Als Anfang Februar Berichte über eine Abschwächung der EU-Umweltauflagen durch die Medien liefen, zog Brenntag massiv an und vollendete eine monatelange Bodenbildung. Doch das endete als Bullenfalle. Aktuell steigt die Aktie erneut an – diesmal mit besseren Chancen?

Das dürfte aus aktueller Sicht schwierig werden. Denn die Aktie des Chemie-Großhändlers fiel zuvor nicht nur auf den Ausgangspunkt des fehlgeschlagenen Befreiungsschlags zurück, sondern rutschte auf neue Jahrestiefs durch. Und das mit dem nachvollziehbaren Argument, dass die rasant angezogenen Energiepreise für die energieintensive Chemiebranche massiv höhere Kosten bedeuten, die Nachfrage dort daher, wenn schon nicht einbrechen, so doch vorerst eher nicht steigen dürfte und dies Brenntag als Großhändler einen Deckel aufsetzt.
Richtig ist zwar, dass die Aktie am Donnerstag kräftig anzog und am Freitag dann auch Anschlusskäufe sah, weil offenbar einige in der da vorgelegten 2025er-Bilanz weniger Drama fanden als befürchtet. Aber ohne die Perspektive eines wieder zulegenden Gewinns dürfte diese Reaktion das Risiko bergen, schnell zu versickern. Und diese Perspektive fehlt eben, denn:
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Expertenmeinung: Brenntag rechnet für das laufende Jahr mit einem um Sonderfaktoren bereinigten EBITDA (Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) zwischen 1,15 und 1,35 Milliarden Euro, damit läge die Mitte der Spanne sogar leicht unter den 1,29 Milliarden, die man beim EBITA im Vorjahr erreichte. Und Brenntag machte deutlich, dass die aktuelle Entwicklung im Nahen Osten, nicht zuletzt, weil man ja nicht absehen kann, wie sich die Lage weiter entwickelt, in diesen Ausblick noch nicht einbezogen ist. Will heißen: Es könnte beim EBITDA also ggf. auch weniger werden.
Das Risiko, dass die Hoffnung, eine Wende in der Chemiebranche sei nach mehreren Jahren vergeblichen Wartens jetzt endlich greifbar, eher auf dünnen Beinen steht, spiegelt sich auch in den Ansichten der Analysten wider. 15 Analysten haben Brenntag regelmäßig auf dem Schirm, aber nur drei von ihnen stufen sie im Moment als kaufenswert ein. Bis zur Bilanz nebst Ausblick am Donnerstag waren es wenigstens noch vier bullische Experten, aber für den Analysten bei Warburg Research waren Zahlen und Prognose mager genug, um die Einordnung von „Kaufen“ auf „Halten“ herunterzunehmen und das Kursziel von 58 auf 53 Euro zu senken. Im Schnitt liegt das Analysten-Kursziel damit aktuell bei 49,87 Euro – und die Aktie nur marginal darunter.
Sollte aus den jetzt gesehen Hoffnungskäufen ein wieder bullisches Chartbild werden, hätte der Optimismus von dieser Seite her vielleicht genug Rückenwind, um die Aktie noch ein bisschen weiter zu tragen. Aber erst einmal müsste es dazu kommen. Und ein erneuter Anstieg über die durch die 200-Tage-Linie verstärkte Widerstandszone zwischen 51,70 und 53,86 Euro wirkt derzeit wie eine schwer lösbare Ausgabe, denn der Deckel, den die Rahmenbedingungen dieser Aktie verpasst haben, ist mit dem Ausbruch des Iran-Krieges noch einmal schwerer geworden.
Quellen:
Ergebnis des Geschäftsjahres 2025, 12.03.2026:
https://corporate.brenntag.com/de/media/news/brenntag-veroeffentlicht-finanzergebnisse-fuer-das-jahr-2025.html
Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/BNR.DE/analyst-insights/
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