Skip to main content
Bitte wählen Sie:

TeamViewer Aktie Prognose TeamViewer am Kollabieren? Jetzt schlagen etliche Insider zu

News: Aktuelle Analyse der TeamViewer Aktie

In diesem Artikel
TeamViewer
ISIN: DE000A2YN900
|
Ticker: TMV -,-- %
|
Börse: --

--- EUR
---% (1D)
1 W ---
1 M ---
1 J ---
Gültigkeit der Analyse
1 Woche
Erwartung: Neutral
Zur TeamViewer Aktie

Die Aktienanalysen von Tobias Krieg basieren auf einer Kombination aus Charttechnik und Fundamentalanalyse. Dabei liegt der Fokus auf der Bewertung von Unternehmen anhand ihrer finanziellen Kennzahlen, wie z. B. KGV, Cashflow oder Eigenkapitalrendite, sowie auf der Identifikation von überdurchschnittlichen Wachstumspotenzialen zu einem attraktiven Einstiegskurs.

Eine riskante Übernahme, enttäuschende Quartalszahlen und der Kurs im freien Fall. Bei TeamViewer brennt die Hütte. Doch plötzlich schlagen etliche Insider zu.

Mit Ansage

In der letzten Analyse von TeamViewer haben wir die damalige Situation und die Zukunftsaussichten im Detail beleuchtet, vor allem die damalige Übernahme 1E:
TeamViewer auf riskantem Kurs: 720-Millionen-Übernahme

Ich hatte die Übernahme damals kritisch betrachtet. Meiner Einschätzung nach war der Deal angesichts des hohen Kaufpreises und der vergleichsweise geringen Umsatzsteigerung sehr riskant.
TeamViewer nimmt dafür eine erhebliche Verschuldung in Kauf, die das Unternehmen auf Jahre belasten dürfte.

Zwar betont der Vorstand die strategischen Vorteile – etwa die Erweiterung des Portfolios im Bereich Digital Workplace Management und den Zugang zu neuen Märkten –, doch ich sehe vor allem die finanziellen Risiken.
Die hohen Zinskosten und die ungewisse Integration von 1E dürften das Ergebnis belasten.
Aus meiner Sicht steht daher viel auf dem Spiel, und es bleibt fraglich, ob diese Übernahme langfristig wirklich im Interesse der Aktionäre ist.

TeamViewer Aktie: Chart vom 28.10.2025, Kurs: 6,53 EUR - Kürzel: TMV | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
TeamViewer Aktie: Chart vom 28.10.2025, Kurs: 6,53 EUR – Kürzel: TMV | Quelle: TWS

Dass diese eher negative Einschätzung der Situation nicht ganz falsch war, zeigt die Kursentwicklung. Seit der damaligen Analyse ist der Kurs von 12,54 auf 6,53 Euro gefallen.

Damit ist der Bodenbildungsversuch der letzten Monate krachend gescheitert. Der Kurs von TeamViewer ist auf ein Allzeittief gefallen.

Aus technischer Sicht befindet sich die Aktie in einer prekären Lage, denn handfeste Unterstützungen gibt es jetzt nicht mehr.
Wo sich ein Boden ausbilden wird, ist kaum abzusehen. Erste positive Signale würden sich erst über 7,67 Euro ergeben.

Doch wie ist es dazu gekommen?

Nachlassende Dynamik

Im Endeffekt steht die Aktie seit Ende April unter Druck. In diesem Zeitraum hat das Unternehmen dreimal Zahlen vorgelegt – schauen wir sie uns also an.

Im ersten Quartal konnte der Umsatz um 7 % auf 190,3 Mio. Euro gesteigert werden. Das wichtige Enterprise-Geschäft verzeichnete sogar ein Plus von 22 %, allerdings entfällt auf diese Sparte auch nur etwa ein Viertel des Konzerngeschäfts.

Der Quartalsbericht zeigt auch, worauf ich in der letzten Analyse bereits hingewiesen hatte: 1E hat im ersten Quartal nur einen Umsatz von 17,8 Mio. Euro erzielt, obendrein war das Wachstum mit 16 % alles andere als astronomisch.
Man muss sich ernsthaft die Frage stellen, ob der Vorstand nicht wesentlich zu viel für diese neue Tochter gezahlt hat.
Das Ergebnis ist auf Jahressicht aber immerhin von 0,22 auf 0,27 Euro je Aktie gestiegen.

Im zweiten Quartal hat die Wachstumsdynamik nachgelassen, der Umsatz konnte lediglich um 6 % auf 191 Mio. Euro gesteigert werden.
Selbst das Enterprise-Geschäft verzeichnete nur noch ein Umsatzplus von 13 %, das einstige Kerngeschäft (SMB) stagnierte mit +1 % weitgehend.
Und die neue Tochter 1E wird zunehmend zur Enttäuschung – der Umsatz konnte in Q2 nur um magere 2 % gesteigert werden, währungsbereinigt um 7 %.

Das ist bedenklich

Das Ergebnis konnte auf Jahressicht von 0,24 auf 0,26 Euro gesteigert werden, im Vergleich zum vorherigen Quartal war es jedoch leicht rückläufig.
Ich möchte an dieser Stelle auch noch einen Dank an das IR-Team von TeamViewer aussprechen, das nicht dazu in der Lage ist, die Vorjahresergebnisse in den Quartalsmitteilungen unterzubringen.

Im dritten Quartal hat sich der Abwärtstrend fortgesetzt. Der Umsatz konnte nur noch um 4 % auf 192 Mio. Euro gesteigert werden. Der Umsatz lag somit in etwa auf dem Niveau des vorangegangenen Quartals – das Wachstum ist somit faktisch zum Erliegen gekommen.

Besonders enttäuschend entwickelt sich 1E: Der Umsatz der neuen Tochter war von 18,1 auf 15,4 Mio. Euro rückläufig.
Wenn man bedenkt, dass TeamViewer für 1E über 700 Millionen Euro auf den Tisch gelegt hat, ist das geradezu erschreckend.

Auf Seite 10 der Quartalsmitteilung lässt sich dann tatsächlich auch das Ergebnis finden – TeamViewer beziffert es mit 0,32 Euro je Aktie.
Dazu sei gesagt, dass es sich um einen „bereinigten Gewinn“ handelt, ebenso wie bei den vorherigen Daten.

Das Ergebnis aus dem Vorjahr lässt sich auf Seite 2 der Quartalsmitteilung aus dem Vorjahr finden. Es lag bei 0,29 Euro je Aktie.

Prognosen gekappt – Vertrauen verloren

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich die Einschätzung der Übernahme von 1E mit jedem Quartalsbericht weiter verschlechtert hat.
Es wäre gut möglich, dass der Vorstand nach dem Fiasko mit dem Manchester-Werbedeal mit 1E das nächste Millionengrab geschaufelt hat – allerdings kann man aus der Übernahme, ganz im Gegensatz zu dem Werbedeal, nicht wieder aussteigen.

Da die Wachstumsdynamik spürbar nachgelassen hat, hat sich TeamViewer dazu gezwungen gesehen, die Umsatzprognose (ARR, Annual Recurring Revenue) für das laufende Geschäftsjahr von 815–840 auf 780–800 Mio. Euro zu senken.

Im gleichen Zug wurde auch noch die Prognose für 2026 kassiert. TeamViewer stellt nur noch ein Umsatzplus von 2–6 % in Aussicht und kappt die Umsatzerwartung demnach von 850–870 auf 790–825 Mio. Euro.

Das Unternehmen scheint ernstzunehmende Probleme mit dem Wachstum zu haben – ganz offensichtlich gräbt die Konkurrenz TeamViewer das Wasser ab.

Der Vorstand setzt ein Zeichen

Nachdem die Bären in diesem Artikel bisher ihre Freude hatten, dürfte sich das jetzt schlagartig ändern, denn trotz all der Probleme haben die Bullen ebenfalls gute Argumente.

Trotz der nachlassenden Wachstumsdynamik ist es Teamviewer gelungen, die Profitabilität hochzuhalten und den Gewinn zu steigern. Die EBITDA-Marge ist grundsolide und dürfte in diesem Jahr bei etwa 44 % liegen.

Das Ergebnis dürfte im laufenden Geschäftsjahr von 0,77 auf 0,80 Euro je Aktie steigen.
Teamviewer kommt demnach auf ein KGVe von 8,2. Das ist nach allen Maßstäben wenig – vor allem für ein gut skalierbares Geschäftsmodell. Es fehlt eben nur das Wachstum.

Der Vorstand hat sich nach dem Kurssturz entschlossen, ein Zeichen zu setzen. CEO Steil hat zu einem Kurs von 6,47 Euro 50.000 Aktien gekauft.
CFO Wilkens hat 10.000 Aktien zu einem Preis von 6,45 Euro eingesammelt. Aufsichtsratsmitglied Peled hat sich 30.000 Aktien zu einem Preis von 7,62 USD gesichert, und Aufsichtsratsmitglied Dieter hat sich 20.000 Aktien für 6,65 Euro gesichert.
CRO Banfield hat ebenfalls zugeschlagen und 15.000 Aktien zu 6,73 Euro gekauft. Und zuletzt hat auch noch CPTO Dent bei einem Kurs von 6,70 Euro zugeschlagen und 10.000 Aktien gekauft.

Damit dürften die Insider vermutlich gut fahren. Selbst wenn man eine weitgehende Stagnation unterstellt, ist ein KGV von 10 sicherlich nicht zu hoch gegriffen und entspräche einem Kursziel von 8 Euro.

Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 28.10.2025 um 11:43 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.


Nachricht schicken an Tobias Krieg
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.

Tobias Krieg ist Chefanalyst bei LYNX Broker und Gründer von LongTerm-Value.
Er ist seit mehr als fünfzehn Jahren an der Börse aktiv, davon mehr als eine Dekade als leidenschaftlicher Vollzeit-Investor. Geprägt durch Vorbilder wie Charlie Munger, Peter Lynch und Bill Miller ist Value Investing der Grundsatz und Growth at a reasonable Price der Wahlspruch.
Denn auch gute Unternehmen können schlechte Investments sein. Ein attraktiver Einstiegskurs zum richtigen Zeitpunkt ist absolut entscheidend.

Mehr als 13.000 Investoren & Trader folgen mir und meinen täglichen Ausführungen auf Guidants.

Ausgezeichnete Preise. Ausgezeichneter Service. Mein Broker ist LYNX.

Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.
Wie hilfreich fanden Sie den Artikel?(erforderlich)
Wenig hilfreichSehr hilfreich
Ab jetzt täglich die neuesten Börsenblick-Analysen per E-Mail erhalten
Loading ...
Alle Börsenblick Artikel

Vorherige Analysen der TeamViewer Aktie

23.10.2025
08:22 Uhr

TeamViewer: Neue Rekorde … aber falsche Richtung — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Die Aktie des Software-Unternehmens TeamViewer erreichte am Mittwoch ein neues Rekordtief bei 6,41 Euro, auch der Schlusskurs war mit 6,645 Euro der niedrigste seit dem Börsengang 2019. Auslöser: Eine Senkung der 2025er- und 2026er-Prognose. Und was nun?

Immer dann, wenn Aktien drastisch fallen, hegen manche Anleger den Gedanken, dass eine so plötzlich so viel billiger zu bekommende Aktie eigentlich ein Schnäppchen sein müsste. Doch das wäre nur der Fall, wenn der Markt drastisch überreagiert hätte und damit eine sehr gute Chance bestünde, dass sich der Kurs zeitnah deutlich in die Gegenrichtung aufmacht. Und das ist in diesem Fall fraglich genug, um das Fazit gleich vorzuziehen: Nicht ins fallende Messer greifen!

TeamViewer Aktie: Chart vom 22.10.2025, Kurs 6,645 Euro, Kürzel: TMV | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
TeamViewer Aktie: Chart vom 22.10.2025, Kurs 6,645 Euro, Kürzel: TMV | Quelle: TWS

TeamViewer kam am Dienstagabend schon fast in der Nacht, konkret um 23:06 Uhr, mit einer Ad-hoc-Meldung daher, in welcher die bisherigen Prognosen gesenkt wurden; etwas später folgten dann die vorgezogenen, eigentlich auf den 4. November terminierten Ergebnisse für das 3. Quartal. Und die waren eben nicht gerade erfreulich:

Expertenmeinung: Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahresquartal um vier, der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) um ein Prozent. Das war eher mager, die Experten hatten mehrheitlich mit mehr gerechnet. TeamViewer selbst offenkundig auch, denn man stellte fest, dass die bisherigen Ziele so nicht zu halten sein würden. Die Umsatzprognose wurde zwar beibehalten, obwohl man beim Umsatz bei den wiederkehrenden Einnahmen nur noch 780 bis 800 nach bislang 815 bis 840 Millionen Euro erwartet. Aber jetzt sieht man da nur noch einen „Zieleinlauf“ am unteren Ende der Spanne. Und auch für 2026 werden die Brötchen jetzt kleiner, das ursprüngliche Umsatzziel von 850 bis 870 Millionen wurde auf 790 bis 825 Millionen gesenkt.

Das Sorgenkind, das diese Anpassungen entscheidend ausgelöst hat, ist das britische Tochterunternehmen 1E. Da läuft es derzeit schlechter als erwartet. Ohne 1E wäre man, so TeamViewer, am oberen Ende der Umsatzprognose gelandet. Aber man hat eben 1E zu Jahresbeginn übernommen. Eine Rechnung, in der ein „was wäre, wenn“ auftaucht, ist nichts, das von Belang ist.

Rein von der Bewertung her wäre die TeamViewer-Aktie beinahe als „billig“ einzustufen … wenn es hier taugliches Wachstum geben würde. Aber solange das nicht glaubhaft stabil Fahrt aufnimmt, wiegt die Enttäuschung der Akteure schwerer, zumal man jetzt nicht damit rechnen kann, dass das Unternehmen in nächster Zeit mit diametral entgegengesetzten, positiven Nachrichten aufwartet. Daher: Eine Gegenreaktion nach oben ist immer möglich. Aber dass dieses Tief zum Ausgangspunkt eines großen, neuen Aufwärtstrends wird, ist fraglich genug, um darauf nicht zu setzen.

Quellenangaben: Ergebnis 3. Quartal und Prognose-Anpassung, adhoc vom 21.10.2025, 23:06 Uhr:
https://ir.teamviewer.com/de/nachrichten/teamviewer-se-teamviewer-veroeffentlicht-q3-2025-ergebnisse-und-passt-prognose-fuer-2025-an/0a1009e1-3656-488b-abc9-90bf89264202
https://ir.teamviewer.com/media/document/374f5aba-b9df-4c09-9d4a-c691b33042ab/assets/251021_TMV_Q3_2025_Results.pdf?disposition=inline

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.