Bayer Aktie Prognose Bayer: Was, wenn dieser Boden bricht?

News: Aktuelle Analyse der Bayer Aktie

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Bayer
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Chartanalyse
Basis 6 Monate bearish
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Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Der deutsche Chemie- und Pharmakonzern Bayer steht unmittelbar vor einem neuen Rekordtief seit dem Jahr 2005. Die Bayer-Aktie kommt aus den Fängen der Bären einfach nicht heraus. Selbst der Erholungsversuch von Mai wurde schnell negiert und mittlerweile ist der Kampf rund um die Marke von 25 EUR erneut entbrannt. Diese Marke habe ich bereits im Februar als mögliches Kursziel nach unten erwähnt.

Eigentlich hatten die Bullen hier bereits Anfang des Monats gute Chancen, den Spieß herumzudrehen. Der Boden wurde getestet und die Kurse sprangen sofort wieder nach oben. Doch der Kaufdruck währte nicht lange. Nun nähert sich das Papier erneut dieser wichtigen Support-Ebene. Ein Bruch würde ein weiteres kräftiges Verkaufssignal mit sich bringen.

Expertenmeinung: Der Bruch der Unterstützung könnte den Abverkauf erneut beschleunigen. Hierbei könnten die Kurse schnell abermals 10 bis 20% an Wert verlieren, denn zahlreiche Anleger dürften knapp darunter wohl ihre Stopps platziert haben. Käufer werden wohl erst wieder in die Bresche springen, wenn sich ein überverkauftes Niveau findet, wie zuletzt Anfang Februar oder Anfang März dieses Jahres. Unter Umständen lohnt sich der Ausstieg bereits vor dem Bruch nach unten. Dieser wird von Mal zu Mal wahrscheinlicher. Ich bleibe vorerst bei meinem bärischen Gesamteindruck.

Aussicht: BÄRISCH

Bayer Aktie: Chart vom 09.07.2024, Kurs: 25.35 EUR, Kürzel: BAYN | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Bayer Aktie: Chart vom 09.07.2024, Kurs: 25.35 EUR, Kürzel: BAYN | Quelle: TWS
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Vorherige Analysen der Bayer Aktie

Es klingt wie eine hervorragende Nachricht: Ein US-Gericht hat die Höhe der Summe, die einem Kläger für die gesundheitlichen Folgen eines von Monsanto vertriebenen Unkraut-Vernichters zugesprochen wurde, massiv reduziert. Aber lindert das Bayers Problem wirklich?

Ursprünglich lautete die als Schadenersatz zugesprochene Summe auf sagenhafte 2,25 Milliarden US-Dollar. Jetzt hat ein Gericht in Philadelphia diese Summe auf 400 Millionen nach unten korrigiert. Aber dass die Bayer-Aktie daraufhin nur einen eher müden Hüpfer schaffte, macht schon klar, dass dies das Problem an sich nicht wirklich lindert, denn:

Was Schadenersatzklagen wegen Gesundheitsschäden durch Glyphosat- und PCB-haltige Produkte angeht, die durch das von Bayer übernommene Unternehmen Monsanto vertrieben wurden, sprechen wir hier von über 50.000 laufenden bzw. noch anstehenden Klagen. Wäre Monsanto nicht rechtzeitig unter das Dach von Bayer geschlüpft, wäre das US-Unternehmen heute wohl längst pleite. Aber durch diese schon vor dem Vollzug von vielen scharf kritisierte Übernahme ist es jetzt eben Bayer, das den Kopf hinhalten muss … und auch weiterhin wird.

Daher wundert es nicht, dass diese auf den ersten Blick erfreuliche Entwicklung keinen Widerhall im Aktienkurs hatte. Was muss gelingen, damit sich das ändert … und wo könnte man den zum Dauerprojekt gewordenen Versuch einer Aufwärtswende im Chartbild als „erledigt“ einstufen?

Bayer Aktie: Chart vom 05.06.2024, Kurs 28,59 Euro, Kürzel: BAYN | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Bayer Aktie: Chart vom 05.06.2024, Kurs 28,59 Euro, Kürzel: BAYN | Quelle: TWS

Expertenmeinung: Letzteres ist recht klar fixierbar: Die Bayer-Aktie müsste diese monatelange Bodenbildung abschließen, die man derzeit als umgekehrte Schulter-Kopf-Schulter mit zwei Köpfen ansehen kann (was vorkommt und auch nicht dem Regelwerk widersprechen würde). Was dann der Fall wäre, wenn der Kurs deren Nackenlinien-Zone und mit ihr das markante November-Tief 2023 mit Schlusskursen über 31 Euro signifikant überwunden hätte. Rein vom Chartbild her wäre das eigentlich kein weiter Weg, aber:

Solange dieses Damoklesschwert namens Monsanto-Schadenersatzklagen weiter über dem Konzern schwebt, ist dieser Weg eben äußerst steinig. Das, was Bayer-CEO Anderson kürzlich als US-Prozessindustrie bezeichnete, ist nichts, das Bayer irgendwie vom Tisch bekommen würde, solange nicht so viele Klagen abgewiesen oder zu Gunsten von Bayer entschieden werden, dass neue Klagen massiv abebben. Diese Unsicherheit darüber, was am Ende noch alles als Quittung für diese unselige Monsanto-Übernahme zu zahlen sein wird, bremst Privatanleger ebenso wie institutionelle Investoren. Ein Fass ohne Boden möchte man eben nicht gerne im Depot haben.

Sollte die Vollendung dieser Bodenbildung trotzdem gelingen, könnte alleine das die Bayer-Aktie zwar ein gutes Stück nach oben befördern, immerhin ist sie wegen dieses Damoklesschwerts grundsätzlich ungewöhnlich günstig bewertet. Aber wer da dann auf den Zug aufspringen wollte, sollte im Hinterkopf behalten, dass ein Aufwärtstrend bei Bayer aufgrund dieser Umstände fragiler ist als bei anderen Aktien.

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Mit einem Plus von über +4% setzte sich der deutsche Pharmakonzern gestern an die Spitze im DAX. In den Tagen davor lief es allerdings alles andere als rund und somit ist der Kurssprung für Anleger wie Balsam auf die Wunde.

Im mittelfristigen Chartbild hat sich die Gesamtlage der Bayer-Aktie mittlerweile deutlich verbessert. Wir sehen eine ausgeprägte Bodenbildung und das zweite höhere Tief seit März dieses Jahres. Die langfristige Trendwende ist zum Greifen nah, doch vorerst ist es noch zu früh, um hier Euphorie zu versprühen.

Expertenmeinung: Der Widerstandsbereich bei rund 30 EUR ist offensichtlich. Die Bullen haben bereits Mitte des Monats versucht, diese Ebene zu brechen, doch bislang ohne Erfolg. Wenn die Bayer-Aktie tatsächlich wieder durchstarten will, dann braucht es bald Schlusskurse über diesem Niveau. Danach könnte sich eine weitreichende Kurserholung ergeben.

Von Vorteil wären es, wenn es möglichst keine negativen Nachrichten gäbe, welche in der Vergangenheit gestarteten Rallyes immer wieder mal in die Quere kamen. Ist der Weg in Richtung einer möglichen nachhaltigen Erholung jetzt frei? Der Chart wird es uns zeigen.

Aussicht: NEUTRAL

Bayer Aktie: Chart vom 30.05.2024, Kurs: 27.955, Kürzel: BAYN | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Bayer Aktie: Chart vom 30.05.2024, Kurs: 27.955, Kürzel: BAYN | Quelle: TWS

Die am Dienstag von Bayer vorgelegte Quartalsbilanz zeigte ein gemischtes Bild: Der Umsatz fiel stärker als erwartet, dafür aber lag der Gewinn über den Prognosen. Die Bullen versuchten Letzteres zur Basis eines Ausbruchs zu machen … aber sie drohen zu scheitern.

Bayer ist derzeit auf Basis der aktuellen, durchschnittlichen 2024er-Gewinnschätzung der Analysten mit einem Kurs/Gewinn-Verhältnis von 12 im Vergleich zu früheren Jahren geradezu „billig“, das ist ein Bewertungslevel, den man ansonsten bei Energieversorgern sieht. Aber diese niedrige Bewertung hat Gründe. Und zwar welche, die nicht gerade kurzfristiger Natur sind, denn da geht es weniger um die aktuelle, betriebliche Lage als um die ewigen Schadenersatzklagen wegen Produkten des von Bayer übernommenen US-Konzerns Monsanto.

Dass der neue Vorstandschef Anderson im Rahmen der Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen betonte, dass diese andauernden, unbegründeten Angriffe durch die „US-Prozessindustrie“, wie er sie nannte, aufhören müssen und man alle möglichen Alternativen prüfe, um das zu erreichen, wirkte auf die Trader zweifelsohne nicht beruhigend. Denn dadurch wurde dieses Damoklesschwert nur präsenter und der Druck, dem Bayer dadurch ausgesetzt ist, greifbarer.

Expertenmeinung: Und in der Tat geht es hier um eine nicht abschätzbare Milliardensumme über einen ebenso wenig abschätzbaren Zeitraum. Das torpediert in den Köpfen so mancher Anleger zweifellos jeden Fortschritt, den man seitens der aktuellen, wirtschaftlichen Lage macht. Zumal diese Schritte derzeit nicht gerade groß ausfallen, denn:

Der Umsatz ging in den ersten drei Monaten 2024 von 14,39 Milliarden im Vorjahreszeitraum auf 13,76 Milliarden zurück, die Experten hatten zuvor mit im Schnitt 14,08 Milliarden ein deutlich weniger gedrücktes Resultat erwartet. Aber immerhin, das bereinigte EBITDA, d. h. der um Sonderaspekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, fiel nur leicht, von 4,47 auf 4,41 Milliarden Euro, da hatten die Analysten mit durchschnittlich 4,15 Milliarden weniger erwartet. Das zeigt, dass die operative Marge in etwa gehalten werden konnte … und das ist allemal ein Lichtblick. Aber sie sehen es im Chart:

Bayer Aktie: Chart vom 15.05.2024, Kurs 29,325 Euro, Kürzel: BAYN | Online Broker LYNX
Bayer Aktie: Chart vom 15.05.2024, Kurs 29,325 Euro, Kürzel: BAYN | Quelle: TWS

Diejenigen, die daraufhin versuchten, die Bayer-Aktie über die Nackenlinien-Zone der seit Ende Januar laufenden Bodenbildung bei 29,35/30,22 Euro zu ziehen, waren im Verlauf des Dienstags schon durch, als Abgaben einsetzten, die aus dem zeitweiligen Plus zum Handelsende ein Minus machten. Und auch, wenn weitere Verkäufe am Mittwoch zum gestrigen Handelsende dann wettgemacht wurden: Solange diese Zone nicht auf Schlusskursbasis überboten wurde, ist der Weg nach oben eben nicht frei.

Käme es dazu, wäre ordentlich Spielraum aus charttechnischer Sicht, die nächste, markantere Hürde würde dann erst bei 36,09 Euro warten. Aber dieses Vertändeln der Ausbruchschance bei einem zugleich auf Tagesbasis nahe am überkauften Terrain liegenden Stochastik-Oszillator macht klar: Wenn da nicht umgehend klare Zeichen gesetzt werden, wird das Schadenersatzklage-Damoklesschwert wieder einmal eine Ausbruchschance niedergemacht haben.

Quellen:
Bericht zum 1. Quartal, 14.05.2024: https://www.bayer.com/media/erwartungsgemaesser-start-ins-jahr/

Man hätte meinen können, Bayer hätte ermutigende Quartalszahlen vorgelegt, denn gestern war die Aktie der stärkste Gewinner im DAX. Doch die Zahlen stehen noch aus, es ging den Käufern um etwas anderes. Etwas, das mindestens ebenso schwer wiegt wie aktuelle Zahlen.

Womöglich werden auch die Quartalsergebnisse für wachsende Volatilität sorgen, einfach, weil viele Trader da auf die kleinste Abweichung von ihren eigenen Erwartungen reagieren. Aber Wunder wird es da wohl ebenso wenig geben wie echte, böse Überraschungen. Denn der seit letztem Jahr im Amt befindliche Vorstandschef Bill Anderson hatte gerade erst vor knapp zwei Wochen betont: Bayer wird die Wende schaffen, aber es wird seine Zeit brauchen.

Das wirkt, als wäre die Aktie vorerst in der seit Februar geltenden Seitwärtsspanne gefangen, die man mit Blick auf frühere Kurslevels allemal als „Tal der Tränen“ ansehen könnte. Denn woher sollte in dieser Gemengelage kurzfristig Kursphantasie kommen?

Am Donnerstag kam sie vom ständigen Damoklesschwert, was bei Bayer über die aktuelle Geschäftslage hinaus dafür sorgt, dass die Aktie einfach den Kopf nicht mehr hochbekommt: von den Schadenersatzklagen in den USA in Bezug auf glyphosathaltige Unkraut-Vernichter und die Chemikalie PCB. Zwei Probleme, die Bayer durch die unselige Übernahme der US-Firma Monsanto quasi „geerbt“ hat. Denn nachdem zuletzt mehrfach Gerichte zu Gunsten der Kläger urteilten und dabei gewaltige Summen an Schadenersatz aufgerufen wurden, gab es diesmal eine Erfolgsmeldung:

Expertenmeinung: Ein US-Berufungsgericht kassierte ein Urteil aus dem Jahr 2021, bei dem drei Personen aufgrund eingeklagtem Schadenersatz wegen Gesundheitsschäden durch die Chemikalie PCB 185 Millionen US-Dollar zugesprochen wurden und verwies den Fall zurück an die vorherige Instanz. Heißt das, ab sofort ist das Risiko von Schadenersatzzahlungen in Milliardenhöhe – über Jahre hinaus – vom Tisch?

Das ist es nicht. Das Urteil zeigt, dass die Lage nicht so simpel ist, dass man damit rechnen müsste, dass so ziemlich jede Klage zu Gunsten der Kläger entschieden würde. Aber mehr eben auch nicht. Es könnte womöglich manchem Gericht als Grundlage im Fall von weiteren, derzeit laufenden Berufungen des Bayer-Konzerns dienen. Aber sicher ist das nicht. Und ein Erfolg bei einer PCB-Klage heißt ja nicht, dass das auch für das Glyphosat-Thema gelten müsste.

Diese Meldung kann Anlegern ebenso wie die oben genannten Aussagen von CEO Anderson deutlich machen, dass Bayer ein Riese ist, der angeschlagen, aber eben keineswegs k.o. ist. Es kann dazu führen, dass wieder vermehrt risikobereite und/oder geduldige Marktteilnehmer einsteigen. Und das wiederum kann dazu führen, dass die Aktie diese Handelsspanne zwischen 24,96 und 30,22 Euro nach oben verlässt. Aber es muss nicht.

Bayer Aktie: Chart vom 02.05.2024, Kurs 28,13 Euro, Kürzel: BAYN | Online Broker LYNX
Bayer Aktie: Chart vom 02.05.2024, Kurs 28,13 Euro, Kürzel: BAYN | Quelle: TWS

Wenn es so käme, hätte die Aktie ein tadelloses Doppeltief vollendet, dabei auch noch das markante Zwischentief vom Herbst überboten und hätte dann aus rein charttechnischer Sicht Spielraum zunächst bis an das Januar-Verlaufshoch bei 36,09 Euro als nächstes Kursziel. Da dieses Damoklesschwert der Schadenersatz-Klagen nach dieser Meldung zwar etwas weniger scharf wirkt, aber sehr wohl noch vorhanden ist, wäre man aber auf weit weniger wackligem Boden unterwegs, wenn man abwartet, ob dieses Doppeltief auch wirklich vollendet wird.

Quellen:
Meldung über Urteil eines US-Berufungsgerichts zu Gunsten von Bayer, 2.5.24: https://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/pcb-klagen-bayer-erzielt-erfolg-bei-monsanto-altlasten-aktie-reagiert-deutlich/100036428.html

Bayer lieferte am Dienstag das 2023er-Ergebnis und den Ausblick auf 2024 ab. Die Quittung war ein erneutes Jahres-Verlaufstief und damit zugleich der tiefste Stand seit 2005. Aber ein massiver Selloff der Anleger blieb aus … ist ein Worst Case-Szenario im Kurs jetzt drin?

Diese Formulierung des „Worst Case-Szenarios“ wird zwar immer wieder gerne verwendet, ist aber eigentlich Unsinn, denn dazu müsste man wissen, worüber man da dann reden würde. Wäre das ein weiteres Jahr mit gedrücktem Unternehmensgewinn? Oder mehrere? Oder womöglich gar eine Pleite und damit der tatsächlich schlimmste denkbare, wenngleich nicht realistische Fall? Da man das nicht weiß, kann man auch nie einfach unterstellen, dass die Anleger im Vorfeld bereits so massiv verkauft haben bzw. auf der Short-Seite agiert haben, dass es nur noch nach oben gehen könnte. Zumal: Gerade im Fall Bayer hat man ja in den letzten Monaten feststellen müssen: Schlimmer geht immer!

Bayer Aktie: Monatschart vom 05.03.2024, Kurs 25,96 Euro, Kürzel: BAYN | Online Broker LYNX
Bayer Aktie: Monatschart vom 05.03.2024, Kurs 25,96 Euro, Kürzel: BAYN | Quelle: TWS

Das Damoklesschwert in Form der zahllosen anhängigen Klagen auf Schadenersatz wegen Gesundheitsschäden durch den Einsatz des Monsanto-Unkrautvernichters Roundup in den USA bleibt. Auf Jahre hinaus. Das ist ein Unsicherheitsfaktor in Milliardenhöhe, was man schon daran sieht, dass Bayer 6,3 Milliarden US-Dollar an Rückstellungen hierfür gebildet hat.

Und es bleiben auch die offenen Fragen, wann sich die Nachfrage- und mit ihr die Preissituation wieder aufhellt und mit welchen Produkten Bayer dann antreten kann.

Expertenmeinung: Dass man bei Bayer willens ist, wieder durchzustarten, steht außer Zweifel, das zeigten auch die Aussagen bzw. bislang entschiedenen Maßnahmen, die in der Bilanzpressekonferenz kommuniziert wurden.

Wenngleich man von einer Aufspaltung des Konzerns in Teilbereiche vorerst absieht, was vielen Anlegern durchaus gefallen hätte, hat man doch so einiges vor. Das neue Organisationsmodell namens „Dynamic Shared Ownership“ soll Entscheidungen beschleunigen und Kosten sparen. In den nächsten zwei bis drei Jahren soll eine starke Pipeline mit neuen Produkten im Pharmabereich aufgebaut werden. Und man will alles daransetzen, die „rechtlichen Risiken“ zu verringern, sprich das oben genannte Damoklesschwert entschärfen. Was die Anleger jedoch nicht wissen ist, ob das alles auch gelingt.

Für den Moment muss man sich mit den Fakten und der unmittelbaren Zukunft begnügen. Die deutlich gesenkten 2023er-Ziele wurden letztendlich erreicht. Und für 2024 sieht Bayer einen Umsatz auf oder leicht über Vorjahresniveau sowie einen erneuten Rückgang des bereinigten Ergebnisses pro Aktie von den 6,39 Euro, die 2023 erreicht wurden (gg. 2022 -19,5 Prozent) in die Region zwischen 5,10 und 5,50 Euro. Das dürfte sich durchaus in der Region bewegen, mit der die meisten Akteure gerechnet haben. Aber was am Dienstag viele hinderte, daraus abzuleiten, dass alles Negative bereits im Kurs drin ist und die Aktie damit Luft nach oben hat, ist eben dieses ungute Gefühl eines „schlimmer geht immer“, das bei Bayer so präsent ist.

Bayer Aktie: Tageschart vom 05.03.2024, Kurs 25,96 Euro, Kürzel: BAYN | Online Broker LYNX
Bayer Aktie: Tageschart vom 05.03.2024, Kurs 25,96 Euro, Kürzel: BAYN | Quelle: TWS

Daher wäre man hier wohl gut beraten, nicht zu vertrauensvoll in das vermeintlich nicht mehr so scharfe Messer zu greifen sondern abzuwarten, ob es gelingt, mit einem Schlusskurs über der nächstgelegenen, wichtigen Widerstandszone zwischen 29,35 und 30,22 Euro auch einen Beleg dafür abzuliefern, dass die Aktie wieder imstande ist, Widerstände zu überwinden. Denn auch, wenn die Aktie am Dienstag eher „geordnet“ weiter fiel: Intakt ist der Abwärtstrend eben sehr wohl … und das auf allen Zeitebenen!

Quellen:
Bilanz-PK 2023, 05.03.2024: https://www.bayer.com/media/bayer-will-bis-2026-performance-steigern-und-strategische-flexibilitaet-zurueckgewinnen–angepasste-prognose-2023-erreicht/