Börsenblick

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Aktuelle Analyse:
Deutsche Telekom zeigt Stärke. Ist das der Beginn einer Rallye?

Die Deutsche Telekom gehört zu den größten europäischen Telekommunikationskonzernen. Das Unternehmen ist mit seinen 216.000 Mitarbeitern in mehr als 50 Ländern vertreten, rund zwei Drittel des Umsatzes entfallen auf das Geschäft außerhalb Deutschlands.
Der Konzern beliefert 28 Millionen Festnetz- und 19 Millionen Breitband-Anschlüsse und hat 168 Millionen Mobilfunk-Kunden.

Tiefgreifende strukturelle Probleme

Die Deutsche Telekom glänzt nicht gerade mit hohem Wachstum. In den letzten zehn Jahren kletterte der Umsatz lediglich von 61,81 auf 74,95 Mrd. Euro. Das dürfte ungefähr der Inflation entsprechen.
Der Gewinn stagniert seit 2014 und inzwischen schüttet das Unternehmen quasi den kompletten Gewinn als Dividende aus. Kann der Telekomriese in den nächsten Jahren das Ergebnis nicht steigern, sieht es auch für die Ausschüttungen schlecht aus.

Dass man im Jahresverlauf mehrere Großaufträge verloren hat und Geschäftsfelder teilweise aufgibt, dürfte nicht hilfreich sein.

Größere Hoffnungen hat man eigentlich nur für das US-Geschäft, denn im Gegensatz zur Konzernmutter läuft es bei T-Mobile US. Das Unternehmen verzeichnet beträchtliches Wachstum und dementsprechend entwickelt sich auch die Aktie deutlich besser. Seit Jahren vertrete ich die These, dass T-Mobile US das bessere Investment sein könnte, zum Beispiel hier.

Am Ende wird T-Mobile US aber auch der Deutschen Telekom helfen, denn die Beteiligung von 66% ist konsolidiert und in den Zahlen enthalten.

Der große Wermutstropfen dürfte aber wohl der Kaufpreis sein, denn man damals gezahlt hat. Ganze 28,7 Mrd. Euro hat man 2001 für den Vorgänger von T-Mobile US auf den Tisch gelegt. Heute ist die Beteiligung gerade einmal 10% mehr Wert.
Für neue Aktionäre spielt das keine Rolle mehr. Es zeigt aber zu welchen Fehlentscheidungen dieser Konzern fähig ist. Und seien Sie sich sicher: Die Zeche haben die Anleger gezahlt.

Das sind aber nur einige der Gründe, warum die Aktie seit 15-20 Jahren nicht mehr vom Fleck kommt.
Die Erfahrung hat gezeigt, dass man von derartigen Aktien am besten die Finger lässt.
Wächst ein Unternehmen über ein Jahrzehnt hinweg nicht, lässt das auf tiefgreifende strukturellen Probleme schließen. Das ist schließlich kein kurzfristiges Problem mehr.

Commodity Business

Es ist auch kein Wunder, dass die Geschäftsentwicklung nicht überzeugt. Der Markt ist gesättigt, denn quasi jeder Haushalt in Mitteleuropa hat bereits einen Telefon- und Internetanschluss. Bei Smartphones sieht es nicht anders aus.

Gleichzeitig ist es den Kunden vollkommen egal, bei welchem Telekom-Anbieter sie sind. Der Service ist austauschbar, also setzt sich das günstigste Angebot durch. Das führt dazu, dass die Margen für alle Unternehmen der Branche niedrig sind.

Das Wachstum findet also an einer anderen Stelle statt, denn ein halbstaatlicher, bürokratischer Moloch mit über 200.000 Mitarbeitern ist selten der günstigste und flexibelste Anbieter.

Ausblick und fundamentale Bewertung

Wir haben also bereits eine ganze Reihe von Argumenten identifiziert, die gegen ein langfristiges Investment sprechen.

Das laufende Geschäftsjahr ist in diesem Zusammenhang allerdings eher erfreulich ausgefallen. Der Umsatz war mit 55,40 Mrd. Euro zwar leicht rückläufig, doch das Ergebnis kletterte wenigstens von 0,45 auf 0,55 Euro je Aktie.

Für das Gesamtjahr erwartet der Markt einen Gewinn von 0,91 nach 0,74 Euro je Aktie. Das vierte Quartal muss also wirklich hervorragend ausfallen, denn der Schritt ist recht groß. Für 2019 wird dann sogar ein Ergebnis von 1,05 Euro je Aktie erwartet.

Die Deutsche Telekom kommt somit auf ein KGV von 16,6. Im Folgejahr könnte der Wert dann auf 14,4 sinken.

Damit ist das Unternehmen teurer als der Dax-Durchschnitt, das Wachstum ist aber geringer. Wirklich attraktiv ist das nicht.
Das größte Argument für die Aktie ist die Dividendenrendite von 4,6%, doch das bieten auch vitalere Unternehmen.

Man muss aber bei aller Kritik zugeben, dass Gesamtkonstellation im historischen Vergleich mit sich selbst eher attraktiv ist. In der Vergangenheit war der Ausblick meist schwächer und die Bewertung höher.

Charttechnik

Aus charttechnischer Sicht ist die Lage eher bullisch. Nach massiven Kursverlusten bis Anfang des Jahres hat der Wert einen neuen Aufwärtstrend ausgebildet.

Mit dem Ausbruch über 14,80 USD wurden erste prozyklische Signale generiert und auch der Rücksetzer an dieses Ausbruchsniveau wurde vorige Woche gekauft. Grundsätzlich wäre der Weg in Richtung 15,50 – 15,70 Euro nun frei. Darüber ergibt sich weiteres Potenzial bis 16,50 Euro.

Fällt die Deutsche Telekom hingegen wieder unter 14,80 Euro zurück, drohen erneute Verluste bis 14,30 und 14,00 Euro.

Chart vom 17.12.2018 Kurs: 15,13 Kürzel: DTE - Wochenkerzen | LYNX Online BrokerChart vom 17.12.2018 Kurs: 15,13 Kürzel: DTE - Wochenkerzen | LYNX Online Broker

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