Shopify Aktie Prognose Shopify: Aktuelle Chancen und Risiken beim Softwarekonzern  

News: Aktuelle Analyse der Shopify Aktie

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Shopify
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Chartanalyse
Basis 6 Monate bearish
Zur Shopify Aktie
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Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Die Aktie des E-Commerce-Softwareunternehmens geriet im laufenden Jahr nicht nur unter die Räder, sondern wurde im wahrsten Sinne des Wortes regelrecht in der Luft zerrissen.

Die aktuelle Korrektur an der Wall Street sorgte in der Shopify-Aktie seit Ende 2021 für einen Kurssturz von rund 80% und zahlreiche Anleger, welche hier langfristig investiert sind, werden wohl die alten Hochs für eine sehr lange Zeit nicht mehr sehen, oder vielleicht auch nie mehr. Zumindest hat sich die Talfahrt in den letzten beiden Monaten etwas entschleunigt. Die Kurse haben sich oberhalb der Marke von 300 USD gefangen und versuchen derzeit einen Boden auszubilden. Zumindest war die vorige Handelswoche schon mal ein guter Schritt in die richtige Richtung.   

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Shopify Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Anleger sind fasziniert von Aktien, welche stark gefallen sind, denn diese sehen vermeintlich günstig aus und haben ein scheinbar gigantisches Potential. Leider sieht die Realität bei den meisten Papieren anders aus. Großanleger haben den Titel oft aus den Depots entfernt und dies hat meist fundamentale Gründe.

Ein solch gefallener Stern kann zwar die eine oder andere Rallye sehen, doch die alten Hochs werden hierbei in den seltensten Fällen wieder erreicht. Bei Shopify gibt es im Bereich von 400 USD einige hartnäckige Widerstände. Hier kommt auch die 50-Tage-Linie mit ins Spiel und die Bullen werden sich schwertun, diese Hürde zu meistern. Die Hoffnung stirbt jedoch zuletzt und vielleicht kann sich ja dieses Mal eine Rallye von mehr als einer Woche ausgehen. Mehr haben wir bislang in diesem Jahr nicht zu sehen bekommen.

Aussicht: NEUTRAL

Chart vom 24.06.2022 Kurs: 385.23 Kürzel: SHOP | Online Broker LYNX
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Vorherige Analysen der Shopify Aktie

Shopify wurde schon immer als Gegenspieler von Amazon gesehen. Während Amazon versucht, Händler und Kunden auf die eigene Plattform zu ziehen und sie dort zu binden, gibt Shopify Onlinehändlern alles dafür an die Hand, eine eigene Plattform zu betreiben.

Das umfasst eine Vielzahl an Themen, vom Shopsystem selbst, über Warenmanagement, Shop-Verwaltung, Marketing, SEO, Webhosting, Datenanalyse, mobile Applikationen und so weiter. Hier eine Übersicht (Link).

Was den Aktienkurs angeht, ist Shopify in den letzten Jahren als Sieger vom Feld gegangen. Ist das gerechtfertigt?

Multiplikation auf einem neuen Niveau

Betrachtet man das Zahlenwerk, kann man nur staunen. Im Endeffekt wurde hier in kürzester Zeit ein Großkonzern aus dem Boden gestampft.

Der Umsatz konnte binnen zehn Jahren von 24 Mio. auf 4,6 Mrd. USD gesteigert werden.
Hier fehlt keine Null oder ähnliches. Mit dem Umsatz ging es von vierundzwanzig Millionen auf 4,6 Milliarden aufwärts.
Nahezu eine Steigerung um den Faktor 200.

Dass es sich bei den enormen Umsatzsprüngen in den Geschäftsjahren 2020 und 2021 also nicht nur um ein Strohfeuer gehandelt hat, sollte damit bewiesen sein.
Auch zuvor waren Wachstumsraten von 50-100% pro Jahr normal.

Aber selbstverständlich stellt sich die Frage, wie lange das so weitergehen kann. Wachstumsraten auf diesem Niveau sind unmöglich ewig fortzuführen.

Gigantischer Markt

Glücklicherweise ist der potenzielle Markt von Shopify schier endlos und daher hat man auch noch mehr als genug Raum für Wachstum, selbst wenn man nicht ständig das Produktportfolio erweitern würde.

Bisher wächst man mit ungebrochen hoher Geschwindigkeit und sehr viel schneller als die Branche.
Das hat dazu geführt, dass der Traffic aller Shopify-Shops 2021 erstmal über dem von Amazon lag.

Sehr viele kleine Unternehmen sind darauf angewiesen den Schritt in Richtung E-Commerce zu gehen und Shopify bietet dafür die notwendige Infrastruktur.
Inzwischen setzen aber auch immer mehr Großkunden auf Shopify.

Die Plattform bietet eine Vielzahl von Möglichkeiten, vom Aufbau ganzer Webseiten und E-Commerce-Systeme bis hin zur Umwandlung bestehender Seiten, Zahlungsabwicklung und so weiter.

Das bessere Geschäftsmodell

Ich wage es kaum zu sagen, aber womöglich hat Shopify sogar, abseits von AWS, ein besseres Geschäftsmodell als Amazon.
Statt alles selbst zu machen, überlässt man kapitalintensive Aufgaben wie Logistik den Firmenkunden und streicht einfach Provisionen ein.

Der außerordentlich geringe Kapitalbedarf war und ist geradezu die Voraussetzung dafür, dass Shopify dieses Wachstum aufrechterhalten konnte und kann.

Inzwischen kann man die Expansion weitgehend aus dem laufenden Cashflow finanzieren. Seit 2020 erzielt man einen nennenswerten freien Cashflow.

Für die weitere Expansion ist man gut mit Kapital ausgestattet. Shopify hat 7,77 Mrd. USD an Barmitteln in der Hinterhand und weniger als 1,0 Mrd. USD an langfristigen Schulden.

Wäre das Geld nicht besser in der weiteren Expansion verwendet, würde sich unweigerlich der Gedanke an Aktienrückkäufe aufdrängen.
Immerhin hat Shopify mehr als 10% des Börsenwerts in Form von Cash.

Ausblick und Bewertung

Darf man den bisherigen Prognosen Glauben schenken, dürfte der Umsatz im laufenden Geschäftsjahr von 4,61 auf 6,00 Mrd. USD steigen.

Das würde bedeuten, dass das KUV von derzeit 13,2 auf 10,0 sinken würde. Das KGV dürfte irgendwo bei 90 liegen.

Shopify ist also nach allen Maßstäben hoch bewertet. Das war die Aktie allerdings schon immer und es ist auch vollkommen nachvollziehbar, dass Unternehmen mit derartigem Wachstum hoch bewertet sind.
Das gilt umso mehr, da der potenzielle Markt von Shopify sehr groß ist, die Bruttomarge bei über 50% liegt und das Unternehmen bereits profitabel ist.

In den letzten fünf Jahren lag das KUV durchschnittlich bei 32.
Lässt man die Bewertungsexzesse der jüngeren Vergangenheit außen vor, lag das KUV seit dem Börsengang durchschnittlich bei 13,5 und am Tief bei 10,6.

Was könnte drin sein?

Wie bereits angesprochen, wird für 2022 ein Umsatz von 6,00 Mrd. USD erwartet. Im Folgejahr sollen es 7,95 Mrd. werden und 2024 bereits 10,7 Mrd. USD.

Je nachdem, welchen Multiplikator man ansetzt, ergeben sich daraus entsprechende Kursziele.

Nehmen wir an, dass die Stimmung schlecht bleibt und das KUV in zwei Jahren auch bei 10 liegen wird. Treffen die Prognosen ein, müsste der Börsenwert in diesem Zeitraum also von derzeit 60,8 auf 107 Mrd. USD steigen.

Das erscheint einem auf den ersten Blick als viel. Wenn man sich aber vergegenwärtigt, dass Shopify kürzlich noch einen Börsenwert von mehr als 200 Mrd. USD hatte, sieht die Sache wieder anders aus.

Wer sich hier engagiert, sollte eher risikofreudig sein und eine erhöhte Volatilität einplanen.

Ob Shopify die hohen Erwartungen erfüllen kann, darauf werden die Zahlen zum ersten Geschäftsquartal 2022 am 5. Mai die nächsten Hinweise liefern.

Chart vom 04.05.2022 Kurs: 466 Kürzel: SHOP - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 04.05.2022 Kurs: 466 Kürzel: SHOP – Wochenkerzen

Shopify ist von über 1.700 auf derzeit 467 USD abgestürzt und zu der zentralen Unterstützung bei 400-410 USD angekommen. Auf diesem Niveau hat die Aktie gedreht und könnte jetzt eine Erholung in Richtung 500 USD vollziehen.

Über 505 USD käme es zu einem prozyklischen Kaufsignal mit möglichen Kurszielen bei 600 sowie 700 USD.

Fällt die Aktie hingegen unter 400 USD, muss mit einer Ausdehnung der Korrektur in Richtung 300 USD gerechnet werden.

Anleger, die eine hohe Volatilität scheuen, sind hier fehl am Platz.

Vom Anlegerliebling zum Totalabsturz. Solche Geschichten findet man aktuell erstaunlich viele. Einige davon sind handfeste Gelegenheiten. Wie sieht es bei Shopify aus?

Sehr viele kleine Unternehmen sind darauf angewiesen den Schritt in Richtung E-Commerce zu gehen und Shopify bietet dafür die notwendige Infrastruktur.
Inzwischen setzen aber auch immer mehr Großkunden auf Shopify.

Die Plattform bietet eine Vielzahl von Möglichkeiten, vom Aufbau ganzer Webseiten und E-Commerce-Systeme bis hin zur Umwandlung bestehender Seiten, Zahlungsabwicklung und so weiter.

Liebe und Depression

Vom Anlegerliebling zum Totalabsturz. Solche Geschichten findet man aktuell erstaunlich viele.
Krisengewinner und Wachstumsaktien wurden mit einer Systematik abverkauft, wie ich es in all den Jahren an der Börse nicht erlebt habe.
Auch das Ausmaß der Kursverluste ist geradezu beispiellos.

Aber am Ende zeigt sich eben wieder, dass man sich der Gravitation nicht entziehen kann. Wenn Aktien um ein Vielfaches stärker steigen, als es die geschäftliche Entwicklung rechtfertigen würde, wird das am Ende bestraft.

Langfristig können die Kurse nicht um das drei- oder vierfache von dem steigen, was fundamental geschieht.
Je länger diese Phase anhalten, in denen es dennoch passiert, umso schmerzhafter wird es anschließend.

Gravitation

Im Fall von Shopify bedeutet das, dass der Kurs von 1.762 auf 510 USD abgestürzt ist. Wer diesen Weg mitgegangen ist, für den war das sehr schmerzhaft.

Es ist aber nicht aller Tage Ende und womöglich ging der Abverkauf ja auch deutlich zu weit. Zwischenzeitlich wurden die gesamten Corona-Kursgewinne wieder ausradiert, obwohl in dieser Zeit geschäftlich sehr viel passiert ist.

Denn der Umsatz lag 2019 noch 1,58 Mrd. USD, im Folgejahr waren es 2,93 Mrd. USD und 2021 schon 4,61 Mrd. USD.
Wenn ein Unternehmen in dieser Geschwindigkeit wächst und sich gleichzeitig die Margen in die richtige Richtung entwickeln und Cashburn sowie Verwässerung der Aktienbasis kaum mehr stattfinden, ist der Weg für die Aktie vorgezeichnet.

Psychologie

Den meisten Anlegern und „der Börse“ ist vollkommen bewusst, dass es sich hier um ein herausragendes Unternehmen handelt. Doch solange die Kurse fallen, will keiner zugreifen, auch wenn die Bewertung bereits attraktiv ist.

Das ist der eigentliche Grund, warum Korrekturen regelmäßig zu weit führen. Die Mehrheit denkt, dass sie noch billiger in die Aktie einsteigen können. Meistens verpassen diese Anleger dann aber den Einstieg, weil es plötzlich zu einer Kehrtwende kommt und der Kurs wegspringt.

Im ersten Moment möchte man nicht nachkaufen, weil man die Aktie gestern oder vor wenigen Tagen noch günstiger bekommen konnte. Dabei wäre es vielleicht genau der richtige Zeitpunkt.

Doch dann steigen die Kurse weiter und weiter. Man verliert die Hoffnung, doch nochmal günstiger einsteigen zu können und greift zu. Allerdings zu sehr viel höheren Kursen als es möglich gewesen wäre.

Und sobald die Rallye läuft, will ohnehin wieder jeder dabei sein. Es wird einfach gekauft.
So schließt sich der Kreis und alles beginnt von vorn.

Für Sie geeignet?

Nachdem wir so tiefgreifende Themen wie Liebe, Depression, Gravitation und Psychologie abgearbeitet haben, kommen wir nun zu den profaneren Dingen wie der Bewertung von Aktien.

Vorab kann man sagen, dass sich die Aktie nicht für Anleger eignen, die handfeste Resultate in Form von Unternehmensgewinnen und ein niedriges KGV möchten.
Das kann Shopify nicht bieten.
Das realistische KGV liegt irgendwo nördlich von 100.

Ich würde aber behaupten, dass das nicht die richtige Kennzahl ist. Denn natürlich kostet die laufende Expansion viel Geld. Dass man bei den vorliegenden Wachstumsraten überhaupt profitabel ist und das Wachstum weitgehend aus den laufenden Einnahmen finanzieren kann, ist vielmehr erstaunlich.

Das ist natürlich nur möglich, weil das laufende Geschäft kaum Kapital benötigt und bereits ordentlich etwas abwirft.
Man verkauft sich also nicht unter Wert, nur um sich Marktanteile zu sichern.

Ausblick und Bewertung

Mit Blick auf das enorme Wachstum und den gigantischen Markt, den Shopify beackert, waren Anleger daher auch bereit, eine stattliche Bewertung zu zahlen.
Seit dem Börsengang lag das KUV durchweg über 10 und im Hoch bei 55.

Darüber hinaus stellt man fest, dass das KUV mit der Zeit tendenziell gestiegen ist. Das ist wiederum absolut nachvollziehbar, denn die Profitabilität hat sich mit der Zeit verbessert und es wurde immer offensichtlicher, dass Shopify die hochgesteckten Ziele auch erreichen und sich durchsetzen wird.
Die operative Marge legte seit dem Börsengang von -8,7 auf +5,8% zu.

Ich würde es als Worst-Case-Szenario bezeichnen, wenn das KUV mittelfristig auf 10 sinken würde.
Das wäre übrigens auch von dem heutigen Niveau mit einem KUV von 16,7 ein großer Rückschritt.

Doch nehmen wir an, dass es dazu kommt und das KUV tendenziell weiter sinkt. Nimmt man ferner an, dass die langfristigen Prognosen erfüllt werden können und der Konzernumsatz bis 2025 auf 10,8 Mrd. USD steigen kann.
In diesem Szenario könnte man mit einer annualisierten Rendite von 13% rechnen.

Natürlich kann man immer auch noch sehr viel schlechtere Annahmen treffen, aber man muss es auch nicht übertreiben. Es wäre auch nicht schwierig, Szenarien zu spinnen, in denen die Rendite deutlich höher sein könnte.

Das naheliegendste wäre, davon auszugehen, dass das KUV auf dem aktuellen Niveau bleibt. Die Historie würde diese These besser stützen als das vorherige Szenario.
In diesem Fall würden wir über annualisierte Renditen von über 30% sprechen.

Ich möchte das aber gar nicht in Aussicht stellen und wer Renditen dieser Größenordnung sogar verspricht, ist in der Regel ein Hasardeur oder Verbrecher.

Chart vom 23.03.2022 Kurs: 727 Kürzel: SHOP - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 23.03.2022 Kurs: 727 Kürzel: SHOP – Wochenkerzen

Shopify ist zu den mehrjährigen Aufwärtstrends zurückgekommen und hat auf diesem Niveau gedreht.
Stellt sich die Bodenbildung als nachhaltig heraus, könnte das die Grundlage für die nächste Rallye sein.

Die ersten Kursziele lägen dann bei 800 und 900 USD. Über 900 USD hellt sich das Chartbild weiter auf.
Die meisten wichtigen Unterstützungen und Widerstände liegen bei runden Hundertern.