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Das Chartbild der RWE-Aktie bildet seit März die Struktur eines Topps aus … das aber noch nicht vollendet ist. Könnten hier womöglich in Kürze die Bären das Ruder übernehmen? Was spräche dafür, was dagegen?
Dass die Aktie des Energieversorgers jahrelang trotz bullischer Analysten-Stimmen ein Mauerblümchen im DAX war, seit vergangenem September aber beeindruckend nach oben davongezogen ist, ist noch kein Grund, über die Chancen auf der Oberseite jetzt, da der Aufwärtstrend an Schwung verloren hat, das Kreuz zu schlagen. Es wäre angebracht, sich Gedanken über eine Abwärtswende zu machen, wenn die Aktie dabei mit Blick auf Bewertung und Kursziele klar überzogen hätte. Aber das ist nicht der Fall: Dadurch, dass der Ausbau der Infrastruktur und der immens steigende Energiebedarf durch KI die Perspektiven für große Stromanbieter wie RWE aufgehellt haben, rechnen die Experten für das laufende Jahr bei RWE mit einem Gewinn pro Aktie von um die 2,70 Euro, damit läge man derzeit bei einem Kurs-/Gewinn-Verhältnis leicht über 20. Was nicht „billig“ wäre, aber wenn die Analysten Recht behalten, würde der Konzern in den kommenden Jahren stetig beim Gewinn pro Aktie zulegen, was eine solche Bewertung dann auch rechtfertigen würde.
Hinzu kommt, dass die Analysten hier ungewöhnlich einhellig guter Dinge sind: 14 der 19 die Aktie einstufenden Experten sehen sie als einen Kauf, der Rest wertet mit „Halten“, zum Ausstieg rät aktuell niemand. Das durchschnittliche Kursziel rangiert derzeit um 63 Euro, das niedrigste liegt bei 55 Euro … die Aktie notiert momentan nur knapp darüber.
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Expertenmeinung: Damit ist der Spielraum nach unten also begrenzt … oder? Es ist zumindest ein Aspekt, der davon abhalten sollte, aus der laufenden Toppbildung im Geiste bereits eine vollzogene Abwärtswende zu machen.
Ein Faktor, der ein wenig wachsamer machen sollte, ist die ausgebliebene Reaktion auf die haussierenden Ölpreise im März. Dass der Gesamtmarkt daraufhin merklich in die Knie ging, die RWE-Aktie davon aber unberührt blieb, könnte ein Indiz dafür sein, dass man dem Energieversorger mehr Wachstumspotenzial durch eine Verschiebung des Energiemix in Richtung Strom bzw. erneuerbarer Energien zubilligte. Wäre das ein Argument gewesen, könnte das dann für größeren Abgabedruck sorgen, wenn der Ölpreis glaubwürdig nach unten drehen sollte. Aber das „könnte“ müsste man da dick rot unterstreichen.
Was die charttechnische Seite angeht, liegt die relevante Supportzone, unterhalb derer ein Topp vollendet wäre, bei 53,70 bis 54,96 Euro. Schlusskurse darunter wären grundsätzlich ein bärisches Signal. Aber wenn man sich den Chart ansieht, fällt auf, dass die nächste markante und durch die 200-Tage-Linie verstärkte Unterstützungszone bereits zwischen 46,95 und 49,17 Euro warten würde.

Natürlich könnten sich neue Fakten ergeben, die tiefere Kurse für die RWE-Aktie unterstützen würden. Aber auf Basis dessen, was wir heute in Bezug auf die Rahmenbedingungen wissen, wäre ein Test der letztgenannten Auffangzone dann eher ein Grund, sich diese Aktie in Bezug auf die Long-Seite schon wieder genauer anzusehen, so betrachtet: Ja, das Topp könnte vollendet werden, aber dass sich die RWE-Aktie dann auf der Short-Seite lohnen könnte, ist zumindest zweifelhaft.
Quellenangaben: Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/RWE.DE/analyst-insights/
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 04.06.2026 um 17:57 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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