Börsenblick

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Analyse:
Gold: Dreiecksformation kündigt Trendentscheidung an

Während der Aktienmarkt zumindest so tut, als gäbe es keine Risiken, die in irgendeiner Weise für das Wachstum und damit für die Unternehmensgewinne relevant sein könnten, sieht das in anderen Bereichen der Börse völlig anders aus. Die Anleihekurse sind in den USA und der Eurozone zuletzt gestiegen, weil man weitere Maßnahmen der Notenbanken zur Stützung der Konjunktur erwartet. Rohöl ist angesichts der greifbaren Belastungen durch das COVID-19-Virus deutlich gefallen. Und der Goldpreis stieg am Donnerstag als Antwort auf die Sorge, dass sich die Lage in China deutlich schlechter darstellen könnte, als das außerhalb des Landes bislang bekannt war. Das offeriert weiteres Aufwärtspotenzial, denn:

Wenn man sich überlegt, wie groß der Anteil an Anlegern am Aktienmarkt sein muss, der weiterhin nicht glaubt, einen Teil seines Kapitals in möglicherweise sicherere Alternativen umschichten zu müssen, wenn es in einem solchen Umfeld gelingt, Dow Jones, Nasdaq, DAX und MDAX auf Rekordlevels zu tragen, kann man sich vorstellen was passiert, wenn sich diese Meinung ändert. Dabei ist es weniger eine Frage, ob sich diese beispiellose Abkoppelung von der Realität, die langsam das Ausmaß der irren Phase Anfang 2000 annimmt, rächt. Es ist nur die Frage, wann das passiert. Denn natürlich kann man bei einem solchen emotional fundierten Phänomen nicht vorhersagen, was hunderttausende Marktteilnehmer morgen tun werden. Sie wissen es ja meist selbst noch nicht. So betrachtet stellt sich nur die Frage, ob die Luft aus dem Aktienmarkt entweicht, bevor die Gold-Bullen die Geduld und/oder die Nerven verlieren. Möglich wäre es, denn:

Expertenmeinung: Würde man im Lager der Gold-Bullen langsam an sich zweifeln, wäre ein Handelstag wie der Donnerstag, an dem der Aktienmarkt wieder einmal kräftige Abschläge scheinbar spielend aufholt, einer dieser Tage gewesen, an denen der Goldpreis deutlich in die Knie gehen müsste. Denn am Edelmetallmarkt könnte da leicht der Eindruck entstehen, eher käme Godot als eine neue Fluchtwelle vom Aktienmarkt, die ins Gold strömt. Aber Gold hielt seine Gewinne. Offenbar hat man momentan mehrheitlich die nötige Ruhe weg, um sich nicht von der Euphorie des Aktienmarkts anstecken zu lassen, die einen am Goldmarkt konsequenterweise auf die Short-Seite führen würde. Und so bleibt auch die Chance erhalten, mit nur ein, zwei starken Tagen ein markant bullisches Signal zu generieren.

Der Chart zeigt, dass sich das Edelmetall derzeit in einer symmetrischen Dreiecksformation bewegt. Dessen Begrenzungslinien verlaufen momentan bei 1.555 und 1.587 US-Dollar. Die Distanz zwischen den beiden Linien ist gering und schwindet zügig, so dass eine Trendentscheidung relativ zeitnah erfolgen dürfte. Denn um den Goldpreis lethargisch seitwärts aus der Formation heraus laufen zu sehen, ist das Umfeld derzeit zu nervös. Bei einem gleichschenkligen Dreieck wären die Chancen in beide Richtungen zwar normalerweise gleich groß. Aber angesichts dieser beeindruckenden Stabilität im Angesicht haussierender Aktienmärkte müssten diese wohl noch einmal an Fahrt gewinnen um zu erreichen, dass die bis heute noch eisernen Gold-Bullen das Handtuch werfen würden.

Gold Chart vom 13.02.2020, Kurs 1.575,60 US-Dollar, Kürzel XAUUSD | Online Broker LYNX

Ronald Gehrt

Ronald Gehrt

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnnist in zahlreichen Funktionen aktiv, aktuell ist er u.a. Chefanalyst des Börsendienstes Stock Selection Europe bei Finanzen100. Dabei versteht sich Gehrt als Allrounder, der in der fundamentalen, volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie im Bereich der verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse.
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