Skip to main content
DAX
SX5E
SPX
NDX
EUR.USD
MDAX
TDX
INDU
Bitte wählen Sie:

XAUUSD Prognose Gold: Bullischer Monatsultimo – die Tür nach oben steht weiter offen

News: Aktuelle Gold Analyse des London Gold Spot

von | |

Nachricht schicken an Ronald Gehrt
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Vorherige Analysen des London Gold Spot

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 30.01.2026 um 0:40 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Dass dynamische Aufwärtstrends mit größeren Schwankungen einhergehen, ist normal. Aber einen Handelstag wie den gestrigen hat es beim Goldpreis im Rahmen dieser Hausse noch nicht einmal ansatzweise gegeben. Und er sollte als Warnung verstanden werden.

Pünktlich zu Beginn des regulären US-Aktienhandels um 15:30 Uhr kamen dort kräftige Verkäufe auf, die sich zuvor im Futures-Handel nicht angedeutet hatten. Genau eine halbe Stunde später begannen massive Verkäufe bei Gold, aber auch bei den anderen Edelmetallen. Der einzige, denkbare und zeitlich passende Auslöser könnte der US-Präsident gewesen sein, der zum einen durchblicken ließ, dass es wieder einmal eng werden dürfte, den nächsten „Shutdown“ der US-Behörden, der in der Nacht zum Samstag ausgelöst würde, zu verhindern. Und der zum anderen andeutete, dass ein militärisches Vorgehen gegen den Iran zumindest nicht auszuschließen sei.

Aber auch, wenn man angesichts solcher Meldungen am Aktienmarkt nervös werden könnte: Wieso bei den Edelmetallen, wieso bei Gold, das viele doch grundsätzlich als eine Art „sicheren Hafen“ ansehen wollen?

Expertenmeinung: Da stünde in der Tat zumindest keine zwingende Logik dahinter. Zumal die Reaktion auch angesichts von Nachrichten, die grundsätzlich problematisch sind, viel zu heftig ausfiel. Da hat Gold in den vergangenen Monaten noch ganz andere Meldungen weggesteckt, ohne eine derartig extreme Handelsspanne und vor allem ein solches Tempo bei der Abwärtsbewegung zu zeigen.

Sie sehen im Chart auf 15-Minuten-Basis nur die Kursbewegungen von Mittwoch und Donnerstag. Wir sehen da, dass der Goldpreis innerhalb von einer halben Stunde um 400 US-Dollar einbrach. Ein Teil dieses Kurseinbruchs wurde zwar im weiteren Tagesverlauf wieder aufgeholt.

Goldpreis: 15-Minuten-Chart vom 29.01.2026, Kurs 5.376,74 US-Dollar, Kürzel: XAUUSD | Online Broker LYNX
Goldpreis: 15-Minuten-Chart vom 29.01.2026, Kurs 5.376,74 US-Dollar, Kürzel: XAUUSD | Quelle: TWS

Aber was im Tageschart bleibt, ist ein „Long Legged Doji“ mit zwei extrem langen Dochten und einer Tagesspanne von 512 US-Dollar. Wenn jemand nach einem Beispiel für einen Hexenkessel suchen würde: Dieser Chart wäre dafür ideal.

Goldpreis: Tageschart vom 29.01.2026, Kurs 5.376,74 US-Dollar, Kürzel: XAUUSD | Online Broker LYNX
Goldpreis: Tageschart vom 29.01.2026, Kurs 5.376,74 US-Dollar, Kürzel: XAUUSD | Quelle: TWS

Ein solcher „Long Legged Doji“ kann nach einem vorangegangenen, starken Trendimpuls eine Trendwende einleiten. Das muss nicht so kommen, aber wenn man sich ansieht, dass Gold am Donnerstag mit 5.608 US-Dollar einen Verlaufsrekord markiert, dann in der Spitze um über neun Prozent zurückfällt und das dabei ausgebildete Tagestief gerade mal in der Spanne des Dienstags landet, wird klar:

Diese Hausse hat das normale Maß längst verloren. Und das bedeutet: Immer mehr kurzfristige Trader sind hier unterwegs … und das tun sie, erfahrungsgemäß mit Blick auf ähnliche Situationen bei anderen Assets in der Vergangenheit, immer riskanter. Das kann viel dazu beigetragen haben, dass dieser „Mini-Crash“ derart schnell und heftig ablief, denn:

Wer mit hohem Kapitaleinsatz und hohem Hebel agiert, hat eine geringe Risikotoleranz. Nicht dünner Nerven wegen, sondern weil die Margins (zu hinterlegende Sicherheitsleistungen) in z.B. Futures bei starken Kursbewegungen schnell aufgezehrt sind. Wer zu viel riskiert, hat aber zu wenig Barreserve, um Nachforderungen der Broker wegen einer unter das Limit gefallenen Margin sofort zu befriedigen. Die Folge: Man muss verzugslos die Position reduzieren … oder der Broker verkauft die Position, um nicht selbst ins Risiko zu geraten. Passiert das zu vielen gleichzeitig, kann so etwas herauskommen, wie wir es gestern gesehen haben.

Dass eine aus dem Ruder gelaufene Risikobereitschaft bei zu vielen Marktteilnehmern entscheidend für diesen extremen Handelstag gewesen sein könnte, ist denkbar genug, um hier, wenn, dann mit allergrößter Vorsicht zu agieren. Zumal der Umstand, dass die Käufe sofort nach dem Kursabsturz wieder losgingen, den Eindruck erweckt, dass dieser Tag noch nicht ausgereicht hat, um der Spekulation das Mütchen zu kühlen.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 21.01.2026 um 23:16 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Mit 4.820 US-Dollar erzielte Gold am Mittwoch einen erneuten Schlussrekord. Es scheint, als könnten die Bullen die Füße hochlegen und gelassen darauf warten, dass die 5.000-US-Dollar-Marke erreicht wird. Aber der Tag war brisanter, als es auf den ersten Blick wirken könnte.

Am frühen Mittwochmorgen hatte der Goldpreis knapp 4.900 US-Dollar erreicht und lag damit gut 2,6 Prozent im Plus. Das immense Momentum der laufenden Hausse, die nahe, lockende 5.000er-Marke und die Sorge vor einer Eskalation in Bezug auf Grönland und/oder den Iran im Zuge von Donald Trumps Besuch beim Weltwirtschaftsforum in Davos waren da die wohl entscheidenden, treibenden Kräfte. Doch am Ende des Tages betrug das Plus gegenüber dem Vortag nur noch 1,2 Prozent.

Immerhin, könnte man sagen, wenn man bedenkt, dass der US-Präsident eine militärische Variante zur Erlangung Grönlands ausschloss, später von einer Rahmenvereinbarung mit den NATO-Partnern zu diesem Thema sprach und dann auch noch die am Wochenende angedrohten, zusätzlichen Einfuhrzölle für mehrere europäische Länder zurücknahm. Da hätte Gold ja auch leicht im Minus landen können. So aber blieb ein Zugewinn, der suggeriert, dass das bullische Lager weiterhin fest im Sattel sitzt. Aber das Wort „suggeriert“ könnte da wichtig werden, denn:

Expertenmeinung. Der Blick auf den Intraday-Chart, der Gold ab Montagnacht im Zeitraster von 15 Minuten pro Kerze abbildet, zeigt, dass infolge der Rücknahme der angekündigten, zusätzlichen Strafzölle der Goldpreis am Abend um bis zu 100 US-Dollar binnen einer halben Stunde einbrach. Wir sehen zwar auch, dass es gelang, diese Abschläge großenteils wieder wettzumachen. Aber warum wurde da so engagiert zurückgekauft?

Goldpreis: Intradaychart vom 21.01.2026, Kurs 4.820,52 US-Dollar, Kürzel: XAUUSD | Online Broker LYNX
Goldpreis: Intradaychart vom 21.01.2026, Kurs 4.820,52 US-Dollar, Kürzel: XAUUSD | Quelle: TWS

Gold schloss am Dienstagabend bei 4.763 US-Dollar. Am gestrigen Tagestief, gut eine Stunde vor US-Handelsende, erreichte der Kurs 4.756 US-Dollar, bevor er rasant wieder zulegte. Angenommen, diese Käufe vor dem Handelsende in den USA wären ausgeblieben, hätte das bedeutet, dass Gold im Chart auf Tagesbasis einen „Gravestone Doji“ ausgebildet hätte.

Eine Doji-Tageskerze also, die mit einem langen unteren Docht und einem Schlusskurs im Bereich der Eröffnung insbesondere nach einer Rallye wie dieser ein massives Warnsignal bedeutet hätte. Denn ein solcher Doji zeigt plakativ, dass am Hoch so starker Abgabedruck aufkam, dass am Ende der gesamte Gewinn dahin ist, und dies wiederum andeutet, dass den Bullen die Puste ausgegangen ist.

Das wurde durch diese Käufe zum Handelsende zwar verhindert. Aber alle Marktteilnehmer können den Intraday-Verlauf des Edelmetalls sehen und erkennen, dass diese Käufe zum Handelsende tendenziell „Rettungskäufe“ der Bullen waren, um einen solchen, kritischen „Gravestone Doji“ zu verhindern.

Goldpreis: Tageschart vom 21.01.2026, Kurs 4.820,52 US-Dollar, Kürzel: XAUUSD | Online Broker LYNX
Goldpreis: Tageschart vom 21.01.2026, Kurs 4.820,52 US-Dollar, Kürzel: XAUUSD | Quelle: TWS

Und die Käuferseite hat eben auch das Problem, dass mit der Rücknahme der militärischen Drohung und den avisierten „Grönland-Strafzöllen“ ein Argument, in diesen angeblich „sicheren Hafen“ Gold zu flüchten, an Substanz verloren hat. Ob Donald Trump jetzt für längere Zeit auf einen versöhnlichen Kurs einschwenkt, darf man sicherlich bezweifeln. Aber nach einem solchen Kursanstieg wäre ein „Da kommt sicher bald etwas Neues“ womöglich zu wenig, um eine Korrektur zu verhindern. Die nicht kommen muss und, wenn sie kommt, das bullische Setup nicht ruinieren müsste, aber:

Solange man den Eindruck haben kann, dass diese Hausse argumentativ eher auf Treibsand ruht, wäre eine konsequente Absicherung nach unten unbedingt zu überlegen. Die heute um 4.480 US-Dollar notierende und zur Jahreswende als Support bestätigte August-Aufwärtstrendlinie wäre dahingehend für Stoppkurse eine gute Orientierung.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 18.12.2025 um 22:19 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Bei 4.381,30 US-Dollar erzielte der Goldpreis am 20.10. seinen bisherigen Verlaufsrekord. An dieser aktuell einzigen charttechnischen Hürde war der Kurs am Donnerstag dran, kam aber nicht vorbei. Doch noch könnten die Käufer nachsetzen. Kann das gelingen?

Das könnte es ohne Weiteres, denn es gibt keine Fundamentaldaten, die Gold an irgendeinem Punkt als „überbewertet“ einordnen würden. In dieser Hinsicht sind Gold ebenso wie Silber „Börse pur“: Die Kurse werden ausschließlich durch Angebot und Nachfrage gebildet, die reale Nachfrage nach Gold als Industrie- und Schmuck-Rohstoff bzw. als Anlagegut in Barren oder Münzen kann dabei eine Rolle spielen, tut es aber, vor allem in Phasen wie derzeit, oft nicht. Was bedeutet:

Gelingt es, Verkaufsorders, die auf Höhe des bisherigen Rekords vom Oktober oder knapp darüber im Markt liegen, abzuarbeiten, kann der Goldpreis einfach weiter zulegen, so lange, bis es zu einem deutlicheren Ungleichgewicht zwischen Kauf- und Verkaufsvolumen kommt. Dann stünde erneut eine Korrektur an. Ob die dann vergleichbar läuft wie diese eher gelassen abgewickelte und nie wirklich an Dynamik gewinnende Korrektur im Vorfeld dieses neuen Anlaufs in Richtung neuer Rekorde oder ob ein schneller, weitreichender Selloff anstünde, kann niemand seriös abschätzen.

Bei hoch volatilen Kursverläufen steigt der Anteil sehr kurzfristiger Trader. Die einen handeln dabei hoch diszipliniert und entlang chart- und markttechnischer Signale, andere wiederum komplett aus dem Bauch heraus, „nach Gefühl“. Eine Mixtur, die, wenn sie einen hohen Anteil am Gesamt-Handelsvolumen hat, die Risiken erhöht … aber auch die Chancen. Vorausgesetzt, man gehört zur ersten, zur diszipliniert agierenden Gruppe.

Expertenmeinung: Und dafür wäre der erste Schritt, sich beim Trading eines Assets wie Gold, bei dem es weder ein „zu billig“ oder „zu teuer“ noch den Kurs zwingend in eine Richtung bewegende Fundamentaldaten gibt, konsequent einer „Marktmeinung“ zu enthalten. Man sollte einfach emotionslos dem Chartbild folgen und nie ohne regelmäßig hinterfragte und ggf. angepasste Stoppkurse agieren … wobei sich bei einer hohen Volatilität wie dieser Stop Loss-Verkaufsorders als „Automatik-Fallschirme“ anbieten würden.

Geht man so vor, wird klar: Die derzeit besseren Karten hätten die Bullen. Die Korrektur nach dem Rekordhoch war schnell und weitreichend, wurde aber zeitnah aufgefangen. Seither steigt der Kurs fast gemächlich, was andeutet, dass die Spekulanten hier noch keineswegs außer Rand und Band sind. Dabei fällt auf, dass die 20-Tage-Linie wieder die Rolle als Leitstrahl zurückbekommen hat, sie bildet zusammen mit der kurzfristigen Aufwärtstrendlinie im Bereich von 4.220 US-Dollar einen Kreuzsupport. Der muss halten, soll die Chance, sich nach oben abzusetzen, bestehen bleiben.

Goldpreis: Chart vom 18.12.2025, Kurs 4.335,52 US-Dollar, Kürzel: XAUUSD | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Goldpreis: Chart vom 18.12.2025, Kurs 4.335,52 US-Dollar, Kürzel: XAUUSD | Quelle: TWS

Doch man sieht auch, dass durchaus Gegenwehr zu existieren scheint: Der Goldpreis lief zuletzt nach jedem starken Tag mehrere Tage lang seitwärts, so auch jetzt. Aber diesmal ist man eben unmittelbar dran an der „letzten Hürde“, gestern erreichte der Kurs im Tageshoch 4.374,78 US-Dollar, da fehlten also nur noch etwa 0,2 Prozent zur Bestmarke. Also:

Ja, das könnten die Bullen schaffen. Aber ein „Muss“ kann es da nie geben, daher wäre es zu überlegen, erst bei einem faktischen Ausbruch nach oben zuzukaufen oder neue Long-Trades zu erwägen. Wobei man auf stabilerem Boden stünde, wenn man erst kurz vor Handelsende aktiv wird, um die Gefahr zu reduzieren, in eine Bullenfalle zu geraten. Und man hätte dann auch die Möglichkeit, engere Stop Loss zu setzen, je nach Aggressivität der Position 20, 30 US-Dollar unter dem alten Hoch oder ein Stück unter der vorgenannten, sukzessiv nachlaufenden Kreuzunterstützung aus Aufwärtstrendlinie und 20-Tage-Linie.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 30.10.2025 um 22:26 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Es war weniger die Rückkehr von Risiken als die enttäuschte Erwartung von deren Wegfall nach dem Treffen Xi/Trump, die Gold am Donnerstag wieder ins Rampenlicht der Märkte brachte. Aber ist das jetzt die Geburtsstunde eines neuen, großen Hausse-Schubs?

Es kam, wie viele es wohl auch befürchtet hatten: Nach dem persönlichen Gespräch der „Bosse“ verkündete Donald Trump den „Deal“, Xi Jinping hingegen sprach von einem Konsens zur Lösung wichtiger Handels- und Wirtschaftsfragen. Zwar erklärte der US-Präsident, der Zoll für Einfuhren aus China werde jetzt um zehn Prozentpunkte gesenkt. Aber selbst der im Zuge der Verhandlungen (die keineswegs abgeschlossen sind) geltende, „ermäßigte“ Einfuhr-Zollsatz für chinesische Waren lag bei 57 Prozent. Jetzt sind es dann eben 47 Prozent: Das ist alles andere als ein entscheidender Schritt.

Der Weg ist noch lang, das wurde den Investoren am frühen Donnerstagmorgen klar. Und wohin er führt, weiß man nicht. Kurz:
Die Unsicherheit bleibt. Und das ist ein guter Nährboden für Gold und die anderen Edelmetalle, die daraufhin auch prompt Boden gutmachten.

Die Frage ist, was das hinsichtlich der Chancen auf der Oberseite bedeutet. War das gestrige, solide Plus des Goldpreises bereits der Start einer neuen Rallye, die das bisherige Rekordhoch zu überwinden vermag?

Goldpreis: Tageschart vom 30.10.2025, Kurs 4.023,53 US-Dollar, Kürzel: XAUUSD | Online Broker LYNX
Goldpreis: Tageschart vom 30.10.2025, Kurs 4.023,53 US-Dollar, Kürzel: XAUUSD | Quelle: TWS

Expertenmeinung: Das könnte es natürlich sein, aber das, was der Kurs da zeigte, war noch deutlich zu wenig, um dahingehend den Daumen zu heben.

Zwar generierte der Kurs einen nicht ganz formvollendeten „Morning Star“ durch die rote Tageskerze des Dienstags, den Inverted-Umbrella-Doji vom Mittwoch und die grüne Kerze des Donnerstags. Nicht formvollendet, weil der Doji in der Mitte idealerweise ein „echter“ Doji mit etwa gleich langen Dochten sein sollte und die Tagesspanne des Doji-Tages außerhalb der des Vortages und des Tages danach liegen sollte, um einen perfekten Morning Star zu bilden, aber davon abgesehen:
Erstens bedarf ein Morning Star einer Bestätigung, sprich, es müsste idealerweise gleich heute eine weitere grüne Kerze mit entsprechenden Kursgewinnen zum Vortag folgen, um die Formation zu bestätigen.

Zweitens sollte zumindest der nächstliegende Widerstand, hier die bei derzeit 4.081 US-Dollar verlaufende 20-Tage-Linie, bezwungen sein, um zu zeigen, dass das bärische Lager dort nicht effektiv dagegenhält. Denn dass die Bären eine reine Gegenreaktion in Ruhe laufen lassen, ist normal. Erst wenn die Käufer da durchkommen, wo die Short-Seller üblicherweise ihre Verteidigung aufbauen, hätte man eine taugliche Chance, dass auf der Oberseite mehr drin ist.

Zudem sollte man sich auch den Chart auf Monatsbasis ansehen, bevor man die Korrektur bereits nach nur einem starken Tag für beendet erklärt. Denn der zeigt eine grüne Kerze mit langem, oberem Docht, sprich einen Monat mit Kursgewinnen, die zum Ende hin deutlich zusammengestaucht wurden. Und das bei einer weiterhin dramatisch heiß gelaufenen Markttechnik, wie der im Monatschart unten mit eingeblendete RSI-Indikator zeigt.

Goldpreis: Monatschart vom 30.10.2025, Kurs 4.023,53 US-Dollar, Kürzel: XAUUSD | Online Broker LYNX
Goldpreis: Monatschart vom 30.10.2025, Kurs 4.023,53 US-Dollar, Kürzel: XAUUSD | Quelle: TWS

Ja, das gestrige Plus könnte der Start eines neuen Aufwärtsimpulses bei Gold gewesen sein. Aber das „könnte“ muss man so lange dick rot unterstreichen, bis man dafür durch weitere Kursgewinne erste Belege bekommt. Bis dahin kann die Korrektur jederzeit weitergehen … und sich ggf. sogar bis an den Supportbereich um 3.439/3.500 US-Dollar ausdehnen.

Die kommenden Tage werden es zeigen.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Ein Minus von 5,6 Prozent, aus scheinbar heiterem Himmel: Das hat gesessen. Und lässt manche womöglich fürchten, dass das der Anfang vom Ende der Gold-Hausse sein könnte. Das könnte sein. Aber es ist unwahrscheinlich genug, um erst einmal den Ball flach zu halten.

Ich denke, am besten ließe sich die Sache beleuchten, wenn man denjenigen, die jetzt erschrocken eine unruhige Nacht hinter sich haben, einige Fragen stellt. Zum Beispiel die, ob man denn gedacht habe, dass bekanntlich nichts an der Börse immer nur steigt, Gold auf einmal aber eine Ausnahme ist? Ob man denn ernsthaft geglaubt habe, dass auf drastische Kursanstiege kleine, niedliche Rücksetzer folgen? Ob die Zunahme des Rallye-Tempos nicht ein Signal dafür war, dass immer mehr hochspekulativ agierende Spieler in den Markt gekommen sind, sodass man damit rechnen muss, dass die Volatilität in beide Richtungen zunimmt?

Eben. Ein Minus von 5,6 Prozent ist viel, keine Frage. Aber es ist in Relation zu der irrwitzigen Hausse der Wochen zuvor eben nicht der große Crash. Wir sehen im Chart, wo der Goldpreis nach diesem schwachen Dienstag gelandet ist: auf dem Schlusskurslevel vom Montag, den 13. Oktober.

Goldpreis: Tageschart vom 21.10.2025, Kurs 4.112,50 US-Dollar, Kürzel: XAUUSD | Online Broker LYNX
Goldpreis: Tageschart vom 21.10.2025, Kurs 4.112,50 US-Dollar, Kürzel: XAUUSD | Quelle: TWS

Die Bullen wurden damit also nur um sechs Handelstage zurückgeworfen, bei einer Rallye, die seit Ende August läuft. Da ist keine Alarmstufe rot, nicht einmal hellrot, bestenfalls dunkelgelb. Kurz: Wer jetzt in die Jammerharfe greift, hat das Maß verloren. Aber Vorsicht vor Rückschlüssen wie „Ist also eigentlich nichts passiert, also sind das Kaufkurse“!

Expertenmeinung: Das könnten sie sein. Aber das ist unsicher genug, um nicht einfach blind einzusteigen, froh, noch billig in den Zug mit nächstem Halt 5.000 hineingekommen zu sein. Denn noch fährt er ja rückwärts, dieser Zug. Und dass diese -5,6 Prozent vom Dienstag nicht dramatisch sind, heißt nicht, dass die Sache nicht eventuell dramatisch werden könnte!

Denn dieser Anstieg spekulativer Positionen birgt Risiken, die nach einer derartigen Rallye nicht so leicht einzugrenzen sind. Hohe Expositionen in den Futures geraten bei größeren Abschlägen leicht in Not. Die Sicherheitsleistungen sind da schnell aufgezehrt. Und wenn große Spieler nicht in der Lage sind, diese „Margins“ umgehend aufzufüllen, werden die Long-Positionen umgehend geschlossen und erzeugen noch mehr Druck. Das ist nun einmal das übliche Risiko einer spekulativ auf die Spitze getriebenen Fahnenstange, wie wir sie hier sehen.

Ob eine solche Lawine gerade erst entsteht oder es mit der Eisdusche des Dienstags bereits getan ist, wird davon abhängen, ob sich heute bzw. in den kommenden Tagen genug Anleger sagen, dass das die Chance wäre, um einzusteigen und den Abstieg dadurch aufzufangen. Fällt es nicht zügig weiter, könnte die Sache schon über die Bühne sein. Nur sollte man bedenken, dass alle die Charts lesen können …

… und dabei sehen, dass noch nicht einmal der kurzfristige Leitstrahl der Rallye erreicht ist, die am Dienstag bei 4.003 US-Dollar angekommene 20-Tage-Linie. Der zuvor so lange überkaufte RSI-Indikator ist gerade erst aus der Überhitzungszone heraus, bis zum überverkauften Level wäre es noch ein weiter Weg. Und der Chart auf Wochenbasis zeigt: Mittelfristigen Support gibt es erst um 3.500 US-Dollar.

Goldpreis: Wochenchart vom 21.10.2025, Kurs 4.112,50 US-Dollar, Kürzel: XAUUSD | Online Broker LYNX
Goldpreis: Wochenchart vom 21.10.2025, Kurs 4.112,50 US-Dollar, Kürzel: XAUUSD | Quelle: TWS

Fazit: Alarmstufe rot gilt nur für Trader, die glaubten, hier zu viel riskieren zu können. Für alle anderen gäbe es noch keinerlei Grund zur Panik, eine Korrektur selbst bis 3.500 US-Dollar wäre eben nach einem solchen Hausse-Schub nur „normal“. Und grundsätzlich bleibt ja, dass die Gründe, die die Anleger dazu gebracht haben, bei den Edelmetallen zuzugreifen, alle noch da sind. Der Kurs wackelt, die Argumente, die für Gold sprechen, tun es nicht.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.