Börsenblick

Zurück Januar Weiter
Zurück 2020 Weiter

Indexanalyse:
Nasdaq 100: Heiß gelaufen? Ja. Aber auch „zu“ heiß gelaufen?

Aktuelle Analyse des NASDAQ 100 Index

Man konnte es sich denken: Die Bullen dominieren das Geschehen an der Wall Street seit Wochen und Monaten derart deutlich, dass es äußerst überraschend gewesen wäre, hätte der Nasdaq 100 zur Abrechnung der Index-Optionen mit Januar-Laufzeit am vergangenen Freitag nicht auf neuen Rekordlevels geschlossen. Bislang scheint es, als würde kaum jemand je nach unten sehen. Was hilft, um Schwindelgefühle zu unterdrücken, die eigentlich angesichts der Hausse, die seit Weihnachten 2018 ungebrochen läuft, zu erwarten wären. Doch es ist erfahrungsgemäß eine schlechte Idee, die Tendenz der Vergangenheit blind in die Zukunft zu verlängern. Eine ewige Hausse, die nicht einmal Korrekturen sieht, hat es noch nie gegeben. Das haben viele schon oft gedacht. Die Korrektur kam jedes Mal trotzdem, das wird auch diesmal nicht anders sein. Die Frage ist nur: wann?

„Jetzt“ wäre eine Antwort, die momentan zumindest eine höhere Chance hat, richtig zu liegen, als in den vergangenen ein, zwei Monaten. Die Argumente finden sich dabei in beiden Hauptbereichen: in der Chart- und Markttechnik einerseits und in den Rahmenbedingungen andererseits. Beginnen wir mit der Chart- und Markttechnik:

Sie sehen im Chart, dass der Nasdaq 100 auf Wochen- ebenso wie auf Tagesbasis einen Relative Stärke-Indikator (RSI) in der Überhitzungszone (über 70) ausweist. Das allein ist nur ein Warn-, nicht aber ein unmittelbares Verkaufssignal. Solange die Dynamik eines Trends erhalten bleibt, kann sich ein Kurs wochenlang in der Überhitzungszone des RSI aufhalten, Was ja auch auf Tagesbasis der Fall ist. Aber auf Wochenbasis hat der Nasdaq 100 im RSI jetzt fast den höchsten Stand seit Trumps Wahlsieg im November 2016 erreicht. In den beiden zwei Fällen, in denen das zuvor passierte, stoppte die Hausse, starke Schwankungen tauchten auf. Diesmal auch?

Chart auf Wochenbasis vom 17.01.2020, Kurs 9.173,73 Punkte, Kürzel NDX | Online Broker LYNX Aktienempfehlungen

Gut möglich. Dass der Index seinen steilen Oktober-Aufwärtstrendkanal zum Wochenschluss überboten hat, dürfte der Sogwirkung des oben erwähnten Abrechnungstermins an der Terminbörse geschuldet sein. Das kann zwar dazu führen, dass heute (gestern blieben die US-Börsen feiertagsbedingt geschlossen) weiter gekauft wird. Nur stellt sich die Frage, was dafür über reine Momentums-Käufe, bei denen rein technisch orientierte Trader stur entlang des kurzfristigen Trends agieren, als Argument herhalten könnte. Denn wer da sucht, wird wenig finden, es sei denn …

… man unterstellt, dass die in dieser Woche anrollenden Quartalsbilanzen der großen Hightech-Blue Chips durch die Bank stark genug ausfallen, um diese ohnehin großenteils auf Rekordlevels gelaufenen Aktien noch höher zu tragen. Aber das würde wirklich grandiose Bilanzen nebst nicht minder grandiosen Ausblicken auf das laufende Quartal erfordern, denn in diesen so heiß gelaufenen Kursen sind schon reichlich Vorschusslorbeeren enthalten. Und ansonsten wird es eng mit den bullischen Argumenten. Auf den Phase I-Deal hat man nunmehr reagiert und weiß, dass dieser „Waffenstillstand“ mit China voraussichtlich erst einmal alles ist, was bis nach der Wahl im November zu diesem Thema passieren wird. Die Konjunkturdaten sind weiterhin sehr gemischt und indizieren ein US-Wachstum unterhalb des normalen Potenzials (das bei 2,5 bis 3,0 Prozent liegt). Einzig die vage Hoffnung, Trump könnte versuchen, das Feuer der Märkte und die Zustimmung der Wähler aufrecht zu erhalten, indem er eine weitere Steuersenkung durchdrückt, könnte unmittelbar als Argument dienen.

Fazit: Der Index ist chart- und markttechnisch heiß gelaufen, bislang „ziehende“ Aspekte wie der Terminmarkt-Abrechnungstermin oder der Handelskrieg sind vorerst vom Tisch. Jetzt wäre damit ein Moment erreicht, an dem eine größere Korrektur wahrscheinlicher wird. Aber sie ist nicht „sicher“! Wer sich innerhalb des Oktober-Aufwärtstrendkanals an Short-Trades wagen würde, würde in der Tat ein Wagnis eingehen. Erst, wenn dieser Trendkanal mit Schlusskursen unter 8.700 Punkten brechen würde, wäre der Weg aus charttechnischer Sicht an die untere Begrenzung des Juni-Aufwärtstrendkanals bei aktuell 8.700 Punkten grundsätzlich frei und ein Short-Trade mit einem tauglichen Chance/Risiko-Verhältnis versehen.

Chart auf Tagesbasis vom 17.01.2020, Kurs 9.173,73 Punkte, Kürzel NDX | Online Broker LYNX Aktienempfehlungen

Wir beobachten für Sie regelmäßig die interessantesten Aktien am Markt. Die Besten stellen wir Ihnen jeden Morgen kostenfrei im LYNX Börsenblick vor.
Aktuell ermöglichen wir so über 25.000 Lesern täglich einen schnellen Überblick über die spannendsten Aktien.
Machen Sie sich selbst ein Bild und abonnieren Sie unseren täglichen Newsletter Börsenblick, um keine Aktienempfehlungen zu verpassen.

Handeln Sie über den Online Broker LYNX:
Ein Depot, viele Vorteile
  • stabile und zuverlässige Handelsplattform
  • kompetenter Service durch Experten
  • günstige und transparente Gebühren
  • umfangreiches Wissensportal
Mehrfach ausgezeichnet
Handelsblatt Auszeichnung: Bester Online-Broker
Broker-Wahl: Top Futures-Broker
Contact icon KOSTENFREI ANRUFEN
0800 5969 000
Contact icon SCHREIBEN SIE UNS
SERVICE@LYNXBROKER.DE
Contact icon FREUNDSCHAFTSWERBUNG
KUNDEN EMPFEHLEN LYNX
Contact icon HÄUFIG GESTELLTE
FRAGEN