Börsenblick

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Aktienanalyse:
Cannabis Aktien: Hört sich unglaublich an?

Aktuelle Analyse der Canopy Growth Aktie

Vor wenigen Monaten gehörten Cannabis -Aktien zu den Börsenstars. Es verging damals kein Webinar und keine Woche, in der ich nicht um eine Einschätzung gebeten wurde. Die Antwort war immer dieselbe: Lassen Sie die Finger davon.

In den allermeisten Fällen enden Hype-Themen in einer kurstechnischen Katastrophe. So kam es auch in diesem Fall. Die ehemaligen Lieblinge sind um 60-90% abgestürzt.
Daher hatte ich die Hoffnung, dass sich unter ihnen jetzt ein attraktives Investment finden lässt. Was ich jedoch gefunden habe, hat mich eher erschreckt.
Anleger können eigentlich nur hoffen, dass es zu einer zweiten Runde des Hypes kommt, denn fundamental sieht es mitunter rabenschwarz aus.

Hinzu kommt die Tatsache, dass die Unternehmen in diesem Sektor auch heute noch mit Milliarden bewertet sind. Es ist noch massig Fleisch am Knochen.
Folgend die derzeitigen Börsenwerte und der Umsatz der letzten 12 Monate:

Canopy Growth 7,85 Mrd. USD bei 344 Mio. Umsatz
Cronos Group 2,47 Mrd. USD bei 35 Mio. Umsatz
Aurora Cannabis 2,12 Mrd. USD bei 294 Mio. Umsatz
Tilray 1,92 Mrd. USD bei 136 Mio. Umsatz
Hexo 0,36 Mrd. USD bei 56 Mio. Umsatz

(K)eine Perspektive?

Keines der genannten Unternehmen ist annähernd profitabel, mitunter ist der Cashburn enorm und übersteigt den Umsatz um ein Vielfaches.
Selbst wenn das Wachstum anhaltend hoch bliebe, würde es Jahre dauern, bis man profitabel ist.

Zwischenzeitlich sammelt man entweder Schulden an, oder verwässert die Aktienbasis. Beide Szenarien sind für Anleger alles andere als erfreulich.
In welchem Tempo die Graszüchter teilweise Aktien ausgeben macht einen geradezu benommen.

Canopy Growth hat im laufenden Geschäftsjahr rund 70 Millionen neue Aktien ausgegeben, die Zahl der Papiere ist dadurch um knapp 25% gestiegen. Derzeit entspricht das einem Wert von 1,57 Mrd. USD, mehr als das Vierfache des Umsatzes.
Trotzdem sind auch noch die Schulden sprunghaft gestiegen, von nahe Null auf über 800 Mio. USD.

Cronos Group hat die Zahl der ausstehenden Papiere von 172 auf 295 Millionen erhöht. Dabei hat man fast 1,5 Mrd. USD eingenommen – dem steht lediglich ein Umsatz von 35 Mio. USD gegenüber.
Man reibt sich ungläubig die Augen.

In anderen Fällen sieht die Bilanz katastrophal aus. Tilray hat 427 Mio. USD Schulden und in den letzten 3 Quartalen weitere 400 Mio. USD verbrannt.

Aurora Cannabis hat 521 Mio. USD an Schulden, knapp 200 Mio. davon sind in den letzten12 Monaten angelaufen.

The Hunger Games

Bullische Anleger werden dem entgegenhalten, dass es sich um eine junge Wachstumsbranche handelt. Da sind Investitionen eben notwendig und es dauert eine gewisse Zeit, bis man profitabel ist.
Damit haben sie grundsätzlich Recht. Wenn ein Dutzend Akteure mit Milliardenbudgets in einen Markt drängen, bringt das aber auch enorme Probleme mit sich.
Es wird mit harten Bandagen gekämpft, denn jeder will sich Marktanteile sichern.

Dieser Ausblutungskampf kann sich über Jahr (-zehnte) ziehen, denken Sie nur an die Solarbranche.
Die aktuelle Lage im Cannabis-Sektor würde ich aber als weitaus problematischer bezeichnen.

Wir haben es einerseits mit einer ähnlichen Situation zu tun: Viele Akteure mit tiefen Taschen, die sich gegenseitig bekämpfen.
Das eigentliche Problem ist aber, dass wir es bereits heute mit einem massiven Überangebot zu tun haben.
Bereits heute wird viel mehr produziert als verkauft. Dennoch investieren die Hersteller Unsummen und bauen ihre Kapazitäten weiter aus.

Die Lagerbestände sind zuletzt regelrecht explodiert. Die Nachfrage kommt mit den steigenden Produktionsmengen nicht annähernd mit.
In den letzten Monaten wurde 2-3 Mal mehr Cannabis eingelagert, wie verkauft. Sie haben richtig gelesen.

Nehmen wir als Beispiel den größten und kleinsten Akteur. Canopy Growth investiert kräftig weiter, sitzt aber jetzt schon auf 461 Mio. USD an Lagerbeständen. Das entspricht ungefähr dem Absatz der letzten 20 Monate.

Hexo sitzt auf einem Lagerbestand, der den Umsatz seit der Gründung im Jahr 2013 übersteigt. Trotzdem hat man den Fuß auf dem Gaspedal? Kürzlich hat man die Produktionskapazität weiter ausgebaut. Jetzt kann man fünfmal so viel produzieren, wie man in den letzten 12 Monaten verkauft hat.

Die Gleichung hat für mich nur wenige Lösungen. Entweder wir erleben eine globale Legalisierungswelle, der Preis von Cannabis sinkt oder Anbieter verschwinden vom Markt.

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