Das hat gesessen – das sind die nächsten Kursziele der Daimler Aktie

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Daimler
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Chartanalyse
Basis 6 Monate bullish
Zur Daimler Aktie

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Der DAX präsentiert sich derzeit recht angeschlagen und nicht viele Titel konnten sich gegen den jüngsten Abverkauf stemmen. Eine der wenigen Ausnahmen bildet die Daimler-Aktie, welche im Laufe der vorigen Woche den Turbo zünden konnte.

Seit Mitte des Jahres korrigierte das Wertpapier, was aber angesichts der langen Aufwärtsbewegung seit 2020 nichts Ungewöhnliches ist. Solch lange Verschnaufpausen sind sogar sehr gesund und liefern oft den Nährboden für weitere Anstiege. Mit dem Ausbruch aus der jüngsten Korrektur entstanden Kaufsignale und die Bullen scheinen jetzt wieder vollends das Ruder übernommen zu haben. Das sieht richtig gut aus.

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Daimler Aktie finden Sie hier.



Expertenmeinung: In den kommenden Tagen dürfte die Aktie den nächsten Widerstandsbereich bei rund 80 EUR anlaufen. Der Weg dorthin ist nicht mehr weit und der Bereich könnte bereits diese Woche erreicht werden. Anleger, die noch auf einen günstigen Einstieg warten, könnten im Bereich von 73 bis 74 EUR aktiv werden, sofern die Kurse überhaupt noch einmal kurzfristig nach unten kommen. Hier lauern solide Unterstützungen. Nach oben hin könnte die Reise auf bis zu 86/87 EUR gehen. Hier setzen wir auch unser vorläufiges Kursziel an. Daimler stufen wir weiterhin mit bullisch ein.

Aussicht: BULLISCH

Chart vom 04.10.2021 Kurs: 76.99 Kürzel: DAI | Online Broker LYNX
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Eine Ampel-Koalition ist nach der Wahl die wahrscheinlichste Perspektive und ausgerechnet eine Daimler-Aktie steigt wie entfesselt? Das wirkt nicht nur seltsam, das ist es auch, vor allem auf diesem relativ hohen Kursniveau. Was steckt hinter dieser Rallye, kann man ihr trauen?

Man könnte argumentieren, dass eine Ampel immerhin die FDP beinhaltet, die dafür sorgen wird, dass den Autobauern nicht zu viel Ungemach droht … und dass Daimler darüber hinaus schließlich auch auf dem Weg der E-Mobilität unterwegs ist. Aber das wäre letztlich ja nur eine Begründung, warum die Aktie nicht fallen müsste. Sie läuft aber gerade gegen einen tendenziell kippenden DAX aufwärts. Dazu bräuchte es mehr und bessere Argumente, ansonsten müsste man diese Rallye als reine Flucht nach vorne der Bullen ansehen. Was meist nicht auf Dauer gelingt.

Die Vorfreude auf grandiose Quartalsergebnisse dürfte die Käufer nicht mobilisiert haben, denn es ist klar, dass die Lieferprobleme ebenso wie die haussierenden Energiekosten die Automobilindustrie hart treffen. Erst gestern meldete das ifo-Institut, dass 97 Prozent aller befragten Unternehmen der Branche über Probleme aufgrund des „Flaschenhalses“ klagen. Und selbst wenn man unterstellt, dass in Kürze von den Verbrauchern begierig gekauft wird, was heute nicht vom Band gehen kann: Auch das wäre kein Argument für neue Hochs, bestenfalls für ein Beibehalten der im Frühjahr begonnenen Seitwärtsbewegung.

Denn die Marktteilnehmer hatten Anfang des Jahres höchst optimistische Statements des Daimler-Konzerns zum Ablauf des Jahres 2021 zu hören bekommen. Inflation und Flaschenhals hatte da noch niemand auf dem Zettel. Trotzdem hält die Aktie ein Niveau, das erreicht wurde, als alle davon ausgingen, dass man Ende 2021 mindestens das erreichen würde, was Anfang des Jahres als Perspektive herumgereicht wurde. Doch genau das ist fraglich, mit einer positiven Überraschung zu rechnen, wäre daher, vorsichtig formuliert, gewagt. Also?

Expertenmeinung: Also bleibt nur das reine, kurzfristige Trading. Und ja, da finden sich in der Tat Gründe, wieso die Aktie in den vergangenen Tagen zulegte. Daimler hatte Anfang vergangener Woche die Unterstützungszone 67,50/70 Euro verteidigt, zum zweiten Mal in kurzer Zeit. Dadurch gelang es zugleich, die zuvor nicht signifikant gebrochene 200-Tage-Linie zurück zu erobern. Das sorgte für Trading-Käufe und den Kurs ziehende Eindeckungen von Short-Sellern, die die Daimler-Aktie an und dann auch über die kurzfristige Juni-Abwärtstrendlinie hoben. Das Bezwingen dieser Abwärtstrendlinie sorgte dann für erneute Käufe – letztlich ist diese Rallye also eine Kettenreaktion nach der Verteidigung der Unterstützungszone 67,50/70 Euro, deren Bruch eine Toppbildung vollendet und den Weg nach unten freigegeben hätte. Die Vollendung des Topps ist damit also erst einmal abgewendet, aber ob das allein reicht, um die Aktie über das bisherige Jahreshoch bei 80,41 Euro zu heben, ist recht fraglich, denn es fehlt eben an dem normalerweise unumgänglichen, fundamentalen Rückenwind. Die noch im Frühjahr fest verankerte Erwartung, dass Daimler auf dem Weg zu einer Rundum-Sorglos-Boomphase ist, wird derzeit erschüttert … das sollte man berücksichtigen, falls man erwägen würde, auf diesen Rallye-Zug aufzuspringen.

Daimler-Aktie: Chart vom 29.09.2021, Kurs 77,40 Euro, Kürzel DAI | Online Broker LYNX

In den letzten Monaten ist es zu einer wahren Renaissance der Autobauer gekommen, zumindest kurstechnisch.

Die Pandemie hatte weitaus geringere Auswirkungen auf das Geschäft, als man zwischenzeitlich angenommen hatte.
Darüber hinaus wurde durch die Meldung, dass VW bald mehr Elektroautos verkaufen wird wie Tesla, einigen wohl schlagartig klar, dass man die deutschen Autobauer wohl doch nicht voreilig abschreiben sollte.

Daimler, BMW und VW sind allesamt bis an ihre Mehrjahres- oder Allzeithochs vorgestoßen.

Chart vom 21.09.2021 Kurs: 69,54 Kürzel: DAI - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 21.09.2021 Kurs: 69,54 Kürzel: DAI – Wochenkerzen

Auf diesem Niveau war es in der Vergangenheit immer eine gute Entscheidung, sich von seinen Daimler -Anteilen zu trennen.
Die Chancen stehen gut, dass das wieder der Fall sein wird und man die Aktie in Zukunft nochmal deutlich günstiger bekommen kann.

VW ist bereits ordentlich vom Hoch zurückgekommen und hat 25% an Wert verloren. Bei BMW sind es immerhin 15%.
Es wäre gut möglich, dass Daimler diesem Beispiel folgt.

Chart vom 21.09.2021 Kurs: 69,54 Kürzel: DAI - Tageskerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 21.09.2021 Kurs: 69,54 Kürzel: DAI – Tageskerzen

Aus technischer Sicht ist die Lage angeschlagen. Der mehrmonatige Aufwärtstrend wurde durchbrochen und eine Rückkehr in ihn ist mehrfach nicht gelungen.

Gleichzeitig hat sich ein Abwärtstrend ausgebildet, der wiederholt bestätigt wurde.

Fällt die Aktie jetzt unter 67,50 Euro, kommt es zu einem prozyklischen Verkaufssignal mit möglichen Kurszielen bei 60 und 56 Euro.

Solange Daimler noch über 67,50 Euro notiert, besteht allerdings noch Hoffnung. Wirklich helfen würde den Bullen allerdings nur ein Ausbruch aus dem Abwärtstrend. Dafür wäre ein Anstieg über 73,50 Euro notwendig.

An Daimler scheiden sich die Geister. Einerseits scheint die Bewertung der Aktie außerordentlich niedrig zu sein, aber langfristig konnte man mit dem Autobauer trotzdem kaum Geld verdienen.
Wer zum falschen Zeitpunkt eingestiegen ist, zum Beispiel in der Nähe der Hochs aus dem Jahr 1998, 2007 oder 2015, der dürfte aktuell gerade so bei plus minus null sein.

Aktuell befindet sich Daimler also wieder auf dem Niveau der alten Hochs. Daher sollte man sich unbedingt die Frage stellen, ob „dieses Mal alles anders“ ist und die Aktie endlich zur Oberseite durchbricht, oder ob der Aktie das gleiche Schicksal wie damals droht.

Das Bear-Case

Aus Sicht der Bären ist die Sache klar. Aktien die Jahrzehnte nicht steigen, haben grundlegende Probleme und können sie in den seltensten Fällen lösen.

Es ist schließlich nicht so, als hätte man bei Daimler nicht auch vor zehn oder 20 Jahren alles unternommen, um den Konzern nachhaltig nach vorne zu bringen. Wirklich gelungen ist das allerdings nicht.

Dazu kommt ein zunehmend schwieriges Umfeld, der Wandel in Richtung Elektromobilität und voraussichtlich ein schrumpfender Automobilmarkt.
Das Thema Car-Sharing sollte man in diesem Zusammenhang nicht unterschätzen.

Wachstum Fehlanzeige

Darüber hinaus stagniert der Umsatz seit 2017 weitgehend, was die Margen unter Druck gebracht hat.
Der Gewinn ist in diesem Zeitraum von 10,53 auf 3,63 Mrd. Euro eingebrochen.

Zuletzt musste man sogar die Dividende von 3,25 auf 0,90 Euro je Aktie senken, auch wenn die nächste Erhöhung bereits ausgemachte Sache scheint.

Ein weiterer Belastungsfaktor könnte die aktuelle Chip-Krise sein. Daimler musste zuletzt wieder tausende Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken.

Weitere Minuspunkte sammelt der Konzern beim Cashflow. In der Regel muss Daimler alles was man operativ erwirtschaftet, sofort wieder reinvestieren.

Das ist im Kern auch der Grund, warum für die Anleger „nur“ die Dividende bleibt und der Kurs nicht nachhaltig steigt.

Daraus resultiert auch die vergleichsweise hohe Verschuldung von 78,7 Mrd. Euro – nur knapp unter dem Börsenwert.

Keine ist so niedrig bewertet

Das wiederum erklärt die oberflächlich niedrige Bewertung. Jüngst titelte das Handelsblatt sogar „Keine andere Aktie aus dem Dax ist so niedrig bewertet, wie die Daimler-Aktie“.

Wenn man es oberflächlich betrachtet und Kleinigkeiten wie 78,7 Mrd. Euro an Schulden ignoriert, ist das richtig.

Dass große Zeitungen und Analystenhäuser die Daimler-Aktie derzeit geradezu bewerben, ist auch eher ein Warnsignal.
Derzeit empfehlen 22 von 29 Bankhäusern und Analysten die Aktie zum Kauf. Wo waren sie vergangenes Jahr im Crash?

Womöglich ist die Aufmerksamkeit, die das Unternehmen erhält, am Höhepunkt angekommen.

Das Bull Case

So viel zum Bear-Case. Für die Bullen sieht die Sache anders aus, es ist eben wie immer eine Frage der Perspektive.

Das aktuellste Thema ist sicherlich die Abspaltung der LKW-Sparte. Das könnte Bewegung in den Kurs bringen. Womöglich kann der Bereich eigenständig eine deutlich höhere Bewertung erzielen, was den Kurs von Daimler stützen würde.

Noch wichtiger ist aber, dass die Anteile an der LKW-Sparte an die Aktionäre von Daimler ausgeschüttet werden.
Steigt anschließend der Kurs, kann man entsprechende Gewinne einfahren.

Blickt man in die jüngere Vergangenheit, waren Abspaltungen für deutsche Aktionäre eine erfreuliche Angelegenheit.
Die Aktien von Siemens Healthineers und Siemens Energy sind nach der Abspaltung deutlich gestiegen.

Es läuft endlich wieder

Darüber hinaus kann man die Argumente der Bären auch teilweise entkräften. Es ist zwar richtig, dass Daimler enorme Schulden hat, ein bedeutender Teil davon entfällt allerdings auf das Leasinggeschäft.

Solange die Kunden die Kredite bedienen, verdient die Daimler Bank daran nicht mal schlecht.

Noch wichtiger ist aber sicherlich, dass man die langfristigen Schulden zuletzt deutlich senken konnte. Seit Ende 2019 von 95,64 auf 78,70 Mrd. Euro.

Das beste Argument für Daimler sind aber sicherlich die aktuellen Zahlen.

Das kann sich sehen lassen

Bereits im ersten Quartal konnte man 4,37 Mrd. Euro oder 4,01 Euro je Aktie verdienen – mehr als im ganzen Vorjahr.

Im zweiten Quartal hat sich der positive Trend fortgesetzt. Der Umsatz lag mit 43,48 Mrd. Euro über dem Vorkrisen-Niveau und das Ergebnis war mit 3,36 Euro je Aktie ebenfalls stattlich.
Endlich konnte man wieder zweistellige Umsatzrenditen erzielen.

Es wäre also gut möglich, dass Daimler die Erwartungen erfüllen und in diesem Jahr über 11 Euro je Aktie verdienen.
Aus dieser Warte wäre Daimler mit einem KGVe von 7,0 natürlich sehr günstig bewertet.

Das hat in der Vergangenheit allerdings auch nicht geholfen. Für Daimler ist eine Bewertung auf diesem Niveau normal.

Das wird sich nur ändern, wenn der freie Cashflow dauerhaft steigt und positiv bleibt.
Nur dann besteht eine Chance auf nachhaltig steigende Kurse.

Ein realistisches Bild

Kann Daimler an die starken letzten Quartale anknüpfen, könnte womöglich ein FCF von 6-8 Euro je Aktie erzielt werden.
Das KCVe läge demnach bei 12,8 oder weniger, was ein sehr viel realistischeres Bild ergibt als das niedrige KGV.

Die Bewertung ist also nicht so niedrig, wie es auf den ersten Blick erscheint. Und ob Daimler dauerhaft einen positiven freien Cashflow erzielen kann, ist keineswegs sicher.

In Summe stehen die Chancen dafür, dass die Aktie endlich die alten Höchststände überschreitet, dennoch besser denn je.
Investoren sollten trotzdem eine größere Korrektur abwarten.

Chart vom 02.08.2021 Kurs: 77,17 Kürzel: DAI - Tageskerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 02.08.2021 Kurs: 77,17 Kürzel: DAI – Tageskerzen

Aus technischer Sicht ist die Welt bei Daimler in Ordnung. Der Aufwärtstrend ist intakt und die Abspaltung der LKW-Sparte könnte die Fantasie der Anleger weiter beflügeln – auch wenn das am Geschäft selbst nichts ändert.

Mit dem Anstieg über 75,50 Euro wurde ein Kaufsignal mit möglichem Kursziel bei 80 Euro ausgelöst.
Darüber wäre der Weg in Richtung 83-85 Euro frei.

Womöglich werden in den nächsten Monaten auch die relevanten Hochs aus dem Jahr 2015 bei 90 und 95 angesteuert.
Auf diesem Niveau muss mit erhöhtem Abgabedruck gerechnet werden.

Fällt Daimler hingegen unter 73,75 Euro, haben die Bullen ihre Chance vorerst vertan. In diesem Szenario muss ein Rücksetzer zum Aufwärtstrend eingeplant werden.

Wird der Aufwärtstrend nachhaltig unterschritten, trübt sich das Chartbild deutlich ein.

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Zahlreiche Anleger blicken wohl etwas zähneknirschend auf die Kursentwicklung des deutschen Automobilherstellers. Die Daimler-Aktie hatte im Laufe der vorigen Woche nämlich deutlich die Unterstützung bei 70 EUR durchbrochen und einige Investoren dürften hier wohl das Handtuch geschmissen haben.

Ein Ausstieg machte durch den Schlusskurs unter der Unterstützung auch erst einmal Sinn, doch der Durchbruch wurde aus technischer Sicht nicht bestätigt. Zwar gab es wie angesprochen einen Schlusskurs unter der besagten Marke, doch die Durchbruchskerze wurde nicht durch einen weiteren Schlusskurs darunter bestätigt. Die Bullen schlugen schnell zurück und hievten die Kurse wieder deutlich über das Niveau von 70 EUR. Nun gelang sogar die Rückeroberung der gleitenden Durchschnitte der Perioden 20 und 50.

Expertenmeinung: Zwar wurde der Aufwärtstrend wurde zwar aus technischer Sicht gebrochen, doch Korrekturen gehören nun einmal zum Großen und Ganzen dazu. Aktuell könnte sich aus dem Fehlsignal nach unten eine neuerliche Aufwärtsbewegung bilden. Nach dem heftigen Comeback wäre jedoch eine kleine Verschnaufpause recht hilfreich. Sollte sich auf dem aktuellen Niveau eine kleine Bullenflagge oder ein Wimpel bilden, wäre gegebenenfalls ein gutes Setup für die laufende Handelswoche zu erwarten. Unsere Gesamteinstufung auf Daimler bleibt vorläufig auf der bullischen Seite.

Aussicht: BULLISCH

Chart vom 26.07.2021 Kurs: 75.45 Kürzel: DAI | Online Broker LYNX

Der Daimler-Konzern legte in der Nacht zum Donnerstag und damit knapp eine Woche vor dem regulären Bilanztermin (21.7.) vorläufige Ergebnisse vor. Die waren zwar mit Spannung erwartet worden, große Kursbewegungen lösten sie aber nicht aus. Wo lag das Problem?

Die Daimler-Aktie bildet seit Monaten ein potenzielles Topp aus. Kurz vor diesen Vorab-Zahlen hatte der Kurs die entscheidende Nackenlinie des Topps um 70 Euro getestet. Diese Daten hätten also eine perfekte Gelegenheit geboten, die Aktie deutlich von dieser Linie weg zu ziehen und damit das Risiko einer Abwärtswende entscheidend zu mindern. Doch so, Sie sehen es im Chart auf Tagesbasis, bleibt das Risiko eines Topps erhalten, es könnte sogar eine äußerst bärische Schulter-Kopf-Schulter-Formation entstehen. Und das, obwohl die Ergebnisse nicht schlecht, sondern im Gegenteil eigentlich stark waren.

Tageschart vom 15.07.2021, Kurs 73,18 Euro, Kürzel DAI | Online Broker LYNX

Daimler meldete zwei Zahlen: Den Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) und den Return on Sales (RoS), der der EBIT-Gewinnmarge entspricht. Der Umsatz wurde, obgleich er die Basis für die vorgenannten Zahlen ist, nicht gemeldet, den mussten die Analysten und Anleger selbst ausrechnen. Das EBIT lag nach diesen vorläufigen Zahlen (die sich bis zum 21. Juli wohl kaum noch ändern werden) bei 5,185 Milliarden Euro, die EBIT-Marge bei 12,8 Prozent, daraus errechnet sich ein Umsatz von ca. 42 bis 43 Milliarden Euro. Ist das jetzt gut oder nicht?

Dass Daimler wieder einmal nicht die Vorjahreswerte benannte, sondern statt dessen darauf hinwies, wie weit diese Ergebnisse über den durchschnittlichen Analystenprognosen lag, mag viele nicht stören. Aber da es die vorherigen Ergebnisse sind und nicht die Prognosen, auf die es ankommt, wenn man als Investor die Lage beurteilen will, mag das einigen ein wenig „plakativ“ vorgekommen sein. Doch wer sich überlegt, ob er/sie hier ein- oder doch aussteigen soll, interessiert sich letztlich weniger für das „wie“ der Präsentation, sondern für deren Inhalt.

Der Vergleich zum Vorjahresquartal ist dabei nicht allzu hilfreich, denn da herrschte des Lockdowns wegen eine ganz andere Gemengelage. Welche tauglichen Vergleiche ließen sich anstellen? Zum einen der Vergleich zum Vorquartal: Das EBIT im ersten Quartal lag mit 5,748 Milliarden Euro höher als im zweiten mit 5,185 Milliarden Euro. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorquartal leicht von 41 auf 42/43 Milliarden. Aber erst, wenn man das mit einem Jahr vergleicht, in dem Daimler noch sehr starke Gewinne erzielte, wird ein Bild daraus. Und dafür sind weder 2020 noch 2019 geeignet, denn 2020 war das Lockdown-Jahr, 2019 war von immensen Abschreibungen geprägt. Die wären beim EBITDA außen vor, beim EBIT nicht.

Daher ist es recht knifflig, auf EBIT-Basis Vergleiche zu ziehen, aber andere Zahlen hat Daimler ja nicht geliefert. Zieht man indes den Vergleich zu 2017 und 2018, wird deutlich, wie stark diese zusammengerechnet knapp 11 Milliarden Euro im EBIT sind, die der Konzern im ersten Halbjahr erreicht hat. Denn in den noch starken Jahren 2017 und 2018 lag dieses EBIT bei knapp 13 bzw. bei knapp 10,4 Milliarden Euro … für das jeweilige Gesamtjahr! Diese Vorab-Zahlen sind also sehr gut – aber wieso schoss der Aktienkurs dann nicht nach oben?

Das erklärt der Blick auf das längerfristige Chartbild auf Wochenbasis: Die Daimler-Aktie hatte zuvor einen Kurslevel erreicht, der eine Rückkehr zu den starken Jahren bereits einpreist: Das Jahreshoch von 80,41 Euro entsprach dem höchsten Kurs seit dem Herbst 2015! Daher hätte es wohl noch stärkerer Zahlen bedurft, um einen Befreiungsschlag nach oben auszulösen.

Der wäre dann denkbar, wenn das Unternehmen im Zuge der kommende Woche anstehenden, endgültigen Ergebnisse eine deutliche Anhebung der Gesamtjahresprognose und einen bullischen Vorausblick auf 2022 liefern würde. Aber solange sich der Kurs nicht von dieser Schlüsselzone zwischen 65 und 70 Euro, bestehend aus 200-Tage-Linie, mittelfristigem Aufwärtstrend und der Nackenlinie der potenziellen Schulter-Kopf-Schulter-Formation, lösen kann, bliebe eine Abwärtstrendwende ein unverändert denkbares Szenario.

Wochenchart vom 15.07.2021, Kurs 73,18 Euro, Kürzel DAI | Online Broker LYNX