Börsenblick

Zurück April Weiter
Zurück 2020 Weiter

Analyse:
Gold: Chaos-Kurse? Was seltsam scheint, ist so seltsam nicht

Wie extrem emotional die Investoren unter dem Eindruck der Virus-Pandemie derzeit agieren, spiegelt sich im Kursverlauf des Goldpreises noch deutlicher wider als am Aktienmarkt. Gold war in den vergangenen Wochen „all over the map“, charttechnische Ankerpunkte wie gleitende Durchschnitte, Unterstützungen, Widerstände oder Trendlinien wurden einfach überrannt, als wären sie nicht vorhanden. Aber dieses chaotische Chartbild hat bei genauem Hinsehen mehr Aussagekraft, als man denken könnte.

Wenn man die größeren Impulse bei Gold ab der zweiten Monatshälfte mit denen der großen Aktienindizes vergleicht, beginnt dieses Chaos eine Geschichte zu erzählen. In der ersten Phase bis zum 9. März war Gold als „sicherer Hafen“ gesucht. Am Aktienmarkt nahm die Nervosität zu, viele Investoren erhöhten daher ihre Positionen bei Gold. Dann aber kam es am Aktienmarkt zur Eskalation. Die großen Indizes begannen, immer schneller zu fallen. Damit war ein Punkt erreicht, an dem große Adressen in den „Panik-Modus“ umschalteten. Und in solchen Situationen wird in allen Assetklassen querbeet verkauft … und das so schnell und so viel wie möglich. „Cash Rising“ ist da das einzige Ziel: Das Anheben der Barreserven, um einer nicht mehr kontrollierbaren Situation weniger ausgesetzt zu sein. Das führte dazu, dass Gold ausgerechnet in einer Phase senkrecht wegbrach, in der viele darauf gewettet hätten, dass es durch die Decke gehen würde. Seither wird es, scheinbar, noch seltsamer, denn:

Expertenmeinung: Auf einmal läuft der Goldpreis parallel zum Aktienmarkt! Der Selloff beim Edelmetall stoppte in dem Moment Mitte März, als auch die großen Indizes in Europa und kurz darauf in den USA ihre bisherigen Tiefs markierten. Dann kam es zu einer gleich langen Bodenbildung, die am 23. und 24. März in eine markante Rallye überging. Zur selben Zeit also, als auch die Aktienindizes immense Kursgewinne verzeichneten. Wie kann das sein? Müssten Aktien und Gold in einer solchen Phase nicht entgegengesetzt laufen? Mittelfristig eher ja. Für den Moment ist es indes so, dass die großen Adressen jetzt, nachdem man die Barreserven erhöht hat, neu disponieren, wo sie gezielt wieder investieren. Diese Entscheidung fiel bei vielen wohl nahezu gleichzeitig, denn auch das „Cash Rising“ war, wie eine Kettenreaktion, bei vielen großen Akteuren zeitgleich begonnen und beendet worden. Die einen setzten auf Gold und Anleihen, andere entschieden, wieder am Aktienmarkt einzusteigen.

Wer sich durchsetzen wird, ist damit für den Moment noch offen. Aber gerade mit dem Start in ein neues Quartal werden viele Tendenzen entschieden, lange müsste man also wohl nicht mehr warten, bis die Würfel fallen … pro oder kontra Gold. Dabei wird jetzt, nachdem die erste panische, emotionale Welle vorüber ist, auch die Charttechnik wieder ihre gewohnte Rolle einnehmen. Sollte die derzeit bei 1.512 US-Dollar verlaufende 200-Tage-Linie fallen, wäre das Risiko, dass die Auffangzone 1.440/1.450 US-Dollar in einem zweiten Test durchschlagen wird, hoch. Würde es aber gelingen, den Kurs auf Schlusskursbasis über das letzte Hoch bei 1.644 US-Dollar zu heben, wäre ein markant bullisches Signal gelungen, das dem Gold seinen Nimbus als „sicherer Hafen“ zurückgeben würde. Dann wäre das bisherige Jahreshoch vom 9. März bei 1.703 US-Dollar keine Hürde, die allzu lange Widerstand leisten müsste.

Gold: Chart vom 01.04.2020, Kurs 1.590,00 US-Dollar, Kürzel XAUUSD | LYNX Online Broker

Handeln Sie über den Online Broker LYNX:
Ein Depot, viele Vorteile
  • stabile und zuverlässige Handelsplattform
  • kompetenter Service durch Experten
  • günstige und transparente Gebühren
  • umfangreiches Wissensportal
Mehrfach ausgezeichnet
Handelsblatt Auszeichnung: Bester Online-Broker
Broker-Wahl: Top Futures-Broker
Contact icon KOSTENFREI ANRUFEN
0800 5969 000
Contact icon SCHREIBEN SIE UNS
SERVICE@LYNXBROKER.DE
Contact icon FREUNDSCHAFTSWERBUNG
KUNDEN EMPFEHLEN LYNX
Contact icon HÄUFIG GESTELLTE
FRAGEN