Börsenblick

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Analyse:
Euro/US-Dollar: Was steckt wirklich hinter dieser Achterbahnfahrt?

Zwei Aspekte stechen besonders ins Auge, wenn man sich den Verlauf der Euro/US-Dollar-Relation auf Wochenbasis ansieht: Zum einen gab es derartige Schwankungen wie derzeit in den letzten Jahren nie. Zum anderen ist dieser „Roller Coaster Ride“, diese Achterbahnfahrt, völlig ziellos, denn es ergeben sich daraus, zumindest bislang, noch keine neuen Trend-Vorgaben. Was steckt dahinter?

In manchen Medien wird stur versucht, die Kursbewegungen mit aktuellen Konjunkturdaten, politischen Statements/Entscheidungen oder der Entwicklung der Virus-Pandemie in Verbindung zu bringen. Was zum Teil auch zutreffen dürfte. Aber daraus entsteht keine solche Achterbahnfahrt, hektisch und doch ohne Ziel.

Es ist sicher korrekt zu unterstellen, dass die starken Abwärts-Schübe bei Euro/US-Dollar, sprich der deutliche Anstieg des US-Dollars im Verhältnis zum Euro, darauf fußen, dass viele US-Investoren und US-Unternehmen im Ausland investiertes Geld „nach Hause holen“, weil sie es dort derzeit sicherer wähnen. Da solche Auslands-Investments dann erst einmal wieder in US-Dollar umgetauscht werden müssen, mag das die Nachfrage kurzzeitig in der Tat deutlich befeuern. Es mag auch sein, dass die von Ängsten und Unsicherheit dominierte Gemengelage bei vielen zu dem in solchen Phasen typischen Reflex führt, in die weltweit vermeintlich sicherste Währung zu investieren. Und das ist traditionell der US-Dollar.

Aber das erklärt nicht, wieso die Reise zwischenzeitig auch immer wieder rasant in die Gegenrichtung geht, es Ende Februar/Anfang März ebenso wie Ende März der Euro war, der kräftig zulegte. Natürlich gäbe es auch da Argumente. So beispielsweise, dass der US-Dollar diesmal eben keine taugliche „Fluchtwährung“ wäre, weil gerade in den USA momentan nicht der Eindruck entsteht, als wären die Verantwortlichen imstande, der Pandemie und ihren Folgen Herr zu werden. Aber es ist absolut nicht logisch, dass ein solcher radikaler Stimmungsumschwung, wie man ihn im Chart klar erkennen kann, permanent, immer wieder erfolgt. Also?

Die wahrscheinlichste Erklärung wäre, dass in Wirklichkeit die ohnehin meist das Geschehen am Devisenmarkt dominierenden, kurzfristigen Trader den Taktstock schwingen. Die „Argument-Anleger“, die aus vorgenannten Gründen entweder der Greenback oder den Euro favorisieren, laufen dann einfach mit und intensivieren die Bewegungen, wenn der Kurs in die aus ihrer Sicht richtige Richtung läuft.

EUR/US-Dollar Chart auf Wochenbasis vom 03.04.2020, Kurs 1,0807 US-Dollar, Kürzel EUR.USD | Online Broker LYNX

Die Annahme, dass das technisch orientierte Trading derzeit die eigentliche Basis für dieses Auf und Ab ist, würde durch den Chart auf Wochenbasis unterstützt. Dort sehen wir, dass der Kurs, nachdem der Ausbruch des Euro nach oben Anfang März abrupt abverkauft wurde, verdächtig genau innerhalb des entscheidenden, mittelfristigen Abwärtstrends hin und her läuft. Nachdem der Euro Mitte März wieder in den 2018er-Abwärtstrendkanal zurück gefallen war, drehte er am 20. und 23. März genau an dessen unterer Begrenzung, zog wieder bis zur oberen Begrenzungslinie an und drehte genau dort am 27./30. März wieder nach unten. Dass der Kurs derart engmaschig und genau einem Abwärtstrendkanal folgt, wäre ein gewaltiger Zufall, würde es wirklich vor allem um fundamentale Argumente wie eine auf der Pandemie basierende Nachfrage-Verschiebung und Käufe mit dem Ziel gehen, einen „sicheren Hafen“ anzusteuern. Fazit:

Besser dürfte man hier als Investor fahren, wenn man weniger die Nachrichtenlage und dafür mehr die Charttechnik als Grundlage für Trades heranziehen würde. Was derzeit konkret hieße: Ein erneuter Ausbruch aus dem Abwärtstrendkanal nach oben durch einen Break über die per Freitag bei 1,1120 US-Dollar liegende, obere Begrenzung würde einen erneuten Anlauf an das bisherige Jahres-Verlaufshoch bei 1,1496 US-Dollar wahrscheinlich machen. Sollte Euro/US-Dollar den Trendkanal hingegen mit Schlusskursen unter 1,0635 US-Dollar nach unten verlassen, wäre das alte Tief von Anfang 2017 bei 1,0340 US-Dollar ein realistisches, erstes Kursziel. Die fundamentalen Argumente, da darf man sicher sein, würden dann für beide Ausbruchsrichtungen nachgeliefert, aber den ersten Impuls dürften die Trader setzen.

EUR/US-Dollar Chart auf Tagesbasis vom 03.04.2020, Kurs 1,0807 US-Dollar, Kürzel EUR.USD | Online Broker LYNX

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