Börse aktuell

Hier erfahren Sie, was an der Börse aktuell geschieht. Unser Börsenexperte Ronald Gehrt beobachtet täglich das aktuelle Börsengeschehen und fasst die neuesten Börsendaten und Börsenberichte wöchentlich für Sie zusammen. Mit Börse aktuell bringen wir die wichtigsten Börsennachrichten auf den Punkt und kommentieren, was momentan an der Börse los ist.

Börse: Aktuelle Nachrichten der Woche

Neues von der Börse: Unsere aktuellen Börsennachrichten informieren Sie jede Woche über die derzeitige Börsenentwicklung. Was beschäftigt die Börse? Was steht diese Woche an? Diktieren Bullen oder Bären die Märkte? Sollten Sie Ihre Investitionen erhöhen oder lieber Gewinne mitnehmen? Wir geben Ihnen die Antworten auf diese Fragen, wagen einen Ausblick auf die kommende Börsenwoche und bewerten anstehende Ereignisse, die Auswirkungen auf den Börsenverlauf haben könnten.

Börse aktuell vom 20.-26.01.2020

Warum der Aktienmarkt gegen alle Warnsignale steigt? Es ist (eigentlich) ganz einfach!

Es geht Ihnen sicher nicht anders: Bei manchen Erfindungen fragt man sich, wieso es das nicht schon seit zig Jahren gibt. Der Grund: Wenn man es vor sich hat, wirkt es ganz einfach … und doch muss irgendwer erst einmal darauf kommen. Und das gilt genauso für die Antwort auf eine Frage, die sich erfahrene, versierte Investoren seit Jahren stellen:

Wieso wird die Schere zwischen Rahmenbedingungen und Aktienkursen an der Börse aktuell immer größer? Wieso steigen die Aktienmärkte in den letzten Jahren vor allem in den USA immer stärker, warum fallen Korrekturen immer kleiner aus oder kommen gleich gar nicht mehr? Sind denn alle blind, taub oder dumm geworden? Da die Antwort auf letztere Frage bestenfalls bedingt mit „ja“ beantwortet werden kann, kann ein schleichendes Verblöden von immer mehr Anlegern als Hauptgrund ausgeschlossen werden. Da fängt man dann an, am eigenen Verstand zu zweifeln. Vielleicht bin ich es ja, der irgendetwas Entscheidendes nicht sieht oder versteht?

So unerfreulich die Antwort auch sein mag, sie lautet für die meisten Anleger „ja“. In der Tat übersehen sie den Hauptgrund, warum diese Aktienmarkt-Hausse an der Börse aktuell so extrem geworden ist. Warum? Weil sie an der falschen Stelle suchen. Denn nein, es gibt keine versteckten, super-bullischen Rahmenbedingungen, die die für erfahrene Anleger offensichtlichen Risiken übertünchen.

Dauer-Hausse „umständehalber“

Der Grund ist eigentlich unglaublich, bisher so nicht dagewesen … und doch ganz einfach, wenn man das Ganze erst einmal Stück für Stück durchgedacht hat: Diese Hausse existiert quasi „umständehalber“, ist das Ergebnis aus den Wechselwirkungen verschiedener Entwicklungen der letzten Jahre. Die da wären? Basis sind zwei Veränderungen:

Die ungewöhnlich niedrigen, in Europa großenteils sogar negativen Renditen am Anleihemarkt und die Veränderung der Investmentlandschaft in Richtung ETFs. Zuerst zu den Folgen der Nullzinspolitik, die ja auch in den USA lange Jahre vorherrschte:

Die Völkerwanderung der „Unfreiwilligen“

Je niedriger die Renditen bei den Anleihen wurden, desto größer wurde die Zahl derer, die sich genötigt sahen, nach Alternativen Ausschau zu halten. Wenn die Renditen sogar negativ sind und damit mit der Inflation gleich zwei Faktoren dazu führen, dass die Ersparnisse schneller dahin schmelzen, als man sie mit seiner Arbeit wieder auffüllen kann, was tun mit dem Geld? Auf dem Konto wird es zwar „nur“ von der Inflation gefressen. Aber jeder weiß, dass zwar seitens Politik und Notenbanken behauptet wird, dass es nahezu keine Inflation gebe, aber dummerweise trotzdem alles immer teurer wird. Also? Gold?

Sicherlich haben viele auch mehr Gold gekauft, nur sieht man das nicht als „Investment“, sondern eher als Schutz in gefährlichen Zeiten. Zur Vermehrung des Geldes kam daher nur der Aktienmarkt infrage. Und bedenken Sie, dass diejenigen, die sich da in den letzten Jahren neu orientiert haben, sehen konnten, dass Aktien seit 2009 deutlich gestiegen waren. Das war selbstredend verlockend. Und viele, sehr viele sind diesem Lockruf gefolgt. Aber!

Das waren Personen, die normalerweise keine Aktionäre sind. Wären sie es, hätten sie auch vorher schon Aktien gekauft. Wir reden hier von der Mehrheit insbesondere europäischer Sparer, die die Sicherheit von festen Zinsen schätzten. Und, und das ist entscheidend, die Bequemlichkeit von Investments, die man liegen lassen konnte, bei denen man sich nicht dauernd um sein Geld kümmern musste! Das heißt:

In den letzten Jahren sind immer mehr Menschen umständehalber, durch Negativzinsen zum Exodus aus den Anleihen genötigt, an den Aktienmarkt gelangt, die a) keine Erfahrung, b) kein Fachwissen und c) nicht das Abenteurer-Gen haben, das man haben sollte, wenn einem der Aktienmarkt Spaß und Spannung bescheren soll.

Fonds – das natürliche Ziel der „Neuen“

Es war logisch, dass sich viele dieser Ex-Anleihe-Sparer auf Fonds gestürzt haben. Dort investieren Fachleute das ihnen anvertraute Geld derer, die dieses Fachwissen nicht haben oder entweder keine Lust oder keine Möglichkeit haben, sich kundig zu machen. Aber was hat das mit den so hartnäckig steigenden Kursen an der Börse aktuell zu tun? Fonds können nicht einfach einen nennenswerten Teil des ihnen anvertrauen Kapitals brach liegen lassen. Die Anleger wünschen, dass ihr Geld investiert und vermehrt wird. Und der Konkurrenzdruck ist groß.

Hier sitzen zwar Leute, die über die Erfahrung und das Fachwissen verfügen, um zu erkennen, dass die Rahmenbedingungen an der Börse aktuell eine solche Dauer-Hausse nicht rechtfertigen. Aber dieses Wissen ist eben nicht gefragt. Wer einfach sicherheitshalber zehn oder zwanzig Prozent des Fondskapitals als Barreserve hält, wird von der Konkurrenz in Sachen Performance abgehängt und kann sich bald nach einem neuen Job umsehen. Also ist die Barreserve der Fonds, im vorstehenden Chart die Entwicklung der Barreserven der US-Fonds seit 1985, mit den Jahren niedriger geworden. Die derzeitigen 4,2 Prozent, die man da im Schnitt als Cash-Reserve hält, machen klar: Ob die fachkundigen Fondsmanager es für weise halten, nahezu „all in“ zu gehen oder nicht, spielt keine Rolle: sie müssen mitziehen.

Mit den ETFs wird es an der Börse aktuell noch extremer

Doch das ist noch gar nichts im Vergleich zu den ETFs. Deren Siegeszug hat die Hausse noch intensiviert. Das Häkchen dabei, das kaum jemand auf dem Zettel hat: Sie könnten auch ihr Grabstein werden. Sie könnten, sie müssen nicht! Aber dazu später. Die immensen Vorteile von ETFs sind:

Sie bilden den zugrunde liegenden Markt nahezu 1:1 ab, sie sind von den Gebühren her weit günstiger als Fonds und sie sind blitzschnell, per Knopfdruck, kauf- und verkaufbar. Also?

Also steigen die Summen, die an der Börse aktuell in ETFs investiert werden, immer weiter. Da ich regelmäßig unsere Beiträge zu den besten ETFs z.B. in Sachen Indizes, MSCI, Dividenden etc. schreibe und aktualisiere, sehe ich bei der Erstellung unserer Übersichten, wie sich die in die jeweiligen ETFs investierten Summen immer höher schrauben. Das ist ebenso gewaltig wie nachvollziehbar.

Was könnte denn für die vielen unerfahrenen Sparer, die quasi unfreiwillig in Aktien investieren, besser sein als ein solches Medium? Einmal auf den Knopf gedrückt und schon hat man sozusagen den kompletten DAX im Depot. Es ist schon verständlich, dass die Anlagevolumina in ETFs stetig zunehmen. Aber das bedeutet, dass die Märkte zwangsläufig immer höher laufen, denn:

Während Fonds immerhin grundsätzlich noch einen recht hohen Spielraum haben, ob und wie sie das Geld der Sparer einsetzen, haben die ETFs das nicht. Wenn man z.B. den DAX 1:1 nachbilden will, muss man jeden Euro, der hereinkommt, auch umgehend investieren. Und damit haben wir die Gründe beisammen, warum diese Hausse an der Börse aktuell nicht enden will:

Die, die kaufen wollen, wissen nichts … und die, die Bescheid wissen, müssen kaufen

Diejenigen, die Fonds und vor allem ETFs ihr Geld anvertrauen, tun das, weil sie selbst nicht genug Erfahrung oder Muße für den Aktienmarkt haben. Warum kaufen sie Fonds und ETFs? Weil sie keine Alternative sehen. Und warum kaufen sie immer weiter? Weil es ja läuft! Warum läuft es?

Weil diese Unerfahrenen immer weiter kaufen. Der Umstand, dass diese Marktteilnehmer immer mehr Geld einsetzen, treibt die Kurse. Und während erfahrenen Investoren völlig klar ist, dass das kein Beweis dafür ist, dass die Rahmenbedingungen zu einer solchen Hausse an der Börse aktuell passen, ist das dieser Klientel eben keineswegs klar, denn sie kennen sich ja mit Dingen wie Konjunkturdaten, Unternehmensbilanzen etc. nicht aus. Für sie ist der weiter steigende Markt der Beweis, dass alles passt. Dass sie diesen Anstieg selbst verursachen, ist kaum jemandem klar! Außer …

… den erfahrenen Investoren, die aber deswegen nicht das gegnerische Lager darstellen. Entweder sie haben erkannt, was ich in diesem Beitrag darzulegen versuche oder sie gehen einfach konsequent mit dem Trend, wobei sich erfahrene Trader dabei natürlich konsequent absichern.

Und außer denen, die das Geld der Unerfahrenen anzulegen haben. Bei Fonds und ETFs sitzen mehrheitlich sehr versierte Leute auf den entscheidenden Stühlen. Aber ausgerechnet die, die erkennen, wie dünn das Eis sind, haben keine Wahl, als die Last, die auf dem Eis ruht, noch zu erhöhen, weil sie das Geld derer, die das nicht erkennen, investieren müssen!

Mal ehrlich: Das ist an der Börse aktuell schon eine schräge Situation. Aber der folgende Chart, der zeigt, wie DAX und Dow Jones seit Beginn dieser Hausse im März 2009 gestiegen sind, macht auch deutlich: Das ist nicht erst seit gestern so, es kann also weitergehen, allein, weil diese Kombination aus Unwissenheit und passivem Investieren fast unzerstörbar wirkt. Fast.

Sudden Death: Die verkannte Gefahr

Was müsste passieren, damit dieses seltsame Gebäude der scheinbar ewigen Hausse an der Börse aktuell in sich zusammenbricht? Eigentlich liegt das auf der Hand: Die Kurse müssten deutlich fallen. Dann würden die unerfahrenen Anleger in eine für sie neue Situation kommen: Das Geld wird nicht mehr, sondern weniger. Und das auch noch rasend schnell. Und genau dann würde der Umstand, dass es so leicht ist, über ETFs mit dabei zu sein, zum Problem:

Es ist nämlich genauso leicht und schnell erledigt, auszusteigen. Ein Knopfdruck, und man wäre draußen. Und das hieße für die ohne Barreserven agierenden ETFs: In dem Maß, in dem die Akteure aussteigen, müssten sie selbst am Markt verkaufen. Denn ETFs haben eben nicht mehr, wie bei den klassischen Fonds, einen gewissen Puffer in Form der Barreserven, mit denen man erste, nervöse Abgaben auffangen könnte. Bei ETFs schlagen die Käufe sofort und voll am Markt durch, die Verkäufe aber ebenso. Was hieße:

Daraus kann eine Verkaufslawine entstehen. Die ersten verkaufen, die Kurse fallen, was mehr Anleger unruhig macht, die auch verkaufen. Die Kurse fallen dadurch noch weiter, noch schneller und immer mehr tun, was doch in beide Richtungen so leicht ist: Sie klicken einfach auf „sell“. Auf diese Weise könnte der Aktienmarkt jederzeit binnen kürzester Zeit in sich zusammenfallen, könnte sich ein sogenannter „sudden death“ entwickeln. Aber braucht es dazu nicht triftige Gründe?

Verrückt, aber wahr: Wachsende Unwissenheit als Versicherung der Hausse

Früher wäre ein Kollaps der Aktienmärkte ohne einen dramatischen Anlass nicht wahrscheinlich gewesen. Heute sieht das anders aus. Denn da haben wir wieder diese problematische Kombination aus Unerfahrenheit, „one-klick-investment“ und geringen bzw. fehlenden Barreserven bei den Fonds und ETFs. Es kann (ich betone kann!) reichen, wenn zu viele auf einmal bloß ihren Gewinn an der Börse aktuell mitnehmen wollen, um einen „sudden death“ auszulösen, weil die vielen „Neuen“ ohne Fachwissen und Erfahrung gar nicht beurteilen können, ob ein solcher Kursrutsch wirklich begründet wäre. Sie sehen nur die fallenden Kurse, werden unruhig und schon macht es „klick“. Aber!

Dass die Aktienmärkte vor allem seit Donald Trumps Wahlsieg so markant gestiegen sind, zeigt: Diese Kehrseite der Hausse ist, solange es eben nicht schiefgeht, auch ihre Versicherung. Denn überlegen wir mal:

Ein erfahrener Investor würde irgendwann einen Punkt sehen, an dem hohe Gewinne und ein zunehmend heißes Pflaster die Entscheidung leicht machen, auszusteigen. Aber je mehr Akteure passiv investieren und gar nicht ahnen, dass das Pflaster heiß ist, desto mehr bleiben einfach dabei, solange es läuft und kaufen unbesorgt zu. Was dazu führt, dass es bis jetzt einfach weiter läuft!

Das ist eine Konstellation, die es so extrem noch nicht gab. Eine Schwemme unerfahrener Anleger gab es auch schon früher, vor den Baissen 1929-1932 oder 2000-2003 beispielweise. Aber dass die Akteure so leicht und schnell in den Gesamtmarkt investieren und das unmittelbar auf die Kurse der Indizes durchschlägt, ist Neuland. Somit gibt es keine Erfahrungswerte: Wir wissen nicht, wann dieses Kartenhaus zusammenklappt. Was tun?

Im Endeffekt kann es da nur einen Rat geben: Folgen Sie an der Börse aktuell dem Trend, aber nie ohne Fallschirm. Das Risiko eines „sudden death“ macht das Trading mit konsequenten Stoppkursen (und bei hoher Volatilität idealerweise mit Stop Loss-Absicherungen) alternativlos. Dann fallen Sie weitaus weicher als diejenigen, die womöglich ihr ganzes Erspartes in den Aktienmarkt gesteckt haben und nicht einmal wissen, was ein Stop Loss ist!

 

Ich wünsche Ihnen eine erfolgreiche Börsenwoche!

Ihr

Ronald Gehrt

Charts vom 17.01.2020, Chartquelle marketmaker pp4

Ronald Gehrt

Ronald Gehrt

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnnist in zahlreichen Funktionen aktiv, aktuell ist er u.a. Chefanalyst des Börsendienstes Stock Selection Europe bei Finanzen100. Dabei versteht sich Gehrt als Allrounder, der in der fundamentalen, volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie im Bereich der verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse.

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Die aktuelle Entwicklung und der aktuelle Trend an der Börse werden maßgeblich von Wirtschaftsnachrichten, Konjunkturdaten und Neuigkeiten von börsennotierten Unternehmen bestimmt. Diese wirken sich nicht nur auf Aktienkurse aus, sondern auch auf andere Assetklassen wie börsengehandelte Fonds, Optionen und Futures. Des Weiteren werden durch Börsennachrichten auch die Anleihemärkte und Rohstoffmärkte in Bewegung versetzt. Daher haben wir auch die Zinsen, den Ölpreis und Goldpreis immer im Blick.

Börse: Aktuelle Tipps zum Marktgeschehen

Neben Börsennews bekommen Sie auch hilfreiche Tipps, um das gegenwärtige Marktgeschehen besser zu interpretieren. Der Börsenmarkt setzt sich aus vielen verschiedenen Märkten zusammen. Jedes Land, jede Branche und jedes Finanzprodukt wird von individuellen Faktoren beeinflusst, sodass es schwierig ist, alle Märkte mit ihren jetzigen Chancen und Risiken zu verfolgen und zu analysieren. Mit Börse aktuell liefert Ihnen unser Börsenprofi die Börseninformationen, die wirklich wichtig sind, und zugleich eine kompakte Börsenvorschau der Woche.

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