GEA Group: Beeindruckende Rallye – kann man da noch einsteigen?

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GEA Group
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Zur GEA Group Aktie

Es ist nicht die Regel, dass eine Aktie nach Bekanntgabe vorläufiger Bilanzergebnisse kräftig zulegt und dann bei der Vorlage der eigentlichen Bilanz gleich noch einmal. Bei der Aktie der GEA Group kam es dazu: Die Anleger kauften erneut. Wie viel Luft nach oben wäre da noch?

Am 29. Juli hatte der Anlagenbauer GEA Group bereits eine vorläufige Bilanz zum zweiten Quartal vorgelegt und zugleich die Gesamtjahresprognose angehoben. Diese Ergebnisse wurden am Freitag bestätigt, der Umsatzanstieg um 12,6 Prozent ebenso wie das EBITDA-Plus um 9,5 Prozent gegenüber dem zweiten Quartal 2020. Und auch die Prognose blieb dieselbe: Zwischen fünf und sieben Prozent soll der Umsatz zum Vorjahr organisch wachsen, das EBITDA (der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen) soll, ohne Berücksichtigung der Aufwendungen für Restrukturierungen, zwischen 600 und 630 Millionen Euro liegen, da hatte man zuvor noch 530 bis 580 Millionen angepeilt.

Da bei der GEA Group das Jahr 2019 ein schlechtes war, man aber durch 2020 gut durchgekommen war, bedeuten diese Perspektiven kein kleines Plus von einem dramatisch niedrigen Niveau, sondern den Weg zurück zu den starken Jahren vor 2019. Dass die Anleger grundsätzlich positiv reagierten, ist daher nachvollziehbar. Die Frage ist nur, ob man hier ein Kursniveau sieht, auf dem es sich noch lohnt, einzusteigen … oder ob schon langsam Gewinnmitnahmen zu überlegen wären.

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Expertenmeinung: Momentan gehen die Analysten, die mehrheitlich ihre Kursziele nach den vorläufigen Zahlen nebst Prognoseerhöhung Ende Juli angehoben haben, von einem Gewinn von 1,33 Euro pro Aktie aus. Daraus würde sich derzeit ein Kurs/Gewinn-Verhältnis (KGV) um 29 ergeben. Das läge mit Blick auf frühere Jahre noch im Rahmen des Normalen. Aber das Wachstum der GEA Group müsste auch in den kommenden Jahren weitergehen, schon eine Stagnation würde ein KGV knapp unter 30 nicht mehr rechtfertigen. Und soll die Aktie weiter zulegen, würde ja zunächst auch das KGV weiter steigen. Ob die GEA Group 2022 und 2023 aber weiter solide zulegen wird, weiß man eben nicht, das ist gerade bei sehr zyklischen, konjunkturabhängigen Unternehmen wie den Maschinenbauern nie wirklich absehbar.

Und es ist auffällig, dass die Hälfte der Analysten die Aktie nur mit „Halten“ einstuft und das mittlere Kursziel derzeit mit 37 Euro bereits überboten ist. Seitens der Experten ist man also eher vorsichtig optimistisch. Und das ist sicher kein Fehler.

Auch seitens der Anleger waren nicht alle am Freitag der Ansicht, dass man jetzt gleich noch einmal zulangen sollte. Auch, wenn die Aktie im Saldo zulegte, wurde das Tageshoch nicht gehalten. Und das führte dazu, das sehen wir in diesem Chart auf Wochenbasis, dass es nicht gelang, die Aktie aus dieser 2020 etablierten, aufwärts gerichteten Keilformation nach oben hinaus zu bekommen. Bärisch würde die GEA Group-Aktie zwar erst, wenn sie aus diesem Keil nach unten heraus rutschen und darüber hinaus die derzeit bei 32,60 Euro verlaufende 200-Tage-Linie durchschlagen sollte. Aber hier jetzt erst neu einzusteigen, erscheint keine ideale Strategie zu sein, zumal im Bereich 42,32/42,88 Euro eine markante Widerstandszone auf den Kurs wartet, deren Erreichen eine gute Basis wäre, über Gewinnmitnahmen nachzudenken. Zumindest sofern bis dahin keine neuen Nachrichten vorlägen, die Grundlage sein könnten, die Hürde Richtung des bisherigen Rekordhochs bei 50,17 Euro zu überwinden.

GEA Group-Aktie: Chart vom 13.08.2021, Kurs 38,45 Euro, Kürzel G1A | Online Broker LYNX
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Der Maschinenbauer hatte das Glück, bereits 2019 umfangreiche Kostensenkungsmaßnahmen durchgeführt zu haben. Die gestern vorgelegte Bilanz fiel daher beeindruckend robust aus … und wäre imstande, die GEA Group-Aktie aus der momentanen Seitwärtsbewegung nach oben hinaus zu tragen.

Über die im Rahmen der Erwartungen ausgefallene Bilanz des vierten Quartals hinaus präsentierte die GEA Group am Donnerstag auch das Ergebnis des Gesamtjahres 2020. Der Umsatz ging um knapp fünf Prozent zurück, aber da 2019 von hohen Kosten für die Restrukturierung geprägt war, stand für 2020 nach einem Minus von 170 Millionen Euro im Vorjahr wieder ein Nettogewinn von 96,8 Millionen Euro zu Buche. Und dass die Restrukturierung Früchte trug, ließ sich an der Vorsteuer-Marge erkennen, die von 9,8 Prozent auf 11,5 Prozent zulegte.

Auch mit einem Ausblick konnte die GEA Group dienen. Für 2021 erwartet der Maschinen- und Anlagebauer momentan eine leichte, nicht genauer bezifferte Umsatzsteigerung und einen Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen in einer Spanne zwischen 530 und 580 Millionen Euro. Das ist ein Zahlenwerk, mit dem man als Anleger durchaus zufrieden sein könnte. Aber reicht das auch, um den Kurs aus seiner Seitwärtsspanne nach oben hinaus zu katapultieren und den Aufwärtstrend damit wieder aufzunehmen?

Expertenmeinung: Als „Aufhänger“ für eine Attacke des bullischen Lagers wäre diese Bilanz nebst der recht optimistischen Perspektive allemal geeignet. Dass die Reaktion auf die Daten am Donnerstag eher mäßig ausfiel und aus charttechnischer Sicht noch nichts bewegt hat, dürfte zu einem Gutteil dem momentan nervösen Gesamtmarkt zu verdanken sein. Solange die Indizes an sich wackeln, bleiben viele Akteure erst einmal vorsichtig. Aber sollte sich die Unruhe am Aktienmarkt in den kommenden Tagen auflösen, dürften einige eine GEA Group auf ihrem Zettel potenzieller Einstiegskandidaten haben.

Chart vom 04.03.2021, Kurs 30,83 Euro, Kürzel G1A | Online Broker LYNX

Erst einmal müsste der Kurs aber aus dieser seit Monaten bestehenden Seitwärtsbewegung heraus. Zwei Charthürden gälte es zu meistern. Zum einen die Monatshochs vom September und Februar bei 32,10/32,15 Euro, darüber dann das 2020er Jahres-Verlaufshoch bei 33,70 Euro. Ginge die Aktie über diese Widerstände, wäre der Weg nach oben erst einmal frei.

Sicher ist ein solcher Befreiungsschlag auch mit dem Rückenwind dieser soliden Bilanz indes nicht einfach. Einem Ausbruch nach oben vorzugreifen, ist daher riskant. Solange die Unterstützungszone 27,40/27,70 Euro hält, bleibt die Ausbruchschance zwar aktuell. Aber würde man abwarten, bis sich die Bullen durch diese Widerstände hindurch gebissen haben, hätte man die Möglichkeit, deutlich engere Stoppkurse für einen Long-Einstieg zu platzieren, die dann knapp unter 32 Euro sinnvoll platziert wären.

Der Verband der Deutschen Maschinen- und Anlagenbauer sieht die Branche derzeit in einer massiven Krise und bislang noch keine Wende. Das gilt indes nicht für alle Maschinen- und Anlagebauer. Der GEA Group geht es z.B. vergleichsweise gut, denn das Unternehmen hat sich auf den Anlagenbau vor allem für die nahrungsmittelverarbeitende Industrie konzentriert. Und diese die Grundbedürfnisse abdeckende Branche ist von Pandemie und Rezession natürlich relativ moderat betroffen.

Dementsprechend stabil sah das Ergebnis des zweiten Quartals aus: Der Umsatz lag nur gut sechs Prozent unter dem des Vorjahresquartals, der Auftragseingang lag um zehn Prozent niedriger. Das EBITDA, der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen, konnte sogar um beeindruckende 26 Prozent gesteigert werden. Und trotzdem wird es, wenn man sich einen längerfristigen Chart der GEA Group-Aktie ansieht, langsam eng für die Bullen, denn:

Expertenmeinung: Die beeindruckende Rallye, welche die Aktie zwischen März und Juli immens höher trieb, holte nicht nur auf, was das Papier durch den „Corona-Crash“ verloren hatte. Die Aktie lief deutlich über das vorherige Jahreshoch hinaus und stieß in Regionen vor, die der Kurs im Frühling und Herbst 2018 gesehen hatte. Seither war das Geschehen bei GEA jedoch von Margendruck geprägt: Die Umsätze legten zu, der Gewinn hingegen nicht. Die deutlich gestiegenen Gewinne, die in der Bilanz zum zweiten Quartal ausgewiesen wurden, erwecken zwar den Eindruck, dass diese Phase jetzt vorbei sein könnte. Aber in einem Umfeld wie diesem dürfte das eine ambitionierte Hoffnung sein, zumal die GEA-Unternehmensführung im Zuge der Bilanz betonte, dass das laufende zweite Halbjahr herausfordernd bleiben würde.

Damit dürfte sich das Überwinden dieser massiven Widerstandszone zwischen 30,20 und 34,80 Euro, die Sie im Chart auf Wochenbasis sehen, schwierig gestalten, zumal die Analysten für die GEA Group nicht allzu optimistisch sind. Nur vier von 24 die Aktie beobachtenden Experten haben derzeit ein „Kaufen“-Rating, das durchschnittliche Kursziel um 27,80 Euro ist klar überboten. Bereits vor vier Wochen war die Aktie wieder an das untere Ende dieser Widerstandszone gerutscht. In jeder Woche versuchten die Käufer, den Kurs wieder in diese Zone hinein zu tragen, jedes Mal schloss die GEA Group zum Freitagabend aber am unteren Ende der Wochen-Handelsspanne. Sollte sich dieses Bild in der neuen Woche nicht ändern, wäre ein Test der 200-Tage-Linie um 26,70 Euro als nächstgelegene Unterstützung ein auf Sicht der kommenden Wochen recht realistisches Szenario.

Chart vom 28.08.2020, Kurs 29,73 Euro, Kürzel G1A | Online Broker LYNX

Die deutschen Maschinenbauer haben es derzeit nicht leicht. Die Branche hat durch die Unsicherheiten, die von Handelskrieg und BrExit ausgehen, mit Absatz-, vor allem aber mit Margenproblemen zu kämpfen. Da sind gute Nachrichten gerne gesehen, vor allem, wenn man damit nicht gerechnet hat. Der vor allem die Nahrungsmittelindustrie beliefernde Spezialmaschinen- und Anlagenbauer GEA Group hatte solche „good news“ am Freitagmorgen zu bieten: GEA konnte für das dritte Quartal immerhin mit einem über dem des Vorjahresquartals liegenden Umsatz glänzen. Auch der Auftragseingang legte leicht zu, ebenso der operative Gewinn auf EBIT-Basis (93,6 Millionen nach 92,4 Millionen Euro im Vorjahr). Zugleich rechnet die GEA Group jetzt für das Gesamtjahr mit einem Umsatz auf dem 2018er-Nivau. Zuvor wurde da ein „moderater Rückgang“ gesehen. Gut? Zumindest ein Lichtblick. Und die Erwartungen der Analysten wurden durch diese Zahlen leicht überboten. Aber ist das schon die Basis für eine mittelfristige Wende der Aktie? Expertenmeinung: Das ist zumindest fraglich. Den meisten Marktteilnehmern dürfte klar sein, dass bereits das Jahr 2018 deutlich schwächere Ergebnisse brachte. Daher zeigen diese Quartalszahlen keine Rückkehr zu alter Profitabilität, sie deuten nur an, dass der Abstieg bei Marge und Gewinn womöglich ein Ende haben, eine Stabilisierung die Basis einer Wende werden könnte. Aber das muss nicht sein. Würde der Handelskrieg USA/EU abgeblasen, würde der BrExit doch noch mit einer für beide Seiten positiven Einigung gelingen, könnten Unternehmen wie die GEA Group einen großen Schub an zuletzt aufgeschobenen Aufträgen sehen und dann auch wieder bessere Preise durchsetzen. Aber das ist eine Hoffnung, noch keine Tatsache. Solange man sich in Sachen Ertragswende nur auf ein „vielleicht“ stützen kann, wäre Vorsicht angezeigt. Denn würde es anders kommen, wäre der Weg nach oben verbaut. Die Phalanx an mittelfristigen, bis ins Jahr 2014 zurück reichenden Widerstandslinien zwischen 30,36 und 34,80 Euro ist massiv. Und in wenigen Wochen werden sich die obere Begrenzung des Aufwärtstrendkanals, in dem sich die Aktie seit Februar nach oben tastet, und die übergeordnete, aus dem Jahr 2016 stammende Aufwärtstrendlinie im Bereich um 29 Euro zu einem Kreuzwiderstand vereinen und damit dieser vorgenannten Zone aus zahlreichen Wendemarken noch vorgelagert sein. Bis in diesen Bereich um 29 Euro weiter anzuziehen, wäre der Aktie zwar zuzutrauen. Aber mit Blick auf die jederzeit für einen erneuten Test gute untere Begrenzung des Aufwärtstrendkanals bei 22,50 Euro wäre das Chance/Risiko-Verhältnis derzeit nicht ideal. GEA Group Aktie: Chart vom 25.10.2019, Kurs 27,69 Euro, Kürzel G1A | LYNX Online Broker

Einerseits machte die Aktie des Anlagenbauers GEA Group am Dienstag mit +6,07 Prozent den größten Sprung von allen Aktien im MDAX. Andererseits schloss die GEA Group Aktie deutlich unter ihrem Tageshoch. Das sicher nicht zufällig genau auf Höhe der 200-Tage-Linie lag. Den Kurssprung hatte die am Morgen vorgelegte Bilanz des zweiten Quartals ausgelöst. GEA hat zwar bei einem Umsatzanstieg von 1,7 Prozent zum Vorjahresquartal 22 Prozent weniger verdient (gemessen als EBITDA, d.h. als Gewinn vor Steuern, Abschreibungen und Zinsen). Nicht gut, denn das reflektiert den sukzessiv wachsenden Druck auf den Maschinenbausektor, der sich in sinkenden Gewinnmargen äußert. Aber es war ein Ergebnis, dass wenigstens ein wenig besser ausfiel als das, was die Analysten im Vorfeld erwartet hatten. Das Argument „es hätte schlimmer kommen können“ ist immer ein tauglicher Auslöser für einen Kurssprung, wenn eine Aktie in den Wochen zuvor markant an Boden verloren hat, weil man genau mit diesem „Schlimmeren“ rechnete bzw., was die Leerverkäufer angeht, darauf gewettet hat. Aber ist diese Bilanz auch ein taugliches Fundament, um zu konstatieren, dass das Gröbste überstanden und ein Boden gefunden ist? Expertenmeinung: Das sollte man zumindest mit einem Fragezeichen versehen. Die Tatsache, dass der Anstieg der GEA Group Aktie ausgerechnet am nächstgelegenen und zugleich mittelfristig relevanten Widerstand in Form der 200-Tage-Linie bei aktuell 23,76 Euro gestoppt und der Kurs erst einmal abgewiesen wurde, unterstreicht, dass das einige Akteure ebenso sehen. Immerhin war diese Bilanz ein Blick zurück. Die GEA Group bestätigte zwar ihre jüngsten Umsatz- und Gewinnprognosen für das Gesamtjahr. Aber die Rahmenbedingungen sind und bleiben kritisch, von einer Aufhellung ist bislang nichts zu sehen. Hinzu kommt, dass die Themen Handelsstreit USA/EU und der BrExit bislang nur in Form wachsender Vorsicht der Kunden existieren und sich die Zurückhaltung von dieser Seite noch deutlich steigern kann. Der gestrige Kurssprung ist daher einer „auf Bewährung“, wobei es angesichts des Chartbildes nicht ausreichen würde, die gestern nicht genommene 200-Tage-Linie zu überwinden. Wenn die Aktie die markante Widerstandszone 26,09/26,30 Euro bezwungen hätte, wären hier in der Tat taugliche Long-Signale generiert. Aber bis dorthin ist der Weg momentan noch weiter als bis zu einem Bruch des Juli-Tiefs bei 21,16 Euro, der den Weg nach unten umgehend wieder freigeben würde. Noch ist diese Aktie den Klauen der Bären also nicht entrissen und Short-Trading-Chancen nicht vom Tisch! Chart vom 06.08.2019, Kurs 22,88 Euro, Kürzel G1A | Online Broker LYNX Aktienempfehlungen