Börse aktuell

Hier erfahren Sie, was an der Börse aktuell geschieht. Unser Börsenexperte Ronald Gehrt beobachtet täglich das aktuelle Börsengeschehen und fasst die neuesten Börsendaten und Börsenberichte wöchentlich für Sie zusammen. Mit Börse aktuell bringen wir die wichtigsten Börsennachrichten auf den Punkt und kommentieren, was momentan an der Börse los ist.

Börse: Aktuelle Nachrichten der Woche

Neues von der Börse: Unsere aktuellen Börsennachrichten informieren Sie jede Woche über die derzeitige Börsenentwicklung. Was beschäftigt die Börse? Was steht diese Woche an? Diktieren Bullen oder Bären die Märkte? Sollten Sie Ihre Investitionen erhöhen oder lieber Gewinne mitnehmen? Wir geben Ihnen die Antworten auf diese Fragen, wagen einen Ausblick auf die kommende Börsenwoche und bewerten anstehende Ereignisse, die Auswirkungen auf den Börsenverlauf haben könnten.

Börse aktuell vom 27.-02.02.2020

Warum ein Virus die Börse aktuell mehr belasten könnte als der Handelskrieg

Der erst vor kurzem aufgetauchte Corona-Virus ängstigt die Investoren. Die Wall Street war am Freitag äußerst unruhig. Und in der Nacht zum Montag starteten die da bereits gehandelten US-Index-Futures mit erneuten Abschlägen. Ängstigt man sich an der Börse aktuell zu Recht? Und wieso kann ein Virus einen Aktienmarkt ins Wanken bringen, der zuvor so lange Zeit alle negativen Aspekte ignorierte?

Die Aktienmärkte haben in den letzten zwei Jahren alle Risiken einfach vom Tisch gewischt, nötigenfalls drehte man die Fakten einfach um oder ignorierte negative Elemente. Viele kritische Aspekte sind keineswegs gelöst, auch, wenn viele so tun als ob: Weder der Handelskrieg noch der BrExit sind in Wahrheit ausgestanden. Das Wachstum zieht nicht an. Und die Notenbanken müssen, trotz ohnehin niedriger Zinsen, erneut zusehen, dass ihnen die Konjunktur nicht entgleitet. In China, in Europa, in den USA. Normalerweise müsste man in einem solchen Umfeld in der Tat fürchten, dass eine Kleinigkeit das Fass zum Überlaufen bringen könnte. Aber …

… wieso sollte dieses Corona-Virus bewirken, was die eigentlich unübersehbaren Folgen des US-Handelskriegs oder des BrExit-Dramas nicht vermochten? Wieso sollte dieser Virus imstande sein, Anleger an der Börse aktuell zum Ausstieg zu bringen, die vorher durch nichts zu erschüttern waren? Handelt es sich nicht vielmehr um eine nur kurze und für den übergeordneten Aufwärtstrend der Märkte belanglose Nervosität? Wir werden es in den kommenden Tagen sehen, aber ich denke, man sollte die ökonomische Bedrohung dieses Virus zumindest nicht unterschätzen. Es gibt ein historisches Beispiel dafür, was eine schnelle und letzten Endes nicht effektiv bremsbare Ausbreitung eines gefährlichen Virus anrichten kann: die SARS-Pandemie der Jahre 2002/2003.

Rückblick auf die SARS-Pandemie und deren Auswirkung auf die Börse

Die ersten Fälle von SARS (schweres, akutes Atemwegsyndrom) traten im Herbst 2002 offenbar in China auf. China meldete der Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Krankheit und ihren bisherigen Verlauf erst am 10. Februar 2003. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich das Virus bereits deutlich ausgebreitet. Die Problematik damals ist dieselbe wie heute:

Die infizierten Personen sind imstande, das Virus zu übertragen, ohne selbst bereits Symptome einer Erkrankung zu zeigen, wissen also gar nicht, dass sie eine Gefahr darstellen. Ein Beispiel war damals der „Superspreader“: Ein Chinese, der bereits erkrankt war, steckte innerhalb eines Tages in Hongkong 12 Personen an. Die wiederum trugen das Virus sogar bis nach Kanada. Diese 12 Personen infizierten direkt oder indirekt 350 Menschen. Am Ende der Kette schätzte man, dass das unbewusste Weitergeben des Virus dieses einen Menschen 4.000 Personen mit SARS infizierte.

Das macht deutlich, wie groß die Auswirkungen auch für die Weltwirtschaft sein können. Wie sich SARS als einzige vergleichbare Situation damals auf den Aktienmarkt auswirkte, ist schwer zu präzisieren, denn damals befanden sich die Märkte in der Endphase einer jahrelangen Baisse. Doch der folgende Chart macht deutlich: Messbare Auswirkungen gab es durchaus, wenn man den Hang Seng-Index in Hong Kong mit dem deutschen und dem US-Markt vergleicht. Sie sehen, dass die Tiefs bei DAX und Dow Jones Anfang März erreicht wurden, während der Hang Seng in Hongkong bis Ende April weiter fiel. In Asien drückte SARS die Kurse also weiter, bis Ende April die ersten, vorher von SARS stark betroffenen Regionen wie ein Teil Kanadas oder Vietnam ihre Gesundheitsalarme aufhoben und die Investoren den Eindruck erhielten, dass die Sache weitgehend ausgestanden war.

Aber wieso reagierten die Börsen überhaupt? Trotz der Gefährlichkeit von SARS betraf die Erkrankung doch „nur“ einige Tausend Menschen weltweit. Das kann doch keine nennenswerte Relevanz für die Weltwirtschaft haben, oder? Doch, das kann es.

Die ökonomischen Konsequenzen könnten größer sein als 2002/2003

Dabei ist es nicht entscheidend, dass das aktuelle Corona-Virus zumindest scheinbar (Stand Montag 01:00 Uhr) nicht so lebensbedrohlich ist wie das SARS-Virus Anfang des Jahrhunderts. Entscheidend sind die Maßnahmen, die ergriffen werden müssen. Sie sind es, die die Weltwirtschaft beeinträchtigen können!

Ich gebe zu, dass ich die damaligen Daten nicht mehr im Kopf hatte und daher in Wikipedia nachsehen musste: Damals gingen die Touristenzahlen im betroffenen asiatischen Raum zeitweise um 70 Prozent zurück, der Einzelhandel kam ebenfalls spürbar unter Druck, weil die Menschen sinnvollerweise vermieden, über das Nötigste hinaus vor die Tür zu gehen. Und gerade weil man versucht, diesmal effektiver vorzugehen, was die Ausbreitung des Virus betrifft, wird es problematisch.

Solange das Virus noch nicht in einem Land bzw. einer Region aufgetaucht ist, versucht man über Gesundheitschecks auf allen Reisewegen zu verhindern, dass infizierte Personen unkontrolliert andere anstecken. Das ist ein gewaltiger Aufwand, denn zum einen gibt es zahllose mögliche Reisewege, zum anderen wissen die Infizierten ja meist noch gar nicht, dass sie das Virus in sich tragen. All das schürt Ängste, erfordert hohen Aufwand, ist aber nicht der Kern dessen, was die Anleger an der Börse aktuell nervös macht. Es sind die weltweit verästelten Lieferketten der großen Unternehmen!

Wenn Lieferketten reißen, kann es richtig problematisch werden!

Dabei blicken die Investoren nach China und erkennen an der dortigen, konsequenten Isolierung betroffener Regionen, was passieren würde, sollte sich das Virus in den kommenden Wochen weltweit verbreiten. In China werden nicht nur Millionen von Menschen von der Außenwelt abgeschnitten und aufgefordert, zu Hause zu bleiben. Damit stehen auch in zahllosen Unternehmen alle Räder still. Und man stelle sich vor, solche Maßnahmen würden auch in Regionen Europas und der USA nötig.

In isolierten Regionen finden sich immer auch Unternehmen, die normalerweise Unternehmen in nicht betroffenen Regionen beliefern würden. Wenn diese Zulieferer zu lange ausfallen, wirkt das, als hätte man einen Stock in die Speichen eines schnell fahrenden Fahrrads gesteckt: Auf einmal steht alles still. In einer Zeit der „Just-In-Time“-Logistik und weltweit verzweigter Lieferketten kann es reichen, dass ein wichtiges Unternehmen nicht mehr liefern kann, damit Autos nicht mehr vom Band rollen, Mobiltelefone nicht ausgeliefert werden können und vieles mehr. Das ist es, was dazu führte, dass die US-Index-Futures zum Start im asiatischen Handel derart unter Druck gerieten.

Wie sollte man an der Börse aktuell vorgehen?

Wie man in einer solchen Situation an der Börse aktuell richtig reagiert, ist eine Frage, auf die es deswegen keine Antwort gibt, weil niemand bislang absehen könnte, ob die Befürchtungen derer, die jetzt schnell aussteigen, zutreffend sind. Wird sich dieses Virus weltweit ausbreiten? Ist seine Gefährlichkeit wirklich geringer als die von SARS damals und wenn ja, bleibt das so oder mutiert es? Zur Stunde, in der Nacht zum Montag, wirkt es, als sei die Lage noch nicht wirklich kritisch und eine umfassende Ausbreitung noch zu verhindern. Aber das kann sich schnell ändern. Also, verkaufen oder im Gegenteil „kaufen, wenn die Kanonen donnern“ und die Hand aufhalten, während andere aussteigen?

Ich meine, in einer völlig unübersichtlichen Situation alles unlimitiert auf den Markt zu werfen, ist selten richtig. Einzelne Positionen zu reduzieren mag sinnvoll sein, sofern man sehr hoch und/oder riskant investiert ist. Aber was sicherlich nicht weise, sondern bestenfalls tollkühn wäre ist, in fallende Kurse hinein einfach zu kaufen. Dann würden Sie eine Wette darauf eingehen, dass all die momentanen Sorgen überzogen sind. Das könnte richtig sein, aber man könnte damit auch falsch liegen. Und läge man falsch, wäre dieses Corona-Virus tatsächlich der Tropfen, der das Fass am Aktienmarkt zum Überlaufen bringt, würde eine solche Wette auf fatale Weise verloren!

Ich wünsche Ihnen eine erfolgreiche Börsenwoche!

Ihr

Ronald Gehrt

Charts vom 17.01.2020, Chartquelle marketmaker pp4

Ronald Gehrt

Ronald Gehrt

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnnist in zahlreichen Funktionen aktiv, aktuell ist er u.a. Chefanalyst des Börsendienstes Stock Selection Europe bei Finanzen100. Dabei versteht sich Gehrt als Allrounder, der in der fundamentalen, volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie im Bereich der verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse.

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