Börsenblick

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Aktuelle Analyse:
Brent Crude Oil: Zu billig gibt es nicht

Vielfach wird bereits von einem „übertriebenen Preisverfall“ bei Rohöl gesprochen. Andere hingegen verlängern den laufenden, dynamischen Abwärtsimpuls blind mit dem Lineal und prophezeien Kurse von 40 US-Dollar pro Barrel für die Ölsorte Brent Crude. Wer hat Recht?

Diese Frage stellen sich derzeit viele und schieben Argumente von links nach rechts … dabei ist die Antwort auf diese Frage völlig irrelevant. Wer sich ein wenig mit der Börse auskennt, weiß:

Zwischen Recht haben und Recht bekommen liegen an der Börse Welten. Und bei den Rohstoffen, bei denen es zum einen immer Argumente für steigende und fallende Notierungen gleichzeitig gibt und zum anderen die für fundamentale Argumente wenig empfänglichen Trader das Kursgeschehen dominieren, erst recht. Wichtig wäre daher nur, im richtigen Moment auf der richtigen Seite zu stehen. Und noch ist die richtige Seite die Short-Seite.

Richtig ist schon, dass ein Abstieg von in der Spitze einem Drittel des Kurswerts in weniger als zwei Monaten ungewöhnlich ist. Aber muss er deswegen bald vorbei sein? Dass Brent Crude Oil ein knappes Jahr brauchte, um diese Distanz vorher nach oben zurückzulegen, ist da kein zwingendes Argument, auf das Tempo kommt es nicht an. Und auch nicht, zumindest nicht zwingend, auf die faktische Situation bei Angebot und Nachfrage.

Das kann die Trader tangieren. Aber es muss nicht. Grundsätzlich ist gegen den Abstieg aber auch nichts einzuwenden. Seit Oktober greift jetzt einmal die Sorge um sich, dass der Bumerang, der die US-Handels- und Wirtschaftspolitik darstellt, weit früher und schwungvoller zurückkehrt als gedacht.

Viele hatten im Vorfeld vor dieser US-Politik gewarnt, weil absehbar war, dass dieses künstliche Aufblähen des Wachstums die Basis-Probleme wie die weit auseinanderklaffende Schere zwischen arm und reich und die wachsende Verschuldung nicht lösen, sondern intensivieren wird.

Hinzu kommt der unsägliche Handelskrieg, der überall in der Weltwirtschaft negativ wirkt – und der beschleunigt das Auftauchen der negativen Konsequenzen der US-Politik. Man ahnt: Das Wachstum kippt. Und einige wenige mutmaßen, durchaus zu Recht, dass es dramatisch schnell kippen könnte. Was hieße:

Die Nachfrage nach Rohöl würde abnehmen. Zugleich hat es sich gezeigt, dass die Macht der OPEC beschränkt ist. Denn die Fördermengen zu senken bringt nur etwas, wenn andere, große Ölförderer, die nicht der OPEC angerhören, mitziehen. Was sie zuletzt eher nicht taten, weder Russland noch Norwegen und erst recht nicht die USA, wo die Fördermengen immer neue Rekorde erreichen.

Ein fallender Ölpreis wäre also begründbar. Zwingende Argumente, warum er nicht unter das letzte Tief bei 57,78 US-Dollar, am Donnerstag markiert, fallen sollte, gäbe es somit nicht … außer auf charttechnischer Ebene:

Bei 57,91 US-Dollar liegt im aktuell als „Frontmonat“ dienenden Februar-Future das Jahreshoch 2016. Das kann, mit Blick auf die überverkaufte Stochastik auf Tagesbasis, eine Basis für eine Gegenreaktion sein.

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Die hätte dann allerdings relativ bald natürliche Grenzen in Form des doppelten Leitstrahls aus 20-Tage-Linie und Oktober-Abwärtstrendlinie, der diesen Abstieg im Bereich 64,50/65,50 US-Dollar begleitet. Um sie zu überwinden, müssten die dominierenden Short-Seller davon überzeugt werden, dass nach oben wirklich genug Luft wäre, um Long-Trades lohnend zu machen.

Dazu müsste zumindest der Handelskrieg glaubwürdig beendet sein, mit China ebenso wie mit Europa, und zwar mit Lösungen, die allen Beteiligten zum Vorteil gereichen und dadurch einen neuen und tragfähigen Wachstumsimpuls ermöglichen.

Wenn sich indes in dieser Hinsicht nichts tut, wäre es keineswegs ausgeschlossen, wenn auch dieses Jahreshoch 2016 fallen und Brent Crude die langfristige Aufwärtstrendlinie knapp über 50 US-Dollar ansteuern würde. Denn gerade bei den Commodities lehrt die Erfahrung, dass die Trader Trends oft bis zum Exzess ausreizen. Dass der Stochastik-Oszillator bereits seit einem Monat in der überverkauften Zone rangiert, ohne dass die Bären das aufgehalten hätte, unterstreicht das.

Chart auf Wochenbasis vom 30.11.2018, Kurs 59,46 US-Dollar, Kürzel COIL | LYNX Online Broker

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