Börsenblick

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Aktuelle Analyse:
Bund Future: Mehr als nur ein kurzes Aufblitzen von Panik?

Niedrige Zinsen am Anleihemarkt, das kann deutschen Unternehmen, der Bundesregierung, den Anlegern am Aktienmarkt, eigentlich nur recht sein. In diesem besonderen Fall aber dürfte allen der Angstschweiß auf der Stirn stehen, denn was das deutsche Anleihebarometer am Futures-Markt, der Bund Future, momentan zeigt, sind Panikkäufe. Und deren Ursache ist wiederum für keine der vorgenannten Gruppen vorteilhaft. Die Sorge vor einem Zerbrechen der Eurozone durch eine euro-feindliche Regierung in Italien und womöglich zusätzlich durch eine durch ein Misstrauensvotum geschwächte oder gleich ganz abgesetzte Regierung in Spanien geht um. Und anhand der wirren, wohl nie zum Ziel kommenden Versuche, Großbritannien aus dem Spinnennetz an Gesetzen und Verordnungen der EU herauszulösen ist erkennbar: Wenn es dazu käme, hätte die Eurozone schlicht keinen Plan dafür. Also flohen die Investoren aus den Anleihemärkten, die aus ihrer Sicht in großer Gefahr sind. Die Rendite für zehnjährige italienische Staatsanleihen schoss von ca. 1,9 Prozent am 15. Mai binnen zwei Wochen auf 3,16 Prozent, die der spanischen „Zehnjährigen“ im selben Zeitraum von 1,34 auf immerhin 1,62 Prozent. Im Gegenzug kaufte man US-Bonds und deutsche Bundesanleihen. Bei letzteren sank die Rendite in den vergangenen zwei Wochen von 0,64 auf nur noch 0,26 Prozent. Die Frage ist:

Expertenmeinung: Ist das nur eine kurze, panische Reaktion? Oder könnte sich der Anstieg der Bundesanleihe-Kurse und damit des Bund Future fortsetzen, sich womöglich noch beschleunigen? Das könnte er in der Tat. Aber das würde voraussetzen, dass die Eurozone ebenso wie die EU selbst wirklich tiefe Risse bekämen. Dass es z.B. in Italien zu Neuwahlen mit einem noch problematischeren Ergebnis für die EU käme und Spaniens Regierung abtreten muss. Dass es zugleich in Bezug auf das aggressive Auftreten der USA zu einer Welle an Strafzöllen käme, denen die EU nichts entgegensetzen könnte. Dann, wenn die Investoren den Eindruck erhalten, dass die EU unerwartet schnell zu einem Auslaufmodell und ihr Zerfall chaotisch ablaufen würde, wenn die EZB keine Mittel fände, diese wachsende Zinsschere innerhalb der Gemeinschaft zu schließen, würde man sich wohl verstärkt auf deutsche Anleihen als Hort der Stabilität stürzen, als gäbe es die D-Mark noch. Nur ist das eine ganze Kette an „Wenns“. Und käme es nicht zum Äußersten, wäre es denkbar, dass diese Rallye teilweise, womöglich sogar ganz zurückgenommen wird. Mit dem fulminanten Anstieg über die bei 161,02 Punkten verlaufende obere Begrenzung der mittelfristigen Handelsspanne ist zwar aus rein charttechnischer Sicht ein massives Long-Signal entstanden. Aber damit wäre auch der nächstgelegene Stop Loss mit charttechnischer Bindung knapp unter 161,02 Punkten anzusiedeln … 240 Ticks unter dem gestrigen Schlusskurs. Das ist extrem weit. Dementsprechend ist die Frage, ob man hier noch auf den dahinrasenden Zug aufspringen könnte, eine Glaubensfrage. Nur wer sicher ist, dass Europa jetzt schnell in seine Bestandteile zerfallen würde, könnte sich da noch einen Long-Trade überlegen. Wer das für überzogen hält, sollte sich in diesem plötzlich so volatilen Umfeld eher bedeckt halten.

Chart vom 29.05.2018, Kurs 163,39 Punkte, Kürzel GBL

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