TeamViewer Aktie Prognose TeamViewer: Hoffnung auf die große Wende

News: Aktuelle Analyse der TeamViewer Aktie

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Mit einem Plus von 8,62 Prozent war die TeamViewer-Aktie am Dienstag der Tagesgewinner im MDAX ebenso wie im TecDAX. Kurstreiber war zum einen eine Heraufstufung der Aktie durch einen Analysten, zum anderen die Charttechnik. Ist da noch Luft nach oben?

Als 2020 das Home Office zum Standard wurde, sahen Anleger die große Zeit von TeamViewer gekommen. Die Steuerung von Rechnern von anderen Arbeitsplätzen aus, um Probleme zu lösen oder Funktionen zu erklären, das war etwas, das bei diesem Wandel zu Heim-Einzelarbeitsplätzen zum Standard wurde. Und TeamViewer hatte genau die richtige Software dafür. Aber es lief nicht, wie von vielen erwartet.

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2020 lag der Gewinn pro Aktie nur auf gleicher Höhe wie 2019. Und danach fielen die Gewinne auch noch. 2021 standen nach 0,52 Euro pro Aktie in den Jahren 2019 und 2021 nur noch 0,25 Euro zu Buche. Für 2022 schätzen die Analysten im Schnitt 0,38 Euro. Teure Sponsoring-Verträge und der fehlende Durchbruch bei Großkunden bremsten den Gewinn … und das wiederum die Aktie:

Der Abstieg vom Rekordhoch, im Sommer 2020 bei knapp 55 Euro erreicht, bis zum bisherigen Allzeittief von 7,67 Euro war brutal. Dieses Tief wurde Ende September erreicht. Jetzt, keine zwei Monate später, notiert die TeamViewer-Aktie fast 60 Prozent höher. Treiben der billig wirkende Kurs und die Hoffnung die Anleger dazu, hier leichtsinnig zu kaufen?

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur TeamViewer Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Das ist nicht unbedingt leichtsinnig. Die Bilanz des 3. Quartals war etwas besser als erwartet. Was da besonders auffiel war, dass der Bereich der Großkunden stärker wurde. Das ist auf mittlere Sicht sehr wichtig – wenn diese Entwicklung anhält. Diese Bilanz kam am 2. November und sorgte für einen Kurssprung, der durch den Ausbruch über die mittelfristige Abwärtstrendlinie zusätzlich befeuert wurde, andererseits aber nicht an der im Chart hellblau gehaltenen 200-Tage-Linie und der Widerstandszone 10,70/11,10 Euro vorbeikam. Danach lief die Aktie seitwärts, hielt aber Tuchfühlung zu eben diesen Charthürden … die dann gestern deutlich bezwungen wurden.

Der Auslöser dürfte eine Heraufstufung von Barclays gewesen sein, die TeamViewer auf „Übergewichten“ hochstuften und ihr Kursziel von 11 auf 14 Euro nach oben nahmen. Als Begründung diente die Einschätzung, dass es TeamViewer gelungen sei, das Angebot erfolgreich auf Abo-Modelle umzubauen, was die Gewinnperspektive für 2023 deutlich verbessern würde. Damit wurde wieder eine „Hoffnungs-Kerze“ entzündet, die erneut charttechnischen Rückenwind erhielt.

So gelang es, sich am kurzfristigen Aufwärtstrend mit einem Satz über die Zone 10,70/11,10 und die 200-Tage-Linie hinaus nach oben abzusetzen. Damit haben wir hier ein kurzfristig bullisches Chartbild und die Hoffnung auf wieder steigende Gewinne, die jetzt, so kurz nach der Bilanz zum dritten Quartal, erst einmal nicht durch negative Nachrichten relativiert werden dürften. Ob Barclays zu Recht so optimistisch ist, bleibt somit erst einmal offen. Aber solange genug Trader darauf setzen, könnte die Aktie durchaus an die nächsten Charthürden bei 13,60 und 13,94 Euro vorstoßen. Sich unter dieser jetzt überwundenen Chartzone konsequent mit einem Stop Loss abzusichern, kann aber ganz sicher nicht schaden!

TeamViewer-Aktie: Chart vom 22.11.2022, Kurs 12,155 Euro, Kürzel TMV | Online Broker LYNX
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Vorherige Analysen der TeamViewer Aktie

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12,3 Prozent mehr Umsatz als im Vorjahresquartal, ein EBITDA, das satte 42 Prozent höher liegt, ein Gewinn pro Aktie, der für die ersten neun Monate mehr als doppelt so hoch liegt wie im Vorjahr: Endlich geht es bei TeamViewer voran. Kann man jetzt unbesorgt einsteigen?

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Gut waren die Zahlen allemal. Allerdings muss man sich die Sache genauer ansehen. Umsatz und Gewinn lagen höher als vor einem Jahr, aber nur geringfügig über den Prognosen der Analysten. Diese Zahlen alleine wären also kein Kaufargument gewesen. Und dass der Gewinn pro Aktie so deutlich höher liegt als in den ersten neun Monaten 2021, liegt nicht nur am Abflauen der Corona-Problematik, sondern auch daran, dass TeamViewer einiges an hereinkommendem Kapital dafür aufwendet, eigene Aktien zurückzukaufen: Gegenüber dem Vorjahr waren ganze zehn Prozent weniger Aktien im Umlauf, auf die sich der Gewinn aufteilen muss. Für einen Kurssprung wie den, den die Aktie am Mittwoch als Reaktion auf das Zahlenwerk zeigte, war das alles also eher etwas dünn. Aber ein anderer Aspekt war äußerst positiv:

Der Anteil an Großkunden beim Umsatz ist erheblich gestiegen, um beeindruckende 37 Prozent. Und sie, die großen Unternehmen, sind es, die die Wachstumschancen für TeamViewer entscheidend bestimmen. Da geht also einiges voran. Und das hat die Anleger motiviert, auf diese Quartalsbilanz hin umgehend zuzugreifen. Aber es gibt noch ein anderes „aber“ … und das manifestiert sich im Chartbild:

Expertenmeinung: Seit der Vollendung einer Bodenbildung im Oktober ist die TeamViewer-Aktie in der Spitze bereits über 50 Prozent gelaufen. Zugleich ist die Aktie dadurch aus markttechnischer Sicht stark überkauft. Daher kann es nicht überraschen, dass die Käufe des Mittwochs auf Abgaben von Tradern trafen, die die in kurzer Zeit erreichten, hohen Gewinne mitnehmen wollten, zumal:

Zum einen hatte die überkaufte Aktie mit diesem Kurssprung die Widerstandszone 10,71/11,10 Euro und vor allem die knapp darüber bei 11,38 Euro verlaufende 200-Tage-Linie erreicht, alleine das dürfte viele gelockt haben, erst einmal Kasse zu machen. Zum anderen waren diese Bilanzzahlen und vor allem der starke Zuwachs bei den Großkunden zwar verheißungsvoll, aber wie sich das Wachstum und der Gewinn mittelfristig gestalten, ob da genug vorangeht, um höhere Kurslevels mit Blick auf die Bewertung zu rechtfertigen, ist dennoch offen. Kein Wunder also, dass da einige dieses „Geschenk“ annahmen und das Geld zurück aufs Konto überwiesen.

Da die „good news“ jetzt auf dem Tisch liegen, müsste das bullische Lager das Momentum von sich aus hochhalten. Es müsste gelingen, die gestern nicht genommene 200-Tage-Linie auf Schlusskursbasis zu überwinden, idealerweise sollte TeamViewer über dem gestrigen Tageshoch von 11,64 Euro schließen. Dann wäre der Weg aus rein charttechnischer Sicht bis in die Region 13,60/16,48 Euro frei … aber eben erst dann!

TeamViewer-Aktie: Chart vom 02.11.2022, Kurs 11,025, Kürzel TMV | Online Broker LYNX
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Vom einstigen Anlegerliebling Teamviewer ist nicht mehr viel übriggeblieben. Die Aktie befindet sich in einem nicht enden wollenden Abwärtstrend und hat 85% an Wert verloren.

Der perfekte Sturm

Vor allem der Werbedeal mit Manchester United kam bei den Anlegern überhaupt nicht gut an und wurde als Geldverschwendung eingestuft.
Diese Einschätzung ist sicherlich nicht komplett falsch, denn ob die Steigerung des Bekanntheitsgrads wirklich so viel bringt, wie sie kostet, ist fraglich.
Inzwischen hat man daher bekannt gegeben, dass man den Werbedeal nicht verlängern wird.

Das ist aber nicht der einzige belastende Faktor. Teamviewer wurde als Krisengewinner wahrgenommen und wie wir alle wissen, wurden die einstigen Krisengewinner, nachdem die Lockdowns ein Ende gefunden hatten, abverkauft.

Dasselbe gilt für Wachstumswerte. Im Endeffekt kam unterschiedslos alles unter Druck, was diesen Stempel hatte.
Inzwischen dürften sicherlich auch viele Aktionäre der ersten Stunde das Handtuch geworfen haben. Sobald die Kurse spürbar unter das IPO-Niveau gehen, ziehen viele die Reißleine.

Das führt für Trader und Charttechniker zu einem Dilemma, denn in diesen Situationen gibt es keine greifbaren Unterstützungen mehr.

Und wäre all das nicht genug, kippte der Markt auch insgesamt. Wir haben es also mit einem perfekten Sturm zu tun, in dem eine Vielzahl von Faktoren Druck auf die Aktie ausüben.

Irgendwann…

Es findet eine totale Ausblutung der Aktionärsbasis statt, bis diejenigen, die die Papiere noch besitzen, sie mental bereits abgeschrieben haben.

Das hört sich drastisch an, ist aber die Realität und auch nicht schlimm (jedenfalls für diejenigen, die noch nicht engagiert sind).
Denn die Rechnung ist einfach: Je mehr Anleger ihre Teamviewer-Position abgeschrieben haben, desto mehr verändert sich das Verhältnis von Angebot und Nachfrage.

Irgendwann wird auch dieser Abverkauf ein Ende finden, auch wenn es unmöglich ist, den Boden exakt vorherzusagen.

Ausblick und Bewertung

Im Gegensatz dazu, kann man recht genau sagen, ob die Aktie inzwischen unterbewertet ist.

Der Trackrecord kann sich jedenfalls sehen lassen. In den letzten fünf Jahren konnte der Umsatz von 138 auf 501 Mio. Euro gesteigert werden.
Der Umsatz kletterte in jedem einzelnen Jahr, Wachstum fand also bereits vor Corona statt und das ist auch jetzt noch der Fall.

Der Gewinn kletterte in diesem Zeitraum von -69 auf +50 Mio. Euro, lag allerdings auch schon bei 104 Mio. Euro.
Der Rückgang des Gewinns ist weitgehend auf den Werbedeal mit Manchester United zurückzuführen, der satte 48 Mio. Euro p.a. kostet.

Pro Aktie entspricht das einem Anstieg des Gewinns von -0,35 auf +0,25 Euro.

Darf man den Prognosen Glauben schenken, dürfte das Ergebnis im laufenden Geschäftsjahr auf 0,40 Euro je Aktie steigen.
Teamviewer kommt somit auf ein KGVe von 19,6.

Sind die Prognosen richtig, könnte der Gewinn 2023 wieder auf über 0,50 Euro je Aktie klettern, das KGV sänke im Gegenzug auf 15.
Sollte das so eintreffen, hätte die Aktie erhebliches Potenzial.

Ferner deutet der ein Blick in die Cashflow-Statements darauf hin, dass der gemeldete Gewinn ein Understatement sein könnte, denn der freie Cashflow liegt systematisch weit über dem Gewinn.
Im Vorjahr wurde im Geschäftsbericht ein freier Cashflow von 158 Mio. Euro genannt, was 0,79 Euro je Aktie entspricht.

Daher ist es nur folgerichtig, dass Teamviewer Aktienrückkäufe beschlossen und kurzerhand auch umgesetzt hat.
Dadurch wurde die Zahl der ausstehenden Aktien von 200 auf 176 Millionen Stück reduziert.

Auf dem aktuellen Kursniveau sollte der Vorstand weitere Buybacks beschließen. Teamviewer hat aktuell 383 Mio. Euro an liquiden Mitteln, was mehr als einem Viertel des Börsenwerts entspricht.

Chart vom 11.10.2022 – Kurs: 7,97 - Kürzel: TMV - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 11.10.2022 – Kurs: 7,97 – Kürzel: TMV – Wochenkerzen
Chart vom 11.10.2022 – Kurs: 7,97 - Kürzel: TMV - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 11.10.2022 – Kurs: 7,97 – Kürzel: TMV – Wochenkerzen

In den letzten drei Wochen ist es zu einem erneuten Stabilisierungsversuch gekommen. Ausgehend von dieser Basis bei 7,70 Euro, könnte es jetzt zu einer Erholung in Richtung 9,00 Euro kommen.
Darüber wäre der Weg in Richtung 11 Euro frei. Der Abwärtstrendkanal würde theoretisch Luft bis 12 Euro bieten.

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Im MDAX ebenso wie im TecDAX gab es am Freitag nicht viele Verlierer. Aber in beiden Indizes führte die TeamViewer-Aktie diese kurze Liste mit großem Abstand an. Bedenkt man, wo die Aktie herkommt, könnte man solche Kurse als Schnäppchen ansehen, aber …

… damit könnte man sich heftig die Finger verbrennen. Wir zeigen Ihnen in diesem Chart nicht die gesamte Historie der Aktie, so dass man hier nicht sieht, dass sie im Juli 2020 bei 53,56 Euro ein Rekordhoch erreicht hatte, Anfang 2021 noch einmal von unten an die 50 Euro-Marke heranlief. Was zählt, ist nicht, was war. Denn das basierte auf der Erwartung, dass TeamViewer mit seinen Software-Lösungen in der Corona-Phase immense Gewinne einfahren würde und diese sich dann in den kommenden Jahren halten, idealerweise noch steigern werden. Aber so lief es eben nicht.

Die neue Realität ist ein andere. TeamViewer hatte 2020 weit weniger von den Lockdowns und dem Anstieg der Home Office-Arbeit profitiert, als man das erhofft hatte. 2021 fiel der Gewinn bereits wieder deutlich zurück, sogar unter den Gewinn des Jahres 2019. Zugleich lud sich das Unternehmen hohe Aufwendungen durch Sponsoring-Verträge auf. Und wie es 2022 laufen wird, ist zumindest offen. Denn das Thema Corona ist weitgehend durch, es ist die Frage, ob man jetzt noch nennenswertes Wachstum erreichen kann.

Die bislang geltende, unternehmenseigene Prognose avisiert ein Umsatzwachstum im oberen Zehner-Prozentbereich (übersetzt irgendwo zwischen 15 und 20 Prozent) und eine Rückkehr der EBITDA-Marge in die Region zwischen 45 und 47 Prozent, was wieder dem Level der Jahre 2019/2020 entsprechen würde. Was das am Ende für den Netto-Gewinn heißen könnte, muss man abwarten. Aber das bedeutet:

Expertenmeinung: Auch jetzt, auf diesem gegenüber den alten Hochs so drastisch gedrückten Niveau, ist die Aktie noch nicht „billig“, es sei denn, das Gewinnwachstum würde jetzt und in den kommenden Jahren deutlich Fahrt aufnehmen. Aber kann man das einfach unterstellen? Hoffen kann man viel, aber eine solche für höhere Kurse nötige Entwicklung einfach als sicher zu unterstellen, wäre nach den für viele unerwartet kleineren Brötchen, die TeamViewer derzeit backen muss, verwegen.

Und das sehen auch die meisten großen Investoren offenbar so. Denn würden hier große Adressen nennenswert agieren, würde das Chartbild anders aussehen, dann hätten wir hier eine Struktur im Kursverlauf. Und die haben wir nicht. Man kann immer zwei Wendepunkte im Chart miteinander verbinden und hoffen, dass an einer solchen Linie eine Umkehr stattfindet, so dass sie als relevant bestätigt wird. Aber Sie sehen es: Das haut hier nicht hin.

Die Aktie springt seit dem letzten großen Selloff vom Herbst 2021 ohne klare Struktur wie ein JoJo auf und ab. Das deutet darauf hin, dass sich hier viele „Zocker“ tummeln, die schnell ein- und aussteigen. So etwas kann sich festsetzen, weil auf diesen niedrigen Kurslevels sehr schnell mal 10, 20 Prozent auf der Long- oder Short-Seite zusammenkommen, die dann schnell mitgenommen werden und die Position gedreht wird. Für Daytrader mag TeamViewer daher momentan eine ideale Spielwiese sein. Aber für Investoren angesichts der offenen, mittelfristigen Perspektive nicht.

TeamViewer.Aktie: Chart vom 24.06.2022, Kurs 10,79 Euro, Kürzel TMV | Online Broker LYNX

Man kann die Sache nicht beschönigen. Für die Aktionäre ist Teamviewer bisher eine absolute Katastrophe.

Man kann die Sache nicht beschönigen. Für die Aktionäre ist Teamviewer bisher eine absolute Katastrophe.
Eigentlich sollte ein Anbieter von Fernwartungssoftware in Zeiten von Home-Office boomen, der Kurs sollte durch die Decke gehen.

Bis zu einem gewissen Punkt war das auch der Fall. Bis es zu einem regelrechten Kollaps kam.
Anfang Mai 2021 wurde der Aufwärtstrend durchbrochen.

Anschließend führten die durchwachsene geschäftliche Entwicklung und eine gigantischer Sponsoring-Deal zu immer weiter sinkenden Kursen.

Irrsinn

Teamviewer ist nun also Haupt-Trikotsponsor von Manchester United und lässt sich diesen Spaß 46 Mio. Euro pro Jahr kosten.

Dass sich die Börse davon geschockt zeigt, sollte niemanden überraschen, schließlich entspricht das rund einem Zehntel des Umsatzes und nahezu dem halben Jahresgewinn.

Ich hatte es bereits in der letzten Analyse zu Teamviewer gesagt: Entweder ist das Größenwahn oder genial.

Der Markt hat es wohl unter Größenwahn verbucht, sonst wäre die Aktie in Summe nicht von 55 auf derzeit 13,42 Euro abgestürzt.
Ich persönlich bin da etwas optimistischer.

Egal ob man den Werbedeal für überzogen oder zu teuer hält, er wird der Bekanntheit von Teamviewer sicherlich nicht abträglich sein.
Ob er sich im engeren Sinne rentiert, ist eine ganz andere Frage.

Der Halbierung des Unternehmensgewinns nach heutigem Stand wurde mit dem massiven Abverkauf aber Rechnung getragen. Der Kurs ist wesentlich stärker gesunken als durch eine Halbierung des Gewinns zu rechtfertigen wäre.

Bei all den Unkenrufen sollte man aber nicht vergessen, dass Teamviewer nach wie vor Geld verdient und der Gewinn perspektivisch deutlich steigen dürfte.

In diesem Jahr sollen es 0,43 Euro je Aktie werden, im Folgejahr bereits 0,58 und dann 0,72 Euro je Aktie.

Das KGV wirkt mit 31,1 auf den ersten Blick hoch. Darf man den Prognosen Glauben schenken, wird das KGV 2023 aber auf 23,1 und im Folgejahr auf 18,6 sinken.

Selbst wenn man also davon ausgeht, dass das Geld für den Werbedeal herausgeschmissenes Geld ist, ist die Bewertung nicht uninteressant.

Und gleichzeitig wissen wir, dass operativ wesentlich mehr verdient wird. Der Gewinn ist schließlich nur das, was nach dem kostspieligen Werbedeal übrig bleibt.

Daher möchte der Vorstand die Situation für Buybacks nutzen und bis zu 20 Mio. Aktien zurückkaufen.
Das entspricht rund 10% aller ausstehenden Aktien.

Dafür hat man 300 Mio. Euro bereitgestellt, was beim derzeitigen Börsenwert sogar für etwas mehr als 10% aller Aktien ausreichen würde.
Je länger der Kurs also nicht steigt, umso besser ist es langfristig.

Chart vom 28.03.2022 Kurs: 13,42 Kürzel: TMV - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 28.03.2022 Kurs: 13,42 Kürzel: TMV – Wochenkerzen

Die Buybacks stützen jedenfalls den Kurs und die Bodenbildung schreitet voran. Solange Teamviewer nicht unter 11 Euro fällt, besteht die Hoffnung, dass es das auf der Unterseite gewesen ist.

Klar positive Signale ergeben sich allerdings erst mit einem Wochenschlusskurs über 15,00 Euro.
Im letzten Anlauf ist die Rallye gescheitert, da schlichtweg die Anschlusskäufe fehlten.

Kommt die Aktie aber irgendwann in Fahrt, sind Kursziele bei 20,00 und 21,25 Euro realistisch. Mittelfristig sollten dann auch 25 Euro angesteuert werden.


Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Unter Anlegern des deutschen Softwareunternehmens macht sich seit einigen Tagen wieder etwas Hoffnung breit. Die TeamViewer-Aktie konnte nämlich ihre bärische Phase beenden und kommt nun scheinbar gestärkt aus einer mehrmonatigen Bodenbildung heraus.

Aus technischer Sicht bildeten sich in der vorigen Woche erstmals klare langfristige Kaufsignale, die es in sich haben könnten. Doch was war der Grund? Einerseits konnten die jüngsten Unternehmensdaten überzeugen und zudem kündigte das Unternehmen ein Aktienrückkaufprogramm in der Höhe von 300 Millionen Euro an. Dadurch wird zwar nicht das Geschäfts angekurbelt, aber der Gewinn je Aktie kann somit zumindest optisch verbessert werden. Ob dies die Aktie des Unternehmens auch langfristig aus dem Tal der Tränen holt, ist wiederum eine andere Geschichte.  



Expertenmeinung: Der Widerstand knapp oberhalb der Marke von 15 EUR ist gebrochen und somit wäre genügend Luft nach oben vorhanden, um wieder eine Rallye zu entfesseln.  Die Lage sieht derzeit überaus vielversprechend aus und das Risiko ist überschaubar.

Sollte der Kurs der Aktie wieder unter der Marke von 15 EUR schließen, wäre dies ein Zeichen von Schwäche und die Bullen müssten sich erneut geschlagen geben. Alles oberhalb dieser Ebene bleibt derzeit aber eindeutig bullisch.

Aussicht: BULLISCH

Chart vom 07.02.2022 Kurs: 15.93 Kürzel: TMV | Online Broker LYNX