TeamViewer: Wenn das nicht hilft, was dann?

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TeamViewer
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Zur TeamViewer Aktie

Im Zuge der erneuten Gegenmaßnahmen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus steht die Empfehlung von Home Office-Arbeit für jeden, der es kann, ganz oben auf der Liste. Man könnte meinen, dass müsste die TeamViewer-Aktie kräftig stützen. Aber die Aktie fällt!

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Wenn die Anleger erst einmal so richtig enttäuscht wurden, tun sie sich äußerst schwer damit, eine solche Aktie wieder anzufassen. Und TeamViewer hat die Akteure erheblich enttäuscht. Dass die 2021er-Perspektive Anfang Oktober im Zuge der Vorlage der vorläufigen Ergebnisse erneut gesenkt werden musste, wirkt wie ein Offenbarungseid auf Raten. Teure, extrem ambitionierte Sponsoring-Verträge auf der einen Seite, dann aber gerade einmal ein Umsatzplus von neun Prozent gegenüber dem dritten Quartal 2020 … und dazu ein herber Gewinneinbruch von netto 31,6 Millionen im Vorjahresquartals auf 3,7 Millionen:

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur TeamViewer Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Es wundert nicht, dass die Marktteilnehmer die Reißleine zogen und jetzt besonders misstrauisch sind. Sicher mag bei manchen jetzt der Gedanke aufkommen, dass ein „Home Office-Winter“ TeamViewers Umsätze wieder beleben könnte. Aber wer erst einmal vorsichtig geworden ist, denkt zweimal nach … wozu die meisten in dynamischen Aufwärtstrends keineswegs neigen. Und wer weiter denkt, landet bei offenen Fragen:

Was, wenn diese wohl letzte nennenswerte Corona-Welle im Frühjahr ausläuft? Wo landen Umsatz und Gewinn von TeamViewer dann? Hinzu kommt, dass die Infektionszahlen zwar in Deutschland massiv zulegen, in den Beneluxstaaten und Österreich noch mehr. Aber nicht in Frankreich, nicht in Italien, nicht in Spanien. Bremst das die Umsatzperspektive für TeamViewer nicht auf der anderen Seite? Womöglich ja.

Und bislang sind die Analystenstimmen nicht angetan, dieses Misstrauen zu beheben. Zwar bewertet die Hälfte der Analysten die Aktie wieder (bzw. immer noch) mit „Kaufen“. Aber wenn z.B. die Royal Bank of Canada Ende Oktober mitteilt, dass jetzt zu viel Pessimismus in der Aktie eingepreist sei, zugleich aber das Kursziel von 60 auf 25 Euro herunternehmen muss, auf die vorherige, monatelange Verschlechterung der Lage also einfach nicht reagierte, machen viele Anleger schnell einen Haken hinter solche Einschätzungen und bleiben bei der klassischen Vorgehensweise:

Man wartet erst einmal ab, bis entweder eine Besserung bei den Bilanzzahlen eintritt und nicht nur bei den verbalen Ambitionen und/oder der Chart ein bullisches Signal abliefert, auf welches man dann mit einem relativ eng ansetzbaren Stoppkurs reagieren könnte. Dass die TeamViewer-Aktie auf diese Tendenz in Richtung Home Office nicht reagiert, zeigt dabei:

Eine solche Aufwärtswende kann zwar trotzdem auftreten, aber es wäre unbedingt angeraten, dem nicht vorzugreifen. Die Linie, auf die es da ankäme, findet sich bei 15,15 Euro. Der Versuch, nach dem dramatischen Absturz im Oktober die Kurve nach oben zu kriegen, fuhr sich dort fest. Mehrere Tage lang wurde der Level um 15 Euro belagert – vergebens. Da müsste die Aktie signifikant durch, vorher ist sie nicht einmal auf kurzfristiger, spekulativer Ebene den Gedanken an einen Long-Trade wert. Dass man jetzt womöglich ein bisschen zu viel Pessimismus im Kurs hat, mag dabei zwar sein. Aber solange nicht wenigstens die Charttechnik Hoffnung macht, kann Pessimismus sehr hartnäckig sein, daher: Vorsicht!

Chart vom 18.11.2021, Kurs 12,74 Euro, Kürzel TMV | Online Broker LYNX
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Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Im gestrigen Handel tat sich ein kleiner Hoffnungsschimmer in Bezug auf die Kursentwicklung des deutschen Softwareunternehmens auf. Die Teamviewer-Aktie zog kräftig an und zeigte erstmals seit Wochen wieder etwas positive Energie. Der Grund für den Kurssprung waren veröffentlichte Quartalsergebnisse.

Zwar ist der Gewinn gegenüber dem Vorjahr mit 3,7 Millionen EUR deutlich geringer ausgefallen, doch die Anzahl der Abonnenten ist gestiegen. Im Jahr 2020 belief sich der Gewinn noch auf 32 Millionen EUR, doch die mittlerweile hohen Marketingaushaben schlugen hier zu Buche. Immerhin schafft es das Unternehmen aber noch schwarze Zahlen zu schreiben. Dies reichte den Anlegern, um die stark gebeutelte Aktie wieder ins Portfolio zu holen und die Kurse erholten sich deutlich.

Expertenmeinung: Ein Tagesplus von über +10% kann sich sehen lassen. Die Aktie war zuletzt stark überverkauft, was auch am Abstand zur 50-Tage-Linie deutlich erkennbar war. Nun scheint sich eine kurz- bis mittelfristige Erholung anzudeuten, welche sich bis zu diesem Indikator erstrecken könnte. Wir halten es durchaus für möglich, dass die Kurse noch auf bis zu 20 EUR anziehen. Danach würden die Karen neu gemischt werden, denn der bärische Abwärtstrend wäre trotz einer massiven Erholung noch immer intakt. Vorerst sehen wir dennoch etwas Licht am Ende des Tunnels aber noch keine Signale für einen zuverlässigen und nachhaltigen Trendwechsel.   

Aussicht: NEUTRAL

Chart vom 03.11.2021 Kurs: 14.53 Kürzel: TMV | Online Broker LYNX

Bis zum Sommer 2020 war die TeamViewer-Aktie unter den Anlegern ein „Top Pick“. Dann begannen die Zweifel. Und die gestern gemeldete Senkung der Jahresprognose war dann selbst für viele Unentwegte zu viel: Die Aktie wurde förmlich abgeschossen. Was jetzt?

TeamViewer gab gestern am frühen Nachmittag bekannt, dass die „Billings“, d.h. die den Kunden in Rechnung gestellten Beträge, im dritten Quartal auf Basis vorläufiger Berechnungen um 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal gestiegen seien. Was im Prinzip ja nicht schlecht wäre, aber TeamViewer selbst hatte im Vorfeld ein Plus von mindestens 20 Prozent in Aussicht gestellt. Und damit war es nicht getan. Das Software-Unternehmen kappte daraufhin auch die Gesamtjahresprognose – und das nicht nur bei Umsatz und Billings, sondern auch bei der Marge. Und damit potenziert sich der „Schaden“.

Für die Billings wurde die Prognose von 585 bis 605 Millionen auf 535 bis 555 Millionen Euro gesenkt. Der Umsatz wird jetzt bei 495 bis 505 Millionen gesehen (vorher 525 bis 540 Millionen). Und zugleich wurde die Prognose für die Gewinnmarge vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA-Marge) deutlich von 49 bis 51 Prozent auf 44 bis 46 Prozent gesenkt. Von jedem eingenommenen Euro sollen jetzt also brutto zehn Prozent weniger hängenbleiben und diese Einnahmen ebenfalls um mindestens 5,7 Prozent niedriger liegen. Beispielhaft gerechnet würden so jetzt nur noch etwa 85 Cent verdient, wo man zuvor mit einem Euro rechnete.

Expertenmeinung: Das wäre alles nicht so tragisch, wenn man nicht seit 2020 mit weit mehr Wachstum gerechnet hätte. Viele Anleger (und Analysten) unterstellten, dass TeamViewer ein Corona-Profiteur wäre, der das Home Office-bedingte Wachstum in die Zukunft hinüberretten werde. Doch schon vor dieser Prognose-Senkung fiel das Wachstum deutlich magerer aus, als sich das viele gedacht hatten. Und dann kam auch noch diese Sponsoring-Geschichte hinzu. TeamViewer machte sich zum Sponsor von Manchester United und dem Formel 1-Team Mercedes AMG Petronas. Das bedeutet immensen Kapitalaufwand, der sich vielleicht über die Jahre hinweg lohnen könnte … aber vielleicht eben auch nicht.

Die Meldung über dieses teure, die Margen drückende Sponsoring beendete im März 2021 den Versuch, wieder an die im Juli 2020 erreichten Hochs heranzukommen, mit einem Selloff. Ein weiterer folgte Anfang Mai, als mit den Zahlen zum ersten Quartal erkennbar wurde, dass das Wachstum nicht so stark ausfiel, wie viele hofften. Seither wurde jeder eher lahme Versuch einer Aufwärtswende sang- und klanglos abverkauft – und jetzt hat die Prognose-Kappung der Aktie den Rest gegeben:

Mit diesem dramatischen Minus des Mittwochs hat die Aktie den Ausgabepreis, der im September 2019 bei 26,25 Euro lag, unterboten. Sie hat auch das bisherige Rekordtief, das im Oktober 2019 bei 21,38 Euro markiert wurde, durchschlagen. Und es gibt derzeit keine Argumente, warum sich dieser Selloff als „Irrtum“ erweisen und die Aktie auf dem Absatz wieder nach oben drehen sollte. Daher kann es auf die Frage, was man hier jetzt tun sollte, nur eine Antwort geben: Finger weg, das ist kein Schnäppchen, sondern ein fallendes Messer.

TeamViewer-Aktie: Chart vom 06.10.2021, Kurs 17,85 Euro, Kürzel TMV | Online Broker LYNX

Die Reaktion auf die Quartalsbilanz war eindeutig: Die Anleger stimmten mit den Füßen ab und verkauften weiter – obwohl das durchschnittliche Analysten-Kursziel für die TeamViewer-Aktie mit 44 Euro weit über dem aktuellen Kurs liegt. Warum wollen die Akteure die Aktie nicht?

Die momentan ablehnende Haltung gegenüber dieser Aktie dürfte ebenso emotional basiert sein, wie es die große Kaufwelle zwischen März und Juli 2020 war, als man verzweifelt auf der Suche nach „sicheren Häfen“ war und in TeamViewer einen solchen zu erkennen glaubte. Schließlich bot die TeamViewer-Software genau das, was man in Zeiten eines Lockdowns brauchte: Software, die bei der Arbeit im Home Office unterstützt. Doch was viele Investoren sich deswegen ausrechneten, trat nicht ein – und dafür zahlt die Aktie jetzt die Zeche.

Erst blieb der Gewinnsprung aus. TeamViewer verdiente pro Aktie im Jahr 2020 nicht mehr als 2019. Und dann wird der Gewinn 2021 auch noch sinken. Noch vor einigen Monaten hatten viele damit gerechnet, dass das Unternehmen im laufenden Jahr einen Gewinn von einem Euro pro Aktie erreichen könnte. Jetzt sehen die Analysten das erst für 2023. Vielleicht.

Expertenmeinung: Würde man nicht mit einer gewissen „Grundenttäuschung“ an diese Aktie herangehen, könnte man die immensen Marketingausgaben, u.a. Sponsoring in der britischen Premier League und der Formel 1, auch positiv sehen. So aber reagierten die Anleger negativ auf diese Strategie und sagten sich: Diese hohen Ausgaben könnten Umsatz und Gewinn mittelfristig markant positiv beeinflussen. Aber es muss nicht gelingen. Und geht das schief, wäre die Aktie auch auf dem jetzigen Niveau, etwa 50 Prozent unter dem Rekordhoch, noch zu teuer.

Da brachte es wenig, dass TeamViewer gestern seine mittelfristigen Ziele bekräftigte. Über 2023 hinaus soll das Wachstum der „Billings“, d.h. der in Rechnung gestellten Beträge, mindestens 25 Prozent Jahr betragen. Schöne Pläne, aber im berichteten zweiten Quartal stiegen sie nur um 15 Prozent und der Umsatz um sieben. Und aufgrund deutlich höherer Kosten blieb der Gewinn weit hinter dem des Vorjahresquartals zurück. Als Gewinn pro Aktie gerechnet sind es 7 Cent nach den 15 Cent im Jahr zuvor. Der Chart zeigt die Konsequenz:

TeamViewer-Aktie: Chart vom 03.08.2021, Kurs 25,61 Euro, Kürzel TMV | Online Broker LYNX

Statt mit Schwung über die doppelte Baisse-Leitlinie aus 20-Tage-Linie und die Februar-Abwärtstrendlinie im Bereich 29,00/29,30 Euro zu laufen, ging es ab nach unten. Sollte diese für den Abwärtstrend entscheidende Zone bezwungen werden, könnte das Blatt allein durch rein technisch orientierte Trader gewendet werden. Und dass die Aktie wenigstens nicht aus diesem im Chart markierten, abwärts gerichteten Keil nach unten herausrutschte, eröffnet diesem Szenario auch noch eine Minimalchance. Wahrscheinlicher wäre momentan aber, dass die Leerverkäufer die TeamViewer-Aktie im Griff behalten und die nächsten Kursziele, das März-Tief 2020 bei 22,30 Euro sowie das bisherige, im Oktober 2019 kurz nach dem Börsenstart markierte Allzeit-Verlaufstief bei 21,38 Euro, im Visier bleiben.

Nach der negativen Reaktion auf kostenintensive Sponsoring-Verträge rutschte die TeamViewer-Aktie am Donnerstag erneut weg, nachdem das Unternehmen die vorläufigen Zahlen des zweiten Quartals vorgelegt hatte. Damit ist der Corona-Bonus endgültig dahin.

In einem Umfeld, das von derart hohen Erwartungen geprägt ist, dass vielen Anlegern selbst knapp über den Analystenprognosen liegende Ergebnisse nicht gut genug sind und Gewinnmitnahmen auslösen, sind verfehlte, unternehmenseigene Ausblicke natürlich fatal.

Und genau das musste TeamViewer im Zuge der am Donnerstagmorgen vorgelegten, vorläufigen Ergebnisse zum zweiten Quartal einräumen. Der Umsatz lag zwar im Rahmen der Erwartungen, die „Billings“, die ausgestellten Rechnungen, verfehlten mit 15 Prozent Zuwachs zum Vorjahresquartal (währungsbereinigt +18 Prozent) jedoch die TeamViewer-Prognose eines Wachstums von mindestens 20 Prozent. Dadurch peilt das Software-Unternehmen derzeit nur noch das Erreichen des unteren Endes der für 2021 als Ziel ausgelobten Umsatz- und Billings-Spanne an. Die Anleger nahmen die Beine in die Hand – und das überrascht nicht.

Expertenmeinung: Als im März 2020 die Kurse im freien Fall waren, „entdeckten“ viele Anleger die TeamViewer-Aktie und sahen in ihr einen typischen „Corona-Gewinner“, da die Massen von ins Home Office verbannten Menschen den Einsatz der TeamViewer-Software nahelegten. Doch der Gewinn pro Aktie überstieg 2020 den Level von 2019 nicht. Und derzeit rechnen die Analysten für das laufende Jahr sogar mit einem leicht sinkenden Gewinn, trotz steigender Umsätze. Was nicht zuletzt an dem kostenintensiven Sponsoring-Abenteuer liegt, in das sich TeamViewer gleich in zwei Bereichen, der englischen Premier League und der Formel 1, gestürzt hat.

Zugleich zeigen viele Unternehmen, aus denen man im Frühjahr 2020 zu Gunsten der „Corona-Gewinner“ ausgestiegen war, ein deutlich dynamischeres Wachstum. Angesichts dieser verfehlten Prognosen dürften viele daher die Frage, ob sie an dieser Aktie festhalten sollten, mit „Nein“ beantwortet haben.

Damit ist die TeamViewer-Aktie nach einem abgewiesenen Ausbruchsversuch Ende Juni erneut an der übergeordneten, im Februar etablierten Abwärtstrendlinie nach unten abgewiesen worden. Die Zwischentiefs vom Mai und Juni sind unterboten, damit wäre der Weg aus charttechnischer Sicht an das Tief vom März 2020 frei. Das lag bei 22,30 Euro, wurde markiert, bevor die Akteure TeamViewer als vermeintlich „sicheren Hafen“ entdeckten. Dass die Aktie angesichts dieser deutlich schwächer als von vielen gedacht ausfallenden Perspektiven wieder dorthin zurückkehrt, wäre zumindest keine allzu große Überraschung.

Chart vom 08.07.2021, Kurs 27,69 Euro, Kürzel TMV | Online Broker LYNX

Es gibt ehemalige Anleger-Lieblinge, die eine Zeitlang aus dem Fokus verschwinden und dann auf einmal wie ein Phönix aus der Asche wiederkommen. Und es gibt Ex-Favoriten, die nicht wiederkommen. TeamViewer läuft Gefahr, in die zweite Kategorie zu geraten. Warum?

Die Idee, Bekanntheitsgrad und Umsatz über kostenintensives Sponsoring in der britischen Premier League und der Formel 1 zu steigern, liegt den Anlegern weiterhin quer im Magen. Dass die Gewinnmarge im laufenden Jahr durch diese Aktionen kräftig sinkt, könnte man hinnehmen, wenn ein immens positiver Effekt in den kommenden Jahren sicher wäre. Aber dessen kann man eben in solchen Fällen nie sicher sein.

Zwar sind die meisten Analysten bullisch geblieben. Noch gibt es keine „Verkaufen“-Einschätzungen. Und noch liegt das durchschnittliche Kursziel bei 49 Euro und damit sehr weit über dem aktuellen Niveau der Aktie. Aber ob das so bleibt, ist offen. Gerade am Montag senkte Goldman Sachs seine Einschätzung für TeamViewer von „Kaufen“ auf „Neutral“ und senkte das Kursziel von 38 auf 37 Euro. Und so manche der derzeit geltenden Einschätzungen und Kursziele stammen noch aus der Zeit vor den Nachrichten über TeamViewers Sponsoring-Vereinbarungen.

Expertenmeinung: Wenn hinter einer Abwärtswende nicht nur ein zuvor überkauftes Niveau steht, sondern eine problematische Veränderung der Rahmenbedingungen, tun sich die Anleger meist recht schwer, einfach wieder in eine Aktie einzusteigen, nur, weil sie jetzt billiger zu haben ist. Bei TeamViewer ist das mit Blick auf das Kursbild mit Händen zu greifen.

TeamViewer-Aktie: Chart vom 28.06.2021, Kurs 32,22 Euro, Kürzel TMV | Online Broker LYNX

Die Aktie hatte zuletzt ein hängendes (das rechte Tief liegt leicht unter dem linken) Doppeltief vollendet. Aber die daraufhin gerne auftretende Kaufwelle blieb aus. Der Kurs fuhr sich unterhalb der übergeordneten, im Februar etablierten Abwärtstrendlinie fest und drehte, nicht zuletzt aufgrund der Herabstufung der TeamViewer-Aktie durch Goldman Sachs, zum Wochenstart genau an dieser Abwärtstrendlinie wieder nach unten.

Wenn die Abgaben heute bzw. in den kommenden Tagen aufhören sollten, kann die Bodenbildung dadurch auch verlängert werden, insgesamt also erhalten bleiben. Aber mit diesem „Klotz am Bein“ in Form der Sponsoring-Aktivitäten sollte man erst dann erwägen, hier wieder auf der Long-Seite aktiv zu werden, wenn die Bodenbildung glaubwürdig abgeschlossen wurde, indem die jetzt erst einmal nicht bezwungene Abwärtstrendlinie und darüber der Bereich des März-Tiefs durch Schlusskurse über 35,50 Euro hinreichend deutlich überboten wurde.