Börse aktuell

Hier erfahren Sie, was an der Börse aktuell geschieht. Unser Börsenexperte Ronald Gehrt beobachtet täglich das aktuelle Börsengeschehen und fasst die neuesten Börsendaten und Börsenberichte wöchentlich für Sie zusammen. Mit Börse aktuell bringen wir die wichtigsten Börsennachrichten auf den Punkt und kommentieren, was momentan an der Börse los ist.

Börse: Aktuelle Nachrichten der Woche

Neues von der Börse: Unsere aktuellen Börsennachrichten informieren Sie jede Woche über die derzeitige Börsenentwicklung. Was beschäftigt die Börse? Was steht diese Woche an? Diktieren Bullen oder Bären die Märkte? Sollten Sie Ihre Investitionen erhöhen oder lieber Gewinne mitnehmen? Wir geben Ihnen die Antworten auf diese Fragen, wagen einen Ausblick auf die kommende Börsenwoche und bewerten anstehende Ereignisse, die Auswirkungen auf den Börsenverlauf haben könnten.

Börse aktuell vom 25.-31.05.2020

Internal Data der Wall Street: Es ist immer noch eine Bear Market-Rallye

Der technologielastige Nasdaq 100 kratzt bereits an den vorherigen Rekordhochs. Die Stimmung an der Börse aktuell scheint beinahe in Richtung einer Euphorie zu gehen. Und doch passt einiges nicht zu einer echten Aufwärtswende, wenn man sich die sogenannten „Internals“ der Wall Street ansieht. Was bedeutet: Entweder platzt hier in Kürze die Hoffnungsblase … oder die Bullen-Party geht jetzt erst richtig los!

Interne Daten sind ein hilfreiches Tool um erkennen zu können, ob eine vermeintlich dynamische und nachhaltig wirkende Entwicklung am Markt auch halten könnte, was sie verspricht. Denn oft trügt der Schein. Wenn wir uns ansehen, dass die Nasdaq mittlerweile fast die alten Rekordlevels erreicht hat, käme man im ersten Moment nie auf die Idee, dass diese Super-Rallye an der Börse aktuell womöglich auf höchst dünnen Beinchen daherkommt. Aber sieht man sich einige dieser „internen Daten“ an, stellt man fest, dass genau das der Fall ist. Dementsprechend sehen wir derzeit möglicherweise trotz der für eine Bärenmarktrallye ungewöhnlichen Reichweite und Dauer genau das: Eine Bewegung, die nicht vorhält. Aber:

Das Bären-Lager sollte sich dahingehend nicht zu früh freuen. Denn die momentane Schwäche der „Internals“ kann sich auch in die Gegenrichtung auflösen, weil sie im Umkehrschluss bedeutet: Sehr viele sind an der Börse aktuell entweder neutral oder noch Short. Beißen die Bullen sich durch und verhindern, dass die Indizes kippen, wird diese große Gruppe letztlich gezwungen, doch noch einzusteigen. Und dann wäre nicht einmal ausgeschlossen, dass DAX oder Euro Stoxx, die momentan noch weit hinter dem Nasdaq 100 zurückliegen (siehe der folgende Chart) wieder in Richtung der vorherigen Hochs marschieren.

Natürlich wäre das auf fundamentaler Sicht nur gerechtfertigt, wenn das Wachstum schnell und vollständig zurück auf alte Levels gelangt. Was momentan eigentlich auszuschließen ist. Denn die Abwärts-Spirale der Weltwirtschaft hat begonnen und würde nicht einfach enden, wenn die Pandemie kein Thema mehr wäre. Die hohe Zahl jetzt arbeitsloser Menschen ist Dreh- und Angelpunkt des Problems, das Virus hat den Kreislauf nur angeschoben. Solange so viele nicht mehr als das Lebensnotwendige kaufen können, kann der Konsum nicht ansatzweise an die alten Levels herankommen. Und solange der Konsum nicht läuft, werden die Unternehmen mangels Auslastung und Nachfrage auch nicht allzu viele Menschen wieder einstellen. Eher würden noch mehr Menschen entlassen, z.B. in Europa aus der Kurzarbeit doch noch in die Arbeitslosigkeit gehen. Was hieße: Noch weniger Konsum, noch mehr Entlassungen.

Emotionen treiben die Kurse an der Börse aktuell… und die können hartnäckig sein

Die großen Dinge müssten wieder laufen: Autos, Häuser und Wohnungen, Reisen, Luxusgüter, das sind die Elemente, die den Konsum in den letzten Jahrzehnten zum Wachstumstreiber machten. Solange so viele Menschen ohne oder mit weniger Einkommen auskommen müssen und so viele sich sorgen, dass diese Pandemie noch lange dauern und sich jederzeit wieder verschärfen kann, wird dieser Kreislauf nicht gebrochen. Vertrauen und Geld, das ist die Mixtur, die den Teufelskreis brechen könnte.

Doch während man zumindest versucht, medial eine schnelle Rückkehr zur Normalität zu fördern … was nicht unbedingt funktionieren muss, denn global betrachtet ist die Pandemie keineswegs schwächer geworden, sie wütet momentan nur in anderen Ländern … passiert in Sachen Geld herzlich wenig. Die Billionen, die bislang aus dem Boden gestampft wurden, sollten vor allem dafür sorgen, dass die Schuldenblase, die über all die Jahre der Niedrigzinsen entstanden war, nicht platzt. Beim Verbraucher kommt von den bisherigen Stützungspaketen der Regierungen und Notenbanken viel zu wenig an, um den Motor wieder ins Laufen zu bekommen. Rational gesehen hätte eine Fortsetzung dieser Hausse an der Börse aktuell also keine Chance, wäre bei so manchem Index sogar längst zu weit gegangen. Aber das entscheidende Wort ist da „rational“. Denn genau das ist der Aktienmarkt selten. Und in derartig kritischen Phasen wie momentan erst recht nicht.

Aktien-Rallye als essenzielles Element der wirtschaftlichen Erholung

Der Wunsch, dass die Normalität so schnell wie möglich zurückkehrt, treibt die Anleger an. Und natürlich wird das Wunschbild, dass in Kürze alles wieder wie zuvor, womöglich sogar viel besser wird, gezielt von der Finanzindustrie ebenso wie von den Regierungen gefördert, denn dort weiß man sehr genau, dass ein steigender Aktienmarkt für eine Erholung essenziell ist. Nur, wenn die Aktienmärkte wieder auf einen Level zurückkehren, auf dem die Anleger nicht fürchten, dass das Ergebnis jahrzehntelangen Sparens dahin sein könnte, würde man es wagen, das vorerst hinten angestellte neue Auto zu kaufen, sich neu einzurichten etc. Diese Rallye ist daher ebenso wichtig für die Wende der Weltwirtschaft wie die Sicherstellung einer für die Erholung des Konsums ausreichenden Liquidität bei den Verbrauchern. Der Aktienmarkt hat vorgelegt. Und solange es gelingt, die Hoffnung aufrechtzuerhalten, kann er weiter laufen. Der Haken dabei:

Es wird nicht einfach werden, diese rosigen Hoffnungen allzu lange zu konservieren, wenn die Realität nicht nachlegt. Doch die hier abgebildeten Charts zeigen, dass die derzeitige Skepsis an der Börse aktuell trotz der teilweise fast an die alten Levels herangelaufenen Kurse noch so hoch ist, dass sie den Bullen in die Karten spielen könnte. Sehen wir uns dazu einmal einige Grafiken an:

Bislang ist es eine Bear Market-Rallye, aber …

Wir sehen im folgenden Chart die Zahl der neuen 52-Wochen-Hochs an der New York Stock Exchange mit ihren weit über 2.000 Aktien. Am Freitag hatten gerade einmal 67 Aktien auf einem neuen 52-Wochen-Hoch geschlossen. Das ist für einen soliden Aufwärtstrend viel zu wenig und macht deutlich, dass der US-Aktienmarkt insgesamt, auch, wenn er schon viel aufgeholt hat, eigentlich noch in einer Bear Market-Rallye gefangen ist. Aber!

Dieses Bild zeigt, dass das Gros der Aufwärtsbewegung bisher nur aus Käufen in stark gefallene Aktien besteht, die aber noch nicht an ihre alten Hochs haben anknüpfen können. Es sind nur wenige Titel, die wirklich wieder „oben“ sind. Würde es gelingen, dieses medial vor allem in den USA derzeit massiv propagierte „wir schaffen das“ zu zementieren, würde gerade der Umstand, dass so viele Aktien noch „Luft“ bis zu den vorherigen Hochs haben, wohl nicht wenige, die heute noch an der Seitenlinie auf den nächsten Baisse-Impuls warten, zum Aufgeben bewegen. Dann würde die nächste Welle der Käufer auf Basis der nicht aufgegangenen Erwartung eines Abwärtsschwenks ebenso auf diese momentane, nicht rationale, aber emotional nachvollziehbare Hoffnungs-Schiene einschwenken.

Immer mehr Börsenbriefe sind wieder bullisch

Interessant ist im Zusammenhang mit der Wahrnehmung der Lage durch die Anleger auch die Stimmung, die die US-Börsendienste verbreiten. In der folgenden Grafik sehen Sie, dass per Ende April nur noch 31 Prozent der US-Börsenbriefe bärisch gestimmt war. Angesichts des Anstiegs der US-Indizes im Mai ist zu erwarten, dass die nächsten Daten, die Ende Mai anstehen, einen noch niedrigeren Anteil an Bären ausweisen werden.

Die Börsenbriefe folgen damit nicht den fundamentalen Daten, sondern der kurzfristigen Tendenz des Aktienmarkts, sprich sie schwimmen mit dem Strom, intensivieren damit aber noch den Eindruck, man sei auf der Long-Seite zweifellos gut aufgehoben. Wieder gilt hier aber:

Dass so schnell so wenige Börsenbriefe noch negativ sind, ist zwar kurzfristig hilfreich für die Aufwärtsbewegung, kann aber zum Bumerang werden, wenn die Lage sich noch weiter eintrübt, zum Beispiel, falls das Hochfahren der US-Wirtschaft dazu führt, dass die Pandemie nicht unter Kontrolle zu bringen ist. Dass Donald Trump gerade erklärte, auch im Fall einer zweiten Welle werde es keinen „Lockdown“ mehr geben, soll den Anlegern ebenso wie den Verbrauchern diese Sorge nehmen … aber es könnte sie auch intensivieren, wenn die Pandemie nicht zügig abebbt. Auffällig ist, Sie sehen es im Chart: Eine derart schnelle Rückkehr zum Optimismus seitens der Börsenbriefe haben wir auch 2008 mehrfach gesehen. Und damals ging das schief.

Die Fonds bleiben vorsichtig

Ein anderes „Internal“, das zu beobachten sich lohnt, ist die Höhe der Barreserven bei den US-Fonds. Die waren zwar im Zuge des Ausverkaufs im März markant angestiegen, sind aber mit den hier vorliegenden, jüngsten Daten per Ende April nur geringfügig gesunken. Was andeutet, dass die Profis an der Börse aktuell offenbar vorsichtig bleiben. Aber Vorsicht, das Bild könnte täuschen. Denn dass die Barreserve bislang nicht allzu weit sinkt, muss nicht heißen, dass die Fonds nicht kaufen und nur die kurzfristigen Trader die Rallye befeuern.

Denkbar ist auch, dass seit der Wende Mitte März so viel Geld in die Fonds zurückfließt, dass sie trotzdem massiv einsteigen können, ohne die höhere Barreserve antasten zu müssen. Was hieße: Die Fonds könnten zwar vorsichtig sein, indem sie nicht einfach „all in“ gehen, trotzdem aber einen großen Anteil an der Aufwärtsbewegung haben. Und auch unsere letzte Grafik ist eine Münze mit zwei Seiten:

Bislang fließt kein Geld aus den sicheren Häfen ab. Noch?

Dass sich die Renditen für US-Staatsanleihen (hier die Laufzeit von zehn Jahren) von ihren im Zuge des Ausverkaufs am Aktienmarkt und der damit einhergehenden Erwartung einer schweren Rezession erreichten Rekordtiefs nicht lösen, macht deutlich: Wer dort gekauft hat, ist immer noch investiert. Aus dem Anleihemarkt fließt bislang kaum Geld zurück in die Aktienindizes. Sonst müssten die Kurse der US-Anleihen fallen, die Renditen dadurch wieder steigen. Bedeutet das, dass die Aktienmarkt-Bullen auf dem Holzweg sind? Genau das ist der Knackpunkt:

Rational und rein von der aktuellen Gemengelage her betrachtet ja. Aber wie gesagt: Momentan läuft vieles über die emotionale Ebene der Hoffnung, auch schon wieder gepaart mit reichlich Gier. Daher ist es zwar möglich, dass diese Aktienmarkt-Rallye kippt und damit eine Bärenmarkt-Rallye bleibt. Aber es ist eben auch denkbar, dass es die Akteure am US-Anleihemarkt oder auch die Bullen im Goldmarkt sind, die aufgeben, weil nicht passiert, worauf sie mit ihrer Flucht in die „sicheren Häfen“ gesetzt haben. Wenn es gelingt, diese Hoffnung aufrechtzuerhalten, trocknet der Kapitalfluss bei Anleihen und Gold aus und nicht der in die Aktien. Und dann kann es eben leicht dazu kommen, dass aus einer absurd wirkenden Situation eine noch absurdere wird und dieser bislang ausgebliebene Abfluss zurück in die Aktien doch noch kommt. Wird es an der Börse aktuell so kommen?

Erwarten Sie das Unerwartete

Es ist nicht möglich vorherzusagen, in welche Richtung das Pendel letzten Endes ausschlagen wird. Wenn wir über eine emotionale Börse sprechen, dann von einer Börse, in der viele heute noch nicht wissen, was sie morgen tun werden. Von einer Börse, in der verbissen an Hoffnungen und Meinungen festgehalten wird, die aber zugleich sehr stark auf besonders markante Nachrichten reagiert, die bedeutsam genug wären, um vorher als unerschütterlich gesehene Ansichten schlagartig über den Haufen zu werfen.

Die „Internals“ sind in solchen Phasen ein zweischneidiges Schwert. Aber mit einer Erkenntnis lässt sich eben doch aufwarten: Es ist unbedingt ratsam, sich nicht auf ein Szenario festzulegen. Momentan muss man auf beide Richtungen ein Auge haben und täte gut daran, nichts kategorisch auszuschließen. Der uralten Börsenregel „erwarten Sie das Unerwartete“ dürfte diese Phase zu neuem Glanz verhelfen.

 

Ich wünsche Ihnen eine erfolgreiche Börsenwoche!

Ihr

Ronald Gehrt

Charts vom 22.05.2020, Chartquelle marketmaker pp4

Ronald Gehrt

Ronald Gehrt

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnnist in zahlreichen Funktionen aktiv, aktuell ist er u.a. Chefanalyst des Börsendienstes Stock Selection Europe bei Finanzen100. Dabei versteht sich Gehrt als Allrounder, der in der fundamentalen, volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie im Bereich der verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse.

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