Börsenblick

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Aktuelle Analyse:
Brent Crude Oil: Gleich noch einmal zehn Prozent Luft nach unten?

Manche glauben, es sei der US-Präsident gewesen, der mit einer erneuten Twitter-Runde gegen die OPEC den Ölpreis „herunter getwittert“ habe. Andere vermuten, ein großer Hedgefonds könnte sich heftig verspekuliert haben und habe, weil man mit allen Mitteln aus schiefliegenden Long-Positionen aussteigen musste, den immensen Kursrutsch der wichtigsten Ölsorten am Dienstag ausgelöst.

Ersteres ist unwahrscheinlich, da man zuletzt nicht mehr auf Trumps Tiraden reagiert hatte, weil die Trader erkannten: Der Präsident hat nicht die Mittel, um die Preise wirklich effektiv zu beeinflussen. Letzteres wäre zwar nicht ausgeschlossen, könnte aber wenn, dann diesen Kursrutsch nur intensiviert haben. Denn der Chart von Brent Crude Oil, der für uns in Europa wichtigsten Ölsorte, macht eines klar:

Grundsätzlich hatte dieser Ausverkauf „natürliche Ursachen“. Brent Crude hatte die mittelfristig entscheidende Unterstützungslinie bei 70 US-Dollar in den beiden Handelstagen zuvor jeweils kurz unterboten und zum Handelsende nur mit Mühe gehalten. Damit waren die Trader im Vorfeld natürlich sensibilisiert, denn noch ein Versuch, diese Linie zu durchbrechen, ohne dass man zuvor hatte nennenswerte Gegenwehr erkennen können, das hieß: Die 70 Dollar-Marke würde fallen. Damit nicht genug:

Expertenmeinung: Das Lager der Bären konnte sich ausrechnen, dass unter diesem Level zahlreiche Stop Loss-Verkaufsorders zur Verlustbegrenzung von Long-Positionen liegen würden. Also war es folgerichtig, den Druck zu erhöhen, um diesen Durchbruch zu erzwingen. Das gelang. Und die Vehemenz der Abwärtsbewegung unterstreicht nur, dass a) in der Tat zahlreiche Stop Loss-Orders ausgelöst wurden und den Selloff noch intensivierten und b) dass die Erwartung einer nachlassenden Rohöl-Nachfrage hinreichend verbreitet ist, um nennenswerte Gegenwehr auf der Long-Seite auszuschalten.

Dass es am Mittwoch zu einer Gegenbewegung nach oben kam, die zum Handelsende in den USA aber großenteils wieder abverkauft wurde, macht deutlich, dass da zwar einige ihre Short-Trades geschlossen haben und zu diesem Zweck Long-Kontrakte einsammelten, aber schon bei einem kleineren Aufwärtsimpuls erneut genügend Akteure neu Short gehen. Und die Befürchtung, dass der Handelskrieg der US-Regierung das weltweite Wachstum empfindlich beeinträchtigen und die Nachfrage nach Rohöl drücken würde, während vor allem die USA ihre Förderquoten immer höher schrauben, kann dazu führen, dass es mit diesem kräftigen Abwärtsruck noch nicht getan ist.

Gerade im Bereich der Commodities beobachtet man oft, dass die Trader intensive Trends bis zum Exzess ausreizen. So betrachtet besteht durchaus die Chance, dass Brent Crude Oil noch einmal etwa zehn Prozent nachgeben könnte, indem die Bären das bisherige Jahres-Verlaufstief vom Februar bei 60,78 US-Dollar ansteuern.

Chart vom 14.11.2018, Kurs 66,17 US-Dollar, Kürzel COIL

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