungen dann nicht traden können? Sie sind nur in Relation zu der zurückgelegten Distanz extrem ungewöhnlich, aber nicht bezogen auf die Art und Weise, wie die Kurse sich bewegen. Auch die markttechnischen Indikatoren bewegen sich im normalen Rahmen, denn Indikatoren wie die Stochastik orientieren sich ja an den relativen Kursausschlägen. Sie verändern also ihr Verhalten innerhalb des Tages nicht, nur, weil die Kursspanne viel größer ist als vor vier oder acht Wochen, wie das nächste Chartbild zeigt:

Da haben wir Ihnen den Freitag (27. März) abgebildet. Abgesehen von der großen Abwärts-Kurslücke zum Handelsstart wirkte der Tag, als wäre er einer von vielen. Wenn man, wie gesagt, die Werteskala im Kopf ausblendet. Dabei mag der Tag intraday wirklich nicht gerade angenehm zu handeln gewesen sein. Aber solche Tage gibt es ja oft, das kennen Daytrader zu Genüge. Dafür tauchen alle paar Tage aber große Impulse auf wie im vorherigen Chart am Mittwoch, die die entscheidenden Gewinne bringen. Aber gehen wir mal weg vom Daytrading und wechseln auf die kurzfristige Ebene, das Trading mit ggf. einigen Tagen Haltedauer. Wo lag da das Problem?

Die ersten charttechnischen Orientierungspunkte sind wieder in Reichweite

Es stimmt schon, dass der Kurseinbruch dazu führte, dass die üblichen kurzfristigen Orientierungslinien meilenwert entfernt waren. Man blickte auf uralte, potenzielle Supportlinien wie die 2009er-Aufwärtstrendlinie oder die Hochs der Jahre 2000 und 2007. Gut, die hielten erst einmal, wie das nächste Chartbild des DAX auf Monatsbasis zeigt. Aber damit kann ein kurzfristiger Trader nichts anfangen, denn wer kurzfristig und mit Hebel agiert, kann sich jetzt nicht hinstellen und sagen:

Da die 2009er-Linie auf Wochenschlusskursbasis hielt, gehe ich Long und lege, weil diese Linie unter der Woche ja gebrochen war, meinen Stop Loss unter die nächste, klar verteidigte Linie: 1.500 Punkte tiefer unter die Hochs 2000/2007 um 8.150 Punkte. Mit solchen Distanzen kann man natürlich nicht arbeiten. Und grundsätzlich auch nicht mit uralten Linien. Aber bleibt einem denn an der Börse aktuell etwas anderes übrig?

In den vergangenen Wochen gab es in der Tat diese Lücke zwischen Intraday-Orientierungsmarken und ganz langfristigen Linien: Dazwischen fand sich nichts. Aber wenn man das feststellt, hat man zwei klare Optionen: Man agiert konsequent nur ganz kurzfristig intraday oder aber man hält sich raus. Warum sollte man im dichten Nebel herumtappen, wenn man nicht muss? Wer glaubte, zu „müssen“, ging der Sogwirkung dieser extrem rasanten, weitreichen Impulse auf den Leim. Aber kein Trader ist gezwungen, immer einen Trade laufen zu haben.

Doch der nächste Chart zeigt: Abhilfe naht. Die ersten der üblichen Orientierungsmarken der kurzfristigen Akteure sind wieder in Reichweite gelangt:

Hier sehen Sie in der Darstellung des DAX auf Tagesbasis, dass zum einen die kurzfristige Abwärtstrendlinie, zum anderen die 20-Tage-Linie wieder in unmittelbarer Schlagdistanz liegen und damit wieder relevante Orientierungspunkte für kurzfristige Trader vorhanden sind. Auch die drei zuletzt entstandenen, großen Gaps sind typische Orientierungen für das Trading. Selbst, wer zuvor mangels Orientierung kurzzeitig die Waffen streckte, hätte also jetzt wieder eine bessere Basis. Aber bei solchen Schwankungen traden? Wie gesagt, eigentlich ist diese Phase für besonnene Trader nicht allzu viel anders als sonst, wenn sie sich auf die Intensität und Reichweite der Impulse einstellen. Für normale Anleger sind das an der Börse aktuell anstrengende Zeiten, keine Frage. Aber ein Trader kann hier allemal bestehen, wenn er erwägt, folgende Tipps umzusetzen:

Tipps für Trading bei schwerem Seegang

Fahren Sie Ihre Trading-Größe herunter und passen Sie diese auf diesem Weg an die höheren Handelsspannen an. Wenn die Handelsspanne fünfmal größer ist als üblich, sollte man eben auch nur mit einem Fünftel der üblichen Positionsgröße agieren.

Fehlt es an unmittelbaren Orientierungsmarken, sollten Sie entweder so lange neutral bleiben, bis diese Orientierungslinien wieder in Reichweite sind (wie dies beim DAX jetzt der Fall ist) oder auf eine kurzfristigere Zeitebene ausweichen.

Vermeiden Sie bei aggressiverem Trading Overnight-Positionen. Die oben gezeigten, ebenso zahlreichen wie großen Kurslücken bedeuten ein Risiko, das man nicht kalkulieren kann. Wer über Nacht größere Trading-Positionen hält, geht ein unnötiges Risiko ein. Traden Sie nur, solange Sie das Kursgeschehen engmaschig im Auge behalten können.

Bleiben Sie konsequent bei Ihrem üblichen Tradingstil. Die Charttechnik ist ebenso wie die markttechnischen Indikatoren auf kurzfristiger Ebene weiterhin eine verlässliche Grundlage.

Lassen Sie sich von den extremen Kursveränderungen auf Tagesbasis nicht verleiten. Nur, wer an der Börse aktuell vorsichtig und diszipliniert agiert, kann auf Dauer Gewinn erzielen. Weniger ist in Phasen wie diesen oft mehr. Und:

Wenn Ihnen ihre Depot-Positionen schlaflose Nächte bereiten, fahren Sie sie so weit herunter, bis diese Nervosität verschwunden ist. Permanente Unruhe kostet Energie und Konzentration. Diese Phase kann noch eine ganze Weile andauern, daher sollte man seine Energie gut einteilen.

Ich wünsche Ihnen eine erfolgreiche Börsenwoche!

Ihr Ronald Gehrt

Charts vom 27.03.2020, Chartquelle marketmaker pp4

Ronald Gehrt

Ronald Gehrt

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnnist in zahlreichen Funktionen aktiv, aktuell ist er u.a. Chefanalyst des Börsendienstes Stock Selection Europe bei Finanzen100. Dabei versteht sich Gehrt als Allrounder, der in der fundamentalen, volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie im Bereich der verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse.

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Die aktuelle Entwicklung und der aktuelle Trend an der Börse werden maßgeblich von Wirtschaftsnachrichten, Konjunkturdaten und Neuigkeiten von börsennotierten Unternehmen bestimmt. Diese wirken sich nicht nur auf Aktienkurse aus, sondern auch auf andere Assetklassen wie börsengehandelte Fonds, Optionen und Futures. Des Weiteren werden durch Börsennachrichten auch die Anleihemärkte und Rohstoffmärkte in Bewegung versetzt. Daher haben wir auch die Zinsen, den Ölpreis und Goldpreis immer im Blick.

Börse: Aktuelle Tipps zum Marktgeschehen

Neben Börsennews bekommen Sie auch hilfreiche Tipps, um das gegenwärtige Marktgeschehen besser zu interpretieren. Der Börsenmarkt setzt sich aus vielen verschiedenen Märkten zusammen. Jedes Land, jede Branche und jedes Finanzprodukt wird von individuellen Faktoren beeinflusst, sodass es schwierig ist, alle Märkte mit ihren jetzigen Chancen und Risiken zu verfolgen und zu analysieren. Mit Börse aktuell liefert Ihnen unser Börsenprofi die Börseninformationen, die wirklich wichtig sind, und zugleich eine kompakte Börsenvorschau der Woche.

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