Börsenblick

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Analyse:
Bund Future: Zwischen den Stühlen … wie geht das weiter?

Normalerweise ist der Anleihemarkt ja im Vergleich zu den Aktien ein Hort der Ruhe und der Besonnenheit. Doch momentan geht es auch hier „vogelwild“ zu. Erst eine rasante Kaufwelle auf neue Rekordhochs beim Anleihebarometer Bund Future, dann ein noch rasanterer Kurseinbruch, der die Kurse dieses Futures, der den Kursverlauf deutscher Anleihen mit zehn Jahren Laufzeit nachbildet, wieder an den Level vom Jahresanfang zurück drückte. Das wirkt umso beeindruckender, wenn man diese Kursausschläge der Anleihen in deren Zinsrendite übersetzt: Die Rendite deutscher Bundesanleihen mit zehn Jahren Laufzeit, die Anfang Januar um -0,2 Prozent lag, brach bis Anfang März auf das Rekordtief von -0,88 Prozent weg, nur, um noch schneller wieder auf -0,2 Prozent zurückzukehren. Derzeit pendelt diese Rendite zwischen -0,3 und -035 Prozent.

Wie sind solche Schwankungen bei den Anleihen möglich? Binnen weniger Wochen legte der Bund Future dadurch eine Distanz zurück, die größer ist als die übliche Range eines ganzen Jahres. Das liegt daran, dass derzeit viele verschiedene Kräfte an den Kursen zerren:

Expertenmeinung: Zum einen sehen viele Investoren deutsche Bundesanleihen trotz der tief negativen Renditen als Hort relativer Sicherheit an. Allerdings stoppten diese Käufe und damit der Abstieg der Renditen, als Anfang März klar wurde, dass die EZB zwar ebenfalls versuchen würde, ihren Teil zur Stützung der Eurozone-Wirtschaft beizutragen, aber die Leitzinsen nicht radikal weiter gesenkt würden und das Volumen der Anleihekäufe nicht in der Region der vorherigen, optimistischen Prognosen lag. Die Renditen kamen vom Rekordtief zurück, die Kurse der Anleihen fielen folgerichtig. Bis zum 19. März brachen die Kurse in einem immensen Tempo weg, weil auch hier die allgemeine Nervosität den Handel bestimmte und zu viele Akteure zugleich aussteigen, auf der anderen Seite aber in dem Moment kaum jemand kaufen wollte. Aber ob dieser Kursverfall weitergeht, ist noch fraglich, denn:

Der Abstieg stoppte auf Höhe des Anfang des Jahres markierten Zwischentiefs bei 167,49 Prozent (bezogen auf die Kurse des aktuell relevanten Futures mit Juni-Laufzeit). Nicht nur, weil dort diese charttechnische Unterstützung lag. Denn durch diesen Selloff wurde die Rendite ja wieder besser, lief zurück auf „nur“ noch -0,2 Prozent. Und das ist ein einem derart kritischen Umfeld wiederum eine Rendite, mit der deutlich mehr Marktteilnehmer leben könnten. Zwar wirkt die Rallye am Aktienmarkt im Augenblick bremsend in Sachen Anleihe-Käufe, weil manche vermuten, dass es sich hier um die Wende und nicht um eine Bärenmarkt-Rallye handelt und Anleihen als „sicherer Hafen“ daher vorerst nicht mehr gefragt sein werden. Aber solange die Rahmenbedingungen so problematisch bleiben, werden Anleihen tendenziell immer wieder das Geschehen dominieren. Was heute ausgeblendet wird, kann schon morgen wieder präsent sein und die nächste Kaufwelle im Bund Future auslösen.

Wobei es sich für Long-Trades anbieten würde, nicht darauf zu wetten, sondern konsequent zu warten, bis die Charttechnik grünes Licht gibt. Sie sehen im Chart, dass der Kurs gerade an der 200-Tage-Linie nach unten abgewiesen wurde, die im Vorjahr mehrfach als wichtige Unterstützung fungierte. Sollte der Bund Future diese bei aktuell 171,35 Prozent verlaufende Linie mit Schlusskursen über 171,80 Prozent glaubwürdig genug überwinden, wäre das ein markant bullisches Signal. Unterhalb dieser Linie wäre das Chance/Risiko-Verhältnis in einem derart nervösen und hektischen Umfeld nicht ausreichend.

Bund Future Chart vom 25.03.2020, Kurs 169,64 Prozent, Kürzel GBL | Online Broker LYNX

 

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