Börsenblick

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Analyse:
Gold: Da baut sich Druck auf

Während am Aktienmarkt immer wieder durch Nachrichten zum Thema Handelskrieg unvorhersehbare, dafür aber umso massivere Ausschläge auftauchen, die die dortigen Trader zur Verzweiflung treiben dürften, geht es bei Gold überraschend ruhig zu. Was zum einen daran liegen dürfte, dass computergesteuerte Handelsprogramme mit angeblicher „künstlicher Intelligenz“ hier weniger dominant sind; zum anderen daran, dass die Trader am Edelmetallmarkt vergleichbar besonnen agieren wie am Devisen- und am Anleihemarkt, wo die Kurse ebenfalls derzeit in eher ruhigen Bahnen laufen. Warum sollte man auch jedem dieser Impulse der Aktien hinterherlaufen, wenn sie doch am Ende nirgendwohin führen? Aber das bedeutet nicht, dass Gold deswegen jetzt auf Dauer so ruhig daherkommen wird wie in den vergangenen Wochen. Denn die Charts zeigen, dass sich hier Druck im Kessel aufbaut.

Auf der einen Seite gelingt es, den Kurs oberhalb der breiten Supportzone 1.357/1.434 US-Dollar zu halten, die die Nackenlinie der sich über Jahre erstreckenden Bodenbildung in Form eines „rounding bottom“ darstellt, den Sie im ganz langfristigen Chart auf Monatsbasis sehen. Zu mehr reicht es für das bullische Lager derzeit aber nicht. Seit September bewegt sich das Edelmetall tendenziell in einem Abwärtstrend. Und den Bullen gelingt es nicht, über die jeweils letzte obere Wendemarke hinauszukommen und so von den Bären aktiv verteidigte Widerstände zu durchbrechen. Die Bären können den Kurs im Gegenzug bislang nicht wirklich effektiv drücken, die Supportzone 1.438/1.453 US-Dollar brechen, um den Weg in und dann ggf. eben auch unter die Zone 1.357/1.434 US-Dollar zu öffnen. Ein Patt … aber das kann ja nicht ewig so weitergehen. Was kann diesen Knoten lösen?

Der Schlüssel liegt genau da, wo es derzeit zugeht wie im Tollhaus: am Aktienmarkt. Gold wird grundsätzlich als „sicherer Hafen“ angesehen. Dass das angesichts der trotz allem ja hohen Volatilität Ansichtssache ist, mag sein. Aber der Nimbus des Goldes entscheidet, wie es die Investoren sehen. Man geht davon aus, dass Gold dann zulegt, wenn Investoren nach Alternativen zum Aktienmarkt suchen. Da bleiben dann nur Anleihen und Rohstoffe, vorzugsweise dort die Edelmetalle. Und je dicker die Luft wird, desto eher würden die Anleger zum Gold tendieren. Aber dazu haben wir jetzt nicht das Umfeld – oder doch? Ja und nein, und das ist des Pudels Kern:

Auf der einen Seite steht ein nicht enden wollender Handelskrieg, dessen Ende man aber längst im Aktienmarkt eingepreist hat … ein schrumpfendes Wachstum, das man seit fast einmal Jahr einfach ignoriert … und ein abkühlendes geopolitisches Klima. Eine Mixtur, die normalerweise einen Run in „Sicherheit“ auslösen würde. Allerdings haben wir zwei Faktoren, die Gold bremsen. Zum einen hat der Kurs in den vergangenen zwölf Monaten schon kräftig zugelegt. Zum anderen aber steigen die Aktien ja einfach weiter. Und es gibt viele, die sich damit selbst beruhigen, den Dow Jones wie ein Tamagotchi sehen, obwohl es nicht ein in Wahrheit positives Umfeld, sondern das Ignorieren des negativen Umfelds ist, welches die Kurse immer höher treibt. Was bedeutet: Gold kann dann durch die Decke gehen, wenn dieser kollektive Selbstbetrug am Aktienmarkt schiefgeht. Was er wird, es sei denn, in Sachen Handelskrieg geschähe ein Wunder. Nur kommt da eben wieder die besonnene Mentalität am Edelmetallmarkt ins Spiel:

Man setzt dort eher ungern mit großem Einsatz auf ein Ereignis, das zwar irgendwann kommen wird, aber bei dem niemand vorhersagen könnte, wann genau. Vor allem, weil die Akteure dort wissen, dass dieser Nimbus des Goldes zugleich instrumentalisiert wird, indem große Adressen, deren Portfolios zu groß sind, um sie bei Gefahr nennenswert verkleinern zu können, ohne damit selbst den Kurseinbruch auszulösen, dem man entkommen will, den Goldpreis drücken. Und zwar, um genau das Bild zu erzeugen, das die Leichtgläubigen sehen sollen, die am Aktienmarkt kaufen bzw. investiert bleiben sollen, um das Kartenhaus vor dem Einsturz zu bewahren. Das Bild, dass niemand Gold haben will, weil schließlich alles in bester Ordnung ist.

Chart auf Monatsbasis vom 05.12.2019, Kurs 1.476,03 US-Dollar, Kürzel XAUUSD | Online Broker LYNX Aktienempfehlungen

Auf diese Weise ist der Goldpreis kurzfristig gefangen. Aber je länger unten in der Handelsspanne gekauft und oben Short gegangen wird, desto größer werden die Volumen der Stop Loss, die um die derzeitige Handelsspanne herum liegen. Wird sie durchbrochen, kann das schon deshalb der Startschuss für einen schnellen, starken Impuls sein. Sobald der Kurs über 1.500 oder unter 1.420 US-Dollar deutlicher aus der derzeitigen Handelsspanne ausbricht, wäre damit eine Trading-Chance für risikofreudige Akteure denkbar. Aber man sollte auch dann behutsam vorgehen. Denn nur, wenn die Rahmenbedingungen dann zur Ausbruchsrichtung passen, sprich bei einem Selloff wirklich etwas in Sachen China vorangegangen ist oder aber bei einem Ausbruch nach oben eine erneute Zuspitzung der Rahmenbedingungen dazu führt, dass die derzeit überbordende Leichtfertigkeit auf einmal blanker Angst weicht, hätte ein solcher Ausbruch über die reine Trading-Ebene hinaus eine gewinnbringende Zukunft.

Chart auf Tagesbasis vom 05.12.2019, Kurs 1.476,03 US-Dollar, Kürzel XAUUSD | Online Broker LYNX Aktienempfehlungen

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