TecDAX aktuell TecDAX: 4.000 Punkte … Sprungbrett oder Endstation?

News: Aktuelle Analyse des TecDAX Index

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TecDAX
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Zum TecDAX

Seit dem 15.11.2000 hat der TecDAX die Marke von 4.000 Punkten nicht mehr gesehen. Unter dem Namen TecDAX sogar noch nie, denn das war noch zu Zeiten des Neuen Markts. Ist die „magische Marke“ das Ziel vieler Trader – oder nur Etappe auf dem weiteren Weg nach oben?

Seit Jahresbeginn hat der TecDAX den DAX ebenso wie den MDAX in der Performance relativ deutlich hinter sich gelassen. Und diese bullische Dynamik kommt nicht aus dem Nichts, sie fußt darauf, dass viele der im TecDAX gelisteten Unternehmen bislang mit ihren Bilanzen positiv überraschen konnten.

TecDAX: Wochen-Chart vom 07.09.2021, Kurs 3.979,11 Punkte, Kürzel TDX | Online Broker LYNX

So etwas ist nie in Stein gemeißelt, auch für einige der bisherigen TecDAX-Zugpferde könnte das sich abkühlende Wachstum zum Problem werden. Und darüber hinaus kann es allemal sein, dass manche Titel so heiß gelaufen sind, dass sie um eine Korrektur nicht herumkommen. Gerade bei den dreien, die ab dem 20. September zugleich auch im DAX notiert sein werden (Sartorius, Siemens Healthineers und Qiagen) wäre das denkbar, da so mancher Marktteilnehmer im Vorgriff auf diesen Aufstieg in die erste Liga hier vorgekauft haben und dann seine Gewinne mitnehmen könnte.

Aber ein „könnte“ bricht keinen Trend. Solange der TecDAX seine derzeitige Dynamik aufrechterhält, ist für die Bären hier nichts zu holen. Und so sinnvoll es grundsätzlich ist, auch hinter den Vorhang zu schauen: Am Ende entscheidet die Charttechnik, ob diese jetzt beinahe erreichte, runde Marke von 4.000 Punkten zum Sprungbrett oder zur Endstation wird.

Den aktuellen Kurs und Chart des TecDAX sowie Kursinformationen und alle Aktien des Index finden Sie hier.

Expertenmeinung: Der TecDAX bewegt sich seit Monaten in den Schienen eines Aufwärtstrendkanals, der zwar immer mal wieder leicht, aber bislang eben nie signifikant gebrochen wurde. Dieser Trendkanal entstand im Mai und diente bis auf eine wacklige Phase im Juli immer wieder als zuverlässige Basis neuer Käufe, zugleich auf seiner Oberseite aber auch als Bremse. Dieser Kanal sowie die 20-Tage-Linie sind momentan die entscheidenden Orientierungspunkte auf kurzfristiger Ebene. Und das sehen eben auch alle Akteure.

Daher kann es momentan keinen besseren Prüfstein für die Solidität des Trends geben als einen Test dieser Trendkanals. Hält dieser einem Test stand, bedeutet das, dass genug Trader bereit sind, ein weiteres Mal zuzugreifen … und das im Gegenzug genug grundsätzlich Ausstiegswillige sofort ihre Verkaufsorders streichen, wenn sie sehen, dass die Bullen unverändert auf dem Posten sind und damit die Chance für neue Jahreshochs erhalten bleibt.

TecDAX: Tages-Chart vom 07.09.2021, Kurs 3.979,11 Punkte, Kürzel TDX | Online Broker LYNX

Angesichts dieses kurzzeitigen Unterschreitens der „Schiene“ im Juli wäre es zwar angebracht, einen Sicherheitspuffer von etwa einem Index-Prozent für einen Stoppkurs Long auf Schlusskursbasis einzuziehen, ansonsten ist die Orientierung an der unteren, aktuell bei 3.855 Punkten verlaufenden Basislinie dieses Trendkanals derzeit aber die beste Wahl.

Darauf zu verzichten, sich hier abzusichern, sollte man dabei besser nicht. Denn der Chart zeigt auch, dass der nächste Halt im Fall eines Trendkanal-Bruchs erst die Zone 3.555/3.606 Punkte wäre – und so weit nach unten möchte man, sofern man nicht gezielt mittel- und langfristig Long im TecDAX agiert, sicherlich nicht!

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Vorherige Analysen des TecDAX Index

Ausgerechnet am letzten Handelstag des Monats drehte der TecDAX, der am Morgen noch ein neues Hoch markiert hatte, ins Minus. Dadurch entstand im Candlestick-Chart ein „bearish engulfing pattern“. Ist das womöglich ein böses Omen für den September?

Sell in may and go away“, dieser alte Spruch erwies sich beim TecDAX auch in diesem Jahr als falsch. Seit Mitte Mai läuft der Index in einem dynamischen Aufwärtstrend. Allerdings ist er im August mehrfach an dessen oberer Begrenzung abgeprallt. Könnte es diesmal dazu kommen, dass auch der zweite Teil des o.a. Spruches, nämlich „but remember to come back in september“, falsch ist und man besser genau jetzt die Gewinne mitnimmt, weil ein ungemütlicher Herbst ansteht?

TecDAX: Tages-Chart vom 31.08.2021, Kurs 3.900,62 Punkte, Kürzel TDX | Online Broker LYNX

Argumente für einen schwierigen Herbst gäbe es natürlich. Das Wachstum bleibt deutlich hinter den Erwartungen zurück. Nicht nur in Deutschland, dort aber besonders. Die Inflation dürfte ein Problem bleiben, denn die weit stärker als die Verbraucherpreise gestiegenen Import- und Erzeugerpreise deuten an, dass da noch einiges nachkommt. Hinzu kommt, dass das Thema Corona entgegen der Hoffnung der meisten Anleger noch nicht vom Tisch ist. Und auch, wenn die meisten der im TecDAX notierten Unternehmen im ersten Halbjahr mit ihrer Umsatz- und Gewinnentwicklung überzeugen konnten, müsste man einkalkulieren, dass eine insgesamt nicht so stabile Konjunktur am Ende der Kette auch diejenigen Unternehmen bremst, die sich bislang gut aus der Affäre ziehen konnten. Aber muss das den Aufwärtstrend des TecDAX kippen?

Expertenmeinung: Es kann, aber es muss nicht, zumindest nicht unmittelbar. Immerhin weiß man von all diesen kritischen Aspekten nicht erst seit gestern. Diese Aspekte würden erst dann in den Fokus der Masse der Akteure treten, wenn man einen Grund hätte, sich um Probleme zu kümmern. Was man nicht hat, solange der Trend stur aufwärts weist. Was bedeutet: Erst müsste der TecDAX ein bärisches Signal generieren, dann würden diese Belastungsfaktoren den Druck intensivieren. Die momentan zentrale Frage ist also, ob genug Akteure aussteigen, um diesen Trend zu brechen. Und das könnte deutlich mehr mit dem Zustrom frischen Kapitals als mit volkswirtschaftlichen Fakten zu tun haben.

Der Zustrom frischen Kapitals war über die letzten knapp anderthalb Jahre immens. Es ist normal, dass dieser Zufluss irgendwann an seine Grenzen stößt und der Hausse damit, bildlich gesprochen, der Sprit ausgeht. Und was das angeht, ist es schon eine hochgezogene Augenbraue wert, wenn der TecDAX ausgerechnet am Ultimo eines Monats zuerst den höchsten Stand seit Ende 2000 erreicht, dann aber einen Intraday-Turnaround und ein „bearish engulfing pattern“ aufs Parkett legt, d.h. eine lange rote Kerze, die den Kerzenkörper des Vortags komplett einhüllt.

Denn normalerweise würden die großen Adressen zusehen, dass sie die Dynamik, die der TecDAX ja im Gegensatz zum DAX weiterhin zeigt, so aufrechterhalten, dass die Anleger zur Monatswende weiter frisches Geld von ihren gerade eingelaufenen Gehältern in den Markt tragen. Dieser schwächere Monatsultimo muss nicht, kann aber ein Indiz dafür sein, dass institutionellen Investoren wie Fonds, Hedgefonds oder ETFs diesmal weniger Geld zugeflossen ist als zuletzt und man daher nicht mehr so „all in“ traden kann, wie das beispielsweise Anfang August der Fall war. Aber Vorsicht:

TecDAX: Monats-Chart vom 31.08.2021, Kurs 3.900,62 Punkte, Kürzel TDX | Online Broker LYNX

Ende April ging ein zuvor ordentlich gelaufener Monat eher schwach zu Ende, was dann in eine Korrektur im Mai überging. Doch der Juni endete ebenfalls nicht gerade überzeugend, eine Korrektur im Juli blieb aber aus. Alleine auf dieses „Omen“ sollte man sich daher auf keinen Fall verlassen, wenn man bereits im Geiste bezüglich eigener Long-Positionen auf gepackten Koffern sitzen sollte. Zumal Sie im Chart auf Monatsbasis sehen, dass dieser schwache Monatsultimo die bullische Aussage des Augusts insgesamt nicht geschmälert hat. Erst, wenn der TecDAX diesen im Mai etablierten Aufwärtstrendkanal mit Schlusskursen unter 3.760 Punkten eindeutig gebrochen hätte, wäre es für kurzfristig ausgerichtete Trades Zeit, die Schäfchen zügig ins Trockene zu bringen.

Rein charttechnisch betrachtet gibt es an der Rallye des TecDAX nichts zu mäkeln. Die runde Marke von 4.000 Punkten kommt in Reichweite, möglich, dass sie bald erreicht wird. Dass das Eis der Hausse dünn ist, ist zwar richtig. Das kann die Rallye bremsen … muss es aber nicht.

Das letzte Mal, dass der TecDAX höher notierte als am Montag, war der November 2000. Damals hieß der TecDAX noch Neuer Markt und man war gerade dabei, aus allen Wolken zu fallen, weil die endlos geglaubte, damalige „Dot.Com“-Hausse in Windeseile zu Staub zerfiel. Heute ist das natürlich etwas anderes. Zumindest sind so ziemlich alle, die beim TecDAX auf Hausse setzen, davon überzeugt. Und im Prinzip ist das auch richtig, denn:

TecDAX: Tages-Chart vom 23.08.2021, Kurs 3.914 Punkte, Kürzel TDX | Online Broker LYNX

Damals hatte man blind auf rasant und gewaltig steigende Gewinne bei den Unternehmen der damals neuen Branchen Internet, Software, Telekommunikation und Biotechnologie gesetzt und dabei alles über einen Löffel barbiert. Heute sind die Bewertungen zwar relativ zu den Jahren vor der Corona-Krise hoch, aber man setzt nicht auf Wunder, nur auf ein relativ starkes und dann auch konstantes Wachstum. Allerdings stellte sich die Weltwirtschaft von den Rahmenbedingungen her damals weit weniger problematisch dar. Das Wachstum war organisch und nicht künstlich durch Niedrig- und Negativzinsen erzeugt. Es gab keine ansatzweise vergleichbare Schuldenblase, kein Inflationsproblem und natürlich auch keine Pandemie mit all ihren Unwägbarkeiten. So gesehen kann auch die heute deutlich weniger ambitionierte Vorwegnahme kräftigen Wachstums schiefgehen. Aber heute gilt, was damals auch lange galt … so lange, bis die Blase eben platzte:

Expertenmeinung: Solange die meisten die kritischen Aspekte nicht sehen, sich von negativen Nachrichten und Daten nicht in ihrer bullischen Erwartung irritieren lassen, wird weiter gekauft. Erst, wenn die bislang von vielen erfolgreich ausgeblendeten Aspekte wie Inflation, hinter den Erwartungen zurückbleibendes Wachstum, Überschuldung und COVID 19 den bisher ungebrochenen Optimismus unterspülen, wird es kritisch. Aber dazu müssten erst einmal die ersten, großen Adressen ausstiegen bzw. ihre Position auf Short drehen, denn:

Was man monatelang als unproblematisch ansieht, wird selten über Nacht problematisch, erst recht nicht für den Großteil der Marktteilnehmer auf einmal. Daher ist der erste Schritt, der den Trend kippt, in der Regel charttechnischer Natur. Was wiederum bedeutet: Solange die charttechnische Situation bullisch bleibt, lässt sich auf der Short-Seite nichts gewinnen. Und bislang passt es da. Welche Ankerpunkte ließen sich als potenzielle Trigger für eine kippende Stimmung ausmachen?

Zwei Zonen stechen hier hervor. Zum einen ist es der für die kurzfristige Trading-Ebene relevante, im Mai etablierte Aufwärtstrendkanal, der zusammen mit der 20-Tage-Linie die momentane Führungsschiene der Rallye darstellt. Derzeit hat der Index dessen obere Begrenzung erreicht, was die Trader aber nicht zwingend ausbremsen muss. Wichtig ist nur, dass dieser Kanal nicht bricht, was derzeit mit Schlusskursen unter 3.750 Punkten der Fall wäre.

Mittelfristige Akteure sollten vor allem auf die obere Begrenzung der jetzt recht deutlich überbotenen „Trompeten-Formation“ achten, die Sie im Chart auf Monatsbasis sehen:

TecDAX: Monats-Chart vom 23.08.2021, Kurs 3.914 Punkte, Kürzel TDX | Online Broker LYNX

Sollte der TecDAX diese bei momentan 3.550 Punkten verlaufende, obere Begrenzung wieder unterbieten und damit in die „Trompete“ zurückfallen, wäre zugleich auch die Supportzone, die sich aus den Hochs der Monate Februar und April zusammensetzt, gefallen. Dann wäre hier nachhaltig etwas angebrannt. Aber wie gesagt:

Solange genug Akteure die kritischen Aspekte in Bezug auf die Rahmenbedingungen ignorieren, ist nach oben zunächst nichts unmöglich!

Der DAX schließt auf einem neuen Hoch, der TecDAX verliert zugleich knapp 0,7 Prozent. Da muss man genauer hinsehen. Und tut man es, entdeckt man eine potenzielle Trendwendeformation in Form eines „Evening Star“. Kritisch … aber noch ist sie nicht bestätigt.

Eine weiße Kerze, ein Doji und dann eine rote Kerze, all das direkt nacheinander und im Idealfall an einem Hoch im Anschluss an eine kräftige Rallye, das indiziert, dass den Bullen die Kontrolle über das Geschehen abhandenkommt. In unserem Fall ist zudem auffällig, dass es sich bei dem Doji in der Mitte dieser drei Kerzen umfassenden Formation auch noch um einen „Gravestone Doji“ handelt, der für sich genommen schon die Augenbrauen bei technisch orientierten Tradern hochgehen lässt. Und der kam zustande, als der TecDAX versuchte, sich aus dem im Mai etablierten, schmalen Aufwärtstrendkanal nach oben abzusetzen. Das sieht aus bullischer Sicht problematisch aus, aber:

TecDAX: Tages-Chart vom 11.08.2021, Kurs 3.812,92 Punkte, Kürzel TDX | Online Broker LYNX

Ein „Evening Star“ ist ein Warnsignal, eine „potenziell bärische“ Formation, denn es bedarf hier einer Bestätigung, bevor daraus ein echtes Short-Signal wird. Und die müsste umgehend kommen. Es ginge noch an, wenn es heute zu einer weißen Kerze käme, die nicht über 3.844 Punkte, das gestrige Tageshoch, hinauskommt und dann eine längere, rote Kerze folgt, die das gestrige Tagestief von 3.810 Punkten unterschreitet. Aber eigentlich müsste die Bestätigung der negativen Indikation in Form einer längeren, roten Kerze umgehend, also heute kommen. Übersetzt: Es müssten Anschlussverkäufe auftauchen statt Gegenwehr.

Expertenmeinung: Zu diskutieren, wie die Chancen stehen, dass die Bullen noch die Kurve kriegen, ist eigentlich müßig. Denn heute, spätestens morgen wird sich das zeigen. Aber solange der „große Bruder“, der Nasdaq 100, zwar nicht recht vorankommt, im Gegenzug aber auch nicht nennenswert unter die Räder kommt, sollte man sich hüten, beim TecDAX vorschnell von der Long- direkt auf die Short-Seite zu switchen. Gegebenenfalls den Gewinn in trockene Tücher zu packen ist eine Sache, aber für einen Short-Trade müsste mehr passieren als die ausstehende Bestätigung des „Evening Star“. Zumal, was oft übersehen wird, die Prognose-Reichweite solcher Formationen eigentlich nur einige wenige Tage beträgt. Ein „Evening Star“ kann das Topp eines Trends und damit dessen Wendepunkt werden. Aber das muss nicht so kommen.

TecDAX: Monats-Chart vom 11.08.2021, Kurs 3.812,92 Punkte, Kürzel TDX | Online Broker LYNX

Normalerweise braucht es zusätzliche, klar bärische Signale der Chart- und Markttechnik. Bevor man allein auf kurzfristiger Ebene über einen Wechsel auf Short nachdenkt, wären der Bruch des vorgenannten, im Mai entstandenen, aktuell durch die 20-Tage-Linie verstärkten Aufwärtstrendkanals durch Schlusskurse mindestens unter 3.690 Punkten und ein Verkaufssignal des Trendfolge-Indikators MACD zu fordern. Und auch dann gälte nur ein Short-Signal auf kurzfristiger Ebene, denn:

Solange der TecDAX nicht mit Schlusskursen unter 3.550 Punkten wieder in die endlich nach langem Ringen überbotene „Trompeten-Formation“ zurückfällt, die Sie im Chart auf Monatsbasis sehen, wäre alles, was sich darüber an Abgaben abspielt, als kurzfristige Korrektur und noch nicht als mittelfristig relevantes Short-Signal zu sehen.

Obwohl einzelne Aktien beim TecDAX wanken, bleibt der Index bislang klar bullisch. Und zum Ende des Monats gelang, worum die Trader zuvor sechs Monate vergebens gerungen hatten: Die große, 2018 etablierte „Trompeten-Formation“ ist bezwungen!

So etwas sieht man nicht alle Tage: Eine „Trompeten-Formation“ ist eine nach rechts offene Dreiecksformation, das heißt, die obere und untere Begrenzung der Formation bewegen sich auseinander. Das indiziert eine sukzessiv zunehmende Volatilität und ist, wenn es sich um eine mittel- bis langfristige Zeitebene handelt, entsprechend riskant, was das „Absturzpotenzial“ angeht. Das gilt natürlich vor allem dann, wenn sich die Kurse am oberen Ende der Formation festrennen. Genau das war beim TecDAX passiert.

Sie sehen im langfristigen Chart auf Monatsbasis, dass der Index seit Januar immer wieder versuchte, über die obere Begrenzungslinie hinauszukommen. Ende Juni lag der TecDAX zwar minimal über dieser per Ende Juli bei 3.550 Punkten verlaufenden Linie, ein signifikanter Befreiungsschlag war das aber noch nicht. Der wurde jetzt zum Ende des Julis nachgereicht. Was kann man mit einem solchen Phänomen praktisch anfangen?

TecDAX: Monats-Chart vom 30.07.2021, Kurs 3.681,37 Punkte, Kürzel TDX | Online Broker LYNX

Zum einen bedeutet ein Ausbruch aus einer „Trompete“ nach oben, dass der Index „überschießt“. So ein „overshooting“ animiert das bullische Lager gerne, noch aggressiver und riskanter zu agieren. Und das dürfte aktuell erst recht gelten, denn dass der TecDAX dadurch enttäuschende Wachstumsdaten (das deutsche Bruttoinlandsprodukt des zweiten Quartals wurde am Freitag mit nur +1,5 Prozent und damit unter den Erwartungen gemeldet) und eine zusehends brenzlige Inflation (Juli-Inflation für Deutschland +3,8 Prozent) einfach wegsteckt, dürfte so manchen Trader zu dem Glauben verleiten, die Hausse sei „unkaputtbar“. Sich in einer solchen Situation spekulativ gegen den Trend auf der Short-Seite zu positionieren, kann teuer kommen.

Zum anderen bedeutet der Ausbruch aus dieser Formation, dass diese obere Begrenzungslinie eine vitale Funktion als Unterstützung erhält. Nichts könnte jetzt negativer sein als ein Monats-Schlusskurs unter dieser bei 3.550 Punkten liegenden Linie. Grundsätzlich müsste man dazu natürlich abwarten, ob ein zwischenzeitig wieder darunter rutschender TecDAX am Ende eines Monats auch unter dieser Linie bliebe, aber:

Sie sehen im Chart auf Tagesbasis, dass, wer aggressiv und/oder kurzfristig Long agiert, auch ohne die „Trompete“ bei 3.550 eine neuralgische Supportzone vorfindet.

TecDAX: Tages-Chart vom 30.07.2021, Kurs 3.681,37 Punkte, Kürzel TDX | Online Broker LYNX

Denn ein Schlusskurs darunter hieße auch den Bruch der wichtigen, mittelfristigen Supportzone zwischen grob 3.550 und 3.600 Punkten, bestehend aus der Mai-Aufwärtstrendlinie, dem Februar-Hoch sowie dem Hoch des Monats April.

Solange diese Zone hält, ist jetzt nach oben nichts unmöglich. Aber bricht dieser Bereich, schließt der TecDAX klar unter 3.550 Zählern, gilt dieses „nichts ist unmöglich“ eben auch für die Unterseite!

Der TecDAX läuft wie auf Schienen aufwärts. So manchem Trader wird es angesichts der eingefahrenen Gewinne mulmig, schließlich gibt es kaum Unangenehmeres, als im Kopf schon verbuchte Gewinne wieder zu verlieren. Aber Vorsicht vor vorschnellen Verkäufen!

Dass der TecDAX die Widerstandszone, die sich aus dem April-Hoch bei 3.555 Punkten und dem bis vor kurzem das Jahreshoch stellenden Hoch vom Februar bei 3.606 Punkten zusammensetzt, mittlerweile überboten hat, ist den großen Erwartungen vieler Anleger zu verdanken. Sie setzen darauf, dass die Ergebnisse des zweiten Quartals ebenso überzeugend ausfallen werden wie die zu den ersten drei Monaten 2021 … und dass so manches TecDAX-Unternehmen auch noch seine Gesamtjahresprognose anhebt. Es kann so kommen. Aber wenn nicht, kann es mit diesem Anfang Mai etablierten Aufwärtstrend schnell vorbei sein.

TecDAX: Tages-Chart vom 14.07.2021, Kurs 3.645,23 Punkte, Kürzel TDX | Online Broker LYNX

Nicht wenige Marktteilnehmer dürften jetzt, da die Long-Gewinne sukzessiv wachsen, auf die Konjunkturdaten blicken und nervös werden. Und man läge auch nicht falsch, wenn man argumentieren würde, dass die Kurse dem tatsächlichen Wirtschaftswachstum weit vorausgelaufen sind. Dass die in den USA aus dem Ruder gelaufene Inflation nicht zuletzt wegen des steigenden US-Dollars über Rohstoffimporte auch hierzulande wieder Fahrt aufnehmen und auf die Unternehmensgewinne drücken wird. Dass es denkbar ist, dass der morgen anstehende Abrechnungstermin an der Terminbörse die Kurse zusätzlich getrieben hat und dieses Plus bei den Kursgewinnen nach der Abrechnung wieder verlorengehen könnte. Aber dem steht ein Aspekt gegenüber, den man nicht unterschätzen sollte:

Diese problematischen Aspekte existieren nicht erst seit gestern. Und trotzdem ist der TecDAX wie auf Schienen immer höher gelaufen, hat sich durch diese markante Widerstandszone 3.555/3.606 Punkte hindurch gekämpft und verteidigt diese seit einigen Tagen erfolgreich. Und das liegt auch daran, dass viele, die auf der Käuferseite stehen, die vorgenannten Risikofaktoren entweder nicht erkennen oder bewusst ausblenden.

Das wird nicht auf Dauer gutgehen, aber wer jetzt sicherheitshalber sein Geld vom Tisch nehmen würde, würde nur dann richtig liegen, wenn die negativen Faktoren sehr bald am Markt ankommen und den TecDAX in eine Abwärtswende führen sollten. Aber was, wenn nicht? Dann müsste man zusehen, irgendwie wieder auf der Long-Seite hineinzukommen. Was dann in der Regel bedeutet: Teuer verkaufen, aber noch teurer zurückkaufen.

Der bessere Weg wäre, in diesem Trend konsequent mitzuschwimmen, dabei aber immer dabei zu haben, was viele durch diesen sturen Aufwärtstrend leichtsinnig gewordene Akteure für überflüssig halten: den Rettungsring. In Relation zur gesamten Aufwärtsbewegung seit Mitte Mai liegen die kurzfristig entscheidenden Unterstützungen ja auch angenehm nah. Die Schlüsselzone ist deckungsgleich mit der vorherigen Widerstandszone 3.555/3.606 Punkte und wird derzeit durch die Mai-Aufwärtstrendlinie und die deckungsgleich mit dieser laufenden 20-Tage-Linie verstärkt.

TecDAX: Wochen-Chart vom 14.07.2021, Kurs 3.645,23 Punkte, Kürzel TDX | Online Broker LYNX

Würde der TecDAX von den kritischen Faktoren seitens der Rahmenbedingungen eingeholt und diese Zone brechen, dann wäre das in der Tat ein Signal, um die Gewinne mitzunehmen. Solange das aber nicht passiert, bleibt die Chance, dass nach oben noch einiges drin wäre, erhalten. Und wer mit dem Trend agiert, hat ja ohnehin den großen Vorteil, dass viele der relevanten Supportmarken wie gleitende Durchschnitte und Trendlinien zu seinen Gunsten sukzessiv höher laufen. Vorzeitig auszusteigen könnte daher mehr Verdruss bringen, als in aller Ruhe dem Trend zu folgen, dabei aber die Stoppkurse konsequent nachzuziehen … und natürlich, würden sie erreicht, auch konsequent umzusetzen.