Börsenblick

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Analyse:
Brent Crude Oil: „Muss“ die Gegenbewegung kommen?

Als der Ölpreis zur Eröffnung des asiatischen Handels in der Nacht des 9. März plötzlich mit einer gigantischen Abwärts-Kurslücke in den Handel ging, glaubten viele zu Recht an einen Datenfehler auf ihren Monitoren. Zumal Brent Crude Oil, das sehen Sie in diesem Chart auf Tagesbasis, ja schon am vorangegangenen Freitag, den 6. März, zehn Prozent weggerutscht war. Aber dieser Kurseinbruch war echt. Die Sorge, dass die geplatzten Verhandlungen über eine Fördermengenkürzung als Abwehr des durch die Pandemie befürchteten Angebotsüberhangs dazu führen werden, dass die OPEC auseinanderbricht, war gewaltig. Und jeder gegen jeden, ohne Preiskoordination, das würde bei nachlassender Nachfrage dazu führen, dass alle versuchen, durch eine massive Fördermengenausweitung die schwindenden Gewinne auszugleichen. Um damit, natürlich, alles nur schlimmer zu machen.

Doch noch ist die OPEC da. Und es kommt sogar vor lauter Angst vor einem länger währenden Preisverfall zu Gesprächen wie denen der USA mit Saudi-Arabien über die Ölförderung. Bislang kochten die USA ihr eigenes Süppchen, erhöhten Jahr um Jahr ihre Förderkapazität, um nicht nur von Importen unabhängig zu werden, sondern im Idealfall massiv zu exportieren und die Preise mehr beeinflussen zu können. Geholfen haben die Gespräche bislang aber nicht. Während man am Aktienmarkt versucht, den Bann der Unsicherheit durch massive Kaufwellen zu brechen, gelingt das am Ölmarkt nicht. Sie sehen es im Chart:

Expertenmeinung: Rohöl Brent, das an diesem denkwürdigen 9. März im Tief 32,87 US-Dollar und damit gefühlt „Dumping-Niveau“ erreichte (bezogen auf die hier gezeigten Kurse des Brent-Futures mit Laufzeit Juni, die derzeit der entscheidende Laufzeit), fiel noch weiter. Nach unvorstellbar tiefen Kursen kamen also noch tiefere Kurse, was wieder einmal bestätigte, was die alten Börsen-Hasen predigen: Was billig scheint, kann leicht noch viel billiger werden. Antizyklische Trades auf der Long-Seite wurden dadurch immer weiter ins Minus gedrückt. Das bisherige Tief wurde am 18. März bei 26,35 US-Dollar markiert. „Tiefer kann es jetzt wirklich nicht mehr gehen“, las und hörte ich da. Und natürlich steigt die Chance, dass es zu einer kräftigen Gegenbewegung kommt, je weiter der Kurs nachgibt. Zudem wird dadurch das Kurspotenzial bis zum aus aktueller Sicht wahrscheinlichen Ziel einer solchen Bewegung in Form der Kurslücke des 9. März zwischen 40,62 und 47,85 US-Dollar immer größer. Aber:

Noch ist die Abwärtsdynamik nicht erlahmt und offen, wie weit und wie lange sich die Schere zwischen Angebot und Nachfrage öffnen wird. Selbst die schnell reagierenden markttechnischen Indikatoren wie der hier abgebildete Stochastik-Oszillator haben zwar eine gute Basis für neue Kaufsignale. Aber sie wurden noch nicht generiert. Letzten Endes hat allein der Umstand, dass Brent Crude Oil von einem vorher für unmöglich gehaltenen Schnäppchen-Level auf ein noch unmöglicheres Niveau fiel, den Beleg erbracht: Noch handelt es sich hier um ein fallendes Messer. Und zwar um eines der scharfen Sorte. Auch, wer den Stop Loss jetzt relativ eng unter das letzte Tief bei 26,35 US-Dollar legen würde, geht ein größeres Risiko ein. Denn dass es nicht erneut zu einem größeren Abwärts-Gap kommt, so dass der Stop Loss nichts bringt, kann man nicht garantieren. Hier noch Short zu gehen, wäre wohl kaum anzuraten. Aber Long zu gehen ist deswegen nicht ungefährlich, denn ja, die Gegenbewegung kann und müsste bald kommen. Aber „müsste“ und „muss“ sind zweierlei!

Brent Crude Oil Chart vom 25.03.2020, Kurs 30,32 US-Dollar, Kürzel COIL | Online Broker LYNX

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