Zalando Aktie aktuell Zalando: Besser nicht vorschnell zum Bären werden!

News: Aktuelle Analyse der Zalando Aktie

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Zalando
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Zur Zalando Aktie

Seit März testet die Zalando-Aktie immer wieder die wichtige 200-Tage-Linie, so auch aktuell. Bislang gelang es sie zu halten. Diesmal dürfte das nicht so einfach werden, doch auch, wenn sie fallen sollte: Die Bullen hätten noch einige markante Supportlinien in der Hinterhand!

Zwischenzeitig hatte die Zalando-Aktie zwar mit 105,90 Euro neue Rekordhochs erreicht, aber momentan findet sich der Kurs auf einem Level wieder, das man schon im November 2020 gesehen hatte. Das ist insofern bemerkenswert, weil man damals noch dachte, dass der Onlinehändler die durch die Lockdowns gestützten Umsätze und Gewinne des Jahres 2020 im laufenden Jahr nicht werde halten können. Doch das wird gelingen, Zalando wird sogar noch zulegen. Und es fällt darüber hinaus auf, dass die Analysten hier mit großer Mehrheit bullisch sind. Nur 5 von 27 Experten haben derzeit eine negative Einstufung, zudem liegt das durchschnittliche Kursziel mit 114 Euro sehr deutlich über dem aktuellen Kursniveau.

Die Aktie müsste daher eigentlich besser dastehen. Aber ein „eigentlich“ alleine wird nicht reichen, um die Kurve nach oben zu kriegen. Denn je länger eine Aktie einen Aufwärtsimpuls verweigert, desto weniger Akteure pflegen sich aktiv zu beteiligen, um eben das zu erreichen. Und Chartbilder wie das der Zalando-Aktie lockt zudem Leerverkäufer an, die versuchen, unschlüssige, bereits investierte Akteure durch aktive Verkäufe zum Ausstieg zu bewegen. Doch man sollte sich bei einer Aktie wie dieser nicht zu sicher sein, dass sich hier auf der Short-Seite allzu viel gewinnen ließe, denn:

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Zalando Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Hier spannt sich quasi ein Gummiband zwischen steigenden Umsätzen und Gewinnen des Unternehmens und einem seit Monaten volatil seitwärts laufenden Aktienkurses. Die natürliche Richtung, in der das Gummiband zurückschnappen würde, wäre die nach oben. Es sei denn, die bislang positive Perspektive in Sachen Unternehmensgewinne würde sich deutlicher eintrüben, doch davon ist bislang nichts zu erkennen.

Zalando-Aktie: Chart vom 20.09.2021, Kurs 90,72 Euro, Kürzel ZAL | Online Broker LYNX

Hinzu kommt, dass man im Chartbild zwar sieht, dass die Käufer jüngst eine Niederlage einstecken mussten, als es misslang, den Kurs über die im Chart rot markierte, ansteigende Nackenlinie der im Sommer vollendeten Schulter-Kopf-Schulter-Formation hinaus zu bekommen. Aber noch ringt die Zalando-Aktie mit der 200-Tage-Linie, signifikant ist deren Bruch noch nicht. Und selbst wenn sie deutlicher gebrochen würde: Das wäre dann zwar das erste Mal seit Februar 2020. Aber knapp darunter warten noch zwei weitere potenzielle untere Wendepunkte. Zum einen das August-Tief bei 88,16 Euro, zum anderen die den Kurs seit November begleitende Aufwärtstrendlinie bei aktuell 84,90 Euro.

Erst, wenn diese beiden Linien ebenfalls durchschlagen wären und man mutmaßen müsste, dass Zalandos aktuelle Perspektiven für das Gesamtjahr nicht mehr zu halten sind, wäre die Aktie für Short-Trades interessant. Bis dahin wäre es sinnvoller, nach gehaltenen Unterstützungen mit anschließenden, umsatzstarken Käufen Ausschau zu halten, die andeuten, dass sich die Bullen hier nicht so leicht aus dem Feld schlagen lassen.

 

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Vorherige Analysen der Zalando Aktie

Mitte vergangener Woche hätte die Zalando-Aktie eine ideale Gelegenheit gehabt, nach oben auszubrechen – doch die Bullen ließen ihre Chance liegen. Aber eine Aktie wie Zalando lässt sich nicht so leicht unterkriegen, ein zweiter Anlauf wäre jederzeit denkbar.

Die Gefahr, dass die gut 20 Prozent der Zalando-Aktien, die der vormalige schwedische Großaktionär Kinnevik seinen Aktionären übertragen hatte, großenteils auf dem Markt landen und den Kurs drücken könnten, ist wohl vorüber. Denn diese Aktien wären mittlerweile seit Wochen handelbar, nennenswert gedrückt hat das Zalando nicht. Auch die Anfang August vorgelegte Bilanz des zweiten Quartals war nichts, das eine Abwärtswende hätte auslösen können, auch, wenn der Vorsteuergewinn unter der durchschnittlichen Prognose der Analysten blieb. Es ist eher eine Art „Amazon-Phänomen“, das die Aktie derzeit bremst.

Expertenmeinung: Mit diesem Begriff meine ich, dass viele Anleger zwar die immense Erfolgsgeschichte von Zalando honorieren, jetzt aber, da der lange Weg hin zu tauglichen Gewinnmargen und schwarzen Zahlen durchschritten ist, beginnen zu zweifeln. Sie befürchten, dass das Wachstum deutlich an Fahrt verlieren wird und daher die zuvor in der Zeit rasanter Umsatzzuwächse akzeptable, hohe Bewertung mit einem Kurs/Gewinn-Verhältnis von 97 (auf Basis der durchschnittlichen 2021er-Gewinnschätzung der Analysten) zu hoch ist. Haben die Skeptiker Recht?

Bislang nicht, immerhin lag das Bruttowarenvolumen im zweiten Quartal 2021 um satte 40 Prozent über dem des Vorjahresquartals – und das, obwohl das zweite Quartal 2020 vom Lockdown geprägt und daher den Onlinehändler begünstigte. Zalando berichtete im Zuge der Anfang August vorgelegten Bilanz auch darüber, dass Kunden, die im Zuge der Lockdowns erstmals bei Zalando bestellt hatten, weiterhin sehr aktiv seien. Die Chance, dass Zalandos Wachstum sich fortsetzt und die Aktie trotz des hohen KGVs somit nicht zu teuer wäre, ist also genauso da, wie auch Amazon über Jahre hinweg die Skeptiker widerlegen konnte.

Es ist durchaus möglich, dass sich die Aktie deshalb erst wieder in Marsch setzt, wenn absehbar ist, wie sich das zu knapp zwei Dritteln absolvierte dritte Quartal darstellt. Aber einer Aktie wie Zalando ist ein Ausbruch nach oben jederzeit zuzutrauen, aus dem Auge lassen sollte man sie daher besser nicht. Sollte es gelingen, das Vorwochen-Verlaufshoch und damit den Peak des gescheiterten Befreiungsschlags bei 96,68 Euro auf Schlusskursbasis zu überwinden, wäre die Chance da, das bisherige Verlaufshoch von 105,90 Euro anzugehen.

Im Gegenzug wäre die Aktie schwer angeschlagen, wenn sie mit Schlusskursen unter 88,16 Euro durch die Mai-Aufwärtstrendlinie, die 200-Tage-Linie und das August-Verlaufstief rutschen sollte. Und sie würde mittelfristig sogar bärisch, wenn mit Closings unter 83,80 Euro die mittelfristige Aufwärtstrendlinie durchschlagen würde. Aber der Weg nach unten wäre derzeit aufgrund der grundsätzlich tadellosen Wachstumsstory der weniger wahrscheinliche, wenngleich natürlich nie auszuschließende, Weg.

Chart vom 27.08.2021, Kurs 94,12 Euro, Kürzel ZAL | Online Broker LYNX

Deutlich mehr umgesetzt, aber weniger verdient: Solche Bilanzen mögen die Anleger gar nicht. Aber genau das legte Zalando am Donnerstag für das zweite Quartal vor. Es gelang zwar, einen Teil der Verluste bei der Zalando-Aktie wettzumachen – aber der Chart sieht wacklig aus.

Und das Chartbild kommt wohl ebenso wacklig daher wie die Stimmung der Anleger. Denn ja, man wusste schon, dass der Online-Riese vor Steuern und Zinsen (EBIT) weniger verdienen würde als im Vorjahresquartal, die Analysten hatten da im Schnitt 199 Millionen Euro nach den starken 212 Millionen im zweiten Quartal 2020 gesehen. Immerhin war das damals die Kernphase des harten Lockdowns, in diesem Frühjahr hatten die Geschäfte in der zweiten Hälfte des Quartals aber wieder offen. Aber auch diese vorsichtige Prognose wurde verfehlt. Während man beim Umsatz mit 2,73 Milliarden Euro (Vorjahr 2,03 Milliarden) fast punktgenau die Expertenschätzungen traf, lag das EBIT von 184,1 Millionen klar unter den Erwartungen.

Netto war Zalando zwar mit 120,4 Millionen ganz nahe dran an den 122,6 Millionen Euro des zweiten Quartals 2020. Aber dass einige Marktteilnehmer zunächst verschreckt die Reißleine zogen, ist nicht unbedingt überraschend. Die Frage ist, ob man sich schnell beruhigt und die Aktie aus der charttechnischen Gefahrenzone holt oder aber eine Abwärtswende blüht.

Expertenmeinung: Denn es gab ja durchaus Lichtblicke. Dass das zweite Quartal weniger Gewinn einbrachte als dieses als Sondersituation anzusehende Vorjahresquartal, ist eine Sache. Aber was das Gesamtjahr angeht, peilte Zalando schon im Vorfeld einen EBIT-Gewinn zwischen 400 und 475 Millionen Euro an. Das EBIT hatte 2020 bei 420 Millionen gelegen, man ist also durchaus „dran“ am Vorjahr. Zumal Zalando gestern mitteilte, dass man angesichts der derzeitigen Situation erwarte, die obere Hälfte der Range 400/475 Millionen zu erreichen. Daran könnte sich orientieren, wer jetzt überlegt, diesen gestrigen Rücksetzer zum Einstieg zu nutzen, aber erst die kommenden Tage werden zeigen, ob diese Sichtweise überwiegt oder beunruhigte Akteure weiter aussteigen. Charttechnisch steht man da jetzt Spitz auf Knopf:

Zalando-Aktie: Chart vom 05.08.2021, Kurs 92,68 Euro, Kürzel ZAL | Online Broker LYNX

Das Chartbild sah ja, wie vergangene Woche berichtet, schon im Vorfeld der Zahlen nach Toppbildung aus. Am gestrigen Tagestief wäre dieses Topp auch vollendet gewesen, die Aktie war unter die horizontale Nackenlinie der Toppbildung und darüber hinaus auch noch unter die 200-Tage-Linie gerutscht. Die Rettungskäufe zum Handelsende hievten die Aktie zwar wieder über diese bei 90,28 und 91,80 Euro gelegenen Linien, aber der Kurs müsste sich schon zwei, drei Tage solide über dieser Zone halten, um hoffen zu lassen, dass hier keine zweite Verkaufswelle folgt. Käme es dazu, wäre keineswegs auszuschließen, dass die Zalando-Aktie Richtung der mittelfristigen Supportzone 80/83 Euro weiter nachgibt.

Und ab wann wäre die Kuh vom Eis? Derzeit müsste der Kurs dafür über 98,50 Euro schließen, dann wären 20-Tage-Linie und kurzfristige Abwärtstrendlinie überboten und das Risiko einer mittelfristig relevanten Abwärtswende erst einmal vom Tisch. Das ist nicht unmöglich, wäre aber ein zu steiniger Weg, um einen solchen, unmittelbar folgenden Aufwärtsimpuls einfach vorauszusetzen.

Die Zalando-Aktie verlor am Freitag kräftig an Boden. Basis der Abgaben war die Sorge, dass das enttäuschende Ergebnis des Platzhirschs amazon.com bedeutet, dass der Onlinehandel insgesamt weniger gut laufen wird als gedacht. Aber ist diese Schlussfolgerung richtig?

Richtig ist zwar, dass Amazon am Donnerstagabend mit seiner Perspektive für das laufende dritte Quartal enttäuschte. Und das hinsichtlich des avisierten operativen Gewinns immens. Aber nicht richtig ist, dass das zwingend ein Problem des Onlinehandels insgesamt sein muss.

Zalando zeigt sich weiterhin rührig, baut sein Angebot und die Plattform weiter aus und hat 2020 einen Rekordgewinn eingefahren, den das Unternehmen, wenn die Analysten Recht behalten, 2021 noch ausbauen wird. Auch für die kommenden Jahre erwarten die Experten weiteres Wachstum. Und was die Einschätzungen für die Aktie angeht, sind 80 Prozent der Analysten bullisch, das mittlere Kursziel für Zalando liegt derzeit mit 111 Euro deutlich über dem aktuellen Kursniveau. War das Minus von 3,64 Prozent am Freitag also nur eine kurzlebige, nervöse Reaktion?

Zalando-Aktie: Chart vom 30.07.2021, Kurs 93,76 Euro, Kürzel ZAL | Online Broker LYNX

Expertenmeinung: Was die unmittelbare Verbindung zu den Perspektiven von amazon.com angeht, sicherlich. Aber damit die Aktie auch im Bereich der Anfang Juli bei 105,90 Euro erreichten, bisherigen Bestmarke bleibt, diese erneut angeht und im Idealfall überbietet, muss auch der Beweis erbracht werden, dass sich die Lage bei Zalando deutlich robuster darstellt.

Es wird also auf die eigene Quartalsbilanz und die eigenen Perspektiven ankommen. Und da muss man nicht mehr lange warten, die Zalando-Ergebnisse stehen für den 5. August im Terminkalender. Oft hat der Online-Händler da Vorab-Ergebnisse vorgelegt, das ist diesmal ausgeblieben. Ob das aber ein schlechtes Zeichen ist, darüber sollte man besser gar nicht erst spekulieren: Am Donnerstag wissen wir mehr.

Sollten die Ergebnisse die Anleger überzeugen, wäre eine Attacke an und ggf. auch über das vorgenannte, bisherige Hoch zu vermuten. Aber was, wenn diese Zahlen genauso enttäuschen wie die des Marktführers Amazon? Dann sollte man absolut pragmatisch agieren, wenn die Aktie entscheidende Unterstützungen bricht. Denn Zalandos Kursniveau ist nur gerechtfertigt, wenn das Wachstum der Unternehmensgewinne hoch bleibt.

Achten Sie da vor allem auf zwei Bereiche. Auf kurzfristiger Ebene ist die Linie bei 91,80 Euro wichtig. Dort läge die horizontale Nackenlinie einer Schulter-Kopf-Schulter-Wendeformation, deren eigentliche, nach oben weisende Nackenlinie am Freitag bereits leicht gebrochen wurde. Auf mittelfristiger Ebene ist es der Bereich zwischen der im November etablierten, mäßig steigenden Aufwärtstrendlinie bei knapp 83 Euro und dem letzten, nennenswerten Zwischentief vom Mai bei 80,20 Euro, auf den es ankommt. Sollte diese Zone fallen, wäre es auch für weniger kurzfristig orientierte Akteure zu überlegen, die Reißleine zu ziehen.

Das Risiko, dass viel von den 21 Prozent der Zalando-Aktien, die vom Ex-Großaktionär Kinnevik an seine Anteilseigner ausgeschüttet wurden, noch auf dem deutschen Markt verkauft wird, ist mittlerweile gesunken. Kann die Aktie jetzt wieder durchstarten?

Bis zum 14. Juli hätten diejenigen, die als Investoren des Ex-Zalando-Großaktionärs Kinnevik in den Genuss eines „Geschenks“ in Form von Anteilen des großen Zalando-Pakets gekommen sind, von dem sich Kinnevik nunmehr getrennt hat, diese Anteile in deutsche Zalando-Aktien tauschen können. Um zu verkaufen, wäre das erforderlich gewesen, weil die Ex-Kinnevik-Anteile von Zalando nicht unmittelbar an der Börse handelbar sind. Wie viele diese Möglichkeit genutzt haben, ist offen. Aber dass die Zalando-Aktie zwar genau mit dem 14. Juli abzurutschen begann, letztlich aber nur wenig Boden preisgab, deutet an:

Allzu viel scheint da seitens dieser Akteure nicht auf den Markt zu kommen, zumal die Umsätze in der Zalando-Aktie seit Mittwoch zwar höher waren als in den Vortagen, dieser Umsatz auf mittelfristige Sicht aber nur als „lebhaft“ einzuordnen wäre. Es ist gut möglich, dass diejenigen, die Zalando auf ihrer Watchlist Long haben, noch ein paar Tage abwarten, ob sich nicht doch noch größerer Druck einstellt, aber grundsätzlich könnte man festhalten, dass das Damoklesschwert dieser 21 Prozent aller Zalando-Aktien, die in kurzer Zeit hätten auf dem Markt landen können, abgewendet ist. Also könnte die Aktie in Kürze wieder durchstarten und sich dann endlich deutlicher über die runde 100 Euro-Marke hinaus absetzen, oder?

Expertenmeinung: Würde es nur nach den Analysten gehen, dann sicherlich. Seit Monatsanfang haben fünf Analysten ihre Kursziele für die Aktie des Online-Händlers angepasst – und alle nach oben. Drei Viertel der die Aktie beobachtenden Experten haben derzeit ein „Kaufen“-Rating. Das mittlere Kursziel der Analysten liegt bei 111 Euro, das höchste, gerade kürzlich von der Bank of America ausgelobt, liegt sogar bei 140 Euro. Was also sollte die Käufer davon abhalten, den Kurs in diese Richtung zu tragen?

Wenn die Bilanz des zweiten Quartals nebst der Gesamtjahresprognose überzeugt, indem die Analysten-Prognosen geschlagen werden, dürfte die Antwort lauten: gar nichts. Dann wäre es eher überraschend, wenn die Aktie nicht kräftig zulegen würde. Immerhin fiel das Ergebnis des ersten Quartals hervorragend aus, zugleich wurde Anfang Mai bereits die Gesamtjahresprognose angehoben. Bleibt das Wachstumstempo so dynamisch, ist nach oben noch Spielraum. Denn die Bewertung über das Kurs/Gewinn-Verhältnis ist zwar hoch, liegt derzeit knapp unter 100, aber das Wachstumstempo ist es eben auch. Zalando darf nur keine Schwäche zeigen und muss weiter mit seinen Zahlen begeistern, dann wäre die Chance, dass die Aktie das bisherige Rekordhoch bei 105,90 Euro überbietet, gut.

Doch das einfach vorauszusetzen, könnte schiefgehen. Am Markt sind mit den Kursen auch die Erwartungen gestiegen. Selbst ein „wie erwartet“ könnte in einem solchen Umfeld zu wenig sein. Daher wäre es sinnvoll, entweder erst dann einen Long-Trade zu erwägen, wenn die nächstgelegene, potenzielle Widerstandsmarke in Form der bei 101,35 Euro verlaufenden 20-Tage-Linie zurückerobert wurde. Oder wenn man eine positive Reaktion auf die Bilanz erkennen kann, wobei es recht wahrscheinlich ist, dass Zalando im Vorgriff auf den eigentlichen Bilanztermin am 5.8. in einigen Tagen vorläufige Zahlen vorlegen wird.

Zalando-Aktie: Chart vom 16.07.2021, Kurs 96,70 Euro, Kürzel ZAL | Online Broker LYNX

Das Jahr 2020 lief sehr gut, die Bilanz des 1. Quartals war grandios, die 2021er-Prognose wurde erhöht, trotzdem steckte die Zalando-Aktie seit Februar fest. Doch jetzt zieht sie auf einmal an. Und das hat einen Grund, der für die Bullen eine Chance auf „mehr“ bedeutet.

Denn im Mai wurde vollzogen, wovor sich die Zalando-Aktionäre seit dem 17. Februar fürchteten: Der schwedische Großaktionär Kinnevik, der immerhin noch gut 20 Prozent an Zalando hielt, hat seinen Anteil unter den eigenen Aktionären ausgeschüttet. Die Sorge war, dass diese Investoren ihr im Februar von Kinnevik avisiertes „Geschenk“ in Form von Zalando-Aktien nicht behalten, sondern über die Börse verkaufen könnten. Und gut 20 Prozent von Zalando auf einmal über den Markt verkaufen, das hätte die Aktie massiv unter Druck setzen können. Aber so kam es eben nicht.

Die Übertragung der Aktien erfolgte Mitte Mai … und ja, da tat sich allerhand, denn sofort verdoppelte sich der Umsatz in der Zalando-Aktie und ist auch weiterhin ungewöhnlich hoch. Nicht wenige „Ex-Kinnevik-Aktien“ gehen also um. Aber sie drücken die Aktie nicht, der Kurs legt im Gegenteil zu. Es scheint, als würden andere Investoren das, was da an den Markt kommt, nur zu gerne einsammeln und dabei mehr haben wollen, als herauskommt. Und das ist natürlich eine perfekte Basis für eine Fortsetzung dessen, was wir gerade sehen: eine Rallye.

Expertenmeinung: Wenn man sich ansieht, was Zalando mit der im Mai angehobenen Gesamtjahresprognose avisiert, liegt der Gedanke nahe, dass jetzt eine Bremse gelöst wurde und dadurch endlich der Treibstoff wirken kann, den diese Prognose bedeutet. Der Umsatz soll laut dieser Perspektive zwischen 26 und 31 Prozent zulegen, der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) wird zwischen 400 und 475 Millionen Euro gesehen (2020: 420,8 Millionen Euro). Damit wäre also möglich, womit viele Analysten im Vorfeld nicht gerechnet hatten: dass Zalando seinen starken 2020er-Gewinn bereits 2021 überbieten kann.

Diese Perspektive besteht zwar seit Anfang Mai, aber da war eben noch dieser Klotz am Bein, die Ungewissheit, was die von Kinnevik zu Zalando-Aktionären gemachten Neu-Anteilseigner mit diesen Aktien tun würden. Solange der Trend der Aktie aufwärts weist und Zalando weiter positive Nachrichten liefert, ist die Chance gut, dass sich jetzt kaum noch jemand doch noch zum Ausstieg entscheidet.

Wichtig wäre dazu aber, dass der Zalando-Kurs die beiden bisherigen Ausflüge über die runde Marke von 100 Euro toppt, indem er das bisherige Verlaufshoch von 103,35 Euro auf Schlusskursbasis überwindet. Gelingt das, könnte diese Aktie allemal noch weiterlaufen. Die Analysten sehen da jedenfalls gute Chancen: Deren durchschnittliches Kursziel liegt momentan um 108 Euro, das höchste unter diesen Kurszielen lobt sogar 130 Euro für Zalando aus.

Zalando-Aktie: Chart vom 08.06.2021, Kurs 98,08 Euro, Kürzel ZAL | Online Broker LYNX