TecDAX aktuell TecDAX: Kommt jetzt der Startschuss zur Aufholjagd?

News: Aktuelle Analyse des TecDAX Index

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TecDAX
ISIN: DE0007203275
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Zum TecDAX

Was ist los mit dem einstigen Dynamik-Wunder? Banken und Autos laufen, die vormaligen Favoriten aus dem TecDAX hingegen bleiben liegen. Solange sich das nicht ändert, ist der TecDAX für Long-Trades uninteressant. Aber wenn es sich ändert, sollte man schnell handeln.

Wenn man sich den TecDAX einmal längerfristig anschaut – wie hier im Chart auf Monatsbasis dargestellt – sieht man, dass der Index derzeit zwischen zwei entscheidenden Chartlevels hin und her geworfen wird. Nervöse Bullen und zuversichtliche Bären registrieren, dass der TecDAX seit Jahresanfang immer wieder gegen die obere Begrenzung der großen, 2018 etablierten Trompeten-Formation (ein nach rechts offenes Dreieck) angerannt ist und nicht durchkam.

Monatschart vom 09.06.2021, Kurs 3.412,99 Punkte, Kürzel TDX | Online Broker LYNX

Zuversichtliche Bullen und nervöse Bären hingegen halten fest, dass der Index andererseits zweimal die wichtige Unterstützungszone 3.188/3.303 Punkte verteidigt hat. Und erst, wenn diese Zone fallen würde, wäre das Risiko greifbar, dass die Notierungen in eine große Korrektur einschwenken, bei der das untere Ende dieser Trompeten-Formation bei derzeit 1.940 Punkten angesteuert werden könnte.

Wichtig aus Sicht der Bullen wäre, dass diese Supportzone 3.188/3.303 Punkte nicht allzu bald erneut getestet würde. Denn je öfter es erforderlich wird, den TecDAX vor einem markanten Kaufsignal zu bewahren, desto geringer wird die Zahl derer, die erneut aktiv mit eigenem Kapital dagegenhalten werden statt aufzugeben und sich zu sagen, dass, wer als erster verkauft, noch die besten Kurse bekommt. Aber dahingehend sieht es jetzt gar nicht mal schlecht aus, denn:

Im kurzfristigen Chart auf Tagesbasis sehen wir, dass der TecDAX im Anschluss an die Verteidigung dieser Zone 3.188/3.303 zwar an der Widerstandslinie bei 3.450 Zählern erst einmal hängengeblieben war, dies aber nur mäßige Abgaben auslöste. Es gelang, den Index im Bereich der 20-Tage-Linie als der nächstgelegenen Unterstützung aufzufangen und einen erneuten Versuch zu starten, sich nach oben abzusetzen. Damit das gelingt, sind zwei Schritte nötig:

Tageschart vom 09.06.2021, Kurs 3.412,99 Punkte, Kürzel TDX | Online Broker LYNX

Zunächst muss die kurzfristige Abwärtstrendlinie und umgehend danach diese Linie bei 3.450 Punkten bezwungen werden. Geht der Index dort durch, kommt es auf die mittelfristige, seit Februar geltende Abwärtstrendlinie an, die momentan bei 3.525 Punkten verläuft. Schaffen die Bullen auch diese Hürde, wäre der TecDAX erst einmal aus dem Gröbsten heraus. Zwar würden das April-Hoch bei 3.555 Punkten und das bisherige Jahres-Verlaufshoch bei 3.606 Zählern ebenso Widerstände darstellen, aber:

Wenn man sich innerhalb des TecDAX einmal umschaut und sieht, wie viele vormalige Anleger-Favoriten derzeit auf einen Befreiungsschlag warten, würde es nicht überraschen, wenn ein solches Startsignal des Index die Trader zurück in diese vorherigen Top-Performer locken und dies den Anstieg des TecDAX selbst immens beschleunigen würde. Vorgreifen sollte man diesem Szenario indes besser nicht, denn die mehrfachen Versuche der vergangenen Monate, einen Befreiungsschlag zu vollziehen, sollten Warnung genug sein, hier das Fell der Bären zu verkaufen, bevor sie erlegt sind.

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Vorherige Analysen des TecDAX Index

Der erfolgreiche Test einer entscheidenden Unterstützungszone suggerierte, dass die Bullen wieder mal die Kurve gekriegt hätten. Aber auf einmal stagnieren die Käufe, zu allem Überfluss hat sich mit einem „Abendstern“ ein markantes Warnsignal gebildet.

Der Aktienmarkt befindet sich in einer bemerkenswerten Phase. Die Rückkehr zu Normalität und Wachstum ist über Monate hinweg in die Kurse eingepreist worden. Jetzt bewegt sich die Realität zwar in die richtige Richtung, aber das Tempo ist bislang überschaubar und die Inflation ein Risikofaktor, den zuvor niemand auf dem Zettel hatte. Damit entsteht Enttäuschungspotenzial. Wenn sich zu viele Akteure entschließen würden, die Reißleine zu ziehen, könnte das eine weitreichende Korrektur auslösen, immerhin sind die Bewertungen vieler Aktien ungewöhnlich hoch. Aber wann kommt es dazu? Kommt es überhaupt dazu?

Irgendwann sicherlich, aber da muss es keine unmittelbare Koppelung an die tatsächliche Entwicklung der Lage außerhalb der Börsensäle geben. Denn viele Anleger kümmern sich nicht im Mindesten um Zinsen, Konjunkturdaten und Bilanzen, sondern machen ihren Verbleib im Aktienmarkt und, für die aktuelle Situation entscheidend, ihre Zukäufe davon abhängig, ob ihr Depotwerte weiter steigen oder nicht. Dadurch wird der Aktienmarkt bis zu einem gewissen Grad zu einem Perpetuum Mobile. Aber was da nicht passieren darf, sind angegangene Widerstandsmarken, an oder unter denen die Kurse abdrehen und so suggerieren: Da stimmt was nicht. Und eine solche Situation zeichnet sich jetzt beim TecDAX ab, wenn …

Expertenmeinung: … dem in den vergangenen drei Tagen generierten Warnsignal in Form eines „Abendsterns“ eine rote Kerze folgt, die diese Formation bestätigen und dadurch aus dem Warnsignal ein Verkaufssignal machen würde. Eine grüne Kerze, ein Doji (in diesem Fall in Form eines „Gravestone Doji“), danach eine rote Kerze, all das nach einer Aufwärtsbewegung: Das ist ein sogenannter „Abendstern“, der andeutet, dass dem bullischen Lager entweder das Geld, die Zuversicht oder beides ausgehen. Das sehen wir jetzt. Und das ist unerfreulich früh nach der Verteidigung der aktuell durch die 200-Tage-Linie verstärkten Unterstützungszone 3.188/3.303 Punkte, die bereits im März standhielt, dann aber recht frühzeitig im Mai erneut getestet wurde, nachdem es im April nicht gelang, das im Februar ausgebildete, bisherige Jahreshoch zu überbieten.

Ein unter dem vorherigen liegendes, mittelfristiges Hoch, eine immens wichtige Unterstützungszone, die erneut hält und jetzt so nahe an dieser Zone bereits ein Austrocknen der Käufe: Das ist ein Weckruf für das bullische Lager. Wie gesagt: Wenn es gelingt, das Geld am Fließen zu halten, können die Kurse relativ lange bei einer zeitgleich kritischer werdenden Gesamtsituation weiterlaufen, Beispiele dafür gibt es in der Börsenhistorie zuhauf. Aber dazu darf der TecDAX jetzt nicht schnell wieder in diese Supportzone 3.188/3.303 Punkte zurückfallen, das wäre psychologisch fatal. Die Käuferseite ist also gefordert: Der TecDAX muss diese Formation zeitnah überwinden, sprich über dem Hoch des Mittwochs (3.427 Punkte) schließen. Um die Kuh vom Eis zu bekommen, wäre dann ein Closing über 3.460 Zählern nötig, um die jetzt zum Widerstand gewordene, Anfang des Monats gebrochene Oktober-Aufwärtstrendlinie zu bezwingen. Machbar ist das, aber es sollte schnell gelingen, um zu verhindern, dass zu viele Bullen nervös werden.

TecDAX: Chart vom 26.05.2021, Kurs 3.381,50 Punkte, Kürzel TDX | Online Broker LYNX

Die entscheidende Unterstützungszone des TecDAX hat seit März zweimal gehalten. Jetzt wird sie aber schon wieder getestet, nur eine Woche, nachdem es schien, dass der Weg nach oben wieder frei wäre. Damit geht es jetzt für die Bullen ums Ganze!

Im ersten Moment sah es so aus, als würde es laufen wie im März, als der TecDAX diese so wichtige Unterstützungszone zwischen 3.188 und 3.303 Punkten testete, dort dynamisch drehte und nach oben davonzog. Auch in der vergangenen Woche rutschte der deutsche Index der Technologieaktien in diese Zone und lief Ende der Woche nach oben hinaus. Wobei dieser Aufwärts-Schwenk diesmal noch bedeutsamer war, weil mittlerweile auch die wichtige 200-Tage-Linie in den Bereich hineingelaufen war und diesen verstärkte. Unterstützt wurde dieser Turnaround nach oben durch die markttechnischen Indikatoren, bei denen die schneller reagierenden Indikationen wie der hier im Chart mit abgebildete Stochastik-Oszillator aus der überverkauften Zone heraus bullische Signale generierte.

Es passte also eigentlich alles für einen erneuten Anlauf an das bisherige, im Februar bei 3.606 Punkten erzielte Jahres-Verlaufshoch. Im April war den Bullen knapp darunter die Puste ausgegangen, diesmal hätte es mit dem Ausbruch hin zu neuen Hochs klappen sollen – und können. Aber der bullischen Charttechnik stehen derzeit sukzessiv kritischer werdende Rahmenbedingungen gegenüber. Und es ist immer problematisch, wenn sich zu den rein charttechnisch agierenden Tradern nicht genug mittel- und langfristig agierende Investoren gesellen, die sich auf Basis einer positiven Gesamtsituation zum Einstieg entscheiden. Und die bleiben offenbar weg.

Expertenmeinung: Die Inflationsdaten machen nervös. Die relativ hohe Bewertung der Aktienmärkte macht nervös. Und die Sorge, das Wachstum könnte nicht nachhaltig sein, die Inflation aber schon, erfasst mittlerweile auch Marktteilnehmer, die sich sonst wenig mit den Fundamentaldaten befassen. Dadurch gingen dem Aufwärts-Schwenk des TecDAX kurz nach dem Anstieg über diese Unterstützungszone 3.188/3.303 Punkte die Käufer aus. Und die sukzessiv nervöser werdende Lage führte am Mittwoch dazu, dass der Index in diese Zone zurück fiel.

Nicht gut, wenn man eigentlich damit rechnet, dass die Verteidigung eines solchen Support-Bereichs den Mut der Trader so sehr anfachen würde, dass eine Rallye wie die im März und April die Folge sein würde. Noch viel weniger gut, wenn dieser erneute Test so früh kommt, man also unterstellen darf, dass die vorangegangene Verteidigung nicht die Wirkung hatte, die sie aus Sicht der Bullen hätte haben müssen. Das dürfte dazu führen, dass jetzt deutlich weniger Trader bereit sein werden, diese Zone aktiv zu verteidigen. Und wenn das trotzdem gelingt, wäre es weniger die Überzeugung, die den Akteuren noch vergangene Woche die Hand führte, die den TecDAX retten würde, sondern die Angst vor den Konsequenzen, sollte er diesen Bereich mit Schlusskursen unter 3.188 Punkten durchbrechen.

Das ist keine gute Basis, um erfolgreich zu sein. Einen Stop Loss Long knapp unter diese Zone zu legen wäre da allemal sinnvoll. Und sich, sofern man risikofreudig agieren möchte, ggf. auch einen Short-Trade zu überlegen, wenn diese überraschend früh wieder im Feuer stehende Zone bricht, ebenso. Aber:

Möglich ist es, diese kritische Situation zu bereinigen. Dazu müsste der TecDAX mit Schlusskursen über 3.354 Punkten über die Verlaufshochs dieser Woche hinaus. Das ist zwar in einem Umfeld wie diesem nicht einfach zu erreichen, aber es ist auch nicht unmöglich. Einem Abwärts-Impuls vorzugreifen, sprich nicht abzuwarten, bis diese Unterstützungszone 3.188/3.303 Zähler wirklich gefallen ist, wäre daher nicht ratsam.

Chart vom 19.05.2021, Kurs 3.301,56 Punkte, Kürzel TDX | Online Broker LYNX

Werden Growth-Aktien weiter verkauft? Kippt die Konjunkturwende, bevor sie wirklich begonnen hat? Würgt die Inflation die Wende ab? All diese Fragen sind offen und irritieren die Anleger. Doch was die Charttechnik angeht, zeigt der TecDAX klare Kante.

Wenn man sich das Chartbild des TecDAX ansieht, wird eines klar: Man muss keine Glaskugel besitzen, um vorhersagen zu können, ob dieses Projekt „Helikoptergeld“ als Gegenmaßnahme zu den Folgen der Corona-Krise funktioniert oder nicht. Erstens, weil all die vorstehenden Fragen auch in einer oder in zwei Wochen offen bleiben werden, die Trader aber eine Entscheidung erzwingen werden. Zweitens, weil die charttechnische Konstellation sehr klar vorgibt, unter welchem Punkt die Bären gewonnen hätten und was dem bullischen Lager gelingen muss, um die Kuh vom Eis zu bekommen.

Sie sehen im Chart auf Tagesbasis, dass die Bullen im April mit dem Versuch gescheitert waren, den TecDAX über das bisherige Jahreshoch, im Februar bei 3.606 Punkten markiert, hinaus zu heben. Seit Anfang Mai wirkt es, als sei der alte Spruch „sell in may and go away“ Programm. Noch ist der Mai relativ jung, aber wenn es nicht gelingt, diesen Abverkauf aufzuhalten, wäre das auch im langfristigen Chartbild äußerst unerfreulich für die Bullen. Sie sehen im Chart auf Monatsbasis, dass der Index damit schon wieder an der oberen Begrenzung der riesigen, 2018 entstandenen „Trompeten-Formation“ (ein nach rechts offenes Dreieck) gescheitert ist. Die Kurse müssten also noch vor Monatsende die Kurve kriegen, um die Ausbruchschance aus diesem Dreieck zu erhalten, aber:

Das wäre nur realistisch, wenn die aktuell umkämpfte, mittelfristig entscheidende Unterstützungszone hält. Anfang März hielt sie. Aber gelingt das erneut? Viele Akteure dürfte nervös machen, dass der TecDAX diese Zone verdächtig früh wieder testet. Und dass dazwischen ein gescheiterter Ausbruchsversuch nach oben liegt, wird die Zuversicht nicht steigern.

Jetzt geht es also erneut um die Zone 3.188/3.303 Punkte. Und diesmal ist die 200-Tage-Linie mit von der Partie, denn die ist mittlerweile in diese Zone hinein gelaufen und wurde am Donnerstag einem ersten Test unterzogen. Der gelang, aber damit ist die kritische Situation noch nicht vom Tisch. Erst, wenn der TecDAX sehr deutlich aus dieser Zone nach oben hinausgelaufen ist, idealerweise die bei knapp 3.450 Pinkten verlaufende, zügig nach unten nachlaufende 20-Tage-Linie zurückerobert hat, wäre erneut ein mittelfristig relevantes Short-Signal effektiv abgewehrt.

TecDAX Chart Auf Tagesbasis vom 13.05.2021, Kurs 3.284,58 Punkte, Kürzel TDX | Online Broker LYNX

Das kann gelingen, aber es als sicher vorauszusetzen, wäre gewagt. Das Gros der Quartalsbilanzen ist mittlerweile auf dem Tisch. Und obwohl diese Ergebnisse großenteils besser ausfielen als seitens der Analysten prognostiziert, obwohl viele Unternehmen ihre Jahresprognosen angehoben haben, ist der TecDAX ins Wanken geraten. Sich die Frage zu stellen, was, wenn nicht solche guten Ergebnisse, den Index ins Laufen bringen könnte, ist daher berechtigt und mahnt zur Vorsicht. Zumal das bärische Lager angesichts der Tatsache, dass sich ihm im Fall eines gelungenen Durchbrechens dieser Unterstützungszone 3.188/3.303 erst einmal keine zwingenden Unterstützungen mehr in den Weg stellen würden, allemal aktiv daran arbeiten dürfte, diese Situation zu ihren Gunsten zu entscheiden.

TecDAX Chart Auf Monatesbasis vom 13.05.2021, Kurs 3.284,58 Punkte, Kürzel TDX | Online Broker LYNX

Indizes wie der TecDAX werden von volatileren Aktien geprägt, als dies bei Indizes wie DAX, Euro Stoxx 50 oder Dow Jones der Fall ist, in denen die eher gemächlich laufenden Blue Chips dominieren. Das hat zur Folge, dass diese Technologieindizes, der TecDAX ebenso wie das große US-Pendant Nasdaq, deutlich schwankungsintensiver sind – in beide Richtungen.

Mitte Februar führte das dazu, dass der TecDAX Hand in Hand mit der Nasdaq eine scharfe Korrektur begann, die die Blue Chip-Indizes nicht mitmachten. Aber nachdem der TecDAX die mittelfristig entscheidende, massive Unterstützungszone zwischen 3.188 und 3.303 Punkten perfekt verteidigte, lief wieder alles bestens für die Bullen. Vergangene Woche war der Index bereits in Schlagdistanz zum bisherigen Jahres-Verlaufshoch vom Februar bei 3.606 Punkten gekommen, der Ausbruch nach oben schien, nicht zuletzt aufgrund überwiegend sehr positiver Quartalsergebnisse, eine klare Sache zu sein. Doch haben sich die Bullen geschnitten. Auf einmal steht ein erneuter Test der erst im März so souverän verteidigten Zone 3.188/3.303 Punkte im Raum. Aber wieso, wenn die Unternehmen doch starke Ergebnisse und Perspektiven abliefern?

Expertenmeinung: Man könnte argumentieren, dass die zuletzt euphorische Marktstimmung dazu geführt hat, dass zu viele Akteure derart hohe Erwartungen haben, dass selbst eigentlich starke Ergebnisse und Prognosen zu oft als nicht gut genug angesehen werden. Aber das muss nicht zwingend der Grund sein. Nicht selten ist es einfach eine Folge negativer charttechnischer Signale, die eine Kettenreaktion auslöst, die die Trader automatisch reagieren lässt. In solchen Fällen bleibt die Logik vor der Tür bzw. kommt erst wieder zu ihrem Recht, wenn sich die Hektik legt. Was zumindest am Donnerstag noch nicht der Fall war.

Der Chart zeigt, dass der TecDAX in der Tat in eine solche Kettenreaktion geraten ist. Zunächst rutschte er aus seinem keilförmigen Aufwärtstrendkanal heraus, konnte aber die als „Sprungtuch“ fungierende, knapp darunter verlaufende 20-Tage-Linie halten. Doch der immens schwache Dienstag pulverisierte auch diesen Support. Dadurch ringen die Bullen jetzt mit der November-Aufwärtstrendlinie, die am Donnerstag bereits touchiert wurde. Dass dadurch der Versuch des Mittwochs, sich als Reaktion auf den kleinen Selloff des Dienstags wieder auf sicheres Terrain zurück zu retten, fehlschlug, macht die Sache für die „Verteidiger“ besonders knifflig. Denn man muss fürchten, dass sich heute im Fall eines erneuten Versuches, die Trendlinie zu halten, weniger Akteure aktiv beteiligen als zwei Tage zuvor, als man noch nicht vor diesem Fehlschlag entmutigt war.

TecDAX: Chart vom 06.05.2021, Kurs 3.385,07 Punkte, Kürzel TDX | Online Broker LYNX

Sollte diese bei 3.385 Punkten verlaufende, gestern gerade noch so verteidigte Linie fallen, ginge es erneut um die Supportzone 3.188/3.303 Punkte. Dass die so früh erneut im Feuer steht und jetzt auch noch durch die in ihr verlaufende 200-Tage-Linie an Relevanz gewinnt, könnte das bärische Lager animieren, Öl ins Feuer zu gießen und gezielt Druck auszuüben. Daher ist der TecDAX in dieser Konstellation kein Schnäppchen, sondern ein fallendes Messer, in welches man besser nicht gar zu optimistisch hinein greifen sollte.

Wollen die Bullen beim TecDAX Zeichen setzen, wären die nächsten zwei Wochen ideal, denn jetzt kommen die Bilanzen zum ersten Quartal in dichter Folge. Aber werden die überzeugen? Der Index steht vor einer „Hopp-oder-Topp“-Entscheidung.

Bislang haben sich die deutschen Unternehmen hinsichtlich der Ergebnisse des ersten Quartals ja gut geschlagen. Das, was an Zahlen oder vorläufigen Daten auf dem Tisch liegt, hat die Prognosen der Analysten großenteils übertroffen. Aber darauf kommt es nicht unbedingt an. Entscheidend ist das, was das Gros derer erwartet, die seit der Aufwärtswende des TecDAX im März wieder eingestiegen sind bzw., da der Index ja eine mittelfristig entscheidende Unterstützungszone sauber verteidigt hat, zugekauft haben. Es ist gut denkbar, dass sich da viele von den Bilanzen noch mehr erhoffen … aber in die Köpfe der Marktteilnehmer lässt sich nun einmal nicht hineinschauen. Es bleibt also eine offene Gemengelage, aber mit einem Vorteil für die Bullen, denn die haben den kurzfristigen Trend auf ihrer Seite.

Sie sehen im Chart auf Tagesbasis, dass es bislang gelingt, den in violett eingezeichneten, keilförmigen Aufwärtstrendkanal zu halten, dessen obere Begrenzung in der kommenden Woche das bisherige Jahres-Verlaufshoch von 3.606,20 Punkten kreuzen wird.

TecDAX: Tages-Chart vom 27.04.2021, Kurs 3.538,12 Punkte, Kürzel TDX | Online Broker LYNX

Sollte es bis dahin nicht zu negativen Vorlagen seitens der großen US-Technologietitel kommen, von denen die „Crème de la Crème“ in den kommenden Tagen ihre Bilanzen abliefern wird und sollten die heimischen Ergebnisse weiterhin gut aufgenommen werden, wäre dieses Hoch nicht Ziel, sondern womöglich nur eine Etappe auf dem Weg nach oben.

Aber das lässt sich nicht sicher vorhersagen, daher wäre es opportun, weiterhin absolut pragmatisch vorzugehen, indem man sich entsprechend der charttechnischen Gemengelage im Markt bewegt. Zumal der langfristige Chart zeigt: Nach dem enttäuschenden Februar und dem erfolgreichen Konter der Käufer im März ist dem April kurz vor Torschluss zwar ein solides Plus nicht mehr zu nehmen. Aber wirklich aus diesem riesigen, 2018 etablierten, nach rechts offenen Dreieck hinaus ist der Index damit noch nicht. Ausschließen sollte man daher besser nicht, dass alleine dieser Umstand im Mai erneute Gewinnmitnahmen auslöst. Wo also liegen die kurzfristig wichtigen Ankerpunkte?

Vor allem ist dieser kurzfristige, keilförmige Aufwärtstrendkanal von Bedeutung. Dessen untere Begrenzung (heute bei 3.505 Punkten) und darunter dann die quasi als Sicherungsseil mitlaufende 20-Tage-Linie bei aktuell 3.475 Zählern sind die Levels, die halten müssen, damit das bullische Lager sich seine Chancen auf einen erfolgreichen Anlauf an das bisherige Jahreshoch erhält.

TecDAX: Monats-Chart vom 27.04.2021, Kurs 3.538,12 Punkte, Kürzel TDX | Online Broker LYNX

Sollten diese beiden Linien fallen, wäre daher zumindest der Ausstieg aus kurzfristigen, aggressiven Long-Positionen zu überlegen. Ein unmittelbarer Switch auf Short wäre indes nur auf sehr kurzfristiger Ebene sinnvoll, denn die nächstgelegene Unterstützung, die November-Aufwärtstrendlinie, würde bereits bei 3.360 Punkten warten. Mittelfristig bärisch wäre der TecDAX erst, wenn die im März verteidigte, breite Supportzone zwischen 3.188 und 3.303 Punkten fallen würde. Dann wäre der TecDAX in der Tat „Bärenfutter“ … aber bis hinunter auf 3.188 Zähler wäre es ein recht weiter Weg.