Continental: Warum der Absturz nicht unerwartet kam

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Continental
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Chartanalyse
Basis 6 Monate bearish
Zur Continental Aktie

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Seit Monaten befindet sich der deutsche Automobilzulieferer in der Bredouille und liefert eine nicht übersehbare Serie von tieferen Hochs und tieferen Tiefs.

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Der Abwärtstrend der Continental-Aktie könnte kaum deutlicher sein. Jede noch so kleine Zwischenrallye der letzten Monate wurde in der Nähe des fallenden 50-Tage-Durchschnitts beendet und Anleger trennten sich in der Folge direkt von ihren Papieren. Auch diese Woche hat sich das Wertpapier erneut sowohl der Widerstandslinie als auch dem besagten gleitenden Durchschnitt angenähert. Es war aus technischer Sicht sehr wahrscheinlich, dass die Kurse von hier aus wieder nach unten abdrehen würden. Zudem kamen negative Nachrichten über den Ether bezüglich einer Kapitalmaßnahme in Bezug auf den Spin-Off der Vitesco-Aktie mit ins Spiel. Für uns kommt der Absturz wenig überraschend.

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Continental Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Eine gute alte Tradingweisheit besagt, dass der Kauf von Aktien unter einem stetig fallenden 50-Tage-Durchschnitt selten eine gute Idee ist. Eine der goldenen Regeln, an die ich mich auch selbst halte und welche mich schon vor vielen falschen Entscheidungen bewahrt hat. Kurz und bündig könnte man also zusammenfassen, dass die Continental-Aktie frühestens dann interessant wird, wenn zwei Bedingungen erfüllt sind. Zum einen braucht es die Bildung eines höheren Hochs und die 50-Tage-Linie muss nachhaltig gebrochen werden. Dann erst würden wir ein Licht am Ende des Tunnels sehen.  

Aussicht: BÄRISCH

Chart vom 16.09.2021 Kurs: 95.10 Kürzel: CON | Online Broker LYNX
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An den Aktienkurs dürfte Continental-Chef Setzer wohl nicht unmittelbar gedacht haben, als er im Zuge der IAA sagte, dass die Automobilbranche wohl bis 2023 mit dem Chipmangel zu kämpfen habe. Deckel drauf bis 2023? Das könnte die Bären locken, zuzuschlagen.

Die Aktie des Fahrzeugtechnik- und Reifenkonzerns Continental ist reif für den Absturz, wenn man sich den Chart so ansieht. Allerdings ist sie das grundsätzlich schon längere Zeit und konnte sich bislang immer wieder davor retten, durch die charttechnisch so wichtige Unterstützungszone 108,35/111,15 Euro zu rutschen. Dass die Käufer diesmal doch das Handtuch werfen und die Leerverkäufer die Aktie dann über diese erneut im Feuer stehende Klippe drücken, ist also möglich, aber, wie zuvor auch, erst dann sicher, wenn es tatsächlich passiert ist.

Und auch dann hätte man noch zwei potenzielle Sprungtücher, die verhindern könnten, dass die Continental-Aktie massiv nach unten durchgereicht würde: die Unterstützungen bei 103,95 und 100,95 Euro. Erst darunter hieße es dann: Bahn frei für die Bären mit einer Zielzone zwischen 80 und 90 Euro.

Continental-Aktie: Chart vom 07.09.2021, Kurs 110,26 Euro, Kürzel CON | Online Broker LYNX

Aber die Gemengelage, mit der sich Continental derzeit konfrontiert sieht, dürfte es zumindest schwieriger machen, diese scheinbar ewige Toppbildung noch lange hinzuziehen, geschweige denn, ihr durch einen nachhaltigen Ausbruch nach oben zu entkommen.

Expertenmeinung: Continental-CEO Setzer wies darauf hin, dass Halbleiter-Werke in Malaysia, Vietnam und den Philippinen, die wegen Lockdowns schließen mussten, derzeit zwar wieder hochfahren, die Nachfrage aus allen Branchen aber hoch bleiben dürfte. Und neue Produktionskapazitäten zu schaffen dauert eben seine Zeit, Setzer sprach hier von 18 bis 24 Monaten. Das bremst die Autobauer und mit ihnen Zulieferer wie Continental aus.

Auf der einen Seite die Erwartung, dass die E-Mobilität das Geschäft beleben wird, auf der anderen Seite der „Flaschenhals“ in der Weltwirtschaft von unbestimmter Dauer, der neben dem Halbleitermangel ja auch andere Lieferketten aufbricht und Transportprobleme mit sich bringt: Noch hält dieses „einerseits, andererseits“ die Aktie über dieser Nackenlinie der Toppbildung bei 108,35/111,15 Euro. Und die wird auch aus Sicht der Marktstimmung das Zünglein an der Waage sein:

Sollte diese Zone fallen, dürfte auch das Pendel in Sachen Erwartungshaltung schnell ins Negative kippen. Aber wie gesagt, bislang gilt hier: „Totgesagte leben länger“ … solange die Continental-Aktie ihr Topp nicht tatsächlich vollendet hat, könnte man sich auf der Short-Seite immer noch die Finger verbrennen.

Über das Prä-Corona-Hoch kam die Aktie hinaus, aber auf Höhe des Herbst-Hochs 2019 war Schluss. Jetzt rutscht die Continental-Aktie auf mittelfristig entscheidende Unterstützungen zu. Die Dynamik der Verkäufe ist hoch – das könnte interessant werden für die Short-Seller.

Es war wie das perfekte Perpetuum Mobile: Steigende Hoffnungen trieben die Kurse. Je höher die stiegen, desto größer wurde die Zuversicht der Käufer und sie kauften immer mehr hinzu. Das galt für die Continental-Aktie genauso wie für die gesamte Automobilbranche. Viele waren sicher, nicht zuletzt aufgrund sehr optimistischer Ausblicke von großen Automobilkonzernen wie VW und Daimler, dass das Jahr 2021 immense Wachstumsraten bringen und dieses Wachstum nur der Beginn eines neuen Booms sein werde, an dem auch Zulieferer wie der Fahrzeugtechnik- und Reifenspezialist Continental teilhaben würden.

Mittlerweile ist es aber weniger der Konsum als die Inflation, die durch beeindruckende Wachstumsraten glänzt. Das Wachstum springt nicht so dynamisch an, wie sich viele das im Herbst und Winter gedacht hatten. Und die Aussagen des Verbands der Automobilindustrie klangen zuletzt nicht so optimistisch wie die Ausblicke einzelner Autobauer zu Jahresbeginn. Verständlich, dass man jetzt, da das erste Halbjahr über die Bühne ist, mit Unruhe auf die Ergebnisse des zweiten Quartals wartet. Auch und gerade bei Continental, denn:

Expertenmeinung: Continental hatte im ersten Quartal zwar einen deutlichen Gewinnanstieg zum Vorjahr verbucht, der basierte aber nicht auf stark steigenden Umsätzen, sondern auf einer markant gesteigerten Gewinnmarge. Ob sich die wird halten lassen, werden die anstehenden Zahlen zeigen. Die stehen offiziell erst in vier Wochen im Terminkalender (5. August), aber meist veröffentlicht das Unternehmen vorläufige Zahlen. Wann genau solche Vorab-Zahlen kommen, weiß man aber nie vorher, daher sollte man auf der Hut sein, denn:

Falls die Aktie die jetzt angelaufenen, mittelfristigen Unterstützungen brechen sollte, wäre sie zwar kurzfristig bärisch. Aber bevor die Quartalszahlen nicht auf dem Tisch liegen, muss man einkalkulieren, dass die, sofern sie stark ausfallen sollten, ein bärisches Signal schlagartig eliminieren könnten. Oder natürlich intensivieren, wenn sich herausstellen sollte, dass man in der Branche zu Jahresbeginn zu große Brötchen gebacken hatte.

Die beiden mittelfristig relevanten Linien, um die es geht, sind die Aufwärtstrendlinie vom Mai 2020 und die 200-Tage-Linie. Die verlaufen aktuell im Bereich 115/116 Euro und stehen bereits im Feuer. Nachdem die Continental-Aktie seit Jahresbeginn zwar sukzessiv höhere Zwischenhochs ausbildete, aber immer wieder deutlich zurückkam und das letzte Hoch genau auf Höhe des markanten Zwischenhochs vom Herbst 2019 lag, sind die Bullen jetzt eindeutig in die Defensive geraten. Aber Vorsicht:

Noch haben sie das Ringen um die Trendrichtung nicht verloren. Und auch, wenn diese Zone 115/116 Euro fallen würde, wäre das nur der Bruch der ersten von drei mittelfristig relevanten Unterstützungen. Erst, wenn mit Schlusskursen unter 108,35 Euro ein neues Jahrestief ausgebildet würde, wäre die mittelfristige Toppbildung vollendet. Und erst unter 99 Euro würde die Aktie wieder in die bärische Hälfte der Handelsspanne seit dem Corona-Crash wechseln. Wer hier über Short-Trades nachdenkt, sollte daher gestaffelt und behutsam agieren!

Chart vom 08.07.2021, Kurs 116,82 Euro, Kürzel CON | Online Broker LYNX

Es ist für die Continental-Aktie kein weiter Weg mehr bis zur Widerstandszone 131/134 Euro, deren Überwinden aus charttechnischer Sicht den Weg in die Region 157/158 Euro freigeben würde. Wenige Analysten sehen so viel Aufwärtspotenzial – aber wird die Bullen das abhalten?

In den starken Jahren der Automobilbranche bis 2018 lag der Gewinn pro Aktie beim Fahrzeugtechnik- und Reifenhersteller Continental immer in der Region 12 bis 15 Euro. Doch ein Zulieferer einer selbst schon konjunktursensiblen Branche ist den Schwankungen des Wachstums und der Konsumneigung besonders stark ausgesetzt. Nicht umsonst nennt man Aktien stark konjunkturabhängiger Branchen wie Airlines, Stahlkonzerne oder eben Automobilzulieferer auch „Fahrstuhlaktien“: Es geht ebenso schnell nach oben wie nach unten.

Und jetzt soll es, wenn die Bullen sich weiterhin durchsetzen können, also wieder nach oben gehen, zurück in die Zone der starken Jahre, als Conti-Aktien noch über 200 Euro kosteten. Wobei dazu erst einmal der erste Schritt getan werden müsste: Das Erreichen der Hürde, deren Überwinden den Weg in die obere Hälfte der langfristigen Handelsspanne freigeben würde: die Widerstandszone 157/158 Euro. Die Analysten sind da skeptisch, das kann den Anstieg ausbremsen … muss es aber nicht.

Continental-Aktie: Chart vom 25.06.2021, Kurs 128,00 Euro, Kürzel CON | Online Broker LYNX

Expertenmeinung: Die Skepsis der Analysten ist durchaus nachvollziehbar. Continental musste schon 2019, vor der Corona-Krise, einschneidende Rationalisierungsmaßnahmen durchführen, dann kam das schwierige Jahr 2020 noch obendrauf. 2021 soll zwar wieder ein Gewinn erzielt werden. Aber die derzeitigen Schätzungen sehen nur einen Gewinn zwischen 6,50 und 7,50 Euro pro Aktie. Das soll zwar 2022 mehr werden. Und 2023 könnte Continental an die alten, starken Gewinne der Zeit vor 2019 anknüpfen. Aber diese Prognosen basieren auf Modellrechnungen, die gerade bei sehr konjunktursensiblen Aktien in der Regel nicht besonders verlässlich sind.

Daher sehen die Experten derzeit im Schnitt nur einen Kurs um 131 Euro für die Continental-Aktie. Nur ein Analyst wagt sich mit seinem Kursziel auf 160 Euro und damit knapp über den Kurslevel, der zum Kursziel würde, sollte die Conti-Aktie die momentan belagerte Widerstandszone 131/134 Euro überwinden. Das klingt nicht gerade nach guten Chancen für die Bullen, aber:

Die unklaren Perspektiven über die unmittelbar anstehenden Monate hinaus können für das bullische Lager auch ein Vorteil sein. Denn gelingt es ihnen, diese Widerstandszone zu bezwingen, würde alleine das Aufspringen kurzfristiger Trader das Momentum der Bewegung befeuern, dies wiederum die Grundstimmung gegenüber der Aktie aufhellen … und schon würde, was eigentlich völlig offen ist, aus Sicht vieler Anleger als wahrscheinlich empfunden: Die baldige Rückkehr zur alten Gewinndynamik bei Continental.

Dadurch ein „Perpetuum Mobile“ zu erschaffen klappt aber nicht immer, daher wäre es ratsam, sich erst dann einen Long-Trade zu überlegen, wenn diese Zone 131/134 Euro wirklich überboten wurde. Dann ließe sich auch ein angenehm enger Stop Loss knapp unter diesen dann zum Support verwandelten Bereich legen. Wer jetzt einem Ausbruch nach oben vorgreift, um noch ein paar Euro günstiger hineinzukommen, würde riskieren, dass dieser Versuch, der Aktie die zweite Luft zu verschaffen, scheitert. Dieses Risiko einzugehen erscheint nicht sinnvoll. Denn wenn der Kurs jetzt deutlicher nach unten abdrehen sollte, stünde schnell der doppelte Leitstrahl dieses Trends, die Kombination aus der mittelfristigen Aufwärtstrendlinie und der 200-Tage-Linie, im Feuer. Und würde dieser doppelte Support mit Schlusskursen unter 114 Euro brechen, hieße es für die Bullen „aus der Traum“ und das Bären-Lager bekäme seinen Matchball.

Die gestern vorgelegte Quartalsbilanz hätte die Chance geboten, die Continental-Aktie aus der charttechnischen Gefahrenzone zu ziehen, aber die Käufer ließen sich nicht blicken. Damit steht weiterhin das Szenario einer Abwärts-Trendwende vor der Tür.

Dabei war das Gros der Daten zum ersten Quartal schon am 23. April als Vorab-Daten übermittelt worden. Da fehlte zwar der Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT), aber da Umsatz und EBIT-Marge bekannt waren, konnte man sich den selbst ausrechnen. Mehr von Interesse war daher gestern der Ausblick auf das Gesamtjahr. Und dass sich die Bullen auf Basis dieser Perspektive nicht auf die Aktie stürzten, überraschte nicht.

Der Fahrzeugtechnik- und Reifenhersteller sieht für 2021 einen Umsatz im Bereich zwischen 32,5 bis 34,5 Milliarden Euro. 2020 waren es 37,7 Milliarden gewesen, 2019 über 44 Milliarden. Positiv ist, dass Continental im ersten Quartal wieder eine solide Gewinnmarge von 8,1 Prozent auf EBIT-Basis erreicht hat. Ließe sich das durchhalten, wäre die Rentabilität der noch gut gelaufenen Jahre 2017 und 2018 wieder erreicht. Derzeit ist das Unternehmen da aber noch vorsichtig und sieht eine EBIT-Marge zwischen sechs und sieben Prozent für das Gesamtjahr.

Expertenmeinung: Diese Perspektive ist ein Indiz, dass die massive Restrukturierung, die Continental in den letzten zwei Jahren angestoßen und umgesetzt hat, die Lage stabilisiert hat. Aber das ist zu wenig, um diese bereits seit Ende November seitwärts laufende Aktie wieder in Marsch zu setzen … zumindest nicht nach oben.

Der Chart zeigt eine breit angelegte Toppbildung. Nach einem abverkauften Ausbruchsversuch Anfang März hielten sich die Bullen auffällig zurück; auch dann, wenn der Gesamtmarkt kräftig Fahrt aufnahm, blieb die Continental-Aktie außen vor. Und jetzt stellt sich für potenzielle Käufer natürlich die Frage: Wenn Bilanz und Ausblick die Aktie nicht in Schwung bringen, was dann? Und genau das sagen sich auch die Bären.

Es fehlt nur noch wenig, um die Aktie über die charttechnische Klippe zu stoßen. Und ein Short-Signal hätte hier besondere Relevanz, weil die Nackenlinien-Zone der Toppbildung im Bereich 108,36/111,16 Euro mit dem doppelten Leitstrahl des noch intakten mittelfristigen Aufwärtstrends in Form der Mai-Aufwärtstrendlinie bei 109 Euro und der 200-Tage-Linie bei 107 Euro eine Kreuzunterstützung bildet. Knapp darunter, bei 103,96 und 100,96 Euro, würden sich zwar zwei weitere, nahe gelegene potenzielle Auffanglinien finden. Aber ob die Bullen dort dann die Hand aufhalten würden, wenn kurz zuvor eine derart markante, charttechnische Schlüsselzone gefallen ist, ist zumindest fraglich. Die Conti-Aktie wäre für eine Watchlist Short derzeit allemal interessant.

Continental-Aktie: Chart vom 06.05.2021, Kurs 112,12 Euro, Kürzel CON | Online Broker LYNX

Alle drei deutschen Autobauer gehören zu den DAX Top-Performern seit Jahresbeginn, der Zulieferer Continental liegt hingegen im Minus. Diese relative Schwäche könnte jetzt jederzeit in eine Short-Trading-Chance münden.

Die bullischen Trader hatten zu viel riskiert und verloren. Seither scheint die Conti-Aktie wie eine heiße Kartoffel zu sein, die man schnell loswird, am liebsten gar nicht erst anfasst. Im Gegensatz zu den schon im Februar durchgestarteten Aktien der drei Automobilhersteller im DAX hatte Conti sich bis dahin zwar solide gehalten, fiel aber nicht gerade durch nennenswerte Kurssteigerungen auf. Das sollte sich mit der am 9.3. vorgelegten 2020er-Bilanz ändern. Die Trader wetteten darauf, dass der Automobilindustrie-Zulieferer eine ebenso optimistische Prognose vorlegen werde wie Daimler, VW und BMW. Die Aktie wurde am Vorabend der Zahlen kräftig gekauft, auf ein neues Jahres-Verlaufshoch von 130,84 Euro gezogen … und brach am Folgetag um knapp 7,5 Prozent weg. Denn das, worauf man gesetzt hatte, blieb aus.

Continental lag zwar hinsichtlich der 2020er-Zahlen in etwa im Rahmen der Erwartungen, aber was interessierte, war der Blick nach vorne. Und da kam es zu einer unangenehmen Überraschung. Die Umsatzprognose lag nur mit dem oberen Ende der avisierten Spanne von 40,5 bis 42,5 Milliarden Euro im Rahmen der Analystenerwartungen, die avisierte EBIT-Marge mit 5,0 bis 6,0 Prozent sogar empfindlich weit unter der Erwartung von im Schnitt 6,9 Prozent. Dadurch würde Continental 2021 deutlich hinter den operativen Ergebnissen von 2019 zurückbleiben. Und schon 2019 hatte das operative Ergebnis kaum mehr als nur halb so hoch wie im Rekordjahr 2017 gelegen, denn nicht nur die Autobauer, auch die Zulieferer hatten 2018 und 2019 keine allzu guten Jahre. Diese negative Reaktion war psychologisch für die Bullen fatal, aber auch charttechnisch kam der Abgabedruck zu einem ungünstigen Zeitpunkt.

Expertenmeinung: Der Plan vor dem 2021er-Ausblick war, das war leicht zu durchschauen, mit ihren Käufen am Vorabend der Zahlen ein bullisches Szenario zu erschaffen, das andere Trader durch positive Zahlen zum Einstieg animieren würde. Das sollte dann den Kreuzwiderstand aus dem 2020er-Jahreshoch und der oberen Begrenzung des mittelfristigen Aufwärtstrendkanals durchbrechen, so dass die Conti-Aktie den davon gezogenen Auto-Aktien folgen könnte. So aber hatte der Kurs knapp unter diesem markanten Widerstand gedreht, der Ausbruch im Vorfeld der Zahlen wurde zur Bullenfalle. Alleine das macht eine Aktie für viele technisch orientierte Trader erst einmal „toxisch“.

Der Kurs fiel schnell in die Unterstützungszone 109,40 zu 111,20 Euro zurück, federte noch einmal nach oben, drehte aber deutlich unter dem vorherigen Hoch wieder nach unten. Der zweite Versuch, den Bruch der Zone 109,40/111,20 Euro abzuwehren, kam schon nicht mehr an der 20-Tage-Linie vorbei. Und mittlerweile liegen mittelfristig noch bedeutsamere Supportlinien sehr nahe. Sie sehen im Chart, dass die untere Begrenzung des Aufwärtstrendkanals sowie die 200-Tage-Linie sich zwischen die Auffangzone 101/103 Euro und die aktuell im Feuer stehende Zone 109,40/111,20 Euro geschoben haben. Das wirkt wie ein brettharter Unterstützungsbereich, der so schnell nicht zu brechen wäre, aber:

Sollten die heiß gelaufenen Auto-Aktien korrigieren, wäre es nicht überraschend, wenn sich die Bären den schwächsten im Bunde als bevorzugtes Ziel aussuchen würden. Und dann wäre Continental, das Unternehmen mit dem schwächsten Ausblick, wohl schnell dieser sprichwörtliche Letzte, den die Hunde beißen. Unter 101 Euro könnte es hier sehr schnell spannend werden, wenn man auf der Suche nach einer Trading-Chance auf der Short-Seite ist.

Chart vom 12.04.2021, Kurs 111,80 Euro, Kürzel CON | Online Broker LYNX