Börse aktuell

Hier erfahren Sie, was an der Börse aktuell geschieht. Unser Börsenexperte Ronald Gehrt beobachtet täglich das aktuelle Börsengeschehen und fasst die neuesten Börsendaten und Börsenberichte wöchentlich für Sie zusammen. Mit Börse aktuell bringen wir die wichtigsten Börsennachrichten auf den Punkt und kommentieren, was momentan an der Börse los ist.

Börse: Aktuelle Nachrichten der Woche

Neues von der Börse: Unsere aktuellen Börsennachrichten informieren Sie jede Woche über die derzeitige Börsenentwicklung. Was beschäftigt die Börse? Was steht diese Woche an? Diktieren Bullen oder Bären die Märkte? Sollten Sie Ihre Investitionen erhöhen oder lieber Gewinne mitnehmen? Wir geben Ihnen die Antworten auf diese Fragen, wagen einen Ausblick auf die kommende Börsenwoche und bewerten anstehende Ereignisse, die Auswirkungen auf den Börsenverlauf haben könnten.

Börse aktuell vom 17.-23.02.2020

2007/2008 und 2019/2020: Bemerkenswerte Parallelen an der Börse

Die derzeitige Entwicklung der Aktienmärkte erinnert sehr an die Zeit vor zwölf Jahren. Was nutzt es einem Investor, das zu wissen? Es führt an der Börse aktuell zu zwei Erkenntnissen. Zum einen wird deutlich, dass mit einem immensen Kursrutsch zu rechnen ist. Zum anderen machen eben diese großen Gemeinsamkeiten klar, dass man weder den Zeitpunkt noch das Kursniveau vorhersehen kann, an dem diese Hausse endet. Wichtig dabei ist: Nur, wer beide Aspekte erfasst, kann mit dieser Situation effektiv umgehen. Ein Blick hinter den Vorhang:

Sobald es in den Medien Plattitüden hagelt, wenn es darum geht zu erklären, warum der Aktienmarkt immer weiter steigt und alle Risiken vom Tisch wischt, wird es gefährlich. Denn das indiziert, dass eine über ihr eigentliches Verfallsdatum hinaus gealterte Hausse einem „sudden death“, einem sehr abrupten Ende, entgegensieht. Ich schreibe deswegen „immer“, weil das, was wir an der Börse aktuell erleben, für erfahrene Anleger, die 20 Jahre oder mehr dabei sind, nichts Neues ist. Oder besser nichts Neues sein sollte. Denn natürlich kann man sich damit beruhigen, dass die momentane Gemengelage doch eine ganz andere ist als 1987, 2000 oder 2008. Stimmt. Nur ist das nicht der Punkt. Das Verhalten der Märkte und derer, die die Kurse „machen“, sprich der Anleger, ist dasselbe. Und nur das ist es, was zählt.

Plattitüden lenken vom eigentlichen Kern der Sache ab

Das erkennt man aber nur, wenn man über das hinausgeht, was man im medialen Mainstream zu hören oder zu lesen bekommt. Doch genau diese da verbreiteten Plattitüden reichen den meisten Marktteilnehmern völlig aus. Denn sie geben wieder, was sie hören wollen: „Irgendwann kommt die Wende, aber ganz sicher noch nicht jetzt“. Untermauert wird das mit bei genauem Nachdenken völlig sinnfreien Sprüchen wie „erst, wenn der letzte Bär aufgegeben hat, kann die Wende kommen“ oder „gigantische Summen warten an der Seitenlinie auf den Einstieg“. Beides klingt, als gäbe es nichts zu fürchten. Aber beides ist auch schlicht Quatsch.

Zum einen werden immer „Bären“ da sein, denn jedem Kauf einer Aktie steht jemand gegenüber, der verkauft. Und der Verkäufer gibt seine Aktie nicht her, weil er sicher ist, dass sie morgen höher notieren wird. Call-Optionen bedürfen eines Verkäufers, bei den Futures steht jedem Long-Kontrakt die Short-Seite gegenüber, die jemand einnehmen muss. Wenn, dann geht es darum, welche Seite drängender und selbstsicherer agiert, aber niemand wird irgendwann konstatieren können, dass keine Bären mehr da sind. Das ist das eine.

Und diese immer wieder nach ewigen Haussen auftauchenden Sprüche mit den angeblichen Milliarden oder gar Billionen, die weltweit auf eine Einstiegschance warten und dadurch jeder kleine Rücksetzer sofort aufgekauft würde: Worauf soll das basieren? Kann irgendjemand in alle privaten Konten und zugleich in die Köpfe ihrer Besitzer blicken und daher messen, wie viel Geld für Börseninvestments gedacht ist, aber noch auf seinen Einsatz wartet? Nein, das kann in der Tat niemand. Das sind Sprüche, die gut klingen, aber wertlos sind. Als Placebos, die die Anleger in Sicherheit wiegen sollen, sind sie indes perfekt geeignet. Es sei denn, man sieht genauer hin.

Damals wie heute: Klassische Signale steigender Gefahren

Eigentlich könnte jeder die Signale sehen und erkennen, dass langsam der Punkt naht, an dem das Kartenhaus eines Aktienmarkts zusammenbricht. Das faszinierende ist, dass es deswegen überhaupt zu dieser Abkopplung von der Realität kam, weil kaum jemand hinsehen will und/oder zu viele unerfahrene Anleger an der Börse aktuell unterwegs sind, die die Warnsignale zwar sehen, aber nicht verstehen, dass es Warnsignale sind. Genau dasselbe Spiel haben wir 2008 erlebt. Ein paar Charts dazu:

Mitte 2007 wurde bereits klar, dass dieser Wahnsinn mit den in Geschenkpapier verpackten, notleidenden Hypotheken schiefgehen würde. Die Subprime-Pakete implodierten. Gold stieg und reflektierte damit die immens gestiegenen Gefahren. Aber in den Medien hatten Politiker und die Finanzindustrie das Wort, die mit mitleidigem Lächeln erklärten, dass man ein Dummkopf sei, wollte man behaupten, dass diese kleine Irritation die US-Wirtschaft insgesamt in Schwierigkeiten bringen würde. Heute wissen wir, was passierte.

Auch ein Blick an den Anleihemarkt hätte damals sehr deutlich gemacht, dass diese scheinbar problemlose Gemengelage in Wahrheit brandgefährlich war. Der vorstehende Chart zeigt, dass die stark fallenden Renditen damals anzeigten, dass die Lage sich zuspitzte und die Notenbanken genötigt waren, die Leitzinsen zu senken, um zu versuchen, das in sich zusammenfallende Wachstum zu stützen. Was, wie wir heute wissen, vergeblich war. Aber der Aktienmarkt reagierte einfach nicht. Was viele zu der Schlussfolgerung verleitete, dass a) die Lage nicht problematisch und b) der Aufwärtstrend der Aktien nicht zu brechen sei. Damals ein Irrtum. Heute wird es nicht anders kommen. Auffällig ist auch eine weitere Parallele:

Damals zogen in der Phase, als die wachen Geister sehr wohl erkannten, dass das dicke Ende nahe ist, auch die sogenannten defensiven Aktien stark an. Versorgerwerte wie die im Chart grün markierte RWE zogen davon, während konjunktursensible Aktien wie die in rot gehaltene Daimler im Herbst 2007, noch Monate vor der eigentlichen Abwärtswende des Gesamtmarkts, nach unten abdrehten (1). Auch aktuell an der Börse sehen wir dieses Phänomen kräftig steigender, defensiver Aktien, die eigentlich niemand wollen dürfte, wenn wirklich alle glauben würden, dass diese Aktienmarkt-Hausse gegen die Risiken außerhalb des Börsenparketts gefeit sei (2).

Die Schere ist an der Börse aktuell nicht nur größer als damals, sie ist auch schärfer!

Dass es an der Börse aktuell um andere Risiken geht, ist nicht der Punkt: Entscheidend ist, wie damit umgegangen wird. Und das läuft präzise so wie damals: Beschönigen, Leugnen, Abwiegeln. Einen Unterschied gibt es indes schon:

Die Risiken sind nicht nur zahlreicher (Handelskrieg, BrExit … beides ja noch keineswegs erledigt, sondern in vollem Gang … Schuldenblase, Wachstumsschwund, Negativzinsen und jetzt noch das COVID-19-Virus). Sie werden auch schon länger ignoriert als damals und die Kurse am Aktienmarkt halten sich nicht bloß, wie es damals der Fall war, sondern steigen rapide immer höher. Und diese Schere ist nicht nur größer als damals, sie ist sogar noch schärfer, denn:

Seither hat das Volumen an hochspekulativen Derivaten immens zugenommen. Das Volumen der auf Kredit laufenden Börsenpositionen in den USA ebenso, siehe die vorstehende Grafik. Und die computergesteuerten Handelsprogramme, die binnen Sekunden ihre Positionierung drehen können, sind an der Börse aktuell weitaus dominanter und schneller als damals. Was denjenigen, die hinsehen wollen und diese Zeichen zu lesen vermögen, klar macht: Heute haben wir das damalige Risiko potenziert vor der Brust. Aber man muss eben auch den zweiten Denkschritt zulassen:

Wann das Pulverfass hochgeht, weiß man definitiv erst im Nachhinein!

Gerade dieser zwar irrationale, aber beruhigend wirkende mentale Ringelreihen, den die Käufer zulassen, macht es nicht vorhersehbar, wann das Kartenhaus zusammenbricht. Wenn man sich hinstellt und die an der Börse aktuell steigenden Kurse als Beleg hernimmt, dass die Lage mitnichten kritisch und die Mahner Dummköpfe sind, obwohl die Kurse nur steigen, weil die „Herde“ immer weiter kauft und damit die Rahmenbedingungen in dieser Argumentationskette außen vor bleiben, wird die Sache zu einem Selbstläufer.

Und das kann gewaltige Auswüchse annehmen. Zum Beispiel wird heute argumentiert, dass schwache Quartalsbilanzen und fatale Konjunkturdaten doch nur vorübergehende Phänomene oder Ausreißer und damit irrelevant seien. Da diese Denkweise medial weitgehend übernommen wird und die steigenden Kurse vorgaukeln, dass solche seltsamen Schlussfolgerungen richtig sind, ist es nicht absehbar, was dazu führen wird, dass diese Sache auf einmal doch kippt.

Es ist zwar richtig, dass es in Sachen Abwärtswende nicht um das „ob“, sondern um das „wann“ geht. Aber weder ließe sich der Zeitpunkt vorherbestimmen noch das Kursniveau, auf dem dieses Spielchen schiefgeht.

Richtig ist zwar, dass diese genannte Kombination aus einer langen Liste ignorierter Risiken und einem weit spekulativer als 2007 ausgerichteten Markt dazu führen kann, dass es womöglich sogar zu einem Kurseinbruch im Stil des Jahres 1929 und, wie damals, zu einer darauffolgenden jahrelangen Depression kommt. Aber ob das heute, in einer Woche, in einem Monat oder in einem Jahr bei einem DAX-Stand von 15.000 oder 16.000 passiert: man kann es nicht wissen. Da bringt es auch nichts zu versuchen, bestimmte Entwicklungen von damals auf der Zeitachse mit denen von heute in Beziehung zu setzen wie im folgenden Chart:

Es mag schon sein, dass die Relation von DAX und RWE an der Börse aktuell ähnlich verlaufen könnte wie damals und wir somit noch zwei, drei Monate Zeit hätten, bevor der Kurseinbruch ansteht. Aber es kann eben auch ganz anders laufen. Vergessen wir eines nicht:

Fazit: Don’t fight the trend!

Dass die Warnsignale bei Gold, Anleihen und defensiven Aktien deutlich machen, dass wir an der Börse aktuell in einer vergleichbaren Situation wie damals sind, ist richtig. Aber wer sich den DAX damals und heute ansieht, stellt eben auch fest, dass man heute mit der Situation anders umgeht. Jetzt wird nicht die Stellung gehalten, um den Markt vor dem Kippen zu bewahren, es wird die Flucht nach vorne angetreten. Was auf der einen Seite zwar erwarten lässt, dass die Kurse diesmal umso tiefer fallen. Auf der anderen Seite aber ist das für diejenigen, die nicht hinter den Vorhang des schönen Scheins schauen, auch umso beruhigender. Daher kann es gut sein, dass weiterhin massiv Kapital in den Aktienmarkt fließt, das von den großen Adressen angelegt werden muss und die großen Indizes auf Levels nach oben treibt, die man selbst in einem solchen Umfeld wie heute nicht erwarten würde.

Entscheidend ist, um diese immensen Risiken zu wissen und deshalb vorsichtig zu agieren, wo andere alle Vorsicht fahren lassen und sich abzusichern, wo andere glauben, Stop Loss-Verkaufsorders seien nur lästig. Aber fatal wäre, sich gegen diesen Trend zu stellen.

Dass der Trend nicht endet, nur, weil er auf heißer Luft basiert, wissen wir doch, immerhin geht das seit Weihnachten 2018 so. Und gerade das macht ja deutlich: Es hat erst dann einen Sinn, Short zu gehen, wenn der Trend hinüber ist. So, wie es derzeit zugeht, wird der Kurseinbruch nicht binnen ein paar Stunden zu Ende sein, daher käme man immer noch rechtzeitig, wenn man die Positionen erst dreht, wenn es wirklich zur Wende kam. Ein Spruch ist eben keine Plattitüde, sondern immer richtig: Stelle dich nie gegen den Trend!

Ich wünsche Ihnen eine erfolgreiche Börsenwoche!

Ihr

Ronald Gehrt

Charts vom 14.02.2020, Chartquelle marketmaker pp4

Ronald Gehrt

Ronald Gehrt

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnnist in zahlreichen Funktionen aktiv, aktuell ist er u.a. Chefanalyst des Börsendienstes Stock Selection Europe bei Finanzen100. Dabei versteht sich Gehrt als Allrounder, der in der fundamentalen, volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie im Bereich der verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse.

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Neben Börsennews bekommen Sie auch hilfreiche Tipps, um das gegenwärtige Marktgeschehen besser zu interpretieren. Der Börsenmarkt setzt sich aus vielen verschiedenen Märkten zusammen. Jedes Land, jede Branche und jedes Finanzprodukt wird von individuellen Faktoren beeinflusst, sodass es schwierig ist, alle Märkte mit ihren jetzigen Chancen und Risiken zu verfolgen und zu analysieren. Mit Börse aktuell liefert Ihnen unser Börsenprofi die Börseninformationen, die wirklich wichtig sind, und zugleich eine kompakte Börsenvorschau der Woche.

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