Börsenblick

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Analyse:
Euro/US-Dollar: Kann man diesem Abwärtsimpuls trauen?

Welcher Währungsraum wird die Leitzinsen radikaler senken? Welcher Währungsraum wird den stärksten wirtschaftlichen Niedergang erleben und daher ausländisches Kapital abschrecken bzw. eine Abwanderung ausländischer Investoren sehen? Wer da „gewinnt“, hätte auch die entsprechend schwächere Währung.

Im ersten Moment ein Beleg wirtschaftlicher Schwäche, aber eine schwache Währung wäre eben auch eine ideale Basis, um wirtschaftlich wieder durchzustarten, weil ein schwaches Pfund, ein schwacher US-Dollar, Euro, Yen oder Yuan die Exportwirtschaft spürbar unterstützt.

Was den Handelskrieg USA/China angeht, setzen die Trader am Devisenmarkt weiterhin klar auf China als Verlierer des Konflikts und drücken die Währung. Wohl wissend, dass die chinesische Regierung ganz und gar nichts gegen einen schwachen Yuan hat. Aber wie sieht es zwischen dem US-Dollar und dem Euro aus?

Derzeit ist es der Euro, der gegenüber dem US-Dollar sukzessiv an Boden verliert. Am Montag erreichte das Währungspaar mit 1,0958 US-Dollar pro Euro ein neues Jahre-Verlaufstief. Aber hat man in Washington nicht klar durchblicken lassen, dass die „anderen“ ihre Währung gezielt abwerten, um dadurch Exportvorteile zu erlangen und man damit Schluss machen werde? In der Tat, aber:

Diesen verbalen Absichtserklärungen können ja keine Taten folgen, weil der Markt die Kurse macht und nicht die einzelnen Regierungen. Von China einmal abgesehen, dass den Yuan relativ gut steuern kann. Und die Devisentrader sehen, dass die US-Wirtschaft, wenn man den Konjunkturdaten glauben will, weiterhin mit Abstand am robustesten erscheint.

Das bedeutet: Der Zinssenkungsspielraum der US-Notenbank wäre enger begrenzt als der der Europäischen Zentralbank. Denn in der Eurozone brennt es, was das Wachstum angeht. Derzeit erwartet man, dass die EZB, die am 12. September und damit knapp eine Woche vor der US-Notenbank tagt, vorlegen wird. Und je tiefer man das Zinsniveau erwartet, je größer die Wachstumssorgen sind, desto schwächer geht die Währung. Eine einfache Formel, die indes bei Euro/US-Dollar in den letzten Jahren nicht zu klaren Trends führte.

Die Charts auf Wochen- und Tagesbasis zeigen, dass der Euro zum US-Dollar zwar seit Frühjahr 2018 tendenziell schwächer wird. Aber diese Bewegung präsentiert sich charttechnisch unsauber, unstet und nicht allzu dynamisch. Das liegt daran, dass dieser grundsätzlichen Erwägung, dass die Eurozone angesichts ihrer intensiver verlaufenden Schwächephase klar die schwächere Währung haben müsste, der politische Wille der USA entgegensteht, wo man trotz der klar höheren Renditen am US-Anleihemarkt und des stärkeren Wachstums gerne selbst die schwächste Währung hätte. Dass die USA das nicht so ohne weiteres erzwingen können, weiß man am Devisenmarkt zwar. Aber man traut dem Frieden nicht so recht, bei der derzeitigen Regierung in Washington weiß man ja nie …

Chart auf Wochenbasis vom 02.09.2019, Kurs 1,0969 US-Dollar, Kürzel EUR.USD | Online Broker Aktienempfehlungen

Daher sollte man diesen Ausbruch des Euro/US-Dollar-Kurses aus der im Wochenchart zu sehenden, über ein Jahr währenden Keilformation nach unten nicht als in Stein gemeißelt sehen. Der Euro rutschte damit zwar deutlicher unter den Supportbereich 1,1100/1,1110 US-Dollar, aber der Tageschart zeigt, dass diese Linie seit einem Monat immer wieder über- und unterboten wurde und entsprechend an Relevanz verloren hat.

Ein charttechnisch klareres Signal würde generiert, sollte Euro/US-Dollar unter die in die Jahre 2016/2017 zurück reichende Auffangzone 1,0828/1,0906 US-Dollar rutschen. Aber auch dann sollte man immer im Hinterkopf haben: Seit Trump im Weißen Haus residiert, ist nicht nur der Aktienmarkt in einer Nonstop-Version einer politischen Börse gefangen, sondern auch der Devisenmarkt.

Chart auf Tagesbasis vom 02.09.2019, Kurs 1,0969 US-Dollar, Kürzel EUR.USD | Online Broker Aktienempfehlungen

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