Sartorius VZ Aktie Prognose Sartorius und Deutsche Bank: Wie passt das zusammen?

News: Aktuelle Analyse der Sartorius VZ Aktie

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Sartorius VZ
ISIN: DE0007165631
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Als Anleger sollte man die Zeit investieren und jeden Tag einen kurzen Blick in die Tops und Flops werfen. Das dürfte für die meisten keine Neuigkeit sein, vor allem, wenn sie schon länger meine Artikel lesen.

Mindestens genauso aufschlussreich sind längere Zeiträume wie 5 oder 10 Jahre. Es ist kein Zufall, dass im HDax seit Jahren dieselben Aktien ganz oben in der Performance-Übersicht landen.
Dasselbe gilt für die Schlusslichter.

Das ist kein Zufall

Die Rohrkrepierer von vor fünf Jahren sind dieselben wie heute. Heute wie damals tauchen hier Namen wie die Deutsche Bank, ThyssenKrupp, ProSieben, E.On, K+S sowie die Commerzbank auf.

Das ist nicht meine persönliche oder analytische Meinung, es ist schlichtweg Fakt. Die Deutsche Bank ist auf Sicht von 10 Jahren um 67% eingebrochen, daran gibt es nichts zu deuten.

Oben an der Spitze steht übrigens Sartorius und auch vor fünf Jahren war diese Aktie schon ganz oben mit dabei.
Auch das ist kein Zufall.

Chart vom 05.07.2022 - Kurs: 343 Kürzel: SRT - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 05.07.2022 – Kurs: 343 Kürzel: SRT – Wochenkerzen

Mit der Zeit wird aus einer Nummer 1 unter den langfristigen Outperformern auch mal eine Nummer 10.
Und aus der Nummer 100 wird auch mal eine Nummer 90. Dass es eine Aktie von ganz unten nach oben geschafft hätte, kommt aber nahezu nie vor.

In bald zwei Dekaden an der Börse kann ich mich nur an ein Beispiel erinnern.

Machen Sie sich das Leben einfach

Daher sollte man sich von all den Kellerkindern fernhalten und sich unter den Aktien umschauen, die über viele Jahre hinweg gestiegen und gestiegen sind.

Im ersten Moment hört sich das nicht nach antizyklischem investieren an, man muss aber die Zeithorizonte im Blick haben.
Wir suchen vor allem Aktien, die auf Sicht von 5-10 und mehr Jahren massive Outperformer sind und bei denen die Faktoren, die dazu beigetragen haben, noch intakt sind.

Gleichzeitig sollten sie natürlich attraktiv bewertet sein und das passiert in der Regel dann, wenn eine Korrektur stattgefunden hat oder es zu einem Crash gekommen ist.

Schauen wir uns also Sartorius an

Man muss gar nicht tief in die Feinheiten des Geschäftsmodells eintauchen. Wenn man sich die Zahlen von Sartorius anschaut, bekommt man schnell eine Ahnung davon, warum die Aktie ein Outperformer ist.

Der Pharma- und Laborzulieferer konnte den Umsatz in den letzten zehn Jahren von 0,85 auf 4,27 Mrd. Euro steigern.
Gleichzeitig hat sich die Profitabilität verbessert, der Gewinn legte von 0,93 auf 4,66 Euro je Aktie zu.

Da die Margen hoch und der Kapitalbedarf gering ist, konnte man die Expansion vollständig aus dem laufenden Cashflow finanzieren, die Ausgabe neuer Aktien war nicht notwendig.

Was macht Sartorius so besonders?

Sartorius ist quasi der Schaufelverkäufer der Biotech- und Pharmaindustrie, von der Pipette bis zu einer kompletten Ausstattung von Labors.
Das ist ein sicheres und planbares Geschäft, ganz im Gegenteil zu der Forschung in diesem Sektor.

Darüber hinaus ist man bei einer ganzen Reihe von Produkten weltweit führend. Beim Flüssigkeitsmanagement hat man vermutlich einen Marktanteil von rund 50%, der der Fermentation könnten es 30% sein.
Und das sind nur einige Beispiele.

Der Markt wächst grundsätzlich, viele Produkte sind zur einmaligen Verwendung und dementsprechend müssen die Kunden immer wieder ordern.
All das trägt natürlich zum Erfolg des Unternehmens bei.

Und da Aktienkurse und geschäftlicher Erfolg langfristig Hand in Hand gehen, ist Sartorius ein Outperformer.

Ausblick und Bewertung

Wie es aussieht, wird sich daran so schnell nichts ändern. Kurzfristig kann der Kurs einbrechen, so wie es in den letzten Monaten geschehen ist. Vervielfachen sich Umsatz und Gewinn in den kommenden zehn Jahren, wird der Kurs langfristig dasselbe tun.

Im laufenden Geschäftsjahr läuft es jedenfalls gewohnt gut. So wie es bei der Deutschen Bank eben gewohnt schlecht läuft.

Im ersten Quartal konnte der Umsatz um 29,5% auf 1,025 Mrd. Euro gesteigert werden.
Der Gewinn stieg von 1,77 auf 2,44 Euro je Stammaktie Aktie, ein Gewinnsprung um 37%.

Die Prognose für das Gesamtjahr wurde bestätigt. Demnach geht man von einem Umsatzwachstum von 15-19% aus. Die Profitabilität soll auf dem derzeitigen Niveau bleiben.

Unter dem Strich dürfte der Gewinn in diesem Jahr auf 8,80 Euro je Aktie steigen, so zumindest der Konsens.
Das bedeutet allerdings auch, dass Sartorius aktuell auf ein KGVe von 40,4 kommt. Das ist sicherlich nicht für jeden Anleger das richtige. Allerdings lag das KGV von Sartorius in den letzten fünf Jahren durchschnittlich bei 60.

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Vorherige Analysen der Sartorius VZ Aktie

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Die Sartorius-Aktie ist aus einer kleinen Dreiecksformation nach oben ausgebrochen, hat dabei zugleich die mittelfristige Abwärtstrendlinie überboten und zeigte in den Tagen nach dem Ausbruch Anschlusskäufe. Das ist schon mal gut, aber die Wende ist das (noch) nicht.

In den Jahren 2020 und 2021 stieg der Unternehmensgewinn des Medizin- und Labortechnik-Unternehmens Sartorius sehr deutlich. Dass Analysten und Anleger diese Entwicklung bei vielen anderen Unternehmen, bei denen es ebenso lief, mit dem Lineal in die Zukunft verlängert hatten, fiel ihnen bei diesen anderen Unternehmen in den letzten Monaten massiv auf die Füße, denn es war auf einmal vorbei mit steigenden Umsätzen und Gewinnmargen. Auch die Sartorius-Aktie fiel seit Jahresbeginn erheblich, doch hier gibt es einen entscheidenden Unterschied:

Sartorius wird, wenn die unternehmenseigene Prognose nicht auf einmal doch noch komplett auf den Kopf gestellt würde, was nicht wahrscheinlich ist, auch 2022 deutlich mehr Gewinn erzielen. Derzeit gehen die Analysten im Schnitt davon aus, dass ein Gewinnplus von um die 50 Prozent gegenüber 2021 möglich wäre, resultierend aus der Kombination aus steigenden Umsätzen und einer erneut höheren Gewinnmarge.

Zwar war die Aktie Ende November 2021, als sie bei 631,60 Euro einen Verlaufsrekord erzielte, völlig überbewertet. Aber jetzt trifft ein in der Spitze glatt halbierter Aktienkurs auf eine 50 Prozent-Perspektive beim Gewinn pro Aktie. Das kann nur ein klarer Kauf sein … oder?

Expertenmeinung: Da die Sartorius-Aktie im Vorfeld absurd überbewertet war, zeitweise ein Kurs/Gewinn-Verhältnis von über 100 erreicht wurde, wäre es zwar nicht weise, einfach davon auszugehen, dass das alte Hoch in nächster Zeit wieder erreicht wird, auch nicht angesichts der Erwartung eines stark zulegenden Unternehmensgewinns. Aber alleine ein Anlauf an die Widerstandszone 483/503 Euro bzw. an die knapp darunter, aktuell bei 478 Euro verlaufende 200-Tage-Linie, wäre ja schon einmal eine hervorragende Long-Perspektive. Und ja, das wäre denkbar, aber dazu muss erst einmal eine vorgelagerte Hürde aus dem Weg geräumt werden.

Dass der im Chart zu sehende Anstieg über die Schlüssel-Widerstandszone 342/348 Euro am Freitag dynamisch verlief und zu Wochenbeginn Anschlusskäufe sah, zeigt, dass da viele auf ein Startsignal gewartet hatten. Aber ob jetzt mehr gelingt als eine Gegenbewegung und das Muster niedrigerer Zwischenhochs gebrochen wird, ist eben noch offen.

Dazu müsste der Sartorius-Kurs auch noch die jetzt ins Visier kommende Widerstandszone 410/425 Euro bezwingen, denn erst darüber wäre ein Anlauf in den Bereich 483/503 Euro realistisch und aus dem derzeitigen Ansatz einer Wende eine echte Aufwärtstrendwende geworden. Und da der Kurs kurzfristig bereits in den überkauften Bereich hineinläuft, sollte, wer hier nicht zu viel wagen will, besser abwarten, ob sich dieser Ansatz auch wirklich verstetigt.

Sartorius Vz.Aktie: Chart vom 31.05.2022, Kurs 375,60 Euro, Kürzel SRT3 | Online Broker LYNX

Ein kräftiges Plus am vergangenen Freitag und Anschlusskäufe gestern: Die Sartorius-Aktie hätte die Chance, endlich aus ihrem scheinbar endlosen Abwärtstaumel zu entkommen. Aber noch sind die entscheidenden Hürden nicht überwunden. Das wird jetzt also spannend!

Es war keine gewaltige Heraufstufung, aber in einem Abwärtstrend greifen die verbliebenen Bullen ja nach jedem Strohhalm: Die UBS stufte die Aktie des Medizintechnikunternehmens Sartorius von „Halten“ auf „Kaufen“ hoch und nahm das Kursziel immerhin um zehn Euro, von 400 auf 410 Euro, nach oben. Das folgte einem kräftigen Kursgewinn vom Freitag, als die Aktie mit einem Zugewinn von 7,42 Prozent endlich auch mal wieder oben in der DAX-Gewinnerliste auftauchte. Und eigentlich könnte es das Signal zum Aufbruch sein, denn:

Die Ende April vorgelegten Quartalsergebnisse waren ja tadellos. Umsatz und Gewinn waren in den ersten drei Monaten 2022 gegenüber dem Vorjahresquartal erheblich gestiegen. Und die Prognose wurde bestätigt, die mit einem Umsatzanstieg zwischen 15 und 19 Prozent und einer EBITDA-Marge von ca. 34 Prozent (2021: 27,4 Prozent) deutliche Gewinnsteigerungen avisiert. Während die Aktie zuletzt wie auf Schienen fiel. Was bedeutet:

Expertenmeinung: Die zuvor massiv überbewertete Aktie, die 2021 zeitweise ein Kurs/Gewinn-Verhältnis (KGV) weit über 100 erreichte, wäre, wenn die Gewinnerwartungen so auch eintreffen, mit einem KGV von derzeit 40 nicht nur fair, sondern günstig bewertet. Da fragt man sich schon: Worauf warten die Anleger, um hier zuzugreifen?

Aber es ist beileibe kein neues Phänomen, dass viele eine Aktie, bei der sie auf der Long-Seite auf die Nase gefallen sind, erst einmal nicht mehr anfassen mögen. Vor allem dann nicht, wenn eine Abwärtsbewegung so lange anhält, so weit führt und man dadurch mit Zukäufen in fallende Kurse hinein Verlust gemacht hat. Das müsste erst einmal eine klare Aufwärtswende her. Die „in Arbeit“ sein könnte. Aber da bleibt eben, noch, das Wort „könnte“.

Da die unternehmenseigene Gewinnprognose im Zuge der Bilanz-Vorlage seitens Sartorius unterfüttert wurde, indem man betonte, dass man erwartet, die höheren Kosten an die Kunden weitergeben zu können und in Sachen Energieversorgung imstande sei, auch schwierigere Situationen zu meistern, darf man zwar vermuten, dass der Knoten hier über kurz oder lang platzt. Aber es wäre riskant, da bereits auf Verdacht zuzugreifen, solange das Chartbild kein grünes Licht liefert. Denn bereits im März wäre die Überbewegung schon abgebaut gewesen, trotzdem wurde eine Erholung abverkauft und vergangene Woche mit 303,55 Euro ein neues Jahrestief markiert.

Worauf es jetzt ankommt, ist der Kreuzwiderstand im Bereich 345/360 Euro, bestehend aus den Tiefs vom März, der 20-Tage-Linie sowie der zu Jahresbeginn etablierten Abwärtstrendlinie. Über diese Zone muss die Aktie auf Schlusskursbasis hinaus, dann wäre die Chance da, eine größere Gegenbewegung zu schaffen und aus ihr dann im Idealfall eine Aufwärtswende zu kreieren. Da der Kurs am Montag in dieser Zone erst einmal auf Abgaben traf und dann zwar im Plus, aber klar unter Tageshoch schloss, bedeutet das für das bullische Lager: Jetzt müsste sofort nachgesetzt werden … denn wenn da jetzt kein Ausbruch nach oben erfolgt, dürften die Short-Seller sofort wieder aktiv werden.

Sartorius-Aktie: Chart vom 16.05.2022, Kurs 342,40 Euro, Kürzel SRT3 | Online Broker LYNX

Die Sartorius Vorzugsaktie startete extrem schwach in die verkürzte Handelswoche, doch dann begannen die Trader zu kaufen. Das passierte über einer zentralen Unterstützungszone und bietet die Chance auf eine Aufwärtswende … wenn morgen nichts schiefgeht!

Denn morgen steht die Bilanz des ersten Quartals an. Die Zahlen müssen passen, damit die Trader den „Hammer“, den die Aktie am Dienstag ausgebildet hat, als Basis einer Aufwärtswende ansehen. Und nicht nur der Blick auf das erste Quartal ist entscheidend, sondern auch der Blick voraus. Wird das Labor- und Medizintechnikunternehmen die solide 2022er-Prognose beibehalten? Wenn ja, könnte es mit dem dramatischen Abgabedruck, den Sartorius Vz. seit Jahresanfang sah, vorbei sein.

Aus charttechnischer Sicht haben die Käufe in den schwachen Handelsstart hinein schon viel bewegt. Die Aktie sackte zum Handelsstart haltlos durch die aus dem ersten Halbjahr 2021 stammende Unterstützungszone 378/387 Euro, die Ende März zurückerobert wurde. Damit war der Weg an das bisherige Jahrestief bei 345,70 Euro frei, wo sich der Kurs im März tagelang aufhielt. Es hätte nicht viel gefehlt, um diesen Bereich am Dienstag zu erreichen und womöglich zu durchschlagen. Die Bären hätten freie Bahn gehabt. Dass es in dieser Situation gelang, die Kurve zu kriegen und wieder Tuchfühlung zum Bereich 378/387 Euro herzustellen, ist eine perfekte Vorlage für eine positive Reaktion auf die morgen erwarteten Bilanzdaten.

Expertenmeinung: Es ist zwar gut möglich, dass da einige äußerst „nickelig“ reagieren, wenn auch nur das Geringste bei diesem Zahlenwerk nicht optimal aussieht. Aber es ist die Frage, ob nicht diejenigen überwiegen, die erkennen, dass hier immerhin Wachstum avisiert wird. Und dass es eigentlich egal wäre, ob man die bisherige 2022er-Prognose von 15 – 19 Prozent Umsatzwachstum bei einer gegenüber 2021 stabilen, operativen EBITDA-Gewinnmarge von 34 Prozent einen Tick nach unten nehmen würde. Schließlich ist diese Aktie seit Jahresanfang um in der Spitze knapp 43 Prozent gefallen, während andere DAX-Aktien mit weitaus düsterer Gewinnperspektive deutlich besser gelaufen sind.

Gerade jetzt, nachdem Ende der Vorwoche die Abrechnung der Aktien-Optionen an der Terminbörse über die Bühne ging und die Bären damit auf der Short-Seite bei Sartorius fette Beute machen konnten, wäre es keine große Überraschung, wenn diese sich jetzt unter den besser gelaufenen Aktien neue Ziele suchen und Sartorius den Bullen überlassen würden. Aber wie gesagt: Diesen Bilanztermin am Donnerstag muss die Sartorius Vorzugsaktie erst einmal gut überstehen, dann könnte aus dem gestrigen Hoffnungsschimmer mehr werden.

Aus charttechnischer Sicht wäre ein Anstieg über die jetzt wieder knapp erreichte Zone 378/387 Euro schon mal ein guter Anfang. Aber erst nach Schlusskursen über dem März-Verlaufshoch bei 425,50 Euro stünde die Sache durch ein dann vollendetes Doppeltief wirklich auf stabilen Beinen. Wir dürfen auf morgen gespannt sein!

Chart vom 19.04.2022, Kurs 374,80 Euro, Kürzel SRT3 | Online Broker LYNX

Wenn man rational an die Sache herangehen würde: gar nicht. Die Labor- und Medizintechnik-Branche hat selbst in einem inflationären Umfeld mit wankendem Wirtschaftswachstum eine positive Perspektive. Auch, wenn das Wachstum in einer schwierigen Wirtschaftsentwicklung gebremst würde, ist hier mit deutlich weniger Druck zu rechnen als in konjunktursensiblen Branchen wie Automobil, Maschinenbau, Bau oder Konsumgüter. Und während Sartorius in seinem Ausblick auf 2022 ein Gewinnwachstum im Bereich von 15 bis 18 Prozent durchblicken ließ, nachdem der Gewinn bereits 2020 und 2021 kräftig zugelegt hatte, müsste den Anlegern klar sein, dass manch anderes DAX-Unternehmen 2022 weniger verdienen wird als im Vorjahr.

Zwar hatte die im DAX notierte Sartorius Vorzugsaktie zwischen Frühjahr 2020 und Herbst 2021 derart stark zugelegt, dass zeitweise ein irrational hohes Kurs/Gewinn-Verhältnis erreicht wurde, die Aktie also massiv überbewertet war. Und richtig ist auch, dass das fast niemanden interessiert, solange die Hausse noch intakt ist, aber dann auf einmal jeder an einer bereits viel niedrigeren Bewertung herummäkelt, kaum dass die Aktie fällt. Aber wenn man sich überlegt, dass der Kurs vom Rekordhoch bei 631,60 Euro in der Spitze um 45 Prozent gefallen ist, während zu erwarten ist, dass der Gewinn pro Aktie 2022 weiter zulegt, verringert sich das Kurs/Gewinn-Verhältnis rasant und von beiden Seiten: niedrigerer Kurs, höherer Gewinn. Und da stiegen Akteure am Freitag aus, als wäre diese Aktie das letzte, das man haben müsste?

Expertenmeinung: Das dürfte daran liegen, dass viele derzeit sehr kurzfristig und emotional agieren und dann auch auf einzelne Nachrichten mehr reagieren, als sie es normalerweise täten. Und in dieser Hinsicht hatte die Sartorius Vorzugsaktie das Pech, dass die jüngsten Kursziel- und Einstufungs-Anpassungen ausgerechnet am unteren Ende der Kursziel-Spanne, die derzeit zwischen 400 und 665 Euro liegt, lagen. So senkte die DZ Bank vergangenen Dienstag ihr Kursziel von 484,90 auf 421,90 Euro. Und am Freitag stufte die UBS Sartorius zwar von „Verkaufen“ auf „Halten“ hoch, blieb aber beim vorbestehenden Kursziel von nur 400 Euro. Zwar gab es keine neuen Nachrichten vom Unternehmen, die fürchten ließen, dass da noch mehr Kursziel-Senkungen folgen müssten, aber diese beiden niedrigen Zielmarken sind eben keine Motivation, ausgerechnet jetzt einzusteigen. Zumal die Charttechnik zum Wochenschluss auch nicht dazu einlud:

Chart vom 08.04.2022, Kurs 387,20 Euro, Kürzel SRT3 | Online Broker LYNX

Es gelang im März zwar, die Supportzone 381/387 Euro zurückzuerobern, aber dann kam die Aktie einfach nicht weiter voran. Sie fiel wieder zurück und trat in den vergangenen Tagen nur auf der Stelle – damit war sie anfällig für „bad news“, und seien es auch nur relativ niedrige, neue Kursziele/Einstufungen. Aber mit dieser grundsätzlich positiven Gewinnperspektive im Rücken ist die Chance gut, dass eine größere Aufwärtsbewegung dadurch nur aufgeschoben und nicht aufgehoben ist. Erst, wenn die Sartorius-Aktie nicht nur wieder die jetzt erneut getestete Zone 381/387 Euro, sondern auch das bisherige Jahres-Verlaufstief bei 346 Euro unterbieten würde, müsste man davon ausgehen, dass sich die Basis einer Aufwärtswende noch ein gutes Stück nach unten und auf der Zeitachse nach hinten verlagert.

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Bis zum Beginn des neuen Jahres konnte sich die Aktie des deutschen Pharma- und Laborzulieferers positiv in Szene setzen. Die Sartorius-Aktie bestach bis zu diesem Zeitpunkt durch nachhaltige Kursanstiege, welche lediglich im Oktober 2021 in Gefahr waren.

Das erste Schwächesignal entstand im Dezember durch den Fehlausbruch über die Marke von 600 USD. Die Bullen waren nicht mehr bereit noch mehr für das Wertpapier zu bezahlen und so setzten erste heftigere Gewinnmitnahmen ein. Auch der erneute Versuch diese Marke mit Jahresbeginn zu brechen, scheiterte. Danach waren die Bären am Drücker. Zuerst wurde die mehrmonatige Aufwärtstrendlinie nach unten gebrochen und somit kam das Pivot-Tief von Oktober abermals ins Spiel. Doch der Verkaufsdruck war zu hoch und mittlerweile wurde auch dieser Boden gebrochen.




Expertenmeinung: Auch der Versuch die Ebene rund um die Marke von 483 EUR zurückzuerobern scheiterte. Seit Anfang Februar befindet sich die Aktie im freien Fall und der nächste Boden ist noch ein ganzes Stück weit entfernt.

Wir blicken hier auf das Tief von Juni des vorigen Jahres, welches bei 378 EUR gebildet wurde. Hier dürften die Bullen wieder aktiv werden, doch bis zu diesem Niveau sollte das fallende Messer wohl lieber nicht aufgefangen werden. Vorerst bleibe ich hier bei einer bärischen Bewertung, bis der Chart gegenteilige Signale liefert.

Aussicht: BÄRISCH

Chart vom 17.02.2022 Kurs: 411.90 Kürzel: SRT3 | Online Broker LYNX