Continental Aktie aktuell Continental führt die Gewinnerliste an

News: Aktuelle Analyse der Continental Aktie

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Continental
ISIN: DE0005439004
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Ticker: CON --- %

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Chartanalyse
Basis 6 Monate bullish
Zur Continental Aktie

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Automobilwerte und Automobilzulieferer erleben aktuell ihren zweiten Frühling. Nicht nur in den USA geht es mit bekannten Namen wie Ford oder General Motors seit geraumer Zeit steil nach oben. Auch ein Europa tut sich einiges, wo wir zuletzt auch ein Auge auf BMW geworfen hatten. Von dieser positiven Stimmung profitiert aktuell auch die Continental-Aktie. Der Automobilzulieferer und Reifenhersteller setzte sich gestern an die Spitze der Gewinner im DAX und ging mit einem Plus von über 5 Prozent aus dem Handel. Unter anderem half auch eine Aufstufung der Continental Aktie durch die Schweizer UBS, welche hier ein Kursziel im Bereich von 154 EUR sieht. Aus technischer Sicht haben wir es nach wie vor mit einem beständigen Aufwärtstrend zu tun. Im letzten halben Jahr wurde die Folge von höheren Hochs und höheren Tiefs nicht gebrochen.

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Continental Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Momentan steckt das Wertpapier noch in einer Konsolidierung. Dies erkennen wir am ansteigenden Dreieck im Chart, welches uns gleichzeitig auch das mögliche Potential nach oben verrät. Die Spanne des Dreiecks beträgt rund 27 EUR. Wenn wir nun diese Spanne zum möglichen Breakout-Niveau bei 126.55 EUR hinzufügen, bekämen wir ein theoretisches Kursziel im Bereich von 153/154 EUR. Dies trifft sich exakt mit den Zielen der UBS. Noch aber sind die benötigten Kaufsignale nicht vorhanden. Hierzu müssen die Kurse erst aus der Formation nach oben ausbrechen.

Aussicht: BULLISCH

Chart vom 03.03.2021 Kurs: 123.35 Kürzel: CON | Online Broker LYNX
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Achim Mautz, Daytrader | LYNX Börsenexperten
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Vorherige Analysen der Continental Aktie

Am Mittwoch machte die Aktie des Reifen- und Fahrzeugtechnikspezialisten Continental einen kräftigen Satz, nachdem das Unternehmen seine neuen Mittelfristziele formulierte. Man strebt eine um Sondereffekte bereinigte Gewinnmarge vor Steuern und Zinsen zwischen 8 bis 11 Prozent an, so der neue Vorstandschef Setzer. Die Anleger witterten kräftig steigende Gewinne … aber wie „schussfest“ sind diese Ziele eigentlich?

Es sind nun einmal nur Zielsetzungen. Und zwischen „da will ich hin“ und „da sind wir angekommen“ liegen gerne mal diverse Stolpersteine, das laufende Jahr hat das wieder einmal bewiesen. In den ersten Quartalen 2020 ist diese EBIT-Marge auf 2,4 Prozent eingedampft worden. Im bereits weniger guten Jahr 2019 waren es 7,4 Prozent gewesen, 2018 um die 8,5 Prozent. Dass das mittelfristig (wobei offenbleibt, welche Zeitspanne mit „mittelfristig“ genau gemeint ist) das untere Ende der Marge werden soll, mag erstrebenswert sein. Ob es auch erreichbar ist, ist eine andere Frage. Das kommt auf die Entwicklung des Automobilmarkts an. Und ob der automatisch durchstartet, sollte COVID19 irgendwann Mitte/Ende 2021 kein Thema mehr sein, ist alles andere als sicher.

Expertenmeinung: Dass die Anleger solche hehren Ziele gerne hören, ist in einer derart kritischen Phase, in der die Kurse allein von der Hoffnung auf die große Wende hin zu starkem Wachstum getragen werden, nachvollziehbar. Die Frage ist indes, ob und wann man damit auf der Nase landen würde.

Continental baut seine Konzernstruktur um, wobei die brutale Zahl von 30.000 Arbeitsplätzen „zur Disposition steht“, wie man es dort nennt. Moderner, straffer, effizienter werden, das will im Endeffekt jedes Unternehmen. Allen gelingt es naturgemäß nicht. Und zunächst einmal kostet ein solcher Wandel Zeit und Geld. Es stellt sich damit schon die Frage, ob allen Investoren bewusst ist, dass schon ein Wunder hermüsste, damit Continental 2021 wieder an die „Prä-Corona“-Gewinne herankäme? Nach einem verlorenen Jahr 2020 rechnen die Analysten jedenfalls mehrheitlich nicht damit. Trotzdem klopft der Aktienkurs gerade an das im Januar erzielte, bisherige Jahreshoch bei 120,85 Euro.

Chart vom 17.12.2020, Kurs 117,30 Euro, Kürzel CON | Online Broker LYNX

Dieses Hoch bildet zusammen mit der oberen Begrenzung eines im Mai etablierten Aufwärtstrendkanals (bei 123,50 Euro) eine Widerstandszone, die zu einer Nagelprobe für den Grad der Zuversicht der Investoren werden dürfte. Zu bieten hätte Continental bislang nur die Kombination aus einem bislang verlorenen Jahr und hehren, mittelfristigen Zielen. Das ist also ein dünnes Brett, auf dem die Bullen da balancieren müssten, wollten sie diese Charthürden auch noch nehmen. Daher wäre es unbedingt geboten, Long-Trades auf diese Aktie konsequent abzusichern, wobei ein Stoppkurs knapp unter dem jeweils letzten Zwischentief (aktuell läge dieses bei 109,40 Euro) eine Lösung wäre, die sich derzeit anbieten würde.

Die im November für das Gesamtjahr vorgestellte Prognose ist ernüchternd. Der Reifen- und Fahrzeugtechnikspezialist Continental erwartet einen um gut 15 Prozent niedrigeren Umsatz und eine Vorsteuer-Marge um drei Prozent, nach 7,4 Prozent im Vorjahr. Die Analysten erwarten nicht, dass der Gewinn 2021 wieder das Niveau von 2019 erreichen kann. Und das durchschnittliche Kursziel der Experten bei 112 Euro ist bereits überboten, wobei die erdrückende Mehrheit der Analysten die Aktie als eine Halteposition sieht.

Wäre die Aktie seit ihrem Tief im März zunächst am Boden geblieben wie z.B. Aktien aus dem Luftfahrt-Sektor und die Erholung danach vorsichtig abgelaufen, hätte man nachvollziehen können, dass die Meldungen über nahende Impfstoffe die Anleger zum Einstieg bewogen hätte. Weil dann die Chance greifbarer würde, dass das Unternehmen wieder Wasser unter den Kiel bekommt und so eine „verprügelte“ Aktie eine gute Einstiegschance bietet. Aber Sie sehen es im Chart: Von „am Boden“ und „vorsichtig“ kann keine Rede sein.

Expertenmeinung: Bullische Akteure könnten einwenden, dass das Kurs/Gewinn-Verhältnis von Continental derzeit um die 15 liegt und damit dem Niveau früherer Jahre entspricht. Was richtig ist, wenn man nicht die voraussichtlichen Gewinne für 2020, sondern die Analysten-Schätzungen für 2021 als Basis hernimmt. Aber zum einen müssten diese Gewinne dann erst einmal eingefahren werden. Und zum anderen hieße ein für 2021angemessenes Kurs/Gewinn-Verhältnis, dass höhere Kurse auch zu einer noch höheren, dann eher nicht mehr angemessenen Bewertung führen würden. Und es stellt sich die Frage, ob genug Akteure angesichts dessen auf einem Niveau weiter kaufen würden, das nicht nur meilenweit über dem März-Tief liegt, sondern auch aus charttechnischer Sicht eine Hürde darstellt.

Davon abgesehen, dass die Aktie bereits über dem Niveau liegt, das vor dem Corona-Crash gegeben war und derzeit am Jahres-Verlaufshoch vom Januar bei 120,85 Euro anklopft, das an sich schon ein charttechnischer Widerstand ist, hat der Kurs zugleich Tuchfühlung zur oberen Begrenzung des mittelfristigen Trendkanals bei aktuell 123 Euro aufgenommen. Die Aktie tritt dort auf der Stelle, während der im Chart mit eingeblendete Stochastik-Oszillator gerade dabei ist, aus der überkauften Zone heraus ein Verkaufssignal zu generieren.

Solange der Optimismus hoch gehalten werden kann und sofern die Aktie zügig über diesen vorgenannten Kreuzwiderstand im Bereich 120,85/123 Euro hinaus laufen könnte, muss diese Rallye nicht vor einer Korrektur stehen. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass es so kommt, ist mit Blick auf die Gesamtheit der für die Aktie relevanten Aspekte nicht gerade umwerfend, so dass es allemal einen Gedanken wert wäre, hier einen Teil der Gewinne mitzunehmen und die restliche Position mit einem tendenziell engen Stoppkurs abzusichern.

Chart vom 02.12.2020, Kurs 116,50 Euro, Kürzel CON | Online Broker LYNX

Dass die gestern vorgelegte, endgültige Bilanz des dritten Quartals nebst einer Aktualisierung der 2020er-Gesamtjahresprognose eine Aktie im Rallye-Modus nicht höher trieb, sondern es nur gelang, die Gewinnmitnahmen so aufzukaufen, dass am Ende nur ein Minus von 0,8 Prozent bliebt, sagt eigentlich alles. Die Ergebnisse waren unschön, wenngleich wie erwartet unschön. Continental peilt einen gegenüber 2019 um etwa 15 Prozent niedriger liegenden Umsatz und eine bereinigte operative Marge von um die drei Prozent an, nach 7,4 Prozent im Jahr 2019. Und wer sich die Historie der Fundamentaldaten ansieht, erkennt: Schon das Jahr 2019, mit dem diese Ergebnisse verglichen werden, war kein gutes.

Dass die Aktie zur Wochenmitte weit höher notierte als zum Vorwochenschluss und dadurch eine entscheidende charttechnische Unterstützungszone verteidigt wurde, basierte nicht auf diesen Zahlen oder den unmittelbaren Perspektiven des Reifen- und Fahrzeugtechnik-Spezialisten. Die Käufe basierten auf der allgemeinen Kaufwelle bei zuvor unter Druck stehenden Aktien als Reaktion auf die „Impfstoff-Nachricht“ des Montags. Aber kann das ausreichen, um den Ausbruch über den Widerstandsbereich um 100 Euro nachhaltig zu gestalten, nachdem der letzte Versuch, sich nach oben abzusetzen, im Oktober in einem Doppeltopp endete?

Expertenmeinung: Es ist zumindest mit einem Fragezeichen zu versehen. Man darf ja nicht übersehen, dass die Anleger mit genau dieser Entwicklung gerechnet hatten: Erste Impfstoffe, die gegen Ende des Jahres zugelassen werden und dann im Sommer eine Situation, in der genug Menschen weltweit geimpft sind und die Pandemie zudem jahreszeitlich bedingt auf die Bremse tritt, um wieder ein relativ normales Konsumverhalten erwarten zu können. Vorausgesetzt, die Bekämpfung der Pandemie gelingt. Und ebenso vorausgesetzt, dass die Rezession zuvor nicht so stark gewirkt hat, dass die Rückkehr zur Verbraucher-Normalität deutlich länger dauert. All das war also eigentlich schon in den Kursen drin. Wenn man jetzt mit Käufen feiert, dass passiert, was man erhofft hat, hat dergleichen das Risiko einer geringen Haltbarkeitsdauer.

Betrachtet man die Aktie ausschließlich aus charttechnischer Sicht, sieht es im Moment aber gut aus. Nach der Verteidigung der wichtigen Unterstützungszone aus 200-Tage-Linie und Mai-Aufwärtstrend, die derzeit bei 87,70/90,70 Euro verläuft, überwand der Kurs mit dem Rückenwind der allgemeinen Markt-Rallye nach der Impfstoff-Meldung des Montags nicht nur die Widerstandslinie bei 100 Euro, sondern darüber hinaus auch die beiden zuvor in ein Doppeltopp mündenden Hochs aus dem Oktober um 104 Euro. Aber es bleibt bei der offenen Frage, wie lange dieses „die Zukunft kaufen“ vorhalten kann, wenn man bereits jetzt ein Best Case-Szenario eingepreist hat, dessen Erfüllung nicht sicher ist, dessen Eintreten aber vor allem nicht in den kommenden Monaten zu erwarten ist. Sich gegen den Bruch dieser bestätigten Supportzone 87,70/90,70 Euro mit einem Stoppkurs abzusichern und diesen mit dem Verlauf der 200-Tage-Linie als untere Begrenzung der Zone sukzessiv anzupassen, wäre auch für mittelfristig orientierte Marktteilnehmer unbedingt ratsam.

Chart vom 11.11.2020, Kurs 106,20 Euro, Kürzel CON | Online Broker LYNX

Es wirkt zwar absurd, aber so manchem, der derzeit auf Schnäppchenjagd ist, dürfte das egal sein: Ein Unternehmen, das 90 Prozent weniger verdient, ist vom Kurs/Gewinn-Verhältnis her auf einmal äußerst teuer, selbst, wenn sich der Kurs der Aktie im Vorfeld halbiert hat. Aber wenn man gar nichts verdient, gar Verluste schreibt, kann man kein Kurs/Gewinn-Verhältnis mehr berechnen … und auf einmal wird der Kurs der Aktie „Ansichtssache“. Nicht wenige sehen das tatsächlich so und vermeiden dabei darüber nachzudenken, wie lange es dauern könnte, bis das Unternehmen wieder so deutlich in die Gewinnzone zurückgekehrt ist, dass ein Kurs gerechtfertigt wäre, der so deutlich über dem Einstiegspreis läge, dass sich ein Kauf mittelfristig rechnen würde. Besonders leicht werden solche rationalen Überlegungen über Bord geworfen, wenn eine Aktie sich verfünffachen würde, wollte sie das letzte markante Hoch wieder erreichen. Bei Continental wäre das der Fall. Anfang 2018 hatte die Aktie des Reifen- und Fahrzeugtechnik-Konzerns 257,50 Euro erreicht. Im März hatte sie bei 51,45 Euro aufgesetzt. Seither hat der Kurs zwar über 50 Prozent zugelegt. Aber wenn man nicht nach unten, sondern nach oben schaut, auf dieses 2018er-Hoch, ist die bisherige Erholung nur ein kleiner Hüpfer. Die Frage ist, wie weit man mit einer solchen optimistischen Denkweise kommt. Die Anfang des Monats vorgelegte Bilanz des ersten Quartals wies zwar nur mäßig gefallene Umsätze aus, aber der Nettogewinn sackte um knapp 50 Prozent weg, weil die Marge vor Steuern und Zinsen deutlich von 8,1 Prozent im Vorjahresquartal auf nur noch 4,4 Prozent zusammenschmolz. Ein Warnsignal, das indiziert, dass Continental in die Verlustzone abdriften kann, was zudem vom Vorstand bestätigt wurde: Expertenmeinung: Man werde im laufenden Quartal keinen Gewinn erzielen, stellte der Finanzvorstand fest. Zwar klar ermutigend, dass man bei Continental sicher ist, dass das zweite Quartal das schwächste des laufenden Jahres werde. Aber klar ist, dass diese Aussage nur gelten würde, wenn es nicht zu einer zweite Pandemiewelle im Herbst mit den dann unausweichlichen, erneuten Einschränkungen kommt. Aber der Chart der Aktie auf Wochenbasis deutet nicht an, dass sich die Käufer durch diese Bilanz hätten entmutigen lassen. Und jetzt, da die „bad news“ erst einmal auf dem Tisch liegen, könnte man ja weiter zugreifen, immerhin wäre da noch Spielraum, bis die Aktie auf mittelfristig relevante Widerstände trifft. Aber was ist mit den Bären? Erfahrene Investoren wissen, dass es keinen Sinn hätte, sich einer solchen Kaufwelle entgegenzustellen. Hoffnungen sind oft stärker als Fakten. Eine Aktie leer zu verkaufen, die von wichtigen Charthürden ein gutes Stück entfernt ist und mit dem anziehenden Gesamtmarkt nach oben gespült wird, das würde ein hohes Risiko beinhalten, überrannt zu werden. Also dürften die Bären bei Continental erst dann wieder aktiv werden, wenn den Käufern entweder noch unterhalb der mittelfristigen Widerstände Geld und Zuversicht ausgehen oder diese Hürden erreicht werden. Die warten in Form der übergeordneten Abwärtstrendlinie und der 200-Tage-Linie im Bereich 97/102 Euro. Es könnte also durchaus sein, dass die Bären die Aktie bis dahin einfach laufen lassen und erst dann massiv dagegenhalten. Allerdings könnte es nicht schaden, sich im Fall von Long-Trades bei Continental trotzdem engmaschig nach unten abzusichern, indem man einen Stop Loss knapp unter das letzte Zwischentief (derzeit wären das 68,80 Euro) platziert und bei neuen Zwischentiefs konsequent nachzieht. Continental Aktie Chart vom 18.05.2020, Kurs 79,96 Euro, Kürzel CON | Online Broker LYNX Sie möchten täglich vor Börsenstart unsere Chartanalysen per E-Mail erhalten? Dann abonnieren Sie hier unseren Börsennewsletter mit aktuellen Börsennews.  

Continental ist ein deutscher Automobilzulieferer und mit 241.000 Beschäftigten in 59 Ländern und Märkten tätig. Bekannt ist das Unternehmen vor allem für Autoreifen, die Angebotspalette reicht allerdings viel weiter. Der Bereich Automotive hat das ehemalige Hauptgeschäft inzwischen überholt und ist für den Großteil des Umsatzes verantwortlich. Conti engagiert sich in den Bereichen Fahrgestelle, Innenraum, Sicherheit und Antriebsstränge.

Wo soll man nur anfangen?

Seit Jahren warne ich vor Automobilzulieferern, der heutige Kurssturz bestätigt mich darin. Die ganze Branche steht vor enormen Herausforderungen. Der Wandel in Richtung Elektromobilität ist für Zulieferer eine Hiobsbotschaft. Sie müssen enorme Investitionen stemmen, Ausgang unbekannt. Niemand kann heute sagen, wer sich durchsetzen wird und welche Unternehmen sich ein großes Stück vom Kuchen sichern können. In vielen Fällen dürfte es schwer werden, auch nur die Kapitalkosten zu erwirtschaften. Warum? Die Zahl der Bauteile eines Otto- oder Dieselfahrzeugs liegt weit über 1.000, ein Elektroauto besteht aber aus nur 200 Hauptkomponenten. Das hat vor allem eins zur Folge: Der Wettkampf wird härter und die Margen werden sinken. Kein rosiger Ausblick, vor allem, wenn man zuvor Unsummen investiert hat. Ein weiteres Problem ist das Thema autonome Fahrzeuge. Autos werden dadurch mittelfristig ein Mietobjekt, welches man auf Abruf nutzt. Die Zahl der verkauften PkW dürfte weiter sinken. Die Branche ist ein Minenfeld, bewegen Sie sich lieber andernorts.

Nicht nur die Zukunft

Doch nicht nur am Horizont ziehen dunkle Wolken auf. Es läuft seit Jahren nicht. Trotz ordentlichem Umsatzwachstum stagniert der Gewinn seit 2015. Die Margen sind rückläufig, ebenso der freie Cashflow. Vor wenigen Stunden hat man die Zahlen für das Geschäftsjahr 2019 vorgelegt. Der Umsatz stagniert und das (bereinigte) operative Ergebnis ist um 21% eingebrochen. Der freie Cashflow hat sich auf 761,6 Mio. Euro nahezu halbiert. Die Nettoschulden sind von 1,66 auf 4,07 Mrd. Euro gestiegen, das Eigenkapital hat sich von 18,33 auf 15,88 Mrd. Euro reduziert. Der Gewinn ist von 14,49 auf -6,13 Euro je Aktie implodiert. Es gibt überhaupt nichts zu beschönigen und es dürfte so schnell auch nicht besser werden. Das Geschäftsjahr 2020 ist nach eigenem Bekunden verhalten angelaufen. Das dürfte eine Untertreibung sein. Der PkW-Absatz in China, dem weltweit größten Markt, tendiert aktuell gegen Null. Im neuen Jahr erwartet man einen leichten Umsatzrückgang und eine sinkende Profitabilität. Demnach wird die bereinigte EBIT-Marge von 7,4 auf 6,0% sinken. Das entspricht einem weiteren Einbruch des operativen Ergebnisses um mehr als 20%. Bisher hatte man für 2020 einen Gewinn von 9,90 Euro je Aktie erwartet, jetzt muss wohl eher mit 8 – 9 Euro rechnen. Selbst das könnte aber zu optimistisch sein.

Chart

Conti hat die maßgeblichen Unterstützungen nahe 100 Euro durchbrochen und übergeordnete Verkaufssignale ausgelöst. Der langfristige Aufwärtstrend wurde bereits vor Wochen aufgegeben. Weitere Verkaufssignal ergäben sich unter 85 und 82 Euro. Grundsätzlich ist bereits jetzt der Weg in Richtung 75 Euro frei. Ein Boden ist bisher nicht in Sicht. Aus Sicht der Bullen hilft nur eine Rückkehr über 100 Euro. Sollte es zu einer Erholung kommen, dürfte aber genau dort großes Verkaufsinteresse bestehen. Mehr als 8.300 Trader & Investoren folgen mir und meinen täglichen Ausführungen auf Guidants. Mehr als 40.000 zufriedene Kunden. Ich bin einer davon. Chart vom 05.03.2020 Kurs: 86,35 Kürzel: CON - Wochenkerzen | LYNX Online Broker