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Über Jahre hinweg gehörte Johnson & Johnson zu den langweiligsten Aktien im Dow Jones. Doch seit einem Jahr sieht das ganz und gar anders aus. Was befeuert diese Aktie, die gerade ein neues Allzeithoch erreicht hat … und könnte die Hausse womöglich sogar weitergehen?
Würde man aus dem Stand gefragt, welche Aktien im US-Index-Flaggschiff Dow Jones denn wohl gerade am stärksten laufen, würden die meisten wohl automatisch die Tech-Mega-Caps nennen. Doch derzeit sind es nicht Nvidia, Apple, Microsoft oder Amazon, die in der Gewinnerliste des laufenden Jahres ganz oben stehen. Während der Nasdaq 100 von den Halbleiter-Aktien nach oben gepeitscht wird, regiert beim Dow gerade die Old Economy. Die am stärksten gelaufene Aktie im bisherigen Jahresverlauf ist, man mag es kaum glauben, Caterpillar. Und Johnson & Johnson steht auf einem starken vierten Platz.

Und wenn man sich den Chart so ansieht, wäre man versucht zu glauben, dass die Aktie vielleicht sogar ein paar Plätze nach oben gutmachen könnte, denn just zum Wochenschluss ist der Kurs aus seiner seit Ende Januar geltenden Handelsspanne mit Schwung nach oben ausgebrochen. Da die J&J-Aktie im Vorfeld der vergangenen, beeindruckend starken Handelswoche konsolidiert hatte, ist die Aktie noch nicht markttechnisch heißgelaufen und hat im Gegenteil durch diesen Aufwärtsschwenk mit Ausbruch nach oben das bestehende, bullische Signal des Trendfolgeindikators MACD durch einen „Touchdown“ auf die Signallinie bestätigt.
Das sieht also gut aus … aber angesichts dieses markanten Anstiegs der vormals so hüftlahmen Aktie muss man sich natürlich schon fragen: Kann denn da wirklich noch nennenswert Luft nach oben sein?
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Expertenmeinung: Für das laufende Geschäftsjahr weist die Aktie des Healthcare- und Pharmakonzerns auf Basis der durchschnittlichen Analysten-Gewinnschätzung ein Kurs-/Gewinn-Verhältnis von 22 aus. Das ist nicht teuer. In den vergangenen zehn Jahren lag man da meist zwischen 20 und knapp 30. Entsprechend optimistisch präsentieren sich die Einschätzungen der Analysten: Von den 23 die Aktie aktuell bewertenden Experten sehen 15 sie als kaufenswert an, sieben raten zu „Halten“, nur einer zu Untergewichten.
Das durchschnittliche Kursziel von derzeit 257,50 US-Dollar wäre jetzt aber nahezu erreicht. Was zumindest davor warnen sollte, zu glauben, dass diese Hausse über denkbare Anschlusskäufe als Reaktion auf den Ausbruch nach oben hinaus einfach wie ein Strich weitergehen müsste.
Allerdings ist man seitens der Analysten für den Gewinn pro Aktie auch für die kommenden Jahre durchaus guter Dinge. Ein entscheidender Faktor dafür dürfte sein, dass Johnson & Johnson der Forderung des US-Präsidenten nach günstigeren Medikamentenpreisen für US-Bürger zugestimmt hat und Teil von Trumps TrumRx.gov-Programm geworden ist. Man erwartet, dadurch im wichtigen US-Markt eine deutlich günstigere Marktposition zu haben. Zugleich ist man dadurch bei pharmazeutischen Produkten von Zöllen befreit.
Solange sich diese Ausrichtung in Richtung Washington nicht als Fehlschlag erweist, könnte diese einst eher langweilige Aktie spannend bleiben. Ob man jetzt noch, nach diesem Ausbruch des Kurses nach oben, auf den Zug aufspringen möchte, ist eine Frage der persönlichen Risikobereitschaft. Genau überlegen sollte man sich das m. E. aber schon. Doch eine starke Halteposition wäre Johnson & Johnson derzeit durchaus, zumal man jetzt die Möglichkeit hätte, Stoppkurse deutlich auf ein Level leicht unterhalb der jetzt überbotenen Widerstandszone 247/252 US-Dollar nachzuziehen.
Quellenangaben: Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/JNJ/analyst-insights/
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 28.06.2026 um 9:48 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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