Continental Aktie Prognose Es trifft immer dieselben: Covestro, Continental, Thyssen, Salzgitter, Morphosys, SMA Solar

News: Aktuelle Analyse der Continental Aktie

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Continental
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Jeder Trader, Anleger und Investor sollte jeden einzelnen Tag 30 Sekunden darauf verwenden, um einen kurzen Blick auf die Top- und Flops aus den wichtigsten Indizes zu werfen.

Der Zeitaufwand ist minimal, der Nutzen jedoch sehr groß. Sie werden feststellen, dass immer wieder dieselben Aktien auftauchen.
Jedes Mal, wenn die Märkte unter Druck stehen, so wie heute (Mittwoch), werden dieselben Titel als erstes abverkauft.

Und das ist kein Zufall.

Der Grund dafür ist einfach. Selbst reine Charttechniker, die überhaupt nichts auf Geschäftszahlen geben, wissen, dass es sich bei Covestro, Continental, Thyssen, Salzgitter, Morphosys oder SMA Solar um Problemkandidaten handelt.

Die Gründe sind in allen Fällen andere, aber es gibt stichhaltige Gründe, warum all diese Aktien langfristige Underperformer sind und warum die Kurse teilweise dort stehen, wo sie auch vor zehn oder zwanzig Jahren schon waren.

Falsche Ausrüstung

Als Beispiel greifen wir uns heute Continental. Wenn man das Zahlenwerk nüchtern betrachtet, wird es relativ schwierig, wirklich bullisch zu werden.
Anleger, die hier kaufen, denen ist der schwache Trackrecord entweder nicht bewusst oder sie denken, dass der Trackrecord keine Rolle spielt.

Auf Anleger, die zweite These vertreten, trifft man übrigens erschreckend oft. Wer allerdings denkt, dass die bisherige Geschäftsentwicklung keine Rückschlüsse über den Zustand eines Unternehmens und die wahrscheinlichsten Zukunftsszenarien zulassen, liegt schlichtweg falsch.

Der Trackrecord von Continental sah bereits vor fünf Jahren so aus, wie er heute aussieht. Wer das damals ignoriert hat, hat ordentlich Geld verloren.
Und wer es heute ignoriert, wird in den meisten Fällen auch in den kommenden Jahren Geld verlieren.

Chart vom 22.06.2022 - Kurs: 69,64 Kürzel: CON - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 22.06.2022 – Kurs: 69,64 Kürzel: CON – Wochenkerzen

Das trifft vielleicht nicht auf Continental selbst zu, aber auf 9 von 10 Aktien, die einen ähnlichen Trackrecord haben.

Führt zu nichts

Um das Wort nochmal zu wiederholen: Wie sieht der Trackrecord von Conti also aus?

Der Umsatz ist heute quasi genauso hoch wie vor zehn Jahren. Inflationsbereinigt geht es also abwärts.
Darüber hinaus hat sich die Profitabilität verschlechtert, die operative Marge ist heute halb so hoch wie damals.

Der Gewinn hat sich seit dem besten Jahr der Dekade (2017) halbiert. Zwischenzeitlich war man aber auch schon in den roten Zahlen.

Darüber hinaus ist das Geschäft natürlich kapitalintensiv. In der Regel wird der Großteil von dem, was operativ erwirtschaftet wird, direkt reinvestiert.

Sorry

Wie wir gesehen haben, ohne dass das zu einem steigenden Umsatz oder Gewinn führt. Die Kapitalrenditen sind entsprechend schlecht.
Der Wandel in Richtung E-Mobilität, macht die Sache nicht besser. Es ist zu erwarten, dass eine ganze Reihe von Automobilzulieferern das zeitliche segnen wird.

Ich sage das weder leichtfertig noch gerne, denn mir ist selbstverständlich bewusst, was das für den Industriestandort Deutschland bedeutet.

Daran sind die Unternehmen selbst auch nicht schuld und am wenigsten die Mitarbeiter. Es sind eben die Rahmenbedingungen.

Das werden nicht alle überleben

Aber wenn die Zahl der wesentlichen Bauteile von 1.500, wie bei Otto oder Diesel, bei E-Autos auf 200 sinkt, dann muss das zwangsweise dazu führen, dass der Wettbewerb unter den Zulieferern härter wird.
Das dürfte die ohnehin schon mageren Margen zusätzlich unter Druck bringen.

Das ist keine tolle Zukunftsperspektive. Vor allem, wenn man zuvor Milliardeninvestments für die E-Mobilität stemmen musste und im schlimmsten Fall sogar erhebliche Schulden hat.

Was passiert, wenn dann die Renditen sinken?
Der Gewinn implodiert oder man wird sogar strukturell unprofitabel.

Übersteigen die Kapitalkosten die Kapitalrendite für eine längere Zeit, dann führt das in die Insolvenz.

Continental ist an dieser Front noch vergleichsweise gut aufgestellt. Das bedeutet aber nicht, dass man irgendwann wieder blendend verdienen wird. Für viele Unternehmen in dieser Branche, wird es das Aus bedeuten.

Ganz schwierige Branche

Daher bleibe ich bei meiner seit etlichen Jahren warnenden Haltung in Bezug auf Autozulieferer. Die Umwälzungen und Herausforderungen in dieser Branche sind gigantisch.

Bei jedem der anderen angesprochenen Unternehmen hätte man ebenso überzeugende Argumente gegen ein Investment gefunden. In einigen Fällen ist der Trackrecord sogar noch schlechter.

Mir ist durchaus auch bewusst, dass viele Leser, zu der einen oder anderen erwähnten Aktie auch sehr gute Argumente haben, die für ein Investment sprechen.
Aber es ist eben auch ein Fakt und nicht grundlos, dass man mit all den Aktien seit Jahren kein Geld verdienen kann.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg an der Börse,

Ihr Tobias Trackrecord

Mehr als 12.000 Investoren & Trader folgen mir und meinen täglichen Ausführungen auf Guidants.

Handeln wie die Profis? Mein Broker ist LYNX.

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Vorherige Analysen der Continental Aktie

Mitten in der Handelszeit legte Continental gestern vorläufige Ergebnisse für das erste Quartal vor und kombinierte das mit einer Senkung der Gewinnerwartungen für das Gesamtjahr. Die Aktie machte daraufhin einen Satz … aber nach oben. Was ist denn hier los?

Vielleicht haben einige Marktteilnehmer die Vorab-Zahlen und die Korrektur der bisherigen Gesamtjahresprognose nicht genau gelesen oder nicht nachgerechnet, welche Konsequenzen das auf den Gewinn hat. Oder aber manch einer dachte sich, dass es ja allemal auch schlimmer hätte kommen können.

Aber davon abgesehen, dass der gestrige Kursanstieg gegen Handelsende auch auf Verkäufe traf und aus charttechnischer Sicht noch kein bullisches Signal ausgelöst hat, könnte es ja auch durchaus noch schlimmer kommen als das, was der Fahrzeugtechnik- und Reifenspezialist aktuell für das Gesamtjahr erwartet. Was genau kam da auf den Tisch?

Der Umsatz lag im ersten Quartal mit 9,3 Milliarden Euro solide über den 8,6 Milliarden des Vorjahresquartals. Das war gut, aber: Die Gewinnmarge vor Steuern und Zinsen (EBIT-Marge) ist sehr deutlich in die Knie gegangen, fiel von 8,5 Prozent im Vorjahr auf nur noch 4,7 Prozent. Das EBIT selbst wurde nicht mitgeteilt, aber man kann ja anhand des Umsatzes und der EBIT-Marge selbst sehen, dass es gegenüber dem Vorjahresquartal deutlich niedriger liegen muss.

Für das Gesamtjahr 2022 hob Continental die Umsatzprognose zwar marginal von einer bisherigen Erwartungsspanne zwischen 38 und 40 Milliarden Euro auf 38,3/40,1 Milliarden an. Aber dafür sieht man die um Sondereffekte bereinigte EBIT-Gewinnmarge deutlich niedriger, nämlich zwischen 4,7 und 5,7 Prozent nach zuvor 5,5 bis 6,5 Prozent. Das ist nun wirklich kein Pappenstiel, denn das heißt, dass von jedem umgesetzten Euro auf EBIT-Basis nicht mehr 5,5 bis 6,5 Cent, sondern nur noch 4,7 bis 5,7 Cent hängen bleiben. Daraufhin beherzt einzusteigen, wirkt „mutig“, zumal:

Expertenmeinung: Continental teilte mit, dass diese angepasste Prognose darauf basiere, dass man jetzt davon ausgeht, dass die weltweite Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen zwischen vier und sechs Prozent über dem Level des Vorjahres liegen wird. Die vorherige Prognose basierte auf einem Produktionsanstieg zwischen sechs und neun Prozent. Da stellt sich die Frage: Was, wenn auch diese vier bis sechs Prozent nach unten korrigiert werden müssen? Denn zumindest für das erste Quartal weisen erste Zahlen nicht auf einen deutlichen Anstieg der Fahrzeugproduktion hin.

So gesehen wäre es wohl die beste Lösung, sich von diesem gestrigen Plus der Conti-Aktie nicht hinreißen zu lassen, solange die Aktie nicht auf charttechnischer Ebene wirklich für bullische Fakten gesorgt hat. Was dann der Fall wäre, wenn der Kurs über dem Ende März entstandenen Zwischenhoch bei 72,55 Euro schließen und damit ein Doppeltief vollenden würde. Bis dahin bliebe das gestrige Plus ein Lebenszeichen auf den dünnen Beinchen einer eigentlich bärischen Meldung.

Continental-Aktie: Chart vom 21.04.2022, Kurs 68,18 Euro, Kürzel CON | Online Broker LYNX

Auch der Reifen- und Fahrzeugtechnik-Spezialist Continental legte zur Wochenmitte Bilanz und Ausblick vor. Die Aktie legte zwar zu, allzu viel Schwung mochte da aber nicht aufkommen. Bleibt die Aktie auch nach diesen Zahlen eine Beute für die Bären?

Umsatz und Gewinn lagen 2021 in etwa im Rahmen der durchschnittlichen Analysten-Prognose, nur der Nettogewinn lag deutlich höher. Auffällig war, dass die Gewinnmarge vor Steuern und Zinsen (EBIT-Marge) mit 5,6 Prozent zwar klar über der schwachen 2020er-Marge von 4,4 Prozent lag, die Erwartung der Experten von 5,8 Prozent aber doch klar verfehlte. Aber diese Zahlen waren ja ohnehin Schnee von gestern, was die Trader wissen wollten war: Wie geht es weiter?

Wirklich klüger war man nach der Lektüre des Ausblicks auch nicht, wobei man das auch in einem derart unsicheren konjunkturellen Umfeld nicht erwarten konnte. Continental stellte zwar einen Anstieg des Umsatzes auf 38 bis 40 Milliarden in Aussicht (2021: 33,77 Milliarden). Aber 2019 waren noch 44,48 Milliarden umgesetzt worden, den „Prä Corona“-Level erreicht man 2022 also noch nicht. Und was die EBIT-Marge angeht, blieb man in einer weiten Spanne von 5,5 bis 6,5 Prozent. Tendenziell also mehr als die 5,6 Prozent des Jahres 2021, aber:

Mögliche Belastungen aus der aktuellen geopolitischen Krise sind dabei nicht eingerechnet. Je nach Ausmaß der Belastungen könnten Umsatz und Gewinn auch unter dem Vorjahresniveau liegen, hieß es.

Expertenmeinung: Dass man als Anleger damit rechnen muss, dass es so kommen könnte, ist klar. Aber das bedeutet eben auch, dass die Akteure an eine derart konjunktursensible Aktie wie Continental nur zögerlich herangehen. Was sich am Mittwoch darin äußerte, dass Continental zwar zulegte, dabei aber weniger kräftig stieg als ihr „Heimatindex“ DAX.

Nicht besonders hilfreich war für das wohl eher kleine bullische Lager auch, dass die Analysten bei Kepler Cheuvreux, die als erste auf das Zahlenwerk reagierten, ihr Kursziel daraufhin von 100 auf 70 Euro senkten … was nicht nennenswert über dem gestrigen Schlusskurs der Aktie liegt. Nahe dieses Kursziels läge auch die nächste Widerstandslinie, das Sommer 2020-Zwischentief der Aktie bei 70,61 Euro, wie wir in unserem Chart auf Wochenbasis sehen können. Und selbst, wenn es gelingen sollte, diese Hürde auf Schlusskursbasis zu überbieten, könnte man die Conti-Aktie daraufhin nur als mittelfristig neutral einstufen.

Es wäre zwar möglich, dass positiv aufgenommene Entwicklungen in Sachen Ukraine und womöglich den Markt beruhigende Aussagen der EZB heute und/oder der US-Notenbank in der kommenden Woche auch Continental mit einem nach oben drehenden Markt über diese Linie spülen. Aber um Long zu gehen, würden sich derzeit andere Titel mit einem besser daherkommenden Chartbild anbieten. Und sollte Continental im Bereich um 70 Euro wieder abdrehen, wäre durchaus zu überlegen, zu tun, was man in Abwärtstrends als Trader eben tut: „sell the rallye“!

Continental-Aktie: Chart vom 09.03.2022, Kurs 65,50 Euro, Kürzel CON | Online Broker LYNX

Die letzte Bilanz war alles andere als inspirierend und die Analysten-Kursziele sinken. Was die bisherige 2021er-Performance im DAX angeht, steht Continental auf Platz 33 von 40. Und jetzt steht noch eine wichtige Unterstützung im Feuer: Die Bären dürften sich die Hände reiben.

Der Fahrzeugtechnik- und Reifenhersteller Continental hat in den letzten zwei Jahren einen großen finanziellen und organisatorischen Aufwand betrieben, um sich auf veränderte Marktbedingungen einzustellen, aber bislang kommt die Sache nicht überzeugend in Schwung. Umsatz und Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) lagen im dritten Quartal unter den Ergebnissen des Vorjahresquartals. Und die Analysten werden immer skeptischer.

Die 2021er-Prognose, die Continental Anfang des Jahres ausgab, enttäuschte ohnehin schon viele Marktteilnehmer. Aber auch danach wurden die Experten sukzessiv vorsichtiger. Ende Juni lag das durchschnittliche Analysten-Kursziel für die Continental-Aktie noch bei 131 Euro, derzeit sind es 109 Euro. Und alle vier neuen Einstufungen durch Experten, die in den letzten drei Wochen vorgenommen wurden, wiesen nach unten.

Dabei wirkt es, als würden die Anleger immer einen Schritt voraus sein, denn mittlerweile geht es schon um die bis in den Sommer 2019 zurückreichende Supportzone 90/91 Euro. Und darauf zu wetten, dass die hält, wäre gewagt.

Expertenmeinung: Das Problem für Continental ist, dass man ein Zulieferer für die konjunktursensible Automobilbranche ist. Wenn alles rund läuft, die Wirtschaft solide wächst und die Konsumenten mehr Geld in der Tasche haben, profitieren Zulieferer wie Conti im Kielwasser prosperierender Autobauer mit. Aber dass die meisten Automobilunternehmen momentan deutlich besser durch diese problematische Phase kommen als man hätte meinen können, liegt nicht nur daran, dass man derzeit noch gute Preise durchsetzen kann, sondern auch an Kosteneinsparungen. Und die treffen eben meist auch Zulieferer wie Continental.

Zu erwarten, dass bereits 2022 alles besser wird und es Continental gelingt, an die starken Unternehmensgewinne der Jahre vor 2019 anzuknüpfen, wäre mit Blick auf den gewaltigen Kostendruck und das fortbestehende Problem fehlender Teile ziemlich optimistisch.

Daher wäre es durchaus keine Überraschung, wenn die jetzt belagerte Unterstützungszone 90/91 Euro fällt. Zumal die Bullen durch den abverkauften Ausbruchsversuch Mitte November in der Defensive stehen. Jetzt notiert die Aktie wieder dort, wo sie Anfang Oktober nach oben gedreht hatte.

Wenn eine vermeintlich verteidigte, wichtige Unterstützung so bald schon wieder verteidigt werden muss, reduziert das die Zahl derer, die da dann schon wieder aktiv eingreifen, um einen Abriss des Kurses zu verhindern, naturgemäß. Und ein Bruch dieser Zone wird derzeit zusätzlich realistischer, weil nennenswerte, potenzielle Auffanglinien unterhalb dieser Auffangzone erst wieder im Bereich 70/75 Euro warten würden, wie unser Chart auf Wochenbasis zeigt. Einem Bruch der Unterstützung vorzugreifen wäre, wie eigentlich immer, zwar nicht ratsam. Fiele die 90/912 Euro-Zone indes, könnten risikofreudige Trader hier durchaus eine interessante Basis für einen Short-Trade vorfinden.

Continental-Aktie: Chart vom 03.12.2021, Kurs 92,56 Euro, Kürzel CON | Online Broker LYNX

Continental meldete am Freitagnachmittag vorläufige Quartalsergebnisse, die schlecht genug waren, um die Gesamtjahresprognose zu senken … und die Aktie schloss im Plus? Das sollte man, gerade mit Blick auf den Kursverlauf innerhalb des Tages, im Auge behalten!

Das, was der Reifen- und Fahrzeugtechnikspezialist Continental da am Freitag vorlegte, war ein Beleg dafür, wie deutlich sich der „Flaschenhals“ durch Chipmangel, höhere Kosten und reißende Lieferketten bemerkbar macht. Der Umsatz fiel laut diesen vorläufigen Ergebnissen um 7,35 Prozent zum Vorjahresquartal. Und auch, wenn es noch keine Aussagen zum Gewinn gab, wurde klar, dass der überproportional gesunken sein wird, denn zu den schwachen Umsätzen kam eine ernüchternd schwache Gewinnmarge vor Steuern und Zinsen (EBIT):

Da ging es von 8,4 Prozent im Vorjahr deutlich auf nur noch 5,2 Prozent nach unten. Was grundsätzlich bedeutet, dass von einem Euro Umsatz nicht mehr 8,4, sondern nur noch 5,2 Cent hängenbleiben. Das in Kombination mit dem gesunkenen Umsatz macht deutlich, dass das dritte Quartal keines war, um den Daumen zu heben. Was auch Continental selbst so sieht, weshalb die Gesamtjahresprognose für Umsatz und EBIT-Marge gleichermaßen nach unten genommen wurde:

Beim Umsatz fiel die Reduzierung um eine Milliarde Euro noch harmlos aus. Zuvor lag die unternehmeiseigene Erwartungsspanne zwischen 33,5 und 34,5 Milliarden, jetzt sieht man da 32,5 bis 33,5 Milliarden. Aber auch hier potenziert sich das durch die gesenkte Prognose für die EBIT-Marge, die jetzt für 2021 insgesamt zwischen 5,2 bis 5,6 Prozent gesehen wird, zuvor lautete die Guidance auf 6,5 bis 7,0 Prozent. Wie kann es sein, dass die Aktie daraufhin nicht in den Keller rutschte?

Expertenmeinung: Vordergründig könnte man behaupten, dass die Anleger das hatten kommen sehen und Schlimmeres befürchtet wurde. Immerhin hatte die Aktie bis Anfang Oktober ganze vier Monate lang korrigiert. Man könnte zudem einwenden, dass der Chipmangel und die anderen Probleme des „Flaschenhalses“ ja allgemein als nur vorübergehend angesehen werden, so dass der Gedanke aufkommen könnte, dass es ab jetzt nur besser werden kann. Aber:

Davon abgesehen, dass sich der Flaschenhals mit hoher Wahrscheinlichkeit durch das gesamte vierte Quartal ziehen wird und zumindest offen bleibt, ob die Kuh dann früh im kommenden Jahr vom Eis ist, war die Aktie seit Anfang Oktober bereits wieder gestiegen. Und eigentlich konnte man nicht wissen, dass die vorläufigen Zahlen am Freitagnachmittag kommen würden, denn im Gegensatz zur eigentlichen Bilanz sind solche Ergebnisse ja nicht terminiert. Aber es fiel auf, dass die Continental-Aktie bereits zwei Stunden vor der Vorlage der Zahlen zu steigen begann – und das über drei Prozent. Es scheint, als hätten einige doch gewusst, dass da etwas kommt. Aber sie wussten offenbar nicht, wie diese Zahlen aussehen würden, denn:

Continental-Aktie: Chart vom 22.10.2021, Kurs 98,61 Euro, Kürzel CON | Online Broker LYNX

Die Aktie brach mit den Zahlen ein, sauste dann zwar Minuten später wieder an das vorherige Tageshoch, kippte danach aber erneut. Das Ergebnis ist zwar trotzdem ein Plus, weil der Kurs durch die Vorab-Käufe einen Puffer hatte. Aber wenn Sie sich den Chart ansehen, sehen Sie auch einen sehr langen, oberen Docht bei der Freitags-Kerze. Und damit ist die Chance, eine perfekte, untere Trendwende in Form einer umgekehrten SKS-Formation mit zwei „Köpfen“ zu vollenden, erst einmal vergeben worden. Die Tür zu einer solchen Aufwärtswende stünde zwar so lange noch offen, solange die Continental-Aktie nicht unter den Level der rechten Schulter bei 94,60 Euro rutscht. Aber angesichts dieser ernüchternden Vorab-Ergebnisse wäre es ratsam, die Sache mit der nötigen Skepsis anzugehen, was hieße:

Continental sollte nicht nur das Freitags-Tageshoch bei 102,60 Euro überbieten, sondern auch über der derzeit bei 104 Euro verlaufenden 200-Tage-Linie schließen, bevor man hier über Long-Trades nachdenkt. Denn wenn das Fundament seitens der Zahlen bröckelt, muss wenigstens die Charttechnik absolut überzeugend bullisch sein, um ein taugliches Chance/Risiko-Verhältnis zu erreichen.

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Seit Monaten befindet sich der deutsche Automobilzulieferer in der Bredouille und liefert eine nicht übersehbare Serie von tieferen Hochs und tieferen Tiefs.

Der Abwärtstrend der Continental-Aktie könnte kaum deutlicher sein. Jede noch so kleine Zwischenrallye der letzten Monate wurde in der Nähe des fallenden 50-Tage-Durchschnitts beendet und Anleger trennten sich in der Folge direkt von ihren Papieren. Auch diese Woche hat sich das Wertpapier erneut sowohl der Widerstandslinie als auch dem besagten gleitenden Durchschnitt angenähert. Es war aus technischer Sicht sehr wahrscheinlich, dass die Kurse von hier aus wieder nach unten abdrehen würden. Zudem kamen negative Nachrichten über den Ether bezüglich einer Kapitalmaßnahme in Bezug auf den Spin-Off der Vitesco-Aktie mit ins Spiel. Für uns kommt der Absturz wenig überraschend.  

Expertenmeinung: Eine gute alte Tradingweisheit besagt, dass der Kauf von Aktien unter einem stetig fallenden 50-Tage-Durchschnitt selten eine gute Idee ist. Eine der goldenen Regeln, an die ich mich auch selbst halte und welche mich schon vor vielen falschen Entscheidungen bewahrt hat. Kurz und bündig könnte man also zusammenfassen, dass die Continental-Aktie frühestens dann interessant wird, wenn zwei Bedingungen erfüllt sind. Zum einen braucht es die Bildung eines höheren Hochs und die 50-Tage-Linie muss nachhaltig gebrochen werden. Dann erst würden wir ein Licht am Ende des Tunnels sehen.  

Aussicht: BÄRISCH

Chart vom 16.09.2021 Kurs: 95.10 Kürzel: CON | Online Broker LYNX