TecDAX aktuell TecDAX: Es läuft … aber man sollte wissen, wo der Notausgang ist!

News: Aktuelle Analyse des TecDAX Index

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TecDAX
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Zum TecDAX

Der TecDAX macht sukzessiv Boden zum davongelaufenen DAX gut. Und bislang läuft charttechnisch alles nach Plan. Zu sicher sollte man sich aber auf der Long-Seite nicht sein. Wo liegen die kritischen Punkte?

Der TecDAX hatte Mitte Februar eine dreiwöchige Korrektur vollzogen, die in einer markanten Unterstützungszone aufgefangen wurde. Die zuvor überkauften markttechnischen Indikatoren boten wieder Luft nach oben … und dass die Käufer genau an den entscheidenden Unterstützungen wieder zugriffen, bewies, dass man mit den Bullen weiterhin rechnen darf. Eigentlich passt also alles. Und nachdem sich der Index mittlerweile aus dieser Auffangzone wieder nach oben hinaus gekämpft hat, wäre der Weg in Richtung des bisherigen Jahreshochs vom 16. Februar bei 3.606 Punkten grundsätzlich frei. Und wenn das Umfeld passt, könnte dieses Hoch allemal auch überboten werden. Aber was genau muss dafür passen?

TecDAX: Tages-Chart vom 07.04.2021, Kurs 3.445,07 Punkte, Kürzel TDX | Online Broker LYNX

Zwei Elemente sind da federführend. Zum einen orientiert sich der TecDAX eng am „großen Bruder“ in den USA, dem Nasdaq 100. Der muss ebenfalls seine wiedergewonnene Stärke halten. Was derzeit recht wahrscheinlich ist, denn die Schwergewichte des US-Technologiesektors haben nicht nur ebenso eine Korrektur hinter sich, sie haben auch weiterhin eine starke Perspektive für steigende Unternehmensgewinne, die neue Hochs unterfüttern würden. Kritischer sieht es mit dem zweiten Faktor aus:

Den aktuellen Kurs und Chart des TecDAX sowie Kursinformationen und alle Aktien des Index finden Sie hier.

Den Bilanzen und Ausblicken der im TecDAX selbst notierten Unternehmen. Denn das Umfeld in Europa ist für ein Durchstarten der Umsatz- und Gewinnentwicklung weit ungünstiger als in den USA. Daher wird es entscheidend sein, dass die meist international operierenden Technologieunternehmen des TecDAX mit ihren Bilanzen zum ersten Quartal und den dann präzisierten Prognosen für das Gesamtjahr so überzeugen, dass die Anleger nicht nur am Ball bleiben, sondern weiter zugreifen. Das als sicher vorauszusetzen, wäre gewagt, daher sollte man, so solide diese Aufwärtswende des TecDAX auch daherkommt, nie die Unterseite aus dem Blick verlieren. Wo würde das Wetter umschlagen, die Zeichen wieder auf Sturm stehen?

Das sieht man am besten im Chart auf Wochenbasis. Genau unter den Punkt, an dem Index im März wieder nach oben drehte, darf er nicht mehr fallen. Denn dort verbindet sich eine ganze Reihe mittelfristig relevanter Unterstützungen zu einer Kreuzunterstützung, unter anderem die mittelfristige Aufwärtstrendlinie und die 200-Tage-Linie. Schlusskurse unter 3.170 Punkten wären damit ein markant bärisches Signal.

TecDAX: Wochen-Chart vom 07.04.2021, Kurs 3.445,07 Punkte, Kürzel TDX | Online Broker LYNX

Nun ist dieser Punkt ein gutes Stück entfernt. Kurzfristig agierende Trader bräuchten daher einen engeren Stoppkurs. Dafür wäre die 20-Tage-Linie momentan eine gute Orientierung. Dort gelang es, Ende März einen kurzen Rücksetzer aufzufangen, was unterstreicht, dass kurzfristige, bullische Trader derzeit das Geschehen dominieren, denn für sie ist dieser gleitende Durchschnitt eine typische Leitlinie. Zudem liegt diese Linie mit 3.380 Punkten knapp unter den Zwischenhochs vom März, deren Überwinden dem TecDAX aus charttechnischer Sicht den Weg an das bisherige Jahreshoch freigeräumt hat. Ob diese Zonen in den kommenden Tagen und Wochen überhaupt getestet werden, ist offen, es kann allemal auch einfach zügig weiter aufwärts gehen. Aber es kann nie schaden zu wissen, wo der Notausgang ist, wenn es anders kommt.

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Ronald Gehrt, Chart- & Fundamentalanalyst | LYNX Börsenexperten
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Vorherige Analysen des TecDAX Index

Der Februar ließ für den TecDAX nichts Gutes erwarten. Doch der Index drehte im März genau da nach oben, wo er drehen musste. Damit hätten die Bullen einen Matchball … aber der muss jetzt auch sitzen!

Im Februar war der TecDAX schwungvoll über die obere Begrenzung dieses großen, im Chart auf Monatsbasis zu sehenden, nach rechts offenen Dreiecks hinausgelaufen und am Ende doch abgewiesen worden. Das sah übel aus. Aber der Index machte genau da auf dem Absatz kehrt, wo er drehen musste, um sich eine solide Basis für einen erneuten Aufwärtsimpuls zu verschaffen, der dann auch diese große Dreiecksformation überwinden könnte. Die breite und solide Unterstützungszone zwischen 3.188 und 3.303 Punkten löst Käufe aus … und binnen kürzester Zeit hatte der TecDAX die Zone wieder nach oben verlassen. Das ideale Sprungbrett für eine neue Rallye. Nur ist sie bislang nicht mehr als das: eine Rallye, aber noch kein neuer Aufwärtstrend.

TecDAX: Monats-Chart vom 23.03.2021, Kurs 3.416,11 Punkte, Kürzel TDX | Online Broker LYNX

Ein starker Tag, dann wäre auch das gelungen. Dazu müsste sich der deutsche Technologie-Index nur deutlicher über den Bereich 3.400/3.410 Punkte hinaus nach oben absetzen. Das versuchten die Trader am vergangenen Donnerstag und gestern erneut … bislang aber ohne überzeugendes Ergebnis. Dieser Bereich stellt die obere Begrenzung einer kurzen Konsolidierungszone zwischen den beiden Verkaufsimpulsen der vorangegangenen Korrektur dar. Das hätte kein Widerstand werden müssen, aber nachdem der TecDAX mittlerweile sechs Handelstage in dieser Region festhängt, ist es einer geworden. Wo klemmt es?

Momentan fehlt es an einer einigermaßen einheitlichen Tendenz innerhalb der 30 TecDAX-Aktien. Einige der Zugpferde vom Herbst und Winter ziehen nach umfassenden Korrekturen bereits wieder an, andere indes noch nicht. Aktien wie die der Telekommunikationsbranche, die zuletzt die Rolle der Momentums-Treiber übernommen hatten, beginnen zu konsolidieren. Kurz: Das Bild der Einzelwerte ist sehr uneinheitlich und dominiert über direkte Trading-Aktionen im Index. Dass die Bullen grundsätzlich zur Stelle sind, ist zwar unübersehbar. Aber es muss eben auch gelingen, diesen Matchball zu verwandeln, der sich ihnen angesichts dieses kurzfristigen Chartbilds bietet:

TecDAX: Tages-Chart vom 23.03.2021, Kurs 3.416,11 Punkte, Kürzel TDX | Online Broker LYNX

Der Trendfolgeindikator MACD hat bereits ein bullisches Signal vorgelegt, bei knapp 3.350 Punkten unterstützt die 20-Tage-Linie den Kurs. Und würde der TecDAX deutlicher über dem Bereich 3.400/3.410 schließen, wäre kein Widerstand mehr im Weg bis zum bisherigen Jahres-Verlaufshoch von 3.606 Punkten. Dass der Index trotz dieser tadellosen Vorlage bislang nicht davonzieht, macht deutlich, dass die Bullen zwar präsent sind, sich aber offenbar noch durch Gewinnmitnahmen und bärischen Widerstand kämpfen müssen.

Erst, wenn diese Zone durch Schlusskurse über 3.245 Punkten um zumindest ein Prozent überboten wurde, könnte man dem Braten daher etwas eher trauen. Bis dahin kann ein erneuter Abgabeimpuls diesen Wendeversuch zu einer Zwischenerholung degradieren und diejenigen, die sich zu weit vorgewagt haben, im Regen stehen lassen.

Der Februar ging klar an die Bären, im März konnten die Bullen mit der Verteidigung einer entscheidenden Supportzone ausgleichen. Jetzt wird der nächste, starke Impuls entscheiden, wer in den kommenden zwei, drei Monaten den Ton angibt. Hier herrscht Hochspannung!

Evotec, Sartorius und VARTA sind derzeit die schwächsten Aktien im TecDAX. Alle drei waren massiv gelaufen, bevor der TecDAX Mitte Februar nach unten drehte. Da diese Aktien bereits weit korrigiert haben, könnte man vermuten, dass der TecDAX mit Schwung davonziehen müsste, würden diese drei und die anderen zuletzt gedrückten Zugpferde des Index wieder in Fahrt kommen. Aber das ist nicht zwingend der Fall.

Denn zuletzt lief, was im Sommer und Herbst 2020 fiel: der Telekommunikationsbereich. 1&1 Drillisch, die Telekom, United Internet, Telefónica Deutschland und freenet sind aktuell die Aktien, die dafür gesorgt haben, dass der TecDAX aus der mittelfristig entscheidenden Supportzone zwischen 3.188 und 3.303 Punkten nach oben herauslief. Wenn diese Aktien korrigieren, ohne dass die früheren Hausse-Spitzenreiter durchstarten, wäre es nicht überraschend, dass diese Zone 3.188/3.303 in einen zweiten Belastungstest geht … und den dann nicht bestehen muss.

TecDAX: Monats-Chart vom 15.03.2021, Kurs 3.348,50 Punkte, Kürzel TDX | Online Broker LYNX

Auch weil in den letzten Wochen nicht gerade wenige Unternehmens-Ausblicke für 2021 unter den parallel zur Hausse gewachsenen Erwartungen der Analysten und Anleger auf den Tisch kamen, wäre die Wende nach oben nicht selbstverständlich. Nicht zuletzt, weil das Impfchaos und die derzeit einlaufenden Konjunkturdaten nicht den Eindruck erwecken, als würde 2021 das, was man vorher fest eingeplant hatte: das Jahr des Durchstartens.

In den USA wird massiv Geld verteilt, das kurbelt das Wachstum an. Mit mittelfristig kritischen Konsequenzen, keine Frage, aber das stört die Trader für den Moment natürlich nicht. Hierzulande gehen viele kleinere Unternehmen einfach vor die Hunde, von einem Nachlegen ins Sachen Konjunkturprogramm ist aus Brüssel nichts zu hören und die EZB tut nichts. Trotzdem sprang die Inflation im Februar an: Das ist kein Umfeld für eine stabile Hausse.

TecDAX: Tages-Chart vom 15.03.2021, Kurs 3.348,50 Punkte, Kürzel TDX | Online Broker LYNX

Kommen kann sie trotzdem, aber angesichts dieser Gemengelage wird sie kein Selbstläufer. Dass der TecDAX diese Unterstützungszone verteidigt hat, ist schon mal positiv, kann die Basis für einen neuen Rallyeschub werden. Aber Sie sehen, dass es bislang nicht gerade im D-Zug-Tempo aufwärts geht. Noch bleiben die Bullen vorsichtig, denn für einen klaren Beleg, dass die Kuh vom Eis ist, bräuchte es mehr als verteidigte Unterstützungen. Dazu muss es auch gelingen, Widerstandslinien zu überwinden, die normalerweise vom bärischen Lager verteidigt werden. Da geht es in diesem Fall um die bei 3.376 Punkten verlaufende 20-Tage-Linie und die Widerstandslinie bei 3.408 Zählern. Sollte der Index an diesen Hürden scheitern, käme die Zone 3.188/3.303 Punkte sofort wieder ins Spiel … und würde dieser Bereich und darüber hinaus die 200-Tage-Linie bei derzeit 3.150 Punkten fallen, wären es die Bären, die den entscheidenden Punkt in diesem bislang unentschiedenen Ringen machen. Noch also wäre in Sachen Ausbruch nach oben Vorsicht angebracht.

Der DAX markierte zum Wochenstart neue Rekordhochs, der TecDAX ist in den letzten drei Wochen in der Spitze über elf Prozent gefallen – eine absurde Situation. Dreht der TecDAX jetzt nach oben und läuft dem DAX hinterher … oder kommt es womöglich genau anders herum? Die jetzt im Feuer stehende charttechnische Unterstützungszone wird es entscheiden!

Die Experten versuchen sich an den verschiedensten Erklärungen, wieso ausgerechnet die klassischen Branchen seit Mitte Februar die zweite Luft bekommen, während die Technologiewerte dies- wie jenseits des Atlantiks seit Wochen unter Dauerdruck stehen. Sind letztere einfach zu schnell zu weit gelaufen?

TecDAX: Tages-Chart vom 08.03.2021, Kurs 3.252,04 Punkte, Kürzel TDX | Online Broker LYNX

Das mag man wohl bei vielen vorherigen Gipfelstürmern so sehen. Aber das würde ebenso für Aktien gelten, die jetzt laufen wie geschnitten Brot, so z.B. Automobiltitel, Banken und Versicherer. Sind es Umschichtungen aus dem Anleihemarkt, die an den Aktien des TecDAX vorbeigehen? Auch das kann seinen Teil dazu beitragen, denn wenn große Adressen aufgrund der derzeit vor allem in den längeren Laufzeiten fallenden Anleihekurse dort Positionen reduzieren, investieren sie freies Geld aus diesem konservativen Bereich, wenn, dann in die konservativeren Branchen am Aktienmarkt. Und das wären eben eher Dow, DAX und Euro Stoxx 50, nicht die Nasdaq oder der TecDAX. Aber das wäre ein Argument, warum der TecDAX nicht nach oben mitläuft. Es wäre keines, warum er unmittelbar weiter fällt.

Und die zuerst genannten Umschichtungen heraus aus besonders schnell und weit gestiegenen TecDAX-Aktien müssten langsam auch mal auslaufen, wenn man sich ansieht, wie stark vormalige Highflyer wie Nordex, Evotec, Sartorius oder VARTA, um nur einige zu nennen, bereits gefallen sind. Die Aktien sind längst nicht mehr überhitzt, sondern überverkauft. Trotzdem scheint sich weiterhin niemand an diese Aktien bzw. an ihren Heimatindex heranzutrauen.  

Sieht man sich den TecDAX im langfristigen Bild auf Monatsbasis an, würde man da ein Argument für diese Abstinenz finden. Dass der TecDAX am oberen Ende der riesigen „Trompeten-Formation“, diesem nach rechts offenem Dreieck, abgeprallt war und zugleich der Stochastik-Oszillator auf Monatsebene an der überkauften Zone an einem Verkaufssignal laboriert, ist nicht gerade eine Einladung, Long zu gehen. Aber erst, wenn die momentan im Feuer stehende, auch im Monatschart eingezeichnete Unterstützungszone fallen würde, brennt wirklich etwas an. Bis dahin wäre der Trend des Index auf mittelfristiger Ebene noch zu retten. Vorausgesetzt, die Bullen kommen jetzt in die Gänge.

Die mittelfristig entscheidende Unterstützungszone reicht von der aktuell bei 3.147 Punkten verlaufenden 200-Tage-Linie bis zum „Prä Corona“-Hoch vom Februar 2020 bei 3.303 Punkten. Der TecDAX ist bereits weit in diese Zone hineingelaufen, zugleich wäre die Markttechnik hier, auf Tagesebene, bereits überverkauft. Aber wer macht den Anfang, scheinen sich viele offenbar zu fragen. Wer greift jetzt zu, investiert Kapital, um einen Punkt zu erreichen, an dem andere Trader auf den Zug aufspringen würden?

Der Index müsste aus dieser Zone nach oben hinaus, klar über 3.303 Punkten schließen, um mittelfristige Short-Signale zu verhindern. Kommt es zu Rückkäufen bei den vorherigen Top-Performern, wäre das schnell gelungen. Wenn solche Käufe aber ausbleiben und die 200-Tage-Linie fallen sollte, würden die Momentum-Trader erst recht Short gehen, den Index noch deutlich weiter drücken. Fazit: Egal, in welche Richtung der TecDAX diese Zone 3.147/3.303 Punkte verlässt, es wäre ein kräftiger Trendimpuls zu erwarten … und die „Dringlichkeit“ dieser offenen Situation lässt erwarten, dass diese Richtungsentscheidung bald fallen wird.

TecDAX: Monats-Chart vom 08.03.2021, Kurs 3.252,04 Punkte, Kürzel TDX | Online Broker LYNX

Jetzt ist passiert, was die Bullen unbedingt vermeiden wollten: Der TecDAX hat an der oberen Begrenzung der langfristigen, im Monatschart zu sehenden „Trompeten-Formation“ nach unten gedreht. Aus einem erhofften Triumph wurde jetzt ein Matchball für die Bären.

Man darf vermuten, dass vielen gar nicht recht klar wurde, was da passierte. Auf einmal kippte der vorher so unerschütterlich wirkende Aufwärtstrend an der US-Technologiebörse Nasdaq … und man folgte beim TecDAX – gerade weil man nicht wusste, was genau da im Busch war – sicherheitshalber diesen Vorgaben. Hinzu kam dieser starke Anstieg der Renditen am Anleihemarkt, der den Aktienmarkt insgesamt nervös machte. Und ab Dienstag wurde der zunächst noch wie eine normale Konsolidierung daher kommende Abstieg zum Selbstläufer, zu einer Verkaufslawine, die sich durch ausgelöste Stop Loss-Orders intensivierte, denn:

TecDax: Tages-Chart vom 26.02.2021, Kurs 3.346,40 Punkte, Kürzel TDX | Online Broker LYNX

Am Dienstag brach der steile, durch die 20-Tage-Linie verstärkte November-Aufwärtstrend. Sie sehen im Chart auf Tagesbasis, dass das sofort kräftigen Abgabedruck auslöste. Das wiederum führte dazu, dass das langfristige, nach rechts offene Dreieck, das im Chart auf Monatsbasis abgebildet ist, doch nicht nach oben verlassen wurde. Und nicht nur, dass der TecDAX wieder in dieses Dreieck zurückfiel, dadurch endete der Februar für den Index mit einem, wenngleich kleinen, Minus. Ist damit die Hausse bereits Geschichte? Nein, denn der TecDAX hielt genau den Bereich, den er halten musste, um sich die Chance auf einen neuen Aufwärtsimpuls zu erhalten:

Der Index setzte am Dienstag auf Höhe des 2020er-Jahreshochs bei 3.303 Punkten auf. Sofort setzten Käufe ein, die das Minus des Dienstags reduzierten. Das war schon einmal gut, das Problem ist, dass für die Bullen damit auch eine Achillesferse entstand. Denn damit war klar: Diese Linie darf jetzt nicht doch noch fallen, der TecDAX muss zügig von diesem Level weg, der die obere Begrenzung einer relativ breiten Supportzone darstellt, die bis 3.188 Punkte nach unten reicht.

Grundsätzlich wäre der TecDAX erst dann auf mittelfristiger Ebene bärisch, wenn diese gesamte Zone nebst der knapp darunter, bei aktuell 3.141 Punkten, verlaufenden 200-Tage-Linie durchbrochen wäre. Aber würde dieses 2020er-Hoch bei 3.303 Punkten doch noch fallen, dürfte das die Bären ermutigen, diese Supportlinien eine nach der anderen gezielt anzugehen und die Bullen dadurch in die Flucht zu treiben. Und das Risiko, dass genau das passiert, ist momentan mit Händen zu greifen. Denn Sie sehen es im Chart auf Tagesbasis:

Statt von dieser Linie aus dynamisch nach oben zu laufen, verhungerten die Käufe umgehend. Der Mittwoch und der Donnerstag produzierten zwei Dojis, am Freitag war der Index bereits wieder auf die 3.303 zurückgefallen. Dass er sich zum Handels- und damit zum Monatsende ein wenig von dieser Linie hat absetzen können, zeigt zwar, dass die Bullen weiterhin bereit sind, sich zu verteidigen. Aber dieses Aufholen der Verluste fiel nicht viel weniger blutleer aus als am Dienstag, so gesehen geht es gleich zum Wochenstart weiter mit dem Ringen um diese wichtige Schlüsselzone … und durch diesen so frühen, erneuten Anlauf an das 2020er-Hoch hätten die Bären derzeit die etwas besseren Karten.

TecDax: Monats-Chart vom 26.02.2021, Kurs 3.346,40 Punkte, Kürzel TDX | Online Broker LYNX

Die vergangene Handelswoche begann für den TecDAX stark, endete aber im Minus. Noch ist damit nichts angebrannt, Rücksetzer gehörten schließlich bei jedem Aufwärtstrend dazu. Aber die Bullen sollten zusehen, dass ihnen da nichts anbrennt, denn wie der Februar unter dem Strich endet, kann Weichen stellen!

Es war auffällig, dass dieser scheinbar nicht zu stoppende Aufwärtsimpuls ausgerechnet kurz vor dem am Freitag absolvierten Abrechnungstermin für Index- und Aktienoptionen ins Wanken geriet. Typischer wäre es in einem so dynamischen Aufwärtstrend gewesen, wenn der TecDAX wie ein Strich weiter gelaufen wäre, so dass die Abrechnung der Index-Optionen auf einem neuen Hoch über die Bühne gegangen wäre. Das Minus an sich ist überschaubar, keine drei Prozent lagen zwischen dem Verlaufshoch der Woche und dem Schlusskurs des Freitags. Nur könnte daraus leicht deutlich mehr werden, wenn die Bullen nicht umgehend zeigen, dass man jederzeit mit ihnen rechnen muss. Und das aus drei Gründen:

Der „dreifache Hexensabbat“, d.h. der nächste Abrechnungstermin am Terminmarkt, an dem dann am 19. März neben den Optionen auch noch der Future des TecDAX mit Laufzeit März abgerechnet wird, ist zwar noch weit weg. Aber oft entscheiden die großen Akteure an der Terminbörse schon kurz nach einer absolvierten Abrechnung, ob sie den bisherigen Kurs beibehalten oder einen Strategiewechsel vollziehen. Und dahingehend wäre diese Woche in zweierlei Hinsicht wichtig.

TecDAX: Tages-Chart vom 19.02.2021, Kurs 3.518,56 Punkte, Kürzel TDX | Online Broker LYNX

Zum einen steht jetzt einiges an Quartalsbilanzen bzw. an Vorab-Ergebnissen an. Das dürfte wichtige Antworten auf die Frage liefern, ob man mit dieser Rallye nicht bereits zu viel Wachstum vorweggenommen hat, das sich möglicherweise deutlich auf der Zeitachse nach hinten verschiebt.

Zum anderen rutschte der TecDAX nahe an eine charttechnische Schlüsselzone heran. Denn so klein das bisherige Minus auch ist, das man bislang nur als „Ausatmen“ einstufen muss, das Rückgrat der im November etablierten Rallye ist nicht weit weg. Konkret ist dies der doppelte Leitstrahl aus November-Trendlinie und 20-Tage-Linie, die heute um 3.460/3.485 Punkte verlaufen werden.

Und würde diese Zone zum Ende dieser neuen Handelswoche unterboten, wäre das auch im mittel- und langfristigen Zeitfenster problematisch. Denn das hieße, dass der Versuch, im Februar über die große Trompetenformation, d.h. dieses nach rechts offene Dreieck, das Sie im Chart auf Monatsbasis sehen, hinaus auszubrechen, gescheitert wäre: Dessen obere Begrenzung verläuft bei 3.480 Punkten.

Würde dieser Bereich zwischen 3.460 und 3.485 Punkten fallen, würde das zwar zunächst nur charttechnisches Abwärtspotenzial bis zur massiven Supportzone 3.184/3.303 Punkte freigeben, d.h. auf mittelfristiger Ebene wäre der Bruch dieses kurzfristigen Leitstrahls noch nicht tragisch. Aber in jedem Fall wäre es dann riskant, in abrutschende Kurse hinein Long-Trades einzugehen. Die Bullen wären also in dieser Woche gefordert: Wenn der Februar nicht überzeugend endet, könnte das leicht die Weichenstellung zu Gunsten eines bärischen März werden.

TecDAX: Monats-Chart vom 19.02.2021, Kurs 3.518,56 Punkte, Kürzel TDX | Online Broker LYNX