TeamViewer Aktie aktuell TeamViewer: Kommt da noch mehr Druck?

News: Aktuelle Analyse der TeamViewer Aktie

von |
In diesem Artikel

TeamViewer
ISIN: DE000A2YN900
Ticker: TMV
Währung: EUR

---
EUR
---% (1D)
1W ---
1M ---
1Y ---
TMV --- %
Zur TeamViewer Aktie

Als die Aktie des Softwareherstellers TeamViewer vergangenen Dienstag das Ergebnis des zweiten Quartals vorlegte, reagierte die Aktie zwar zum Handelsstart mit einem Kursanstieg, beendete den Tag jedoch im Minus. Was nicht an den Zahlen selbst lag, sondern an der derzeit um sich greifenden Überzeugung, dass die Pandemie und darüber hinaus die Rezession bald überwunden sein werden. Ob solche Meinungen einem Faktencheck standhalten, lässt sich natürlich trefflich diskutieren. Aber solange immer mehr derjenigen, die momentan aktiv am Aktienmarkt agieren, sich dessen sicher sind, hat das auch entsprechend Konsequenzen. Auch und gerade für Aktien wie TeamViewer.

Denn so stark das Ergebnis des zweiten Quartals auch war, in diesem Fall blickt man nach vorne. Zumal man mit diesem Anstieg des Umsatzes um gut 21 und des bereinigten Gewinns vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen um 60 Prozent gerechnet hatte. Denn es war klar, dass die von TeamViewer angebotene Software im zweiten Quartal durch den rasanten Anstieg der Home Office-Arbeit reißenden Absatz finden würde. Aber damit ist denen, die vom zügigen Ende der Krise überzeugt sind, auch klar, dass diese Nachfrageflut zu Ende ist. Selbst, wenn es doch zu einer zweiten Infektionswelle und/oder einer länger als gedacht andauernden Rezession kommen sollte, die TeamViewer-Software wäre ja bereits großenteils vorhanden. Darauf folgte für viele Akteure: Endet die Krise, sollte man bei den Aktien, die von ihr profitierten, besser den Gewinn sichern und aussteigen.

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur TeamViewer Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: So gesehen wäre es durchaus denkbar, dass der Mitte Juli begonnene Abgabedruck noch weitergeht. Zumal TeamViewer die 2020er-Prognose im Zuge der Quartals- und Halbjahresbilanz „nur“ bestätigte und nicht anhob. Und das avisierte Umsatzziel um 450 Millionen Euro läge nur gut 15 Prozent über dem 2019er-Umsatz von 390 Millionen Euro. Das deutet schon an, dass die Bäume erst einmal nicht mehr in den Himmel wachsen.

Angesichts der bereits einige Wochen anhaltenden Abwärtstendenz und den deshalb in der überverkauften Zone angelangten markttechnischen Indikatoren (hier im Chart der Stochastik-Oszillator) wäre es zwar möglich, dass die derzeit belagerte Auffangzone um 40,60/41,20 Euro hält. Aber zu sicher sollte man sich dessen besser nicht sein, denn die TeamViewer-Aktie ist derzeit nicht der einzige „sichere Hafen“, der unter Druck steht. Gold, Anleihen und viele andere, zuvor stark gesuchte Technologieaktien werden in diesen Tagen eilig in die noch am Boden liegenden Aktien vieler klassischer Branchen umgetauscht. Ob das weise ist, wird sich in den kommenden Wochen zeigen, aber TeamViewer wird damit ein riskanteres Investment. Erst, wenn die Aktie über dem letzten Zwischenhoch von 48,50 Euro, markiert am Tag der Quartalsbilanz, schließt und damit auch die kurzfristige Abwärtstrendlinie bezwingt, wäre hier wieder ein taugliches Chance/Risiko-Verhältnis auf der Long-Seite gegeben.

Chart vom 11.08.2020, Kurs 42,63 Euro, Kürzel TMV | Online Broker LYNX

--- ---

--- (---%)
Mkt Cap
Vol
Tageshoch
Tagestief
---
---
---
---

Displaying the --- chart

Displaying today's chart


Ronald Gehrt, Chart- & Fundamentalanalyst | LYNX Börsenexperten
Nachricht schicken an Ronald Gehrt
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.

Vorherige Analysen der TeamViewer Aktie

Richtig viel los war mit der Aktie nicht, nachdem TeamViewer im vergangenen September an die Börse gegangen war. Doch dann kam die Corona-Pandemie, der „Lockdown“, die zahlreichen, ins Home-Office umgezogenen Mitarbeiter quer um den Globus. Und TeamViewers Software-Lösungen waren genau das, was viele genau jetzt gebrauchen konnten: Eine praktische Möglichkeit, um von zu Hause aus mit den Kollegen interagieren zu können und Rechner auch aus der Distanz zu steuern. Die Aktie wurde in der allgemeinen Panik Anfang März zwar zeitweise mit in den Keller gezogen, bewegt sich seither aber in einem dynamischen Aufwärtstrend. Die Frage für viele Akteure ist jedoch: Wie lange kann das noch so weiter gehen?

Auffällig ist, dass die TeamViewer-Aktie sich engmaschig mit der Nachrichtenlage der Corona-Ausbreitung bewegt. Immer dann, wenn negative Nachrichten zu dieser Problematik auftauchen, kommt neuer Zug in die Aktie. So löste sich der Kurs aus einer Seitwärts-Konsolidierung, als klar wurde, dass den USA die Lage entgleitet und Südamerika und Indien immer härter getroffen werden, überbot das vorherige Rekordhoch und erreichte zum Wochenstart mit 52,96 Euro einen neuen Verlaufsrekord. Nur stellt sich die Frage, ob sich aus dieser Entwicklung zwingend noch mehr Umsatz und Gewinn für das Software-Unternehmen ergeben müssten, denn viele Unternehmen dürften die Lizenzen bereits erworben und behalten haben. Lässt sich das im Vorfeld der Bilanz zum zweiten Quartal vielleicht schätzen?

[symbol_link]

Expertenmeinung: Nein, dazu gibt es einfach keine taugliche Datenbasis. Wer also derzeit noch einsteigt, muss daraufsetzen, dass die voraussichtlich Anfang/Mitte August vorgelegten Zahlen zum zweiten Quartal nebst einem Ausblick auf das laufende Quartal sehr stark ausfallen und die im Frühjahr eher moderat angehobene Umsatz- und Margenprognose noch einmal nach oben korrigiert wird. Möglich ist es, die Frage bliebe aber auch dann, ob die Perspektive dann einen Kurslevel, wie wir ihn aktuell sehen, unterfüttern würde. Zumal: Wie würden sich die Umsätze darstellen, wenn diese Pandemie tatsächlich vom Tisch ist?

Es würde sich daher anbieten, weniger auf Basis großer Erwartungen, sondern mehr auf der Grundlage charttechnischer Aspekte mit der Aktie zu disponieren. Und dafür bietet sich derzeit eine tadellose Zone an, die als Basis für neue Aufwärtsimpulse dienen könnte … und deren Bruch ein Signal wäre, den Gewinn umgehend mitzunehmen. Sie sehen im Chart, dass sich im Bereich zwischen 45 und 47,50 Euro gleich mehrere, nach oben mitlaufende Unterstützungen ballen: die 20-Tage-Linie ebenso wie die 50-Tage-Linie (für eine 200-Tage-Linie ist die Aktie noch nicht lange genug notiert), dazu die untere Begrenzung des etwas diffusen April-Trendkanals und die März-Aufwärtstrendlinie. Diese Zone ist das Kissen, auf dem dieser Trend ruht; ein Stoppkurs knapp unterhalb dieses Bereichs, sukzessiv mit dem Anstieg der Linien nachgezogen, wäre unbedingt zu überlegen.

TeamViewer Aktie Chart vom 07.07.2020, Kurs 51,86 Euro, Kürzel TMV | Online Broker LYNX

Eine gewisse Logik steckt schon hinter den Käufen zu Wochenbeginn. Sollten die in einigen US-Bundesstaaten, die ihre Einschränkungen früh und weitreichend reduziert hatten, plötzlich wieder steigenden Infektionsraten Schule machen, käme es womöglich bald zu einer zweiten, großen Infektionswelle. Und würde es dann auch zu einem zweiten „Lockdown“ kommen, würde TeamViewer als Anbieter von Software, die Home-Office-Arbeit unterstützt, davon wohl profitieren. Allerdings stellen sich dabei vier Fragen:

Zum einen, ob die Aktie das nicht schon in den vergangenen Wochen eingepreist hatte. Zum anderen, ob es dann eine vergleichbar große Nachfrage nach TeamViewer-Software gäbe wie im Zuge der ersten Welle. Immerhin haben viele bereits jetzt das nötige Equipment beisammen, um viel ins Home-Office auszulagern. Drittens, ob diese momentan beunruhigen Corona-Zahlen aus den USA sich verstetigen oder man im Gegenteil dort zeigen kann, dass man aufflackernde Infektionsherde mittlerweile schnell und effektiv eingrenzen kann. Und selbst wenn nicht, wäre die Frage, ob die Politik einen zweiten „Lockdown“ wagen würde, in den USA ebenso wie hier. Würde auch nur eine Antwort auf diese vier Fragen nicht „passen“, stünden die gestrigen Käufe in der TeamViewer-Aktie auf dünnem Eis.

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur TeamViewer Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Dass man hier am Montagmorgen gezielt in einen vermeintlich „sicheren Hafen“ einstieg, sah man daran, dass die Aktie am Morgen zügig in die Gewinnzone lief, während der Gesamtmarkt tief in der Verlustzone festhing. Positiv beeindruckte dabei, dass die TeamViewer-Aktie sich trotz der rasanten Aufholjagd der deutschen Indizes im Kielwasser der Wall Street wacker in der Gewinnzone hielt, die Käufe also nicht als „Fehlalarm“ angesehen wurden, sondern die Akteure erst einmal investiert blieben. Aber wie eingangs beschrieben stehen hinter höheren Kursen allerhand Fragezeichen. Daher wäre es ratsam, sich hier konsequent an der Charttechnik zu orientieren, zumal das Chartbild auf der Ober- ebenso wie auf der Unterseite aktuell gute Ankerpunkte bietet.

Sie sehen, dass TeamViewer zwar vergangene Woche aus dem Anfang April etablierten Aufwärtstrendkanal herausgerutscht war, die Aktie dann aber gleich zweimal an der im Chart dick schwarz markierten 50-Tage-Linie aufgefangen wurde und nach oben drehte. Die 50-Tage-Linie ist hier der längste, bereits bewährte gleitende Durchschnitt, weil die Aktie erst im September letzten Jahres an die Börse gebracht wurde, so dass man sich an der 200-Tage-Linie mangels ausreichender Kurshistorie nicht orientieren kann. Damit ist diese Linie derzeit der entscheidende Trigger in Bezug auf die Frage, ob man hier noch Long investiert sein müsste. Derzeit lautet die Antwort „ja“, denn am Montagmorgen hielt diese Linie dem bereits dritten Test in kurzer Zeit stand. Damit wird klar:

Würde der momentan bei 41,97 Euro verlaufende 50-Tage-Durchschnitt auf Schlusskursbasis gebrochen, wäre das ein charttechnisch klar negatives Signal. Im Gegenzug müsste TeamViewer zurück in den vorherigen Aufwärtstrendkanal und über die 20-Tage-Linie hinaus, die beide jetzt als ultra-kurzfristige Widerstände fungieren. Würde das mit Schlusskursen über 44,50 Euro hinreichend deutlich gelingen, wäre der Weg aus rein charttechnischer Sicht an das bisherige Verlaufshoch bei 48,50 Euro frei, möglich wäre dann sogar ein Anlauf an die obere Begrenzung des April-Aufwärtstrendkanals, die derzeit bei 51,20 Euro verläuft.

TeamViewer Aktie Chart vom 15.06.2020, Kurs 43,46 Euro, Kürzel TMV | Online Broker LYNX

Sie möchten täglich vor Börsenstart unsere Chartanalysen per E-Mail erhalten? Dann abonnieren Sie hier unseren Börsennewsletter mit aktuellen Börsennews.

Ein kräftiges Minus ohne neue Nachrichten? Was war da am Mittwoch bei der TeamViewer-Aktie los? Sieht man sich die Bewegungen am deutschen Gesamtmarkt zur Wochenmitte an, ahnt man, was da vorgeht: Die ersten Anleger schichten um. Heraus aus den vermeintlich „sicheren Häfen“ der Corona-Baisse und zurück in die zuvor massiv gedrückten und aktuell immer noch billig wirkenden, konjunktursensiblen Aktien. Der markante Rückgang der Neuinfektionen in Europa und die immensen Summen, die die einzelnen Regierungen und die EU in die Hand nehmen um das Wachstum wiederzubeleben, suggerieren ersten Marktteilnehmern, dass es Zeit wäre, dort Gewinne mitzunehmen, wo durch den Lockdown eine Sondersituation entstanden war. Und unter solche Aktien fällt auch die von TeamViewer.

Die von TeamViewer offerierten Software-Lösungen sind ideal für die Interaktion zwischen Firmen und im Home Office arbeitenden Mitarbeitern. Dementsprechend war die Nachfrage im ersten Quartal hoch gewesen, Umsatz und Gewinn hatten deutlich zugelegt. TeamViewer hatte am 12. Mai im Zuge der Bilanz-Präsentation auch das Umsatzziel bzw. das Volumen für die voraussichtlich gestellten Rechnungen für das Gesamtjahr angehoben. Allerdings fiel auf, dass diese Anhebung moderat ausfiel und hinzugefügt wurde, dass sich das Geschehen im Mai bereits wieder normalisiert, d.h. beruhigt, habe. Das irritierte da zwar zunächst noch kaum jemanden, aber viele Long investierte Trader dürften diesen Aspekt im Hinterkopf behalten haben. Und jetzt, ist es jetzt vorbei mit der Hausse der Aktie?

[symbol_link]

Expertenmeinung: Zumindest rutscht der Kurs in die Region, in der es aus charttechnischer Sicht kritisch wird. Und sollte sich diese jetzt auch am Markt durch gezielte Umschichtungen manifestierte Hoffnung verfestigen, dass die Normalität schneller zurückkehren könnte als noch vor wenigen Wochen gedacht, könnte sich die TeamViewer-Aktie sogar in eine interessante Trading-Chance auf der Short-Seite verwandeln. Denn neben dem Umstand, dass die Rallye seit März zu einer recht hohen Bewertung über das Kurs/Gewinn-Verhältnis geführt hat, kommt jetzt auch noch hinzu, dass die Aktie an die obere Begrenzung ihres Aufwärtstrendkanals gestoßen war.

Sie sehen im Chart, dass der Kurs am Dienstag zwar mit 47,75 Euro einen neuen Verlaufsrekord erzielt hatte, dabei aber nahe an die obere Begrenzung des kurzfristigen Aufwärtstrendkanals herangelaufen war. Daraufhin setzten umgehend Gewinnmitnahmen ein. Die führten am Dienstag zwar nur zu einem marginalen Minus zum Vortag, aber am gestrigen Mittwoch kamen die Anschlussverkäufe: Ein Signal, dass sich diese Abgaben jetzt intensivieren könnten. Aus charttechnischer Sicht wäre die Bullen-Party bereits vorbei, wenn die TeamViewer-Aktie diesen Trendkanal mit Schlusskursen unter 41 Euro durchbrechen würde. Aber damit wäre der Kurs erst einmal nur in die neutrale Zone zurückgerutscht. Ein bärisches Signal wäre dann gegeben, wenn TeamViewer darüber hinaus die 20-Tage-Linie und darunter das markante Zwischenhoch von Anfang März (37,70 Euro) unterbieten würde.

TeamViewer Aktie Chart vom 27.05.2020, Kurs 42,42 Euro, Kürzel TMV | Online Broker LYNX

 

Es läuft hier, weil es andernorts nicht läuft: Die gerade erst im September 2019 an der Börse emittierte TeamViewer-Aktie notiert auf Rekordniveau. Grund ist, dass das Unternehmen genau das anbietet, was im Zuge der schlagartig und massiv gestiegenen Zahl an Home Office-Mitarbeitern benötigt wird: Software zur Fernüberwachung, Fernkommunikation und Fernwartung. Dementsprechend beeindruckend fiel die Bilanz des ersten Quartals aus, die am Dienstagmorgen präsentiert wurde:

Der Umsatz stieg in den ersten drei Monaten 2020 gegenüber dem Vorjahreszeitraum deutlich von 86,7 auf 102,7 Millionen Euro, der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) schoss von 37,7 auf 73,9 Millionen Euro in die Höhe. Zugleich hob TeamViewer seine 2020er-Umsatzprognose von zuvor 430 bis 440 Millionen Euro auf 450 Millionen an. Die Aktie reagierte positiv, zumal das Unternehmen mitteilte, dass die Nachfrage nach den Software-Lösungen auch im April sehr hoch war und man die derzeitige Lage als potenzielle Basis für Zukäufe betrachten würde. Aber ließe sich daraus ableiten, dass der Weg nach oben für die Aktie weiterhin frei ist?

[symbol_link]

Expertenmeinung: Einfach blind darauf zu setzen könnte daneben gehen. Der Grund: Nur, wenn der Anteil an Home Office-Mitarbeitern auch nach der Viruskrise deutlich höher sein wird als zuvor, bestünde für Unternehmen, die sich in den ersten Monaten des Jahres entsprechende Software-Abonnements zugelegt haben Grund, diese auch langfristig aufrechtzuerhalten. Und der erste, große Umsatzschub ist jetzt wohl erst einmal vorüber, was auch im Rahmen der Bilanz-Kommentierung durchschien, indem man bei TeamViewer mitteilte, dass sich das Volumen der Rechnungsstellungen im Mai weitgehend normalisiert habe. Eine stete Steigerung von Umsatz und Gewinn in der Größenordnung des ersten Quartals für das Gesamtjahr ist also zumindest aus aktueller Sicht zwar möglich, aber nicht voraussetzbar. Rein von der Bewertung her wäre die Aktie, wenn sich der Gewinn in 2020 verdoppeln würde, zwar mit einem Kurs/Gewinn-Verhältnis knapp unter 40 nicht unbedingt teuer. Das gälte aber nur, wenn sich dieses Wachstum auch in den kommenden Jahren fortsetzt. Und das ist zumindest offen.

Trotzdem könnte es voreilig sein, bei der Aktie umgehend den Gewinn zu kassieren. Solange der Trend nach oben weist, muss der Gipfel noch nicht erreicht sein. Zumal auffällig war, dass es am Dienstag zwar als Reaktion auf die Bilanz Gewinnmitnahmen gab, diese aber aufgekauft wurden und der Kurs am Mittwoch weiter zulegte – da ist also noch Kraft in der Aktie. Derzeit wäre eine sinnvolle Option, sich mit einem Stop Loss jeweils knapp unterhalb des letzten Zwischen-Verlaufstiefs abzusichern, was derzeit einem Niveau um 40 Euro entsprechen würde, nachdem die TeamViewer-Aktie am Dienstag nach ersten Gewinnmitnahmen bei 40,61 Euro wieder nach oben gedreht hatte.

Am späten Abend wurde gemeldet, dass TeamViewer-Großaktionär Permira einen größeren Teil der dort noch verbliebenen gut 51 Prozent der Aktien verkaufen könnte. Ob das so ist und ob sich das nennenswert auf den Kurs auswirken würde, bleibt zu beobachten, denn solche Anteilsverkäufe erfolgen gemeinhin nicht über die Börse, solche „Big Blocks“ an Aktien werden normalerweise außerbörslich an institutionelle Investoren weitergegeben.

Teamviewer Aktie Chart vom 13.05.2020, Kurs 45,16 Euro, Kürzel TMV | Online Broker LYNX

Rein auf den Schlusskurs bezogen beendete die Aktie des Software-Unternehmens TeamViewer den Montag auf Rekordniveau. Am 3. März hatte die Aktie mit 37,70 Euro zwar im Verlauf einen etwas höheren Kurs gesehen, diesen aber nicht in das Handelsende gerettet. Schon damals, Anfang März, war die Aktie aus ihrer vorherigen Handelsspanne nach oben ausgebrochen, als Anleger unterstellten, dass TeamViewer mit seiner beliebten Fernwartungs-Software und den anderen Software-Lösungen zur Fernüberwachung und –steuerung von Prozessen von dem Umstand profitieren werde, dass immer mehr Menschen in der aktuellen Situation ins Home Office übersiedeln müssen.

Jetzt kam es erneut zu einem dadurch motivierten Kursschub. Auslöser war die Meldung am Montagmorgen, dass TeamViewer im März einen sprunghaften Anstieg seiner in Rechnung gestellten Leistungen verzeichnen konnte. Was indes manch ein Käufer übersehen haben könnte war, dass das Unternehmen bislang von einer vorübergehenden Entwicklung ausgeht und die bisherige Prognose für 2020 bis dato unverändert lässt. Das kann sich natürlich noch ändern, aber trotzdem stellt sich die Frage, ob dieses neue Rekordhoch sich nachhaltig wird halten lassen, womöglich noch höhere Kurslevel angesteuert und behauptet werden können.

[symbol_link]

Expertenmeinung: Ginge man davon aus, dass die derzeitige Gewinnprognose des Unternehmens in etwa eintrifft, könnte man für 2020 mit einem Gewinn pro Aktie von grob 80 Cent rechnen. Auf aktuellem Kursniveau ergibt sich dadurch ein Kurs/Gewinn-Verhältnis um die 46 … in Relation zu den Wachstumsraten ist das nicht zu teuer. Und richtig ist allemal, dass TeamViewer zu den Unternehmen gehört, die unter den Folgen der Pandemie nicht leiden, tendenziell sogar davon profitieren, weil hier Lösungen angeboten werden, die jetzt vermehrt benötigt werden. Was zur Vorsicht mahnt, sind zwei Dinge:

Zum einen war auffällig, dass der Großaktionär Permira ausgerechnet am Abend des 3. März, als die Aktie ihren bisherigen Verlaufsrekord markierte, kurzfristig ca. 11 Prozent des Gesamtkapitals in einem beschleunigten Bookbuilding-Verfahren an institutionelle Investoren verkaufte. Zwar bleiben Permira jetzt nur noch 51,5 Prozent des Unternehmens, so dass weitere Verkäufe überraschen würden, aber man sollte es nie ausschließen.

Zum anderen zeigt der Chart, dass die Aktie trotz der anfänglichen Kaufwelle auf Basis des vermuteten (und jetzt bestätigten) Nachfrageschubs schnell wegbrach. Die derzeitige Rallye begann auf einem Niveau, das nur knapp über dem bisherigen, im Oktober markierten Tief der erst im September an die Börse gegangenen Aktie startete. Sollte es zu einer erneuten, größeren Verkaufswelle am Gesamtmarkt kommen, wäre es gut möglich, dass die Aktie, die zu den wenigen gehört, die im Vergleich zum Jahresbeginn in der Gewinnzone rangieren, mit verkauft wird, einfach, weil man hier Gewinne mitnehmen kann, statt Verluste realisieren zu müssen. Das dürfte ein entscheidender Grund gewesen sein, warum TeamViewer zwischenzeitig so stark fiel. Dass sich dieses Szenario wiederholt, ist nicht zwingend, man sollte es aber einkalkulieren, sofern man hier den Einstieg erwägt.

TeamViewer Aktie Chart vom 30.03.2020, Kurs 36,80 Euro, Kürzel TMV | Online Broker LYNX